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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, July 01, 1915, Image 1

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A9- Z. M. Davtuvort, Za.
Me gehen an der ganz
Zaribus gibt es schristlich, daß die Deuts
wjirdch.Z"'
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Der Krieg.
^(leicht gefagt), denn ohne dieses
der Friede unmöglich."
'„"Mt f^sköiu Äerträudn in die MÄ-'
^^öpfliche Stärke Rußlands, erwarte
ich, daß die Regierung und die öffent
lichen Anstalten, die russische Industrie
und alle treuen Söhne des Vaterlan
des, ohne Unterschied der Ideen oder
Klassen, harmonisch zusammenarbeiten
»verdtn, um die Bedürsnisse unserer
tapferen Armee zu decken.
„Dies ist das einzige ui:d daher na
tionale Problem, welchem alle Gedan
ken des geeinigten Rußlands gewidmet
sein müssen, das unbesieglich in seiner
Einheit ist."
3 0 a
Antwort auf die glänzenden austro
deutschen Siege in Galizien ist ein Ge
setz, welches eine Munitionkommission
ernennt, die ermächtigt ist, unbeschränk
te Summen zu verausgaben und wel
che unbeschränkte Gewalten über alle
Privatindustrien im ganzen Reiche er
Z^lten 7)at.
MS
3 0
haben einen allgemeinen Rückzug von
der Weichsel und dem Distrikt Zamosc,
südöstlich von Lublin in Russisch-Po
len, begonnen, wie der heutige offizielle
Bericht vom deutschen Generalstab bi
sagt. Folgendes der Wortlaut derVer
össentlichung:
Bon der W st 0 t: In der Ge
gend von Arras gab es gestern keine
feindliche Operationen von größerer
Wichtigkeit und ein feindlicher Vorstoß
i?n „Labyrinth" wurde abgefchlagen.
In den Maashöhen, westlich von Lcs
Eparges, hat der Feind seit dem Abend
des 26. Juni beständige Versuche ge
znacht, die ihly abgenommenen Stel
lungen-Mederzunehmen, aber alle sei
?,e Anstrengungttl waren vergeblich.
Gestern unternähW er vier wüthende
Angriffe, d^e älle flnt schweren Verlu
sten abgewiesen würden.
Von der Ostfr 0 nt: Von der öst
lichen Kriegszone (Nordpolen undRuß
lflnd) ist nichts Neues zu berick)ten.
Im Südosten machen unsere Angrif
fe mls den Gnila Lipaflutz Fort
Mxitt, Oestlich und nordöstlich von
KeMerg ist die Lage unverändert.
..Zwischen den Flüssen BUg und
Weichsel haben die deutschen und östr.
Struppen die Distrikte Belz, Komanow
ulnd Zamosc erreicht, sowie den nörd
lichen Theil der Forsten im Tanewdi
strikt. Auch an einer Linie von der
Weichsel bis östlich von Zarow im Di
strikt Zawich hat Hex Feind^den. Rückzug
.^«ngetveten.
W N 0 a
a
30.
Juni. Offiziell. In
der. Gegend nördlich von Arras gab es
gestern Nacht ivieder eine starke Kano
iiade und etivas Jnfanteriegefeck)te.
Mssen sich mal wieder
NengWp^irnnK MHange^
Er sagt es in seinem Mnnitions-Ukas, ^cr viner Kommission Vollmacht gilit,
WHA'SM
A-' .^,'
Allle Kräfte des Reiches für die Munitionsfabrikation einznspannen Wenig
Neues von den anderen Fronten Italiener immer langsan^ voran
Neu^ alliirte Siegesmeldungen von den Dardanellen Scheinen wie
scl^on früher erlogen 5U fein Deutfchland baut Motorschlitten für
nächsten Winterfeldzug in NuUand Neue Opfer der deutschen
Witerseeblockade— Ein mit Mauleseln fürEngland beladener kanadischer
Dampfer gesprengt Und ein Theil der Mannschast dabei umgekom
men Zu groszer Optimismus in der Assaire mit den U. S. unberech
tigt Deutschlands berichtetes Entgegenkommen ist noch lange keine
Kapitulation^. ^,
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a 3 0 E a
serlicher Ukas wurde heute in Verbin
dung mit der Errichtung einer russi
schen „Behörde für militärische Zusuh
ren" erlassen. Nach dem Ausdruck sei
ner unerschütterten Zuversicht in die
glänzende Zukunft des russischen Vol
kes, fährt der Zar fort:
„Ein' verlängerter Krieg fordert
immer neue Anstrengungen, aber um
die wachsenden Schwierigkeiten zu
überwinden und dieHeimsuchungen, die
inl Kriege unvermeidlich sind, zu lin
dern, laßt uns unsere Herzen stärken
mit dem Entschluß^ den Krieg mit der
Hülse Gottes bis zum vollständigen
Triumph der russischen Waffen fortzu
setzen.
„Der Feind muh zernialmt werden
ist
.i.^ ., .^
H^WNH
Bs^MAW
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NsWÄMMZ'-i^
^selfront znrü»
MMMMW'
««ch i-»M
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Beim Schlößchen von Curleul machten
wir leichten Fortschritt und beim „Ca
baret Rouge" wurde ein deutscher An
grisf abgeschlagen.
In den Vogesen versuchten deutsche
Truppen gestern Nachmittag einen neu
en Angriff auf unsere Stellungen öst
lich von Metzeral, doch wurde diese
Bewegung mit Leichtigkeit gehemmt.
a a W
Amsterdam, 30. Juni. Offiziell
wird heute von Konstantinopel gemel
det, daß die Engländer und Franzosen
am 28. dreimal den türkischen linken
linken Flügel in Aviburnu und den
türkischen rechten Flügel in Seddul
Bahr angl^griffen haben, aber jedesmal
mit fehr schweren Verlusten geworfen
wurden. Das türkische Centrum habe
durch Gegenangriffe zwei Linien der
alliirten Schanzengräben genommen,
den Verbündeten einen schweren Ver
lust beigebracht und die alliirten Bat
terien auf Gap Tepeh zum Schwei
gen gebracht.
0 '30/
mMiche britifche Bericht meldet, daß
zwei Reihen türkischer Gräben östlich
von Saghir Deri „genommen" und
drei Reihen westlich davon „gestürmt"
Wörden seien.
Von ?lthen über Paris kam ebenfalls
ein für die Miirten günstiger Bericht.
Es heißt darin, die Türken auf Galli
poli fangen an, Erschöpfung zu zeigen,
sie hätten zunehmende Schwierigkeiten
mit der Herbeischassung von Verstär
kungen und Vorräthen, während die
Alliirten alle nöthige Zusuhr mlt Leich
tigkeit erhalten können.
3 N a
Jnspektionstour unter türkischen
Auspizien über die ganze Linie derDar
danellensorts erklärt der Konstantinop
ler Korrespondent des „Daily Tel.",
daß es unmöglich sei, die baldige For
cirung der Meerenge zu erwarten.
AußerdellT sagt er: Die türkischenTrup
pen sind doppelt so stark als die Alliir
ten und halben alle Vortheile der Stel
lungen."
iDcr Seekrieg.
a a a
1 0 A a
Washington, 30. Juni. Der
Dampfer Armenian von der Do
minion Linie wurde vom deutfchen
38 am 28. Juni, Abends 8 Uhr,
20 Meilen nordwestlich von Trevose
Head, an der Küste von Cornwall,
England, torpedirt und versenkt.
Konsul Armstrong berickstet heute
von Bristol, daß 29 Menschenleben ver
lorett gingen, 11 Personen verletzt
wurden und daß 10 Amerikaner ver
mißt iverden. Die Namen dieser Ame
rikaner sind:
W. Williamson, Adresse unbekannt
I. M. Monroe, New Orleans B. M.
Granberry, Montgomery, Ala. S. R.
Sutton, Carterville, Va. Harry Sto
ney, Neiv Jork Schissszimmermann
Brown, Harrisburg, Pa., und .R. H.
Brooks oder West, ein natnralisirter
Amerikaner, Adresse London.
Alle diese Leute ivaren Mitglieder
der Minnschaft oder Viehknechte.
N 0 3 0 A
nia iuar von Neioport News nin 17.
Juni nach Avonlnollth abgesegelt, un
ter Komnlaiido des Kapitän Trickey.—
Das Schiff hielt 8825 Großtonnen,
ilmr 512 Fuß lang, 59 Fuß breit, 35
tief uud war 1395 in Belfast gebant.
Die Dominion Linie ist ein subsidir
ter Zweig der International Mercan
tile Marine, doch tvar der Arinenian
ein britisches Schiff.
N 0
3 N 0
London, 30. Juiii. Der britische
Dampser „Scottish Monarch", mit
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'7-'^^-'^'
eü v.'M'Ä. xxW-'.M,
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UWßMH
«M
)fz,
einer Ladung Zucker von New Dork
nach Liverpool, wurde gestern von
einem deutschen versenkt. Tie Mann
schatf von 36 griff zu den Booten und
der Kapitän und 19 Mknn landeten
bei D^lmore, Irland.
Die noriöegische Bark Kotka wurde
heute bei Fastiiet durch Geschi'chseuer
von einem deutschen zerstört. Mann
schaft gerettet ebenso erging es dem
norwegischen Dnmpfer Gjeso, 1094
Tonnen und deni norwegischen
Dreimaster Cambuskenncth, 1925
Tonnen. Lejzterer war am 9. Februar
mit Getreide von Portland, Oregon,
nach England abgegangen. 13 Mitglie
der der Mannschaft wurden gelandet.
Andere 8 wurden, weil deutsche Iln
terthanen, an Bord des 39 ge
nommen.
Kleine Kricgsnachrichten.
0
3 0 W a W
berichtet wird, hat der Erzbischof von
Trieft, von Patriolismus durchdrun
gen, in seiner Diocese genau feststellen
lassen, welche Glocken für den Gottes
dienst nothwendig sind und welche ent
behrt werden können. Darauf hat er
angeordnet, daß alle Glocken, die ent
behrt werden köimen, deni Kriegsmini
steriuin zn überlassen sind. Diese Kir
chenglocken werden nunmehr in die Ge
schützgießereien wandern.
a 0 a
a
3 0 a
don.) Der Militärgouverneur der Pro
vinz Brandenburg hat einen Befehl er
lassen, ani 1. August in Kraft zu tre
ten, welcher die Fabrikation von ganz
oder hauptsächlich aus Baumwolle be
stehenden Stoffen für fast alle gewöhn
lichen Zwecke verbietet, wie Kleider,
Betttücher, Kissenüberzüge und Tisch
tücher.
Aus diejein Befehl Ivird geschlossen,
daß Deutschland alle noch verfügbare
Baumwolle zur Fabrikation von Ex
ilosivstoffen benöthigt. (Bestätigung
abzuwarten. Kann ein britischer Kniff
sein, um die Proklamirung von Baum
Ivolle zur Kontreband«^ .M rechtserti-
a a a
a a
Stuttgart, 30. Juni. .,Der
württembergische Kriegsminister inacht
bekannt, daß ein sranzösisches Flugzeug
ain Sonntag einenAngrisf ans die Zep
pelinwerke in Friedrichshafen versuch
te, aber von den Luftkanonen einen
warmen Empfang erhielt und eiligst zu
flüchten hatte. Es warf nur drei Bom
ben auf die Ortschaften Schnetzenhau
fen und Raggershausen am Konstanzer
See ab, ohne Schaden anzurichten und
slog nach der Schweiz zurück, wo es
zum Landen gezwungen imd die Flie
ger verhaftet wurden.
a a 0 a a
I a
W 3 0
don.) Das österreichisch ungarische
Kriegsamt gab gestern Abend bekannt:
„Ans dem italienischen Kriegsschau
platz hat sich gestern nichts Neues von
Bedeutung ereignet. Der Feind ver
knallte abermals viel Muiiition gegen
den Brückenkopf bei Görz liutzlos."
N 0 m, 30. Juni. Die Italiener be
gnügen sich neuerdings iiiit der Be
hauptung, daß sie am Jsonzo „lang
sam vordringen" sie vermeiden aber
alle^positipen Angaben.
KW'Ä Allerlei.
a N a
das leitende O-rgan der jungtschechischen
Partei, ist von der Polizei' unterdrückt
worden, angeblich wegen Eröffnung
eiiier Friedenspropaganda.
a
Zeitungen berichten, daß der Kaiser
beim Besuch eiiies der jvestlichen
Schlachtfelder vor eiiicr großen Gruppe
gefallener Deutschen iiiedergekniet sei,^
geweint habe und ausgerufen: „MeS
habe ich nicht gelvollt." (Bleche)
a E a
geineldet, daß die Spionageanklageit
gegen den Amerikaiier Raymond Swo
boda niedergeschlagen werden, iveil,
wie der „Petit Parisien" sagt, kein
starker Schuldbeweis gegen ihn ge
sunden worden sei. (Wenn sie anch nur
eineil schwachen Beweis gegen ihtt hät
te«, würdeii die franz. Militärbchiir
den ihn verurtheilen.)
A a
die Vüeldmig, daß die Gesundheit der
Kaiserin sehr angegriffen sei und die
Aerzte ihr dr^ingend viZllige Ruihe ein
jjfohlen Glätten. Die Kaiserin, obivohl
an Herzschwäche leidend, läßt sich in
dessen von ihrer Thätigkeit für das
Rothe Kreuz nicht abhalten,'./.
a a E
Erfahrung gebracht worden, daß
.Deutschsand kürzlich Bestellungen auf Rückzug anzuführen.
f^'-'W^/»? ..'v
^t^".<p></p>'IP.<p></p>WKMUMW
Donnerstag, de« t. Juli ISIS
15 Millionen Motorschlitten (eine Null
zu viel?) ausgegeben, hat, in Anbe
tracht der Möglichkeit eines zweiten
Winterseldzuges.
D?r Notenkrieg.
A 0
a
30.
noch
3 0 I
rungskreisen wurde gestern positiv er
klärt, daßAndeutinigen über den wahr
'cheinlichen Inhalt der zu erwartenden
deutschen Antwort auf die letzte ame
rikanische Lusitania Note bisher noch
nicht nach Washington gelangt sein
können, aus dem einfachen Grunde,
weil die mit der Ausarbeitung des Do
kuments betrauten Beamten sich selbst
noch Nicht über dessen Cha.rakter schlüs
ig geworden seien.
Jin Marineamt wurde erklärt, man
wisse nichts über den Inhalt der Note.
Im Auswärtigen Amt arbeitet inan
jetzt, wie es heißt, an vier verschiede
nen Entwürfen, von denen derjenige
ausgeivählt werden soll, der am mei
sten geeignet ist, die Ansichten Deutsch
lands und der Ver. Staaten zusam
lnenzubringen.
Die Möglichkeit einer befriedigen
den Lösung des Lusitauia Problems
wurde von einem Beamten des Aus
wärtigen Amts angedeutet, der kürz
lich erklärte: „Präsident Wilsons
Note zeigte, daß die Aiigelegenheit
beigelegt werden kann. Äe Note ivar
gewissermaßen eine Brücke über dem
Abgrund der Meinungsverschieden
heiten, und die deutsche Antwort
dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach
ein weiterer Psc iler sein, der zur
Festigung dieser Brücke beiträgt."
Die deutsche Mte dürfte Ende die
ser oder Anfangs, nächster Woche zur
Uebermitilung nach Washington fer
tig sein. A 5^
0 a e- 0
Berli n, 30. Juni. Die Berliner
Zeitungen druckten heute eine Reuter
depesche ab, welche die Zusaiiimenfas
üng des Inhaltes der Frye Mte ent
hielt. worin Deutschland ersucht ivnrde,
die sür die Zerstörung des Schisses
Frye schuldige Entschädigung sosort in
Baar zu bezahlen, anstatt das Prisen
gericht zil beinüheit. Die Tägliche
Rundschau war das einzige Blatt, das
ich zu einein Kommentar verstieg und
ie sagte:
„Was kaiiii Amerika inehr verlangen
als das Anerbieten vonSck)adenersatz?"
Und sie beantwortet ihre eigene
Frage so:
„Es inöchte die Methode des Unter
seekriegs zugunsten von England be
einflussen und das ist das Lange und
Breite davon."
Teliegraphische Notizen.
30. Juni.
a a I N a a
Cincinnati 1, Chicago 0.
Cincinnati 0, Chicago 2.'
St. Louis 2, Pittsburg 0.
St. Louis 2, Pittsburg 4.
Brooklyii 7, New Uork 0.
Philadelphia 8, Boston 5.
In der A in cl.n
New Uork 4, Washington 1.
Detroit 7, Cleveland 2.
Chicago 8, St. LouiS lZ.
Boston 10, Philadelphia 5.
Boston 10, Philadelphia 7.
In der Federal:
Brooklyn 2, .''wnsas City 11.
Newark 6, Chicago 7.
Baltilnore 1. Pittsburg 6.
Buffalo 9, St. Louis 1.
In der 3 I- Liga:
(1.
Bloomington 3, Decatur 12.
Dubuque 5, Rockford 4.
S a a 0 a S
Unterseeboot „H 3" ist 150 Meilen
südlich von hier bei Point Sur auf
einer Tauchfahrt zwischen zwei Felsen
festgerannt, doch Ivird drahtlos gemel
det, daß Niemand befchädigt wurde,
das Fahrzeug nicht leck sei und bald
wieder flott sein Ivürde.
A a a a
von Fulton Countt) erhob heute Auf
richranklagen gegen die 2t Männer,
die letzten SamSiag von der Miliz ii
der Nähe von Ex Gouv. Slatons
Heini festgenoinmen wurdeii. Es kann
Strafen bis zu ein Jahr Gefängniß
oder P10V0 Geldlmße absetzen. Ex
Goiwerneur Slaton und Fran sind ge
stern nach New Dork abgereist, die Be
tvtichung ihres Hauses durch Miliz
wird aber fortgesetzt.
S a W a A
haben heute Fahrten siir 3^^ Cents
begonnen, iiisofern Bücher mit 100
Fahrkarten fiir P3i50 verkauft wer
dend Für einzelne Fahrteii bleibt es
aber lieiin Preis von 5 Cents.-
Also der Zar hat sich an dieFron
begeben. Wahrscheinlich um den
?M!
Eine Ricsenhochzcit.
S
a a a
3 0
Juni. Fräulein Genevieve Clark, die
20 Jahre alte Tochter von Champ
Clark, dem Sprecher des nationalen
Wgeordnetenhaufes, wurde heuteNach
niittag hier im Elternhause mit James
M. Thomson, Redakteur des „New Or
leans Item" und 30 Jahre alt, ge
traut. Die Ceremonie wurde auf dem
Rasenplatz vor der Clark Heinlstätte
abgehalten und Sprecher Clark selbst
„gab die Tochter weg". Nieiiials in der
Geschichte des Staates hat es eine so
großartige Hochzeit gegeben. Eine all
gemeine Einladung war an das ganze
Volk von Missouri gerichtet worden und
von allen Theilen des Staa
tes waren sie herbeigeeilt.
Tie hiesigen Hotels und Privat
häuser waren überfüllt und die Eisen
bahnen hatten Schlasivaggons zu sen
den, ilm für die vielen Gäste zu sor
gen, die schon die letzte Nacht in Bow
ling Green verbrachten.
Außer den Tausenden von Missouri
hatten sich noch Hunderte von Gästen
von anderen Staaten eingefunden, da
runter viele Männer von nationalem
Ruf. An seine engeren MissourierMit
bürger hatte Clark eine ulibeschränkte
Einladung gerichtet uud so viele nah
men ihn bei seinem Wort, daß ganz
Bowling Green sie nicht zu sassen ver
lnochte und ganze Reihen von Pull
man Cars auf den Seitengeleisen
aufgestellt werden mußten. Viele Be
sucher waren auch in eigenen Extrazü
gen gekomliien. Die Trauung wur
de von Rev. Robert S. Boyd von
Loliisville, Ky., einem Vetter derBraut,
vollzogen.
Seit Wochen sind Hochzeitsgeschestke
iln Clark Heim eingeströmt. Präsi
dent Wilson hatte zwei silberne Koin
potschüsseln gesandt und die Mssourier
Kongreßdelegation einen silbernenBlu
inenkorb von 3 Fuß Höhe. Der Kon
greß brachte sich durch ein Diamanten
halsband in Erinnerung. Die Bürger
von Louisiaiicl, Mo., der größten Stadt
in Clarks Kongreßbezirk, schickten einen
NWagonischrank, der 181 Stücke Sil
ber enthielt. Die Zeitungs/ungeil und
Träger des N. O. Item hatten eiile
ilberplatte geschickt, die ein Facsimile
der ersten Seite deS Blattes war. Und
die Bürger von Bolvling Green stifte
ten der Braut eine Ozark Landsck)aft,
in Oel geinalt.
Die ganze Stadt war zur Hochzeit
'estlich geschlnückt und aus jedem Fen
ter iln Geschäftsviertel wehten Flag
gen. Uliter den bekannteren Persönlich
keiten, die sich eiligefunden hatten, sind
zu nennen:
Eili halbes .Hundert Kongreßmitglie
der, die ganzen 15 von Missoliri da
bei, alle Staatsbeamten von Missouri
lnit Gouverneur Major, die Seiiatoren
Need und Stone von Missouri, Henry
Watterson, der Redakteur des Louis
ville Courier Journal, Nonnan E.
Mack von Buffalo, der frühere Vor
sitzer des delnokratischen Nationalcmii
lnittee und Koiigreßniann Mann von
Chicago, der repiibl. Führer iln Hause.
Ein Notlischrei aus Mexiko.
W a 3 0
zweifelte Zustände iii der Stadt Me
xiko. Ivo der Pöbel ungeheinint plün
dert, werden in offiziellen Depeschen
geschildert, die heute Nacht von Vera
Crliz von einem Boten eintrafen, der
die .«^Xinptstadt letzten Freitag verlassen
hat. Als der Klirier abreiste, war sast
die ganze Garnison abgezogen, ilin Za
patas Armee außerhalb der Stadt zu
verstärken, welche die Carranzatruppen
lnlter Gonzales angriff. Gonzales
ivurde lnit ziemlichem Perlnst Zliri'lck
geworfen und wartet die Ankunft von
Verstärkungeil ans Veracruz ab.
In deli Depeschen ivird ilichts von
Angrisfen auf Ausländer erwähnt,
wohl aber, daß viele Läden geplündert
worden illld große aufrührerische Mobs
in der Stadt llinherziehei.' Die lnexi
kanische Hauptstadt ist seit 12 Tagen
von jeder Alißenverbindllng abge
schnitten.
W
freiwillige der deutschen Armee dürstt
der 74jährige Privatier Herr .Hein
rich Nisse in Aschaffenburg sein, der
am 21. Mai als Kriegsfreiwilliger
zum 4. Landsturm Jnfanterie-Aa
taillou nach Flensburg einrückte.
Nisse ist Unteroffizier der Reserve und
war Mitkämpfer im schleswig-hol
steinischen Feldzug und in den Krie
gen 1866 und 1870—71. Er hatte
im vorigen Jahre die Jubiläumsfeier
der Erstürmung der Düppeler Schan
zen mitgemacht und die Reise dort
hin, trotz seines hohen Alter», auf
dein Fahrrad zilrückgelegt.
Aus der Bundeshauptstadt
er A a
a
a 3 0
Frachtdampfer „Armeni
an", der unter britischer Flagge fuhr
und Ma ulthiere von Newport
News, Va., nach England bringen soll
te, wnrde Montag Abend von den,
deutschen 1l 38 an der Küste von
Cornwall, England, torpedirt und ver
senkt. Zufolge Depeschen vcn Konsul
John Arinstrong in Bristol sollen nahe
zu 20 amerikanische N^aulthierwärter
dabei das Leben verloren haben. Im
Ganzen werden 29 Mann als todt und
10 als verletzt berichtet.
Tie Schwere dieses Zwischenfalles
und die etirxlige Aktion der Washingto
ner Regierullg hängen davoil ab, ob der
Arinenian von der britischeil Regierung
gechartert und znithin ein Kriegstrans
portschiff war, auf welchem Ainerikaner
nur auf ihre eigene Gefahr hin fahren
durften, oder ob er ein unbewaffneter
Kmiffl^hrer -war.-
Im letzteren Fall hätte das Schiff,
trotzdem es Kontrebande führte, zuerst
besucht und dlirchsucht werden und der
Mannschaft Gelegenheit zunl Entkom
men gegeben werden müssen, wie daS
voll deil Ver. Staaten anläßlich des
LusitaniafalleS aufgestellte Prinzip
fordert.
In Ermangelung offizieller ^^nfor
lnation lehnen die Beamten es ab, zu
sagen, welche Wirkllng die Versenkung
des Arinenian auf die Unterhandllln
gen mit Teutschland haben werde.
Aus den Depeschen geht hervor, daß
das Boot vor dem Torpedo
schuß abgefeuert hat. Es ist nicht
klar, ob der Arnlenian zuerst zum Hal
ten aufgefordert und ob er sich derWeg
nahine widersetzte, so daß noch
zweiter Schuß abgefeuert werden
inußte, oder ob das Boot ohne
Warnung angegriffen hat.
W W W N W W
Manlthier sind Kontrebande und es
besteht somit kein Zweifel über den
Charakter der Ladung. Tie Tepefchen
a a a
Ainerikailer zll Tode gekomlnen
sind. Iii seilier Liste amerikanischer
Verinißter nannte derKonslll 20 „Mu
leros", 8 Weiße und 12 Neger, aber
spätere Depeschen berichteten Dr. I. L.
Viso von Portorico und 3 Neger als
gereitet.
a W 0
ziveiteII r,n n.
Teinokratische Führer in Washing
ton wisseil gailz bestiinint, daß Wm. I.
Brljan seinen gailzen Einfluß aiizn
weilden beabsichtigt, um die Wiederilo
lniuation des Präsidenten Wilson zu
verhindern. Er basirt seine Oppositioii
nicht alls die auSlvärtige Politik der
Adininistration, sondern auf „die Ein
Termiil Erkläruilg" iil der denlokra
tisckicn Natioilalplatforin, die 1912 in
Biltiniore angenomineil ivurde und
ans ivelche Wilson iln Prinzip ver
pflichtet sei.
Für die Einsck)altuiig dieser Planke
ill die Platforin ivar aber Bryan selbst
verantivortlich und Wilsons Freunde
sagen, dtiß in der großen aufgeregten
Konvention in Baltiliiore nnr iveiiige
die Bedeutullg dieses Zuges verstan
den hätten.
Unter den Parteifiihrern herrscht der
Eindrnck vor. daß Bryan die Ein-Ter
iniil Idee iin Auge hatte, als er seine
Resigilation als Staatssekretär ein
reichte und daß er sich zuln Austritt
aus deiii Kabinet nicht nnr durch seilie
Differenz init der auslvärtigen Politik
des Präsidenten vermilaßt gefühlt ha
be. fondern inehr noch durch deli Ge
danken, daß er logischer Weise Herrn
Wilson nicht für die, offeiibar von ihm
Die Versenkung des „Armenian' mit Verlust
amerikanischer Leben.
Kann Einfluß auf die Unterhandlnngen mit Deutschland haben.
Tie verunglückten äitierik. Gentleinen waren farbige und weis»e Viehivärter.
Welche eine Ladung von Mauleseln begleireren Ter genaue Zachverhalt
noch nicht klar Depeschen deuten an. daß der Arnieninn den Haltbefehl'
inißachtet hat Das grosze Geheinlnis ausgeschlüpft Kann in den
glorreichen U. S. überhiupt etwas geheim bleiben? Brvan ivird der
Wiedernomination Wilsons opponiren lind diesen ans die Ein-Ter
min Planke von Baltimore festnageln Auf fiirsrliche Weise, wie ein
si'chlicher Pflanzer in alter Zeit Hat Champ Clark die Hochzeit sei
ner Tochter gestern gefeiert Ganz Missouri war geladen und Tausen
de kamen Außerdem Hunderte aus anderen Staaten Nach den
letzten Depeschen von Mexiko herrschen Aufruhr und Plünderung in der
Hauptstadt.
-k
f.f?
Jahrgaug ö4 No. 156
neuer störender Zwischensall.
erstrebte, Wiederrlorninatioil
tzen könne.
Aus dem Staate.
W E
3 0 a
Blilletin für die init dem 23. beendete
Woche befagt: Soivohl Temperatur wie
Regenfall ivaren unter dem Mittel,
aber die Regen ivaren ill manchell Ge
gendeil überinäßig und richteten viel
Erntesck)aden an. Der größte Regenfall
war 4.46 Zoll und ivurde von Algona
anl 23. berichtet. Ailch fchivere örtliche
^chauer, vermischt lnit Hagel, ereigtle
ten sich nln 25. ds. in Theilen der
Counties Poiveshiek und T^s Moines,
aber iin Ganzen tvar die Woche sehr
günstig für Farmarbeit und das Konl
wachSthuln. Tie ineisten Felder sind
jetzt gründlich gereinigt und viele sind
ziveiinal, einige sogar dreiinal llmge
pflügt tvorden. Wenige Felder auf
iliedrigein Grund sind noch naß und
voll Unkraut, aber das meiste ^orn hat
einen guten Stand.
Das lneiste Kleingetreide steht gut,
doch ivird einiger Schaden durch Wind
schläg, Ungeziefer und Brand berich
tet. Die Ernte von Winteriveizen lind
Roggen hat im äußersten Süden des
Staates begonnen und wird diese Wo
che in alleil südlichen Counties im
Gange sein. Auch das Heuen hat be
gonnen und die Erträge sind iveit bes
ser, als sie vor einein Moiiat erivartet
ivaren. Alle Gartengeinüse sind in vor
züglichein Zustand und die Obsternten
sind verheißend.
Staat Illinois.
N a S
a
S I 3 0
Hin 12 Uhr hente Mittag trat die 49.
Generalafsenlbll) nochlnals ill Sitzung
und ilahin eine Anzahl Vetobotschaften
von Gouv. Dunne entgegen. Es ivllrde
kein Versuch geniacht. die Vetos zu
überstilninen und schon uin 12:55
Nachnlittags erfolgte die Vertagung
„siile die".
Mehrere Bills ivurden gänzlich ve
tirt, so die zur Salärerhöhmlg der Le
gislaturinitglieder von P2000 auf
i!3500 per Terinin andere theiltveise,
insofern geiviffe darin enthalteiie Be-
lvillignugen ausgestrichen ivurden. Jin
Ganzen ivnrden 19 Bills ganz oder
theiliveise vetirt und es ivurden P2,
275,000 von den verschiedenen Betvil
ligilngen abgeschnitten. Jminerhin
belansen sich die Gesammtbeivilligun
gen für die nächsten zwei Jahre noch
auf rund !j 41,000,000.
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unterstü-
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Tas .Handelsa,nt kündigte heute
amtlich an, daß das heute u,n Mtter
nackst endende Finanzjahr die größte
aktive Handelsbilanz sür die Ver.
Staaten in ihrer Geschichte ergebeil
habe, nälnlich über eine „Billion" Tol
lars. Ter beste frühere Rekord sei da
durch uln nahezu 400 Millionen über
troffen.
Wenn erst die genauen Ein- iind
AuSfiihrzahlen vorliegen, wird sich ein
anderes Bild herausstellen. Die Ein
fuhr von Europa hat infolge des gro
ßen Krieges fast aufgehört, ivährelid
die große Zunahine der Aussuhr haupt
sächlich auf Rechnung der Kriegsliefe
rlingen komllit. Unfer gesainnlter
Außenhandel im letzten Jahre wird den
Vergleich mit früheren Jahren schlecht
aushalten.)
Tie Nüssen sind wieder eininal
lnit ailßerordentlichein Erfolge zilrück
gedrnngen.
Eiigland hat das bekannte Wort
Talleiirands dahin inodifizirt: Das
Wort ist dazu da, uin die Wahrheit zu
verbergen.
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Moline 2, Davenport 5.
Peoria 7, Q^iincy

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