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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, October 26, 1916, Image 2

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Me Arten
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?onncrsiag, 26. j^ktober
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»«»«»»s ««111111111 I«««»««
Der tolle Gras.
Roman von Elisabeth Gsedicke.
(Schluß).'
Und ^cr lolle sciue
auf ihr weiches Blondhiuir geleg: uno
sal) stuinm auf sie nieder, niil feuch
ten? Vlick.
Mit dem Friihzuge kam die Pflegc
schwester aus Graf Lassviv
ettipfing sie u.nd gab^'ihr die nötiger!
Aiuveisungen und Erklärungen.
„Fräulein Krocker bedarf dringend
der» Ruhe und Schonung," war fai
das erfte, was er sagte. „Sie haben
wohl die Giite, Schwester, Sorge zu
tragen, daß sie sich nicht überan
strengt, sie ist sehr zart und
„Verzeihen Sie. Herr Graf, bin ich
nicht zur Pflege einer Frau Gräfin
Rastetten hierher gerufen?"
«Ja, ja, gewiß. Meine Tante hat
sehr schweren Typhus, aber meine
Coüsine hat sich eben mit der Pflege
sehr überanstrengt, zwei Nächte hin
tereinander gewacht und die ganze,
schwere Verantwortung allein über
nommen."
Graf Lafsow kam lmmer wieder
darauf zurück, daß die Schwester ver
sprach, möglichst für Fräulein Krocler
zu' sorgen. Dann nahm sie ihren
Platz am ^Krankenbette ein,, und
^asjoiv entschloß sich, nach Domberg
zuriiclzufahren.
„tausend, tausend Dank, daß du
gekommen bist," sagte Elvire beim
'.'Ebschied zu ihm, „ohne dich wäre lch
verzweifelt."
Er hielt Ihre beiden Hände.
Mlvi, eins sage mir noch, wie bist
duf darauf gekommen,' gerade mich zu
rufen?"
Da fah sie mit einem leuchtenden
Blick voll ^iebe und Vertrauen zu
ihm auf.
„An wen foll ich mich denn wenden,
wenn ich in Not bin, wenn nicht an
dich. Lex Lassow?"'
Elvi!"
x- Emen Augenblick schien es. als
wolle er sie in seine Arme reiß.'N,
aber dann bog er sich nur tief über
ihre Hände und zog sie an die Lippen.
S a
Tage voll schwerer Sorge sviglen,
Lassow kam fast täglich von Domberg
nach Waldmühlen herüber, und Arzt
und Pflegerin hatten fich längst daran
gewöhnt, sich mit Fragen und An
or^ungen an ihn zu wenden. Dann
triMlangsam die Vesterung ein, und
ttrockers, die ihre Reise in Norwegen
.unterbrochen hatten, um an das
itrankenbett der Gräfin zu eilen, er
hielten die Nachricht, daß ihr Komnien
leine Notwendigkeit mehr sei.
Jlfingen hatte öfters den alten
Doctor Peters zu Rasteltens begleitet,
und der Zufall wollte es, daß er niei
siens mit Laffvw dort zusammen
getroffen war. ..
„Der Mensch steckt auch ewig Hier,"
jagte der tolle Graf einmal bei solcher
Gelegenheit zu Elvire, die Augen
brauen smster zusammenziehend.
Ueber ihr Gesicht zog ein so glück
liches, schelmisches Lächeln, wie er es
seit seiner Rückkehr aus Dänemark
überhaupt noch nicht auf ihren Zügen
gesehen hatte, und sie fagte: „Es
muß ihn doch irgend etwas hieryer
ziehen, sonst würde er wohl nicht so
oft kommen."
„Nun, wer der Magnet ist, ist wohl
nicht schwer zu erraten," stieß er zwi
schen den Zähnen hervor.
„Meinst du?"
Sie legte das Köpfchen auf die
Seite und sah ihn von unten herauf
mit einem süßen, liebreizenden Lächeln
an wie in früheren Zeiten, dann
drehte sie sich auf dm Absatz um und
ging sort.
Als es der Gräfin foweit besser
ging, daß sie im bequemen Lehnstuhl
im Garten sitzen konnte, da war Jl
fingen eigentlich immer da, seine Blu
men dufteten auf dem Tische, er be
sorgte die Bücher, die die Kranke las,
und er reichte ihr den Arm, wenn sie
ins Haus geführt werden soll:e.
Lassow fühlte sich zuletzt ganz über
flüssig in diesem kleinen Kreise, und
stellte seine Besuche in Waldmühlen
ein. Gretel und Liesel waren noch
auf Domberg, da der Gräfin unbe
dingte Ruhe empfohlen war, und sie
erklärten enthusiastisch, daß' sie nie
wieder sort wollten.
Einmal kam aber doch der Augen
blick, wo geschieden sein mußte. Las
sow erhielt ein Briefchen, von der
Gräfin felbst mit etwas unsicherer
Hand geschrieben:
„Lieber Lex," hieß es darin/ „ich
habe Sehnsucht nach den Kindern,
und Dr. Peters hat erlaubt, daß sie
zurückkommen. Bitte, bringe sie mir
ich habe Dich so lange nicht gesehen,
ich finde. Du vernachlässlgst De.ne
alte Tante jetzt, mein Junge. Das
darfst Du aber nicht, man wird so
empfindlich, wenn man krank ist. Ich
freue mich so. sehr auf Euer Kom
men eine große, freudige Ueberru
schung wartet Euer hier. Deine alte
Tante Luise Rastetten."
Am Nachmittag desselben Tages
hielt der Doinberger Wagen vor der
!6illa in Waldmühlen.
„Wie geht's Frau Gräfin?" fragte
Fräulein :)Naaß das Mädchen, das
allein herausgekoininen war, um beim
LA
Aussteigen und Gepäckabladen zu
helfen.
Die brave Auguste lächelte geheim
nisvoll. „Sehr gut. Wir feiern ja
heute Verlobung."
„Verlobung?" riefen Fräulein
Maaß und Lassow wie aus einem
Munde, und der Graf, der sich etwas
verfärbt hatte, fügte hmzu: „Mit
Herrn v. Jlfingen?"
Auguste nickte, ergriff eine .H.ind
tafche und rief, ins Haus er.end:
„Ich darf es ja eigentlich gar nicht
sagen, soll ja eine Ueberraschuna
sein."
Fräulein Maaß dachte »und folgte
ihr mit den Kindern. Lex Lüssow
blieb unschlüssig ain Wägen stehen.
Sollte er wirklich hineingehen unl:
Zeuge dieses Glückes sein? Er fühlte,
daß er kaum die Kraft haben würde,
Elvire an der Seite eines anderen zu
sehen. Elvire seine Elvi! Nein
es war unmöglich! Aber sollte er
feige umkehren er, der tolle Gxas?
Er warf den Kopf zurück uno biß
die Zähne aufeinander. E^mal
mußte es ja doch fein, warum, nicht
jetzt gleich? Je eher, desto besser.
Er brauchte ja nicht lange zu bleiben,
die kurze Stunde würde ja vorüber
gehen, und dann fort so we:t wie
möglich, um sie nie wiederzusehen, die
Elvi mit dem Blondhaar und den
blauen Augen, die ihm einst in Lieve
geleuchtet hatten und jetzt einem
andern strahlen würden.
Ein bitteres Gefühl für sie quoll
auf einmal in seinem Herzen aus.
Konnte sie denn wirklich in der kur
zen Zeit so ganz vergessen haben, was
sie sich einst gewesen, fühlte sie denn
nicht ebenso wie er, daß sie zusamnim
gehörten, der tolle Graf und Elv'.re
Krocker, unauflöslich, daß einer doch
nicht leben konnte ohne den andern^
Er stieg die Stufen zum Hause
empor und sah in den Korridor. Jl
singens Helm und Säbel hingen neven
Elvires Hut und Sonnenschirm um
Kleiderriegel, in einer Ecke lag ein
Knäuel Seidenpapier, wie er wohl
von einem Bukett abgerissen war, und
Auguste bemerkte wichtig:
„Es sind Gratulanten da."
Nein, er konnte nicht Hineiligeyen,
noch nicht, erst mußte esMwas ruhiger
Iverden in ihm. Er sah sich im Geiste
wieder im Salon der Frau v. Melog
nitz, um Irma zu gratulieren. Würde
Elvire auch init ihni anstoßen wollen
auf ihr Glück?
Lachen und Sprechen scholl aus dem
Salon der Gräsin zu ihm hinaus,
einmal erkannte er deutlich Jlfingens
Stimine mit einem helleii, treuoigen
Ton. Und er kehrte hastig wieder um
und stürmte in den Garten.
Sonnenschein schimmert« durch
Büsche und Bäume, Sie Blumen duf
teten, und summende Käfer flogen
von Blüte zu Blüte. Der Mllhibach
schien heute langsamer zu fließen, er
innrmelte nur leise. Und dorr au,
dem schmalen Steg, vorn Sonnen
schein umflutet, stand eine weiße Ge
stalt, hoch aufgerichtet, die Arme hin
ter dem Kopf veefchränkt Elvile.
Sie sah unbeweglich in das fließende
Wasser zu ihren ^üßen. War sie dem
Strom der Gratulanten entflohen,
um allein zu-sein mit ihrem Glück?
Oder hatte sie den Wagen koinn'en
hören und fürchtete sich vor dem Wie
dersehen mit ihm?
Lassow stand auf einmal hinter ihr
und schnitt ihr den Rückweg ab.
„Ich komme, um dir zu gratulieren,
Elvire."
Sie suhr zusammen und wandte sich
um, und dann standen sie sich Auge
in Auge gegenüber auf dem schw'an
kenden Steg.
„Mir?" -r
./Ja, zu deiner Verlobung."
„Ätir?" fragte sie noch einmal, und
dann lag plötzlich wieder das schel
mische, glückliche Lächeln auf ihrem
Gesicht. „Du wendest dich an eine
falsche Adresse. Lex, ich habe inich
ja gar nicht verlobt, fondern Leni."^
i,Elvire!" Er packte mit eisernem
Druck ihr Handg^nk. „Treibe nicht
noch deinen Spo^mit mir. Du bist
doch Jlfingens Braut?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Nein, Lex, glaub' mir doch, er
hat sich mit Leni verlobt. Du weitzt
ooch, was ich ihm an jenem Ballabend
für eine Antwort gegeben habe. Ich
habe meine Ansicht noch nicht geändert
seitdem."
„Elvi M)te Lüttje
Es war ein lauter Jubelschrci, und
dann hatte der tolle Graf Elvire
Krocker in die Arme gerissen und ihr
Gesicht mit Küssen bedeckt.
„Sag', was du willst. Elvi, ich
laf^e dich nicht, du bist mein. Ich
kann es ja nicht ertragen, dies Leven
ohne dich. Söhte Lüttje, hast du
wirklich geglaubt, es ginge so, du htei
und ich in Domberg und zwischen uns
der Schatten der Vergiingenheit?"
Sie schüttelte den Kopf.
„Es ging nicht, ick habe es auch
eiligesehen," sagte sie leise, „es hat
mir fast das Hecz gebrochen. Lex."
„Und jetzt vertraust du inir, Lieb
ling, und gehst mit mir?" ff
„Bis cms Ende der Welt."
„Und du hast mir jetzt alles ver
geben, Elvi, alles?"
Da barg sie das 5köpfchen an seiner
Brust.'
„Vergib du mir, Lex, daß ich auch
nur einen Augenblick an dir zliieifeln
konnte."
See Semo?rat» Davenport, Aowck»
Er ist noch ilnincr toll, der tolle
Graf, trotzdem er jetzt schon seit an
derthalb Jahren der Gatte der rei
zendsten, liebenswürdigsten Frau ist.
die auf Meilen ini Umkreise den
Nalnen eines alten Adelsgeschlechts
trägt.
Seine Standesgenossen schütteln
wohl oft den Kopf über ihn. D.if?
er durch seine Heirat den ersten bür
gerlichen Nainen in den Staniinbauin
der Lctssow-Domst gebracht hat, ver
zeiht man ihm, dem Liebreiz der Gcä'
sin Elvire gegenüber. Anderes'
nimmt inan schon schwerer. So Hai
die Baronin Rochberg, eine gedorm'
Reichsgräfin, eininal „ganz unmög^
liche Leute" auf Dörnberg angrlrvs
fen, die die Gastfreundfchaft des lollcn
Grafen vierzehn Tage lang genossen
und als Herr und Frau Elüiigfen
vorgestellt wurden. Er war groß
und dick und sprach und lachte jelzr
laut. Sie war tlein und dick und
früher mit dem Onkel ihres jetzigen
Mannes verheiratet gewesen, wie niau
sagte. Mit Gras Lassow stand sie
auf sehr vörtrautein Fuße. Er
nannte sie „Frau Dörthe" und sie
sagte: „Herr Lassow ach, ent.
schuldigen Sie Herr Graf wollte
ich sagen."
Horribel!
Einige lachten wohl daruver Und
versuchten sich vie Baronin im Ver
kehr mit diesen Leuten vorzustellen«
andere schüttelten den Kopf und ver
schworen sich, die Schwelle des Her
renhauses vcn Domberg nie wieder zu
betreten. Aber da der tolle Graf sich
daraus nichts zu machen schien und
'Gräfin Elvi so über alle Begriffe
„süß" war, vergaß inan das uno ging
doch wieder hin.
Frau Dörthe »ebt init.ihrem jetzigen
Maniie, den sie nach kurzer Witwen
ichast geheiratet hat, sehr glücklich.
Er klagt nie über Zug, fährt im
offenen Wagen, ivie sie es sich ge
wünfcht hat, und steht, nach Lassows
Behauptung .etwas unter dem Pan
tossel. Sie bestreitet das energisch
und ist sehr stolz aus ihre Nieiischeil
tenntnis. „Sehen Sie," meint sie
lciuinphierend zu Lassow, ?,ich habe
es dach gleich gesagt, daß Sit. so
etwas wie ein Prinz sind."
Man erzählt sich noch mehr vom
tollen Grcisen. Daß er seine Frau
auf Händen trägt und seine hübsche
junge.^Schwiegermama vergöttert,^ und
daß er an dem Tage, aii dein sein
Söhnchen geboren ist, cibends auf dein
Domberge ein Freudenfeuer hat c^n
zündcn lassen, das seinen h.ellen Schein
weit ins Lani) gelvorfen hat, so daß
die Feuerwehr aus allen Nachbar
orten zusammengeströint ist.
Das Söhncheni ist nicht nur der
S^olz seiner Eltern, sondern der
gcinzen Bevölkerutig von Alrendsberg
und Domberg, und wenn das weiße
'Spitzenbündelchen an den Leuten vor
beigetragen oder -gefahren wird, dcwn
stoßen sie sich an und sagen schmun
zelnd:
..«Uns' lüttje. tolle Graf!"..A."'''
(End e.)
E a i^g a
eignete sich in Sheboygan, Wis., im
Haufe von Rudolph Scheller. Er ko
stete der Gattin und Mutj^r das Le
ben. Frau Scheller hatte Borkehran
gen getroffen, sich eine Anzahl Zähne
ziehen zu lassen und dieser Tage
sollte die Operation vorgenommen
werden. Zahncirzt Dr. George Kent
hatte Dr. Arthur Knauf mitgebracht,
um die Patientin iüiter den Einfluß
von Chloroform.zu bringen. Das
Betäubungsmittel wurde in üblicher
Weife angewandt^ leider erwies es sich
aber in diefem Fall als tätlich. Frau
Scheller kani nicht wieder zu sich. Ein
Herzschlag hatte, ihrem Leben ein
Ende gemacht.
E e
benheiten in der Geschichte des Hei
ratslizenzbureaus in Appleton, Wis.,
war die jetzt erfolgte Applikation'von
zwei Zwillingspaaren uin die Aus
stellung von Heiratsscheinen. Das
erste Zwillingspaar, Ida ilnd Minnie
Klemp, ersuchten um Ljzenzen zur
Heirat von Walter Kressin aus Os
.born einerseits und von Henry Kran
zusch aus Black River Falls anderer
seits« Das andere Zwillingspärchen
waren Emma Noffke aus Appleton
und deren Bruder Ärthur Noffke.
Der Auserwählte von Emma ist
Fred. Horn und.die Auserkorene ih
res Bruders Arthur ein Mädchen mit
Nunen Francis Sternagie.
W a S
namit, die von böfer Mörderhand
auf die Veranda des Hauses von
Samuel S. Smith an der Stoyers
town-Road, nahe Mockwood, in Cum
berland, Md.. gelegt worden waren,
nicht explodierten, ist eine Frage, die
nicht beantwortet worden kann. Die
Dyltdmitstangen waren mit Zünd
kapseln versehen. Die Letzteren wa
ren auch zur Sprengung gebracht
Wörden, das Dynamit kam aber nicht
zur Explosion Die ganze Veranda
war mit Petroleum begossen worden
uiid geriet, nach der Sprengung der
Zündkapseln in Brand. Snith und
seine Fainilie konnten sich retten. «Es
wird vermutet, daß einige Italiener
das Haus in die Luft fprengen woll-.
ten, da Smith als ein '!^H^rarbeiter für
die „Baltimore-Ohio-Eijenbahn" nur
Amerikaner beschäftigte. Auch im Kel
ler des Haufes wurden einige Stan
gen Dynamit gefunden.
Teufelshay.
Roman von E. Vely.
(Forts^una.V
NU.
in
Gibt denn da eine Frau
dem Försterh'äuschen?
Wieschen macht«, einen Nuck im Gi
ben vor Erstaunen. Das hat man
Sie nich' mal erzählt, dasz da die alte
Unterförsterfche is. die Lahme? Sie
sprechen och all' so viel miteinander,
von was denn aber man? De:n ekli
clen Förstes seine richtige Mutter, das
1s die al: Weidenbachsche. Nu wiss-in
Sie es aber. Zuweilen aeht doch un
sere Frau auch hin, sie besuchen.
Wieschen würde nickt begreifen, daß
Theda wohl davon qebört. in den !r
sten Tage und überhört es war
ihr damals alles noch si5 viel unwich
tiger als heute.
Un sie iss keine Unrechte, die Unter
försterfche. Mit einem Zischeln: 'The
res soll das
ia nich, ich thu's auch
aan.^ a erne. Bloß dev-ollen spöttischen
Menschen, wen.i ich den nich zu sz^n
brauch. Ein paar Atbemzüae^ Kann
sein, daß er heute nick da it! Auch
wohl in der ^üttenfchenke. Denn
heut' is es doc^ besonders. Sonst läßt
er sie nie allein mit dem kleinen
schwachen Mädchün. Könnt' sie was
überkolnmen. denkt er.
Das ist doch aber hübsch von dem
Weidenbach.
Wieschen schüttelte eMqisch den
Kovf. '^.'n dem is gar nichts hübsch.
Fräulein Tante! sagte sie dazu sehr
bestimmt.
Sie sind, aus Lem Weg auf die
Landstraße gebogen. In Büchsen
fchüßweite lieat-das Haus da. niedrig,
nur ein .falkstockwerk erhöht es in der
Mitte. Links ?u ebener Erde fchim
mert Licht. Man sieht den weißen
Anstrich auf dem Balkenwerk, da wo
der Schein auffiillt.
Wieschey, wollen. Sie mich mitneh
men?
Warum nich? Die Försierfche is es
'ne Ehre.
So meint' ich's nicht.
Spreche'., kann sie t^e'ii "Buch.
Fräulein Tante. Als ob sie auch Leh
rerin studirt hätte. En bißchen aus
ländisch klingt es. Sie foll auch von
weit her fein und was Besseres als
ihr Mann. So was hat der Jun.ze
nich von ihr. er fchlägt wshl nach sei
nem Vater.
DIunge? Theda lacht. Der ist doch.
Mn wohl schon ein Mann zu nennen,
der Unterförster.
Wer nich verheirathet is, der is. b-i
uns zulande ein Junge, sagt Wieschsn
sehr bestimmt. Das is mal so. Un
wenn der Weidenbach das man für alle
Lebzeit bleibt, damit er kein ordentli
ches Weibsbild unglücklich macht.
Wieschen, was hat er Ihnen denn
eigentlich gethan?
Sie bleibt stehen und schnappt nach
Luft. Gethan? Gar nichts! Das
wäre noch besser. Ich mag'n bloß nich
leiden! Albern i.s er! Un sieht der
etwa aus? Der sieht gar nich aus.
Unser Oberförster, der sieht aus!
Sie trabt jetzt förmlich voran, deni
kleinen weißen Haufe zu, dMckt auf die
Klinke, die nicht nachgeben will, und
schläqt dann mit der Faust an. Wer
den die Frauenzimmer alleine fein!
Das is man gut. Die fürcht!.n sich
gewiß! Fräulein Tante, ich fürchte
mic' vl'r aar nichts!
Sin paar Minuten vergehen, in de
'ien sie wartend dastehen. In so 'ner
Unte:först:rei möcht ich nich' sitz:n!
sagt Wieschen. Nee, ich nich'!
Nun kommen leise, trippelnde
Schritte, langsam drcht sich ein
Schlüssel, uni ein kleiner blonder Kopf
mit frislhrothen Backen^ zeigt sich, cik:
Licht wird hochgehoben und eine dünne
Stimme fragt: We. ist da?
Dortch^, ich doch und die Fräulnn
Tante, sagt Wieschen wichtig. Daß
ich heut' käin', wo die Herren Vorge
setzten da l^ren, das is doch sicher.
Die Kleine lacht über's ganze Ge
sicht und huscht zur Seite, um Platz zu
machen.
Daß die sich einschließen, is verstän
dig. Sie is lahm und die da nur 'n
Spatz, 'n Waisenkind, j^tzt vierzehn,
sie hat's aus Barmherzigkeit c^usge
nommen. Ihr Vater ist ^im Holz
fällen vom B?um erschlagen. .Is
seine Schuld gewesen. Da war dds
kleine Balg nu ganz aVein auf der
Welt, berichtet Wieschen ganz fchnell.
Dortchen öffnet die Stubenthür
links: Mühmchen. das Wieschen ist
da!
Bringt aber noch wen mit! fagt die
und trit: vor der Schwelle zurück.
Unser Fräulein Tante.
Lichtfülle und Wärme strömt den
Eintretenden entgegen. Der Raum
ist freundlich. Rahm::, von Oelbildern
blitzen von den Wänden, Teppiche lie
gen auf!em Fußboden, .und Decken
breiten sich über Tifche und Sofa. In
einem großen Stuhl, die Lampe ne
ben sich, sitzt eine weißhaarige Frau,
auf deren Scheitel ein fchwarzes Mütz
chen liegt. Sie hat eine fchwarze
Plüschjacke an, und eine rothe Decke
verhüllt ihre Füße. Si: faßt mit bei
den Händen die Lehnen, hebt sich ein
wenig un') fagt mit weicher, tiestlin:,
«ender Stimme: Das liebe Fräulein
muß schon verzeihen, ich kann nicht
aufstehen.
Aber ich freuc mich.
Tannenduft,ist in t«m Zimtnsr, er
koinmt von Zweigen, die in großen
chinesischen Vasen stecken. Neben dem
Stühle liegt auf eiiiein rothen Kissen
«ine !^.'ngocakatze, die träge blinzelt,
sich deh^ und wieder niederstreckt.
Grosij?^ blaue, freundliche Augen
blicken Thsda an, der es ist, als käine
sie aus dem Dunkel und dein Schnee
in eine ganz verzauberte Welt.
Seien Sie mir fehr willkomlnen,
Fräulein Marfen!
Mit einem Husch ist Theda bU ihr
und nimmt eine der Hände.
Sie hat es mir versprochen, Ihre
liebe Oberförsterin, Sie sininal mit
zubringen. Wie Sie aussehen ^und
sind, weiß ich auch von meinem Sohn
bereits.
Da grinst Wieschen, di^ beim Aus
packen des Mitgebrachten an einem
Seitentisch beschäftigt ist. Natürlich,
Mannsmiiischen klatschen mehr wie
unsereiner.
Es war Freundliches, sagt Frau
Werdenbach und sieht mit Wohlgefal
len in das Gesicht der neuen Besuche
rin. Ich hatte gebeten, Sie nur zu
einer schmerzlosen Stunde zu mir zu
bringen, und hatte kaum solche in den
letzten Wochen. Der Wind und der
Umschlag vom Wetter! Heute trifft
sich's gut.
Theda streichelt die warme Hand,
einem Jmpulfe folgend, und fagt:
Wie behaglich haben Sie's hier, wie
im Märchen.
Und nun ist alles da, was^ ihr in
den ersten Tagen erzählt worden ist
von der hochgÄildeten und feinfühli
gen Frau Unterförsterin sie hat da
mals die Gestalt irgendwie in die Nähe
Siebers oder jenfeits der Hütte ver
setzt. Sonderbare Lebensfchickfale chat
die Frau gehabt: si: ist von ihrer Fa
milie verstoßen worden, als sie darauf
bestand, den Förster Weidenbach zu
heirathen, der ihr bei einex..Jagdfahrt,
wo ^r der Begleiter eines prinzlichen
Jagdgastes auf der Mmathlichen Be
sitzung war, das Leben rettete. Ein
fchöner, armer Mann! Und sie hat sich
in i^ie .Kleinlichkeit der Verhältnisse
aefunden. die sie sich felber geschaffen.
Ist glücklich gewesen, zufrieden, ist es
bei allem Leid, das sie getrosfen. Und
Theda weiß plötilich: hier an diefem
Lehnstuhl holt sich die Frau aus der
Oberförsterei manches Mal ein kluges
Wort, einen Trost, der versteckt gege
ben wird.
Märchen? der weiße Kopf wehrt
ein weniq ab eine Wirklichkeit, inein
liebes Fräulein, wie ich sie gewollt und
qes^affen. So ein bißchen farbenver
schönt. wie sich's eben machen läßt
Meine Wttt der. Bewegung ist eng.
nur da. wohin sich mein Fahrstuhl
schieben läßt, aber die Gedanken kann
ich hinausschicken in alle Weiten. Und
Bücher ist mein einziger L^rns. Ab
und an ein freundlicher Mensch. Wol
fen Sie zu denen gehören, Fräulein
Matsen?
Herzlich gern! sagt Theda mit dein
Aufleuchten ihrer Augen.
Droben sind Sie auch schon eine
Wohlrhäterin, mehr, als Sie denken!
A
Die blasse ^aut der Frau ist wie
dn'-chsichtig. Schön kann sie nie ge
wesen sein, ihre Augen sind k^ein, die
Nase is'r dick, und der Mund ist groß,
nun ^1^1 init 5^a!,Alücken. Und doch
w'.r^t ne wic s?^ön aus der Seele 'ker
aus. Es ist s-^ vie^ Mülttrlichkeit
über sie ausgebreitet.
Solchen Menschentindern, wie Sie,
saat lcise, in'iem sie sinn'end in
Thedas Gesicht blickt, ist viel Dacht
über andere gegebe::.
Mir ist. meint die, als kennte ich
Sie schon lange, Frau Försteriii. !^hre
Stiinme und Ihre Art erinnert mich
a.n eine verstorbene Tante, die mir eine
.mütterliche Freunhin war.
Haben Sie denn keine Mutter, daß
Sie einer solchen bedürften?
Doch ja! Es wird mit gefenkten
Blicken c?eantwortet, mit halb unter
drückter Stimme. Dieser ausströmen
den Wärme gegenüber fühlt Theda
die Eisigkeit, cen Egoismus daheim,
das Unverstandensein.
Die Hände, di: ein verarbeitetes
Ansehen haben, streicheln ihren Arm.
?in solche^' Einsamkeit sind Sie wohl
zum ersten'Male? Und so juiig? Aber
das ist nicht schlecht. Man sck^ut in
sich, trenn's bi.'cher viel um sich blicken
hies^.
Ja. sagt Wieschen, den Korbdeckel
schließend, nu muß ich weg. Die
Schüsselii reicht Dortchen mal vor.
Oben is viel zu thun. Solche Tage,
die werfen nu auch alles um in 'ye
Wirthfchaft. Man fehnt sich ordent
lich, wieder in die Reih' zu kommen.
Den Rumreis hat Frau Oberförsterin
lieinacht, das läßt sie sich ja nicht neh
men. Un geschmeckt hat's den Herren,
das is t»ie Hauptsache.
(Fortsetzung
u.'
a N A
len hatte das Unglück, auf "feiner
Farm bei Federalsburg, Md., in di«
Messer feiner Futterfchneidmafchine
zu fallen, wodurch er fo fchwer ver
letzt wurde, daß er iy kritischem Zu
stande im Salisbury-Hospital liegte
Er fiel bei dem Versuche, -die^ im
Gang befindliche Mafchine zu reini
gen, als die Platform brach, auf der
er stand, auf die Messer. Ehe die
Mafchine zum Stillstand gebracht
werden konnte, hatten die Messer
ihm dw rechten Fuß im Gelenk vom
Veiii getrennt. Er zog sich außer
dem Quetschungen und Abschürfun
gen zu.
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