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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, November 11, 1916, Image 1

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219—221 4. Stt. Davrv'Ztt, Za.
Drr Krirg.
i!
Bon der Ostfront.
Auch im Kriegsabschnitt bei Torna
Watra waren die Russen gezwungen,
Anhöhen, welche sie erst kürzlich er
'obert hatten, wieder auszugeben.
Russell versuchen Awckellsen zu
ulugeheu.'
1 0 N
und Rumänen in der Dobrudscha käm
'psen verzweifelt, um die so wichtige
Bahnlinie Tschernavoda Conftailtza
^zurückzuerobern.
Depeschen aus St. Petersburg be
sagen, daß die Heere des Feldmar
schalls von Mackensen jetzt schon bis
aus 10 A^eilen nördlich der Bahnlinie
gurückgedräligt worden sind.
Mit großen Verstärkungen an Trup
pen und Artillerie läßt der neue Koni
mandeur der Russen und Ruinänen.
General Sacharoff, dein Feinde keine
Ruhe und greift ständig aus der ganzen
fünfzig Mjeilen breiten Front an. Er
iiersucht jetzt, mit seinen Heeren die
Deutschen, Bulgaren und Tü.rkcn unter
Mackensen dprch eine Flankenbewegung
zu gleicher Zeit sowohl aus Tscherna
voda lvie aus Constantza herauszuwer
fen und die strategisch so wichtige Do
uaubrücke zurück zu erobern
Die Russen ilr der Dobrudscha.
S t. r^ g, über London,
10. Nov. Dlie russische Heeresleitung
gibt bekannt dÄß die russischen Trup
pen in der Dobrudscha jetzt bereits bis
auf zwei Meile«: westlich von Tscher
navoda vorgedrungen sind und jetzt
unr den Besitz dor berühmten Donau
'brücke bei dieser Stadt init den deut
schen, bulgarischen und türkischen
Truppen Mackensens kämpsen.
Der amtliche russische Bericht gibt
ferner zu, daß die Ruinänen im Bu-
Em iiberraschendcr devll!) Sieg.
Die Deutschen überrumpeln die einem
Kriegsgebiete, in dem lange Kampfpause herrschte.
Avch in den TranSsylvanischen Alpen geht Alles nach Wunsch.
Aver Mackensens Heere in der Dobrndscha szhcinen einen harten Stand.gegen
iiber einer enormen Uebermacht 5» haben.
Delsichcn erobern Li/z Meilen russischer Befestigungen nördlich vmv Wol
hynien. Mcichen über 3000 Gefangene. Auch am Stochodflusse
nnissen die Russen ihre ersten Linien Üeim achte,, deutschen Sturm-An-'
griffe räumen Südlich vom Rothenthurm Passe sind die Verbün
^..dctcn jetzt Iv Meilen weit in Nuinänien eingedrungen Aber Ma
ckensens Heere müssen anscheinend immer iveiter weichen.
Ein nener deutscher Sieg.
S a 1 0 N
Das Große Hauptquartier meldet heu
te einen großen Erfolg der deutschen
Waffen im Kampfabschnitte bei Skro
bowa, 12 Meilen nordöstlich von Ba
ranowitschi, nördlich von demSumps
gebiet bei Pinsk. wo in der letzten Zeit
nur lvenige bedeutendere Kämpfe statt
fanden. T-ie Deutschen eroberten hier
russische Stellungen an einer Front
von 2^/2 Meilen, imhmeu übe:^ 3000
Russen gefangen und eroberten 27Ma
schinengewehre» und 12 Bombenlverser.
Außerdem brachten sie dem Feinde
außerordentlich schwere blutige Verlu
ste bel.
Außerdem sollen die österreichisch
deutschen Streitkräfte ini Predeal-Di
strikte in Rumänien lveitere Erfolge
errungen und c^lle rumänischen Gegen
angriffe abgeschlagen haben. Dasselbe
ist auch in dem Kampfabschnitte im
Alt Thale der Fall gewesen.
Die erste rnssische Linie erobert.
.St. Peter sb g. 10. Nob.
Hier wird heute amtlich zugegeben, daß
die Russen im Kampfgebiete am Sto
chod Müsse in Molhymen,"'»nachdem'
fic sieben mächtigen Angriffen der
Deutschen Stand gehalten hatten, zum
Rückzüge gezwungen wurden und auf
ihre zweite Vertheidigungslinie zurück-'
fallen mußten.
cic ^ruinanen lm Vu- ... ...
Das rumälnsche Generalqnartier ver
öffentlichte heute einen Tagesbericht, in
dem es heißt, daß an der Kriegsftont
in den Transsylvanischen Alpen sehr
heftige Kämpfe stattfinden, die Gedoch
noch keine Resultate gezeitigt haben.
Von »e« Westfront.
Keine .Kiilupfe vSli Bedeutung.
a 1 0 N a a
z°u TY°I° in d°i Tr°nsM°mjich-n^ W-rt --griff D,°I°r w.« da
Alpm -in- schw°-° Ni-d-rlag- r°us «m dab mon l^ut^chlmid bs.
h°b-n Mld nng-fShr dr-i Meilm d°r V°chmd°r..ng °°n
lich zurückgetrieben wurden. Rumäni
sche Truppen sollen an der Kriegsfront
bei Predeal eine Flankenbewegung ge
gen die österreichischen und deutschen
Jnvasionsstreitkräfje unternommen
haben.
Bukarest ist fleinlaut.
a I 0 N 0
Kriegsaint gibt heute bekannt, daß an
der Somine Front gestern nur ver
einzelte ^schützkäinpfe stattgefnnden
haben. Die Jnfanteriegefechte hatten
keine Bedeutung.
1 0 N
Heeresleitllng meldet heute daß ge
stern auf beiden Ufern der Ancre hef
tige Geschützkämpfe stattfanden, bei de
nen die Deutschen eine große Anzahl
von Gasbomben verschossen. Nordöst
lich von Festubert wurden solche
Schanzenmörser der Deutschen durch
das wirkungsvolle Feuer der englischen
Artillerie zum Schweigen gebrachtM!
Die Italiener siegen immer noch.
1 0 N
italienische Heeresleitung gibt bekannt,
daß auf dem Carjo -Plateau von den
Italienern neue Erfolge errungen und
noch weitere Gefangene eingebracht
wurden. Im nördlichen Theile des
Lk^ampsgebiets drangen die Italiener
auch weiter vor und verstärkten hier
ihre neue Linie.
Nonvegens Neutralitiit verletzt.
a S a
10. Nov. .Berichte aus 5lristiauia be
sagen, daß am 2. November ein rus
sischer Torpedöbotzerstörer^ pin deut
sches Tauchboot beschossen'habe. Das
rnsslsche Schiff befand 21/2 Meilen
bis 3 Meilen von der norwegischen
Stadt Homön. nahe Vardö, entfernt,
während das Tauchboot sich 3 liis 4
AAeilen von der norwegischen Küste be
fand. Die norwegische Regierung hat,
wie die Uabersce Nachrichtenagentur
nieldet. den norivegischen Gesandten Ln
Petersburg angewiesen, gegen diese
Zientralitätsverletzung Protest einzu
legen.
Neue Kreditvorlage Frailkreichs.
a 1 0 N a
Finanzininister Alexaiider Ribot reichte
anl Donnerstag in der Abgcordl,eten
kammer eine Kreditvorlage sür das er
ste Vierteljahr des Jahres 1917 in
HMe von 8,539,000,000 Franken für
allgemeine Zwecke, einschließlich der
Kriegskosten, sowie eine lveitere Vor
lage in Höhe von 934.000.000 Fran
ken für sonstige Ausgaben ein. Die täg
lichen ?lusgaben Fxankreichs haben
jetzt 105,000,000 Frankcli über
schritten.
Todt oder gefangen?
1 0 N a
ein Mitglied des englischen Flieger
korps und früher ein Beamter im eng
lischen Kriegslninisterium, ist einer am
Donnerstag in London veröffentlichten
^Bekanntmachung nach entweder getöd
tet oder von denDeutschcn gefangen ge
nommen worden. Lord Lucas war
zuletzt an der französischen Front thä
tig gelvesen und inußte angeblich Iväh
rend eines heftigen Stunnwindes hin
ter den deuts^n Linien ctbsteigen.
Die Antlvort der Sozialisten.
a S a
10. Nov. Der hochbedeutsamen Rede
des deutschen Reichskanzlers vor dem
Hauptausschusse des Reichstages folgte
eine Diskussion, in welcher auch der
Vertreter der Sozialdemokraten das
nalen Konslikten durch Schiedsgerichte
viel zu welng praktischen Werth zuge
inessen hätte und erklärte es für höchst
erfreulich, daß der Reichskanzler in sei
ner Rede lnit keinein Worte eine beab
sichtigte Annektirung Belgiens ange
deutet hätte. Deutschland führe nur
eineii' Defensivkrieg und sollte nach
diesem die Führung in einer Weltfrie
densliga übernehmen.
Weitere Preßsreiheit fiir die Dit»hel
luonarchie.
W 1 0 N
neue Ministerpräsident von Körber
welcher stets als ern Bef)irworter einer
it
weitgehenden Preßfreiheit galt, ließ Timlin ivill dann selbst ein gleiches
heute bekannt geben, daß die bisheri-' Flugzellg in seinen Werkstätten in
gen strengen Cenfurvorschriften für Landökrona baurn lassen.
alle Preßbesprechungen der inneren po
litischen Lage und vor Allem auch der
Nahrungsversorgung der Doppelmo
narchie schon in der allernächsten Zeit
ganz bedeutend gelindert werden
sollen.
Russischer „Fürchtenichts", auf
geslogell?
a S a
10. Nov. (Uebersee-Nachrichten-Agen
tur.) Aus Sofia wird auf Grund eines
sich erhaltendeir Gerüchts gemeldet,
daß das russische Schlachtschiff „Jm
peratriza Maria", das zur Schwarze
Meer Flot^tc 'g'l^örte und erst im
Jahre 1913 auf Stapel gelegt wurde,
infolge einer inneren Explosion aus
geslogen und mit der gesamniten Be
satzung untergegangen ist.
Dumba nicht gestorben.
Washington. 10. Nov. Die
gestern aus Gens kommende Meldung
von dem Ableben Dr. Dumbas hat sich
bisher nicht bestätigt und ti^rd also
unter die große Zahl von Enten zu
zählen sein, die im Verlaus des Krie
ges aus dem sogenannten neutralen
Genf aufgestiegen sind.
Tie
Krirgsliachrichten.
Opfer eines N Bootes.
sto n. 10. Nov. Hier ist soeben
die Nachricht eingetroffen, daß der
britischeDainpfer „Engineer" der Har
rison Linie auf der Fahrt von Kalkut
ta nach New Orleans von einemTauch
boote torpedirt und versenkt wor
den ist.
Verhandlungen der Koinlnissäre
in Atlantic Citli wieder ans
genolnlnen.
A a 1 0 N
lnexikanisch amerikanische Konferenz
hat ihre Sitzungen wieder ausgenom
men. um eine Verständigung zwischen
der Bundesregierung uniz der proviso
rischen Regierung unseres unruhigen
Nachbarstaates in Bezug auf dessen po
litischeii Wirrtvarr herbeizuführen. Es
heißt, daß die anierikanischen Kominis
säre aus Washington die Order erhal
ten Habeft, energisch darttnf zu dr'ingsn,
daß die Konferenz eiMich faktische Re
ultate hervorbringt. Beide Seiten sol
len sich dari!.ber klar sein, daß ange
sichts der neuen Kraftentfaltung Vil
las in Nord Mexiko vorläufig aii eine
Zurückziehung der amerikanischen Ex
zedition nicht zu denken ist.
Villas Ballditen haben die Oberhand.
a 1 0 N
de. die am Donnerstag in Laredo,
Texas, von d'er lnexikanischen Grenze
eintrafen, berichten von erbitterten
Kämpfen zwischen Carranza- und Vil
latruppen in der Nähe von Santa Ro
alia, in denen Villas Anhänger sieg
reich gewesen sein sollen. Äe Leiche
des Generals Fortunato Maycotte,^
eines Anhängers Carranzas, sowie
mehrere Verwundete sollen bereits in
Mionterey eingetrossen sein.
SchiffslataproPhr».
Von der Weichsel versäilunge«».
1 0 N E A
damer Depesche der Central News
Agentur berichtet, daß bei Kainierz.
einem Orte in der Nähe von Lublin in
Polen eine große Barke aus dcz! Weich
sel untergegangen ist. wobei rund 120
Menschen ihren Tod fanden.
Zlvei mtd zwanzig Menschen ertruliken.
a 1 0 N E
Dainpfer, welcher nach den ersten Be
richten die „Castilia" sein soll, ist in
der vorigen Nacht bei der Manitou
Jnsel im See untergegangen, wobei
22 Menschen ihr Leben eingebüßt
l)aben..
Berziigerte Abfahrt.^
New London^, Conn.. 10. Nov.
Das deutsche Unterseeboot Deutschland
wird nicht heute von 'New London,
Conn., die Heimreise nach Deutschland
antrete»^ lvie angeblich Anfangs beab
sichttgt Mirden war. Ein Theil der La
dung fiir das Handelstauckchoot ist noch
nicht eingetroffen und infolgedessen
mutzte die Wfahrt verschobcli iverd.en
Kapitän Pa'nl König wurde am
Donnerstag zum Ehrenmitglied der
New Londoner Loge des Ordens der
Herlnannssöhne ernannt.
^lug über den Ozean.
a 1 0 N
bekannte schwedische Flieger Dr. Tulin
riesigen Flugzeuges zu lenken. ,nit
dein später der schwedische Hanptinann
Sundstedt einen Flug iiber den Atlan
tischen Ozean unternehliien will. Dr.
Samstag, de« U. November tItH
O-
Spllichzil
ist gestern nach den Vereinigte«, Staa
ten abgereiste mn dort den Biiu eines zeit bereit sein, einer Friedensliga bet
zutreten. die den Zweck hat. aller Ge^
sährdnng des Weltsriedeys entgegen
zuarbeiten. '7
dcrgaiizcoWkll
Die lÄ?te Röde des Reichotanzlers wird
als seine bedeutsalnste Aenßerung
Wührelch des ganzeit Krieges an
gesehen.
a S a
10. Nov. Aus der bereits gestern ge
meldeten hochbedeutsamen Rede des
deutschen Reichskanzlers von Beth
mann Hollweg brii,gt die Uebersee
Nachrichtenagentur noch die folgenden'
markantesten Stellen im Wortlaute.
Der Reichskanzler sagte in seiner An
sprache in Erwiderung auf die AeUße
rungen des Earl Grey und in seinen
Ausführungen über eine Friedensliga
der Nationen nach dem Weltkriege un
ter Anderem Folgendes:
„Ein weltbekannter englischerSchrift
steller sagte vor kurzem: „Viele Men
schen wi'irden über das Ende des Krie
ges vielleicht anders denken, wenn sie
besser über desseir Ursachen und na
mentlich über die russische Mobilma
chung Bescheid ivüßten." Daher ist es
kein Wunder, daß Lord Grey die rus
sische Mobilmachung nicht unerwähnt
lassen konnte."
„Meine Herren, ich fi'!rchte. wie wir
Deutschen alle, keinen V^richtshof und
keinen Richter der Welt. Ich kann
versichern, daß Lord Grey diese Vor
ereignisse des Krieges gan.', allein in
dem Lichte ansieht, wie er sie in seiner
Rede hinzustellen versucht hat. Selbst
der russischen Resierung, die iiber die
Ilrscrchen unserer Mobilmachung am
besten unterrichtet sein sollte, ist es
niemals eingefallen die Sonderaus
gabe des LokalanzeigerS als die Ver
anlassung hinzustellen, die den .Stein
in's Rollen brachte."
Die wahren Kriegs«rachen.^
„Die Geschichte der Beziehungen
der Völker zu einwldcr kurz vor dem
Ausbruch. dH Krieges ist der ganzen
Welt jetzt bekannt. Was veranlaßte
Frankreich, in den Krieg zu gehen?
Elsaß und Lothringen. Was wollte
Rußland? KonstanÜnopel. Warum
griff England zu dey Waffen? Weil
Deutschland durch Mue^ Friedensar
beit ihm zu-groß uirö stark geworden
war. Und tvas^wollten wir?
„Ich glaube, daß Lord Grey das
Zeugniß des Kaisers von Rußland
lncht zurückweisen wird der Kaiser
von Rußland telegraphirte persönlich
an den Deutschen Kaiser am Freitag,
den 29. Juli, i^m zivei Uhr Nachmit
tags. als Äntwort auf den letzten Ap
pell des Kaisers Wilhelm, den Frieden
zu wahren: „daß es technisch unmög
lich sei, die Mobilmachung rückgängig
zu machen, die durch die Zusainmen
ziehung der österreichisch ungarischen
Truppen nothwendig geworden war."
Es tvar im Telegramm nicht mit einem
Worte der. Lokalanzeiger oder irgend
eine deutsche Mobilnmchung erwähnt
worden."
„Vergleichen Sic damit", suhr der
Reichskanzler' fort, „die Schritte, die
Lord Grey, der englisck)e Sekretär des
Auswärtigen, 'unternahm. Am 2. Juli
1914 sagte der russische Botschafter in
London, daß die deutschen und österrei
chischen Kreise unter dem Eindruck
ständen, daß England nentral bleiben
würde. Lord Gren antwortete darauf:
„Dieser Eindruck dürfte durch die Be
fehle, die die englische Hauptflotte er
halten h'at, verwischt worden sein."
Englands Politik der rohen Gewalt.
Der Reichskanzler erklärte, daß es
aus zuverlässiger Quelle bekannt sei,
daß im Jahre 1915 England und
Frankreich Rußland die Herrschaft
über Konstantinopel, den Bosporus
und das Westuser der Dardanellen
mit dessen Hinterlai^d versprochen hat
ten und daß Kleinasicn unter den En
tentemächten vertheilt iverden sollte.
„Diese Pläne dürften^ für die neutra
len Mächte von Interesse sein", lneinte
Herr von Bethmann. „da yon ihnen
ja ^erwartet würde, alle diese Maß
nahlnen gutzuheißen. England hat
natürlich über diese Fragen geschivie
gen, trotz der Thatsache. daß iln Parla
ment iviederholt ^hingehende Inter
pellationen eingebracht tvorden ivaren.
„Solche Politik von roher Gewalt
kann keine Basis zli einer wirksamen
internationalen Liga zur Sicherung
des Friedens werden", sügte der
Reichskanzler hinzu.
„Die erste Vorbedingung für den
Wiederaufbau der internatioimlen Be
ziehungen dnrch Schiedsgerichte und
friedliche Schlichwng aller Streitfragen
ist, daß Trutzbündnisse ulimöglich ge
inacht Iverden. Deutschland wird jeder-
Die Weltfriedeltssehllsuchi nach denl
Kriege.
„Wenli naH dem Ende des KrieW
die Welt sich wirklich der verheerenden' Grey lncht erivähnt.
MM
N
Dir StaatswahllN.
Die „Trockenen" haben wieder große
Majoritäten in beidelt Hänsern
der Staats Legielatnr.
0 a 1 0 N
Nach dem Ausfall der letzten Staats
wahlen werden sowohl der Staats
senat als auch das untere HauS wieder
beinahe ganz aus Republikanern zu
sammengesetzt sein und in beiden Häu
sern der Staatslegislatur werden die
Prohibitionisten über erdrückende Ma
joritäten verfügen.
Wie lmsere „trockene" Presse be
reits mit grinimein Hohne dem Publi
kllm kund und zu tvissen gibt, wird der
neuerwählte Gouverneur Harding, der
bekanntlich nicht ganz zu den fanati
schen Wassersimpeln gehört, gleich zu
Beginn seines Amtstermins einen
schweren Stand gegenüber der Staats
legislatur haben, da in dieser schon
in der nächsten Zeit mehrere Vorlagen
eingebracht werden sollen, welche eine
Verschärfung der Prohibitionsvorschrif
ten bedeuten. Man ist, in den 5ireisen
der „Trockenen" sowohl als der „Nas
sen" hier sehr gespannt darauf, ob der
neue Gouverneur diese Vorlagen, de
ren sofortige Annahme keinem Ziveifel
unterliegt, vetiren oder ihnen durch
seine Unterschrift Gesetzeskraft geben
wird.
Die Prohibitionislen sollen bereits
eine ganze Liste von Vorlagen ausge
arbeitet haben, welche die srrikteDurch
führung resp. Verschärfung der Pro
hibitionsbestimmungen in? Staate be
zwecken. Eine der ersten Vorlagen, die
eingebracht werden sollen, bestimmt,
daß einer jeden Person im Staate in
einem gewissen Zeitraun'.e nur ein ge
wisses Quantum alkoholischer Geträn
ke verkauft werden darf.
Richter Theophilus unterlegen.
a 1 0 N
Der Wahlkontest für die zivei Richter
sitze im obersten Staatsgerichte ist heute
zu Gunsten von Horace Deemer und
W. D. Evans entschieden worden.
1960 von 2297 Prezinkten nn Staate
haben Teemer 91,883, Evans 84.
973 und Richter Tyeophillus 73.336
Stimmen gegeben.
Tie Kongreßwahl im elften Distrikt.
a 1 0 N
Die nicht offiziellen Berichte über den
Ausfall der Wahl im elften Kongreß
distrikte haben jetzt das überraschende
Resultat gezeitigt, daß der bisherige
demokratische Kongreßmann Steele um
73 Stimmen hinter seineni republika
nischen Gegner George C. Scott zu
rückgeblieben ist. Die Deinokraten ha
ben bereits den Antrag auf eine be
sondere amtliche Nachzählung der
Stimmen gestellt, da der Ausfall einer
jeden 5songres lvahl .',u ihren llngunsten
die demokratische Aiajorität im Re
präsentantenhause gesährden kann.
Wird sich die Wahl Scotts bestätigen,
so wird der Staat Iowa durch eine
ganz republikanische Vertretung im
Bundeskongresse repräsentirt sein.
Die Majoritiit von Hughes in Iowa.
0 a 1 0 N
Nachdenl jetzt die Wahlberichte aus
1810 der 2297 Wahlprozlnkte des
Staates Iowa bekannt sind, kaitn fest-^
gestellt werden, daß Hughes durcklvegs
seine Stinunenmehrheit iiber Wilson
aufrecht erhalten hat und daß seine
Majorität im Staate Iowa setzt ziem
lich genau init 62.000 Stimmen altge
geben iverden kann.
Wirkung des Krieges bewußter wer
den könnte, der Lelien und Eigenthuiu
vernichtet und zerstört, dann wird in
der ganzen Welt eine Sehnsucht ver
nehmbar werden nach friedlicher Lö
sung und einein Meinungsaustausch,
soioeit inenschliche MaM einen solchen
herbeifilhren kann, uni eine Wieder
kehr solch gewaltiger Katastrophen wie
der gegenwärtigen in Zukunft zu ver
hiuderu. Diese Sehnsucht wird so
machtvoll iverden. und wird so berech
tigt sein, daß sie zu einein handgreif
lichen Resultat führeit uuiß und
wird."
„Deutschlaiid ist bereit, in der ehr
lichsten, und allfrichtigsten Weise bei je
dein Versuche mitzuhelfen, eine prak
tische Lösuug in dieser Richtung her
beizuführen und will lnitarbeiten. um
diese Pläne zu verwirklichen. Dies
wird um so ntehr der Fall sein, wenn
der Krieg, wie wir erivarten und fel
senfest glauben, zu einer politischen La
ge führen wird, die den Entwickelnngs
möglichkeiten aller Länder, der großen
joie der kleinen, gerecht wird. Tann
soll das Prinzip der Gerechtigkeit und
der 'freien imd unbehinderten Ent
wickelung nicht nNr in den Kolonien,
sondern auch auf der See bestehen und
allfrechtekhatten werden. Dies hat,
'NM Jrrthümern vorzubeugen, Lord
N 0 k, 10. Nov. Nachde»« die
Wahlberichte aus deu Kvngresidistrikten
des Landes jettt alle bis ans einen—in
Neu Mexiko eingelaufen sind, ha
ben die Republikaner und Temokraten
gleich viele Sine im Repräsentanten
Hause erobert, nämlich je 215. Ter
Ausfall der.^ongres val in Neu Me
xiko ist noch fraglich. Vi?hcr wurde die
ser Distrikt durch einen Republikaner
vertreten. Ten Ausschlag bei den künf
tigen Sitzungen des unteren Hauses
»Verden also Meifellos bei vielen Vor
lagen die vier unabhängigen Reprä
sentanten geben. Es sind dies: ein
Progressiver Protectionist aus Loui
siana, ein Nilabhängiger aus Wüassachu
setts, ein Progressiver aus Minnesota
llnd ein Sozialist ans New .?^orf
Nachzählung und Prüsuug der Stim
men erfolgt. Als die ersten Wahlbe
richte am Dienstag uud Mittwoch für
die Demokrateu itnd ihren Präsident
schaftSkandidateil ungünstige Resultate
brachteu, verküudeten die deniokrati
schen 5talnpagneleiter sofort, das sie
eine amtliche Nachzählung aller Stiui
inen in den zweifelhaften Staaten for
dern würden."
„Alles, was !oir verlangen, ist, daß
das abgegebene Votuiu auch loirklich
richtig gezählt und gebucht wird."
Aus den noch zweifelhaften Staateil.
St. Paul, Miun.. 10. Nov. Tie
Wahlberichte aus !Z007 der .'024
Wahlpreziukte des Staates Miune
sota geben Wilson 177,6^1 nnd
Hughes 178,018 Stiunnen. Tie Ma
jorität des Letzteren beträgt also nur
noch 437 Stimmen.
a 0 W a 1 0 0
1699 Preziukte von 17Ni haben jetzt
ihre Wahlberichte eingesandt und ge
benHughes 140.909 uud Wilson Ilj?,
167 Stimmen.
WWWM
Schlimme Ucberrastliung siir Mr. Wilson:
Die demokratische Majorität im Nepräsentanten
hause ist verloren beide Parteien haben je Sitze.
Vier mmbhängize Repriisentanten werden im.Hanse den Ansschlag geben.
Tie bisherige Mehrheit Wilsons iiber Huqlsc'. im
über 400,s))s) Sriinmen^
Republikaner geben die Wiedererivählung Wilsons noch nicht Verlan
gen eine amtliche Stimmennach^ählung in allen Sraalcn mit knappen
Mehrheiten Ter erste Unterrock im Nepräsentantcnhause Arl.
ZiZSlgsgg 85 No. 273
Rankin wurde von ihren Geschlechtsaciiossinnen im Staate Montana
gewählt Die Prohibition wurde in juilirornien, Missouri und Ma
ryland niedergesrimntt Sozialisien erhielten zirka 1,200,000
men.
Wilsons Majorität im VoitSvotum. revul'litanisä-en
Ne »v Nor t, 10. Nov. Ans Grund 'cntaiitenhaus
der bisherigen Wahlberichte in allen
Staaten iibcr die Stimmenabgabe für
Hughes ulld Wilson wird jetzt hier die
vom Präsidenten Wilson davongetra
gene Majorität im Volksvotuln in
folge der unvollständigen Zählungen
,n,r schätmngswcise nnt 403.312
Stimnlen angegeben.
Demokratische Majorität im Repräsen
tantenhanse ist futsch'.
Eine republikanische Erklärung.
N 1 3 N
sitzende des republikanischen Rational
coinlnittees Wilcox weigerte sicb heute
noch, die Wiedererivählung Wilsons
anzuerkennen. Er wies darauf hin, das
die Wahlberichte aus allen Staaten
noch nicht die amtliche Beglaubigung
haben und daher bei so knappen Majo
ritäten in mehreren Staaten die anit
liche Nachzählung höchst iMhrscheinlich
andere Resultate zu Tage sördern »ver
de. Vom republikanischen Hauptquar
tier wurde danu die na.chsiehende Er
kläruug verössentlicht:
„Da der Wahlausfall in verschiede
nen Staten so. karge Majoritäten ge-, AitspraNie
bracht hat. ist es nur höchst ivahr- er sagie:
scheinlich, daß die amtliche Nachzählung l'in dierher gekomn-.en. uin dem
in diesen Staaten in ganz anderen Er- Wahirnnnüel zu cntrinnei, nnd inich
gebnissen resultiren irird. Wir sind es hier aus^urulien. Jet.,t, da die
den: Lande schnldig, dafür zu sorgen. Kampagne roruber lit. ivollen lvir Alle,
daß eine ganz genaue und ehrlicl?e ohne 'Ansehen der
N 1 0 N
luir acht ausstehenden Wahlprezinkten
im Staate New Hampshire hat HugheS
bisher 42.723 tlnd Wilson -42.616
Stilnmen erhalten.
Wilsons Majorität in Lialifornien.
S a raneise 0,10. ?t0v. Tie
Wahlberichte aus nur 20 Prezinkten
stehen noch aus. Bisher hat Wilson
465,325 Stimlnen und Hughes 461.
181 erhalten. T^es Ersteren Stimmen
lnehrheit beträgt also 4144^W
Das erste weibliche Kollgresnnitglied.
iss 0 nl n, Mont.. 10. Nov.
Gli'lckwunsch-Telegrannne und Schrei
ben aus dein ganzen Lande tresfen hier
bei Frl. Jeanette Rankin eiu, dent ev
steu iveiblichen Mitgliede des Vuudes
kongresseS. Frl. Rankin lief auf den,
...
Volk5voiuiii beträft schon
:tiin-
Ticket fiir das Neprä-.i
und soll rund
^lnnmen Mhrheit erl,alten haben.
-:ie sprach sich heute hoch enrznckt über'
die Aussicht ans, so als e^sie „Repra
sentantin" ihres Geschlechtes gan^ al
lein zirischen den -l.'Z-l Männern des^^"
unteren Hanses siven zu dürfen.
Euoriue Stinuneuabgabe.
N 1 0 N N a
lnsherigen Zählungen lvu.den fu.r Wil
son im gan'^enLande 8.7?0. ,71Z Stim
men und für Hughes deren 6,100,401«
at'gegeben.
„Noch nicht!"
iv 0 t, 10. ??ov. Laivrencel^
('iree'.'.,^ der Sekretär des republikani-Ä
scheu Pr'iiidentschaftokaiididaten Chnr-W
les E. Hughes, wurde teute von den'
^^eitungslenten gesragt, vb Herr
Hughes schon deni Brauch geniasz ein
Glückwunschtelegramm an seilten Ge-?
genkandidaten gesandt batte. err°
Green antwortete kurz aber vielsa
gend: „^'l'och nicht!"
Hugi,es gibt seine Niederlage
.. nicht zu.
N e'w 0 r. 10. Nov. Äau"^ inude
und matt nach den Erreginigen der
beiden letzten Tage ging .^^err 'Hughes
heute Abend schost uni'ueun llhr zu
Bett. Er gibt die Wiedererwählung
des Präsideuten Wilson noch nicht zil
uud wird dies auch nicht thun. bevor
nicht die sämmtlicheu Ztinunen in den
ziveifelhaften Staaten auitluh lutchge
zählt worden sind.
Wilson bester Laune.
W I a 0 a 1 0
?^vv. Präsident Wilson, der seit heute
Morgen lner weilt, uni bei der Taufe
feiner luiigsten Enkelin Pathe
Iiel?en. enipsuig heute eine Deputation
der Willii'.instoivnerVurgerschaft, irel
che ihni die Glückwünsche unsererStadt
überbraane. Herr Wilson hielt eine
I'll seine Gaste, in ivelcher
Parleizugedorigkeit.
zu^aiutuen aNieUeu un? Vesreu uuse
tes Palellaiides. Tie Polltl5 ist ja
schlies'li(l. nur ein Mittel, nin geivisse
Projekte und ^deen znin Besten des
Landes verwirklichen zu können. Aber
die Polin.' erfordert anch steten^^tainpf
nnd der Äi'ann, der auf dem Wege zn
irgend ivelchen Zielen eineni Kampse
aus dem Wege zu gelieit sucht, hat
keiu rotlies Blut in seinen Adern."-
Niederlagen der Mucker.
S a a I 0 1 0 N
T^' I^i5ten Berichte über die Prohibi
tivnsabsllnunnng im Staate Califor
nia lassen deutlich erkennen, daß die
glänzeilde Ablehnung des Aniendnient
keine A'.ndenlng erfabren tani», aucli
wciui die allerletzten Resultate eine
Z)"ehrheit der Sliinnien fiir Prohibit!
on geben sollteii.
St. Louis, ^Vt0., 10. Nov. Tas
Prohibltions Aniendment siir den
Staat Äisionri ist nnt 173,78.'' gegen
49,561 Stiinnien geichlageli worden.
^.1, hiesiger Stadt stiinmten 13,272
dafür ui,d 140,900 dagegen. In Kan
sas ^'itn, ivelches vor fünf Jahren eine
Majorität von 3 zu 1 gegen das Pro
lnbitiols-5linendeinent abgab, stimln
ten dieses ^alir 31,000 für und 30.
(UU) gegen Prohibition.
a 0 1 0 N
Das PeolsibitionS Aniendeinent ist
von der Wählerschaft uuseres Staates
init einer starten Majorität abgeleuht
ivordeii.
Gültigkeit der Wahl in Kansas
zlveifeihast.
Iv 0 k. 10. Nov. Daß das
Wahlreslilrat bitter angefochten wer
den ivird, ist gewiß. Die repnblikani
sct?en .'itainpagiu'führer werden die
Wahl Wilsons nicht zugeben, bis in
Fortsetzung auf der 4. Seite.)

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