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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, December 30, 1915, Image 4

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Doitticrötaa, ^V. Dczenibc»!
Ttadt llild Emutu.
Donnerstag, den 30. Dezember.
Wetterbericht.
W ."0. Tez.
^»i- .^lliiwio: Uiisletiq DonnerSwcv,
W ^ckuce und WItcr
^iii- ^oiva: Schiu'e Tonnerstcig iiiid
.W reitcig lalter ^reitii^i.
Lokaler Wetterbericht.
2 9
DilichschnittS Biirometcrsiand 29.91
Diirchschuitto Temperatur 22
Hl^vWe Teinpercitlir liente iZl
^^tiedriqsie Teniperiitiir letzte Nncht 12
'Nomialo Tonrperatur für 33
Iabre 23
Durchschnittliche Feuchtigkeit der
^ilst S'j
Niederschliiq in 2 Stunden 9.09
-^^orlicrrschende Ä'^indrichtuncl ?cO.
!l!'.'issersuiu! uni^ 7 Uhr Acorqeus 5.8
Heirntlio'- Erlaubniszschcine.
Perne Sbaw, Vuenci Vista, Ja.,
und Pearl Voelkers. Stockton, Ja.
Noll Davisson, W'heatland, und
Marti Anna Hardin, Wbeatland.
Henrli Stuehn, Turant, uud Mat^"
Hilda D. Harv, Duraut.
Stanley Haeoock, Bettendorf, und
^^otieatos, Pettendorf.
^vanieS Loentie!!, Davenport, und
Hannah Olesen, Dadeiiport.
Georqe Treht^-, ^^t'eiv Lilierty, und
Erna Vosz, ?cew Liberty.
Harry .»^luever. New Liberty, und
Eniuia Krmuer, ''New Liberty.
Nclljahrs-Mac'kcnliall des N. W.
Dav. Turnvereins.
^er Nordwest Davenport l.urn
verein wird mit eineni großen Mas
kenball voni alten Jahre Mschied neh
men nnd ins neue Jahr hineinfeiern.
Ein tüchtiges Konlite nnt Turner
Wm. Strilde als Vorsitzer, ist eifrig
'dabei, die Vorbereitlingen für tien
großen Aiaskenball zu treffen, bei
deni sich sicher alle Theilnehnier be
stens aniüsiren werden. Der Eintritt
ist 50 Cents das Paar, einzelne Da
uien 25 Cts. (AnZ.)
NeichZadlcr nnd Sternenbanner.
Ein vielpersprechender Titel ist es,
der nns ain Sonnabend, den 1. Ia
nnar, ins Grand Opernhaus ruft.
Gerade in der heutigen Zeit, wo diese
beideii Enibleine so oft miteinander
genannt werden. Der Reichsadler,
wie er stolz seine Flügel breitet und
siegreich über den feindlichen Trup
pen Dahinschwebt, unbet'üminert was
rechts und links geschieht. Er ift sich
seines sieges gewis und er kämpft
für'die gerechte Sache. Das Sternen
banner, flatternd im Winde, das
Wahrzeichen der Freiheit und Unab
bän
tolz darf Jeder sein,
wenir diese Flagge gehißt wird und
freudig fingei? wir ?llle gern das
!-tar Spangled Banner.
Nnn, diese beiden Wahrzeichen ha
ben sich die Dichter als Mittelpunkt
l^res Stückes gewäblt. Hier die strikte
«s subordination, dort die Freiheit.
M) Aber nicht in langenr Kanipf werden
wir sie auf unserer deutschen Bühne
A'z sellen IUId nicht ernst wird die Sache
hergehen, nein, ielacht soll werden,
lind gelacht wird werden. Aber recht
W h^'lVilich, denn gar zu komisch sind die
Einzelnen Situationen uno Szenen.
Dile Hauptrollen haben'5^!die Herren
Kurt Göritz als Erporteur von Chi
cago und Janies Brückner als Reichs
freiherr in ne. Ihnen zur Seite ftehen
Willy Aiühlhan und Oscar Hofmann.
Von den Damen ist'dieses Ä!nl Frl.
.^arau an der Reihe, l^^^^^ie spielt eine
entzückende Deutsch Amerikanerin
und Frau Brückner wird ihre Tante
Mrs. Stephenson sein.
Wir wollen an dieser Stelle nicht
verfehlen, unsere Deutschen nochmals
^'nstlich ZINN Besuch des deutschen
Theaters zu enuahnen, denn wollen
deutsches Theater haben, so
niüssen wir es auch unterstützen und
besuchen.
Sylvester-Feier der D. T. G.
Die große Sylvester-Feier der Da
venport TurnMmeinde, wohl das
größte Jahresereigniß der Turnge
nieinde, uiinmt'^as Interesse ^veiter
kreise in 'Anspruch. Ein ebenso tüch
^ges wie. umsichtiges Koniite unter
,vührniig des .!.urners F. Lattner
hat allie Vorbereitungen aufs Beste
getroffen und nichts außer Acht gelas
sen, was der Festessreude über die
Ankunft des ueuen Jahres Abbruch
thuii löiiNte. llni Mitternacht wird
niarnies Abendessen in dem kleinen
Saale servirt werden. Anmeldungen
hierzu nii'issen zuvor bei Frau Mar
lens schristlich ober telephonisch-erfol
gen. Das folgende ansprechönde Pro
granim isl sür die Gelegenheit von
deni Programni-5ivniite zusammen
gestellt ioorden:
1. Ä.'arscü „Wien bleibt Wien"
Schramniel
2. Olivertüre „Stradetta" Flotow
Otto's Orchester.
3. a) „Das .Girant Bergessenheit"
Hildach
b) „Heimliche Aussordernng"
........ Strauß
,rau Hiloa M. Mattbey.
Pianobegleitung: ,'^rau Ludo
Bruniiig-Starbnck.
I. Festrede Turner Carl Lambach
Großer Chor „Friede auf Erden"
Bauer
Gemischter Cbor und Orchester.
(. lleberreichung der Diplonie sur
2)-jahrige Mitgliedschaft durch
Turner Giistav Donald.
'?c'ach Beendigung des Programms
beginnt 0er große Sylvesier-Ball, der
die ganze Nacht andauert.
Der Eiiitritt beträgt 75 Ceiits fiir
Mitglieder und Pl.Ol) fiir N'ichtinit
glieder. Eintrittstarten find bei den
folgenden Konnteinitgliedern erbalt
lich: I. F. Lattiier, Der Denrokrat:
Herman C. Petersen, Turnhalle
Harry A. Carstens, Gerichtsgebäude:
Martiu Silberstein, Suberstein
Bros. ^red Esseiiwein, Halligaii
Cossee Co.: Albert Raphael, I. H.
Raphael Son: Hugo Thode, Blacl
liawt: Prof. Ernst Otto, 72Z West
'tr: John W. Kiniieinauu, Iowa
National B!(mk ^dwaMUSonne, H.!
F. Braiiiiner Mfg. Co. Mrover!
Claussen, I. Richter Sons: Alsred «'v.
Norgordt, Independent Jobbing Co.
Carl H. Lambach, City Hall B. M.
Raben, Naben Optical Co. Charley
Wichelmann, 901 W. 3. Str. Harry
Warnken, Sickels-Preston Co.
Westexn Catholic Union.
Iii der vorgestern Abend in der
St. Joseph's Geineindeschule abgelial
tenen Bersainmlung des St. PiuS
Zweiges ^'co. 95 der Western Catho
lic .Union wurden die folgenden Be
muren fur das taufende Jahr er
wählt:
Präsident Joe Roederer.
Vizepräsident Nicholas ZNvhr.
Finanzsekretär Frank Thelken.
Prot. Sekretär A. 'L. Valluff.
Schatzmeister Joseph Thelken.
Marschall Robert Taylor.
Trustees John Bekker, Wil
liam Koos, A. Hartinann, George
.Wahlig und John Hinrichs.
Dr. Pape, Zahnarzt, Seeurity
suilding. (Anz.)
A
reise von der Werft Westerbruck in
Holland über Emden und Ruhrort
kominend und mit Zedernholz bela
den, traf kürzlich das neue'Eilmo:or
fchiff der Bavaria-Linie in Bamlzerg
„Bürgermeister Wächter" im Bamber
ger Hafen ein. Es hat eine Länge von
52 Meter und eine Breite von 7,50
Meter bei einer Ladefähigkeit von 425
Tonnen. Das neue Eilmotorschiff
wird einige, Tgge im hiesigen Hafen,
bleiben und dann mit einer Br-^^^
ladung direkt nach Holland fai^ren
A
nierbataillon in Mainz Kastel vom
Truppenübungsplatz mit der Kapelle
an der Spitze in die Kaserne mar
schierte, fuhr ein Straßenbahnwagen
in die Kapelle, als diese, einem
Fuhrwerk ausweichend, auf das Ge
leise kam. Die Musiker wurden über
einander zu Bodey^ geworfen und zum
Teil eine Strecke weit geschleift. Der
Unfall ging noch verhältnismäßig gut
ab. Ein Unteroffizier wurde erheblich
oerletzt und bewußtlos ins Lazarett
gebracht, mehrere andere erlitten leich
tere Verletzungen und Schürfungen.
I
reslieserungsprozeß steht ein neuer
Prozeß
Nicht
nach, der vor dein Pa­
riser Kriegsgericht» Mr Verhandlung
kommt. Angeklagt ist die französi
sche Gesellschaft „Morue Fran^aise",
die mit der Lieferung von 5 Millio
nen Kilogramm Stockfisch beauftragt
wurde und sich dabei Schwindeleien
zuschulden kommen ließ, so d^iß dei
Staat einen Schaden von 1,300,000
Francs erlitt. In die Taschen von
zwei Verwaltungsräten flössen bei die
sem einträglichen Geschäft 264,000
Francs. Beide sind angeklagt, das
Geld unrechtmäßig verdient zu Haber!.
A a
czuilles -!^esitzt eine Glocke, in die die
Franzosen seinerzeit folgende.Inschrift
eingelassen haben: „Ich preile Gott,
rufe die Gläubigen zum Gottesdienst
und hoffe eines Tages den Sieg und
die Rückkehr von Elsaß Lothringen
zu Frankreich zu verkündigen". Die
Feldgrauen haben jetzt zwei weitere
Inschriften" darauf angebracht. Die
erste lautet: „Diese Älocke wurde am
3. Mai 1915 durch deutsche Soldaten
anläßlich des Sieges über die Rus
sen in Westgalizien geläutet", die an
dere:- „Zum zweiten Male geläutet
wurde die Glocke am 22. Juni anläß
lich de^ Falles von Lemberg".
Hüte Dich
vor plötzlicher Erkältung—
Kurire dieselbe schnell.
Tluiiden Grivpe i» Tnaeii—Geld
ziiriick, wen» sie vcrselilt—:Vinii De
stel,e iis die echle^-Tchachlel mil
roiliem Deckel 5zerii Hild's
Vild dnrniis. 2.' CeiilS.
Die Nachricht von der neuen Insel
erregte überall in Europa berechtigtes
Aufsehen. Man nannte ^ie Ferdi
nandea, auch Corroa- oder Nerita
infel. Wie verhielt sich nun das
Volk der deutfchen Barbaren, „das
die ganze Welt erobern will," zu die
sem Neuland? Es schickte nicht etwa
ein Kriegsschiff Kriegsschiffe hat
es damals in diesem Erobererstaate
nicht gegeben —, son.ern vier seiner
bedeutendsten Geologen Mhilippi,
Hofmann, Escher v. der^Änth und
Schulz), die mit Idealismus und
deutscher Gründlichkeit die vulkanische
Erscheinung' uiztersuchten und be
schrieben. Daß dieses herrenlose Ei
land einen Herrn bekommen müsse,
dieser Gedanke ist den vier „Erobe
rern^' wohl niemals gekommen.
Es blieb dem „uneigennützigen"
England vorbehalten. Die Insel wur
de nicht etwa dem Könige von Neapel
und Sizilien zugesprochen, vor. dessen
Küste sie sich doch befand und dessen
Seeleute sie entdeckt hatten,' sondern
am 2. August iiahmen die Engländer
von ihr förmlich Besiy. Denn die
Insel Ferdinandea lag in jener eng
sten Stelle des Mittelmeeres zwischen
Tunis und Sizilien, und es gilt in
England wie ein Satz des Glaubens
bekenntnisses, daß Meerengen und al
les, was in ihnen und an ihnen liegt,
von der Vorsehung ausschließlich dem
redlichen John Bull zugedacht sei.
Doch erlebten die Engländer an
der neuen Trutzftste wenig Freude.
Die Insel war aus lauter losem
Stoff, Sand, Schlacke, Asche usw.
aufgebaut und nachdem im August
1831 der vulkanische Ausbruch auf
gehört hatte und jene Herbststürme ka
men, die den Engländern auch jetzt
an den Dardanellen böse Stunden
machten, wurde das neue Eiland rasch
ein Raub der Fluten. Schon Ende
Oktober versank der Krater, der Hü
gel von Schlacke wurde immer flacher
und kleiner, und «bald darauf schloß
s?ch wieder das Meer über dem Ge
heimnis von Ferdinandea.
Es ist dies nur ein Beispiel un
ter vielen, welches zeigt, wie folge
richtig sich England überall in den
Besitz von wichtigen Stützpunkten zu
setzen sucht. Als Außenfort von
Malta wäre die neue Insel den Bri
ten unschätzbar gewesen danken wir
es den vulkanischen Kräften, daß sie
wiedK: zerstörten, was sie aufgebaut
hatten, sonst hätte die herrliche deut
sche „Goeben" auch noch an den Fe
stungsgeschützen von Fe'.nandea vor
überkreuzen müssen.
'Die vcrichwundene Inscl. Ergreisende Fu!.'.
^'lil Beweis für rnqlische „Niirikcn
niUttnkcit".
Wenn jetzt die ZeUuiigeu schreibe«,
Eugland opfere sich in uneigennütziger
Weise sür die Sache der Freiheit, auf
daß nicht pie ganze Erde von den
deutschen Barbaren unterjocht wer
de, so genügt irgend ein kurzer Blick
ln die englische Geschichte, um diese
Heuchelei ins grellste Licht zu setzen.
Sehr kennzeichnend sür diese britische
„Uneigennützigkeit" und deutsche „Er
oberungssucht" ist folgende Episode.
Zwischen Sizilien und Pantellaria
bildete sich' im Jahre 1831 durch ei
nen unterirdischen Vulkanausbruch
tiue neue Insel. Schon am 28. Juni
j. I. stieß ein englisches Schisf unter
37 Grad 2 Min. nizrdl. Breite und
30 Grad 16 Min. izstl. Länge plötz
lich auf eine Untiefe an einer S.^elle,
wo sonst das Senkblei nieinals Gruud
gesuuden hatte. Am 8. Juli bemerkte
der Kapitän einer vorüberkoinmenden
sizilianischen Brigantine ain gleichen
Orte eine gewaltige Wassersäule, die
über die Oberfläche des Meeres ge
schleudert wurde und aus der Rauch
wolken quollen und Bimssteinstücke
flogen. Das Wasser kochte ringsuin,
tote Fische schwainmen auf der See,
und in der Nacht sah man die Rauch
säule leuchten. Am 1^. ^Migust kain
jenes sizilische Schiff wieder, uud der
Kapitän fand zu seikegi Erstaunen
eine Insel vor, die kereits 12 Fuß
über den Meeresspiegel ragte und im
Laufe des Jahres iinmer mehr an
llmfang und Höhe zunahm, da der
Krater iminer neue Ascheninassen auf
schüttete. "Schließlich hatte sie 2000
Fuß Umfang und 200 Fuß Höhe.
a
schick sind zwei juuge Deutsche ereilt
worden, die nach dem vor 2'^ Jah
ren erfolgten Tode ihres Vaters liach
Amerika gekommen waren, nm hier
durch Erzielung höherer Löhne ihre
betagte Mutter in Leipzig unter
stützen zu können. Die Brüder, der
34 Jahre alte Robert Markus und
der 19 Jahre alte Marcel Markus,
die in Brooklyn ein gemeinsames
Zimmer bewohnten, sind nämlich bei
de innerhalb drei Tagen einer Lun
genentzündung erlegen. Die Star
Manufacturing Co., die in Brooklyn
eine Fabrik chirurchischer Jnstruinen
te betreibt, übernahm es, beide Brü
der, die ohne Barmittel auf sich allein
angewiesen waren und von denen
der ältere in ihren Diensten stand,
auf ihre Kosten auf dem Montefiore
Friedhofe beifetM zu lassen. Da
die zwei in Deu^chland befindlichen
Schwestern der jungen Deutschen erst
vor kurzer Zeit als Krankenpflege
rinnen zur Frout abgegangen sind,
befindet sich die Mutier in Leipzig
jetzt ohne die Unterstützung.
Der ^emo!kraö, DÄenhDort^ AowiU
Beisctttliil, cincS in «!ij,lnnd verfioriic-
nen deutschen Gefangenen.
Eine englische Zcitung berichtet
Uber das Begräbnis des deutsch»«
Gesangenen Karl Brundig. eines
Heizers vom Kreuzers „Mainz", der
in der Helgoländer Bucht versenkt
wurde. Dein Manne war es gelun
gen, sich von der „Mainz" freizuma
chen, als sie versank er wurde durch
die Engländer 'aufgefischt und iin
weiteren Verlauf interniert.' Er war
anscheinend der Liebling des Gefan
genenlagers, und als seine Kamera
den von seinem Ablcben hörten, er
baten sie sich von dem Lagerkomman
danten Oberst -Heines die Erlaubnis,
der Totenfeier beizuwohnen, ein
Wunsch, der oerstanden uud geneh
migt wurde.
„Die Nachricht", so erzählt das
englische Blatt, „daß einein der Ge
fangenen die letzten Ehren erwiesen
würden, veranlaßte eme Anzahl Leu
te, bis St. Peter milzngehen. Dieje
nigen, die sich so weit hinauswag
ten, wurden Zeugen eines. Anblicks,
den sie nie vergessen werden und
der niedergeschrieven werden müßte,
wenn die Geschichte des Krieges, so
sern sie die Insel be'^trifst, beschrielzen
wird. Die Gefangenen von Blanches
Vanques, etwa fünfzig an der Zahl,
angeführt von ihrer eigenen Musik
kapelle, verließen die Quartiere unter
Eskorte und orreichteii die St. Pe
ters-Baracken kurz nach 2 Uhr. Sie
stellten sich in der Front des Hospi
tals auf und bald nachher wurde der
Sarg, bedeckt mit der deutschen
Kriegsflagge und obenauf des Vers.
Itorbenen Matrosenmütze, von der
Totenhalle nach der Bahre getragen
inzwischen präsentierte die schließende
Abteilung, bestehend aus zwölf
Mann, die Gewehre, und die Musik
spielte einige Verse eines Grablie
des. -..-"K
Die Prozession formierte sich
dann und verließ die Baracken in
folgender Ordnung: die Feuerabtei
lung marschierte mit gesenkter Waffe
und init aufgepflanztem Bajonett,
dann kam die Musik, die Bahre, die
Trauernden und die Eskorte. Beim
Abmarfch spielte die Musik Chopins
Trauermarsch. Bei Ankunft an der
Kirche spielte die Musik wieder den
Marsch, und als die Leiche von der
Bahre gehoben wurde, schlug sie
Töne eines Chorals an. Die Leiche
wurde aus den Schultern voii sechs
früheren Schiffsmaats des Verstor
benen in die Kirche getragen, vier
andere gingen nebenher und trugen
schöne Kränze, die se^ne Freunde aus
der Gefangenschaft. gesandt hatten.
Als man am Eingang anlangte, läu
tete die kleine Glocke. Die ganze
Zeremonie war fthr feierlich. Die
Inschrift auf dem Brustschuld lautete
wie folgt:
a
Alter 21 Jahre
24. Aug. gestorben.'
'Dem Zuge schlosseir sich in der
Nc.he der Kirche? der Oberst Haines
und Dr. E. Maret, Arzt des Lagers
an. Die Gefangenen mit ihrer Es
tort? nahmen- gegenüber der Kanzel
ihre Sitze ein und schienen großes
Interesse an dem Gottesdienst zu ha
ben, der abgehalten wurde von dem
Rev. Frs. De Gruchy (Rektor von
St Peter) und Dr. F. F. Aandell
(Kaplan des Lagers). Dr. '^andell
verlas den Text. Der Gottesdienst
am Grab§ war besonders eindrucks
voll. Ein viereckiger Raum war für
die Gesangenen und die Schießer vor
gesehen, und als der flaggenbedeckte
Sarg neben der Gruft niedergesetzt
wurde, entblößten die Männer ihr
Haupt und hörten andächtig dem Ge
bet zu, welches vom Rektov gesprochen
wurde. Als der Leichnam versenkt
wurde, spielte die Musir einen Cho
ral. Zum Schluß hielt Dr. Aan
dell eine kurze deutsche Ansprache,
der die Leute ausmerksam zuhörten.
Die Musik spielte wieder einen Cho
ral, die üblichen drei Salven wur
den abgeschossen und so endete die
Zeremonie. Am Grabe vorübergehend,
warf jeder der Gefangenen eine
Handvoll Erde auf den Sarg. Sie
stellten sich im Hauptweg unter Es
korte auf und marschierten in der
Richtung nach Blanches Banques ab
unter Klängen lebhafter Musik, von
der kleinen Kapell: sehr achtbar und
krästig ausgeführt. Die Matrosen
mütze des Verstorbenen wurde, wie
nach deutscher Milikä^vorschrist üb
lich, auf den Sarg ^gelegt und mit
dem Körper degraben.^v
I 5 a
oer bayerifchen .Kaini^er der Abgeord
neten erklärte der Minister des In
nern bei der Berawng ^des Etats
l.Maßnähmen betreffend Kriegswohl
fahrtspflege) u. a.,. es^ sei der be
stimmte Wille der Staatsregierung,
daß die Vorschriften Äer die Fami
lienunterstütziing in einer dem Zweck
und dem Geiste des Gefetzes entfpre.^
cheiiden Weise vollzogen würden. Die
Aufweudungen für Familiennnter
ftützungen seien in starker Steigerung
begriffen. Zur Zeit sei in Bayern
ein monatlicher Aufwand von ftinf
zehn Millionen erforderlich, so daß
nach dem dermaligen Stand init ei
nein Jahresaufwand von 180 bis
200 Millioiien gerechnet werden müsse.
Das französische Volk.
Etne Charakteristik deS Schriftstellers
Chateauliriand.
Nicht ohne Interesse dürfte für un
sere Tage die 'Charakteristik der
Franzosen sein,^ wie sie..einen ihrer
angesehensten Schriftsteller, Chateau
briand, im Anfange des vorigen
Jahrhunderts in seinem Werke
„Gönie du Christianisnie" entworfen
hat. Er sagt dort: „Söhne des Alter
tums, sind die Franzosen Römer nach
ihrem Geist, Griechen nach ihrein
Charakter. Sie sind unruhig und un
beständig iln Glück, standhaft und
unbezwinglich im Unglück sie haben
Talent und Neigung zu allen Kün
sten wenn sie in ihrem Lande
Ruhe und Frieden leben, sind sie ge
sittet bis zuin Uebermaß aber in der
Zeit politischer Unruhen sind sie roh
und wild wie Schiffe ohne Ballast
schwankest sie dann hin und her upv
überlassen sich allen Leidenschaften
jetzt schweben sie im höchsten Hiin
inel, einen Augenblick darauf liegen
sie im tiefen Abgrund sie sind gleich
begeistert für das Gute wie für das
Schlechte das Gute tun sie, ohne
überhaupt Dank dafür haben zu
wollen das Schlechte aber tun sie»
ohne irgendwelche Gewissensbisse zu
empsinden sie vergessen ihre Laster
ebenso leii5)t wi? ihr« Tugenden im
Frieden hängen sie ät?gstlich und zag
haft ain Leben im Krieg und in den
Schlachten vergießen sie verschwende
risch ihr Blut. Sie sind eitel, ehrgei
zig, witzig und zum Spott geneigt
sie hängen zähe an alten Gewohiihei
ten und sind zugleich dem Fortschritt
zugetan sie verachten alles, was nicht
von ihiten selber herrührt. Persönlich
und einzeln sind sie die liebenswür
digsten Menschen als Volk sind sie
das unausstehlichste von allen Völ
a
von bezaubernder Liebenswürdigkeit^
im'Ausland sind sie ganz unerträg
lich. Bald sind sie sanft und geduldig
wie ein Lamm, dos man zur
Schlachtbank führt bald aber sind
sie blutdürstiger und graus^amer als
der wildeste Tiger. So waren früher
die Athener, so sind heutzutage die
Franzosen."
Diese Schilderung, so schreibt die
„Kölnische Zeitung", stamint ans
einer Zeit, die mehr, als hundert
Jahr« hinter uns liegt. Chateaubri
and hatte bewußt die furchtbaren
Jlühre der französischen Revolution
und die ersten blutigen Kriege Na
poleons I. erlebt, als er diese Cha
rakteristik seiner Landsleute schi:ieb,
in der er besonders das Wider
sprilchsvolle und Rätselhafte, das in
dem Charakter oer^ Franzosen liegt,
hervorgehoben hat. Er hat seine
Landsleute gut erkannt, und wenn
sie damals so waren, so darf man
sagen, daß sie auch heute noch so sind.
Ein Volk, dessen staatttches Leben seit
der großen französischen Revolution
von 1789 einer Tragödie gleicht, die
durch den jetzigen Krieg ihrem Ende
entg^Äzugehen scheint. Das deutsche
Volk wünscht durchaus nicht, wie so
viele Franzosen irrtümlich wähnen,
daß das benachbarte französifche Volk
vom Erdboden verschwinde oder ver
nichtet werde, und wie sonst die land
läufigen Redensarten der Kriegshetzer
in Frankreich heißen. Im Gegenteilt:
die Deutschen wissei^ sehr gut, daß
das französifche Volk' einer der größ
ten Kulturträger der europäifchen
VölkerfamUie gewesen ist, und auch
dann wieder werden wird, wenn es
einmal aufhört, alle seine Empfin
dungen und Gedanken danach zu ricki
ten, Revanche an Deutschlanv zu ney
men. Dann werden toieder die innern
und zu bewundernden Kräfte in deni
französischen Volke frei, die zuM
Schaden des Volkes selber durch den
Blick nach den Vogesen gebuiiden wa
ren. So unbelehrbar in politischen
Dingen die Franzosen auch ihrem
innersten Wesen nach sein mögen, so
wenig wie sie geneigt sind, fremde
Völker ruhig und unbefangen zu be
urteilen? durch diefen Krieg werden
sie sich an die Tatsache gewöhnen
müssen, daß es in der Mitte Europas
Betätigung der in ihm liegenden
Kräfte gehen wird. Wir haben wahr
haftig nicht gewollt, daß diefts aiif
blutgetränkten Schlachtfeldern ent
fchieden werden inüßte. Aber nun ist
es fo gekommen. Und auch für
Frankreiich wird das Blut, das seine
Soldaten in diesem Kriege vergießen,
nicht vergeblich geflossen sein, wenn
die Franzosen zu der wahren Einsicht
dessen gelaiigen, was sie dtirch dic
ihnen von Gott öerliehenen 5kräfte auf
so vielen Gebieten der 5wnst, der
Wissenschaft, der Technik und der'
Jnditstrie leisten können, wenn sie eF
erniftlich wollen.
I a o
anoke, Ba., ist der 17 Jahre alte
Tiirber Sweet, der Sohn eines Chi
cagoer Millionärs, an Verletzungen
gestorben, die er bei einer Fuchsprel
lerei in dem Virginia Military Jn-^
stitute erlitten haben soll. Als der
selbe zu Anfang Oktober das Insti
tut verließ, behauptete er, mit Ba
jonetten geschlagen worden zu sein.
Als sein Beftnden sich verschlimmerte,
wurde er ärztlich behandelt und nach
einem Hospital verbracht, wo er nun
mehr gestorben ist. Der Superin
tendent der Anstalt bestreitet, daß
Sweet das Opser einer Fuchsprelle
rei sei.
Phone
Reue AMigeu.
Danksagung.
Allen lieben Frenndeii, Ztachvarn
nnd Bekaiinten sagen wir hiermit für
die zahlreicheBetheiliguiig an dein Lei
chenbegängnisse ineincs lieben Mannes,
unseres guten Vaters, Schwiegerva
ters, Bruders niid Großvaters, Henry
5ttindt sr., soivie die zahlreichen prächti
gen Blninenstücke uiiseren aufrichtigen,
tiefgefühlteii Dank. Ganz besonders
danken wir Herrn Johannes Kroeger
für den fchöneu und chrenden^Nachruf,
den er dein Entschlckfeni^r im Hause
Niid
am Gi.'abe gelvidinet hat, nnd die
gefühlvolleii Trostesworte, die er an
uns gerichtet hat..
Cecilie Klindt, Gattin.
Frau Ä?i'eta Juergens,
Albert Klindt,
Henry Klindt,
Kinder in Davenport,
Frc Margaret Kardel, Davenport.
Frau JohannesSindt, Ellsworth.Minn.
Schwestern,
ferner sieben Enkelkinder nebst Ver-
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S-
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»verde» sicherlich während der Festtaae ..
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'S -N
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Donnerstag, 30. Dez.:
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Sit»e jetzt zn haben.
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Direktoren und zwei TaAltoren, sowi^
sonstige Geschäfte als da vorkoinmerr
mögen, Mr5 am 8. Januar 1»ie,
um 1^1 Uhr Vormittags, iin Scott ,'z.'
County. Court House, (östliches Ge- .?
richtszimmer), abgehalten.
Chas. Paustian, B. I. Messer,
Präsident. Sekretär.'''^.
Bersammlung der Aktieninhaber.
Me Jahres-Versammlung der Ak
tieninhaber der Scott County Sailings
Bank vvIl. Z^venport, Iowa, für die
Wahl von Mrektoren für das kommen
de Jahr tvird stattfinden in der Office
der genannten Bank, Ecke der Drittel:
und Brady Straße, am Mittwoch, den
12. Januar 1916. Die Stammplätze
sind offen von 10 Uhr Morgens b:s
12 Uhr Mittags.
I a W
st. S ben, Kassirer.
Versammlung der Aktieninhaber.
Die Jahrqs-Versammlung der Ak
tieninhaber der ^venporr Savings
Bank von Davenport. Iowa, für die
Wahl von neun Direktoren für das ?«.
kommende Jahr wird stattfinden in der:
Ofsice der genannten Bank, Ecke der
Zweiten und Main Straße, am Mon
tag, den 10. Januar 1916. Die '-O
Stimmhlätze sfnd ossen von 2 bis
Uhr Nachmiitags.
O a
Versammlung der Aktieninhaber.
Die Jahres-Versammlung der Ak:«
tieninhaber der Deutschen Spar-Bank
von Davenport. Iowa, für die Neu
wahl der Direktoren für das kommen
de ?kahr, wird stattfinden in der Of
fice der Bank, 230 Main Straße, am
10. ?anuar 1916, um 10 Uhr ^Vor/f
mittags.
a
s.
und
N
E d. Kansmann, Kassirer.
Versammlung der Aktieninhaber. W
Me Jahres-Versammlung der Ak
tieninhaber der Gerinan Trust Com-«
pany von Davenport, Iowa, für die sÄ"
Neuwahl von Direktoren für das kom-'
mende Jahr wird stattfinden in der
Office der Gesellschaft, Dritte und
Main Straße, am Montag, den 10^
Januar 1916, iim 10 Uhr Vormittags« MD
Chas. N. Voß, Präsident. -s
O N ch e, Sekretär.
Bettfedern^
werdendurch Dampf gut und billig ge«
reinigt. Bettüberzüge werden gewa
schen und genäht, ^sowie Matr'vn gut
ausgebessert
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Hans Wagner, 1113 westl. Str.«
Davenport. Jotva»

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