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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, August 26, 1915, Image 1

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1?
O
219—221 4. Str. DaveMM, Ja.
Gräben genommen haben und dieKäm
pse im Süden sich auf Artilleriefeuer
uud Schannützel beschränkten.
Ueber Athen wird der Central News
W '(ziveifdlhafte Qlttelle) auch berichtet^
K' dasz ein russisches Fliegergeschwader
ani Montag die asiatischen Vororte von
Konstantinopel bonlbardirt und 41
Personen getödtet oder verwundet habe.
Das offizielle Prehbüro berichtet
heute Abend, das die letzten Operati
onen auf Gallipoli die Engländer in
Stand gesetzt hätten, ihre Stellungen
auszudehnen und ihre Linien auf einer
Front von mehr als 12 Meilen zu ver
binden.
W De a'^r Ä'e ch t^
Paris. 25. Aug. Offiziell. Im
Artoisdistrikt nördlich von Arras gab
es gestern Nacht wieder lebhafte Artil
W leriekämpfe. Nahe Souchez und Neu
W ville kam es auch- wieder zu Nahkäm
pfen mit Handgranaten.
In den Vogefen kam es gestern auf
Az dem Barrenkopf zu Kämpfen mitHand
granaten und ein französischer Flieger
warf gestern Nacht Äockiben auf den
Bahnhof von Lörrach in Baden, 28
Meilei, südwestlich von Freiburg.
a a
W'7' Berlin. 2ö. Aug. Nur dilrch
Nachhutsgefdchte aufgehalten,
ßj die Armee .Hindenburg jetzt aüf Wiltict
vor und die Einnahme diefbd Stkdi!
dle ein wichtiges Glied der WarscHau-
Petersburger Bahn bildete wird lN tve
nigeu Äagen ertvartet.
Sowohl KojMo wie KotveI, die
äusjersten Cnddn der russischen Ver
theidigllNgÄitne, deren Centrum Brest
Litowsk ist siud in Händen der Teu
touen lind uiid Bjalistok
werden bald eingeschlossen sein^ und dib
Nussdn werden, wie hier, geglaubt
wird, ihrktt letztdn E^nd' hinter deÜ
Forts vou Brest Ätpwsk nehmvu.
Trotz dps sui^ipfiAtt^ GdlÄtideS i'M
Brest Litowsk nimmt die Einschlie
hung einen befried'igeilton Verlauf.
An den westlicheii und siidwestlichen
Fronten sind die Russen schon aüf ihre
««d dtt ck»k«nNM ^^itS dWchb»«ch«n^
2 A a
Die russischen Auszönstellungen süd
westlich der Festung Brest Litowsk
wurden gestern von der Armee Macken
sen durchbrochen. DesWeiteren sagt der
offizielle Bericht:
Die ArmeegruppeHiudenburg mach
te in erfolgreichen GefechtenD^uahe
Birschi 750 Gefangene General Cich
IzornS Armee drang weiter oftivärts
vor und uahm 1LOO Russen gefangen
die Armee v. Scholz erreichte Berec
Zowska, nahe Knhsziu und überschritt
den Narew südlich von Tykocin der
rechte Migcl der Annee Gallivitz er
reichte Orlanka und machte 1400 Ge
fangene, während die Armee des Prin
zen Leopold von Bayern einen Angriff
im Korst von Bialoweska abschlug und
1700 Gefangene machte.
Deutsche haben wieder 5K00 Gefangk^ und die Oesireicher
auch einige Tanse
WWK
Der Krieg.
Rußlands verzivvifelte Finanzlage dicht vor d'^mi SlaMvankrvtt.
I'M
Loi,doner Kannegießcreien über den Äalkanbund Haben keine reelle
Grundlage Auch die Siegesberichte von den Dardanellen sindSchwin
V/ del Im Vorwort loird Erfolg behanptet In, Nachtrag Ivird „mit
Bedauern gemeldet" Tab es wieder nichts war Gute Hoffnung
in Berlin, daß die Streitfrage mit den U. S. giUlich beigelegt ivird
Deutsche Regierung scheint nachgeben zu »vollen Sir Ed. Gre»), der
Vater der Liige, zeiht den deutschen Reichskanzler der Wortverdrehung.
KG
Im Westen schlugen wir Angriffe in
den Vogesen ab. und nahmen bei Son
devnach einige Grabentheile zurück, die
wir am 17. verloren Hatten. Nahe
Nienport (Flandern) lvurde ein fran
zösischer Doppeldecker abgeschossen. .
al kaI.h^ci^^^e Ausna^m^Hwes.kleinen Streifens
23. Äug. Die Balkn^ eytläng Der neuM Mrcnze.
staaten sind oHne Zweifel näher der
Ent^'cheidtmg i'iber ihre zukünftigen.Be
Ziehungen zu den kriegführenden Mäch
ten (jeder Tag bringt sie selbstver
ständlich einen Tag näher), aber so
weit ist noch kein bestimmter Schritt
zur Erneuerung des Balkanbuudes ge
nommen worden und die gestrigen auf
regenden Gerüchte, daß Bulgarien an
die Türkei den Krieg erklärt habe und
mithelfen werde, die Dardanellen zu
erobern, haben sich nicht be^'tätigt.
W Ueber die Dardanelleukämpfe vom
!N 20. bis 23. August wird berichtet, das
die Engländer im Norden der Halb
insel Gallipoli 300 Dards türkische
Außenforts zurückgcivorfeu undWmm
Norden haben sich die Bayern bis we
nige Meilen östlich der Eisenbahn nach
Biels! durchgekämpft und den östlichen
Theil des großen Waldes von Bar
lolvieski befetzt.
Die östr. Streitkäfte, die gestern
Kowel genommen haben, rücken weiter
nördlich vor und haben eine große An
zahl von Gefangenen gemacht.
N a a a
2 A N a
Die Balkankrise nahm heute vonl alli
irtenStandpunkte aus, gemäß deu vor
liegenden Berichten, eine günstige
Wendung. Serbiens Antwort ist in
Rom eingetroffen nild ..nian glaubt",
daß die Hauptpunkte zugestanden wer
den, welche die Alliirten ini Namen
Bulgariens verlangt haben, um des
sen Mitwirkung im Krieg zu erreichen.
Bekannt ist, daß die Note der Alliirten
von Serbien die Abtretung desjenigen
Theils von Mazedonien an Bulgarien
verlangt hatte, der durch den serbisch
bulgarischen Vertrag vbn 1912 gedeckt
war. Sollte Serbien dies zu
gestehen, wie die Diplomaten erwarten,
so würde die Hauptstreitfrage zwischen
diesen beiden Ländern erledigt sein.
Sollte diese Zone noch offen für
weiteren Streit bleiben, so wird der
Vorschlag gemacht, dieses Gebiet zeit
weilig durch Truppen der alliirten
Mächte besetzen zu lassen. Diese Zone
ist ein unwichtigerAbschnitt, ausgenom
men der die Stadt -Monastir umgeben
de Theil.
Griechenlands Antwort ist noch
nicht bekannt, aber eine günstige Hal
tung wird erivartet. Sollten die Bal
kanstaaten zusammengebracht werden,
sagen die Diplomaten, so bleibe nur
noch die einzige Frage übrig (die aber
die Hauptfrage ist), in welcher Weise
Bulgarien die Alliirten unterstützen
werde.."
a N a
a n.
2 5 A
offizielle Bericht, welcher Fortschritt
auf der Gallipoli Halbinsel meldet,
fi'tgt hinzu, daß das geivonneiie Ter
rain zivar von großem Werthe sei, aber
das wahre Ziel noch lange nicht erreicht
.sei. Zll Anfang des Monats hätten
die Australier uud Neuseeländer zwar
die Kämme der Höhen von Sari- Bahr
und Chansk Bahr an der Westküste
der Halbinsel erreicht, hätten aber wie
der zurücksallen müssen, weil die neue
Landungstrnppe an der Snlva Bai
nicht den erivarteten Fortschritt mach
te. Ein anderer Angriff wurde am
Sanistag gemacht, aber die Engländer
konnten die Höhen lvieder nicht neh-'
britische e.ul st zu. behaup
te!^ aber, daß die derTürkeu noch schwe
rer gewesen feien. .l.
.k.^" Wiener Ä!eldung.
W 2 5 A
Bericht vou gesteru Nacht hatte folgen
den Wortlaut:
..Nordivestkich v'oi: Brest LitowSk
wurde der Keind nach lzeftigem Wider
.stand zurilckgeltiorfeu. der letzten
SchlaD hat die ünter denr Befehl Erz
herzog Franz Ferdinands stehende Ar-^
mee 1300 Mann und 4 Offiziere ge
fangen genoinmen.
„Siordöstlich von Wladojva jvärfen
die dentschen Verbündeten -den Feind
von neuem zurück und gclvani?en an
Boden. Deutsche uild österreichisch-un
garische Kavallerie zog -nuf der Ver
folgung des Feindes in die Stadt Ko
wel (bedeutender Eisenbahnknoten
punkt) ein und rückt jetzt in nördlicher
Richtung vor."
Die amenkanischen Waffenfabri
ken lverden Ueborzoit arbeiten nlüssen:!
.General Eichhorn hat bei Kvwno 2!k0
Geschütze erboutet.
.. UM.
MNmKmgsMchrichtell.
GHM
a
a
2 5 A a
Botschafter Gerard besuchte gestern
Abend den auswärtigen Minister
v. Jagow und ersuchte unl Informati
on beziiglich der Versenkung des Ara
bic. erfuhr aber, daß die Regierung
noch keinerlei offizielle Nachricht über
diesen Fall habe.
Heute Nachmittag erhielt der Bot
schafter eine Einladung von Jagow.
ihn zu besuchen und er verließ eine
Lunchgesellschaft, um der Einladung
nachzukonlmen. Die Konferenz dauerte
eine halbe Stnnde. doch ließ der Bot
sckzafter nichts über deren Inhalt ver
lauten.
Obivohl die Lage noch keineswegs
klar ist, deuten doch alle Anzeichen da
rauf hin. daß ein nmßigerOptimismus
berechtigt scheine und ein Ausweg aus
der Verwicklung zu finden sei, selbst
wenn sich herausstellen sollte, daß der
Arabic ohne Warnung torpedirt wur
de. Die deutsche Regierung hat indes
sen noch keinen Grund, diese Voraus
setzung als richtig anzunehmen, sie ist
sich aber offenbar der heiklen Natur der
Lage bewußt und wünscht eine Krisis
zu! verhüten.
2 5 A a
2k.) Wenn der Kommandant des
deutschen Unterseeboots bei der Ver
senkung des Dampfers Arabic sei
ne Instruktionen übertreten haben soll
te. wird die deutsche Regierung den
S a a S a a
tion geben. So erklärte der Reichs
kanzler v. Bethnlann Hollweg heute
Abend denl Korrespondenten der Ass.
Preß in einer Interview.
A a
a n. ..
i.. .it ..I
2 5 A S E a
Grey übergab der Presse heute Nacht
seine Antwort auf die Rede des deut
schen NeichMuzlers. worin dieser die
Beschuldigung erhob, daß Belgien seine
Neutralität an England und dessen
Alliirte verschachert hätte, bezüglich
der von den Deutschen in Brüssel ge
fundenen Dokumente, welche ein Kom
plott Belgiens mit England gegen
Deutschland beweisen sollen, erklärt
Grey, daß diese Abmachung nur auf
den möglichen Fall Bezug hatte, daß
britische Truppen nach der Verletzung
belgischen Gebiets durch Deutschland in
Belgien einziehen würden.
Des Weiteren sagt er: ..Der Reichs
kanzler citirte eine einzelne Stelle aus
meiner Rede von: 3. Anglist 1914. inn
zu beweisen, daß tvir bereit sür den
Krieg waren. ?lber gleich inl nächsten
Satz, den er nicht citirt hat. sagte ich:
..Wir werden in diesem Kriege leiden
und wie ich befürchte, schrecklich, ob wir
ntitmachen, oder bei Seite stehen."
Ich überlasse es einem Jeden,
außerhalb von Deutschland, uni sich
selbst die Frage zu beantworten, ol)
dies die Worte eines Mannes waren,
der den europäischen Krieg herbeige
wünscht und geplant hat. oder die eines
Wllannes. der dafür arbeitete, ihu zu
verhüten."
..Bezüglich der anderen uiil^ 'zuge
schriebetien Erklärung (bei der Verab
schiedung des deutschten Bbtschasters)
habe ich nie etwa? so Lächerliches oder
Unw'ahres gesagt, als dnß wir im In
teresse DSUtschlNNds in den Krieg ein
treteil, in^ der Absicht, Nußland in
SchlÄllken zu halten."' Zlnn Schlus
wiederholt Gtey die cilte/Leier (und
Lüge), daß Deutschland alle seine
Schiidsgerichtscinorbietilng0ll (zuv
BeilegUtig das austto serVisiHen
S a a
S
L'ondo n, 25. Aug. Die Fischdam
pfer Jtitegöity und Abung Fmlik von
Lowestoft^ wl^rde'li heUte von' ei^lein'
deutschön bers^l^kt. D^e
sind gelandet.
Mlch der brUVsche Oe^d^ampfer Sil
via,'5200'ToiMen, wurde versenkt.
u. 25: Aug. Eill feindlicher
Flieger warf gestvrll Abend Bomben
aüf das Städtchen Off uÄ u'r
das äWrhalI der Kriegszolle libgti
Der Sachfchädeil war unbedeutend^
aber 12 Nviliften Äurden verletzt»
einige^schwer. .F
(Offeiibtlrg ein Fabn?p?a!tz bo'N
etlvcs! 1'4,000 Einwohnern in Bäd'eNt
19 !^eilen fildWeftNch von Karls
rllhll.)
a a
iin. 25. Aug. (Via Say-
ville.) Die Vossische Zeituilg veröffent
.licht eiueir steuvgraphischell Bericht
über die in einer goheiinen Sitzung de?
Finanzcolnmittces .^'deS- russischeu
Stantsrathes stattgeflllldenen Bera-
Donnerstag, de« SS. August tStS
thuugen über die finanzielle Lage des
Reiches. Graf Kokowzeiv, früherer
Premier- und Flnanzininister, sagte
nach der Vossischen Zeitung, daß die
Volksanleihe nur 400,000.000 Rubel
als Resultat gebracht habe anstatt eiile
Milliarde. Ivie erwartet wurde. Er
sagte ferner, daß eine ulibegrenzte
Ausgabe von Papiergeld den nationa
len Bankerott nach sich zieheil würde.
Fillanzmilnster Bark erwiderte, daß
eine Anleihe iln Ausland unter den ge
genwärtigen Ulnständen nicht in Frage
koinlnen könne da Frankreich und
England lncht imstande sein ivürden,
eine russische Anleihe linterznbringen.
da diese Länder seilisr finanzielle
Schwierigkeiten Haben. Paris lind Lon
don haben Rußland versprochen, ihln
G!eld zu borgen, sobald ihre eigenen
finanziellen Schwic^rigkeiten beseitigt
sind.
Staatsrath Prof. Osaro gab die Er
klärung ab. daß Rußland bald vor
eil^er finanziellen Katastrophe stehen
werde. Von den Verbündeten sei nichts
lnehr zu erwarten ^ind die einzige
Möglichkeit wäre die Aufnahine einer
Anleihe ill Alnerika. wenli auch zu
schjveren Bedingungen. Er befürworte
te, daß die Regierltng 150 Rubel in
Papier für 100 Rubel in Gold gebe
und alles Gold, alle Juweleli und
Werthsachen von Privatleuten konsis
ziren solle. Politische Kreise betrachten
diese Konferenz als die llnverlneidliche
Bankrotterklärung Rußlands.
Telegraphische Nvtizcir.
25. August.
Baseball. In der N a ti a
Boston 2, Chittigo 0.
Philadelphia K, Ciilcinllati 0.
Philadelphia L, Cillciilnati 5!^
Neiv Aork 5, Pittsbilrg 3.
New Nork 7, Pittsburg 9.
Brooklyn. 3, St. Louis 5.
Brooklyn 3, St. Loilis 2.
In der A a n:
..M 4, Washington 7 (14
Ins.)
Cleveland 2, ?tew Aork 3. .'
^. Detroit 1, Boston 2 (13 Ins.)
St. Louis 5, ijMladelphia 3.^
Ill der Fede r"^'
Chicago 2, St. Louis 4.
Chicago 4, St. Louis 2.
Pittsburg 4. Kansas City 0.
Newark 3. Busfalo 4.
Bc lti,nore 1. Brooklyn 5.
Baltilnore 4. Brooklyn 2.
In der 3
I- Liga:
4. Nockford 5.
Der jüngste Leutnant.
Das Jnfailterie Regiinent No.
154 hat seineln anr 25. April gefalle
nen jüngsten Leutnant auf dao Grab
folgendes Gedicht gesetzt:
In Frankreich liegt sein Grab inlWald,
VolN hellen Buchengrüll beschattet.
Er Ivar erst sechzehil Jahre alt,
Der unter Blllillenliegt bestattet
Jin Lenz.
Erst sechzehll Jahr lind schon eiil Held.
Zunl Mann gereift iil großell Zeiten.
So hat ihn ein (jesclwß gefällt:
Es galt Zllln letzteil Stitrin zli schreileil
Jln Leiiz.
Er war die Freiide der Genosseil,
Der Jnilge nlit deil zarten Zügeii:
Für Delitschland ist seiil Bllit geflossen.
'Und sterbend sah er Dentschlaiid siegeil
Im Leiiz.
Die MS^kte
Produkte.
a 2 5 A
99-/2 Sept.. 97'K Dez.
Korn 73»/, Sept., Dez.
Hafer Tcpt., Dez.
^treidi: für Bnar: No. 2 rother
Winter 106i/^—Kvrit No. 2
Kl Stan'dard Hafl^'r, treu, 40^/.^ bis
Moggen Nv. 190—102.
Gerste 50—tZ?.
Bich und Provisivne».
a 2 3
'Zusllhr 17,000. Stiere P6.00—10.
V0: Mhe und Rinder, P3.25—8.75
Niwer P3.00—12.00.
Schweine Znfiihr 19,000. 5c
höher zu P6.25—7.85 zumeist !s6.55
bis 7.45.
Schafe Zufllbr 18,000. Stetig
Zll P5.(Z5—(1.25'. Läiuiuer ^6.75 bis
^8.?!).
Geflügel 13c jÜ'W Hiihuer
16-^17c.
Bilttdr Creainery 22—^24c.
Eier 21—22V:z.r.
SkNSM
WKKM'"ä
Deutscher PaKor bei Gatt) ermordet.
W a
a I 2 5 A a E
lnund Kayser von der evangelisch-lu
therischen St. Jameskirche im Vorort
Tolleston wurde gestern Nacht ailf ei
neiu Bauplatz neben feineln Hause er
mordet gefnndell und die Polizei
glaubt, daß er von alliirten freund
lichen Slaven ermordet ivurde.
Rev. Kayser hatte offen für die
deutsche Sache Partei ergriffen und
mehrere Drohbriefe erhalten, än deren
einem gesagt war:
..Ehe die Blätter welk auf den Bäu
men werden, werden Sie auf der Bah
re liegen. Ziehen Sie fort, oder
Dynalnit wird Sie fortbringen."
Pastor Kayser war 40 Jahre alt
und in Bayern geboren. Seine Frau
und Kinder ivaren abwesend und zu
Besllch bei der Mutter der Frau Kay
ser in Grand Rapids, Mich. Dem An
schein nach tvllrde Rev. Kayser in sei
nem Hause erlnordet und dann auf den
leeren Bauplatz herausgeschleist. Ge
raubt war nichts.
Der Pastor hatte vor einen? Mollat
beim Polizeichef um Erlaubniß nach
gesucht, einen Revolver trageil zu dür
fen. weil sein Leben bedroht sei.
Postlneister .H. R. Snyder von Tol
leston sagt, es sei eine Frau in dein
Falle gewesen. Kayser habe seit Mo
ilaten anoilylne Drohbriefe erhalten,
lvorin er gewarnt wurde, seine Be
ziehungen zu einer Frau in Gary auf
zugeben.
Tie Polizei glaubt heute Nacht,
daß der Mord von Mitglie
dern-^ A der eigenell Gelneinde
des Pastors verübt lvurde und nichts
init Politik oder dein europäischelMrieg
zu thun hatte.
Polizeichef Pontus Heinz glaubt
eille Spllr von den Mördern zu haben.
Er sagt, es habe eine Spaltung in der
Gemeinde bestanden wegen der Thä
tigkeit des sächsischen Krankenunter
stutzungsvereins. Dieser Verein wollte
eine Tanzhalle erösfilen, wogegen der
Pastor opponirte und darüber sei die
Spaitullg entstanden.
Roosevelts Kriegskoller.
a
ll De cha ln a r.
Plattsburg, N. U.» 25. Aug.
heo. Roosevelt hielt heute Abend eine
Kriegsrede iln hiesigen Militärinstruk
tionslager und behauptete, daß die
U. S. seit 13 Monaten eine schmach
volle Rolle gespielt hätten, indein sie
der Vergetvaltigung der Schivachen
(Belgien) und der Erlnordung unserer
eigenen Leute auf hoher See unthätig
zusehen. Die Negierung habe keinen
chritt zurVertheidigung unserer Rech
te gethan und die Kriegführung
entschlands sei brutal und unlnora
lisch gewesen. Die amerikanischen Mu
nitionsfabrikanten seien nicht nur be
rechtigt, sondern aiich inoralisch ver
pflichtet, den Alliirten Kriegsmaterial
zur Befreillilg Belgiens zu liefern.
Lager wie dieses seieil das beste Ge-
A nl a us. Die Ereignisse
des letzteli Jahres hätten uns gezeigt,
daß der Bindestrich Alnerikaner in
zeder Krisis eine Gefahr für Alnerika
sei. Es gebe keine besseren Bürger
iln Lande, als die von deiltscher Ab
stalnlnllng, ivenn sie aufrichtige Alne
rikaner seien und liichts allderes, aber
„der professionelle Delitschamerikaner"
habe sich in dell verflossenen 12 Mona
ten als ein Feind dieses Landes sowohl
als der Hlilnallitnt erlviesen.
Znln Schluß sagte der streitbare
Oberst: „Ich beanstande die so häufig
gehörte Erklärung, daß wir beiln Prä
sidenten stehen lnüssen. Ich stinlllle nur
linter der Bediilgulig zu, daß der Prä
sident beiin Lande steht. Männer, die
a
glauben, oder ail die Ersetzung der
Arlnee und Flotte dl^'ch Schiedsge
richtsverträge. sollten sosort nach
a auswandern. Solche Männer
sollten so schllell lvie luöglich (als un
erivünschte Bürger) abgeschoben ivor
den."
die in deiu Gebäude No. 40i. Ost
124. Straße, Nelv '^ort, arbeiteten,
retteten sich, ohne deil geringsten An
laß zu einer Panil zu geben, über
die Feuernotleitern auf die Straße,
als 'turz vor sechs Uhr abends ein tm
dritten Stockwerte entstandener Brand
das galtze einzuäschern drohte.
Das bald ill yeUen Flammen stehende
dritte Stockwerk wurde von der Fir
ma Jewel «8: Co. zur Herstellung von
Zucketwaren benutzt. In dem bren
nenden Stockwerk waren 30V Mäd
chen beschäftigt gewesen, während 200
weitere Ardeiterinnen sich in anoereu
Stockwerken befanden, als daS Feuer
ausbrach. Der Schaden beträgt 25,
000 Dollars.
-.B
.M' fA
Alls der Bllndcshinlptstadt
A
W a 2 5 A
dent Wilson ist nichtofsiziell, abe»: von
einer dein deutschen Botschafter nahe
liegenden Quelle benachrichtigt, daß die
nächste Berliner Mittheiliing in Bezug
aus den Arabicsall die Ver. Staaten
lvahrscheinlich befriedigen werde. Ta
der Botschafter gestern schon auf Wei
sung sciiler Negierung dem Staatsamt
erklärt hatte, daß es gegen die Absicht
der deutschen Negierung war, wenn
Alnerikaner beiln Versenken des Ara
bic zu Tode gekominen sein sollten, so
wird dies als ein Vorzeichen betrachtet,
daß Deutschland irgend einen für die
U. S. befriedigenden Vorschlag be
züglich des Angriffes von Unterseeboo
ten auf Passagierschiffe, die keine
Konterbailde führen, Zu machen be
absichtige.
Natürlich ist noch nichtsGewisses da
rüber bekannt, welcher Art der deutsche
Vorschlag sein wird, aber schon die Ge
wißheit, daß inan in Berlin den auI
richtigeil Äjunich'hegr, den Bruch inn
den Ver. Staaten zu verhüten, hat die
Lage bedeutend gebessert.
Bisher hatte Deutschland die Stel
lung eingenomlnen, daß neutrale Pas
sagiere ein feindliches Schiss inckit vor
Angriffen schützen könneil, uinsoiveni
ger wenn es Kontrebande führe. In
seiner Antivort auf unsere Lusitania
Note inachteTelitsäiland t'ekanntlich deil
Vorschlag, geivisse Schiffe zu bezeich
nen, die vor Angriffen beivahrt blei
ben sollten, aber die ainerit. Regierung
lehnte diesen Vorschlag glatt ab. Tie
hiesigen Beamten sind letzt neugierig
auf den zu erwartenden neuen deut
schen Vorschlag.
Präsident Wilson irmuscht den Bruch
lnit Delitschland zii verineiden, aber
ohne irgendwelche neutrale Rechte
preiszugeben, für die er „iin Namen
des Völkerrechts lind der Hullianitat"
einsteht. Tie heutige Nachricht, daß
Deutschland seine sreundschaftlichen
Beziehlingen lnit deil Per. Staateil zu
erhalten wünsche ilnd die nächste Mit
theilung von Berlin „von zufrieden
stellendein Charakter" sein werde, ging
dem Präsidenten von Freunden des
Botschafters Bernstorff zu.
An Botschafter Gerard sind keine
nelien Jnstrliktionen gesandt worden,
doch lneldet eine helltige Kabeldepesche,
daß er voln deutschen Auswärtigen Mi
lnster v. Jagoiv zli einer Koilserenz
eingeladen lvurde.
PräsidentWilson unterzeichnete heu
te eine Neutralitätsproklamation be
züglich des Krieges ztvischen Italien
und der Türkei.
a a a a
Das von Staatssekretär Bryail in
die Diploinatie eingeführte Trallben
saft Regilnent ist von dessen Nachsol
ger Lansiisg wieder aufgehoben »Vör
den. Lailsillg gab seiil erstes diplvlna
tisches Diner Montag Nacht zu Ehren
des brasilischen Gesandten iil Mexiko,
Cardozo de Oliveira, und allderer la
teinail^erikanischen Vertreter und ließ
Wein austischen. Lansing hat nie init
Bryans Totalabstinellz Jdeeil iiber
eingestilnlnt.
E il ll ll er ll ch
S
Gllstas Kopsch, öill jlinger Deutscher
voll 27 Jahreil. der 2 oder 3 Jahre inl
Lailde ist und ein Angestellter der hie
sigen Carnegie Jnstitlltion. ivnrde
hellte Abend verhaftet, lveil er Photo
graphien von inilitärischeiiWerkeii auf
geilolnlnen hatte, nalnentlich von deil
Werken llild Geschiitzeil von Fort Moii
roe und Cape Henrti. Va. Ter Arre
stant hat noch keine Erkläriiiig gegeben,
zu welcheln Zweck er diese Photogra
phien alifnahln.
Befriedigende Antwort im Arabic-FM zu
erwarten.
Wie Präsil^ent Wilson benachrichtigt ist.
Deuts^and wird Satisfaktioii geben.
Wenn der betreffende Offizier seine Instruktionen überschritten hat.
:o soll der deutsche Kanzler einein 5torrespoildeniel erklärt haben Es heiszt
also vorläufig „Hahn in Nuh" '.'!nr der Naiihreiter Oberst Teddl,
.. brüllt Ei: möchte die ^'riedenzsreiindc liach China deportireil Und
erklart die Bindestrich Aiilerikaiier fnr ciiie nalioilale siiemhr
^elitscher Pastor iil ^ollestoil liei Galli, ^nd., iil geheiiiinißviiller
Ä? Weise erinordet Erträge von Kleingetrcide in ^^oiva grosz, aber die
Qualität schlecht Und Ai!ais ilocb stark rncksräiidig.
Jahrgaug K4 No. 204
Aus dein Staate.
E il il W r.
2 A a
Blilletin fur die n,ir dein 23. deeiidete
Woche besagt: Eine iveitere Woche
zieinlich guteil Wetters hat deni Fort
schritt der Farmarbeiten lind denl
Wachsthulll des Korns nachgeholfen.
Jminerhin ivar die Teinveraliir erliev
llch unter norinal und luehrere Nachte
iraren sehr kühl. Anl Morgeil des 20.
wurde sogar ein leichter Frost ln zivei
Coiinties lAiidiibon und Craivford^
versvlirt. Ties war die vier^ebntc Wo-^
che mit einer Tiirchschnittitemveratur
von unter ilorinal. Jln Gaiizeil war
die Woche zieinlich trocken, aber viele
Gegenden erhielten starke ortliche
Schauer, welche die Farinarbeit einen
oder zwei Tage störten.
Tas Aufschobern von Getreide ist
nahezu beendet und das Treschen geht
so schnell vorail,'als das Wetter er
laub!. Treschberichte ergeben gute Er
trage von Kleingeireide. aber Ziiineist!
a
In Anbetracht der kühlen Witterung
steht Korn so gut. wie niir erivartet
werden kann und einiges frühgepflanz
tc näbert sckan der Reife, wäbrend
viel von dem spatgepflanzten noch nichts!
einmal Seide (oder Troddeln) ange
setzt hat.
Die dritte Alfalfa- und zweite Klee
ernte sind schnittreif und beide ergeben
einen reichen Ertrag. Kartoffeln, Gar
tengeinüse, Obst und Weiden sind iir
guteiu Zlisrande. Auch der Bodeil isr
fur das Hertistpflügen in guteinStand,
aber loegen anderer dringenderer Ar
beiten bat das Pflügen noch ilicht be
gonnen.
S a a a
Mi s, 25. Aug. Tie 01.
Joiva Staatsfair Ivurde heute hier er
öffiiet und Ivird ain 3. Septeiirbeo
schließen. Ter Zustroin von Besuchern
aus allen Theilen des Staates bat
heute früh begonnen.
Tie Viehau-?srellung ist wie ge!löhii
lich die Hauptsache und fur etwa ?2,
000.000 Vieh und Pferde siild ausge
stellt. Abgesehen von den Schnellig
keitspreisen ii, den Pferdereniien siiid
ail'Prainien für Pferde,
Viel?, Schweine, Schafe etc. ausgesetzt.
Eine Folge des europäischeil Krieges
ist, daß weniger iniportirte Zugpferde
als sonst ausgestellt stnd. aber lunso
mehr Pferde von Jowaer Zucht.
N a il a s.
A a IN a, 25. Aug. Frailk lind
Nathan Rainsbarger wurdeil heilte
Voriuittag aus der hiesigen Strafail
sialt entlassen, nachdenl ste fast dreißig
^ahre hinter Gefangnißgittern ver
bracht harteil. Tas Verbrechen, wegen
dessell sie verurtheilt waren, ivar die
Erinordliiig von Enoch Johiisoii, dem
Sckitviegervater Fraiik Naiilsbargers,
iiil ^^abre 1884 iii .«^irdiii Colliitli,
desseil Lebeil die Brüder für ^20,000
versichert hatten.
Als das Overgericht iiN Jahre 1837
ihre Verurtheiluiig bestätigte, ivar Na
thaii R. 34 uiid Frank 27 Jahre alt.
Jeyt stnd die Briider resp. (2 und 55
Iahl'e alt.
Die Freigelasseneil wiirdeil von
Freunden in einein Autoiiiobil abge
holt und nach der Farin eiiier Taiite
ilahe Iowa Falls gebracht, Ivo sie die
ersteil Wochen ihrer Freiheit verleben
werden.
a
il s. Studiosus Buinmel (in Gegen
wart seines Onkels zu seiner Wir
tin): „Frau Müller, ineinein Onkel
ist llngünstiges über ineinen Lebens
wandel mitgeteilt worden. Bitte, äu
ßern Sie sich inal: .Hat lnich jemals
einer von den Nachbarn betrunken
nachhause koininen sehen?"
Frau Müller: „I woher denn! Die
Leute halten Sie für einen ^anz soli
den jungen Mann sie meinen alle,
Sie seien Kellner in einem Nacht
cafe."

Moline 2. Nockfl!rd 0.
.Bloolningtn 3. Quincy 7.
-B 7, Quincn 5.
Davenport 3. Freeport 5.
Drvenport 12, Freeport 5.

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