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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, October 25, 1916, Image 7

Image and text provided by State Historical Society of Iowa

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Wie steht es mit der Berficheruch?
Die Antwort auf die erfte Frage t?
verschiedentlich. 5die Anttvort «ms
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wort seik, wen« 'U Kßre»
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Wesentlicher llntcrsch!ed.
Tie „schwa.zc.i Listen" EnalandS und
DeutschlnndS
DaZ deutsche Kanzlerorgan, die
„Nordd. Allz. Ztg.", beschiiftlgte sich
unlckpgst Nlit dni??eutralen. Zunäaist
mit dcr Schw-iz. Auf englischer Seite
suchte man nk»lstens die in allen neu
tralen Stacuen mit Entrüstung auf
genommenen „»ck)warzen Listen" Eng^
lands über 'N'ßliebige oder verdächti
ge Industrie- und ^Handelsfirmen mit
der Mitteilun? zu befchwichtigen, daß
auch Deutschland seine „fchwarzen
Liften" über ?irmen in den neutralen
Staaten führe, insbesondere über
schweizerische, deren etwa LA) in den
deutschen LU!en aufgeführt selrn.
Darauf kommt die „Norddeutsche" zu
reden. Sie gibt zu,'daß solche Listen
auch in Deutschland existieren, aber
betont, daß -»e von den englifch-fran
zösischen grundverschieden seien. Die
deutsche Liste hinsichtlich der Schweiz
enthalte ausschließlich nur 'vlche
Schweizerfirmen, die Kriegsmaterial
für die Entente aus d.'utschem !/1!ale
rial herstellen. „Es ist," schreivi das
Blatt, „selbstverständlich, daß Deutich
land zur Herstellung von Kriegsma
terial dienen!)! deutsche Erzeugnisse
deren Ausfulir aus Deutschland an
sich überhaupt verboten ist und oie
nur ausnahmsweise zu Gunsten der
Schlveiz bewilligt wurde, nicht solchen
Firmen liefern kann, die daraus Mu^
nition für Deutfchlands Feinde her
stellen. Uedcr ^.iefen Zweck hinaus wird
die deutsche L:ste von niemand und in
leiner Weise verwertet." Ein schweizer
Vlatt bemerkt dazu: Daß Deutschland
über^ schweizerische Firmen, die aus
deuts^en Aiaterialien Kriegsniaierial
-für die Feinve Deutschlands herstellen
und an diese liefern, Register führt
und sie auf d'n Index setzt, um dieses
Wort zu gebrauchen, wird man ihm
schlechterdings nicht verargen können.
Es ist das Mildere, was es diesfallZ
tun kann, und die Schweiz würde in
gleichen Verhältnissen genau fo^)cn
deln. Ganz-ailders sind die englisch
französischen, „schwarzen Listen". Es
genügt schon, daß eine Firma einer
deutschfreun'Zlichen Gesinnung ver
dächtig ist, cv-'r, daß, wenn-es sich z.
B. um^Be^izssirmen handelt, in ei
nem Druckerzeugnisse derselben der
Entente nicht günstige Bemerkungen
enthalten waren, um^ sie auf die dor
tigen „fchwarzen Listen" zu bringen
und nicht bloß ihren Abfatz nach den
Ententeländeru zu schädigen u. sogar
zu unterbinden, sondern vuch nsch
überseeischen neutralen. Die deutschen
„schwarzen Listen" sind Handlungs
listen, d. h. st«: wenden sich gegen Fir
inen, die direkte Kriegsbegünstigungen
an die Enrete begehen, die englisch
französifchen scl)ivarzen Listen schärfen
sich bis zum Eharakker von. Gepn
nunaslisten.
Reisegesellschaft.
Reifen fchwebt den ineiften Men
schen als das Ziel ihrer Wünsche
und das erfehntefte Vergnügen vor.
Doch nur wenige werden von der
Freude am Sehen so gänzlich ao
sorbiert, daß sie ohne jegliche Ge
sellschaft ganz allein zum vollen Ge
nuß des !)ieisens kommen. Beson
ders alleinstel,enbe Frauen sind häu
fig unfelbständig, nicht nur im Dis
ponieren, soudez^n auch irn Erledi
gen der kleiiikn Besorgungen, die sich
unterwegs einstellen. Dann aber
auch haben viele Menjchen nach led
haften, wechsetiiden Eindrücken das
verständliche Bedürfnis, sich mitzu
teilen. Wer nicht über einen Fre^un
deSkreis verfügt, in welchem er pas
senden Anschluß für feiW Reiien
finden kann, tut gewiß gut, sich einer
Gesellschaftsreise anzugliedern. Den
Vorteilen, jeder Sorge für die eige
ne Person enthoben und stets von
Mitempfindenden und Mitschl.uen
den begleitet zu fein, stehen aller
dings auch 'Nachteile gegenüber. Man
lnüß sich jed^r freien Willensätt^e
lung inbezug auf Zeiteinteilung, Ho
telwahl, ja des Rechtes auf „uiude
sein" begebön und sich gänzlich den
Anordnungen deS Führers fügen.
Wer iii diesen Dinaeii nach Eigenen
Wünschen zu entscheiden liebt, der
wage es doch lieber, auf eigene Faust
,^u reisen. Allen Neisebetanntschaf
ten, die man unterwegs macht, soll
man jedoch mit der nötigen Skepiis
gegenüberstehen. Der Zufall ^ügt
t.s zwar manch'nal recht glücklich,
darum ist es auch nicht nötig, jedein
Mitreisenden eine saure Miene, die
ihn abschreckt, zu zeigen, ilur ist an
fangs immer Vorsicht geVoten. Be
sonders persöilliche Ä!itteilungen,
Angaben über Geldmittel, ber
haupt vertrauliche Aeußerungen auch
über Mitreisende- bringen den Of
fenherzigen inanchmal in^ rinc schiefe
Lage. Die Kunst des liebenswürdi
gen Hingleitens über alles Persönli
che eignet ganz besonders deill ^mg
länder. V. N dem inan in dieser Be
zicl^tn^, .:.cch manches lernen kann.
i.uschnst trägt viel zu dem
ner Reife bei. sie kann
aber auch die schönsten Pläne ver
derben. Darum ist ein bißchen Zu
^rü(khaltung unterwegs nieinals von
Zur polnischen Frasle.
Crörternng der Selbstiindipscit
to» russischer Teitr.
Polens
Fur die polnische ^ndiilrle ist i?:e
AusNÜtzung der cusslachen Äb^ai^ge
lziete eine unbeoingle :^colwcnmgleit.
!^^der RulZlano lanl, Polen 0ieie Äv
la.^gediele nur dann ossnen, loenn es
IUI! ii)ln ein staatliches Ganzes i-uldec.
Die polnische ^^ruge hat eben ihre lo
tale !Äedeutung laugst oertvren uni i^t
ZU einer inneren ruj^i^aien ikran'u^eit
ieworoen... Die Ausgabe, die nur
zu löseil haben, stellt iich nun also
dar: inan mus euie Forinel finden,
die mit der ^ia)erung der Selbstan
dlgteit Polens nia)t glelchzeitig sici) ge
gen die Interessen der rujsisa^en
Staatlichkelt lehr:. Ist das nicht öie
Quadratur des Kreises? Wenigstens
h^ben bis jetzt alle iil dieser !)tia)lung
unternominenen, von Zeit zu Zell er
lieuerten Versuche Flasto geinacht.
Wir sehen also, daß die Hillaernisse
auf denl Wege zur Entscheidung der
ruiisch polnischen Fragte reln orga
nischer Natur sind... Aber in c.as
Innere der Sache schauen dle Polen
nicht gern sie gleiten liebet^an der
Oberfläche. Sie beellen sich, die pol
nische Frage auszurollen, solange 0er
Kcieg währt un0 inan ihrer bedarf.
S'e oeranstaltell ziviscyen Oesterrelch
und Rußland eine öffentliche Versiel
gerung— wer gibt inei)?... Nach den
letzten Berlchten weilte Graf Wteio
polski iln Hauptquartier nicht !?loß
als Vertreter dar russischen Polei»,
sondern als ilNitglied einer Abord
nung, die iin Ausland mit den Po
len aus Gälizien und denl Posensci^en
zujuinmengetrosfen var. Was nun
das Zeitgeinäß^ ^er Polensrage be
trifft', so gestatten lrlr uns, elner vom
verel)rten Grasen al.iweichendett Äiei
nung zu sein... Solange der Krleg
die ruisisclie ligation völlig absorblerl,
ivare jede Entsche:vung in der Polen
srage hinter Rucken unailstan
oig und hätte den Charakter elner In
trige. Dte Wieoerhcrstellung Poleiis
iiiulj vonN)er aUgeiileinen Aendernng
der Karte Europa:^ abhailgig gemacht
loeldtki. Bevor Rlißland Polen Her
ausgidt, lnuß es genau wissen, lveiche
Kompensation eS dasür erl)ält. Da
gegen eriichten wir dao voni Grasen
'Wielopolski vor^csch:agene Wettren
n?.n zlvischen N'.ßland und Oester
reich uiu die den Polen zu ^iacheiiven
'-.iersprechungen sür ein Vorgehen, baS
j^ion seiner Unoilsrichtigteit loegen
!nr Würde der StaatSni.icht wider
spricht.
Wünuer sangen Eures .^Lindes Kriifte
wen.
Ist Euer .^ind blaß nnd ärgerlich?
Schkcit..e? iin Schlaf laiit auf iind
knirsD mit de^i Zähnen? Diese Si)ni
tome bedenten Würmer und Ihr soll
tet sofort Al'hnife dafi'ir finden, .^icka
poo Worin Killer ist eine angenehine
Medizin, die den Wiinn tödtet iind ihn
mit seincn.^niilden laxativi?n Eigen
schaften aus dein Stistein treibt. Wi'ir
iner saugen an dem LebenSlverk EnreS
^.Glindes'und inachen dasselbe anderen
Das Organ des Fürsten ^Androni-! Ich muß sie schreiben denn ich l?rau
tow, „Golos Rossiji", sül)rt in einem
„Graf Wielopolski und die polnische
Fi.-age" überschriedcnen .Aufsatz fol
gendes aus: Die Herrschaft über Po
len war für Rußland nie eine Quelle
oer Wohlfahrt, vielmehr eine ll)m
von der Vorsel)ung überbürdete Last.
i^iese Last von sich werfen, auf dieie
ooer jene Weile Polen von sich loSzu
llzsen das i^t der Gedanke, den oie
lorljchrittliiije lussi'che Gesellschaft seit
jeher gepflegt l)at. Aver, wie das
ci,'s'N'j ... Züjuioe cS sich blo^ um Ris
.Territorium ha.ideln, dann tonnte
'Rußland das ^psec oringen, und eS
gave teine polnija^e Frage mehr. Ader
!)te polnische Frage iit even ioeit tom
plizierter. Vorerst die Frage ver'
Grenzen. Rußtand und Polen
das ist eine einzige Ebene, und des
l)alb tonne man gar nicht bestimmen,
wo Polen ausyöri und Aiußtand ve^
ginnt. Noch fchwieriger und verlvickel
ler stellt sich die ethnographische Av
iirenzung oar. Äeyört das Eyelincr
land, gehören Litauen und Wol!)!)
liien zu Polen ooer zu Rußlands
Krankheiten eher zugänglicher, wie das
jbei .Kindern ohne Würmer der Fall.
Ener Apotheker verkanft KickapooWorin
Killer. 2Sc die Sckiachtel. (Aiiz.)
O-mokrat, Savenport, Now«.
Ciil Goldbarren im Wert von nahezu 511,000.
Diefer Barren, der in einem Schmelzwerk in Omaha hergestellt wurde, hatte ein Gewicht von S23.36 Unzen.
Der Ziinglmg vom ^«nde
W
Von P. .H.
^ch niöchte eine Rooelle schreiben
che Geld. Meine Schuhe sind durchge^
latisen. Meine Hose fängt an, i^e
venllich auszufranseil. Und ich nuiß
lel-en. Ill'.d ca ich, von dem eitlen
Glanz der .^unst geblen!?e!, niet^ls
.^^ernlinfiigcs gelernt habe, nius 'ch
schreibeil. Freilich: daß «'s so koni
-nen würde, habe ich nicht gedeicht,
llnd diiß lch gerade init d?m Geld
verdienen lnüßle, was ich ani ivenig
!ell tnlin, lnit Geschichten..', doch
)aS ist jetzt egal. Ich loeis d.is^, es
.'bechaupl Widernatur ls't: diele
Dichierei für Geld. Aber lch hni^e
mein Leben an die Fei»-r veinui'l.
l'nd da meine Arlikel, die ivirtlich
iut sind, nur llicht genug ci!!dri!li?:ii.
schreibe ich ki.iit ".)ioLe'.len,... ico'iZ
cenl ich's »'igentlich nicht (.-un
inilgsaüier ^eeleni.'lord ist ielz
weiß es. Aber vi.'!leicht bin im rines
Ta^es nii.r noch eiii Schreidtiprarul.
'er i'.ch gar nietns inehr denll.
wenn die I)lirte 'ijcotwendictcil ceS
Lebeiis aus ihln beruintipl.1 »nd die
llzpeni-edeäten BläUer von de: Ä.al^
.ibrol'.eii. A.m Eiide^ geht das ganz
inech.inisch. Aber ich brauche einen
!1l0v.'tlenstoff. Realistisch und aȊ! ge
fiihlvoll iniiß er sein iind mil ei.ier
gu:ei! Polnte. Was man so eiilen
ivirtsainen Stoff nenni, ein Sloss,
der rührt und gesällt. Vielleicht könn
te ich ans dein riesigen Nvvellenseh.itz
der Weltliteratur irgend:!:ellvas neh
men und es nei: aufinach'en. Das
V!enfch!iche bleibt sich doch etvig
gleich, und an der Wiederholniiq von
Motiven koinlnt nian nicht vorbei.
Taiisende arbeiten auf diese Weise.
Aber niir paßt das nickt. Ich brau
che etwas, das ich loirklich geseheil,
init meinen Augen, die keinem andern
jiehören. Farbe des Lebens^. Ateni der
Wirklichkeit soll hinein. Nur keine
scl^önNche Atelierliteratur. Lieber die
Brutalität der Gosse!
Es ist Abend. Die Lichter brennen
iind spiegeln sich im regennassen
Trottoir. Ich renne durch die. Stra
ßen: Paradeplatz, B^hnhosstraße.
Liminatquai. Gewaltsain reiße ich die
Augen aus und schaue die Vorüber
eüenden an wie eiii Detcttiö als ob
ihllen lnein NoveUelistoss in^ ..Gesicht
gesehrieben lvärr.
Aler ich starre vergedcns. Ich sin
de nichts. Wahrscheinlil.1? steht sei:?
viel in den tauseiid Gesichterll. Ich
kann nur nicht lesen. Ich l)abe zu
wenig Phantasie, Uin dir Schrifi, dle
das Schictfal wie Runen in die Züge
gefchnitteil, zn deuten. Ja. ivenn ich
ein Dickter iväre! Ein Mensch, in
dein das gailze Leben der Menschl^eit
lebt, und der durch seine Verlvand'
M»ft init allen Dingen aus dnn
Neinsten Zeichen das Weseii erkennt.
Jeh aber bin jet^t nur ein arnler
Schreibbeslissener, der Novellen
schreibt, loeil er leben inuß.
Ah! die Piatatsäule! Da liiüßte
doch die Einbildungskraft in Eree
gullg geraten. Ein At'ord gefällig?
i^in Elnb^uch? Kinderverschteppliiig?
Arveitslosenversaininluna» Der Pro
phet Johannes? Heil'^sariiice! Kircheii
austritt: Proiestversaiiimluiigen! Ist
das
Nicht
Lebeii?.^ Das heiße Lebeii
unserer Zeit? .... ein kleiner
Zettel! .,Fritz, kehre zuriia. Atutier^
trank. Altes vergei-'en." Das wäre eiN
Stoss!
Jü) versuche, inir vorzustellen: ein
duiilüier, naiver Iüiigling vonl Lan
de, der aus '.'ingjt vor -^en Folgen
einer Duiiiinhelt, die er vegaiigen,
ausreißt, nach d?ni großen Zürich,
i^^tlvas ron!aiiiisei)c Ai-'eiiteiierlitst ist
auch dal-ei. Deiin dieses reiche, inter
nationale, glänzeiide Ziirich nialt sich
in ^eni üiopf des Schlingcls init al
len Farben aus Tausei-.o und eilier
'Nacht. Zürich ist das lvahre Tisch
leindeckdich. ^.».'tan braucht sia) nur an
die Tafel zu setzeii uno zuziilange-i.
lind oas sieht liicht alles atif. der
Tasel!
Und ich i:iale inir die Erlebnisse
des Iüiigling? aus: den Raufch, der
ihn erfasjt, als er, aus tein.Bahn'zof
hpraiisireieild, den Glanz der abend
lichen. Straße sieht. Die ersten Eiit
läufchungen und die ersie Not. Er ist
Gaunern in die Hände gefallen. Ein
paar.Wochen später steht yuti^ernd
uno srterend eln arines, verl^issenes
Kind auf der Straße. Ohne uet?cr
zieher, trotz der Wlntertalte deiia
dieses Bekleidungsstück lourde aiS
überflüssig erachtet, als eiN Feilträ
ger inl ^.»tiederdors ein paar.Franteii
dasür bot. Ein Paar Franken! L^a
kann inan sich ein paar .^age satt es
sen. Tie Burschen der Strasze, die
sich allabendlich heruiiitreii-en, tenncn
ihn schon. Sie grüßen i!)n und spre
chen lnit ihin, loenn sie 'oocül^ergehul.
Und w^eiin ihm nicht bald ein
Niensch, einer, der lvirllich oeii Ed'
rennamen Mensch verdient, die .Hand
gibt,
UIN
ihn herau?zureißen, ist er
binnen kurzem einer inehr in ihrer
Schar. Es geht ja so schnell, wenn
lnan erst ins Glelten kolnmt.
Ein Novellenstoss! Na, ivas :üi:tt
euch
UIN
d,e Geschichte dieses Kna­
ben? Ist' sie
Nicht
yuosch, spanneiiv,
rührselig, realistlsch^ Geradezu tino
oraniatlsch?! Es läßt s-.ch etwas dar
aus inacheii! Äiilieusar'ce lljßt s'.ch
.mehr als genug hineinlii^ingen. Wer
kennt
Nicht
das Niederdorf und ange­
lagerte Gegenden. Lolale und Typen!
Uli6 daß ich's nicht vergesse: dic ver
härmten Züge der kranken !)Nutier.
Das bringt tragischen Kontrast ii:
das Bild. Spä: in der Naeln toiiime
ich loiedcr durch das Liiiiinatquai.
Ich habe ineinen Stoss. Tie ganz.
Zcit über habe ick die Geschickte oes
^üiiglings voin Lande iii ineineui
c?chädel heruingewälzt. Ich hal'e sie
eigentlich schon ausgearbeitet und
brauche ^sie nur noch nieoerznschrei
ben. Wie viel Honorar werde ich fuc
sie betoininen^ Bielleicht süns^^ig
Franken. Ei weih! d.is iväre sein!
Was ist denn das da aii der Pla
katsäule? Ein Knabe, blaß und srie
reiid, steht da und iveint. Schiver
fäll! es Niir aufs Herz. Ich trete hin
und sprscke ihn an. Ich frage ihn,
wc^ ihin fehlt, und er erzählt inir
au'^einer Bank die Gesclackte inei
nes Jünglings vom Lande, sü: die
ich im Geiste schon meine fünfzig
Franken einstrich. «L-chaiN und E'.el
erfaßt inich, daß ich inir selber iüs
Gesicht speien möchte. Der .^inabe er
zählt aber ich höre nur deii Ton in
seiner Stiniine, die allinählich sast
erlischt.
„Und tnöchten Sie nicht wieder
nach Hause?"
„Nein, ich kann nicht inehr nach
Hanse. Mit dein, lvas ich erlcbt und
gesehen habe, kann ich nicht nach
Hause."
Seelenniord! möchte ich schreien,
daß alle es hören. Seeleninord!
möchte ich über die unselige Stadt
hinrilfen, in der Tag uin Tag .Hun
derte von .Herzen ini Schlanini des
Lebens zertreten werden.
Uiid daraus, fchamloser Feiiilleto
nist, loolltest du eine Gesckichte ma
chen? Aus diesein Stoss, oen nur ein
großer Dichter und Aiensch in seine
heiligen Hände nehinen dürfte! Schön
hattest du dir das bedacht. Aber das
Leben hat dir einen Strich geiiiacht
durch die banale ^iiührfeligkeit, die du
für fchiiödes Geld zufaininen
zurül)rtn gedachtest. Seelenniord!
Ach, tvein loird die Seele nicht ae
inordet! Ich inuß einen !1iovellen
stoff haben. Ich brauche Schiihe. Ich
brauche Kleider. Ich niuß essen. Am
liebsten niöchte ich iveinen, ioie oer
arme Kliabe an der Plakatsäule.
Doch das nützt nichts. Ich werde nach
^)aiise gehen. Vielleicht finde ich et
oas iln Boccaccio oder in sonst ei
ilein alten Italiener. Es ist gleichviel,
vo. Nur die Geschichte lneines Iüiig
!i»igs voin Lande loerde ich nickt
schreiben.
(^tebietet dcr ersten Erkältung Halt.
Eiiie Erkältliiig wird nicht von selbst
besser. Der Versuch, eine Erkältung
zii erinüdeil, erinüdet Etich selbst lind
Euer Husteu Ivird nur schliinmer, ivenn
er veriiachlässtgt tvird. Der hackende
Hiisten untergräbt die Eiiergie lind
saiigt an det^ LebenSkrast. 47 Jahre
lang hat die glückliche Cmnbination
der besäilstigendeii antiseptischen Val
saine in Dr. King's New Diseoverii
die Husten geheilt nnd die Congestio
yen verhindert. Jung nnd Alt können
von der proinptcii Hülse, die ihnen
durch Dr. .^lingS Zc'elv DiSeoveri) bei^
Husten iiiid Erkältungen lvnrde, erzäh
len. Kaiift heute eine Flasche bei Eii
rein Drogjsten, Svc. (Anz.)
hat.
9)!tttwoch, ^ktvbcr
enkvAntev
ist ein Heilmittel, welches die Probe eines über hundert Jahre langen
Gebrauchs bestanden
Er reinigt das Blut, stärkt und belebt das
ganze Sysrem, und verleiht den Lebensorganen Stärke und Spann
kraft.
Aus reinen, Gesundlieit brin-ienden Wurzeln nnd Kräutern ljerge
stcllt, enthält er nur Bestandtlicile. welche Gutes tliun. Er bat als
Medizin nicht seines Gleichen in Fällen von La Grippe, Nheumatis
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Vsrmittelun-? Vvn Sveciai-Agenten geliefert. Wenn sicb lein Slaent '.n Ihrer
Nackbarschast beslndet, dann schreiben Eis an die allemigen Fabrilanten und
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