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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, December 14, 1916, Image 2

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Bücher von Scott Tounttz, I«.
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Berstchermt».
Limmer 3V1—304 Lane Meti»e.
S. und Main Stk,
Sehnsucht^
Roman von Carl Rosner.
(Fortsetzung.?
Immer mehr zog das Kunstwert
Hans Heider in seinen Bann. Er sah
jetzt leise Aehnlichkeiten. die Anna
Schumann und der todten Mutter ge
meinsam waren Züge, die in d:rn
jugendfrischen Angesicht des Mädchens
nur angedeutet schienen und die in d^u
fem ^rauenantlitz hier als Run:7
standen, die von den SchiZsalsstunden
eines Lebens sprachen. Und ohne daß
Hans Heider wußte, wie es kam, trat,
wie er so versonnen vor der Viiste von
Unna Schumanns^ Mutter stand, in
seine Stimmung eine stille Trauer.
Wie wenn das Helle, das nocki eben in
rhm gewesen war, verdunkelt würde
und erlösche, so war es ihm zumuthe.
Und unklar fragend zog ihm der Ge
danke durch den Sinn: Ob ihre
^/reudigkeit auch einmal fo verborgen
unter dem Entsagen ruhen wird?
Ob auch ihr einmal uni die Lippen
der wehe Zug der unerfüllten Träume
liegt? Und an die eigene heimge^
gangene Mutter mußte er dann mit ei
nem Male denken
Jetzt beugte er sich naher zu der
Büste hin er wollte sehen, ob er
nicht den Namen des Bildhauers an
ihr bemerken könne. Da unten rechts
fand er ein Monogramm: I. R. Er
dachte nach und schüttelte den Kopf,
er kannte keinen, auf den diese Initia
len paßten.
Da aber sprach mit stiller Stimme
Anna Schumann, die in der offenen
Thür des Speisezimmers stand, und
deren Au.^en schon seit Sekunden aus
den in Sinnen ganz versunkenen Hans
Heider blickten:
„I. R.? Ignatius Raff. Ein
lieber, alter Freund von uns, der meine
Mutter schon gekannt hat, als sie noch
Mädchen und die Braut des Vaters
war. Aber Sie kennen ihn Sie
haben ihn j.i doch bei,Leopold Loew.'
gesehen."
Hans Heider hatte sich gewandt und
war ihr rasch entgegengetreten. Und
während er noch ihre Hand hielt und
noch in seinen Augen sein Staunen
über ihr leises Kommen lag, über ihr
Kommen und ihr so verändertes Aus
sehen jetzt denn sie hatte die weiße
Küchenschürze abgelegt und stand im
schmucken, braunen Hauskleid, ganz
junge Dame, vor ihm da fragte er
schon:
„Ignatius Rass der ältere Herr
der damals so still war und hier
un'd da nur ein wenig knurrte und
brummte?"
Sie lächelte und nahm dabei mit
einem lieben Nicken die Veilchen, die er
ihr entgegenhielt.
„Still ist er inim^ ich meine:
große Reden schwiimt er nie, der Onkel
Raff aber brunrmen thut er nicht,
nur hier und da
„Sie sind verwandt mit Herrn Raff,
svräulein Schumann?"
„Weil ich ihn Onkel nenne?" Sie
schüttelte den Kopf. Und während ne
jetzt wieder auf die Büste blickte, wurd^
sie ernst, und eine stille Nachdenkjam
keit trat in den Ton ihr^r Stinime.
„Es ist die Büste meiner lieben Mut
ter," sagte sie, „nur wenige Monate vor
ihrem Tode hat er sie gesertigt. Heim
lich ist sie zu den Sitzungen im Atelier
gewesen, der Vater sollte nichts davon
erfahren. Zu Weihnachten wollte ihm
dann der Onkel Raff die Büste schen
ken. Und wie das Fest gekommen ist
da ist die Mutter nicht mehr unter
uns gewesen. Das war das schwerste
Weihnachtsfest, das wir jemals erlebt
haben der grüne Baum zum er
sten Male ohne jeden Schmuck nur
weiße Lichter waren angesteckt und
neben ihm die Büste hier, die ganz um
rahmt war von Immergrün und hel
len Rosen."
Sie trat zum Bilde ihrer Mutter hin
und schob das Veilchensträußchen vor
die Büste aus den Sockel.
«Ist's Ihnen recht so?" sragte sie
dann leise.
Und als er wortlos nickte, fuhr sie
fort:
„Damals haben wir so zu dritt bei
sammen gesessen, der Vater, ich und
Onkel Raff. Hier in derselben Stube
ist's gewefen. Am Baum ist eins von
den weißen Lichtern um's andere her
abgebrannt und ausgelöscht. Ganz
dunkel war's dann, und nur um ihren
Kopf, der sich vom Blattwerk und den
Blumen gehoben hat, war's wie ein
Heller Schein. Als ob sie selbst im
Geiste noch bei uns wäre, so ist es uns
^wesen. Ich Hab' den Kopf in Vaters
Schooß liegen gehabt und Hab' geweint
mein Gott, ich war ein Kind
zwölf Jahre war ich alt und immer
wieder, wie ich so gelegen habe, Hab' ich
gefühlt, wie mir von meines Vaters
Augen, der so ganz still gesessen und
immer meine Hände still gestreichelt
hat, auch eine ThräNe um die andere
auf die Wang- uKd in das Haar her
abgefallen ist. Und von den abge
brannten Kerzen und den angesengten
Tannennadeln war über diese Stille
ein wunderbarer Duft? Stille? Der
Onkel Raff hat neben uns gesessen und
hat gebrummt. Ganz böse war er
waii er wollte ich meine seine Worte,
die haben wir ja nicht verstanden. Und
die Thränen sind ihm dabei auch immer
in den Bart gelaufen."
MK 1'
Still stand sie ein paar Augenblicke
noch in dem Ermnern an die schwere
Zeit. Dann hob sie ihren Kops ein
wenig, die zarten Schulkern bogen sich
zu.rück, ihre Brust l^ob sich, sie athmete
tief.
»'Zithn Jahre slnd^^s her." sagte sie
noch. Und als Hans Heider ihr jetzt
seine Hand still' entgegenstreckte, legte
sie ihre Finger mit einem zagen, weh
müthigen Lächeln darein. So sahen sie
sich in die Augen.
„Fräulein Anna," sagte Hans Hei
der leise. Ein Zittern war in seiner
Kehle, die Stimme wollte ihm.nicht
recht gehorchen.
Und immer noch standen sie so, bis
Anna Schumanns Augen dann von
seinen wichen, und ihre Finger aus den
seinen glitten.
Ihr Blick lag wieder auf dem Bild
der Mutter, und ihre Lippen, die nach
Worten suchten, sagten Mit einem leisen
Beben:
„Nicht wahr, er ist ein großer
Künstler, der Onkel Raff?"
Er lächelte bei all' seiner Erregung.
„Ja das ist er. Aber müssen wir
jetzt vom Bildhauer Ignatius Raff
und seinem.l^önnen sprechen?"
Da schüttelte sie ernst den Kopf, der
bis zum Ansatz des kastanienbraunen
Haares von einer rothen Welle Über
gossen war, und strich ein Löckch^n, das
sich eigenwillig ihr über die Schläfe
drängte, zurü^
Hans Heiden aber sagte: „Wie 'gut
Sie sind, daß Sie mir davon gespro
chen haben von Ihrer Mutter und
von diesem Heiligen, was damals hier
gewesen ist!"
„Gut?" Eine leise Hilflosigkeit
war jetzt über ihr. Zagheit, die in ein
Lächeln floh. „Ich weiß jetzt selbst
nicht, wie es so gekommen ist, daß ich
mit einem Mal das alles wiederum vor
mir gesehen habe. Ich hätte, auch zu
Niemand sonst darüber sprechen kön
nen nur Sie zu Ihnen hatte ich
Vertrauen sie wurde wieder roth
und stockte und sagte rasch: „Sie haben
ja das gleiche Leid doch auch erfahren."
„Ich Hab' es auch erfahren Sie
wissen ja, es ist noch gar nicht lange
her."
„Und so hätte ich doch gerade daran
nicht rühren sollen."
„Ist das Ihr Ernst? Thut's Ihnen
leid, daß Sie mir das Vertrauen ge
geben haben?"
Fragend sah er sie an, und sein Ge
fühl für sie sprach aus den Augen, die
forschend und bittend zugkich auf ihr
lagen.
Und wieder schüttelte sie ernst den
Köpf, und rührend war dabei der
Ausdruck der Wahrhastigkeit in ihren
klaren, dunklen Augen. Z)ie hielten
Stand vor Hans Heiders bittender
Frage, trotz dieser rothen Welle, die da
wieder kam.
„Nein," sagte sie tapfer, „es thut mir
mcht leid gewiß nicht
MErst als er ihre Hand ergriff die
Ileine, feste Hand, die weiß und schön
war trotz der Arbeit in der Küche und
im Hause und diese Finger an die
Lipj^n sührte, wandte sie sich und
strich mit ihrer sreien Rechten leise it.?er
die Büste ihrer Mutter bin.
Und beide standen sie dann Hand ni
Hand still vor dem Bilde, das Jgna«
iius Raff von dieser .Heimaeaanaen'n
gelchaffen hatte, und sahen aus die gil
tig milden Zü^e.
Wunderbar still war's in dem an
heimelnden lieben Zimmer. Das Ti
cken einer Pendeluhr, die nebenan im
Speisezimmer hängen mochte, war hier
der einzige Laut. Und nur von drau
ßen aus der Küche wohl klang
hin und wieder, gedä^mpft durch die
Entfernung, das .Klappern eines De
ckels an einem Topf, das Klingen eines
Glases
Glück war in ihnen Glück und
Sehnsucht. Er hätte diese liehe
schlanke Gestalt in seine Arme nehmen
mögen und hätte diese Livpen küssen
mögen und diese weichen Wangen und
das wundervolle .Haar und stand
doch still ^nd war im Banne einer An
dacht, die stärker war als alles Drän
gen seines Blutes.
Ueber die Hyazinthen weg, die in
allen Farben des kürzen Frühlings
blühens auf den Gläsern prangten,
sahen sie beide in den Garten. Ueber
die vollen Gruppen der Büsche blickten
sie hin, und in die breiten Kronen der
Bäume schauten sie hinein. Und über
all, wohin ihr Auge'traf, sah es die
jungen grünen Spitzen und sah die
Knospen, deren Hüllen sprangen und
nach dem Lichte trieben. Ein Blühen
wollen, das sich nicht mehr halten ließ,
das tausend junge Kräfte in sich
fühlte, das neu und sehnsuchtsvoll vor
aller Herrlichkeit des Lebens stand und
das von ungezählten Wundern seines
Sommers träumte.
„Du!" sagt« er und hob dabei
den Blick nicht aus der Weite, und
fühlte, wie seine kalten Finger fiebernd
um ihre liebe Hand zitterten.
Und sie, in deren Kehl« ein leises
Schlucken war, öffnete ihre Lippen, als
ob sie etwas sagen wollte, und nickte
dann doch nur wortlos in still ver
schwiegenem Glück. Um ihre Augen
lag dabei schimmernd ein zarter FkÄ:,
ein Lächeln unter Thränen, aber ein
Lächeln, das-nur wie der Traum eines
Lächelns war, und Thronen, die nur
wie der Traum von Thränen waren.
(Fortsetzung folgt.)
—Bestellt Eure Job-Arbeiten in der
Job-Office des „Demokrat".
Ve? Demokrat, KavtMpör«» Ao»ch«
Das weiße ^iminer.
Roman von Fergus Hume.
(Korttetzung.)
Der Grund dazu war die Gegen
wart zweier Herren, die in der Nähe
des Fensters saßen. Arnold selbst
stand aul Kamin, die .Hände in die
Tajchen seines Jacketts versenkt. Als
cr von einem Spazierritt nach Hause
getoinmen, hatte seine Wirlin ihn unk
der N'achricht überrascht, zwei Herren
warteten seiner. «Professor Boca^
ros" berichiete sie, „sieht uuin trotz
jeiner schäbigen Kleivung un, d(ch
er ein vornehiner Mann ist. Der an
dere aber, Herr Jascher, ist ein ganz
gewöhnliches Subjekt."
Das war ein hartes Urteil übel
Herrn Jascher, der durchaus 'kein so
gewöhnlicher Mensch war, wie Frau
Barney ihn hinstellte. Er lvar ein
ziemlich dicker, älterer Mann. Man
jah es dem feisten, roten Gesicht mit
den dicken Lippen aN, daß er den
leiblichen Genüssen des Lebens sehr
zugetan war. Die grauen, manchlna!
ziemlich schillernden Augen gaben sei
nem Gesicht einen verschlagenen Aus
druck und sein sehr volles Haar war
bereits ergraut. Mit den dicken, über
den sehr umfangreichen Leib gesalte-
Händen sah .Herr Jascher eher
len
wie alles andere, nur nicht wie ein
Privatdetektiv aus.
„Weshalb bringen Sie diesen Herrn
zu mir^" wandte sich Arnold kurz
an Bocaros.
„Kennen Sie mich denn^" fragte
dieser verwundert.
Arnold nk^te. „Ja, ich kenne Sie
Unsere gemeinsame Verwandte hat
einige Male von Ihnen gesprochen."
„Flora Bravd?"
„Ja, Frau
Wieder nickte Arnold.
Brand, geborene Calvert. Sie war
die Tochter meines Onkels. Wie ich
hörte, war Floras ZNutter Ihre
Tante, .Herr Professor. Aber Sie
kennen jedensalls die verwandtschaft
lichen Beziehungen, da Flora mir er
zählte, Sie seien bei ihr gewesen."
'„Zweimal," warf Bocaros rasch
ein. „Das erste Mal vor fünf oder
sechs Jahren, das zweite Mal kurz
vor ihrem Tode."
Jascher beobachtete ^jNausgesetzt das
Gesicht Arnolds^, währei^d der Pro
sessor sprach. Aber in den Zügen de?
jungen Niannes ^rührte sich keine
Muskel.
„Ich weiß, daß meine Cousine dir
in der Villa Ajax Ermordete ist,"
sagte er in ruhigem ^one. „Mein
Rechtsanwalt, Herr M.erry, teilte es
mir mit."
„Sprach er auch von der Erb
,jchaft?" fragte Bocaros/ dessen große
schwarze Augen sich gierig auf das
Gesicht seines Cousins' hefteten.
Diesmal errötete Ca!vert ein klein
wenig. „Ja," gab er zu. „Nur be
greife ich nicht, mit welchem Recht
Sie sich diese Frage erlauben."
„Ich bin Floras Cousin
„Das gibt Ihnen Nöch lange nichl
das Recht, sich diese Freiheit heraus^
zunehmen."
Bocaros machte ein etwas betrof
fenes Gesicht.' „Ich bin der letzte,
der sich eine Freiheit herauHnimmt,"
lagte er abweisend. „Als ich meink
Cousine Flora acht Tage vor ihrein
Ichreckttchen Tode.sprach, sagte sie, sie
habe ihr Testament zu meinen Gun
sten abgefaßt. Und als ich bei Herrn
Merry war, teilte mir dieser nut, sie
habe ihre Absicht geändert und Sie
zum Erben eingesetzt."
,„Das stimmt," bestätigte der junge
Mann. „Mein Rechtsanwalt teilte
mir das mit und sprach auch von
Ihrem Besuch bei ihin. Ich Haitz
Ihren Besuch erwartet, Herr Profes
sor. Sie wünschen, daß ich Ihnen
mit Geld
„Ich wünsche, daß Sie eine Beloh
.'iung sür die Entdeckung des Mör
ders lneiner Cousine aussetzen!" un
terbrach ihn der Grieche ungestüm.
Calvert biß sich auf die Lippen uiid
!n sein Gesicht ergoß sich eine jähe
Blutwelle^ „Sie dürfen versichert
sein, daß nichts ungeschehen bleibt,
die Wahrheit zu ergründen," gab ei
zurück und ging in sichtlicher 'Erre
gung im Zimlner auf und ab. End
lich blieb er vor Jascher stehen. „Sie
sind Privatdetektiv," wandte er sich
an diesen. „Herr Äierry erzählte Niir.
Herr Professor Bocaros have Sie in
cer Voraussetzung, daß -e^ Frau
Brands Erbe sei, beauftragt,^ deren
Mörder ausfindig zu machen."
"^«Ja, ja," rief Bocaros ungestüm
und.fuhr ln größter Erregung inehr
mals init der Ha^d durch sein Haar
„Und ich bringe ihn hierher, danlii
Sie ihin den Auftrag geben. Ich bin
arm sehr arm, aber ich brauch-'
kein Geld sür mich. Nur bewilliger
Sie Jascher genügend Geld, da.'ni:
er den Mörder ausfindig macht."
„Aus diesem Grunde bringen Sie
Herrn Jascher zu mir?" fragte Ar
nold.
„Aus welchem sonst?" rief Bocaros
„Ich habe Flora nur zweimal gese
hen, aber ich hatte sie gern sie war
so herzensgut zu mir. Und ich wil
wissen, wer sie ermordete."
„Das will die ganze Welt wissen
Herr Prosessor."
„Entschuldigen Sie," mischte sich
Jascher ins Gespräch, „glauben Sie
ja nicht, daß die ganze Welt dcts
wissen will, .Herr Calvert. Die Welt
hat diesen Mord bereits vergessen
und beschäftigt sich mit anderen Ta
gesereignissen. Ich gab dieser Me
nung auch schon dein Herrn Profes
sor gegenüber Ausdruck und machte
ihin den Vorschlag, Sie sollten mich
für ineiiie diiSherigen Beinühungen
entfchädigen und die Sache auf sich
t'eruhen lassen."
Arnold Calvert blickte den dicken
Mann schaff an. „Was wollen Sie
dainit sagen?" fragte er ernst. „Ha
ben- Sie bereits Nachforschungen an
gestellt?"
Jascher nickte und zog ein !j!oliz
bucy aus der Tasche. »Ich habe Ver
schiedenes festgestellt. Und ich werde
noch mehr herauskriegen. Dann
werde ich überlegen,- was ich tue.
Aber" er klappte daS Buch zu
„wenn Gie wünschen, dajz ich diese
deschriebeneii Seiten vernichte
„Waruin sollte ich das wünschen?"
rief Calvert in eisigein Tone. „Als
Frau Brands Verwandter und ihr
Erbe habe ich selbstverständlich das
größte Interesse daran, das Geheim
nis ergründet zu sehen. Professor
Bocaros hat recht. Nehmen Sie die
Verfolgung in die Hand und suchen
Sie den Mörder zu entdecken. Ich
will alle Kosten tragen. Und wenn
Sie den Mörder der Gerechtigkeit
überliefern, zahle ich Jhiien extra
zehntaufend Mark!"
„Zehntausend!" rief Jascher. „Ab
geinacht! Ich werde das Rätsel schon
i!.'sen um zehntausend Mark lohnt
sich das schon."
„Sind Sie nun zufrieden?" wandte
sich Calvert an Bocaros.
Seltsamerweise machte dieser ein
sehr mißvergn!ügtes Gesicht. „Ja."
antwortete er Ian.gsam. ^ch bin
zusrieden." Er erhob sich. „Nun
wollen wir gehen."
„Nein," widersprach Calvert, „blei
ben Sie noch sitzen. Da Herr Ja
scher nun aus Ihren Diensten in die
ineinen getreten ist, möchte ich gern
wissen, was Sie -bis jetzt erfahren
haben."
„Ich habe alles mögliche erfahren,"
rief Jascher. „Durch die Zeitungen,
durch eigene Beobachtungen, durch
Professor Bocaros, durch' Herrn
Tracey.—"
„Tracey?" rief Calvert verwun
dert. „Ach so, das war der Ameri
kaner, dessen Automobil gestohlen
wurde."
„Sie kennen ihn ziemlich gut,
Herr Calvert!"'warf-^ Bocaros in et
was hitzigem Tone em. „Tracey ist
verlobt mit Fräülein Baldwin, deren
intimste Freundin Ihre Braut ist."
Arnold wandte sich rasch nach dem
Sprecher um. „Woher wissen Äe
das?" brauste er auf.
„Ich wohne ganz in der Nähe des
Baldwinschen Hauses. F)?au Bald
win ist meine Wirtin. Ich keime
Tracey und Fräulein Baldwin. Ich
bin auch mit Fräulein Mason zu
sammengetroffen und-.—"
„Und Fräulein. Mason hat Ihnen
erzählt?" warf Arnold dazwischen.
„Nein. Herr Tracey sprach davon.
Und es kain mir solsderbar vor."
suhr der Grieche mit erhöhter IStim
me fort, „daß Sie mit der Dame ver
lobt sind, in deren Hause Flora er
mordet wurde."
„Das Haus gehört Fräulein Ma
sons Schwager," erwiderte Calvert
in kaltem Tone. „Wollen Sie ini!
Ihren Worten besonders aber luit
ihrem Ton vielleicht andeuten,
Herr Prof^sor, ich wisse etwas über
den Mord?"
„Nein," mischte sich hier Jascher
schnell ein, indein er dem Grieck^e»?'
einen bedeutsamen Blick zuwarf, „er
will nichts dergleichen andeuten. Es
ist nur einer jener Zufälle, wie sie im
Leben so oft vorkominen."
„Gewiß, gen?iß," beeilte sich Bo
caros hinzuzufetzen. „Natürlich ist
es nur ein Zufall."
Calvert sah forschend von dem
einen zum anderen. In seinem Ge
sicht zuckte keine Muskel, es sah hart
und kalt aus. „Es liegt inir daran,
daß wir einander auch ganz richtig
verstehen," sagte er eisigen Tones.
„Wenn Sie, Herr Profeffor, oder
Sie, Herr Jascher, sich einbilden, ich
liätte mit dein Verbrechen auch nur
das allergeringste zu tun. dann irren
Sie sich gründlich. Ich kann inein
Alibi nachweisen. Wenden Sie sich,
bitte, an den Direktor des Viktoria
iheaters.^ Er wird Ihnen sagen, daß
ich dort "täglich von sieben bis luun
Uhr zu tun habe."
„Aber, .Herr Calvert," siel ihm
Jascher begütigend ins Wort, „kein
Mensch hegt Verdacht gegen Sie!"
„Nun, nach den Worten und dein
Ton des Herrn Professors zu schlie-
ßen
„Nein, nein!" unterbrach ihn die
ser. „Es war nur ein Zufall. Schon
der Umstand, daß Sie Jascher mit
der Verfolgung Mörders betrauen
und eine so hohe Belohnung aus
setzen, beweist Ihre Schuldlosigkeit."
„Ich habe es nicht nötig, zu solchen
Dingen meine Zuflucht zu nehmen,"
entgegnete Calvert ärgerlich. „Daß
meine Cousine die Ermordete war.
erfuhr ich erst durch die Mitteilung,
daß ein zweites weißes Zimmer
.,Wie führte das denn eigentlich
zur Identifizierung Floras mit der
Ermo?.deten?" fiel Bocaros ein.
Fortsetzung folgt).
Ohne Lrhrer EnaNs« sprechen „nd schrrlbcn
lrrnen. Für Neueinaewanderte, fNr nlle,
die sich ill der englischen
volliommnen wollen:
scher.
stellungrn
Sprache iilien und der-
Amerikanischer Dolmet-
Dauerhaft oeliunden. Taschlinsormat.' »W
Miten. Eine lurzgesabie Grammatik der ena
tischen Spruche und SInIettung. .in kurzer Reit
ohne Lel)rc- Enlilisch sprechen und schreiben 6U
ternen. Givt die ZiiiSsprache der Wllrter, die
man im täglichen Ledcn braucht-.^'Terner ein
IverthvolleS, kurzgefaszleS AWrterMich. Auch eine
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