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Luxemburger Gazette. [volume] (Dubuque, Iowa) 1871-1918, December 31, 1895, Image 2

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2
Der salsche Erbe.
(Fortsetzung.)
Der Wagen war vor drm Hause au
aekommen und hielt am Haupteingange
still. Mr. Gildon offnete nun den
Schlag, stieg hinauS und bot Nelly dic
Hand; diese lies; dieselbe jedvch unbe
achtet und sprang behende auf die brei
ten Stufen de» Pvrtals. Mrs. Jebb
folgte jedvch etwas bedLchtiger, ihrer
jungen Herrin.
Gildon fuhrte feine Mllndel durch die
offene Thur in eine grvhe. prachtvoll
ausgestattete Halle, mit Mosaik-Fnst
bodcn, untadelhaft sein und glatt po
lirt wie Glas. Gildon bffnete eine
Thiir nnd ndthigte Nelly in da» Em
pfangSzimmer, welches von dem Gesell»
schaflszimmer durch einen dohen, wei
ten Bogen, von dem seidene Gardinen
in schweren Falten herabhingen, ge
trennt war.
Mrs. Jebb trat zu ihrer Herrin und
flitsterte:
~Das ist ein prachtiges Gebaude; ich
hatte erwartet, ein gefangnistartiges
Haus zu sinden.."
Nelly's Blick zeigte, dah sie dasselbe
erwartet hatte.
Mr. Gildon naherte sich Nelly eben
falls und sagte lachelnd:
..Meine Liebe, da Sie nominell He
rrin de» Hause» sind und ich in jeder
Weise Ihr Ansehen zu erhohen bestrebt
bin. will ich die Dienerfchaft rusen und
Sie derselben vorstellen. Ich will nur
noch bemerken. dah wir hier keirlen so
grohcn Aufwand machen werden, wie
auf unsern Giitern daheim, weshalb ich
auch nur drei Leute engagirt habe:
einen franzosischen Koch, eine Sicitia
nerin fur dasHauswcsen und einenKut
schet, der ebenfalls ein Sicilianer ist.
Mrk. Jebb wird zu Jhrer Bedienung
genllgen, und ihr Sohn dleibt Ihnen
ebenfalls zur Berfugung. Mein Tie
ner, Bitus, wird das Amteines Keller
meister» und Steward's versehen und
itberhaupt die Aufsicht über daS Ganze
fiihren."
Er ging nach dem Glockenzug, aber
Nelly trat ihm mit einer abwehrenden
Bewcgung entgegen.
~ES ist sticht nbthig, dah Sie den
Koch, den Kutscher und die Haushalte
rin zufammenrnfen, nnd dic ~nomin
elle" Herrin ihnen vorstellen," sagte
sie mit sichtlich aufgeworsenen Lippe».
~lch werde ihre Betanntschaft schon ge
legentlich machen. Jetzt wiirde es mir
angenehm sein, wenn ich mich in meine
eigenen Zimmer zuriickziehen konnte."
„Wie es Ihnen gesallt," entgegnete
Gildon hoflich.
Er zog die Glocke, worruf sogleich
einealtere Frau erschien, mit gelblichem
Gesicht. braunen Augen und schwarzem
Haar.
„MistWilkins,"saqte Gildon. ..die»
ist unsere Haushalterin. welche Jhren
Anordnungen Folge leisten wird. Ihr
Name ist ist "
..Melita," erganzte die Hanshaltc
rin. ..Mist WiltinS' Eomfort wird
erste Sorge sein."
..Dann bringen Sie mich nach mei
nem Zimmer," sagte Nelly ruhig.
Tie Haushalterin warf einen Blick
auf Mr. Gildon und verliest dann das
Zimmer gefolgt von Nelly uno Nkrs.
Jebb. Sie gingen die breite, mit f oft*
bare» Teppichen delegte Treppe hinauf
und kamen in einen langen Eorridor,
wo Melita eine Thllr offnete mit den
Worten:
~DieS sind Ihre Zimmer, Mist Wil
kins. Ihre Sachen sind in dem Toi
lettezimmer. In einer Stunde wird
das Esten auf dem Tisch sein."
Damit zog sie sich zuruck'
~Ties ist wirklich ein hiibsches Haus,
Mih Nelly," sagte Margot freubig.
~Bielleicht Hat Mr. Gildon sich dekehrt
und seine Heirathsgedanken aufgege
den, und dann konnten wir aUerdings
den Winter hier ganz angenehm verle
den."
~Die Billa ist freilich hubsch," ant
wortete Nelly, ..aber sie kommt mir vor
wie ein vergoldetes Gesangnih, liebe
Margot."
Sie trat an ein Balkonfenster, wel
ches eine herrliche AuSsicht über daS
Meer gewahrte; dann defichtigte sie ihre
Zimmer. welche mit allem Eomfort und
init wahrhaft verschwenderischem LuxuS
ausgestattet waren. An ihr eigene»
Schlafzimmer stiest ein tleines Schlaf
kabinet, welches fur Mr». Jebb de
stimmt war.
Diese hatte sich inzwischen mit dem
Auspacken der Sachen zu schaffen ge
macht und ermahnte ihre Herrin zum
llmtleiden.
..Sie wissrn," fugte sie dieser Er»
mahnung hinzu," wie eigen Mr.Gildon
ist und wie grostes Gewicht er auf Klei
dung und Eeremoniell legt."
„Ja," entgegnete Nelly, „sein gan
zes Denten und Trachten ist nur auf
das austere Ansehen, auf den Schein
gerichtet. Wenn ich in diesem Reiseko
stum zu Tisch ginge, wiirde ich bei ihm
viehr Anstost erregen, als wenn ich eine
Eigarre rauchte."
..Welche Farbe wiinschen Sie, Mist
Nelly?" fragte MrS. Jebb.
..Bringe mir ein schwarzeS Kleid,"
antwortete Nelly mit erzwungenem La
chen; ~das pastt am besten zu meiner
Etimmung."
AIS Nelly ihre Toilette beendet hatte,
Irat sie vor ben Spiegel und ein zufrie
benes Lacheln spielte um ihre Lippe»,
welches jeooch nicht im Stande war,
ben Ausdruck innerer Traurigteit ganz
iich zu verdrangen.
„Jch werde mich erst llben mlissen,
ein sorgloseS Gesicht zu machen. ehe ich
hinnnter zn meinem Bormund gehen
kann.," dachte sie. E» wird mir schwer-
Kch griiugen, ein freuudlicheS Gesicht zu
Aus dem Englischen.
heucheln und meine wirklichen Gefuhle
zu verbcrgen."
Sie trat wieder an's Fenster und
blickte gedankenvoll hiuaus aus die See.
AIS sie so eine Weile gestande», mel
dete Geffrey. dast das Essen bereit
stehe.
Nelly bcgab sich in daS Gefellschaft»-
zimmer, wo Mr. Gildon sie empsing
und von da nach dem Speisesaal
fuhrte.
Dieser machte wcihrend des Essens
mehrmals den Bersuch, eine Uutcrhal
tung anzukniipfen; aber stets scheitertte
dieselbe an derMihstimmung des Mad
chens, und endlich schwieg Gildon eben
falls.
Nachdem Bitus das Dessert aufgetra
gen, entfernte er sich auf einen Wint
seines Herrn.
~Jch glaube, Ihnen noch nicht gesagt
zu haben, dah ich ein Paar Pfcrde und
einen Wagen gekauft habe, welche zu
Jhrer unbeschrankten Berfugung ste
hen," begann Gildon wieder. ~Sie
tonnen taglich ansfahren oder reiten, je
nach Belieben. Es gibt hier auch viele
romantische Partiecn zu Fusttouren,
und da Sie Lusi nnd Talent zum Ma
len haben, sinden Sie hier Stoff fiir
Jhren Pinsel genug und die beste Ge
legenheit, sich in dieser Kunst zu vervoll
kommen. Nur musten Sie sich hiiten,
ohue Pegleitung auszugehen; denn
allerhand Gesindel treibt uch ranbend
auf dcr Jnsel umher und Sie tSnnten
eines Tage» die unangenehme Bekannt
schaft eineS solche» Banditen machen.
Mrs. Jebb und ihr Sohn kvnnen Sie
begleiten."
Nelly blickte ibren Bormnnd mit
freudestrahlendenAngen an; seine Worte
klangen ja, als ob er ihr wirklich volle
Freiheit schenken wolle.
Gildon verstand den Wechsel in ihren
Ziigen salsch; er glaubte, dast die Jdee
zu entfliehen von Neuem in ihr wach
werde, darum fuhr er in ernstem Tone
fort:
..Natiirlich werde ich die grbstte Bor
sicht fiir ihre Sickerheit anwenden;
nicht nur Jebb, sondern auch Bitus soll
Sie begleiten."
„Als Spion?" fragte Nelly hastig.
~Sv bin ich hier wirllich eine Gefan
gene?"
~Sie sind Herrin, Nelly: aber es ist
meine Pflicht, Mastregeln zu treffen,
um einem ferneren Fluchtversuch Jhrer
seit» vorzubeugen. Ter Kutscher, der
Koch und die Haushalterin sind auf mei
ner Seite. Ich sage Ihnen die» nur,
damit Sie sehen, dast ich hier Herr
bin und dast ein Enltommen unmog
lich ist."
Er stand auf, bot ihr feinen Arm und
silhrte sie in's Gesellschaftszimmer zu
riick. Hier verweilten sie etwa eine
Stunde. dann zog sich Nelly in ihre eige
nen Gemacher zuriick.
In den nachsten Tagen machte Nelly
den ausgedehntesten Gebrauch von der
ihr gestatteten Freiheit. Jeden Mor
gen machte sie tleine Fusttouren, beglei
tet von Mrs. Jeb, und in einiger Ent
fernung folgten Geffrey und Bitus.
welcher Letzterer einen grosten Hund mit
sich fiihrte. An den Nachmittage» fuhr
sie gewohnlich mit ihrem Bormnnd aus,
zur Besichtigung der meiteren Umge
bung oder auch zu einem Besuch in Pa
lermo.
An einem sonnigen Nachmittage bat
Nelly ihre treue Dienerin, sie auf einem
weiten Spaziergange zu begleiten, da
sie heute zu einer Ausfahrt nicht geneigt
sei. MrS. Jebb willigte sogleich ein
und Beioe machten sich auf den Weg.
Als sie den Orangenwald erreichten, er
hoben sich Geffrey nnd Bitus, welche
auf einer Gartenbank sasten, und folg
ten ihnen. Neben ihnen trabte der
der groste Hund, der stete Begleiter Bi
tus.
..Ich wollte, ich kvnnte diesen wider
wartigen Bitus zwanzig Meilen weit
fiibren," sagte Nelly. einen muthwilli
gen Blick zurnckwerfend. ~Er ist ein
Feind vonßewegung und mag am lied
sten im warmen Sonnenschein liegen.
Ich bin fest davon tiberzeugt. dast mein
Bormnnd sein Gehalt erhbht Hat seit
dem ihm solche Strapazen auferlegt
sind."
~Sie kbnnen gehen, so weit Sie
wollen, Mist Nelly, "erwiderte die alte
Margot lachelnd. ~Jch dente, dast ich
eS mit Ihnen auShalte."
~Jch mSchte wohl wisten, ob Bitus
des NachtS meine Thur bewachen mnst,"
sagte Nelly.
..Ich glaube nicht," entgegnete Mrs.
Jebb. ~Er Hat einen guten Wckchter
vor dem Hause. welcher vollstandig ge
niigt. Ich meine den wilden Hunv,
der uns begleitet. So oft ich de»
Abend» das Fenster offne, fangt das
Thier an zu tnurren nnd spricht in die
Hbhe. als ob er mich zerreisten wollte.
Er umkreis't da» Haus die ganze Nacht.
Gegen Jedermann, auSgenommen Mr.
Gildon und Bitus. ist er wild. Geff
rey Hat strengen Befehl, ihm nichts zu
geben und auch tein Wort mit ihm zu
sprechen. Taglich einmal wird er mit
rohem Fleisch gefuttert, um seine Bos
heit zu erhohen; es wurde ein Wort von
Bitu» gensgen, und die Bestie wurde
un» zerreisten."
TaS Madchen schauderte und sagte:
~Mein Bormnnd Hat sich wirklich
einen guten Wllchter fiir seine Gesange
nen anSgesucht. ES freut mich, den
Eharakler des ThiereS zu erfahren.
So lange jedvch Mr. Gildon mich so
behandelt wie jetzt, dente ich an teine
Flucht."
Leichtsiistig und munter hiipfte nnd
sie weiter, die Kiiste entlang,
dann und wann stehen bleibend, um
ein Segel aus dem blanen Meere, oder
eine malerische Partie zu
betrachten.
Nachdem sie etwa eine Meile zurirck
gelegt hatten, kamen sic in ein lleines'
Fischerdorf, besten Bewohner neugierig
die Kopfe auS den Fenster» streckten,
vder gruppenweise sich vor den Thiiren
sammelten, um die junge hiibsche
Dame, die sie mindestens fiir eine Her
zogin hielten, mit ihrem Gefolge zu
sehcn. Nelly gruhte die Frauen freund
lich, sprach hier und da ein scherzhaftes
Wort mit den Kinder» und passirte so
seelenvergnugt das Dorf. Als sie das»
sclbe hintcr sich hatte und auf einer klei»
nen Anhohe sich befand. sah sie in eini
ger Entfernung die Hohen und Felsen
des Eap di Gallo.
~Diese Felsen miissen wir ersteigen!"
rief das Madchen jubelnd. ~Welche
herrliche AuSsicht werden wir dori ha
ben, welch' prachiiges Panorama wird
sich unsern Blicken entialteu da oden in
der klaren Lusi! Bist Tu auch mude,
Margot?"
~Nicht iin Geringsten, Mih Nelly."
entgegnete Mrs. Jebb; ~ich konute
bis an das auherste Ende des Caps
gehen."
Bald waren sie am Fuhe des Fel
sens, und schnell war dieser erstiegen.
Sie besanden sich auf einem einsa
men, kahlen Platea», auf dem nur
ein einziges HauSchen, umgeden von
einem Wintergarten, stand, und in des
sen Nahe auf einem Wedepldtzchen einige
Ziegen graj'ten.
Dies war das Hauschen Tomaso Vi
cini'» nnd daS gegenwartige Asyl Guido
Harrington's.
Eine Wcile detrachtete Nelly das
Haus, dann lieh sie den Blick langsam
iiber die bezanbernd jchbne Landschaft
schweijen; aber langer ruhte er aus dem
alteri grauen Monti Pellegrino, auf
desien unterer Terrasse durch iippigeS
Griin ein weiheS Haus schimmerte
die Billa Bella Bista. Nelly setzte sich
aus einen Felsblock nnd gab sich ganz
dcr stillen Freude hin über die Schon
heiten ringS um sie her. MrS. Jebb
setzte sich neben sie und VituS, der in
zwischen ebenfalls den Felsen crklom
men hatte, warf sich verdriehlich nieder
auf daS Gestem. Geffrey ging lang
sam hin und her, innerlich vergnugt
über den Aerger des Ersteren.
~Jch will in daS HauS gehen, um
mir eme Erfrifchung zu holen." sprach
Nelly, das lange Schmeigen brechend,
~denn ich bin sehr durstig. Willst Du
mit mir gehen, Margot?"
M i diesen Worten erhob sie sich und
hiipste dem Hause zu. Doch kaum hatte
sie einige Schrille gethan, als sie nach
schon wieder stehen blieb und eine
dunkle Nothe ein Zeichen von Berle
genh.it ihr Gesicht iiberzog. In
einer Entfernung von kaum zwanzig
Schritten sah sie namlich, auf einem
Felsen sitzend, einen junge» Mann, mit
einem so hiibsche» Gesicht, wie sie noch
niemals gesehen zn haben glaubte, uno
mit Augen, so tief blau, wie der reine
Himmel iiber ihnen und das Wasser da
unten; und diese Augen waren auf sie
gerichtet so traurig und sorgenvoll,
als mochten sie sich am liebsten fur im
mer schliehen.
~Es ist ein Tourist," dachte das
Madchen. ~Wie niedergeschlagen er
aussteht."
Einem plbtzlichen Jmpuls folgend,
nciherte sie sich dem Gentleman und
fragte, ob in dem Hause Ecfrischungen
zu haben seien.
Der Gentleman. welcher kein Ande
rer, als Guido Harrington war, erhob
sich und beugte sich mit ver ihm ange
borenen Hoflichkeit indem er in seiner
Muttersprache antwortete:
~Jch weist nicht!"
Nelly» Gesicht lenchtete auf vor
Freude.
..Sie sind ein Englander?" fragte
sie hSflig. ~Jch dachte mir's gleich, als
ich Sie sah!"
Sic hielt ein und errSthete von
Neuem über ihr ungestitmeS Wesen,
dann fuhr sie ruhiger fort: ~Ents
chuldigen Sie. Ich bin schon seit
einigen Monaten von England fort und
es scheint mir ganz austerordentlich,
einen meiner Landsleute in diesem
fremden Lande zu sinven."
Guido sah sie mit freundlichem Ernst
an. Sein schdnes Gesicht zeigle jetzt
teine Spur von Geistesstorung, nnr et
was Melancholisches, ein tiefer Ernst
lag in feinen Zitgen. Doch er antwor
tete nicht auf Nelly s Anrede.
Nelly wanote sich, offendar beleidigt
über das sonderbare Schmeigen Guido'S
zum Fortgehen um; Guido aber erfahte
ihr Kleid und rief mit fchinerzerfullter
Stimme:
..Gehen Sie nicht fort. fchSne Lady!
Bitte, bleiben Sie hier!"
In diesem Augenblick kam Frau Vi
cini, welche vom Fenster aus der Frem
deu zugesehen hatte eilig gelaufen uud
sagte hoflich:
..Wollen Sie nicht iu's Haus kom
men, Signora? Alles, was vaffelbe
aufzubieten Hat, steht zn Signoras
Diensten. Entfchuloigen Sie, dah der
arm Englander auf Ihre Fcage nicht
antwortete. Ers pricht nur wenig."
~Er ist ist er krant?" stammelte
Nelly iiberrascht.
~Ja, Signora!" seufzte Frau Bi
cini. ~Er Hat eine unheilbare Krank
heit —da im Kopfe! Sie verstehen,
Signora!" und sie zeigte mit dem Fin»
ger an ihre eigene Snrn, um ihre Worte
begreiflich zu machen.
„Toch nicht wahnsinnig?" fragte
Nelly mit Euti^tzen.
Guido seufzte und setzte sich wieder
auf den Steiu, vou dem er sich soeben
erhoben hatte.
..Er ist nicht wahnsinnig das
heiht nicht tobsuchtig," erftdrte Frau
Bicini; ~aber er ist. wie Sie ihn sehein
Er ist fanft wie ein Kind, und so
freundlich uud ruhig der arme Eng
lauder! Er spricht fast gar nicht uud
weiht auch nichts über seine Bergaugen
heit; er erinnert sich nicht einuiat seines
NamcnS!"
..Aber wa» thut er hier?" fragte
Nelly;,,und wie kommt er Ijmfvr?"
Kuxernbuvger Gaxette.
~TaS will ich Ihnen erklciren,"
sagte Frau Bicini, und sie erzyhlte nun
die ganze Bcgebenheit, von dem Sturm,
von dem Aufsindrn dcr Berungluckten,
von dcr Generositat des vornehmen und
reichen Freundes ihreS Schutzbefohle
nen, von den Bemuhungen und dem
Giitachten des beriihmten Dr. Spezo—
AUeS mit der grdhten Weitfchweisigkeit
und mit Berllcksichtignng der kleinsten
Umstande.
Wcihrend der ErzShlung hatten sich
NeUy's Augen mit Thranen gefiillt; das
Schicksal ihres LandSmauneS ging ihr
zu Herzen.
„Das ist schrecklich!" sagte sie, als
Frau Bicini schwieg.
~Ja, es ist schrecklich!" wiederholte
diese.
~Haben Sie an seine Berwandten
geschrieben?" fragte das Madchen.
~Er Hat teine Berwandten, Sig
nora."
„Wie, feine Berwandten?" fragte
das Madchen verwundert. ..Und wer
war der andere Englander?"
~Ein grotzer englischer Mylord. Sig
nora. Dieser jnnge Mann war sein
Neisegesellschafter nicht sein Lakai,
Mylady, sonbern sein Freund und Ge»
sellschafter. Des Myloros Name war,
glaube ich, Harlingoni. Er Hat grost
miithig fiir feinen Freund gesorgt; aber
dieser ah nicht so viel, dah eS fur einen
Bogel genug ware. Zch furchte, er
wird bald sterben!"
„Uud er weih feinen eigenen Namen
nicht?" fragte Nelly bewegt. ~Wisten
Sie ihn?"
~Ja, Signora, es ist ein fremder
Name Ferdinand Brander."
..Ferdinand Brander!" wiederholte
Nelly nachdentend. ..Das ist ein beut
scher Name, ein sebr einfacher; und
doch sieht der junge Mann so vornehm,
sei.i und edel aus."
~DaS sage ich auch. Signora! To»
maso, mein Mann er heistt Tomaso
Bicini und ich Teresa finDen sein
Ausschen viel vornednier als vaS seines
Herrn. Aber das ist so in der Welt:
Jener Hat rang und Bermogen und die
ser Hat die Schdnheit."
„Und er Hat keinen Bater, feine
Mutter, feine Geschwister, keme Braut
und feine sonstigen Angehorigen, welche
ihn zn sich in die Heimath nehmen
tbnnten?"
~Nein, Signora! und noch mehr, er
Hat nicht cinmal eine Heimath."
Nelly fiihlte ihr Herz noch mehr zu
dem Ungliicklichen hingezogen; sie er»
fahte mit der rechten Hand diejenige
Guido's und strich mit der linten fein
weiches, duntles Haar.wobei sie vor sich
hiumurmelte:
..Armer, armer Berlasteuer!"
Guido streichelte ihre Hand und wie
derholte Itife feine fruhere Bitte;
..Schbue Lady, verlasten Sie mich
nicht!" *
~Er Hat Zuneigung zulhnen gcfaht,
Signora!" sagte Frau Bicini, welche
die englisch gesprochenen Worte Guivo's
nicht verstanden hatte. „Er ist ge
wohnlich furchtsam vor Fremden: denn
sobald er Jemanden kommen sieht.
zieht er sich in's HauS zuruck. Als
der Toctor ihn nicht mehr besuchte,
fand ich eS fur rathsam, die Hlllfe des
HimmelS fiir ihn anzurujen. Ich
ging mit ihm nach dem Monte Pelle
grino und nach der Grotte ber heiligen
ittosalia; aber eS Hat ihm nichtS gehol
fen. DaS Schlimmste ist," fugte sie
gedankenvoll hinzu, ~datz er, nach der
Aursage deS Tottors, ein laugeS Leben
haben wird."
~Ein trauriges Loos, ein solcheS Le
ben unter Fremden. fern von feinem
Baterland!" sagte Nelly. ~Wenn Sie
es erlauben, Signora Bicini. werde ich
manchmal hierher kommen und das
traurige Dasein deS armen Menschen
etwaS zu erheitern suchen.. Er scheint
Bertrauen zu mir zu haben. uud viel
leicht gelingt es mir, deu Nebel, der
feinen Geist umgiedt, zu zerstreuen.
Ich wohne in der B>l!a Bella Bista,
suhre ein miissigeS Leben, und wenn
Sie mir erlauben, den Unglucklicden zu
besuchen. kanu ich doch wenigsteuS ei
waS GuteS in der Weit thun."
~Der arme Englander scheint Ihnen
sehr zngethan zu sein/" entgegnete
Frau Bicini. ~Es wird ihm wohl
thun, wenn Sie ihn recht oft besuchen,
und der Himmel wird eS Zhnen ver
gelten."
„Ich werde kommen!" sagte Nelly
mit einem ernsten, mitleidigenßlick auf
Guido. „Ia ich komine!"
Frau Bicini holte eiuige Fruchte ans
dem Hause, und nachdem sich Nelly
daran gelabt, trat sie den Niickioeg an.
Guido folgte ihr und bat. sie mSge
ihn nicht verlasten. Seine Wdrterin
aber hielt ihn zuruck uud ertidite ihm.
dah die Dame wieberkommen werde.
. Als Nelly am Fuhe deS FelsenS an
getommen war. sah sie sich nochmals
um. Ta stand wirttich der arme Un»
gliickliche uud schaute ihr sehusuchtig
nach. Mit Thranen in den Augen
wandte das Mavchen sich rasch um uud
setzte den Heimweg fort.
„Jch glaube," sagte Mrs. Jebb et»
was bekitmmert, ~der Zrrsimnge ist
sterdlich iu Sie verliebt. Welch, ein
wuuderliches Abenteuer!"
„Tu weiht, Margot," antwortete
das Madchen, ~dah mein Kopf roman
titchen Jdeeu nicht besonders zuganglich
ist; aber es scheint mir, als oo der junge
Mann mir mehr als ein Fremder
wdre. Es kommt mir vor, als ob mein
Leben mit dem seinigen in irgend wel
chem engen Zufammenhange stllnde."
Mit diesen ernsten Gedanken de
schastigt, schritt sie schweigend vorwarts,
und neben ihr Mrs. lebb, ebenfalls
schweigend, aber mit ganz anderen Ge»
danken, erfullt von Bejorgnih fiir ihre
verrin.
6.
Der lrhte Bruch mit der Bergangen
heit.
Ferdinand Brander war in Mar»
seille angetommen und hatte sich in
einem Hotel ersten Nanges einlogirt.
Er sah bleich und anaearisfen aus uud
feine Augen waren unruhig. Es schien
als ob schon jetzt eine gewisse Angst und
,Qual feine Seele driickte, obmohl sein
Benehmen kalt, stolz und herrisch war.
~Jch bin nicht im Stande, heute wei
ter zu reisen," sagte er. als er sich in
dem ihm anqewiesenen Zimmer befand,
~darum muh ich eS nur hier bequem
machen. Ich bin ganz erschSpft; der
Schisibruch Hat mich mehr angegrif»
fen, als ich dachte. Es wird eine Woche
vergehen, ehe ich wieder ganz der Alte
bin, und in meinem jetzigen Zustande
darf ich es nicht wagen. mich zu Har
rington Hall einzufiihren. Kami ich
mich auch jnicht so hiibfch und frisch
machen, wie Guido es war. so muh ich
mich doch in meiner besten Berfastung
und in memem besten Aeuhern praseu»
tiren, um einen gllnstigen Eindruck zu
machen."
Er zog die Glocke und warf sich auf
ein Sopha.
Der Kellner e> schien.
..Bringcn Sie mir eine Flasche Bor
deaux und etwas zu essen!" besahl
Brander wiirdevoll, und dabei warf er
dem Kellner ein Geldstiick zu, welches
dieser geschickt ausfing.
„Sonst noch etwas, Sir—Mylord?"
fragte der Kellner.
~Nein ja! Bringen Sie mir
Schreibmaterial!"
Der Kellner entfern'e sich, kehrte aber
bald znrilck mit der Flasche Bordeaux
und dem Schreibmaterzal, stellte beides
auf den Tisch und meldete, dah daS
Esten sogleich fertig sein werde, woraus
er sich wieder entsernte.
Brander war so miide, dah er sich
nicht regen mochte, deshalb blieb er
ansgestreckt auf dem Sopha liegen, dis
das Esten vor ihm stand, dann richtete
er sich auf, schenkte ciu GlaS Lordeaux
em uud leerte eS bis auf den Grund.
„AH, das gibt neues Leben!" rief
er aufathmend. ~Tas wird mich star
ken zu der Arbeit, welche ich vor mir
habe! Es ist keine angenehme Sache,
solche Briefe zu schreiben. wie ich noth
wendig schreiben muh, um mein Werl
zu vollenden."
Wieder zog er die Glocke nnd befahl
dem eintretenden Kellner, das Geschirr
fortzuschaffen. Nachdem er wiederiNn
allein war, riickte er einen Ilein Tiich
nnd einen Stuhl an'S Fenster und be
gann feine Arbeit. ZunSchst zog er
Guido'S Tagebuch aus seiner Tasche,
welches in Leber gedunden und mit
einem kleinen Lchloh versehen war, zu
dem der Schliistel an der Uhrkette sich
befand. Brander batte Guido oft das
lunstvolle Schloh osineu uud schliehen
seheu, darum gelang ihm das Oeffnen
beim ersten Bersuch, und Guido's Tage
buch, welches derselbe wie ein Heilig
thum vor ben Blicken Fremder — selbst
vor denen BranderS beivahrt hatte,
lag nun offen vor den Augen deS Betrll
gers.
Sorgfaltig studirte er Guido's Hand»
schrift, und diese nachahmend, begann
er zu schreibeu:
..Mein lieber Bater!" Er hielt nach
diesen Worten inne und ein Frosteln
durchlief feinen Kbrper. Nach einer
Weile fuhr er im Schreiben fort, den
Empfang des Briefes Sir Harry Har»
rington'4 desiaiigend. welchen er in
Eagliari erhalten; dann ging er liber
zur Schildernng der Reise von Eag
liari nach Palermo, beschrieb ausfiihr
lich den Sturm und den Schisibruch,
bei welchem die Schisismannschaft er»
trunken sei und fein ..armer Freund
Ferdinand," eine Gehirnoerletznng er»
litten habe, welche ihn zum vollstandi»
gen und nnheilbaren Jrrsinnigen ge»
macht, weShalb er ihn in der Nahe
Palermo'» habe lasse» musten. WaS
ihn selbst betreffe, so sei er voller Wun»
den und Ouetschnngen und so trank,
dah er nur langsam feine Heimreise
fortletzen kSnne, unzweifelhaft werde er
aber innerhalb acht Tagen zu Harring
ton Hall einzceffen. Bon PariS auS
werde er den Tag seiner Ankunft tele»
graphisch anzeigen.
Nach einigen zartlichen Worten. in
denen er feine Sehnsncht nach feinem
Bater. nach seiner Gespielin aus semer
Kiudheit und nach der lieben allen Hei
math auSsprach, unterschrieb er diesen
wohldurchdachten Brief mit dem Na»
menszug ~Guido Harrington."
~Jch darf mir mohl schmeicheln, dast
dieser Brief vortrefflich gelungen ist."
murmelte er mit wohlgefalligem
Lachelu, iudem er den Brief faltete und
siegelte. ~lch kenne Guido'S Hand
schiift und Namenszug genau und
mochte darauf sch.vSren. dah Feder die
sen Brief aIS von Jenem selbst geschrie
ben erkennen wird. So. damit bin ich
fertig." fugte er hinzu, als er den ge
schlosteuen Brief zur Seite legte; „und
nun zu dem andern."
Dieser audere schien verhltltnistmS»
tzig viel schwieriger zu fein, denn Bran
der wurde unruhig, stand auf und
ging aufgeregt im Zimmer hin und
her.
~ArmeS Gefchbpf." murmelte er.
„Jch fiirchte, der Schlag wird sie ISo»
ten. Doch icl. faitn nicht mehr umkeh»
ren, und wenn ich eS tSnnte, so wurde
ich es doch nicht thun!"
Er blieb stehen. trat dann wieder an
den Ttsch und setzte sich, indem er fort»
fuhr:
„ES musi geschehen! Sol! ich die
besten Ehancen, die je ein Mann hatte,
einer blohe.i Seutunentalitat wegen
anfgebnng? Nein, niemals! Und
nichts soll zwischen mir und meinen
glanzenden Anssichten stehen!"
NochmalS studirte er forgfaltig
Guido's Handschcift, dann begann er zu
schreiben:
~Marseille, am 17. Nov. 18—.
Madame Fanny Brantsr!
Mit der grSsiten Aetrirvnih mache ich
Ihnen die schmerzliche Mlttheilnng, dah
Ferdinand Brander in der Nacht vom
11. auf den 12. dieses Monats bei
einem Schiffbrnch an der sicilianisch.m
Kitste uingekoinmen und fein Leichnam
biS jctzt nicht aufgefunden ist.
Die Einzelheiten will ich Ihnen in
Folgendem knri > '-n
Brander war seit einem lahre mein
Freund und Reiscgefellschafter, in wel
cher Eigenschaft er mich anch auf einer
Tour nach Corsila und Sarvinien be
gleitete. In Eagliari erhielt ich einen
Brief von meinem Bater, Sir Harry
Harrington, der mich nach England zu»
rnckrief. Diesem Ruf folgend, trat
ich sogleich die Ritckreise nach der Hei»
math an, und wir benutzten ein kleiueS
Fahrzeug, um Palermo zu erreichen,
von wo aus wir am 13. mit dem
Dampfschiff nach Marseille fahren woll»
ten.
AnfangS ging die Fahrt gut, und
das Wetter war ansgezeichnet; am
Abend jedvch erhob sich ein furchtdarer
Sturm. Eapitdn und Manufchaft ver»
loren ihre Geistesgegenwart und so
schwebten wir in der grdhten Gefahr.
In dieser verhangnisttiollen Lage, wie
von einer Borahnung ergriffen. sagte
Ferdinand zu mir:
..Wenn mir etwaS zustosien solite.
Harrington. so geben Sie Fanny
Brander in Munchen Nachricht von
meinem Schicksal. Ich fiihle mich selt
sam bettommen. Dergessen Sie meine
letzten Lvorte nicht!"
Es waren wirklich feine lehten
Worte. denn in demselben Augenblick
wurde daS Schisi auf einen Kelfen ge»
schleudert. dag es zerbrach. und Capi»
tan, Manufchaft, sowie Brander und
ich von den Wellen fortgerisien wur»
den.
EtwaZ sviiter wurde ich an'S Ufer qe»
spittt und daselbst in bewuktlosem Zu»
stande von sicilianischen Fischrrn aufae
funden; diese drachten mich >n ihr HauS
und suchten die qauze Nacht und den
foltzenben Morgen nach ven anderen
BerungUickten, doch — von
den fiinf Personen. welche sich an Bord
deS KahrzeuqeS defunden hatten, war
ich altem gerettet.
So schwach und elend ich mich auch
siihtte, war eS mir doch nicht moglich.
mich Idnaer an dem Orte, wo die
fiirchtertiche Katastrophe sich
aufzuhalten. weShalb ich am andern
nach Palermo ging und mit
dem nachstrli Dampfer nach MarfetUe
fnhr. Bor kaum zwei Stunden kam
ich hier an und werde noch heute meine
Reife nach England fortfetzcn.
Ich weist nicht. wie Sie mit Ferdi
nand Brander verwandt sind, aber ich
welg, dah Sie fein Schicksal nicht mehr
detranern konnen, als ich. denn er war
mein bester und ich liebte ihn
wie einen Brunder. Sein Biid wird
in memem Gedachtnig eingepragt blei»
bis an mein Ende.
Nun habe ich nur noch EinS hinzu»
zufUqen. Ich vermuthe, dah Sie an
Kerdinand Brander eine Stuhe verlo
ren haben, darum ditte ich Sie in fei
nem Ramen, die Huudert-
Pfundnote aIS von ihm tommend anzu
nehmen und jcderzeit, foliten Sie
Hiilfe nSthig baben, sich an mich zu
wenden. Es wird mir zur besonderen
Befriedigung gereichen. BranderS Ber»
wandten in umfaffendster Weise behiilf»
lich zu fein.
Schlietzlich empfan-ien Sie die Ber
sicherung mriner innigsten Theilnahme,
meine liebe Madame Brander. Mit
Ihnen weint tiefdetriibt der Ih.iae
Guido HarrinAton."
AIS er den gestohlenen Ramen nnter
den Brief setzte, athmete er tief auf, in
dem er sagte:
„So. auch daS ist Kethan, uud der
arme Guido Harrington selbst kSnnte
bie Sache nicht besser gemacht haben.
Ter Brief ist ganz in Guioo's Styl,
edel, warm und freigebiq. Wie schon
ist eS doch, wenn man Hundert-Pfuno»
noten herumwerfen taun, aIS wenn eS
SchiUinge waren. Der Brief verrath
nicht, wo das fich ereignet Hat,
und. waS die Hauptsache ist, fi e biti
ich los!"
Er faltete den Brief, steckte ihn in ein
Couvert, schiost dasseibe und schried
darauf die Adrrsse:
„Madame Fanny Brander, Miln»
chcn, Baiern."
Er ftedtte die Briefe in die Tasche,
nahm feinen Hut und ging hinauS bie
Strahe.
„So endet der letzte Akt im Leben
BranderS. Mcine Ber
qaugenheit ist todt und ich habe soeben
oie letzten Steine auf ihr Grad gelent.
Ich bin nun wirttich Guido Harriug»
ton.^
Er schritt langsam dem PosigebLude
zu. gad daselbst die beiden Briefe ab
und fling dann in fein Hotel zuruck.
In feinem Zimmer angetommen, qad
er sich dem Studium deS
hin. welcheS zur Durchsiihrunr, seiner
neuen Aolle von der grdtzten Wichtig»
keit war.
Er finfl auf der ersten Seite an, welche
von Guibo am Tage des Antrittrs fei
nes ReifejahreS qeschriebeu war. aber
nur die Zeit der Bbreise und einige ne»
benscichliche enthielt.
Auf ber zweiten Serte war daS Zufam»
nientreffen Guido's mit Brander in Ba»
den deschrieven, weiterhin fandrn sich
und Aufpielungen auf
Sir Harry. die schone EUa Bamfield.
auf die alte Dienerfchaft de 4 tzaufe»,
auf die Nachbarn und feine Bewohner.
ES waren Notizen und Betrachtun»
aen. wie sie nur ein Mensch von ehr
lichem, grabem Eharakler zu schreiben
im Stande ist. Branver war geriihrt
von ber hiiufigrn frruudiichen Erwah>
nung seiner eiqenen Person und drach
endlich in die Worte auS:
„Warum muhte er feinen Berstand
verlieren? Wenn er noch der alte Guibo
ware. hatte ich uicht feine Nolle
zu spielen, denn er tzhaite hmreichend
fiir mich gesorgt. Doch nun ist es zu
fpat!"
Er lffltc daS Bnch bei Seite zog ein
Packet Briefe aus der Tasche. Die mei»
sten dieser Briefe, mit Seemasser ge»
tritntt und theilweise deinahe unleser
lich wuren von >vir Harry,
die ttbrigen von EUa.
(Fortsetzung folgt.)
Die Natur bewegt
sich im Kreise
und bezleht aloh dies ateh auf deq
menschlicben Organismus. Outes Blut
giebt gute Verdauung. waehrend guta
Verdauung Msterial luar xeiebea und
Reines Blut
liefert. Das Blut relch an Sauerstotf
und rothen Kaerelohen liefert dem
Magen snemmtllcbe Bestandtheila*
rurgruendlicben AsslmilirangderNab.
rung, welcbe dem Koerper nbtblg ist
um gute Gesundbeit au verscbaffen
waehrend armes, duenues, aohwachea
Blut, Bchmer/*» uud rfrankhalten
verursacht.
Hood’s
Sarsaparilla
Relnlgt, belebt und berelebert dtt*
EI at und giebt daher volllcommena
Verdaaung uud vollkouiniene Ge
saudheit.
Eiaes Knaben Leben gerettet.
Worte icoennen nicbt volllcommen be
aohrelben, was Hood’a Barsaparllla
fuer meinen Sohn getban bat. Er
batte seit seiner Klndheitan Blutver
gifianr gelitten. Wir versuebten viela
versobfeaenen Medizlnen. Aerata
gaben lbm Arznel, aber er warda
acblimmer anstatt beaser. Wir kauf-
ten eine Fluche von Hood’» Bar«apa
rilia, and ala er aie fenommen Latte,
betanderalcb etwas beaser; nacbdem
•r cwel ((ennmraen, hatte er an Qeeund
beit uud Kralt gewouueu. and aecba
Hood’s SL Kurirt
Flaaoben macbten lbn an eiuem etar
ken and geeanden Jangen. Ee iat jetzfc
Kwel Jabre ber aeltdem er die letata
Flaaobe von Hood’a Barsaparilla ge
nominen und ist aeit Jeuer Zeit ala
Krankheit nloht wieder ersohienen
und er ist ulcht eiuen Tag kranlc
geweaen. Hood'a Ist ein Secren (br uus
gewesen, uud wir glaaben, aasz es an
seres Sobnea Leben gerettet hat. Mos.
Dolly E. Fobtnby, Ivy, Miasouri.
Ba*4’i Pillea slnd handgemacht and
comxuea In fioputiun und Aiuehon. LLa.
<gtn»a» Nr«"!
(Oliiljlrtmpcn
mit
flcinen rothen GlnskugelL
fflt den
Altargedvauclf.
Bremien Nerosene-Oek.
BiUig uttd nuylich.
C. ff. Litti e, Bruce «L Co. f
637—645 Main Str. Dubuqus, la.
Es ist fein Bicr^E^-
aber ein guteS GetrLnf,
da,
•«m «Uvjten smpfohlsn wird
> und sich
auch nach dem An stich
lSnaere Zeit HLlt und stet, fcj>t IchmaL
hast und nahrhast,st. aamltch:
- - Veustee ’* Ale, - -
Talselbe eignet sich brsonder, fiir d»H
Hau«>j«vrauch und ist ,n allen beitedi
aen Quanmar.n i, Flasch, a and
tn FSssrrn zu haden.
Dejithet denlrlben von
E. C. PEASLEE'S
ALE and PORTER BREWERY,
Eckeder 4. und Jowa-Stratze. Dubuque.
Tfnent f flr Vabst» ajltimicfet-»i«r: .Bole*
und .frtoct* Alascheab.»,
wird ou{ prumpt genesert.
Telepho» 1»«.
Glasmalerei u. Glasbrennerei.
Figureu- und Mosaikfenster
f a r
Kirchen nnd siffentliche Gebaude.
»«*.«. Mts«, «17 ». wasytnjto» Str.. Etztcara
Jacger, Lang L Co.,
(Nachsolger von Jaeger L «homber»)
GrohhLndler in
Weiucll und Liqueure».
Mainstrahe, zwischen 4. und 6., Dubuque.
f V., >OMW OYAV.YO von VHtWW
\ OT °' AVtw \nvo\m «xtvou
W.UviturnW
WmTKLOERr
Airchen - Maler,
926 Allen Ave.. ST. LOUI9, MO.
Potvchtom.tiU uus -nerzotoen oo» «mi ut» uatz
Uuarea.
Tie (kxanthematische Heilmethode.
<auch BaunsHetdttlmu» geaanat.)
Sicdeir i»r u.,e straiiklieiten.
Eowohl det srisch entstanbenen al» det alte, (Arortk
Klcbrn» x*<ioen, cu aitu JJUoijuuu uus itatn tcoi
rdoira dasen. tunn mun o,e>e i-eilntttel al, le-teo
ettunge-llnler nnt anwensea. Lanienae
Von araiiten. oi« ouu den Kerztenuu geuede» wuraem
daben durch die
tct, undollllze GesnudheU mati t flaajl uiinde»
lunata ttbtr die wunacr.aren tturen dteier leaetttrA»
lten ideNmethode. >owte du ndttu;» «nteituna itf
Selbstbehandlung alter straukhetteu. ft.rdet mau t«
meinem Lehrvuche (Id. «ust..SWL. startiniedergelegt.
i fcituuuiuoc toutulare tutiota poilolui
laiibt
John Llnden,
EpNialarzt der Exastyemulrschen Heilmetdod»
liranivr >V alevetund, Ohi»
e. i,ice uud Wosuung: 043 Urv,p«ct «ir.
Mau hute,ich oor .valschungen uud faischea
Anpttisuugeir.
L. A. Rhomberg & Son.
SroKVdndler mtt
Weinen und Liqueuren.
LouLell LvutQoLY
KSI Maiustrabe, Dnvu.,»,e,Z««

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