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Der tägliche Demokrat. [volume] (Davenport, Iowa) 186?-1918, December 15, 1916, Image 1

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II
219—221 4. Str. Davcilpott, Ja.
Der Krieg.
Von der Ostfront.
Die ganze Große Walachei in den
Händen der Sieger.
a S a
14. Trz. Das Grosze Hauptquartier
gibt in seineni heutigen Tagesberichte
^bekannt, das die Trlippen der Verbiin
deten in Rumänien an der ganzen
Front siegreich weiter vordringen. Tic
ganze Grosze Walachei südlich von der
Bahnlinie von Bukarest uach Tscherna
voda ist jeht voinFeinde gesäubert. Der
anitliche Bericht lautet:
«Front des Erzherzogs Franz Jo
seph: In den Weslkarpathen ivnrde der
bjeschützkanipf sortgesejzt."
„Ii, den Gyergyo Bergen und in
deui Argesul Zhale setzten die Rus
sen ihre an Mlenschenverlusten ebenso
lostspieligen. alo völlig erfolglosen ?ln
grisse sort."
„Armeegruppe des Feldniarschalls
von Mackensen: Troh aller Schwierig
keiten infolge des schrecklichen Znstan
'des der Straszcn (nach starkem Regen
und Schnee^ll) sind an 'der ganzen
Front doch -wieder ganz bedeutende
Fortschritte gemacht worden."
Die Grohe Walachei, südlich von der
Bahnstrecke Bukarest Tschernavoda,
isr jcjzt völlig vom Feinde gesäubert
tvorde»u"
„Ostfront Armeegruppe des Prin
.?en Leopold von Ba»iern. Von dieser
Front ist nichts von Bedeutung zu
melden."
„MazedonischeFront: Angriffe, wel
che die Serben ösrlich von der Czerna
unternahmen, brachen nntcr sehr schwe
ren Verlnsien für den Feind vor den
bulgarischen Stellungen' znsammen."
Verbiindete bedrohen Bnzeu.
'B n, drahtlos über SaDville,
14. Dez. Gestern Abend gab das Gro
sze Hauptquartier noch die folgende
knrze Extra Meldung ans:
„Rumänischer Kriegsschallplaj Die
nennte Armee nähert^sich BnZeu.
„Qestlich der Eerna smazedonische
Front) haben neue serbische Angriffe
begonnen."
(Buzeu ist eine Stadt von über 2t,
OOO Einwohnern auf dem südlichen
Zlfer des gleichnamigen Flusses. Wich
tiger Bahnknotenpnnkt und Handels
stadt. Ungefähr ttO Meilen nordöstlich
von Bukarest gelegen. Anin. d. Red.)
Rumiiniens Staatsmiinner mit reinein
BerNnd».XM der Stadt Buzcu.
Maitensen's Heere trotz Schnee Md «egen
immer er vör.
Bahnstrecke Bnkarest-Tschernavoda, 1«0 Meilen lang, in ihrem Besitz.
Die nanze Grosir Walachei, südlich vo» dieser Bahnlinie, ist jeht tio» den
Feinden gesiiubert worden.
Tic Angriffe der Nüssen bleiben immer noch vMig erfolglos Anch die Ser
ben in NSazedonien konimen nicht mehr vorwärts Deutschfreundliche
rumänische Stantsniänner blieben in der Hauptstadt Die achtzehn
Forts Bnfarests sielen auch unbeschädigt iy die Hände der Zieger
.steine bedeutende Känlpfe an der Westfront.
Gewissci^.
a S a
14. Dez. Die Bossische Zeitung berich
tet, dah die runmnischen Staatsmän
ner Carp nnd Marghosoman solvie
«ndere Mitglieder der Antikriegspartei
nicht mit jener Gruppe, die das E.in
t^reifen Rimtäniens auf Seite der Al
lirten befürwortete, nach Jassn abge
reist, sondern in Bukarest zurückgeblie
ben sind. Die diplomatischen Vertreter
der VereinigtenS/aaten sowie der Nie
derlande haben es gleichfalls vorgezo
ien, in der eroberten Hauptstadt zu
bleiben.
Bukarests Forts intakt.
S a 1 4
Die. Bndapester Zeitnug „Az Est" mel
det heute, das die sämmtlichen acht
zehn Forts Bukarests völlig intakt in
die Hände der Verbündeten gefallen
sind. .j
Die russische Meldung.
S
^don, 14. Dez.. Dns russische Kriegs
niinisterium gab heute knnd, das die
Deutschen die schwere Beschießung der
russischeit Stellungen in denT Waldge
lnete bei Gnnaloviha fortseien. In
dem Berichte heiht es dann weiter:
«„Die Versuche des Feindes, in deni
Gebiete bei Prisovze, nordöstlich von
Pomorzant), die Offensive zn ergrei
fen, wurden ^nrch unser Feuer ver
eitelt. Auch wurden Versuche des Geg
ners, den Flub Vnstriha zu überschrei
ten, zunichte gemacht.
Von der Westfront.
Frani ösischer Angriff ii? de« Argonneu
aligeschlagcn.
a S a
14. Dez. Die heutige amtliche Mel
dung der Obersten Hceresleitnng ve
richtet, daß die Franzosen in den Ar
gonncn nach einer heftigen artilleristi
schen Vorbcreitnng zum Augriff vor
ginjsen, aber znrückgefchlagen ivurden.
Der Tagesbericht von der Westfront
lautet: ..
„An einigen Theilen der Soinme^
Front fanden gestern zeitweilig schwere
Artillerickämpse fratt."
„Armeegruppe des deutschen Kron
prinzen: Bei Le Four de Bais iu den
Argonnen wurden sranzösische Trup
pentheile, die nach einer schweren Ge
schichthätigkeit des Feindes zuni An
griffe vorgingen, zurückgetrieben."
„Auf dem rechten Ufer der N?vaS
iVerdnn Front) vurde gcfiern Nach
lnittag die Geschützthätigleit lvieder
ganz bedeutend hestiger."
Der englische Tagesliericht.*
1 4
Heeresleitung Nteldet heute das Fol
gende:
„Feindliche Patrouillen versuchten
gesteru in der Nacht in unsere Schan
zen ösrlich von Arinentieres einzudrin
gen, lvurden aber vertriebe!'."
„An den übrigen Theilen derFront
hcrrsckite lviiern. N^reu,d des. gan^ey.
Tages die schliche Geschützthnngkeit.
Wir führten eine Beschieszimg der
feindlichen Stellungen ii: der Nachbar
schaft von Festhubert, ^^keuve Chapelle
und Npl^c^^ durch."
Kleiiie Krilgsnachrichlen.
Das „goldene Weaner Herz" des alten
.^iaiser Franzl.
ch n, über London, 14. Dez.
Die „Münchener Neueste Nachrichten"
berichteit heute aus augeblich eiuwand
freier Quelle, das der verstorbene Kai
ser Franz Joseph von seinem immensen
Privatvermögen testainentarisch die
Summe von 60,000,000 Kronen
sifil2,000,000) zur Gründung eines
Fonds ztlnt Besten verwundeter. .Krie
ger, .^lriegSinvaliden und der Hinter
bliebenen gefallener Krieger bestimmt
hat. Jede seiner beiden Töchter, sowie
seine Enkelin erhalten se 20,000,000
.^kronen, ivährend 10,000,000 Kronen
in sonstigen Legaten vertheilt iverden
sollen. V'
Reichstag bis zum Jault^ar vertagt.
A a 1 4
Dez. Das „Berliner Tageblatt"
schreibt heute, das die neue reguläre
Sitzungsperiode des Reichstages unge
sähr in der Mitte des Monats Januar
beginnen iverde, es sei denn, das Er
eignisse von gros cr Wichtigkeit die
frühere Einberufung des Hauses noth
wendig ntachen sollllen.
Gespannte Erwartuugeu des deutschen
Volkes.
a
14. Dez. Eine Depesche der Zeitung
„Politikci'" ans Berlin berichtet, das
daselbst die Spanntuig in Bezug auf
die Antwort der Entente auf den Frie
denöantrag der Mittelmächte eine
ans erordentlich gros ist. Allgemein
gibt man der Hosfnung Ansdrnck, das
die ungünstigen Kommentare der alli^
irten Presse nicht die wirkliche Stim
mung ihrer Regierungen und Völkex
»viederspiegeln. Der Schritt desReichs
kanzlers von Bethmann-.Hollweg wird
auch hier sehr lebhaft diskutirt, aber
das deutsche Volk billigt denselben im
Gros en und Glänzen beinahe einstim
mig. Nur die Konsorhativen vnd All
dentscheit befürchten, das der Friedens
vorschlag ein übereilter Schritt war.
Wirklich strikt neutral!
a a 1 4
M-atlrice Maeterlinck, der rabiqt
deutschfeindliche belgische Dichter und
Schriftsteller, der heute Abend hier
einen Vortrag halten wollte, mus te atls
Ersuchen des Ministerpräsidenten Ro
nianoiles diesen Plan fallen lassen.
Herr Romanones lies die Ansmerksam
keit des Gastes auf die Thatsache len
ken, daß er einer kriegführenden Macht
angehöre, ivährend Spanien neu-
tral sei..
Die Deutschen allein hindert das Trin
ken nicht am Siegen!
a 1 4 a
hat heute in der Deputirtenkamlner
angekündigt, das er dasParlamenstuni
gesetzliche Mas nahmen für die weitere
Einschränkung des Verbrauchs alkohol
haltiger Getränke in ganz Frankreich
ersuchen^ wird.
In der am Abend abgehaltenen Si
tzung votirte die.^Itammer mit !'14 ge
gen Ittö Stimmen ihr Vertrauen der
nenen Regierung.
Von der Niicksahrt der „Deutschland".
a e- S a
14. Dez. (Uebersee Nachrichten
Agentur.) Das Handels Tauchboot
„Deutschland" berichtet, das es auf
der Fahrt von Amerika kei.i einziges
Schiff gesichtet hat und auch von kei
nem Dainpfer gesehen wurde, sodas
der britische Bericht, ein amerikanisches
Handelsschiffs habe die „Deutschland"
ungefähr 120 Meilei, östlich von Hali
fax gesichtet, univahr ür.
Starke Weslivinde begünstigten imch
dem Bericht des Kapitäns König die
Fahrt des Tauchbootes. Die „Dent'ch
land" begann uninittelbar nach ihrer
Ankunft mit der Löschung ihrer La
dung.
Die Bedeutung d«?s „unterseeischen"
.Handelsverkehrs.
1 4
Die „Deutschland" ist inin glücklich
zutn zlveiten Male im Heimathhasen
angelangt. Als sie das ersie Mal heim
kehrte, schrieb die Kopenl?aqener Zei
tung „Politiken", das die deutschen
Handels II Boote nie eine ivirkli
che Bedeutung sür Deutschland erlan
gen würden. Ter dänische Schriftstel
ler Prof. Earl Larfen hat daraufhin
in eiiter Zuschrift an „Politiken" her
vorgehoben, das uach seinen znverläs
sigenErknndigungen die „Deutschlaud"
aus Amerika Gummi für eine Million
Antoreifen mitgebracht und das die
deutsche Regiernng nun infolgedessen
die AnSsnhr einer Anzahl von Anto
ringen nach Dänemark zugelassen hat.
der Zuschrift heis^t es schlies Iich:
„Ist es i'.icht imponirend, daszDontsch
land in dieser Zeit imstande ist, Gunt
mi auszuführen?"
Die schwarzen Menschenopfer der alli
irten „jkulturtrnger".
a S a
14. Dez. (Ilebersee-Nachrichten-Agen
tur.) Der Londoner „Dailn Tele
graph" verössentlicht eine Zuschrift des
Missiouars John Parris, in welcher er
das Publikum ersucht, 10,000 Pfund
aufzubriitgen, uni die Leiden der
chwarzen, ivelche die brittschc Hee
resleitung aus dem heißen Afrika nach
dem kalten Frankreich gebracht hat, zu
lindern. Es sind bereits 1000 dieser
Farbigen hinter der Froitt eingetrof
fen, und mehr sollen folgen.
Der Berliner „Vorivärts" schreibt,
ilnß die meisten dieser nach Frankreich
transportirten Farbigen nicht imstande
sein werden, der Strenge des Klimas
zu widerstehen und also von den Bri
ten einsach geopfert werden, „natürlich
einzig znm Schnhi der Zivilisation ge
gen die deutsche Barbarei."
Das weifie Kanonenfutter John Bulls.
a S a
14. Dez. (Uebersee-Nachrichten-Agen
tnr.) Ein Befehl des zur 18. britischen
Division gehörenden 7. R. W. Slirr.
Regts., der von „M. .sieinp, D. S. O."
unterzeichnet ist, ist den Deutschen in
die Hände gefallen. In deinfelben sind
vier Todesnrtheile erwähnt, welche
vonr Kriegsgericht in der Zeit vmn 2!1.
Oktober bis zum 4. November gefällt
worden sind.
Augenscheinlich sind Fälle von Fah
nenslncht so häufig, daß exeniplarifche
Strafen angewendet werden müssen.
Unter den vier erschossenen Deserteu
ren befanden sich ein Jrländer ünd ein
5kanqdier. Dies ist vielleicht nnr ein
ZuMl, aber die Thatsache stimmt auf
fallWd ntit den Berichten überein, die
von der .^lriegsmüdigleit der irischen
und der Kolonial Truppen und von
der sinnlosen Hinopferung dieser.^-»ilfv
truppen dnrch die Briten sprechen.
Noch ein deutscher Fiirst auf deui Felde
der Ehre gefallen.
a S a
14. Dez. Uebersee Nachrichtenagen
tl^r. Prinz .Heinrich der 41. von Reilß
ist ani 29. November an der russischen
Front vor dem Feinde gefallen. Prinz
Heinrich lvar 24 Jahre att und Leitt
nant in einent prens ischen Kavallerie-
regimcnt.
Freitag, de« IS Dezember 1916
Der Fricdeiisantrag.
i^aSÄort eines wahrhaft großen Man
nes: „Das Mißtrauen ist die
.Hauptvertheidiguttgzwaffe der
Schwachtöpfe u. Schwächlinge",
scheint jetzt anch bei den Alli
irten zuzutreffen.
Preinier Briand fürchtet den Eindruck
des Friedensvorschlagev ini eigenen
Lande
a 1 4 W
gestrigen Sitzung der Teputirtenkam
nier hielt Premierminister Briand in
Bezug auf den deutschen Friedensan
trag eine Rede, in der er Frankreich
vor seinen Feinden warnte. Er sagte
hierbei: »Es ist meine Pflicht, inein
Land vor einer möglichen Vergiftung
zti fchützen. Wenn ein Land sich bis zu
den Zähneir bewaffnet wenn es inBer
letznng des Völkerrechts überall Män
ner aufgreift und sie zur Arbeit zivingt.
dann ivürdc ich ntir eine schlvereSchuld
aufbürden, irenn ick nickt den War
nungSrnf auSstoszen sollte: „Seht Euch
vor, paßt ans I"
„An erster Stelle habe ich das
Recht, unseren Feinden zuni hundert
sten Miale zuzurufen:' Das Blut klebt
ait Euren .Händen, nicht an unsereit!
Nicht daß ich an der Weitsichtigkeit
und Klarheit des !Irtheil? iit ineinein
Lande Ziveisel hege. At'er angesichts
dieser Versuche, unter den Alliirten
Zwietracht zn säen, rufe ich aus:
Die französische Republik wird uicht
iveniger thnn, als die anderenMitglie
der der alliirten Konferenz.
Bonar Law streift die Friedensvor
schläge nur leichthin in seiner
Kriegskredit Rede.
'L n, 14. Dez. Bonar Laiv,
der Kanzler desSckmtzaintes, hielt lieu
t? im Unterhause des englischen Parla
ments eine Rede zur Besürwortung des
von der Regierung geforderten nenen
Kriegskredits ini Betrage voit
H2,000,000,000, in lvelcher er auch
hochwichtige Angaben über die derzei
tige Höhe der englifchen Kriegsausga
ben machte. Diese belaufen sich jetzt
aus !j2l ,550,000? pro Tag. Der iteu
geforderte Kn'egskredit fst der vier
zehnte seit dem Kriegsansbruche und
bringt die Gesanuntsumme der engli
schen .^triegsausgaben ans die Snnime
von P17,fi«i0.000.000.
Bonar Laiv sagte bei seiner Befür
ivortung des neueu Kriegskredits und
der Besprechnitg der allgeineinen Fi
nanzlage: „Wir können natürlich ,ncht
hossen, finanziell so in Unbegrenzte
Iveiter ivirthschaften zu können, aber
ivir iöni'.en es so lange aushalten, bis
wir dessen sicher sind, daß es nicht ans
finanziellen Gründen geschehen niag,
ivenn lvir nicht den endgültigen Sieg
erringen."
In Bezug auf den Friedensantrag
des Vierbundes sagte er, daß die eng
lische Regierung die betreffende Note
der Zentralntächte noch nicht erhalten
hätte nnd die Regiernng daher den
Vorschlag inich nicht diskntiren könnte.
Aber er ließ sich zu der Bemerkung
verleiten, daß die Ententemächte nnr
dann einen Frieden abschließen ivür
den, tvenn ihnen volle Entschädigung
sür den Kriegsschaden und volle Ga
rantien für die Zukunft gewährt iver
den ivürden."
Die englische öffentliche Meinung.
It, 14. Dez. Nachdem sich
jeht in England die erste Erregung
über den deutschen Friedensvorschlag
etwas gelegt hat. sieht die „öffentliche
Meinung" des Landes die folgenden
Nebenabsichten in dem Antrage der
Zentralinächte:
Die Absicht. Uneinigkeit zivischen den
Alliirten zn säen.
Die Absicht, den Kriegsgeisr in
Deutschland von ueuem anzufachen.
Die Absicht, der Sache der Alliirten
in den neutralen Ländern zu schaden.
Dio Absicht Deutschlands, einen
Vorwand für einen peuen verschärften
Schreckenskrieg seiner Tauchboote zu
sinden.
WMres „Englisches uud Allzu
englisches."
1 4 I i
geu Sitzuug des Uuterhauses gab der
Uuterstaatsselretär für dic Finanzeit
der Adniiralität, Thomas MeNamara,
bekannt, daß die englifche Admiralität
zur Zeit den Schritt in Erivägnng
zieht, die ganze englische .Handelsuta
riue gegen die deutschen Tanchboote zu
bewasfueu.
Der iteue Premierminister Llovd
George laborirl noch innner an seinenr
Schnnpfen und seine Aerzte haben ihin
eine mehrtägige Bettruhe einpfohlen.
Seine politischen Freunde hossen je-
doch, ^aß er am nächsten Dienstag sei-!von einem Znge übersahreit nnd ans
ne niit Spannnng erwartete Pro- der Stelle getödtet. Er tvird von süns
flramntrede im »verde Hal- Söhnen nnd sechs Töchtern, zahlreicheii
ten können. Enkeln und Ureitkcln überlebt.
Hente wurde hier amtlich bekannt
gegeben, daß England sür das laufende
Fiskaljahr noch rund eine Millioit
Mann für sein Heer bedarf.
Fiirchten deutschen „Hnmmerschlag"
zur See.
1 4 a
gemeinen Diskussion des Friedensau
träges der Zentralmächte schenkt man
in hiesigen Marinekreisen der französi
schen Meldung Glanben. daß Teutsch
land zur Zeit ivieder einen neuen kräf
tigen Angriff zur See vorbereitet.
Eine hiesige Autorität in Blarinesachen
gab heute ihrer Ileberzeugung Aus
druck. daß von Deutschlc^ud aus bald
wieder ein „Hainmerschlag" der deut
schen Kriegsmarine oder der Tauch
boote fällig sein dürfte.
Japaner nelimen den FricdenSantrag
nicht eri,ft.
1 4 a a
panischen Auswärtigen Amtes sagten
heute, daß iln'er Meinung nach der
Friedensantrag der Zentralmächie
nicht ernst zu uehmen iväre. Sie geben
ihrer Ueberzengung Ausdruck daß die
Alliirten den Krieg bis zuiu tiitterei?
Ende durchzukäntvfen haben iverden.
Hellas in Waffen.
Da-' wehrhafte Griechenland kaiin iet,t
selbst seine Forderungen stellen.
a S a
14. Dez. «liedersee Nachrichtenagen
tur.'! lieber Sona sind k?ier Melduugen
eingelaufen, ivelche die Forderungen
bringen, ivelche Grieckenlai^d jetzt an
die Alliirten üellen loird. Sie werden
in den Berichten solgenderniußen zu
sammengefaßt:
..Die griechische Regierung sorderr
völlige Belvegungsfreiheit ini alten
Griechenland, die Rückgave der Laris
sabahn, die Kontrolle über alle Tele
graplien- und Telephouliitieu, den
Ablransvort allürier Truvven aus
dent gesanriuten Gebiete südlich La
rissa, die Rückgabe der veschlagnahntteu
griechischen Schiffe und die Aufhebung
der üver die Nahrungsmitteleiufuhr
verhängten Blockade. ..
„Auf der anderen Seite übernimmt
die griechische Regierung die Ver
pflichtung. keine feindlichen Handlun
gen gegen die Entente zti begehen. Sie
hat den allürtenMächten in festeni Ton
ihren Beschluß mitgetbeilt. keine wei
tereu Zugestäudnisse zn machen tind in
Hinkunft die Ehre und Würde Grie
chenlands gegen alle Zivangsmaßitali
men zn vertheidigen.
..In den Verliandlnngen der Alli
irten init Griechenland scheint Eng^
land geniäßigtereit Altsichten zuzuitei
gett, währeud Fraitkreich die schärfsten
Maßualn?en fordert.
Alls Mkxiko.
Schwere Anklagen gegen die Sylda
testa Earrauzas.
El Pa o. Ter., 14. Dez. Ein
anterikanischer Bergwerksingenieur, der
hier aus dem ^^nneren Mexikos auge
langt ist, hat eine veschworeue Atissage
avgegebeu, iu ivelcher er die Soldaten
Earranzas beschnldigt, sich in Gtiana
juato der schliinnisten Missethaten
schuldig gemacht zu haben. DasSchrifl
stück ist ait das Staatsdevartenieiit iit
Washington gesandt worden.
Der amerikanische Jngenietir be
hauptet. daß die N'oth iu Guanajtiato
nnter den nnieren Klassen eine so ent
setzliche sei. daß täglich durchschnittlich
70 Mäuschen des Huugers sterben. Die
Uebrigen kleidei, sich in Grasmatteit
und' leven vou Wurzeln tlnd Bainn
zlveigen. .^korn. das von dem amerika
nischen Rothen Kreuze tuich dieseiu
.plnlgerdistrikte gesandt ivorden irar.
soll von den merikanischen Regieruugs
beamten tlnterschlagen uitd dann für
?Z.ii0 in Goldwährung pro Bushel
verkauft worden fein.
Die Soldaten (iarranzas sollen aber
herrlich uud in Frenden leben. die
Kirchen schäiden, indem sie in densel
ben Stierkäinpfe, sowie andere
Schaitdthaten begehen. So sollen sie
die sälnmtlichen Lehrerinnen der Schn
l'n itach ihren Lagern verschleppt ha
ben,
Ivo
diese jnngen Weiber dani,
Martern erdtildeu intts teu, die für an
ständige Frauen schlinnner N'ie der
Tod sind.
Greis von Aug nberfahreu.
W a 1 4
bereits 87 Jahre alte J. W. Dalln
ivnrde hente südöstlich von Woodbine
aus deu Geleiseu der Nordwest Bahn
Aus iier Bnndcshauptstadt
FriedensnotW in Washington angelangt.
Jetzt können die offiziellen nnd offiziösen Plapper
manler ihren Gefühlen gründlich freien Lanf laffen
Aussichten lluf Diskntirung der Friedensbedingnngen giivstiger.
Amendements Vorlagen für nationale 'j^rolnbition und Frnueunimlnrecht
iin Unter!,nuse eililierichtet.
Die lnenaeii Eiiteiite Diploinateii
N
die Molvtchte.ten .lirer Negiernngen,
den ,-r.edensvertag ent.veder gl^^/tiveg
ab^ilebiteii oder sich aus eine Tiskiis-'
sioii der Bediiignngeii eiiizulasseii. ivas
sie schließlich zii nichts verpflichten
Ivnrde. Sie glauveii. daß die deutfche
Regieriing vald eineii Schriti iveiter
gelieu iiiid eiiieii iieiirraleu ?rt uir
(^iisainiiieiikiiiifr der Friedeiisdelegateii
vorschlageii iverde.
Als Hauvtbediiigiiiig für eine ivei
lere Disknssion des Friedensanirages
halten die biesigeii Tiplmiiateii jedoch
die Belaiiiitntachiiiig der deiiischen
Friedensbedingnngeii für liiiiinigäiig
lich. Erst lüernach köiinte die ^'.'Möglich
keit eines Waffensrillstaiide:- iii Bera^
W a I 1 E
allgemeine lleberraschiiiig verursachte
beilte die so schuelle Eiiiverichtuug uud
C".'vfehluitg der Vorlage zii eiiiein
Ainendeinent lmserer Biindesverfas
snng, ^as eine liatioiiale Proliil'ition
vorsieht, seitens des iuriilischeii .vtius
eoinniittees. Selbst die enihnsiastische
^steit Besürworter der Vorlage latlei
eiue so schuelle Empfelilung der Vor
läge zlir AiNtahme ini :)iepräsentanten-
Juristisches Hausconinnitce'empfieblt die eriiere Porläge.— Entliäit sich
aber der Einpfehlung »n Bezug auf das nationale Frauenstinnnrecht^^^
'.'^1.^. Beide Vorlagen dürften nach den Weihnachtsferien int ^vause zur ?e
batte kommen Vundessenat niniuu die Einwanderung.'-vorlage nebii
Bildllng-.'klatise! an ^.Geslailel al^er den inaktiven Aiiarchiiren die
Liinranderintg.
Tie Fiiedeiisnoten in Waslnngtvu
angelangt.
W a 4
gleich init den offiziellen dentscheii und
ösferreichisch ungarischen Frieden
noten ist lienle in Washington ans den
Bolschafien tier Eiitente '.'.'('ächte die
N'achricht eingetroffeii. daß die Alliir
die d-r Acmnil, das! di-
seit iverdeii. Die deiltsche "^'-ore traf ^u
erst eiii iiiid liir? vor Schluß der Ainrs-'
^taatsdevarkeiiient auch!
niliiden iNi
die öi'lerreichi'che Note
Die beiden Totnineiite sind gleich
a 7 a W a
deckt nch init dein von der oni^o'eii
deiiticheii Ueberiee ^'cachrichteiiagen- P. v- ^7.
4 n- a a
tur veronentlichren Tert:. e..„n..
auvtautgaben des nachiten Koiigrei
^ekretar Lansiiig'gab heute offi'^iell sc.-, n^-erdeii
belannt, daß die beideit ^^ioten nicht
vor niorgeii uiid vielleicht lioch spater,
den Gesaiidtschaften in ü.^oiidon, Paris,
Rom. St. Pelersdiirg, soivie unseren
Vertretern bei deit Regierungeii Belgi
ens. Serviens unö Riiiuänieiis. iiver
fandt nierdeii diirften.
^l!och vorgestern sah inaii iii l)iesigen
Regierilngskreisen teiiie Möglichkeit,
die Noteii iuit irgend ivelcher Einvreh
luiig an die Allürteii it^eiter^iigeven,
doch wenigstens die beiderseitigen Frie
deiisbedingnngen bekaiiiit zn geveii.
Nach den leizteii Aeiißeriiiigeii der ei'g-
lischeii Presse, soivie deii Beinerlu^geii
der biesigeu Divtoinateii der Enteiite
erscheiiit die li^^age jedoch jei'^t iveniger
boffniiiigslos iind es lann schon iiiit
zieinlicher Sicherlieit voraiisgesagt
iverden, daß die Bulidesregieriiiig,
lr'ahrscheiiiliäi init der Uiiierstinziing
anderer neiitraleii i)'egieriingeii, di^
Allürteii veranlassen srird, sich 'elvst 'ch^n in deni „abgeiiiurlst"
auf eiiie Dislussioii der Friedensl'e- h^^'len.
dingiingeii einzulasseii. Tie l'eiden Aniendeineiils Vorla-
Der Gesaiidre eiiies dieser lieiitralen ^diirfieii iiii ^^aiinar ini ^vaiise zur
'"el'atie koniineii. i-q«
Läiider «Schivei ?j soll dein Präsideii-^
en bereits die Uiitersriuziiiig seiiier Re
gierung iii Aussicht gestellt haveii liud
inan glaubt, daß die übrigeii iieutralen
Regierilngeii dasselbe thiin iverdeii.
S5 No.
Hause nicht erwartet. Das ?otüut" in,
van'-eonmiittee fur ,die Einpfehluiig
der Porlage stand 12 gegen 7 Stini
'.neii. :.'och ini vorigen ^uilire liatte das
i.5oni»tiltee enivfohlen, die Absiiniiuniig
iiber das Antendenient auf »nbestiininte
^-leit vertagen.
le Drohibitionsvorlage braucht
^ine ^^weidriitel Majorität ini Re
viasentaiiteuliause. die sie ivohl kaum
erlangen dürfte. Aver sell'st in dent
i'nivalirscheinlicheii Fall
!:i noch in dieser Silznn^^^pcriode
deni Bundesseiiare vorgelegt iverden.
^''^n Be-^iig äur die Shevvard
läge, n'elche Vroliil^ition in dein Di
siiitr (:^'oluii?dia ansirel't. fcheiiit der
Tns Frnikenstimmrccht Aniciidement
nicht enivsvlileu.
W a li Ii Ii, 14. De'i. Die
^.'efiirivorter der ., .::^usaii B. '.'iiithoiin"
Porlage. ivelche in einein Aiiiendeiueiit
ziir Bilndesverfassiliig das iiatioiiale'
Fraiienslimnirecht verlangt, erlirteir
heilte die erste ^chlavpe, als das juri«
siische ^'dauseoiniuiitee aiich diese Vor
läge einberichiete. jedock vluie sie zu
einpfelilen. Der Beschluß, die Vorlage
nicht zu eiiipfelilen, foll iiii l.5oniinittee
niit 11 zii 8 Stiiniiien gefaßt ivordeit
seiii. Einige der bittersteii Gegiier der
Vorlage ini ^oniniiltee sollen fü: de
reii Eiiiverichtiliig aesriiiiiiii babeii.
iveil sie üverzeiigt siiid. daß die Vor
läge iiii Pleiiiiiii des vail''es iiiederge
stiiiiiiii iverdeii irird iiiid sie sich vor
deiii Voriviirfe sicherstelleii ivollte. daß
sie das nalioiiale Fraileiisliinnirecht
Tie i^^ildungsklauscl bleilit iuW
iunndcrungsvorlage.
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thniig gezogen iverden. Der Einivand,' scheii deni niit der Leituiig der ^'-eir?
daß ein solcher Waifenslillstand schon I-'lorler Kolilen- uiid ^.^ebeusinirtel'Er
deshalv ein Uitdiiig iväre. iveil er dei!i!anete vetranteii Svezial ^^ilfs-'Blin
Gegner in deni kriegsivirtlischaftlichen desanivalt F. M. Sivacker uiid liene
Wettkanipfe die ^'.'Möglichkeit gebeii iviir-! ralaiiivalt Gregorn ivie iiielneren sei^
de. gros',e Mcngen Kriegsniaterial iind^iier Asfisienten koinint die Untersn
Ainnition lx'rznsielleii nnd aiifzusia^ chnng der Tlienerungsverhäliiiisse nnn
peln. ivird schoii deslialv snr nicht stich- li'elir kräftiger in Fliiß. Die Bundes
baltig erklärt, iveil diese C^^elegenbeit Handels ^''ioniinission iind das Land
beiden .^triegsparieieii geboten iv'rden ivirihschafts Departenieiit ivirken
würde. Anßerdeiii vraiichte ^ch der diirch ihre lnerher eiitfandten Agenten
Wasrenslilsstand ja lanr llebereiiikiUift
liur auf eilte zeitiveilige linterbrechnng
der.'»läinpfe an alleii »riegsfronien zii
beschränken.
Das Prohibitions Ainendement gün
stig einl'erichtct.
uininigen Ainetilanerii!' aiinoniaeil
liieii angenoninien. Vorher berieth der
Senat über die Aiisschließiiiig dei^-
Aiiarchisten. Ein Anieiideineiit des ^e-
nare-rs Hardivick. ivelches die Ziilas
siliig von Einivanderern vorsieht, ivel
che die Veriiichtniig von Privateigen
tbuin uiir iin ..Kriege oder iu Revolu
tionen". aver liicht zii aiidereit Zeiten
vredigeii. irnirde angeiioininen.,
Tie Theueruugsuntcrsuchmig der
Vundesrcgicrung.
W a ii n, 14. Dez. Als
Ergel'niß der ain Sainstag iii Wash
ington gepflogenen Besprechiiiig nvi-
Iii der Aiifdettuug der angevlichen ge
seizividrigen Wiicher Ä^lanöver mit,
und
Niorgeii
ivird ivahrscheinlich auch
die Biliides Graiid Jiirn iii gleicher
Sache in Anspriich genvninieii iverden.
verr Sivacker erklärte gestern, das
so gut ivie alles erforderliche Beiveis
inaterial gegen die Volksausivucherer
vorliege', ^^ind es stehe letZt schon fest,
a a a
sache der Preissteigerulig auf dent
Kolileninarkt keine Rede sein könne.
Tie Grand Jurn Aktioii iverde üb
rigeiis uicht auf die Ilntersiichnng der
»ohlenpreisverliältnisse l'efchränkt blei
ben. NM so iveniger, als es jetzt den
(Fortsetzung aus der 4. Seite.)

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