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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, August 25, 1915, Image 1

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219—221 4. Stt. Daveupott, Ja.
Dardanellen seien nal)^
'v^.^der Balka
Der Krieg.
Wieder eine Fluth vou alliirten Lügen.
Anch dil? Wntki Seeschlacht bei Riga ^tii Dunkeln.
wir/lichcn Kne^snachnchten lauten sehr günstig für die Deiitschcn .'.
Einige AusjenstcUungen von Brest Litowsk genomnien Und 8100
A (befangene gemacht Nussische Phantasien über Nigaer Seeschlacht
A. von Berlin dementirt Italiener haben in drei Monaten keinen Er
folg erzielt Eine ziveifelhafte britischeSchätzung der deutschenKriegs
stcv.'ke und Kriegsverlnste.
8 0 0 0 a
l: n, 24. Aug. Dem heutigen
offiziellen Bericht zufolge haben die
Deutschen die Höhe von 5lopitow, süd
westlich von Brest Litolvsk, erstürmt
und an zwei anderen Punkten über
8000 Gefangene gemacht. Ter Bericht
besagt:
„Die britische Flotte hat gestern vor
Zeebrügge 40 bis 70 Bomben auf un
sere Küstenbefestigungen abgefeuert,
ohne erheblichen Schaden anzurichten.
Auf unserer Seite wurden ein Mlann
getödtet und 6 verwundet.
Die Franzosen griffen ^gestern Abend
unsere Stellungen auf dem Barreu
kopf (Vogesen) an, wurden aber abge
schlagen. Unsere Flieger schössen ei
nen französischen Doppeldecker über
Lov ab, siitwestlich von Dixmude.
8 Maschinenkanonen.
Die Armee des Prinzen Leöjiold
schlug die Nüssen nordöstlich und süd
östlich von Kleszezele -'und setzte die
Perfolgtuig bis zu den Bailowieska
Forts (Äichenforts von Brest Ä
towsk) fort. Hierbei wurden 4500Ge
fangene uud 9 Maschinenkanonen ge
nonnnen. Der Feind räumte auch
seine Stellungen vor den Truppen un
ter Mackensen, welche über die Flüsse
Pulva und Bug vordrangen, östlich
von der Einmimdung der Pulva iil den
Aug.
Von der Ostfront. In mH- i^tzt für ernst, wie eine Reuterdepefchc
reren Gefechten östlich und südlich von von Softa meldxt. In der letzten Woche
.^^oivno nahnien lvir Offiziere und hl^l^lge Kämpfe auf der
Z600 Mvnn gefangen und erbeuteten Ha^b"iscl Gallipoli stattgesunden und
a ch t..
a 2 4 A O
steru Nacht gab es nur Artilleriekäm
pfe im Abschnitt nördlich von Arras,
zwischen der Somme und der Oise.
und auch in den Argonnen.
„In denVogefen gab es gestern eini
ge sehr heftige Gefechte auf den Höhen
östlich vom Fechtflus und nördlich vom
Schratzmannele. Der Feind fand es
unmöglich, den verlorenen Grund wie
derzunehmen. ^Er wurde auch auf deiu
Barreukopf und auf der Höhe von
Sondernach zurückgeworfen."
a
2 4 A
sind nicht im Stande, den teutonischen
Vornmrsch zu hemmen, obwohl sie
Schritt für Schritt vertheidigen. Die
letzten Berichte über die Seeschlacht bei
Riga haben die Lage.noch nicht aufge
klärt. Die Petvograder Siegesanfprü-
che lanten sehr imbestimmt und be
dürfen noch der Bestätigung. Die offi
ziellen Berliner Berichte haben bisher
Vichts weiter von dem Rigaer Seege-^
fecht erwähnt, alD daß drei russische
Schiffe und ein deutsches in Grund ge-.
bohrt Ivurden.
Bezüglich deS angeblich versenkter^
deutschen Schlachtkrclizers Moltke sagt
der neueste Bericht-ui^r, daß er „torpe
dirt" Wörden, nichb aber, daß er ge
sunken sei. Auch ivird der Ort nichb
angegeben, tvo dieses Ereigniß sich abf.
gespielt habeii.^soll, denn^ große deutsche
Schiffe Ivaren an der Aktion im Gptf
von Riga nicht betheiligt.
Dem Anschein nach haben die Deut
schen die Einfahpt in den Golf von Ri
ga erzirmngen und die Minensperre
beseitigt, voöei sie-^wahpschqmlich eini
ge kleinere Iahrzellge-(Torpedoboote)
geopfert haben.— Daß sie sich wieder
ans denr Golf zurückgezogen- hätten» ist
noch unbestätigt.
a a a a a a
1-. »sr. a....
2 4 A O
Berichte über die Opercktionen auf der
Halbinsel Gallipoli sind seit inehreren
Tagen inl Umlaüf und die Prophe
zeiung wird geniacht, daß die ?lttiirtcn
iii wenigen Wochen ihre schiverste Auf
gabe im naheri Osteii gelöst haben wer
den. Sowojt die Dardanellen in Be
tracht koinmen, wird chier gefühlt, daß
es den Alliirten jetzt gleichgültig sein
Fall und keine Hülfe
^öthig.
Letztere sollen aber eine Million N^ /qen Oestrreich stelle^.
kanii, ob die Balkaner noch zu Hiilfe
kommen. Ihre Hülse würde aber gegen
Oesterreich erwünscht sein und auch,
um den türkischen Widerstand nach
E a a
nellen abzukürzen.
Aus diesen Gründen werden die Un
terhandlungen mit den Balkanstaaten
noch nut Interesse versolgt und die
nwrgen bevorstehende Entschließung
Serbiens, ob es die bulgarischen An
sprüche ersüllen wird oder nicht, wird
mit Spannung erwartet, doch glaubt
„man", das Serbiens Antwort befrie
digend ausfallen werde, sodaß Bulga
riens Mitwirkung gesichert wird.
Dies würde auch den Weg für eine
thatkräftigere Politik Rumäniens öff
nen. Die griechische Politik unter der
neuen Negierung (Venizelos) ist noch
nicht bekannt, dürfte aber bald ange
kündigt werden.
2 4 A
rung von Konstantinopel hält die Lage
Taufende von Verwundeten
täglich in Konstantinopel ein.
a
treffen
N a A a
Ke-r (Wer Amsterdain und
London), ^4. ?lug. Bezüglich der jüng
sten rilssisch britischen Angaben über
d^ie (schon letzte Woche von deutscher
Seite gedeckten) Seegesechte im Golf
von Riga darf konstatirt werden, daß
jene Angaben stark übertrieben und
verdreht sind! Die Deutschen haben
keine anderen Verluste gehabt, als die
schon erivähnten, während die Verluste
der Russen größer waren, als sie bis
jetzt zugaben. Uebrigen war die
ganze Affäre von geringerer Wichtig
keit, als ste von den Alliirten hinge
stellt worden ist.
2 4 A A a
sche Kriegsamt veröffentlicht einen Be
richt über die Seegefechte vor Riga, ..
derselbe bestätigt aber so wenig, wie
vorher der russisch slottenamtliche
Bericht, die Mär von einein „großeii
Seesieg l" Er spricht blos von deutschen
Kriegsbooten, die „gesechtsuntüchtig"
ge,nacht worden seien, rind fügt nur
lioch hinzu, inan glaube, daß „etliche
Torpedoboote" uutergegangen seien.
(Von deutscher Seite liegen noch
keine lveiteren Meldungen über diese
Kälnpfe vor. War auch schoii durch
den Bericht voin letzten Sanistagabend
erledigt worden. A. d. Ned.)
W 2 4 A
richt meldet verschiedene kleine Käinpfe
init den Italienern, lvobei letztere zu
lneist deiiKi'.rzereli gezogen und schließt:
„Drei Monate sind vergangen, seit
dein unser einstiger Verbündeter uns
A
Punkt haben die zahllosen Angriffe
der italienischeii Annee ihren Zweck er
reicht! Ziach wie vor behaiepten sich lin
fere Triippen in ihren ursprünglicheii
Stellungeii liahe oder an der Grenze."
E a
a
A a a 2
Aug. Die rnssische Bchaiiptung von
großen deutschen Verliisteii iin Golf
von Riga wiirde in einend hälbaintli
chen Telegrainnl von Berlin ividerlegt.
Kein deutscher Dreadnought oder
.Kreuzer sei beschädigt ivordeii. Die
Petrograder Berichte seien erlogen und
die offizielle deutsche, Meldung vmn
21. sei bestätigt, dciß nur ein kleines
deutsches Schiff gesiinken und zwei an
dere außer Gefecht geset worden seien,
währeiid die Rilssen zwei Kaiion.eli
boote und ein Torpebobot verloren
Es wird aiich in Abrede gestellt, da^
die Dentschen eiiie Triippeiilanduiig
bei Pernau versiicht hätten. Die deilt-
'M
schen Torpedoboote ^atteii Befehl, den stand früher aus Biilgarien, Grie^n-
Hafen Riga zu blockiren, was sie auch
dadurch bewerkstelligten, daß sie einen
russischen Dampfer und 6 Segelschiffe
auf der Rhede in Grund bohrten. Eine
russische Batterie wurde zum Schwei
gen gebracht. Die Schiffe, die laut ruf
sischeln Bericht gesunken sein sollten,
wurden von uns versenkt, uni die Rhede
zu sperreu.
5kleine Kriegsnachrichien.
A I
a
2 4 A a a
Sayville.) Die Ueberseeische Neuig
keitsagentur veröffentlicht die folgende
Mittheilung:
„Georg Bernhard, eine der bestbe
kannten schriststellerischen Autoritäteii
ans deni Gebiete der Hochfinanz, führt
aii leitender Stelle in der „Vossischen
Zeitung" aus. daß sich die kürzliche
Erklärung des deutschen Schatzamtsse
kretärs Dr. Helfferich. die Feinde der
Eentralinächte wiirdek den größeren
Theil der deutschen, österreichischen und
türkischen Kriegskosten Zu tragen ha
ben, viel leichter in die That niiisetzen
lasse, als viele Pessiinisten zn glauben
scheinen. Deutschland hält i,n Osten
Ivie ilii Westen weite seindliche Ge
bietstheile besetzt. Wenn dieses Faust
pfand wieder zurückgegeben werden
soll, niüssen die früheren Besitzer den
von den Siegern hierfür festgesetzten
Preis bezahlen. Wenn es von den Sie
gern behalten wird, würde es den na
tionalen Wohlstand wie die Steuerein
gänge erhöhen. Die inoderne Finanz
technik ivürde die Zahlung solcher
Kriegsschulden gestatten, ohne deii
Geldmarkt zu stören."
S
2 4 A a a
Sal)ville.) Trotzdem die Größe der
Kriegsbeute in Kowno noch iminer
nicht endgültig festgestellt'wiirde, hat
das Große Hauptquartier heute ange
kündigt. daß sich die Zahl der dort Ge
fangenen auf 20,000 belief.
„Unter anderem", heißt eS in dein
aintlichen Bericht. „erebeuteten wir
über 600 Geschütze, darunter viele ino
derne schiversten Kalibers, ungeheure
Meiigen von Muiiition, zahllose Ma
schinengeschütze, Scheinwerser, Auto
mobile der verschiedensten Art, Pneu
inatiks, anderes Kriegsinaterial und
Provisionen im Werthe voii Millimien.
A iii erikanischer Kriegs
a
N e!v Uork, 24. Aug. Die Baiik
sirina Brown Bros. ,8: (5o. gab heute
Abend bekannt, daß ein französischer
Waarenexportkredit voii ^20,000,000
für die Daiier eines Jahres arrangirt
worden sei. Der Zweck dieses Kredits
sei, die ainerik. Exporteure in aii^erik.
Dollars zu bezahlen, jeden Verliist
durch Wechselkurse auszuschalten iiiid
so unsere (Kriegs-) Exporte zu er
leichtern.
2 4 A a S a i-
ville.) Die deutsche Adiniralität gibt
bekannt, daß ein deutsck)es 1l Boot
einen russischen .Hülfskreuzer in der
Eilifahrt zuin Golf von Fiiiland torpe
dirt und verfeukt habe.
2 4 A I
kainen heute zu Tode durch die Ver
senkung eines Hnller Fischdampfers.
Die anderen 9 Mitglieder der Mann
schaft wurden gerettet.
S a A a
A a
2 4 A
Arabicfall ist hier noch nichtsOffizielles
bekannt und die Zeitungeii enthalten
sich der Koininentare. Zlur veröffent
licheil die Blätter eine Depesche des
Londoii Telegraph, woimch I. P. Tu
iiiulth. Präsident Wilsons Sekretär,
gesagt haben soll, daß alle Äinerikaner
hinter deiii Präsidenten stehen uud nö
thigeiifalls ihre Lebeii opfern werden,
Mi. die „unveräußerlichen Rechte der
Alnerikaner zu Lande Uiid Wflsser" zu
lvahren.
Wozu die Kreuzzeitung sich .die Be
inerkung erlailbt: „Diese unveräizßer
lichen Rechte bestehen bekaniitlich in der
Benutzimg britischer Passagierdazn
pfer."
S
Pole ii.
2 4 A r-
korrespolideiit der Tiines hält es fijx
Ivahrscheililich, daß Deiitschlaiid je.tzt
1,500,000 Mann aii der russisch?!?
Frout habe, uiigerechnet ^die iiochj^in
Gilizieiz stehenden iiiid die in Reserve
gehalterien Streitkräfte.
I a a
2 8 A A
Eiiie T^peMe lies Dailt) Telegraph VM
Rym besagt, daß der Balkaiibund (hi^
Mittwoch, de« 25. August 1915
land, Serbien und Montenegro) in
der Neiibildiing begriffen sei, init der
Bestiinmung, eine Arinee von einer
Million Mann ins Feld zu stellen.
(Diese'Meldung ist nichts weiter als
ein leeres Gerücht, init dem Wunsch
als des Gedankens Vater. Thatsache
ist. daß Bulgarien ganz kürzlich einen
Neutralitätsvertrag mit der Türkei
abgeschlossen hat iind Griechenland
kriegsscheu ist.)
a ii I a a Ii lii
e.
2 5 A a
Korrespondent der Zeitung Liokuinin
Schimbon meldet, daß Nußland von
Japan außer Munition auch Truppen
erbeten habe. Tiefe Nachricht kann
aber hier von keiner Seite bestätigt
werden.
Teiitsche Kriegsstärke «nd Verluste.
N a
S
London, 24. Aug. Voll aintlicher
britischer Quelle iviirden heute im of
fiziellen Pres bi!.ro Deutschlands Stär
ke Nil Mannschaft und seine Kriegsver
luste veröffentlicht. Es wird behaup
tet, daß die Deutschen a,n 31. Juli
1,800,000 Mann an der westlichen
Front und 1,400.000 Manu an der
östlichen Front in der Feuerlinie stehen
hatten, also zusaininen 3,200,000
Mann, wozu noch 1,200,000 Oestrei
cher gezählt werden inüsseii.
Außerdein gab es große Zahlen
deutscher Truppen verschiedener 5klassen
in Garnisonen, Foists und Verbin
dungslinien, sowie Nekcnvaleszenten,
Invaliden und andereVerwundete oder
Kranke.
Die Abhandlung sagt dailii wört
lich: „Die deutschen Verluste an Ge
tödteten, Verwundeten und Veriliißten,
die bis zilili 30. Juni berichtet waren,
bezifferten sich auf 1.072.444 Mann
davon 306.123 todt. Seit deiit 30.
Jilui hat es an beiden Fronten sehr
schwere .Käinpse gegeben, ivelche den
deutschen Gesmuintverlust im ersten
Äriegsjahre Wohl auf 2.000.000 er
höht haben werden.
„Bei Begitül. des Krieges hatte
Deutfchland wohl etlva 8 Millionen
iriehrfähiger Maiinschaft und diese
Zahl koilnte sich vielleicht noch uin eine
bis anderthalb Millionen erhöhen,
Ivenn jeder Mann zunl Dienst ein
gezogen ivürde. Der einzige plausible
Gruild dafür, daH die Deutschen nur
3,200,000 A!ann in der Feuerlinie
haben, dürfte sein, daß sie nicht im
Stande sind, inehr als diese Anzahl
gehörig auszurüsten."
Hayti.
A N a
a
a 2 4 A
Die aiuerikanislhe Regierung hat an
die voii Haiiti den Wunsch ausgedrü.ckt,
daß der Entivurf einer Konvention für
die Dauer von 10 Jahren, unter wel
cher ein GeneraleinneHiner und andere
amerik. Beainte die Zölle und Finan
zen des Landes verwalten sollen, ohiie
Verzug angenoniinen iverde.
Uiiter den Bediiigungen des Ver
trages solleii auch die haiitischen Poli
zeiiuaiinschasten. solvohl in den Städ
ten ivie auf dein Lande, von ainerika
nifchen Ofizieren koininandirt Iverden.
Der Plan schließt auch die Schulden
zahlung .Havtis an die auswärtigeii
Gläilbiger ein und die Verpflichtung,
daß Hanti kein Gebiet an eine Freind
iimcht abtrete, ansgeiioninien an die
Ver. Staaten.
Die havtische Regieruug ist „er
sucht", aus diese Mittheiliing nicht spä
ter als Mittivoch Mittag zu aiit
worteii.
a a 2 4 A
Nebellengeneräle Bobo iind Zainor sind
liicht iiur der Aufforderung von Koin
inandeiir Olnisread. ihre Anhänger zu
entivtiffnen. iiicht nachgekmumen. son
dern ziehen große Trnppeninassen.
lililthinaßlich zuin Angriss gegeil die
Alnerikaner. ziisaininen. Außer deii
Matrosen und Marinesoldateii voiiiKa
noneiiboot „Nashville" hat Koiniiian
deiir Olinstead augenblicklich nur noch
ein Batailloii Matrosen voin Schlacht
schiss „Connecticut" unter sich.
Seit der Ertvählung von Senator
Dartiguenave zum Präsidenten Don
Hahti, herrschte iin Norde^n der Neger
republik offene Revolte, aber dies ist
das ersteiiial, daß die Rebelleu die
amerikanische Okkupationsforce be
drohen. Muthmaßlich werden sie die
letzte Wkhl für ungültig erklären uild
Bobo zilin Präsidenten ausrufeu.
W a 2 4 A a S
neue Regierung wurde von den Ver.
Staaten ersucht, den Vertrag zu ge
nehnligen, iiuter welchein die ainerik.
Regierung 10 Jahre lang tie Finanzen
der Insel verivalten und die Polizei
aufsicht führeil will. Der Entwurf des
beantragten Vertrags liegt jetzt dein
haytifchen Ltongreß vor.
Die Washingtoner Regierung beab
sichtigt nicht, Hatiti sich selbst wieder
zu überlassen, bis die nöthigen Schrit
te genominen sind, eine Wiederholung
der Ereigilisse der letzten 8 Jahre zu
verhindern, während deren die schwarze
Republik nicht iveniger als 8 Präsi
denten gehabt hat. von denen die inei
sten Revolutionäre waren.
Eastinan Kodak Co. ein Monopol.
a 2 4 A E a
man Kodak Co. in Nochester ist ein
Monopol und beschränkt deii Handel in
Verletzung des Sherinangesetzes. ent
schied heute Bundesrichter Hazel. Tie
beantragte Auflösung der Co. wurde
zwar nicht gewährt, doch wiirde ihr
auferlegt, ihre Pläne zur Abschaffung
des ungesetzlichen Monopols am ersten
Tage des Novemberterinins vorzulegen.
Tie Eastiiian Kodak Co. ist init 35
Millionen in New Jersei) inkorporirt.
In der 5tlage, die ain 9. Juni 1913
begonnen wurde, wird behauptet, daß
die Co. den Handel init photographi
schen Vorräthen in ilngesetzlicher Weise
inonopolisire und 72 Prozent des
gailzen Geschäftes in Händen habe.
Sie setze die Kleinverkausspreise fest u.
errichte eigene Verkaufsstellen, um un
abhängige Händler aus dem Markt zu
treiben.
Liinchmord von Leo Frank bleibt
ivahrfcheinlich ungesilhllt.
a a a 2 4 A
KoronerSjury, welche den vor 8 Tagen
an Leo M. Frank verübten Liinchmord
untersuchte, gab heute den Wahrspruch
ab, daß Frank durch Erhängen „sei
tens uilbekannter Personen" zu Tode
gekoinineil sei. Stadt- und Counti)be
amte, welche verhört wurdeu. sagten
aus, daß sie sich beinüht hätten, die
Thatsachen bezüglich des Ltiilchgerichts
zu erlnltteln, aber ohne Ersolg.
A l.a a, 24. Aug. Gou
verneur Harris aibt' bekannt, daß er
ivegen der Ltinch^uig Leo M. Franks
mit zahllosen Briefen geradezu über
schwemlnt wurde. Die lneisten dersel
ben kominen von aiißerhalb des Staa
tes Georgia und sprechen sich zumeist
gegen den Lnnchmord aus. Sie ma
cheii deiil Gouverneur darüberVorwür
se. daß er Frank nicht besser betvachen
ließ.
Tie Mehrzahl der in Georgia selbst
zur Post gegebenen Briese rechtfertigt
die Lynchung Franks. Gleichzeitig wird
der Gouverneur davor gewarnt, die
Lijncher zur Verantwortung zu ziehen,
widrigenfalls ihin dasselbe Schicksal
blühe, ivie dem ermordeten Frank.
Mit Bezug auf diese letzteren Troh
nngen erklärte der Gouverneur, daß
sie ihn nicht iin inindesten davon ab
schrecken würden, die Schuldigen zu su
chen und sie der strafenden Gerechtig
keit zu überliesern.
Nach deiil Sturni.
a 2 4 A
Straßenbahngesellschaften iverden heu
te ivieder ihreu Betrieb aufuehmen,
und die elktrischen Licht- iind Kraftan
lagen können benutzt iverden. liachdein
die städtische Wasserzusilhr, die durch
den Stnrin abgeschnitten ivurde, heilte
iviederhergestellt sein ivird. Gas gibt
es scheu seit einigen Tagen, und da
das Wetter jetzt sehr günstig ist, gehen
die Aufräuinungsarbeiteii schnell von
statten. Von Uuglücksfällen wurde seit
inehrereii Tageu lveder hier uoch an
anderen Pilnkten der Kü.ste etivaS ge
hört.
Ba
Telegraphische Notizen.
24. August,
a I N a a
Boston 10, Pittsbiirg 0.
Philadelphia 1, Chicago 6.
New Nork 1, St. Louis 12.
Brookliui 0, Cincinnati 5.
In der A in riea ii League:
Chicago 6. Washiugton 5 (13
Ins.)
Detroit 1, Boston 3.
Cleveland 6,^Nelv Uork 0.
St. LoniS 10. Philadelphia 7.
St. Lvilis 6. Philadelphia 2.
In der Federal:
Chicago 4, St. Louis 3.
Baltiinore 6, Brookll)N 14.
Neivark 0. Buffalo 3.
Pittsburg 4, Kansas Citl) 0.
Pittsburg 4, Kansas Citi) 3.
In der 3 I Liga:
Bcr. Staaten iiiiigcii ihr
Urlheil zurückhalten.
S a
A a a
W a I I 2 4 A
land hat hente durch seinen Botschafter
Graf Bernstorff die Ver. Staaten er
sucht, keine endgültige Stellung ziini
Arabic Fall einzuuehnieu, bis der
ganze Sachverhalt bekannt ist. Ties
ivar das erste Wort von Teutschland
seit dem Unglück.
Gras Bernstorsf telegraphirte heute
vou Neiv Vork au das Staatsanit, daß
er dies Ersuchen aus Geheiß s^.iner
Negieruug stelle und daß die deutsche
Adiniralität lioch keinen Bericht über
deu Porsall erhalten habe, ^n der Te
pesche lvird ausdrücklich erklärt, daß.
weun Amerikaner init denl Arabic zu
grunde gegangen seien, dies gegen die
Absicht der deutscheu Negierung ge
schehen sei.
Tas Ersuchen des Botschafters läßt
vermutheu. daß die deutsche Negierung
noch einige Thatsachen iin Hinterhalte
haben lnag, ivelche ihrer Ansicht nach
die Aktion des dentschen Koinman
daiiten rechtfertigen können und
koiniut als der erste Hoffnungsstrahl in
einer Lage, die nlit jeder Stuude des
Stillfchiveigens von deutscher Seite im
iner duukler wurde.
Ju Anbetracht des Ersuchens des
Botschafters kaun dasStaatsamt iiichtS
thiNi. als eine billige Zeit auf loeitere
Nachricht von Berlin zu ivarten. In
zwischen sainmelt das Staatsaint die
Evidenz auS alleu audereu zugängli
chen Quellen, uin die vorliegenden stark
lückenhasten Berichte zu ergäiizen.
Wenn dann der anitliche Bericht von
Berlin eintrifft, lvird die Negieriing in
der Lage sein, ihren Kurs zu bestiin
iuen. Die Wirkung der heiitigen Ent
ivicklung der Lage ist, daß der Fall
noch einige Zeit in der Schwebe blei
ben wird.
Botschafter Spring Rice fcheint
noch nicht zll tvissen. daß die Ver.Staa
ken von Ainerika ani 4. Jiili 1776
aiifgehört haben, eine englische Kolonie
zu sein.
WH
Germania an Columbia.
Erste Note über den Arabicfall.
Deutschland hat noch keinen offiziellen Bericht.
Nild wird blildinöglichst iveiter von sich hören lassen.
Es bedauert aber die Tödtung von Aineritanern Und sagt, die? sei gegen
den Witten der Regierung geschehen Per. Staaten werden die lveite
ren Mittheilungen abwarten und ihr Urrheil bis dahin zurückhalten
U. S. tvollen Hat)ti unter dem Taumen halten Und wenigstens zehn
Jahre die Kontrolle führen Uin den etvigen Revolutionen eiii Ende
zu macheii Untersuchung des Frank Lnnchniordes verkracht Ko
ronersjurt) und Beainte können keinen der Mörder finden Urtheil
gegen die Eastnian 5iodak Co.
den Gouv. Clarke hat die Brüder
28 Jahre ivegeu Mordes
N ew Vo k, 24. Ailg. Wenn es
ein deutsches 1l Boot ivar, das den
Tampfer Arabic torpedirt und dadurch! kurze Ansprache, ivorin er sagte:
den Tod einiger amerikanischer Bürger ..^ch werde deni Kongresz die
verursacht har, so ist dies gegen den willigung einer Nüllion Tollars
Willen der deutscheu Regierung ge
schehen, sagt eine voni deutschen Bot
schafter Bernstorff heute erhaltene Ka
beldepesche. Tie deutsche Negierung
werde solchen Lebensverlust tief bedau
ern und der amerik. Negierung ihre
aufrichtigste Sympathie bezeugen.
Ter Wortlaut der vom Botschafter
erhaltenen und an das Staatsamt
übermittelten Tepesche ivar:
„Sotveit liegt keine offizielle Infor
mation vor i'.ber die Versenkung des
Arabic. Die deutsche Regieruug erwar
tet, das^ die amerikanische Regierung
keine bestiminte Stellung eiilnehmcin
iverde, nachdem sie nur die ch
orr einer Seite gehört hat.
welche nach Ansicht der Neichsregierung
dem wahren Sachverhalt nicht entspre
chen, sondern daß Deutschland die Ge
legenheit gegeben lvird, ebeusalls ge
hört zu Iverden. Obtvohl die Neichsre
gierung „den gutenGlauben" der Zeu
gen nicht anzweiselt, deren Aussagen
von europäischen Zeituugen berichtet
wurden, sollte doch nicht übersehen wer
den, dasz diese Aussagen natürlicher
lveise ill einem Zustande der Aufregung
gemaclkt ivurden, die leicht zu falschen
Eindrücken verführen konnte. Sollten
wirklich Amerikaner ihr Leben verloren
haben, so war dies natürlich gegen un
sere Absichten. Tie deutsche Negierung
ivürde diesen Umstand tief bedauern
und der amerik. Negierung ihre auf
richtigste Siuupathie anbieten."
E
reu!
-Sz
JahlMg 64 Ro 203
^^hr ^'.ionopol soll gebrocven ver
Nain^'barger begnadigt Haben
Die Gout crneil rsko II screIi
st n, 24. Aug. Etwa 30
-'Ä-
Gou
sind.
verneure und Ex (ijouverneure
beute hier zur 3. lährliclien Gouver
neurskonvcntion versammelt, uni über:
das öffentliche Wohl zu berathen. Jnr-
Vordergrund stehen diesinal die Te-F
batten über die ?ialionalvertheidigung
und Marinesekretär Taniels hielt eine-
Be-V
sür
Unterseeboote und Flugzeuge empfeh-«
len, die ich sür die luächtigsten Kriegs-«
ivaffen halte."
riegc'sekretär Garrison wird anr
leyren Tag der Konvention lFreitag)'
el-enfalls eine Nede halten. Goii
verneur Walsh von Massachusetts führt
deii Pcrni? über die Konvention.
Alts dein Staate.
N a a
a t.
es s. 24. Aug. Nathan
und Frank Rainsbarger, die im Jahre
1887 in Hardill Couuti) wegen Er-'
luordung eines Enoch Johnson auf Le
benszeit vcrurcheslt iviirden, sind heltte
von Gouverneilr Clarke begnadigt
worden.
'"Ä
be-
Tie Begnadigung ist eine bedin
gungsweise und verfügt, daß die Brü
der N. drei Jahre lang friedliche und
gesetzachtende Bürger sein müssen, nach
ivelcher Zeit der Pardon ein vollstän-
diger sein tvird.
s. 24. Aiig. Der
Neger T. ^^ones erkletterte gestern
Nacl^^t eine Leiter mit der offenbareir
Ab'icbl, in das Haiis von .«ö. F. Meir
einzubrecheil. ivurde aber, loivie er sich
an einein Fenster deS ziveiten Stock
irerkes zeigte, durch den Kops geschos
sen iind getödtet. Mleir, der den Schuß
abgefeuert hatte, benachrichtigte selbst
die Polizei.
a a
y, 24. Aug. Ter Aarmarbei-
ter Harrn Grispin, 24 Jahre alt. er
schoß heute 5 Meileii südlich vou hier
seiiie Fraii iiiid seiue Schlviegernlutter,
Frau Emma Stiner. iind erschoß sich
dann selbst nnt einein Schrotgewehr.
Eifersucht auf seine Frau soll die Ur
sache gewesen sein.
a
Universitätsprofessor Dr. Liidlviz
Satetzky, der schon wiederholt auf
dem gaUzischen Kriegsschauplatz ge
wettt hat, berichtet: „Mit Freiide
kann ich auf Grund zuverlässiger
Mitteilungen feststellen, daß die Rus
sen die Leinberger Ivifsenschaftlichm
und künstlerischen Institute zieinlich
unberührt ließen. Das berühmte
lÄraf Ossolinskysche Museum und die
Bibliothek, deren jetziger Direktor der
75 Jahre alt- Kepr^chinski ist, der
den Posteit schon seit 35 Jahren in
nehat, blieb verschont und wurde
nicht, wie zuerst behauptet wurde,
nach Rußland verschleppt. Auch die
Universitätsbibliothek blieb unbeschä
digt, und ihr Direktor Dr. Marl
koivskl versicherte mir, daß in ihr
nicht der geringste Schaden angerich
tet wurde. Die öffentlichen und Pri
vatfammlungen der Ruthenen ivurden
von den Ruffen fortgetragen. Große
Verheerungen haben sie in den öffent
lichen und privaten Sammlungen in
der Provinz angerichtet. In der be
rühinten Sobieskisammlung in Pod-,
horze haben sie das beriihmte und
reiche Museum vollständig fortge
führt. In Sieniawa ivurde die Cza-
torisky-Sainmlung vernichtet.
—Wie iiuvorsichtig vou dcm „Royal
Edivard" ohne die üblichen anierikani
schen Bedeckuiigs Passagiere zu fah-
Tas reiche England lvill „Short
tlNie-Bonds" ausgeben. Es will die
Papiergeldpresse nlvbit inachen.
,!lk

Peoria 6, Moline 3.
Peoria 2. Aioline 1.
Blovinington 7. Davenport 1.
Qjuincy 3. Freeport 4 (11 Ins.)
O.uincy 3, Freeport 2 (7 Iiis.)

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