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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, October 25, 1916, Image 1

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219 Stt. DavtNpvrt, Jo.
Der Krieg.
Bon der Ostfront.
Mackensens riesige Siegesbeute.
a S a
L^.Qkt. Tas GlroheHauptquartier mel
det heute dieEinnahme der rumänischen
Medjidie an der Tschernavoda Con
Murat Distrikt (16 Meilen nordwest
stan^a Bahn durch die sieggekrönten
T'ruppen des Generalfeldmarschalls
von Mackensen. Hierbei sollen den
Schulter an Schulter kämpfendenDeut
schen, Bulgaren und Türken übeis 0700
Russen und Rumänen als Gefangene
ill die Hände gefallen sein. Die letzte
mntliche deutsche Meldung aus der
Tvbrudscha besagt:
„Tvr Feind zieht sich jn Konfusion
vor unserem rechten Flügel zurück. Die
verfolgende Kavallerie der deutschen
Verbündeten ist jetzt in den Tzara
Muratt Distrikt (10 Meilen nordwest
lich von Constantza) eingedruilgen.
Medjidie und Rosvo sind nach heftigen
Kämpfen eingenommen worden. Unse
re Siegesbeute vom 15.Oktober beträgt
jetzt 75 Liffiziere und 6693 Soldaten
als Gefangene, eine Fahne, 72 Ma
schinengewehre, 12 Kanonen und einen
Nchnenwerfer. Die Verluste der in al
ler Eile herbeigezogenen russischen und
viunättisc!^it M^stärküngen tvaren
sehr schillere."
„Täc Festung vvrl Bukarest ist wieder
von unseren Fliegern boinbardirt wor
den."
Jetft bricht auch Falkenhaiin durch!
a S a
24. Okt. Deutsche und österreichisch-un
garische Truppen haben jetzt, wie das
deutsche Hauptquartier aintlich meldet,
einen gewaltigen Vorstos südlich voil
Kronstadt in Siebenbürgen unternom
men und Predeal den Rulnänen ent
rissen. Ueber 600 Gefangene lvurden
hierbei von den deutschen Verbündeten
eingebracht.
(Der Predeal Pas ist der Hanpt
weg nach Bukarest. Dlirch ihn führt
auch die Bahnlinie von 5kronstadt nach
Bukarest. Es steht wohl auszer jedein
Zweifel, das die Heere Mackensens,
,valkenhktins und die Deutscheil i,n
Norden, an der Dreiländerspitze, genau
ilach einem genteinsamen strategischen
Plane vorgehen, jvelcher die völlige
Einschlieszung Bukarests und der ge
sammten rumänischen Streitkräfte, so
wie deren Vernichtung und die fchließ
Iiche Einnahme der Hauptstadt zun
Ziele hat. Anm. d. Red.)
Wie tzie Deutschen kämpfen.
Hauptquartier der Arinee voil Fal
kenhahn von dein Predeal Passe, 18.
Okt., per Kourier nach Äerlitl gesandt,
über Lyndon, 24. Okt. Bei der gestri
gen Schlacht am Predeal Passe be
suchte ein Korrespondent der Assoziirten
Presse verschiedene deutsche und unga
rische Batterien an der Front, bei de
nen die Mannschaften, nnbekümmert
um das" feiildliche Geschützfeuer eiil
fürchterliches Bombardement der geg
ilerischen Stellungen unterhielten. Die
Deutschen und Ungarn sollen in einer
„wahren Feiertagslanne" kämpfen,
denn für sie alle, Offiziere und ?.!an
fchaften, war es eine init Freilden be
grüfjte Abtvechselung, endlich einmal
aus den Schützengräben herauszukom
meil in einen frisch frohen offenen
Feldzug
Fur den Korrespondenten Irxir es
eine grosze Ueberrasck^ung, Jufanterie
n'.annschaften zu'sehen, die nach all den
Strapazeil eines zweijährigen Krieges
thatsächlich iloch lnit lauten Kainpflie
dern auf den Lippen znm Angriff vor
gingen. Diese deutschen und ungari
schen Truppen, dje gerade im Begriffe
standen, unter dein Gewehr- und Ma
schinengeschützfeuer der Mnnänen zum
Angriff vorzugehen, lvaren durchwegs
seelenruhig und kreuzfiedel, trotzdem sie
sich des Ernstes ihres Vorhabens sehr
wohl betvuht sein inllhten. Die d^ent-
Offiziere erklärten dem amerika
nischen Zeitungsmanne. das gerade der
Wechsel voin Schützeilgraben- zum
Aus be,.^l Wcze uach Bukarest.
Mackensens neueste Husarenstreiche tosten den Nu
mSnen die TtSdte Medjidie und Raschowa.
Fattenhayn dringt durch den Predeal-Paß auf Bukarest vor.
Die Alliirten haben vci dem leisten T^lrchbruchsversuche an der Sq^nme ent
schliche Berlnstc erlitten.
Die Umzingelung des rumänischen Jnnenlandes «lacht neue Fortschritte.
Russen und Rumänen geben ihre Verluste zu. Mackensen inachte bei
nahe 7000 Gefangene. Wie die Deutschen singend in den Kampf
ziehen. Von der Verdun Front kommt eine Hiobsbotschaft. Ha
die Tcutschen dort überrumpeln lassen?
Fel^dkriege diesen Truppeil, ganz srische
Kräfte verliehen hätte und das gerade
die Truppen der Zentralmächte am
liebsten zunT offenenFeldiilailöver über
Mhen, zu dem sie infolge ihrer gründ
lichen individuellen AllsbilduNg auch
a,n Besten geeignet sind.
Russen geben ihre Einbus-en zu.
St. Petersburg, über London,
24. Okt. Der heutige aintliche Tages
bericht der russischen Heeresleitung gibt
die Besetzung von Constantza und Med
jidie durch den Feind zu und erklärt,
daß die Ruinäiien lind Russen sich käm
psend nach den Anhöhen nördlich von
diesen Städteil zurückgezogen halben.
An der nordöstlichen rumänischeil,
Froiit, lnl Trotlls T^ale, soll der
Gegner sich passiv vei:halten. Längs
der Budzen Dobrana Kimpolung
Schlachtfront herrscht ein scharfer Ar
tillerieziveikainpf. Angriffe der Ver
bündeten in der Gegend von Orfova
sollen zurückgeschlagen worden sein.
Kampfpause im ganzen Osten,
S a 2 4 O
Der heutige aintliche deutsche Kriegs
bericht schließt n,lt der Mittheilung,
daß an der ganzen deutsch russischen
Kriegsfront vom Baltischen Meerbusen
bis zu den Karpathen gestern gar keine
Mlnpfe von Bedeutllng zu verzeichnen
waren. ..
„Serbensiege" in Mazedonien.
a 2 4 O N a
gen Meldliug des französischen Kriegs
aintes haben die Serben, welche am
Czernaflusse käinpfen, neue Erfolge
gegen die Bulgaren und Deutschen er
rungen. Ein Angriff der Verbündeten
wurde durch die serbische Artillerie ver
eitelt, worauf bie Serben zlnn Gegen
angriff vorgingen und inehrere feind
liche Schützengräben ersti'.rinten.
Ail der Strliina Front foll völlige
Unthätigkeit herrschen, da dort die
durch die Regengüsse verursachten Flu
then alle militärischen Operationen nn
inöglich lnachen.
Bon der Westfront.
Die Alliirten reihenweise niedergemäht.
a S a
24. Okt. Von dellKäiNpfen all derWest
front veröffeiltli^t das Moße Haupt
quartier heute folgeiide Tagesmel
duilg: ,1,'/...
„Uilter Aufbietuilg aller ihrer Kräf
te unternahineil gestern die Briten und
Franzosen einen geineinschaftlicheiiVer
fuch, die deutschen Linien an der Soltt,
ine zu durchbrechen. Trotzdenl zu die
sem Zivecke ein ganz anszerordeiltlich
starkes Truppenaufgebot erfolgt jvar,
brachen alle Angriffe des Feindes doch
unter sehr schweren Verlusten für die
sen zusaininen.
Der Bericht ineldet feriler, daß der
Fehlschlag der Alliirten ein so kostspie
liger war, daß an der ganzen Front
vor den delltschen Linieil die seindlichen
Todten in Reihen liinter Reihen da
liegen. Ein ähnlicher Dnrchbruchsver^
such der Franzosen südlich von der
Soinme hatte etilen gleichen Mßerfolg.
Ganz augenscheinlicher Schniindel.
2 4 O
Heeresleitung tritt heute der deutschen
Meldnng entgegen, daß die vorgestri
'gen englischen Erfolge zwischen der
Schwaben Redoute nnd Le Sars nur
init alißergewohnlich schweren M!en
fchenopfern erkauft worden wären. Das
eilglische Kriegsaint behauptet nun,
daß bei den Käinpfeil die Engländer
nur 1200 Todte und Verwundete ge
habt hätten, wahreiid ihnen allem
1000 Deutsche als Gefangene in die
Hände gefallen lären.
Ferner besagt das Kriegsbulletin,
dcch die Engländer jetzt den neuerober
ten Boden zwischen Guedecourt und
Les Boenfs an der Soinnle -Front be
festigt hätten. Während der letztenNacht
sollen an der Soinnie Front ilUr ge
legeiltlich Artilleriekälnpfe stattgefun
den haben.
Artillerie- und Flieger Kämpfe.
a ri s, 24. Okt. Das französische
Kriegsmnt gibt heute bekannt, j«ß in
der letzten Nacht südlich von der Solll
ine heftige Artilleriekämpfe stattgefun
den haben. Dagegen soll die Jnsante
rie an der Somme unthätig gewesen
sein.
Gestern sollen vor Verdun währeiid
eines dichten Nebels ruil'd zivaiizig
Fliegerkäinpfe stattgefunden haben,
wi^iei drei deutsche Flugzeuge herab
geholt wurden. (Die gestrige deutsche
M'ldiing berichtete von 22 Flugzeugen
der Alliirten, die an einein Tage abge
schossen worden waren.)
Neue italienische Offensive in Vor
bereitung?
a S a
24. Okt. Die österreichisch ungarische
Heeresleitung veröffentlichte gestern
folgekiden aintlichen Bericht über die
Ääinpfe aus dein italienischen Kriegs
schauplatz:
„Im Küstenland hat sich die Heftig
keit des feindlichen Geschützfeuers ge
steril wiedereuln bedeutend gesteigert.
In Tirol war es verhältnißmäßig
ruhig."
Böse Kunde wenu's wahr ist!
a 2 4 O a a
Kriegsamt gibt heute Nachlnittag be
kannt, daß die Franzosen durch einen
gewaltigen Angriff die Deutschen nörd
lich und nordöstlich von Verduil über
ruinpelt haben und deren ganze Front
in eine? Breite von 41/2 Meilen bis zu
zwei Meilen Tiefe iin Eentrmn einge
drückt haben. Der Angriff soll sich v0in
öKichen Miasufer bis nach Daiuloup
erstreckt haben und bis zlun Abend hat
ten die Franzosen Dorf und Fort
Touaumoilt iill Centruin genmillnen,
lvährend ihr linker Flügel schon über
Thiaumont vorgedrllngen ivar llnd den
Haudroinont Steinbruch erobert hatte.
Ueber 3600 Gefangene und große son
stige. Kriegsbeute soll in die Hände der
Franzosen gefallen sein. Diese- sollen
sich jetzt schon an der Landstraße Bras
Toalllnorit verschanzen.
Kleine Kriegsvachrichteu.
Der Kaiser in TBerlin.
2 4 O
Der Kaiser, der sich einige Tage in
Berlin aufhält hatte am Montag
Morgen eine längere Konferenz mit
dem Reichskanzler von Bethmann
Holliveg und wird feine Berathüllgen
über die allgemeine Lage am Dienstag
mit dein Reichskanzler und delnStaats-^
fekretär des Auswärtigen, Herrn von
Jagow, fortsetzen. Es verlautet, daß
keine Aenderllng in der Haltung den
Vereinigten Staaten gegenüber beab
sichtigt fei.:.
Vergüustigliiriz für SpkNiM, Deutsch
lands Freund.?.?«^,
a 2 4 O
Auf eine in der Kälnmer gestellte An
frage erklärte der Minister des Aus
wärtigen, daß die deutsche Regierung
versprochen habe, spanische Schiffe,
welche mit Früchten beladen sind, unter
gewissen Bedingungen schonen zu »vol
len, selbst wenn^sld nach kriegführen
den Ländern gehen. Der Minister er
suchte die Kammer, die Torpedirung
von Handelsschiffen durch deutsche
Tauchboote nicht zu dehattiren.
Vorzügliche bulgarische Ernte.
a S a
L. I., 24. Okt. Nach den aus Sofia
eiilgegangenen offiziellen Berichten ist
die diesjährige bulgarische Ei:nte gatiz
vorzüglich und wurde durch die Be
stände in der Dobrudscha vervollstän
digt, die von den Rumänen dort zurück
gelassen worden waren. Ten R!ulnäilen
ist es nicht gelungen, alles hiilter sich
zu verbrennen. Die Lebensmittel in
der bulgarischen Dobrlidscha sind so
reichhaltig, daß eine stattliche Mellge
fur Export übrig bleiben wird.
225 neue deutsche N- Boote.
f, über Paris, 24. Okt. Wie
aus Konstanz berichtet wird, hat Fürst
Bülow, der frühere Reichskanzler,
einem neiitralen Jourllalisten lnitge
theilt, daß Deutschland seit dein Aus
bruch des Krieges 225 neue Untersee
boote baute. Der Fürst soll hinzugefügt
haben, daß die österreichisch ungari
schen Flottenbehördeil ebenso wie die
deutschen dem Ansbau ihrer Untersee
bootflotte weit größere Anfmerksamkeit
widmen als alleil ailderen Kriegs
schiffen.
Awangserziehung zur Sparsamkeit.
2 4 O a
gener KorrespMbent des Renter'schen
Telegraphenblireaus (Diese Qlielle
stempelt die Nachricht als zlveifelhaftl
Anin. d. Red.) drahtet heute Fol
gendes
„Der Bürgerlneister vonEckernförde,
SchleAing Holstein, hat ein streilges
Edikt in Bezug alif daS Kartoffelfchä
!len veröffentlichest, lasseu. Die Verfü-
Mittwoch, de« 25 Oktober t9te
Wie dll mir, jo ich dir!
Carranza wird anscheinend bald dem
Gebote der Vergeltung unter den
MachthÄern Mexikos znm Opfer
fallen.
Mlrtärtevolte uilter Vi^as Hülfei
W a 2 4 O
jüngste inexikanische Sensation, deren
Verwirklichling nlan in wohlltnterrich
teten Kreisen j^'ir durchaus möglich
hält, ist die Nachricht von einer neuen,
gegen General liarranza gerichteten
Verschwörung. Villa soll mit den Füh
rern, die den Sturz des ersten Thefs
tvünfchen, in Verbindung stehen und
sich bereit erklärt haben, das Land zu
verlasseil, sobald er an seinein Tod
feind fein Müthchen gekühlt hat. Das
wäre der Fall, tveiln Carranza als
Machtfaktor nu? deili öffentlichen Leben
Mexikos für iininer verschwindet.
Man hat allen Grund zu der An
nahme, daß diese Nachricht demStaats
amt ernste Sorgen bereitet, trotzdeili sie
natürlich aus keiner ämtlichen Oaielle
bestätigt worden ist. Thatfache bleibt es
inlmerhin, daß seit inehreren Wochen
allßerordentlich beunrllhigende Berichte
ails El Paso eingingen, die von einer
Militärrevolte gegen Carranza spra
chen. Der Plan der Uilzufriedenen um
faßt allgeblich drei Phasen: Der erste
Chef soll von seinem Posten zurü/Ztre
ten, Villa soll das Land für ilniner
verlassen Uild der „rechte Mann" für
das höchste Aint gefunden werden.
Als bezeichneild gilt es auch, daß
die Familie des ersten Chefs sowohl,
als auch die seines Kriegsministers
OHregon zur Zeit in den Vereinigten
Staaten zu Besuch weilen und offenbar
FeineAnstalten zli ihrerRückkehr treffen.
Weise Borsicht.
Wiener Behördeir vereiteln alle Hoff
iiungen des Anarchisten Dr, Pdler.
Wieli,^Met Londmi. 24. Okt. Ae
Wiener Behörden"trafen prompte Vor
kehrungen. um zu verhindern, daß auf
'die Ermordung des Premierministers
Grafen 5karl v. Stuergkh irgendwelche
Kundgebungen folgten. Daher wurden
auch die üblichen Sonntagsverfamm
lungen uilterfagt. Volksmengen sam
lnelten sich in den Straßen an und ga
ben ihrer Entrüstung über den Mord
Ausdruck und das war Alles.
Der Mörder Dr. Friedrich Adler,
welcher sich bei der Verhaftung sehr
kühl gezeigt hatte, brach nachher zu
saininen. als er von den Maßnahmen
der Behörde erfuhr. Er hatte sich ein
gebildet !vie er feinen Kerker,nei
stern gegenüber zugab es würdeil
große, sti'.rinische Kundgebuilgen unter
Führung anderer „radikalen Soziali
sten" folgeil.
Eiilck^ostmortenl Untersuchung er
gab, daß alle drei abgefeuerten Kugeln
dem Preinier in den Kopf drangen. Es
heißt, daß Baron Beck, früher Mini
sterpräsident. die beste Aussicht habe,
der Nachfolger des Erinordeten zu iver
den. 7'G
Einstweileil ivird das Aint öoiil Für
sten v. Hoheillohe verwaltet, Millister
des Jllnern und ältestes Mitglhied des
Kabinetts.
Armes Hellas I
Mus jetit gegen seine Verfassung die
Preßfreiheit beschränken.
A 2 4
Die Enteilte Mächte verlangen jetzt
von der griechischen Regiernng Zensur
der Presse dies gibt für das Land eine
weitere Schivierigkeit, da jede Art von
Zeilsur gegen die griechische Verfassung
ver'stößt.
Das Kabinett entschloß sich ain
Montag nach einer Sitzung, die den
ganzeil Tag in Anspruch genmninen
hatte, eine scharfe Warnung an die
Anti Veilizelos Zeitungen zu er
läsfen, in der diese daralif hingewiesen,
daß Iveitere Allgriffe alif die Entente
Mächte trotz der verfassungsmäßigen
Preßfreiheit drastische Maßregeln der
Alliirten zur Fölge haben könnteil
gullg besagt, daß die Allssichten ans
Kartoffelznfnhr für die Zukunft derart
uilgewisie seien, daß trotz der aintlichen
Kontrolle der Bestände, bald nur noch
wenige Pfnnde in der Woche pro Kopf
der Bevölkernltjj abgxgeben iverden
djirften. Infolgedessen droht einer je
den Person, welche Kartoffeln vor
dem Abkochen schält oder Kartoffelfcha
len nutzlos fortwirft (sie werden als
Schweineflltter verwandt), eine ge
richtliche Strafe von drei ZNdnaten
Haft oder :?0V N^i^rk^Geldstrafe."
Ms der wiadiM Stadt.
Polizeichef und Genossen müssen jetzt
vor das Kriminalgerickt.
MMC hica 0, 24. Okt. Alls Antrag
des Staatsanwaltes Hoyne hat Stadt
richter Olson heute das in seinein Ge
richte gegen Polizeiches.Healet) und Ge
nossen eingeleitete Verfahren einge
stellt, nachdem die Großgeschworenen
Anklagen gegen Healey, dessen Sekretär
W. Luthardt und Sekretär Essig vom
„Sportsmen Club" erhoben haben.
Die drei Angeklagten müfien sich jetzt
iln Kriininalgericht verantworten.
Die gestern gegen Chef Healet) erho
benen Anklagen sind mnfangreickie Ak
tenstücke. In ihnen wird der Chef des
Polizeiwesens beschuldigt, gesetzwidrig
das Offenhalten von Wirthschaften aln
Sonntag erlaubt zu haben, ferner
Wirthschasten den Verkauf von geisti
gen Getränken nach 1 Uhr Morgens
gestattet, Einwurfsmaschiilen geduldet,
Spielhöllen und den Wettbuchbetrieb
nicht unterdrückt, lüderliche Dirnen auf
den Straßen geditldet zu haben, und
endlich sich in seiner Amtsführung den
Befehlen von Politikern imterstellt zu
haben.
Die Anklagen gegen Essig und Lut
hardt beziehen.sich nur auf den Ver
fchwörungsparagraphen. Sie sollen sich
lnit dem Polizeichef verschworen haben,
die dem Chef zur Last gelegten Ver
gehen durchzuführen.
Obschon es bisher zu den Gepflogeil
heiten der städtischen Verwaltung ge
hörte, Beamte, die von den Großge
schworenen unter Anklage gestellt wur
den, bis zur Erledlgung ihrer Fälle
des 'Dienstes zu entheben, erklarteBür
germeister Thompson gestern Abend
dennoch, daß er Chef Healey iin Dien
'ste zu belassen gedenke.
Schlimme Kämpfe in San Domingo.
San.'Do min go. 24. Ojkt. In
dinem Gefechte zwischen ailicrikanischen
Truppen und Rebelken wurde heute de
ren. .Führer General Nomon. Batista
getödtet. Bs sollen jedoch auch mehrere
Amerikaner, darunter zwei Offiziere,
gefallen fein, während ein dritter Buil
desofsizier verwundet wurde.^^^M^
Protest hatte Erfolg. ,...
W a 2 4 O
lvurde hier bekannt gegeben, daß in
folge der Proteste des Staatsdeparte
lnents gegen die Znrückhaltling von
^amerikanischen Tabakssendllngen im
Werthe von zwei bis drei Millionen
Dollars, die angeblich nicht nach den
Bestilnmnngen der englischenRegierung
verschifft worden waren, in London de
ren Freigabe verfügt worden ist.
MWtz Eille Todesfahrt.
a 2 4 O
flicht hellte mit Schleppnetzen im Chi
cago Flusse nach den Leichen von vier
Menschen, die gestern Abend um's Le
ben kamen, als ein Kraftivagen mit
sechs Insassen an der aufgezogenen
Zugbrücke an der Zwölften Straße in
den Fluß sauste. Frall Sarah Bern
hardt llnd Frau H. Warner konnten
noch besinnnngslos aus demWasier ge
fischt werden. Ten Tod fanden: der
Lenker des Wagens, Hugo Warner
Frl. Jennie laufen. Frl. Lillian
Klansen und Shlvan Kusel.
Bahvstreik in KaKM.
Regierung erläßt einen dringendnl Äp
pell an beide Parteien.
O a a 2 4 O A
derzeitigen anßergelvöhnlichen Wichtig
keit eines ununterbrochenen Bahnver
kehrs zlnn Transporte von Truppen.
Munition liild Ernteprodukten hat die
kanadischeRegiernng einen offenen Ap
pell an die Eifenliahnen und dereil An
gestellte erlasftn, es nicht zu eineiN
Streike koinmen zu lassen, ividrigen
falls die Regiernng mit alleil ihren
Mittelil dafür sorgen tverde. daß der
Bahndienst nicht unterbrochen wird.
Mittlerweile bereiten sich die Eisen
bahner zilin Streike vor, der lnorgen
früh Uln 8 Uhr beginnen soll, wenn die
letzten Verhandlungen in Winnipeg
keine Resultate bringen.
Rekrutenofsiziere müssen einrücken.
2 4 O a
Bundes Kriegsdepartement hat heute
den Rekrntirungsoffizieren der Iowa
Nationalgarde, die über den ganzen
Staat vertheilt sind, die Ordre zll
gehen lassen, ihre neuatlgeivorbenen
Rekruten nach der mexikanischen Gren
ze zu bringen und sich selbst tvieder
zuln Frontdienst zu inelden. Von der
Verfügung werdeil ü.ber Avanzig Of
fiziere betroffen.
Politisches.
Andererseits wird darauf hiilgewie
sen, daß auch die Republikaner Stim
men eingebüßt haben, indem sie den
großen Fehler gemacht haben, sich von
ihrer nrsprnnglich einzigen Kainpagne
issue, dem Zolltarif, durch daS deino
Die Pläne siir den Besuch Roose
velts waren von Harold Ickes, einem
Frellnde TeddizS und früheren Führer
der Progrefsiven, allsgearbeitet ivor
den. Dieser hatte nnn einen anderen
politischen Freund Roosevelts, Otto C.
Bntz aus Winnetka, ebenfalls einen
früheren Progressiven, aber deutscher
Abstainmllng, zuln Vorsitzenden der
Versalnmluug bestiinint. Als nnn aber
Bürgerineister Thoinpson vom republi
kanischen Natioilal Coniinittee llnd
Alvin T. Hert, der Mailager der rep.
Kampagne iiil Westen, hiervon hörten,
erklärten sie, daß bei einer Versainnl
lnilg lnit Roosevelt als Hauptredner
unmöglich ein Teutschmnerikaner als
Präsident fnngiren dürfte und be
stilnlnten den Vorsitzendeil des Hainil
ton Clubs. Henrn R. Rathboile, fii.i'
dieses Aint. Znr Entschädignng darf
Herr Bntz aber die Begrüßungsanspra
che halten.
Gerard bei Wilson.
Iaines W. Gerard. der Botschafter der
Bllndesregiernng in Berlin, traf heute
Vorlnittag iil Shadoiv Lalvil ein, unl
lnit dem Präsidenten, lvie er sich selbst
ausdrückte. ..alle Phasen der europäi
schen Sitllation in Verbindung init sei
ner Arbeit in Berlin" zn besprechen.
Er hatte eiire zwei Stunden lange
Unterhaltung init Herrn Wilson, mit
dein er auch den Liiilch einnahine.
Vor^seiner Rückreise sagte Herr Ge
rard, daß er bis nach deil Wahlen hier
bleiben nerde, aber nicht gedenke, an
der Kalnpagne theilzunehlnen. Herr
Gerard uuterhielt sich sehr sreilnüthig
init den Reportern, veriveigerte aber
ilachdrücklich eine jede Erlanbiliß. etn.'aS
^von dem Gutsagten nnter seinein Naineil
verösfentlichen zn lassen.
Aeußerst scharfer Wahlkamps prophezeit.
Wählerschast des Landes scheint in zwei nahezu
gleich starke Lager getheilt zu sein«
Republitaner gewinnen Stimmen im Osten des Landes.
Botfchafter Gerard hat eine zivei Ttlinden lange Besprechniig mit den« Priisi^«
denten iiber die europäische Krieiivlage.
Auf New Aorker Börse iverdeu den beidcn Präiidentsckiaftz ^tandic!aten glei
che Chanceil zuerkannt Ein sclUiininer Kainpngncinißgrisf der Nepub
likaner Kein Telitschainerikaucr als Vorsli?ender voil Noosevelt--
MWMDie allgemeine Lage.
N N 0 2 4 O a
inmitten des Wahlkampfes stehen und
bestens über alle Phasen desselben un
terrichtet sind, geben heute zu. daß die tat in Berlin arl'eiten.
politische Situation in diesein Jahre
koinplizirter ist als je zuvor. Alle ge
ben zu, daß der Wahlkaillpf ain 7. No
da sie aber nicht Beide erwählt werden
können, muß sich einer von ihnen trü
gerischen Hoffnungen hingeben.
Es wird hier allgeinein ane^^annt,
daß im Osten die Republikaner iii letz
ter Zeit an Stimlnen gewonnen haben.
Ties geht allch daraus hervor, daß die
in diesem Jahre sehr zahlreichen und
hohen WaHlwetten an der Börse, die
früher zur Quote 10 für Hughes ge
gen 8—9 für Wilson abgeschlossen
wurdeii, jetzt nur noch zu gleichen Ein
sätzen angellomlnen werden. Dies be
tveist flicht nur, daß die stets gut ln
formirten Börsianer etile Znnahine des
republikanischen Votums zligeben. son
dern ^daß sie auch die amerikanische
Wählerschaft in zwei ziemlich gleich
starke Lager getheilt sehen.
JahlMg 65 No. 259
Versainlnlung gewünsckt Indiana sott für die Repul.'likaiier sicher
seiil. In Wisconsin gelvinnt Hlighcs alich Stinlnien lailgjähriger
Teinokraten.
vember ein sehr scharser sein und ^airbanko sprach qesterrr^
Sieger nur mlt knapper Majorität den^
... »ach Racine. Wic.. faliren. wo ei:
Prandeilt Wll,on uild (^lZarleo gesiern Abend eine Rede hielt, sich ein
Hlighes haben zwar beide genern noch-t^^iiend iiber die politische ^aae spe-''
malS ihren Ueberzeligungen AuSdrncr ^^„diaila.
gegeben, daß ihnen der Sieg sicher ist.
kratische Feldgeschrei: Krieg oder ^..«ilion babe das Land vor
Frieden?" haben ans ein Kalnpsgebiet^'^^^"^!^ bewahrt, ivlrd gebührend niedri--.
verleiten lassen, das ihnen Verluste
eingebracht hat.
Recht kennzeichnend für T. R.
a 0. 24. Okt. Bekanntlich
ivird Expräsident Theodore Roosevelt an ihrenGrenzen tobt,
am Donnerstag hler elntresfen. um vor Krieg bewahrt hätten und
am Abend elne große Rede lm Parnl- ohne Wilson, sondern durch eine
lon der Viehhöse zu halten. Recht ^hrliclie Neutralität, wird eingehend
kenilzelchileild für die Gesinnniig Ted-! ^„.handelt nnd besonderes Gewicht da
dys nnd seiner Mannen sind lllin einl-Schn-ede-l sich sogar
ge Vorgänge bei der Wahl eines Vor- ^^n britischeil Postranb -.u schü
sitzenden dieser Versainmlnng.
Gcsvrächsiveise l'erickitele der anleri-^
mnische Tiploniat. das? der c'^iaiser sich
nur sehr selteil iil Berlin aufhalte,
soildern nieiftens an den beiden Hauvt
kriegSfrontei'. iveile. ^tapilän Bm)-Ed,
der frühere deutsche Marineattachee iir
Waslsington. jetzt an der Ädinirali-
Indiana für Hnghes.
a 0 2 4 O i-
kanische Pi^e PräsideiitschaftSkaildidaö
Er ist der festen lleber^^engung.
das?^ die Republikaner in Indiana sie--^?
i' eil iverdcn. ^n alleil Theilen des
Staates werden große replidlikanischa
Klllbs gegri'indet so zählt der kürzlich
in EvanSville von juilgen Leuten, die
diesmal ihre erste Stimine abgeben,
ins Leben gerllsene schon iiber 2200!
Mitglieder. Von den Progressiveil wer
den fast alle, die früher Republikanei:
waren, jetzt wieder republikanisch!
stiinlnen.
Zwecks Aufklärung der Tentsch
Auterikancr!.
N N 2 4 O
Tas deutsche Bureau des „.Hughes
Kampagnedienstes" in Neiv Aork hat
einen Auszug aus der prächtigen
Rede, die der frühere Bundessenator
'^everidge kürzlich in Chicago hielt,
in Abertausenden El'inplaren in deut
scher Sprache zuin Versandt gebracht.
„Temokratische Spiegelfechterei" ist!
das kleine Fltigblatt l'etitelt ivordeir
lind die demokratische Behauptung,
?ie so beifällig aufgenomineneilAns
sühr'ungen des Senators Beveridge,
daß Schweden. Holland, die Schiveiz
nnd andere Länder, trotzdein das
tzeil wußte, indem eS seinerseits die
englische Post beschlagnahinte. bis
Iohilnt) Bnll sich ben.iogen fühlte, an
dere Saiten atifzn^iel^en.
Wioconsiner Deinokraten für Hnghes?
!v a lt e. 24. Oikt. Inlnlei:
inehr Wisconsiner Teinokrateil kehreir
Wilson dei? Rücken und erklären sich!
offen für HngheS. Sie vertreten delr
Standpnnkt, daß HngheS die einzige
Hofsining des Landes ist.
verr Edward McGeogh. eil Hnghes
Teinokrat, sagt: ..Wir inüssen n'ährend
der nächsten vier Jahre einen Manil ar^
der Spitze des Landes haben, der dell
Vereinigten Staaten jvieder den Re
spekt zn verschaffen iveiß. den sie be
sessen, aber nntr der Wilsoil Adinini
stratioil gänzlich eiilgebüßt haben."
Herr Edward Knechle, ein ivohlbe
kaililter Teinokrat. äußerte sich !i.'io
folgt: ..Wilson rninirte iiianclien Ge
schäftSzlr'eig, nnd ivenn die Wilson-Po
litik nach denl Kriege iveitergesührt
irird, so ivird das ganze Land iioch
a N I 2 4 a
jetzt der Fall ist. Kanin ein einzige»:
Geschästszweig hat nnter Wilsoils Re
gierung nicht gelitten."
Neues Mordinstrnineilt.
Neil' 0 k, 24. Lkt. i^fsiziere
der BundeSarniee gabeil hente ihre»:
Frende über die Resiiltate von Schuß-^
proben eines ilenen Geschosses für nn
sere Arineegewehre Ausdrilck, die zuv
Zeit bei Sandy Hook abgehalten li.'er
deil. Tas neiie Geschoß soll bei fünfzig
?)ards Eiitfi:rnnng eine Stahlplatte
von drei Viertel Zoll Ticke uud noch
eine dahinter stehende Figilrenscheibe
glatt dnrchdrtlngen haben. Man glaltbt,
daß die neuersnndene .Migel die Kör-«^
per von zwanzig hintereinander stehen-f
den Menschen durchschlagen kann.
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