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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, December 08, 1915, Image 5

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Drr Krieg in Klaire Mnrtion
Von C. A. Bmttcr.
Bluntvill'e! -^Auf dem Blihnsteig
lebhaftes Treiben, buntes Durchein
ander. Der Expreß der Chicngo
RoÄ Jslnnd- und Pacific-Bnhn wnr
die einzige Verkchrsgelegenheit des
Oertchens, und auch er hielt nur
kurze Zeit an.« Hastiges Drängen
nach dem Bahntvagen, laute Rufe,
knarrende Gepäckwagen. Um all die
ses Treiben unbekümmert, stand eine
größere Gruppe von Männern,
Frauen und Kindern etwas abseits
vom Gedränge. Die Frauen wein
ten und klammerten stch an die Män
ner, die im Begriff standen, abzurei
sen. Man küßte sich und küßte sich
immer wieder, als gälte es einen Ab
fchied fürs Leben. In Ämerita ist
man es nicht gewöhnt, Gemütsbewe
gungen öffentlich zur.Schau getragen
zu jehen. Den !1ieisenden, oie die
jen Abschied mit ansahen, war es
bald klar, daß sie Ausländer vor sich
l)atten.
In den Wagen kletterten, als die
^ugbeamten energisch zum Einsteigen
aufforderten, sechs 'stramme Männer
mit Bündeln. Die gleichen, die drau
ßen von ihren Lieben Abfchied ge
nommen hatten. Sie setzten sich
auf drei Doppelsit^e hintereinander
und gaben sich ihren triiben Gedanken
hin.
„Hugo!" rief mit einem Male ei
ner der amerikanischen Passagiere
laut durch den Waggon. „Wie kommst
Du hierher und was hast Du im
Osten zu suchen?"
Der Angerusene fuhr aus seinem
Brüten auf. „Pendleton!" rief er
und ging auf ihn zu. „Das nenne
ich ein Wiedersehen! Vier Jahre ist
es her, daß Du Bluntville verlassen
hast." Er sprach das Englische mit
unverkennbar deutschem Akzent. „Was
ich ^im Osten suche? Ich und die
da er deutete auf^ seine Reisege
fährten „gehen noch viel weiter
östlich, als Du glaubst. Wir gehen
nach Deutschland, um gegen unsere
Feinde zu kämpfen."
Pendleton begriff nicht recht. Wie,
sechs gesunde, kräftige Männer, die
seit vielen -Jahren in Amerika ihr
Heim gefunden hatten, denen es recht
gut ging, die hier Familie, Freunde,
Bekannte befaßen, deren Lebensin
teressen dcch schon völliA im amerika
nischen Boden wüWten.:-— diese
Männer gingen steiwillig 'tn die alte
Heimat zurück und s^^tzten- ihr Leben
nuss Spiel.in eiftem Kvieg, der sie
gar nichts anging?-LiHen ihre^ Frau^.
en vielleicht als WitUen^ ihre Kitt
der als Waisen ^Nrück? Wofür?
Warum? Wo steckt Äci der gesuMe,
Menschenverstand?^
Während die beiden noch in eifri
gem Gespräch begriffen Waren, hielt
der Zug in HarlingtoM Liner kleinen
Fabrikstadt mit' ^iner ziemlich starken
französischen Kolonie. Auch dort
gab es auf dem'Bahltsteig Abschieds
szenen. Mehr .Temperament und
mehr Geräusch als bei den Deutschen
in Bluntville !.es ging aber auch
schneller vorüber: Fünf französische
Reservisten besttegen den Zug und
nahmen im Raucherabteil Platz.
Um sieben Uhr abends entstiegen
viele Amerikaner, die sechs Deutschen
und fünf Franzosen denr Zug. Man
war in Blair«: Junction eingetrof
fen, wo die nach New Jork reisen
den Passagiere- umsteigen und den
Expreß der Baltimore- und Ohio
Bahn libwarten mußten, der in
zwölf Minuten fällig war. Zu ihrer
nicht geringen Bestürzung erfuhren sie
vom Stationsvorsteher, daß die New
Aorker Expreß heute überhaupt nicht
kommen werde. In Illinois sei
das Geleise dürch .Hochwasser un
fahrbar geworden. Die „New Aor
ker" müßten also volle vierundzwan
zig Stunden in Blairs Junction zu
bringen.
Nette Aussichten! Die ganze
„Stadt" Blaire bestand, wie die Rei
senden bald genug erfuhren, aus dem
Bahnhof und dem Ba^hnhof Hotel.
iUnd diefes „Hotel" hatte vier Zint
mer mit sechs, im äußersten Notfall
acht Retten. Und sechsundzwanzig
Passagiere^ warteten aus Unterkunft.
.^Jn den vier Zimmern wurden die
-weiblichen Reisenden, so gut es ging,
'untergebracht.. Was sollte aber mit
»den achtzehn Männern geschehen?
Der Wirt sah keine andere Mög
lichkeit, Unterku'pft.' zu befch^/fen als
den geräumigen Speicher im Anbau
zu leeren und so gut es sich machen
-ließ, sür eine-Nacht wohnlich herzu
richten. Da müßten aber die Deut
schen mit den Franzosen in einem
'Räume schlasen.
Das war freilich nicht' ganz'itn
bedenklich. Dentl die beiden Gruppen
halten in dem Vorräume des Hotels
i. beinahe schon „Fühlung" bekommen,
^als die Franzosen mit feindlichen
'^Blicken und halblauten Bemerkungen
an den Deutschen vorbeigingen. Pend
leton aber und einige andere Ameri
kaner hatten sich diesen offensichtlich
angeschlossen und sie gebeten, in der
Hotel-Bar ein Glas mit ihnen zu
trinken.
Auch die Franzosen trafen bald
darauf in der Bar ein, gefolgt vcn
drei neugierigen amerikanischen Rei
senden, die „Sport" witterten. Es
wäre doch ein gefundener Spaß,
wenn die beiden feindlichen Trupps
jjch in die Haare gerieten und hiex
SWS
in der Bar einen richtigen Boxgang'
zum besten giiben! Da kam einem
der Amerikaner, dem langen Seth
Catruthers, eine glänzende Idee.
„Hört ltilll Jh« cille!" rief er laut
aus. „Auf ein Wöit! Wenn ich
die Lage recht überschaut, f» stehen
hier eine Handvoll Deutsche im Be
griff, gegen die Franzosen zu kämp
fen, und ebenso eine Handvoll Fran
zosen» die Deutschen zu verklopfen.
Dazls brauchen sie aber nicht nach
Europa zu fahren. Hier sind sechs
Deutsche und sünf Franzosen. Ei
ner von den Deutschen soll abtre
ten, dann sind, die beiden Gruppen
gleich stark, und dann los! Gleich
hier! Wir Amerikaner sind die Un
parteiischen."
Die Franzosen, die dem schlechten
Alkohol .des Hotelwirts stark zuge
sprochen hatten, erhärten sich lär
mend mit dem Vorschläge einverston
ben. Die Deutschen blickten stirn
runzelnd auf Earruthers und die
Franzosen. „So oerstehen wir unse
ren deutschen Patriotismus nicht",
erklärte Hugo seinem Freunde Pend
leton. „Wir sind Soldaten, keine
Preisboxer."
Von der sranzöstsch'en'Gruppe tön
te höhnisches Lachen hinüber. „DaS
haben wir uns gleich gedacht", grin
ste ein Rotblonder. „Die Deutschen
sind doch.
Mit einem Satz waren Hugo und
seine Genossen bei den Franzosen.
.Haltet Ruhe!" rief Pendleton ihnen
zu. „Laßt mich die Sache ordnen",
und zu den Franzosen: „Noch einen
Ton und ich telegraphiere dem Gou
verneur des Staates, daß er zehn
Mal'N Miliz herschickt und Euch
Ncmsbolde wegei: Friedensbruches
einstecken läßt.".
Die achtzehn waren im Speicher
untergebracht. Die beiden seindlichen
Lager hatten ihre Strohschütten in
entfernten Winkeln.
Hugo und Pendleton wachten
gleichzeitig in stockfinsterer Nacht
auf. Aus der französischen Ecke war
lautes Stöhnen vernehmbar. Es
wurde immer—stärker schließlich wa
ren alle aus den Beinen, nur drei
Franzosen, darunter der Rotblonde,
krümmten sich vor Schmerzen auf ih
rem Laer. ?Nan bestürmte die beiden
anderen Franzosen mit Fragen es
stellte sich herccus, daß die drei Lachs
köilferven gegessen und ^ann in der
Bar eine Zitenge Fusel getrunken hat
ten. Sie waren dem Vergiftungstode
nahe.
„Ruft den Wirt!" schrie Hugo.
„Und schafft'^varmes Wasser herbei,
s0) viel Ihr könnt! Und der Wirt
Limbürger- Käse mitbringen.
Seinen gatlzen- Vorrat. Schnell!".^.
Mit ^offenem. sähen^ dl5
Leute zu, wie Hugo den drei Fran
.z»sen..warmes-.Wasser in den Mund
goß, daß sie deinahe Und
wie er- sie/ als sie halbwegs zu sich
gekommen waren, unter sürchterli
chen Drohungen zwang, den deut-^
scheu Käse hinunterzuwürgen. Es
sah beinahe brutal aus. AM.. es
half.
Als die drei und ihre Oeiden Ka-.
meraden am nächsten Mvrgen am
Frühstückstisch erschienen, stand der
Notblonde vor .Hugo stramm und
salutierte regelrecht. Hugo verbeugte
sich höflich. Pendleton winkte ihm
herzlich zu und ein anderer Amerika
ner rief aus: „Das haben Sie brav
gemacht!"
Um halb zwölf Uhr traf der Bal
timore- und Ohio-Zug, der west
wärts fährt, in Blairs. Junction ein.
Die Amerikaner und die Deutschen
waren nicht wenig erstaunt als sie sa
hen, daß der Rotblonde diesen Zug,
der doch in entgegengesetzter Rich
tung fuhr, bestieg.
„Das ist ja der falsche Zug!" rief
Earruthers ihm zu.
„Nein, es ist der richtige!" erklärte
der. Rotblonde. „Ich fahre nach
Hause zurück. Ich habe es mir
überlegt. Wisset^ Sie ich. meine
Frau... erwartet ein Baby. Gott
bGhlen!"
a a a
mit seinen Stücken viel Pech hat, im
Felde, zu einem Bekannten im Schüt
zengraben: „Wissen Sie auch, daß,
während ich eben hier im Schützen
graben liege, von einem meiner neue
sten Stücke die Erstaussührung ist?!"
Der Bekannte: „Na, da ist's Ih
nen aber heute da lieber??!" .....
eifrig den Krieg verfolgt, als sie aus
dem Laden Aapern, Sardellen und
Butter holen foll, dort: „A Pfund
Butter möcht' ich und für SO Pfen
nige Kapern und a Viertelpfund Dar
danellen!"
a E a W a
du verlangst jeden Monat einen neuen
Hut?
Frau: Na ja, du bekommst doch
dein Gehalt dazu monatlich!
r.
Freund: Menfch, sitzest du noch im
mer hier in der Kneipe?
Pantoffelheld: Ja, ich warte auf
günstige Nachrichten vom Kriegsschau
platz. Ohne Siegestelegramm getraue
ich mich nicht mehr zu meiner Alten
nach Hause.
Auch st. Die Ver
bündeten: Lieber Nikolaus, sei doch
froh, du hast dein Fett schon weg,
uns steht es erst noch bevor!
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