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Luxemburger gazette. [volume] (Dubuque, Iowa) 1871-1918, November 13, 1894, Image 5

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Wclhrend der Liberale die Religio»
in Theorie exiltiren laht und feierlich
vor Religtoltsfeindlichkeit sich verwahrt,
ist er in dcr Praxis dennoch ein arqer
Religionsfeittd. In der Presse beseh
dct er regelmatzig die Religio». Er
plaidirt siir religionslose Schulen, aus
genommen wenn er deutsch ist und die
deutschen Privatsachen zur Ausrechthal
ttlng seineS Blattes nnentbehrlich sind.
Er befiinvortet die Eivilehe. die Ehe
scheidnng, die Knechtung der Kirche in
Deutschland, den Kirchenratib in Jta
lien, er Hat kein Wort des Tadels ftir
die Eulturampser und Kirchenverfolger
Europa's nnd Amerifa'», er findet, datz
die Kirche überall Unrecht Hat. Die
Religio,! ist ihm nebensachlich; Bildung
und Fortschritt ist'ihm die Hauptsache.
Er geht in teinen (stottesdienst, wenig
stens nicht aus einem religiosen Grunde;
er hort feine Predigt un, er betet nicht
mehr, weil er Wichtigeres zn thnn Hat
als religios zu sein. Ihm sind alle
Religione» gleich gut und qleich schlecht.
Er verlangt auch, datz der Staat die
selbe Gleichgiltigteit grundsatzlich an
den Tag lege. Er Hat auch nichts da
gegen, wenn Jemand gar keine Rcli
glvn Hat, denn Religionslosigkeit ist
in seinen Augen gar kein Berbrechen.
Handelt es sich um irgend eine Anstel
lung, so sragt cr nicht, bist du Katho
lit, Inde oder Protestant, denn Neli
gion gilt ihm als Nebensache. Er gibt
seine Stimme jedem sogenannten
Ehrenlnanne ohne Riicksicht ans Neli
gion, weil ein (6laube ihm so gut unD
berechtigt erscheint als ein anderer, wo
fern der betreffendc Candidat es nur
nicht ernst mit seinem Glaubcn nimmt.
Im E-runde zeigt er sogar mehr Zu
neigung zu den Protestanten und Un
glaubigen, weil diese mehr dem Fort
schritt huldigen als die Katholiken,
welche ihm als Tuntelmanner erschei
nen.
Unsere Nezenstonc».
Eine treffliche Pramie ist der Kalen
der des Herz lesu Sendboteli sur das
lahr 1865. Dcrselbe tragt den Titel
„Tie geheiligte Familie" nnd ist ein
Unferhaltnnftsbnch der besten Art.
Durch passende Erzahlnngen und Schil
dernngen wird die Bedeutung und be
sonders die soziale Bedeutung der tatho
lischen Familie beleuchtet. Hier die
Ileberschristen der Kavitel der Hanpt
erzahlung welche dic Absicht des Wer
tes verrcith. Der Titel heistt „Saat
und Erute. Eine Erzahlnng aus
dem deutsch-amerikanischen Familicn
leben." 1. Kapital: zwei Familien. —
11. Kapitel: Zweierlei Schulen.—lll.
Kapitel: Die Saat geht ans.—lV.
Kapitel: Sieben lahre spater.— V.
Kapitel: Hochzeitstlange.—Vl. Kapitel:
Tie lfrnte.—Vll. KapUel: Primi; nnd
Sterbebett. —VIII. In Todcsnothen.
Die Pramie ist vom hochw. F. Bona
ventura Hammer O. 8. F. versastt und
ist von folgender Adresse zu beziehen,
Sendbote. 42 Ealhoun Str., Cincin
nati, Chw.
Die Cutliolie Sc-honl liook Co. hnt
einen englischen Kalender veroffentlicht,
welcher den Titel tragt: The Ilhustra
tetl Cutliolie Family Annual for
1805. Dcrselbe tann von der obenge
nannten Gesellschast in New be
zogen werden.
Wir empfehlen allen Lesern das St.
Denedikts Panier, die bekannte Mo
uatsschrift der Benedittiner Amerikas
auf das Warmste. Ter Preis per
Jahrgang ist blos 81.66 nnd es ist
die Zeltschrift zn beziehen bon: «t. Be
uedilts Painer, St, Meinrad, Jnd.
Eine wichtige, fortschrittliche Mei
nung Hat die jept im 36. lahrgange
steheude bekannte Monatsschrist „Alte
und Neue Welt" mit seiner Cktober
lillnimer eingefuhrt. Dieselbe erscheint
in bedeutend vergrohertem Formate,
mit erheblich enveitertem Terte, in
srischem sarbigen Gewande nnd mit
neuer auherst leserlicher grvfterer Schrist.
Ta der Abonnementspreis der'elbe
bleibt tonnen wir den alten Abonnen
ten nur zil ihrem sortschrittlichen Fa
niilienslatte gratulieren und die Zeit
schrift allen deutschen Katholiken auf
das Besten empfehlen. Dasselbe ist zu
haben bei jedem Buchhandler und er
scheint im Berlage der Oiebriider Ben
ziger in New Bvrk, Cincinnati, 0., und
Chicago, 111.
Wie ein Papst die Fiirsten
beschreibt.
Sii tus V. beschreibt gegen lfnde des
sechszehnten Jahrhunderts in einer Jn
strultion an seinen Neffen die Fursten
in folgender Weise:
„Tie Fursten sind stolz, gierig nach
Auhm uud Lander-Erwerb, eifersuchtig
aus die Machtverlnehrullg anderer.
Eie lieben. das; man sie furchte, und
ertragen weder Tadel noch freimutbige
Sprache. Riemals geben sie ihr Un
recht zn, selbst wenn dies augensallig
tvare. Tie Anspriiche, welche sie unab
lassig erheben, sind nicht immer begrun-
Det, hausig ganz aus der Luft gegriffen.
Sie fitrchten Hinterlist und die Ab
nahme ihrer Macht. Gegen eiuander
sind sie immer voll Argtvohn, beobach
ten sich mit scheelsuchtigem Auge, iiber
wachen sich gegenseitig, besonders wenn
sie Nachbarn sind. Jede einem vvn
ihnen gemachte Bewilligung von Bor
rechten, Titeln, Ullterstilptlug oder
Oiuust zieht ahnliche Anspruche der An»
deren nach sich. (fine Weigcrung belei
bigt sie, ja Zogerungen oder kleine
Schwierigkeiteu reicheu hin, um sie zu
verlepen. Selten erweisen sie sich er
geben und zittranensvoll. Weuige
Persone» iibeu auf sie Ifinfluft aus.
Sie haben stets ihren Bortheil im
Auge, nehmen oft zur Berstellung ihre
Zuflucht, und flieszeu über in (shr
furchts- und (Zrgebenheitsbezeugungen
ftir den heiligeu Stuhl. Unter einan
der schliesten und loseu sie Bunduisse je
nach ihrem jeweiligen Bortheile. Tas
Mihgeschick anderer mihfallt ihnetl
nicht. Sie suchen vielmehr es auszu
benten und aus dem Berlust anderer
Gewinn zu ziehen. Fernen oder zwei
felhaften Erfolgeu gehen sie nicht gerne
nach, besonders wenn Schwierigteiten
und Auslagen Dnmit verbunden sind.
«ic lieben es nicht. Dem schiedsrichter
kichen Ansfpruche anderer Fursten sich
Z", unterwerfen. Zusammentiinfte
zwischen ihnen erzengen selten gegen
seitige Zuneigung. iisters Zank nnd
Zwiespalt. In allen Tingen lieben sie
das Uebermast. Gern schenten sie
Schmeichlern Olehiir, mit Bergnngen
vernehmen sie iibertriebene Schildernn
gen ihrer eigenen Macht. Sie lieben
es, ihr Ansehen zn entfalten nnd lvollen
siir freigcbig gelten. Grosten Werth
legen sie auf Geschenke, besonders wenn
sie in Seltenheiten, oder Gegenstanden
von groster Vollendung bestehen. Wenn
es sich um Vermehrung ihrer Macht
handelt, glauben sie sich AUes erlaubt"
u. f. w.«
Alle diese Fehler mittelalterlicher
Fursten sind nur leicht verzeihliche
Schwachaeiten gegeniiber den Siinden
der Haupter linserer gegenwartigcn
Nallbstaaten, welche bis an die Zahne
sich bewaffnet haben, nm bei geeigneter
Gelegenheit einen Nachbarn zn iiber
faflcn nnd sein (Yebiet entweder ganz
oder theilweise zu annexiren. Was
chatte der gute Papst wohl schreiben
nnussen, wenn er die Naubergier eines
'ersten Napoleon, die unersattliche Lan
dergier Englanbs und Preuhens ge
schen i
Tie Botschafter am papstlichen Hofe
beschreibt derselbe in folgender Weise:
„Tie Botschafter sind gewohnlich feine
Herren, klug, neugierig, geschickt, um
sich eiiizuschmeichelu, angenehm und
sanft im Oiesprache, umsichtig, wo cs
sich um einen raschen (Zntschlutz han
delt, llllerschrocken in Gegenrede und
Widerstand und unermiidlich mit der
Feder. Sie suchen die Vorliebe nnd
Abncigllng, die Mittet und (fntwnrse
des Fursten "nd seines Hoses zu dnrch
schauen. Nichts eirtgeht ihrer Beob
achtnng. Mit Hilfe der Muthmagunq
uno der (frwagung llriner Auzeichen
cntdeckcn sie die wichtigsten Oleheimnisse.
Sie machen grotzeSAufheben von jenen,
welche ihnen Nachrichten liefern, und
suchen sich deren auf alle Weise zn ver
schaffen. Ihre einzige Aufgade ist,
den Einfluft und das Ansehen ihrer
Fursten zu vermehren. In Rom, wel
ches ein Gemeinwesen Aller ist, versol
qcu sie anch persottliche Zwecke. Sie
lieben. siir trene Tiener ihres Olebieters
nnd zugleich siir beliebt bei den Fursten
zu gelten, an deren Hofe sie leben. Wo
eS mehrere Botschafter gibt, ivaltet zwi
schen ihnen dieselbe Eifersucht ob, wie
zwischen ihren Fiirsten. Im Rom ha
ben sie stets die Zukunft im Auge"....
d. h. Die nachste Papstwahl.
Luremburgisches.
vereinigte Staaten.
& e t r a i; t wurden in der St. Mi
chaels-Kirche zu Ohieago am 3. Nov.
Hr. Mich. Muller und Frl. Philom.
Loehr. ln der St. Paulus-Kirche
am 22. Cttober Hr. Karl Muller und
Frl. Bertha Brilka; Hr. Mathias
Thomas und Frl. Maria Neumens.
lm Herrn entschlies aus der St.
Michaels-Gemcinde ebendaselbst Frau
Modesta Klassen, 13 Blvck Str., am
36. Ckt., iln 83. Lebensjahre.
Ueber eine zweite Primiz eines
neugeweihten Priesters, welcher offendar
anch bon Luxemburger Abkunft ist und
welcher seine erste hl. Messe am Sonn
tag, Nov., in der St. Michaels-
Kirche zu o'hicago, 111.. hielt, schreibt
das „Katholische Wochenblatt":
2luch ;ur Primi; des hochw. Pakcrs Niko
laiis Miller, 88. tt., fanden sich tetzlen
«onntag Morgen k»r; nach v Uhr die Mil
glieder der verschiedeiien Bereine vor der «k.
Michaets-SchulhaUe. ein und nahmen biefe
bicraiit ait Hndson Aoe., ssidlich der North
Ave., AuisteUung, und zwar in dersclben
Neihenfolge, wie am Soilinag zuvor. Der
slalltlche Festzug dcwegte sich durch Btackhawk
nnd Eedgwick «tr. und dog vann wieder
nach ')»o«h 'Aoe. ein, wo am Portat der
«chule die hochw. Geisttichfeit bereitS den
Zug erwartele. Nach Bitdnng des Svalrers
dis zur Kuche nahm der «t. MichaelS Lese
verein mit der Eanno Kapette den BortrUt,
ibm solgten der Kircheninarschall nnd seine
beiden Assistente», die Ministrante» mit dem
Prozessionofreuze, die uniformirlen Knaben
und weistgekttldeteu Madchen mit prcichngen
Plninenstrauhen in den Handen, dic Mest
diencr, dcr hochw. Pater Superior Herz mil
zwei Assistente», die kleine Braut, eine Nichte
des hochw. Primizianten, meiche aus weistem
Kisseu deu Kelchfraiiz trug, nebst siins Blu
iileuinadchen, gielchsatls aus der Verwandt
schau, vou denen die griihle eiu aeschmackvoll
gesullteS BtumenfArbche» vor den übrigen
einhertrug. diesen solgle der hochw. Priini
ziant Pater 'Nic. Mitter mit seinen Assisten
ten, den hochw. Patres Klein und ThomaS,
an sie schlossen sich der Kirch«:i»»rst>ind nnd
dann die Vereine an. In der dichi gaiiUten
Kirche, welche u» gleichen Fest'ch,nt.cke w,e
am Souniag zuvor prangte, dildaen dte bri
den Rirter - Eommandenes der Eer.-.einde
Spalier. D>e Primrzprediat hietr der weit
nnd breit dekannte und drlieote BolfSmsssto
nar Pater Neu, C. SS. L.. welcher seinen
Zuhoreru, die die geraumtge Kirche biS auf
de:i letzioi Stehplay fullten, la herzergreifen
de» Worten die hohe Wstrde des Priester
lhums und dic hehre Bedeutung der erstma
tigen Darbrinaung des hl. Megopfert dar
tegte. Der Krichenchor trug unter Leitung
seiueS bewahnen Dirigenteii Hrn. Hugo
Edrtmann in anerkennenSwertbcster Weise
zur 2''erherrlichung deS FestgotteSdienstes bei.
Die Mutter deS hochw. Primizianten und
sonstige -liigeborige dessclben empsingen,
nachdem er ieldst communirin hatte, auS sei
ner Hand das „Brod des sowie er
gleichsattS uach vollendeiem Amtr semen
Danf siir die bemielene Theilnahine an diesem
seinem hochsten Ehremage anssprach nnd der
glanbigen Menge seinen ersten priesterlichen
«egen ertheitre. Moge der Herr ihn de
schuheii niid segne» aus aUen seinen Lstegrn
und «hin ein tanges, verdieilstvoltes Dagewerf
in Seinem Wemberge zr» Theil werden lassen,
da»,>t er nach einem silbernen n»d vieUeicht
auch gotdenen Judiliium mit den 'Worten deS
Weltapostels Paulus aus den Lippe» znr civi
gen Belodnung eingehen konne. Ein jun
gerer Bruder des Prinrizianten bereitet sick
gleichsaUs bei den bochio. Nedemptoristen auf
den hl. Priesterstand vor. Die beiden Neu
priester niustten am Dienstag dieser 'Woche
wieder nach Kansas tniy adreisen. um da
selbst ihren theologischen Kurs zu vollenden.
Dasselbe Blatt weitz auch Fvlgendes
zu berichten:
Die Herz 7>rsu - .von Sildwest
ka»il mit autrichliger Befriedi
guttg aus den girnstigen Erfolg der im ersten
Fabi, ihrea BestehenS nun abgehalteuen Fair
zuruckdlicken, es ist das Resultat des eiiuiiu
thigeu ZusammenwirkeuS AUer nach den
besten Kiasten icdes Einzelnen. Auch an
freuiidlicher ithiilfr ane» den Nach bar
mrindrn hal es nicht geietitl, liamentiid) 'iiblt
sich die dem Fniiglings Verein der
«t. Angusliiius zn Dani verptlich
tet, ivelcher ai» Donneruag, 25. Cki.. lrov
des hestigeil Nrgens iich ncim icinen Fren»
den vollzahlig ciufaitD und iowohl binch seine
beiden draiiianichen 'Vorsteltungru. ivclchc
reichlichcn, wohtvcrdiciilcn Veimll faildcn,
ala anch durch irine Freiqebigleit dieicii
Abend zn einem der ersolgreichsteii dee Fair
gesialteie. Dee «'omen u», das 2-nggi» zivi
schen Hrn. Weber von der Augustinus mid
Hrn. von der Herz Fein
wurde init ansehnlicher Mehrbcit vo» dem
Erstcren geivoiinen: viel gleichaniger gestat
tete sich der Eoiilest um eine peachivolle
Lampc. a»s ivelchem Frau Leiendeacr iiber
Frl. Maria Krainer mil »nr '> 3.timmeii
Mrhrheit als «iegerin hervorging. Den
Eontestanten tind ibrcn Freunden? dem ge
nailiiteil Fuilgliiigs Verein n»d Alle», die
der so tliiigen iich bulfreich erwie
sen hadeii, spricht hierinit sein berrliches
.Vergeti s ans das Fair
welches mit Niickiicht aus femen Mangrt an
Ersahrnng zugleich um Nachsicht sur 'ich
billet.'
In dem folgenden Ausschuitte eben
desselben Blattes finden wir ebenfalls
eine Auzahl luxemburger Namen:
Der St. Paulus veil, und Bau Vercin
hicil am levie» Donnerstag i» seinem rotale
'No. 103 Ambrose Ltr. die jabrliche Veriamm
lung und Veamleilwabi ad und ist das Nesnl
tal ivie iolgt: Direktoren: Aug. Ehlebracht,
Math. Liltig. Ph. E. 'B>as. «toftel.
Peter F. .'iieuter, E'eo. Purggrai, F. F.Miri
bach, Eleo. «ehr. Ohas. Liifa; Prafideut:
Peter I. Neuter; Vice Prandent: l-bil. E.
isMis; S<?r?tar: Aug. i^hlebracht: «chatz
meiner- Malh. L>Uig: <'K'hiilss'ekrelar:
EhaS. Hawlhorne, FU.; Anwatt:
DbomaoNci-iiernn. 'Wie der 5. FahreS
brncht auswrift, bcrutoet sich ver Verem m
gcsundcr Fina::; Verfassung.
Ein fur alie Familien und bf onders siir
alle Fainiti-nvaier der «t. Paulus
wlchtlger Unterfttt(iungSvereiil ist mit dem 27.
Cftober in s Leden geruien worden. «eir
langerer Zeil war es als eine Nokhwendigfeit
erschienen, nicht allein Vei den Mannerii. son
dern auch bei den Franen. und besonders bei
dencii in rechr dunligen Umstaudeu. deuselben
iit ihrer hochsteu Noth zu lielfcii.
ist dieies der FaU, weiin die«''attiil und Mut
ter nach tangerem Krankenlager stirbt, und
der Mann faum im «tande ist, das Noth
we.».dige ;'.lin Lebeiisbedars zu verdicnen irud
so eller Mittet entbtostt dastehl. Altes dieses
in Letracht zichend. beschlost der hochw. Herr
Heldmaiiit, deni Franenvereiil in seiner Ver
sainmlung den Vorichlag zn inacheu. dast sich
dcrselbe in eine» Verein mit einer «rerbeyM
nmwandle. Mtt Frenden wkirde der Vor
schlag angenonnnen und schlossen sich dem
selben ran samnittiche anweiende Franen an.
Zur setben Zeil sand die Waht der Veamten
statt nnd wurden ais solche folgende Franen
erwahtt: Praiidentin: Elisabeid xistfa Vice-
Prasidentin: M. Parcrll: «efretarin: Lena
Magderielieid «chavmristerin: Barbara
SchrLuun; Verwalklingsratkinneil: Frau
HeniZLu, «tnmps niid Bohntein. Da in der
neuen Fuhrung anch nene Geseve nothwendig
sind, so wurde ein zu diesem Zwecke
ernannt, welches Danf seiner eisrigeil Arbeit
in kurzer Zeil derichke» wird. Festgestellt ist
vorianiig. dast alte Mitglieder, welche jeyt
dem Franenvereiil angehoren, der «terdefasse
frei beitreten fbmtcii, soinit feine Unkosten
haben. Fm Stcrberalle eines Mitgliedcs Hat
jede Frau. welche der «terdefasse angehort,
eilien Dotlar zu bezahlen. so, dast also der
hinlerlasseiie Eatte so mei DoUars erhalt ivie
der Verein Mitglieder zuhlt. ES |iiit> feine
weiteren Beitrage und feine weiteren lln
fosten in der Leitung des 'Vereins vorhandeil.
so dap dieser Verein der einfachste und dii
ligste Vereiil ist, der hier eristirt, mit eben so
reichem Nutzen siir seine Mitglieder, ivie jeder
audere.
Au s A u ror a, IU., berichtet der
dortige „Voltsfreuiid":
Anna M a r i a. <*attiit von Folm kieS,
ist am 13. Ckt. nach drciivochenktichem
kenlager am Nervenfieber grftorben. «ic
roiube am 15. Cft. imtcv grofter Lheilnghme
auf dem dentfcheil kaiholiicheil Frieviio» u»
Aordost Aurora deerdigl. Lie hiinerlaftt
ihren Olatten nnd zwel .'iinder. 'l*ex
slorbene war die zweilaiteile Tochter des.Far
merS John Post.
Der A nftr e i ch e r Harry 2Lay ist
ganz unerwartet in jenter Wohnung, 401
Veach «tr., gestorben. Or wnrve pioylich
frank nnd sein Znftand sichtirch jchlimmer,
diS er am Moirrag Abend den Geist auigad.
Er starb an der Vteikolik. Der Berftordene
wurde am 4. Mar; iu Ojchweiier, stan
ion Wily. Luremburg, geboreu und kam im
Fabre vou dori mik seinen Elteru und
uact» Aurora, «fit 13 Fahren
ivar er verheiralhel, und er hinterlatzt seine
Eattin und vier Kinder, von denen das alteste
11 und das jiingste 4 Fabre ait ist, sowie
seine Eitern unv 0 o'eschwifter, welche alie in
hiesiger «tadt tuobitlum sind. Cie Vecrdi
qung fand unter groper Lbeilnahme von der
«t. NikolauS-Kirche aus auf dem deiilscheu
katholischen Friedhofe >'lalt. ?er Lurembur
ger Fndepeudeut Olud iowie der «t. FobnS
Zlveig, W. E. U., welcheu der Verftoibene
angehort hatte, gaben dem verbiichenen Mil
bruder das znr letzten Nuheftatle.
Vor drei Jahren war Peter Klein,
ein «ohn des in der Nahe von Winfield,
FU., wohnenden FarmerS Klein, in eu,em
Crte iu Fowa wegen Diebstahls verhafter
worden. Er hatie aus dem Eeschafte, m
welchem er dort als Elerk aiigesleitl war.
Waareu geftohleu. Ehe er aber nach dem
Eiefangnisse adgeiiihn ivurde. war eo ihm
jedoch'geluiigeii, seilie Fluchi zu bewertfteUi
geu. Lierzehil rage nach seiner .Zlucht vor
drei Jaliren erschie» plovlich beim g-armer
Klein ein Aranenziinmer, welches als eine
«chwefter vorgefteUl wurde. Die jnnge
Danie nahm Perrenbesuche an. nnd 'AUes
aing gut, bis am leyteu Freitag ein aus
Fowa' euigetroneiler Polizeibeamter dem
Slilllebeu aut Kleui's Farm einEude machte.
inbem er das Madchen. welches sich als Peter
Klcin, der flnchlige D>eb, empupple, iu Haft
nahm. Der schiaue Peter hatle in seiner
Vrrfleidung die Polizei drei Fahre tang an
der Nase herumgefnhrt nitd in seinen llutev
rocken nicht deu geringsten Verdacht erregt.
A u S P l a i n v i e tv, Mimi., schreibt
ein Leser wie solgt:
Fch habe den Luremburger Marieiifalender
erhalten n,ld mache. es mir zur Ehrensache.
Fhnen meineu besten Dank sur die Zusen
dliilg desieiben auszudruckeu. Es soiUe kein
Luxemburger die cKetegeuheil vorubergehen
lassen auf die zu aboumreu u»d
sich die schoue uud hochft interessaute Pramie
zu verschaiien. E»n Leser der ..Omzeile".
Wir danten aus das Warinsle siir
Anertennung.
Grotzherzogchum.
Aus der hauptstadt.
A m 23. Ck t. langte mit dem
«trahburger Zuge von 12 Uhr 16
Min. Olrotzherzog Adolph hier an. Tie
Mitglieder der Negierung empiingeu
den LandeSfursten am Bahnhose.
Hier starb im Alter von 76 Jahren
der im ganzen Laude bekannte AuS
rufer Hr. Nicolas «choup.
Hr. F a u t f ch, «tellereinnehmer zn
Strahen. ist zilin Stellercontrolleur
nach Wild in Ersepung des dort tiirz
lich verstorbenen Hrn. Katz ernannt
ernanllt worden; Hr. Felir Olovcrs,
CommiS der Steuerdirettion zu Lurem
burg, ist zum Steuereillneymer vou
Stratzen ernannt worden.
Luxemduvaev Cinrotte.
A u s '.>l n v e g u n g Der HH. Psar
rer Blum uud Postbeamten K. Kohn
wareu am l>. Ctt. im hiesigen Oleset
leuhause eine Auzahl vou Freunden der
L u rem bu rger L iteratu r zu sa m menge
tommeu, um zur (ftruuduug eines lite
rarischeu Bereiues zu schreiteu. Tie
Negierung Hat ein Subsid in AnSsicht
gestellt. Man beabsichtigt die Olriin
dting eines Bereinsblattes.
A m I !>. c tt. starb der 2.Z lahre
alte «vhn des in der Billa Louvigny
wohnendeil OlastwirtheS Hrn. A. nnd
zwar iufolge einer Vergiftung, die der
Kleine sich vor I l Tagen durch deu Ole
nus; von i m Pari gepsluckteii Kirschen
zugezogen hatte.
Tic se r Ta g e wurden Hrn.
Kausmann loseph (Kiver von hier «ei
tens eines Nedemptoristenvatres ciu
Betrag vvn 7» Mart zngeftellt. Dic dem
Pater vvn einem Beichtlinde, das Hrn.
Oliver lim Dicte Summe betrvgen hatte.
zu dem Ztvecke der Nuckcrstatt>lugeinge
handigt worden waren.
He r r Lehrer Nnpp er t von
Kirchenderg soll wegen Krantheit durch
einen angehenden Lehrer bis Cstern
erseyt werden.
(5 iviljt an d de r «t ad t Luxe in
b u r g.
Heirat h. Vom 20. Cft.: Hennaun
«chmiy, «chumacher, mit 6li>at)elh Tninonr.
«terbeiatte. i ; otn 22. Cftober:
Richard pelr». alt 24 Fabre, HiUsbremier,
ebetos; 24.: Michael Aies. alt 70 Fabre,
laglohner: 22.: Nikotas Tchoup, ali 70
Fnhre, oyeirttlcher Ansrrncr.
Aus dem übrigen Grohherzogthum.
I n T u de l i ng e n begab sich der
37jahrige Tom. Flammang nach einer
im Crt gen. Tetinger-Hohl gelegenen
Olallerie, um daselbst in Arbeil zu tre
teu. Am Eingange der Olallerie wurde
er vou eiue.u aus dem luuern her
fonlmenden beladenen Waggouet ersaftt
und gegen die Wand gedruckt, wodurch
er bedeutende innere Berlepungen
crfitt, denen er einige «tunden spater
erlag. Ter Bernngliickte ist Bater
von 5 unmilitdigen Kinder».
Petin ge n. 18. Ctt. Herr Zito
Hat einen weiteren Eontrakt aus 2 lahre
mit der belgischen Negierung geichlos
schlossen; im Monate Februar tourmen
den Jahres wird er sich also lviederum
fitr Matadie einschinen.
Kleinmacher, 13. Ctt. Ter 36jah
rige Michels Heinrich, ivelcher dieser
Tage seinem alteren Bruder Mathias
in angeduseltem Zustande die Finger
einer Hand zerschlagen, sowie demsel»
den Berwtindungen am Kopfe beige
bracht, aufterdem seiner hochbetagten
Mutter blaue Augen geschlageu haben
soll. wurde gesanglich eingezogen uud
im Olefduguih zu Luremburg unterge
bracht.
In K ii n p i g war der 46jahriger
Ackerer Kirsch Friedrich von dort de
schaftigt Bohnen zn dreschen. Oiegen
Mittag war er fertig nnd rief dem
Pserd in der Manege zu inne zu halten.
Als daun wie das schlechterdiugs iiblich
ist, nahm Kinch einen Wisch «troh
um die Walze zum «teheu zu bringen.
, Tie Beweglllig der Walze war uoch zu
stark, zog das «troh mit der Haud
voran uud tonnte Kirsch mir uoch die
zerfteischte Haud hervorziehen. Tr.
Loutsch muftte die Amputatio» der rech
ten Hand vornehmen.
Aus;er den bereits mitgetheilten,
haben uoch nachfolgende Lehrerinnen
das zweite 6ramen sur Deu zweiten
Nang mit Ersolg bestanden: Frl. Anna
«chlechter aus Luremburg: Frl. Kath.
Kayser aus Michelbuch und 6Use Becker
aus (Zhuen.
Hr. Kri er, friiher Lehrer in Bi
wisch (Asselborn), wurde zum Lehrer
iu (fselboru eruannt, iu (frsetzung des
nach (Zchternach ernannten Lehrers Hrn.
Braas.
Hr. Leonnrd Ple iml in g aus
Pintsch ist nach Lyon adgereist und
dort in ein Maristentloster eingetreten,
um sich siir die überseeischen Missionen
vorzubereiten.
Franlein Anna Majerus aus (fu-!
scheriugen erhielt eine Anstellung als
Lehrerin im Lrpheliuate zu Rham.
Frl. F r a n z i sk a. T o ch t e r des
allbetannten Otastwirthes Herrn Schmitz
in Onscheringen wird gegen AUerheili
geu iu ein Kloster zu Tuu a. d. Mense
(Frautrcich) eintreten.
Ter G d r t u e r G leis aus Ho-
singen war mit einem Gehulsen beschas
tigt (fpheurailteu an einer dem (''igen
thtlmer Nischard zu (slers zugehorigen
Maner anznbinden, als die Leiter, wo-!
rans beide stande», ausrutschte. Gleis
sprang herab, war aber t'o ungliicktich,
aus die eiserne Stiickeeines Nosenstockes
zu springen, die ihm das ganze Bein
bis an den Qberleib ausschlinte.
Die «tadt Nem ich wird in
Kiirze zwei Hochzeiten haben. (rs haben
sich verlobt: Herr Vitior Nieder mit
Frl. Margaretha Meyer aus «tadt
bredimns; Herr Echamburger aus
Luremburg mit Frl. Hedo aus Nem ich.
Als der A cf er e r N. H osch e t t
in Hosiugen Kartosseln heimfuhren
wollte, fici er aus Unvorsichtigteit so
unglmflich vom Wagen, das; er nuter
deuselben zu liegeu tam. Tas Fuhr
wert giug ihm über deu Untcrleib.
Tvch ist keine Lebensgesahr vorhanden.
T i e von den HH. Wolss und «in
ner aus Mersch, iu der Nahe des Balm
hoses zu Luremburg crrichtete Industrie
zur Fabrikation von Strohhiilsen zum
(fmpacken der Flaschen steht je-tin vol
lem Betriebe. Bei deu <» in Thatigkeit
sich besindenden Maichiiien iiud monlen
tiiu 1 l bis 18 Arbeiteriuueu beschastigt,
sowie ciu Ausseher.
Bor n. Ter Gesaugdereiu voit
Boru veroustaltete am Freitag Abeud
! (H». Ctt.) ein Fackelzng durch s Tors,
wo es zu dem Hrn. 61 r a seu de ViUers
! giug. «ie brachte» ihm ciu «taud*
I che.i zll 6breu unsers neu ernannten
Burgermeisters Herrn Henri Toukel
i von Herborn.
v
lft reveum ache r. Am 18. 2 tt. !
Abends ist ciu Theil der Behaulung
der Familic Olelhansen-lsrun (Pio) am
Kahlenberg cingeftiirzt.
ist re v e n mach er, 25. 2 ktober. :
Heute wurde der Keller nuter dem
Nathhanse verpachtet. Herr Lt?einto!il
missionar Krowcrath bot 145 Fr.
pro Fahr, Herr Blich 156. daz'n l" pro
l>ent Aufgelv. Ter lftemeinderatl) Hat
sich unter den zwei Leptbtetenden den
Zuschlag vorbehalten.
6schwe ile r. 25. £ft. Am leli
te n «onntag nnd den beiden daraus
solgenden Tagen wurde hier das Kirch
lvcihseft geseiert. Unsere prachtvolle
Kirche war aus das sinnreichste ge
schmnekt. Am «onntag ini Hochamt
war Hr. (ftuillauiue, Kaplan zn ifton
deriiigeu, Festprediger, u. iu der Abend
andacht zu (fhreu der hl. Familie Herr
Moes, Psarrer Zil Berburg. 2cit
voriger Woche ist ciu Beaiuter der
Acterbauverwaltuug hier beschastigt die
uothigcn Bermessungen vorzuuehmcu
behllsS Neguliruug der Bache in uusern
ergiebigen Wiesengruuden. Bei der
am 26. l. M. hier abgehalteuen Jm
mobel-Berfteigerung des Hrn. Hannes
von NoUingen wurden unerwartet hohe
Preise erziehlt. Tas gesammte Areal,
begreifend I Heet. 65,46 Ares Wiesen
uud 7 Heet. 2.6.26 Ares Landereien,
also im Oiauzeu circa 6 Heet., wurde
parzellenweise zugcschlagen siir etwas
mehr denn 12,666 Fr.. was siir deu
Hectar durchichuittlich 1450 Fr. ergibl.
ohue d"ie ausbedungenen 121 Prozent
ttosten der Versteigcruug. Ter Preis
der Wiesen betragt 66 dis 62.56 per
Ar. ohne die K osten. Tas Wohnhaus
ucbst Tependenzien erwarb der Ackerer
B. Schmit zum Preise von 5666 Frs.
—Tas; unsere Molkerei noch iminer in
rechtem «chwunge ist, beweisen zur lfte
ntige nachstehende Zahlen: Pom 11.
Febr. bis 1. Ctt. dieses Zahres sind
verbuttert worden 2636.756 Kilo: da
von wurden au den servic-o oi-i-ieolo
versandt 2615,606 Kilo, wahrend
315,756 Kilo in den Haushaltnngen
verbraucht wurden.
Grevenin ache r. 22. Cftober.
(fi» Trierischer Bier-Nollesar tam die
ser Tage in btschleunigtem Tempo von
Mertert nach Greveilmacher gesahren
und rannte an die «chutzmauer der
Prinz-Pesnrich-Balm, wobei er vom
Bock geschleudert wurde und eine tlaf=
feude, Wuude an der Nase, sowie eine
lerchte Armverrentuug davontrug.
Wormeld ing e n, 26. L kt. Aus
dem jenseitigen Bahnhof Wincheringcn
tamen bieser Tage 16 Fuder 64er Biez
durch Hrn. Handelsmann Kohll-TreeS
zur Bersendung nach Lothringen.
Oberwormelding e n Herr
Burgermeister Pundel vertauste dieser
Tage au Luxemburger Herrn mehrere
Fuder 63er Wein zu 24 Fr. pro. Hotte
j (666 Fr. pro Fuder).
verslossenen Nacht wurden dem hiesigen
Brenuereibesitzer I. Kohl-Frieben im
I Pferdestalle sammtliches vorhandene
j Lederzeug, als Pserderiemen u. s. w.
von boswtlliger Hand mit dem Messer
! zerschnitten.
Gostrngen. Am 16. Cttober
starb hier Die Frau Wittwe Kiesser,
Mutter unsers Herrn Lehrers Kiesser,
78 I. alt.— Auch hier, wo bekauutlich
iu den lekten Jahren recht ausgedehnte
! Neusepungen von Weiilbergen ausge
slihrt wurden, wird die tu Deu nachsten
Tagen beginneude Hauptlese in jeber
Hinsicht nnznsriebenfteUend ausfallen.
Was die Cnuntitat anbelangt, so haben
Friihjahrssroft und spates Abrohren
dieselbe arg reduzirt.
H esperinge n. Am verflossenen
' Sonntag feierten die Hesperinger Kir
mes. Ter Besnch war ein anfterge-
gewohnlicher.
«e nnin ge n. Tank der schonen
Witterung war der Besnch nnserer Kir-
mes ein aufterst reger. Herr Witzel,
Postunternehmer, muhte mit drei Poft
i wagen die 63afte von Nati uud Fern,
von Luremburg uach Senningen sah
! reu.
tzsch a. d. Alz., 26. Oktober.
Aus (6rube Heinzeberg verungluckte
heute Nacht der UOjahrige Oialleriear
beiter Zoh. «tolz aus Kilburg g»'bur
tig. ifr wurde von niederstiirzenden
«teinen getrossen und zur «telle getod
tet.
Nii meli ng e n 16. Cft. tfndlich
ist die weltbekannte, vielbesprocheue und
schon zweimal iiber den Hausen gewor
sene Kirchenbausrage von Rumelingen
zu ihrem Abschlus; getommen. Tie
Berdinggabe der Ardeiten siir den Kir
chenbau iit auf den 27». November sest
gefefit.
Abivei le r. 22. Cft. In dem
Walde des Hrn. Linner von Bivingen.
au der «trahe Bettemburg-Lurcmburg,
sand ein hiesiger Zager, Herr Z. P.
Kahl, der dort dem Waidwerk vblag.
gesteru den Leichnam eines tfrhangten.
Ter «elbstmprder trcigt deutsche Mili
tarunisorm und scheint ein Teserteuer
zn sein. (fr war aUer tfristeuzmittel
bar, doch suhrte er Papiere bei sich. wo
raus hervorgebt, das; er von KonigS
machern geburtig sein soll. Ten Na
lnen konnte ich noch nicht erfahren.
Heu te Nachmittag tam der ledige, unter
dem Namen „de Prenze Monont" be*
kaunte L. Engel, ivelcher hier bei sei
nem Nessen, Hrn. Olement zvohnhast
ist, mit einer Fuhre 6'hausseesteine von
Hesperiilgeii. Am ifingauge des Tor
seS Bettemburg gerieth er unglueklicher
iveise unter die Aader des Wagens und
erlitt einen tomplizierten Bruch des
rechtcn BeiueS.
Tippach. Am 17. Ctt. flojj in
Tippach der Bordeaurwein in «tromen.
Um eines echt naturlichen lftlases dieses
vortresslichen Produktes sicher zu sein,
hatte Hr. Troguist Neiners versuchs
halber zwei Faner Bordeaur - Trauben
erworben (die Trauben zahlen, neben
bei bemertt, kein ifingangsrecht) und
kelterte dieselben d eselben zu Tippach
aus. Mit 1127. Kgr. (Fas; einbegris-
jen) machte er nahezu 766 Liter Bor-
deaurwcin und ivird noch ein erhelui
ches T-uantum Ausguhwein, der iich
zum Tiichwein gut eignct, erzielt wcr
de».
HemSt ba l, 22. Ctt. Am 2ams
tag wurde hier der unter dem Aarueu
..Mulier Fran; befauut»* erzbrave Mul
lcrkuecht Tcvonz, Baler einer zahlrei
chcn Familie, beerdigt.
B e t t d o r s. I>. Cft. Heu te Bor
mitlag war der 66jahrige Muhlenbauer
Wilhelm Pilger aus tumsdorf hier mit
dem Ziistandsehen einer Kleesamcu
uuihle beschastigt. Wahrend der Ar
beit wurde er von einem in Beweguug
beinidlichen Wellbaume ergrissen uud
liiit herum geschleudert. txhe man den
Ungllicklichen aus seiner verbanguiswol
len Lage besreieu konnte, war er todt.
Ter Berungluelte hiuterlaftt eine Wittwe
mit 7, tlcinen Kindern.
Ter au S Bes or t gcbrirtige:
2chreinard Peter, Magazinausseher zu
Bonneweg hatte abends gezecht und fici
nachts aus dem Fenster seiueS Zchlas
zimmers in der Wirthschast 'Ntoi>en-t')il
son. lyr iit schlimm verlept und liegt
im Hospital zu Psasseuthal.
D e r H i l f s b r e m s e r Ttoisel in
Bettemburg wurde zn Ulflingen plon
lich irrstnnig lmd nach lfttelbriick ge*
lzesilhrt.
Wi e se h r es anzurathen ist, die
Ttreichholzchen den Kinder» zu oersper
ren, Hat sich in lfrmsdorf neuerdings
gezeigt. tfinige Perionen sahen Diei e r
Tage A auch durch Fenster und Tach
des Hauses F. N. aussreigen. Beim
tZintreten in dasselbe wurde ihre Ahn
ung bestatigt. Mit einigen tZimern,
Wasser war das Feuer geloscht. Tas
selbe war entstanden im Lchlaizimmer
unter Kleidungsstucken, die zur Waiche
bestimmt bei 2eite gelegt wareu. TaS
sechsiahrige 2olmcheu soll znleut im
Zimmer im Ttilleu beschastigt geivesen
sein. Berbrannt ist auch ein Theil der
Pettstelle.
Z n N i e d e r k o r n arbeitete der zu
Rodingen wohnenoe Bcrgmann Peter
Meyer in einer Oorube. lrin nieder
sturzender 3tciu tras.ihn auf den lin
tea Fus; und brachte ihm derartige Ber
lepiingen dei, das; die Abtrenuung
zweier Zehen vorgeuommen werden
muhte.
Z n d e m zu ..Mehresgrund" isolirt
in Hobscheid gelegenen Wohnhause des
Taglotmers Ltephan Herinann entstand
Feuer. Tas Ltockwerk sowie die an
liegende Lchcune wurde eingeaschert.
Ter Tchaden durch Bersicherung ge
deckt, soll iich aus ungesahr 1666 Fr.
belausen.
I n B o u s bei Remich gerieth das 4
jahrige Tochterchen deS Wegewarters
Peter Leinweber mit einer Haud in eine
Handdreschmaschiue. (fs tam mit nicht
unbedeuteusen Perletzuugeu davon.
!ssch, 27». Ctt. Am gestrigen
Abende zwischen 6 und 11 Uhr wurde
neuerdings in der Wohnung des hiesi
gen Herrn RentnerS A. de Wacquant
in seiner Abwesenheit eingebrochen.
Ter oder die Tiebe erbrachen den 2e*
tretar und entwendeten eine bedeutende
2ilmme baares C'selD, sowie Werth
papiere und «chmucksachen.
I n M a in e r ist die Kirmes gliick
lich verlausen; obgleich das Tors von
Parteiwesen entzwcit, horte doch kein
Mitzton die Feier. Ter Oaeilienverein
trug seine 'chonen Weisen beim Olottes
dienste vor. Pompiers und Union
gaben bei gefulltem Hause in ihren
Lokalen recht gelungeue Theaterstiicke
zum Besten.
In mehr er e n 3tdl le tt zu
Weiswampach ist unter dem Rindvieh
der Milzbraud ausgebrochen und sind
aus thierarztliche Anvrdnung hin die
von der Leuche heimgesuchten Stallen
geschlossen worden.
Te m i n 6ruch te n wohnenden
Handelsmanne Zoh. Waldbillig ist aus
seinem Kleiderschranke eine 2u»ime
Oleldes von etwa 4>>o Fr. entwendet
worden.
A m 2 1. O t t. wanderten 27, ZSg
linge der Anstalt von Marienthal nach
dem heihen Asrika in die Missionen.
Wormeld ing e n. 25. £tt. tfs
stellt sich bei der eben begonnenen Wein
leie hcrauS, das; es im gros;en Ganzen
weniger gibt als man gerechnct hatte.
Bei unscrm ziemlich sleischig gebliebe
nen Riesling werden wir wohl an
nahernd 46 Hotten Trauben zu einem
Fuder Wein brauchen mussen. Bei
einer am TienStag Nachmittag hier
abgehaltenen ziemlich bedeutenden
Traubenversteigerung (66 Parzellen)
wurden ungemein hohe Preise erzielt.
l6emas; Keuner-Schapung konimeu bei
einzelnen Parzellen die betr. Preise siir
l Hotte Most aus 16 Fr. und hoher zu
stehen.
Wasserb ill i g. 16. Cft. AIS
diesen Aachmittag die lfhesrau des
Taglohuers Baumann von hier in
ihrem Kleiderschrank etwas nehmcn
so'!te, gewahrte selbe zu ihrem grvhteu
Lchrecken. das; Feuer in demselben war,
und Leiilwand sur 50 Fr. bereits ver*
tohlt ivar.
.'.K em i ch. 26. Ctt. Zn der Um*
gegeud ist überti ll die Weinlese im
vollen Olattge. Man herbstet an 2tel
len nicht eiuma! | 6rnte. Ter Most
gehalt variirt zwitchen i'»6—7<» 6-rad
Occhsle. Ter PreiS des neuen Mones
ist schon ziemlich herausgeschraubt, iu
dem man 12 Mark siir den Zeutner
Traubeu an Ttellen osserirte. Ties
Zahr jedoch. da die Trauben meisteus
blckhautig und tlein sind, ergibt ein
Zentner Trauben nicht. ivie voriges
Zalir, eine Hotte Weiu 46 Liter, son*
der» etwa :'»6—67» Liter. Bei der
Waht am 21. Ttt. betr. Trennnng
der Burgermeisterei 2in;-Nennig von
Perl, wurde die Burgermeinerei 2in;-
Acunig mit 12 gcgen 6 «timmen
wieder selbststandig.
Bou s, 2'». Ctt. Heu te Morgen
verbreitete sich hier die Tranerluiide,
das; der hiesige sch..
der in der Aahe von 2audweiler aus
seinem Handwerte arbeilete, gesteru
w
vom Tchlage gerilhrt worden und todt
sci. hi!iterlas;t eine Wittwe mit
loKindern. wovon das jiiugste noch
keine 2 Zahre alt iit.
2d) euge n. Hier wurden meti»
rere Fnder Neuen ;n 16 Mari pro
Hotte verkaust. .
Ttadtbr edim u s. (fine Most»
probe, welche Herr Zakob Kirch von
Ltadtbredlmus vornahm, stellte sich
aus 7«> bJiao.
adtgr un d. Am Tonntag,
21. C tt., bcgab sich der l»jahrige Ma»
thias Lsfermann aus Park Mansfeld
mit seiner 2chwester nach der Luxem»
burger Diassabrik. Beide machten sich
an einem Kammrad zu schassen, wobei
dem Knaben das Borderglied des rech»
ten -.eigcsingerS derart mitgenommen
wurde, das; arztliche Hiilse in Anspruch
genommen werden muhte.
2nssen hei m. Am 20. Okt.
Aachmittags entstand, wahrscheinlich
durch 2elbstentzlliidung, aus dem Heu»
boden des PachthofeS „Arsdorferhof",
ivelcher durch den Pachter (frnster
Zohann Baptist bewotmt ist, Feuer.
166,666 Pfund Grummet sol! zerstort
worden sein. Ernster ist versichert.
xS ii .H ass e l starb am 21. Lkt.
Herr Peter Weirich, im Alter von 75
Zahreu. Herr Weirich war lange
Zahre Kii ster der Psarrei Weiler zum
Thurm.
H r. I. P. 2 p a it it, Lehrer in L- l»
lingen, Hat sich mit Frl. Marie Glciie»
ner aus Tiebenaler verlobt. Tie Hei»
rath wird nach Allerheiligen stattsinden.
saar, Moscl, (rifel und HunSruck.
Nitt el, 22. Ctt. Abermals fonb
flcftcrit in unserer Pfarrkirche ein sei»
erliches Pontirikalamt durch den hoch»
wurdigsten Herrn Bischos Hnrth statt.
Nachmittags nach der Vesper hielt der
boch:v'ste Herr Bischos eine Predigt.
Er ertheiltc zum Abschied den bischosli*
chen «egen. Ais Antwort auf die
rulirenden Abschiedsworte des hochtvur*
digsten Herrn BischosS erschoU aus viel
hundert Kehlen das Lied: ..Fest foti
mein Tanibund iminer stehen." Um
Ut)r AbendS vertundete OHorfenge»
laute die «cheidestunde. Ergreisend
siir den Inichaiier war der Abschied
des hochwiicdigsten Herrn Bischofs von
Schwester, Bruder und Berioandten;
aus Seite des Scheidenden heldcnmu»
thiger «tarkmuth, der ihn um leiu
millen die Seinigen verlassen lant, und
auf der aub.ru Seite die Thriinett um
den lieben Bruder und Verwandten,
der als Mrssionsbischos einer schwereu
Zutunft cntgegengeht. Weis; getleidete
Madchen nahinen den Bischos in einen
Kranz, und d>e ganze Gemeinve iiclei*
tete ibu vom Psarrhanse aus bis an
die Masel, wo der Bogen-Durchgang
des Bahndammes sckon geschlniickt 'war.
In sinnreicher Weise war auch die
Ponte, mit der die Uebersahrt gemacht
ivurde, geziert. Tie Ponte mag uoch
uie so schwer mit Menschen beladen
gewesen sein. wie an diesem Abend.
Sobatd sie sich in Bewegnng setzte,
ecllang aus's Neue das Lied:
sott mein Taufbund immer steheu."
Tas ganze Thal hallte wieder vo..i Ole
sange der Menschenmassen hnben und
l druden. Aus der audere» Seite l,atte
sich namlich lung und Alt ous dem
, gegenllberliegenden Luxemburger Torse
Machtum aufgesteUt, um den Schei
denden noch zu sehen. Ein Photograph
nahm die Oiruppe aus beim Ansahreu
an's User. Unter Hochrufen bestieg
der hochwurdigste Herr den Wagen,
mit dem er uach Mertert fuhr, um von
da aus direlt nach Luremburg zu rei
| fen. Bon dort geht die Reise nach
Paris, daun nach Ronl und non Brin
diii aus nach Indien. Als Andenken
! Hat die Oleburts- und Psarrgemeinde
de,n Bischos dei dem Slandchen am 7.
C ttobev einen prachtvoUen goldenen
Kelch geschentt. Aufterdem haben viele
Lente Oietdgcschcnke zn Missionszwecken
! gemacht, und ein geslern wahrend deS
Pontifikalamtes abgebaltener Cpser
gang brachte noch 114Mart ein, welche
dem hochwurdigen Herrn zur Missions
reise uderreicht wurden.
tt ch telsa nge n. Am 16. Ckto
ber vernngluckte der Bergmann Niko
laus Spaniol Ili aus ttchtelsangen auf
der ("Irube Gottelvorn, durch hcrabfal
. lendes Dlestein. Ter Tod trat sosort
ein. Ter Berungluckte wurde am nori--
gen Sonntag zu Dlrabe getragen; er
yintertaht Frau und siins tleine Kinder.
(> ppe lN o rn. .In den am 16.
Cttober hierselbst stattgehabten Biir-.
germeistereiraths-Lipungen der Bur
germeistereicil ifppeldorn und Tirmin
qen wurde deschlossen, einen Gemeinde
tfinnehmer mit dem i. April lc‘Js
gememschastlich und zwar in der Prr»
son des jcnigen KasseiiverwalterS von
Tholen, Herrn B. Mees, anzustellea.
Boltli nge n. Am 17». Qktober
fand man beim Pagen in dem svge
nannten (fhrengrund, uuiuittclbar
beim Tdrfe Fursrenhausen, in derßahe
non Bolllingen die Lelche eines M a li
nes, der sich erhangt liatte, in einec
i jungen Taniientultur. Nach dem An
zuge su urtheilen, gehorte die Persa»
den besseren Ltanden an. Nach arzt
licher FeststeUnng Hat die Leiche schon
lange dort gchaugen.
(6 niche nb a ch. Am 18. Cttober
wurde hier das- '»6jahrige Amtsjudi
la»m des jeht in den Ruhestand treten»
den Lehrers Herrn Lardi) aus Buchen
schachcn gefeiert. Tie Betheiligung
war eine gros.e, besonderS von Seiten
der bollcgen und KoUegiilnen des Zu»
bilars.
Mit rt roßev Best i mthe it
tiitt scit eiitifler ,'Vit ait der Mittel
mosel das Oiciiidit au), do.h die Firma
fremens und Halske iit Berlin mit
dem (%banfen nmgehe, oan BuUay
(ctatiou der Moselbahn) ans eine
eletlrische «tras.enbahn über Merl.
Zeli. Briedel. Punderich, Burg, En
lirch nach Trarbach zn bairen. Tie
Voraibeiien folieii mit uachstem Fruh»
jayre beginnen.
I

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