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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, November 12, 1916, Image 2

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ez 13. Novcinber
kkisLM Mrtvix,
Nokstandige Arrangements ftlr Be
gräbnisse werden auf Wunsch übernom
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Schwarze und weiße Leichenwage'
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Auftrüge per Telephon oder mÄnd,
lich finden prompte Beachtung.
426 westl. 2. Gtraße, Teleph»» 774
Da»en»ort, F».
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Kachlnsseu, Flnanzsachen und Grund
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den gesetzlichenBestimmungen geschenkt.
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BdvsSsL n«v Rechts-AnwaiL.
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beUen bei billigten Preisen,
Der meergrüne
Wandschirm
Nonmn von Edgar Franklin.
(Fortsetzung.)
saliner lynen aus oem Äjaijer, in
gleicher Höhe mit ihnen, scih man
ein grünes und ein rotes Licht und
dazwischen ein strahlendes weißes.
Außerdem näherte sich ihnen das re
gelmäßige, mettalische Puff-puff-puft
eines starken Benzinmotors.
„Die Pinasse!" stöhnte Gilden^
„Waren denn zwei an Bord?"
fragte Hatfield. z,--.
„Nein, aber
„Aber unser unsichtbarer Freund
hinter dem Wandschirm hat sich diese
ivahrscheinlich gründlich reparieren
lassen, ehe er auf die Reise ging,"
bemerkte Hatfield.
„Du willst doch nicht etwa das
Oel anziindc'n?" fragte Chandler
atemlos.
„Selbst wenn ein Boot vom
Dampfer schon auf dem Wege zu uns
wäre", schnaubte ihn Gilden HN,
„lönnte es uns frühestens fünf Mi
nuten, nachdem die Pinasse uns auf
gegriffen hat, erreichen, denn die ist
der schnellste Tender, der je, im Ha
sen von New Nor! getreuzt hat."
Der Tender kam näher mit wach
sendem Geräusch, verursacht durch
die mit mathematischer Genauigkeit
arbeitenden Maschinen. Jetzt wurde
ihr Rumpf ?m Lichte des Schein
werfers sii^bar. Man konnte fchon
den Klang menschlicher Stimmen un
ierscheiden und endlich sogar das Zi
schen des Waffers, als sie auf sie los
schoß.
Und dann war alles vorbei.
Nach Hacklfys kurzem Befehl legte
sich der Tender plötzlich längsseits
des kleinen Bootes. Die Maschine
.arbeitete mit einem stimmenden Ge
räusch rückwärts, dann lag die W
nasse still, und ein halbes Dutzend
schwii^liaer. schmutziger Hände packte
i^?e Seiten des kleinen Bootes.'
,.Schlau und gerissen wie der Teu
fel!" ertönte die wuterstickte Stimme
des liebenswürdigen Kapitäns. „Aber
es hat Ihnen nicht genützt, meine
Herren. Dreimal nicht, und ich dep
le, in Zukunft werden ivohl sämtli
che Boote vorn hängen."
Sein Atem ging schwer, als Gil
den ihn beim Schein des Lichtes mit
.ausdruckslosem Gesicht anstarrte. Die
andern saßen regungslos, bis—
„Alle drei hier herüberklettern,^"
knurrte der Kapitän.
„Aber
„Klettern, zum Donnerwetter! Wol
len Sie vielleicht in der Nußschale
sitzen bleiben, während wir Sie zu
rückrudern? Wollen E?ie etwa ersau
fen?"
Die b.eiden sahen Gilden an. Der
Millionär nickte leicht.
„Er hat recht", sagte er. „Sie
haben uns sicher. Wir würden bis
auf die Haut durchnäßt werden in
diesem Ding, und zwar ohne jeden
Zweck. Nur zu, Harry, klettere hin
über. Ich h(üte das Boot."
Seite an Seite schlingerten das
kleine Boot und die größere Pinas
se in dem starken Seegang.
Hatfield erhob sich dröhnend und
faßte festen Fuß. Ohne jeden
Kommentar stieg er an Bord des
Motorbootes, und kräftige' Hände,
.offenbar einem Befehl gehorchend,
letzten ihn mit kräftigem Ruck auf
die Seilenban! und hielten ihn dort
fest.
Chandler'folgte, doch stutzte er, als
plötzlich zwifchen den beiden Booten
ein Fußbreit Wasser sichtbar wurde.
Dann stolperte er in die Pinasse und
ließ sich neben dem andern Abenteu
rer auf die Bljnk fallen.
„Sie kommen hierher zu mir,
Herr Gilden," erklärte Hackley barsch.
„Das wird ivohl der richtige Platz
für Sie fein. Schnell! Schnell!"
Der Millionär gab keine-Antwort.
Seufzend legte er die primitiven
Signallichter in das Boot und ge
horchte.
Man führte ihn, nicht gerade fanft,
zu der Bank neben dem Rad, und
er ließ sich matt darauf nieder. Es
schien doch nicht ganz fo leicht zu
fein, dem ,,Wandfchirm" zu entflie
l)en, als er ncch vor wenigen Minu
ten geglaubt, hatte.
'Das Ruderboot wurde fchnell nach
hinten gebracht. Der Millionär sah,
wie man ein Tau durch einen Ring
am Vorderteil des Pootes zog, das
man am Heck der Pinasse festmachte.
Dann fah er einen der Leute sich
über die Mafchine neigen, worauf
^s Stampfen fofort wieder begann.
Sie waren auf dem Rückwege zur
„Nadiria"!
Eine Unterhaltung wäre, felbst
wenn sie angebracht gewefen wäre,
unmöglich gewesen. Gilden biß die
Zähne zusammen und stgrrte vor sich
hin, während sie schnell auf feine
Jacht lossteuerten. Sellst Hatfields
sonst so geläufige Zunge war für den
Augenblick gelähmt. Chandler
stierte auf die^ Gummimatte, die den
Äoden b?deckte, und knurrte leife,
wahrend die Wut über feine Lage
ln semem fönst fo ruhigen Wefen die
gewann. Das geschah ihm
Nicht
ost, aber wenn er mal vor Wut
jchäumte, so schäuinte er gewöhnlich
Uber, und das bedeutete Unheil' für
einen andern.
.zusammen, als die Pi­
nasse plötzlich stoppte. Das Trio
blickte nach oben und gewahrte die
Schiffstreppe der Jacht, wobei ih^
nen ein Seufzer entfuhr.
„Wenn ich fch.in fo früh dahin foll,
Wozu ward ich erst geboren!"
zitierte Hatfield leise.
„Schnell, die Treppe hinauf!" un
terbrach ihn Hackley in fcharfein Ton.
„Sie zuerst, wenn ich bitten darf."
Der Anwalt gehorchte, lind Chand
ler wukde ihm ohne viel Umstände
nachgeschoben. Auf Deck angelangt,
wurden sie von einem höchst zuver
lässigen.Wächter und dem Diener« mit
der Leichenbittermiene in Empfang
gettommen^. Gilden folgte mit Hack
leys Gewehrmündung im Genick. So
bald er in beffnem Licht war, blickte
er auf die Uhr. Ihre Freiheit hiitte
genau siebzehn Minuten gedauert,
und aller Wahrfcheii^lichkeit nach war
ihre Lage jetzt schlimmer als vorher.
„In Ihre Kabinen, meine Her
ren!" rief der Dunkle in kalteni, be
fehlendein Ton, während er ihnen
den Weg wies. Sie traten ein, einer
nach dein anderen. Die äußere Tür
wurde zugeinacht, das Schloß klirrte
bedeutuiigsvoll, und sie waren wieder
eingefperrt.
Hatfield fand fein zynifches Lä
cheln wieder, als er sich einen Stuhl
nahm und sich auf ihm rückwärts ge
gen die kahle weiße Wand des Schlaft
raums lehnte.
„Na", sagte er, „der „Wandschirm"
hat wieder mal gewonnen, und wir
drei Erzschassköpse haben das Spiel
gründlich verloren."
„Pah!" murmelte Chandler.
Gilden stieß nur einen Seufzer
aus.
„Ja, das kleine Wagnis ist uns
übel bekommen, Harry", sagte er dann
bitter
„und was wird das Refultat fetn^"
fragte Chandler.
„Waffer und Brot anstatt Schin-!
kenfpeck und Kaffee," antwortete Hat
field. „Laß dich's^'Äicht anfechten,
Bill. Trag's wie ein Mann und
sage dir lächelnd, daß es Schicksals
fjjtzung ist. Mach gute Miene zum
bösen Spiel."
„Das kann ich nicht," knurrte
Chandler. „Es war schon vorher
schlimm genug, aber daß jetzt dieser
verdammte
7^Sch!" unterbrach ihn Hatfield iro
nist „Wer weiß, ob unfer Freund
hinter dem Wandfchirm nicht' ein
Sprachrohr hierher hat legen las^'en
und dich von seiner Kabine^aus hören
kcinn."
„Na, dann kann er ja
Gilden schüttelte plötzlich stirnrun
zeltid den Köpf.'
„Ruhig Blut, mein Junge," warnte
er. „Was nützt dir denn das Flu
chen? Wir sind gefchlagen, gründlich
geschlagen das ist das Ganze. Ich
glaube nicht, daß man uns bestrafen
wird."
„Wer weiß, vielleicht wirft man
uns in siedendes Oel oder reißt uns
mit glühenden Zangen die Fingernä
gel aus," meinte Hatfield liebenswür
dig. „Uns bleibt jetzt nichts übrig,
als diefe Halsabfchneider von oben
herab anzufehen, wenn sie uns ir
gendwo begegnen, und überhaupt
Das Schloß knarrte wieder, die
Tür öffnete sich und der Diener mit
dem steinernen Gesicht trat herein.
Chandler sprang wütend auf. '^Der
Mann trat schnell zurück und griff
mit so bezeichnetnder Gebärde nach
der Revolvertasche, daß Chandler das
Wort auf den Lippen erstarb. Er
sah Chandler ruhig und fest an.
Dann, ohne die Augen von dem zor
nigen Mann zu wenden, trat er auf
Gilden zu und überreichte ihm eine
Karte, die er in der hohlen Hand ge
halten hatte.
Hatfield öffnete die Augen.
^Dir wird befohlen^ vor dem
„Wandschirm" zu erscheinen?" fragte
er.
Gilden lächelte schwach.
„Ja, so ungefähr," fügte er „Der
Befehl lautet: „Sie.haben sofort vor
dem Wandschirm zu erscheinen".
Also?" Er sah den Diener an. „Jetzt
gleich?"
„Ja, sofort,! Herr," antwortete der
Mann ernst. „Und ich möchte Sie
bitten, den Respekt nicht zu vergessen,
den Sie—"
„Blödsinn!" sagte der Millionär,
mit den Fingern schnalzend, während
er sich erhob. „Behalten Sie Ihre
guten Ratschläge sür sich, mein
Freund. Also vorwärts!"
„Sei ja höflich. Dick," warnte ihn
Hatfield spöttisch. „Sieh dir nur
das sorgenvolle Gesicht unseres Freun
des an."
Ä)er Diener antwortete ihm durch
einen förmlich durchdringenden Blick,
der mehr Charakter verriet, als mpn
hinter ihm gefucht hätte. Sein blas»
fes Gesicht würde noch blysser, ünV
mit zusammengepreßten Lippen stellte
er sich an die Tür.
„Vergeuden Sie lieber nicht die
Zeit, meine Herren," bemerkte er/
„Das tun wir ja gar nicht," ant
wortete Gilden. „Kommt, ihr bei
den."
Auf dem Korridor stand ein Mann,
der nicht gerade sanft aussah. Er
lehnte sich auf eine der Flinten, die
überall auf der Nadiria die Sicher
heit bedrohten, und regte sich nicht,
als sie an ihm vorübergingen.
k--
W
(Ksrtsetzung P)rßt.A
Teufelshay.
Roman von E. Bely.
(Fortsetzung.)
Hierher, Tom! Sehen Sie, er wollt«
sein Wohlgefallen ^i^uch ausdrücken.
Setzen Sie sich her. kleine Tante! A,^
fo. Vlaii machen. Nu geht's. Wollen
Sie auch mitthun? Sie krieqen daS
Glas, selbstvei^tandlich.
Für
Mick
thut's die Bündel!
Nein, danke!.
Er 'sieht fekr unordentlich aus, fein
Rock ist' weit offen, der Hemdkragen
5erknickt hänqt struppig
über die Stirn herab. Mit den be
staubten Füßen !^t er den Kies hin
und hergefchobtn, lanze Gruben auf
gewühlt.
Hier habe ich fchon lange gesesstin,
gan? lange,, erzählt er. Aber nun :st
es noch ^sser! Nun solllen Sie mir
Gesellschaft 'leisten, müssen Sie ein
fach, Schwärzdroffel- Wie fagt oer
Oberforftmeister? Hexlein von Teu
felsHay!
Er fchenA ^as Weinglas voll und
leert es auf einen Zug. Das gilt Ih
nen! Alfo, meine Frau ist nicht d:.
Auch aut.' Sie ist 'ne aüte Frau, aber
immer fo hinterher. Wenn Sie mal
hei.rathen. kleine Tante, nee, thunvSie
das nicht, die Weinflaschen im Keller
immer zählen. .Hahaha! Aber, ex
gibt auch Bienenhäuser. Kleine
Tante, die kli?gsten Frauen könn.'n
dumm sein. ..Nee, aber verrathen Sie
mich nich^-^
7...
Ein widriges Gefühl ^chleiHt
und es liegt. Verachtung in dem T-in,
iirdem sik fagt: Waruin Ihr erster und
liebster Ganq zu den Bienen ist, H:rr
Oberförster, Habs ich schön längst ent
deckt.
So! Und das Mäulchen doch gehal
ten? Sieh blyß an. Da sind Sie
'n Charakter, Md ich kann mir w:is
eiiibilden, daß Sie mir zuliebe nichts
ausgeschwatzt haben.
Nein, der. Beweggrund ist Rücksicht
auf Ichre Frau!
Wirklich?-Er.lacht: Na, deni: auch
das. Meinettvegen! Ihr Wohl, mein
Fräulnn Rosenmund!
Sie steht'atkf:--'
Was. soll denn das? I bewahr?,
hiergeblieben.^ Ich will Mnen was er
zählen. All'erleil
Ich will nach-Else und Ilse.^ehen!
Die sind gut Susgcyvoen! Ihres ar
isen, einsamen'^Vaters aber können
Sie fich annehmen. Den hat man ein
fach ^u Hause gelassen. Was blizb
ihm. denn da übrig? Er blinzelt und
klopft mit dem Finger, an dem er den
Trauring trägt, gegen die Flafche.
Ich will
Wollen Sie? Und er hält sie am
5^leide zurück. Sollen Sie abet nicht.
Hier bleiben sollen Sie, bei Ihrem
Freun1e. Detln. ich bili Ihr bestcr
Freund, ich, Heinz Spengler,' ich
schwöre JHGnN'
Sie- zupft d^Handfchuhe ab,'rollt
tkr Taschenwch^zu einem Ball, nur
um etnas zu thun, nicht in feine Au
gen fehen zu müssen.
Nämlich, w:nn Sie mir weglaufen,
schrei ich laut. Denn sollen Sie
Aufstand mal erleben. ..Wenn ich
brülle.
Thun Sie das lieber nicht!
Er stemmt die Hände a:^ die Knie
und lacht: Gottvoll schnippisch, me-n
Fräulein. Meinen Sie, Sie könnten
eiiifach fo mit mir umspringen, wie
mit dem ersten Besten? Mit Heinz
Spengler? Wissen Sie denn nicht,
tvas ich für'n Kerl war?. Wie dem
die Frauenzimmer nachgelaufen sind?
Und, wenn ich^will,,noch! Noch!
Wieder packt er ihr Kleid, -diesmal'
fester.
Lassen Sie mich! tvehrt sie.
Nein! Es kommt zischend,,drohend.
Meinen Sie, Sie können mit mir um
springen, wie-mit all' den anderen?
Dem-Ingenieur haben Sie's gezeigt.
Und Ling, der hat mir auf der Hütte
gestanden na. einerlei, Sie wiss:n
es auch. Der Affe!
Herr Oberförster,^ ich muß bitten!
Ja. bitten, fanft'fein, das follen
Sie, Schwarzdrossel! Sollen Sie, das
will ich ja gerade haben. Ganz zah.n!
Aus der Hand fressen!
Und plötzlich hält er ihre beiden
.Hände mit den seinen, wie im
Schraubstock fühlt s^ich eingeklemmt,
und ihin fo nahe, feinen Bli^en, sei
nem heißen Athem aU'2yesetzt. Ich
kann sehr nett sein, Schwarzdrossel.
Und ldlch Hab' ich gern, sehr gern. Sie
haben es dir doch alle gesagt, die duni
men Kerls. Warum soll ich das nicht
auch? Siehst aus, als willst du Hee
ßen, kleine Katze! Ich fiirchte i^ich
nich! Nich vor Bären und Schlang.'«
und was da fönst is. Manchmal, da
kommeit sie, vot dir furcht' ich mich
nicht. Im Gegentheil! Du follst iloch
fo -»ahm werden. Wart nur, ganz
artig, febr artig! Er lallt und.keucht
es über sie hin^ WenN du bthext,
mein Hexlein, muht du dir auch'ge
fallen lassen, daß der Behexte thut,
was er nicht lassek kann.
Sie rinyt mit'ihm, ohnmächttg,
wortlos. Er lacht halblaut.
Nich4 sperreii! Abbitte thün! Ii,
schleunigst! flüstert er. Eh? Wo
mit, meine Schönste? Mi^ diesem hüb
schen, rvthen MLndchen!
Ich schrei' jcht iMOilfe!
Wirst du nichti Sö^arzirossel!
Nun ist sein Gesicht nah', sejn Bart
strM es schont
I
Da bäumt sie sich unte- Mhneknir
fchen: Pfui Sie sind ein feiger, ver
ächtlicher Mensch! Sie sind betrun
ken! Vful! In höchster Erregung
fchreit sie es hinaus.
Er läßt sie los, fo plötzlich, als habe
ihn ein Stoß vor die Brust getröff:n
und wehrlos geinacht. Di»» unsägliche
Verachtung in Ton und Blick hat er
gespürt.
Sie springt auf, renn! athemlos,
steht oben und reibt ihre fchmerzenden
^'iandgelenke. Angeekelt i.!^nd b^^ubt
ist si:^ Und ringsum SÄiche, »blaue
Luft und Duft, wie däs^fchlner^t: An
geekelt ist sie, nicht nyr ofl.dem d!
unten, von der ganzen ZMnfchh^ t,
und verkriechen möM.si?- sichzin die
dunkelste Ecke.^?
Wieschen hat sie lieraufeilen ^fehen
und ruft nach den .Kinderit^ Änd jetzt
stürmen die herbei. Sie.breitet m?
chanifch die Arme aus und umfäncit
sie beide damit, und dann beugt sie sich
über die Blondkövfe, .zieht sie an ih?!'
Brust und beginnt nervös zu fchluch
?eii. Das ist fo etwas Ungeheuerli
ches, noch nie Geschautes. und die
den kieineii Mädchen weineii auf ein
mal auch lnit, ganz bitterlich.
.Still, still! wehrt sie und fährt Mif
dem Tuch über die Bäckchen. W:r
weint denn, wenn- die Sonne lacht?
Schämt euch doch!
Aber du, Tante du!
Wirklich! Sie tilgt auch die feuch
ten Spuren in ihrem Gesicht. Da
faßt ihr euch an und geht zum Meile.i-
ftein dort unten und wartet auf euer
Mütterlein und fchwingt. die Tafchzn
tücher und ruft Hurrah, wenn sie
komM..
Ja, ja! Der Gedanke, wird mit
Feuereifer.ergriffen. Sie sieht den be
henden Beinchen nach. Arme Kinder,
ärmste Kjnder! spricht sie mit zucken
den Lippen.
Dann geht sie in die Küche, wo
Wieschen laut hantirt und das neue
Mädchen, ein schwarzäugiges Cilchen.
anlernt. Weschen, mir ist schlecht, ich
kann nicht zu Tisch herunter kom
men!
Jh, so was is noch nich dagewesen,
wundert die sich. Sie 'seh'n auch ganz
miseraöel aus. ^a, so 'ne Hochzeit
und so 'ne Fahrt, ^s is wahr. Un 's
Heirathen können die Leutx um die
Welt nich lassen. Cilchen, i«nn Sie
etwa dran denken, hier ordentlich an
gelernt zu werden, und denn Oal Hals
über Kopf mit.'nem beliebigen Men
schen davon zü'laufen, ne, bilden Sie
sich man nich.eilt, .dtlßc ich mir Müh'
geb' und J'hn-en dies^und bas erst be':
bringe vom Feitieren.
Das Cilchen läMi verlegen 'lnd
steckt die Hände /unter die bla^e
Schürze..MNee, ach ne-, Mams'ill
Wieschen»'^ag' sie.^^Bch kenn doch ^ar
keinen!
Wieschen sieht Theda mit einem er-'
barmungsvollen Blick an. Als w».nn
?tbnen alle Petersilie verhagelt jst!
Gibt bloß Brühkartoffeln. Suppe
kann ich ja rauf bringen!
Neitl, nur Ruhe möchte ich haben!
Werixn Sie uns bloß nich krank,
Fräfilein Tante!
Sie liegt dann in den weißen Kis
sen, in dem blauen Dämmerlicht 'ür
Rouleaus, durch deren Brüchs die
Sonnenreflexe spielen und sonderbare
Gestalten.und Formen an die Wände
und auf ^en braungemalten Boden,
den Wieschen immer so stark einölt,
malen. Ihre Schläfen pochen, im
Herzen fühlt sie einen greifbaren
Schmerz. Wie fchrecklich das war, das
Erlebte. Nicht Erträumte, nein, denn
die Druckstellen an ihren Gelenken
fühlte sie.
Da hat sie vor ein paar Minuten
gelobt^ de? Fraü zur Seite zu bleiben,
nun kann sie doch nicht Wort halten,
darf nicht! Durch'die hinter d?n Vor
hängen offenen Fenster hört sie jedes
Geräusch draußen. Seinen fchweren,
tappend unsicheren Schritt in's Haus,
das Zufchlagen der Schlafzimmer
thür Wiesl^ns Stimme bald hier,
bald dort dann fährt der Wagen an
über den kreischenden Kies, die Kin
der 'jauchzen, man hat sie die kurze
Strecke mit liinein aenömmen in das
Gefährt. Die Oberförsterin spricht,
und Wieschen sagt: Der Tante is gar
nick recht.
Nichts als hier und d^ ein krähen
der Laut des Federviehs, ein Husch7n
in den Fichten von Gezweig zu.Ge
zweig. Und die Stunden pLraehen,
lanisam, ganz langfam. Der Schmerz
ist vorüber, aber die Seelenangst -zu
blieben und ihre Furcht vor dem hel
len Licht und ihre Angst vor einein
Menfchenauge, einer Fragx, der^ B?
gegnung mit Heinz Spengler.
Da !^narren die Holzstufen, sie
ehe sich k'er blonde Kopf nach leis:m
!Bewegen der Thürklinke hineinschiebt,
!daß es Frau Magda ist. Nein, ich
schlafe nicht..
Sie kommt, jetit Wieder im Haus
kleide, vorsichtig heran: Aber., liebe
Tante, und neigt sich und streichelt die
-heißen Hände. "....„.z
Befreit EüerltKind von Würmern.
Taufende von Kindern ^l^en Wür
mer, die ihreLebenslust aussaugen und
sie matt und reizba,^ machen.' Kickapoo
Wyrm Killer tödtet und vertreibt die
Würmer und hat einen stärkend^l Ef
fekt auf das System. Ißt Euer Kind
unregelmäßig? Schreit es im Schlafe
auf ur^ knirfcht es mit den. Zähnen?
Di^s 'find Symptome von Würmern
uiid man follte fofort Linderung und
.Heilung finden.- Kickapoo WoiM Killer
ist ein angenehm einzunehmendes Heil
mittel. Bei Eurem ^ogisten. Llic.
'(Anz.)
Me» Habersack's Schreib, rf.
vo«.
Geöhrter Mister Cdithor:
Wie es meine Miteilfchen gewefe
is, hen ich en Tahk M^^.den Mister
Mehr gehabt, in Riegürd zu die
hoche Köste von die Lebensmittel.
Er hat mich lang UN breit zugehört
UN hat kein Wort dazu gesprochen un
wie ich mit durch gewese sin, da hen
ich nit. gewißt, ob er. auch nur ein
Wott.von mein Spietsch 'gehört hat,
odder nit. Ich hen gesagt: „Well,
Mister Mehr, ich sin fertig und du
hast jetzt das Wort. Bis jetzt hör ich
awwer nncks von dich."
Da hat er gefagt: „Meik, was du
mich da verzählt hast, das is Sicff
genug for Buch zu fülle u^n es is
nit fo iesig for lnich, da in Seckend
meine Opinjen abz^gewwe. Soweit
ich jetzt sehn kann, is ineilie. Opiiijen
reddig for dich, awwer ich denke nit,
daß du mit fättisfeit feii:. wirst lin
for den Riefen, deht ich gleiche we
nig inehr Zeit- zu Heu um die einzel
ne Peunts noch emal iwwerzu lege."
Ich hen gesagt, es wär mehbie besser,
wenn er mich seine Opinjen sage
deht, wie er se reddig hätt mehbie
es wär die dämliche wie meine un
dann wäre mer fchnell am Ziel.
Well, hat der Mister Mehr gefagt,
wenn du den'Weg fühl^ duhst, dann
will ich es dich fage: Es is gut ge
nug, die Lewensmittel sin so hoch,
daß es rehgeller Schehm is fell
is die eine Seit von die Storie .die
annere is die, daß du un ich fo ge
fickst sin, daß mer den Preis bezahle
könne, mitaus daß mer uns weh
duhn
UN
es is for den Riesen ineine
Eidie, Lett well eyoss elohn for wa
rum folle mir uns Trubel mache un
mit ebbes uffmickfe, wo mer doch nit
helfe könne? Loß andere den Schopp
duhn,. wö mehr interestet sin als wie
mir lm dös is meine annest Opiii
jen." Mister Mehr, hen ich gesagt,
das is ecksäcktlie, was i,!h von dich
eckspeckted hen. Du bist alsv von die
Opinjen, daß mer alles alleins läßt,
was einem nicks angeht. Es macht
also.! nicks. aris ob mer ^Zittie
Ovitfchel. is odder nur en tammener
Zitt^'en jeder hat nur for sich
felbs? auszugucke u'n nur das Feuer
zu löfche, was ihn brenne duht.
„Well, das is.das End von die Mat
ter gewese: for mich alleins hen ich
nicks duhn könne un auf den Mister
Mehr seine Koaperrehfchen hen ich
nit diepende könne un so hen ich also
inein Meind aufgemacht, den ganze
Käs zu drappe. Awwer Wut un
Mädneß hen ich in mich gehabt, das
war gar nit zu beschreiwe un bi^kahs
ich hen doch ebbes duhn müsse, for
meine Eckfeitement wenig zu beru-,
hige, da-sin ich emal in den Saluhn
gange
UN
UN
nie da gefunne. Jeder von die Men
fohlks wo dagewefe sin, hat iwwer
die hohe Koste von den Lifsing getahkt
UN se hen all gekickt wie die Stiere,
awwer se sin all sättisseit gewese,
daß da ein odder zwei Männer nicks
duhn könne. Der Saluhnkieper hat
gesagt, wenn- all unsere Zittisens ih
ren Meind ausinache dehte, nicks mehr
zu kaufe, un nicks mehr zu esse un
das so lang fortfetze bis se all doht'
sin, dann deht mehbie Tschehnsch
komme, awwer nit befohr.
Mer hen uns noch fo in die Eck
feitement enei getahkt, daß imnier
noch einer geZ^runke Wörde is/ un fo
bei
UN
bei hen me^ all die Schnute
und die Hoepp voll gehabt und dann
hen mer! for gar nicks mehr ebbes
gewwe
UN
deitfch fage duht rehgeller Efel aus
uns gemacht. Wie ich heim komine
sin, das^kann ich nit fo eckfäcktie fage,
ennihau hen ich am nächste Morgen in
meine Klapp gelege un hen Hettehk
gehabt, das 'war fommdings fiers. In
fellen Zustand hen ich da gelege un da
komme ainem immer fo sonnige (Äe
danke mer duht sich selbst daunkahle
macht sich die größöe Vorwürs,
daß mer so Rindvieh gewese is.
Ich hen off .Kohrs auch keine Eckzep
fchen gemacht un wenn Se die Nmne
^lefe dehte, wo ich mich all geruse hen
dann dehte se die Händs iwwer deii
Köpp zusammenschlage ün behte sage:
,..Mer Gutlneß, der Meik muß awwer
en ganz schreckliche sitze gehabt hen!"
Un den Weg is es auch gewese.
Awwer es hctt wenigstens den eine
gute Zweck gehabt, daß ich die heih
Kofis os Vissing jetzt ganz allein lasse.
Mit allerhand Achtung Juhrs trulie
Meik Habersack, Eskweier un Sheriff
von Appl Jack, Holie.Terrer County.
Kennzeichen. Bureauvor
steher: „Der neue Buchhalt«.x-.- was
der. zufqmmenarbcitet, das ist groß
aktig! Der muß noch nie in einein
Bureau, angestellt gewesen sein!".
Druckfehler. Sie waren
edle Freunde einer horgte (bürgte)
für den anderen.
M-
Sind Sie Bürger?
Wollen Sie's werden, dann be«
diirfen Sic eines Fllhrers, der Ih
nen den rechten Weg zeigt. Sind
Sie's. dann ist Ihnen die Jnfor«
motion» in Notar Chas. Kall-
metier's Buch ebenso werthvoll. Jede Frage
lieantwortet, jede Möglichkeit erwogen. Vür-.
aer-Rechle und Pflichten in allen Phasen er
litntert. Portofrei gegen Einsendung don §1.36
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