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Minnesota Staats-Zeitung. [volume] (Saint Paul, Minn.) 1858-1877, December 19, 1872, Image 5

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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lauft (it. Ittibref-
„Domestic" S. M.
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ö» Chamber# Straße. New Jork
ober 74 ©täte St., Chicago. 9: oZmroti
Neue Waaren.
9* »tfau'-e irir bern geehrten bestfchen $i.6iiftiai|
gen, dag ich (in Lager von
sowie aller Sorten deutscher
Strick- und Hake! Garne,
Fancy und alle zur Landarbeit nöthig nArtt'ke,
»601 »utgerüitet habe unb mache g«n befiinoere ta-a»f auf
eierlfiim, bau alle in tie» 5ach eirfchag.nte Ardiiten auf
StMIU' bi'it^ »nb br mpt ausgeführt werv.n.
Mein 8ager nen mir selb imeortirttn tfch er 5 £t
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größte unb btjte Sit#ttabl.
Um gl neigten Zuspruch littet
Au„ust Müller.
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®Pf ffnaw wir etn-n guten Schub ofcrr befa» wen,
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oft erorter roirb unb mn -ruM».
tum bekannt v1 m-Wn, ro» feinbc {u jin5n ,ia:, mvdfreti
»rfr tu» a!tc renommiite iScfch ft uvn
Thorwarth
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«rwöbnm, fd)5ftMtutt, welche e« !?ch (ur ün?g itc trafen
ihre jüuniu-u rcel ju bediener.
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An. Vita ka ad)anr, .'intorae, lve ße»z a# Krim«
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Scchilnd u. Otte? Samen „Täcks",
btefeimlen Int S:mtr.
Tom'rt-, Jti'bfrUND verfn rrtfCL tn rkstter
No. 94 W.'.baslia^) Straße, zwischen G. u. 7.
Ein v?lI^Z"kig»i '?ss i-t?mcnt von IDinb.. laites- unl
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fffepiratitrcn von ®aab Tafchen- unb Epldutirtn feteit
Ääbmafdtmnt ro-tben pren.pt beiergt. 8Ue Vlrbtit wird aui
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l#fgt feinen (jetbrl?n '5reu«ben aa bii§ er seine« trüberen
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Mchger Geschist
•matt: Pl-'tzi allein beireiben wlrb.^
ie fa'Kiiltta iflra en ie »arteften toteaf« uati ürzigsten
®6tßv
itel« •jo'-ratjta.
Die neue
Weed-NShmaMk
ft tn iPetrrff auf Sinfadibcit, Dauerhaftigkeit^ leichte Beve,
jung Schönheit ber Arbeit
absolut unübertroffen!
Wir bitten Enck nur: „Probirt slc!" Sie wird für sich
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Großen & Kleinen
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Deutsche
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Sietelbie größte Nn«wahl be»tscher unb englischer dlafjtftt,
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glimmt atontit'ntnt»auf alle .eutschenund amerikanische»
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Acte euaattm Wisser Ma H««st.
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St. Paul Mmn.
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M. Auerbach, Präsident.
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M. HaeA«». Walter Vta»». H. ®Her, Beaupre.H
®me'b. L. S. Hodß«. 3. t. jerepeugh, g.
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Groß l. Ktoilgh
«Nachfolger »o« S. L. Calle» Ee.)
Leichen Besorger
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Metall- & Holz-Särge«.
(Sitgre« Händler in
La?g-Trimming«, Lining», L«iehe«gewändern, :r.
No. 354 Dritte Straße,
eine» Block obtrpalb dem Wetrepv'.itan Hotel.
St. Paul, Minn.
Job« Slffolter,
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fttn«
Stoffe aleich gut Sp eKl unserer neuen Office o. 133
Zte Streb« ct. Paul vor.
Wced ®. m. Gv.
diemer u. Dressc'
SSaivSdirriner,
St. Petcr-Straß:. der Kathedrale gegenüber,
St. ©au*,
etttraft' 't onnittflVen Web«
Ubrinqcher u. Juwelier^
SiMöefe*» 84of7. S#c laeffou it. 7. Straß«
Tt. Paul Minnesota,
'üntrchöaf'-l'.tk"-.! .'i Vi'n ibrrn aschenuhren Brille»
Seiselrii1 t^cr vlit eiiandig oorrStbig.
Airv.
''ii'm-'ri'rintfeit roirb auf beftellte Arbeit
twr®antt. Silber und Silberplattirte SBaort«.
','iefuraiattn !utf»«,n promo! Dtiorfll.
Zboi. dixiri'it. it.
Ja».<p></p>Gnuil-Eigklthm
und
Ländereien!
Cochran und Walsh
27 Minnesota Strafe
Drci Thür,von ber Dritten Stets neuem Gebäude.
Bieten zum Verkauf folgendes werthvolle
Eigenthum.
TSvne Letten zu SBobnitßen geeignet an Taliten unb Selb»
Sehr biatge Lotten tu Geschzsttpläyen geeignet, an Et. All.
tbenu Sir. nahe Scn.
Kleine öaufer nnD Votiert in der Oberen unb Unteren ©tabt—
ebenfo, ju btU gern 'preise ein möeitrteS au4 tn Monat
Siböne Lotten in Mrodland Park —die am (•eflen zur Etabt
g?!c e» irerden jesc zum Perlauf angeboten, ebenso ander«
tie eu ft er liegen.
ictim in oulcomb', Hern'#, Selb?'«, McClung nnb Van
Meters. Mar^all u. t)i»ckttb!»'» Addition» un» andere
in guten Lokalitäten. Gute Carmen in verschiedenen £?rt
len de« Staate«.
Geld-Anleihen
auf Noten die ditr» H''oetltken auf tritt Klasse Päbttsttfi
G?»ndcigentvum gestch-.rl inb, wir» btfenbere Aufmerksamkeit
ugewanbt
Auftragen »um Verkauf von Vrvnb Eigenttum in Stab/
nnb Staat, sowohl aus Tommisstoa cl« Siult en, wirb btseB
berf Aufmerksamkeit geschenkt.
Die goßt« Aufmerksamkeit wirb bem Eigenthum Rick'an
sässiger zugewandt. Beeztitr»
I. Masson,
R«. 49 Sechste Straße St. P-nl SHinn
Ibittet die.bestea Pen ihm selbst bietet it* ettirtta
sranzöfischenWeine
»u den billigste» Pieis:».
Man
spreche der nnb ü6er-
icngt (1* selbst. 12nr»»ub
Geschästs-Uebernahme.
Der Unterzich»ete zeigt tterati sehten fret2*ben »»b beut
Padlikam «n. b«| er1tt
Restauration tt. Saloon,
Ä». 92 Vadashu» Str., (.jTmi» 3Bl»A)
kiustich 6ber**mme« en stet« 6em66t fei» wird kille, die
ritt th«m l)ef4 Ite^cea, «st 0e|U t« bettent«.
itm aiartüi esb»
/, tt II Hm ......
Steu»ste Vtachrichte».
St. Paul, 10. Dec.
Senator Wilson, der erwäblte
„Vice" hatte mit Gen. Grant ein T6te
a t6te in welchem, wie es heißt, über die
A a a
cis Adams als Minister des Aus
wärtigen an die Stelle des Herrn Fish,
Gegenstanv der Berathung war. Die
Congrkßleute von Massachusetts sollen
fast alle Lu Gunsten dieser Ernennung
sein.
Minister a soll am nächsten
Donnerstag nach Euba absegeln. Er
wird sich von dem Stande der Angele
genheitcn daselbst genau unterrichten, und
das Resultat seiner Beobachtungen dem
Präsidenten vorlegen.
Es heißt. H:rr Hall, Mayor von
New Jor? werde die Redactlon des dor
tigen „Herald" mit einem Gehalt von
$20,000 per Jahr übernehmen.
In New Jork ist die Nachricht ein
gelaufen,daß Herr er a rs,
General-Director des norddeutschen Lloyd
gestorben.
Gegen Munn u. Scott, die
schwindelhaften Chicagoer Getreidespei
cherbesitzer, sind Verhaftsbefehle erlassen.
Am Montag früh um 1 Uhr trat
ein Mann aus Versehen von dem Sei»
tenwege in der Nord Division zu Chica
go ab in den Keller eines abgebrannten
Hauses. Man fand ihn am Morgen
todt und vermuthet in dem Verunglückten
a A
von Mtlwaukee, Wis.
Die Nummer, welche in der Lotte
rie Lvuisville das große Loos mit
$75,000 gebogen, war Eigenthum eines
Club vvn 10 Mann ta Columbus, In
diana.
E S a a
auf dem Superior See.
Captain Thompson vsn dem Dampfer
Laee La Belle hat am Bord des Propel
ler Cuaahl?Ia den letzten Sturm auf Lake
Supcrivr mitgemacht und bringt über
denselben schlimme Botschaft nach Mtl
waukee. Von dem an Land getriebenen
Schoomr Mivdleser wurde zwar die Be
mannung gerettet dagegen sollen die
Schoonrr W. O. Brown und Dr. $.
Owen mit allem an Bord untergegangen
sein. Der Schooncr C. C. Griesevato
soll das nämliche Schicksal gehabt haben.
Die mit Erz beladenen Barken Jupiter
und Saturn wurden von dem Schlepp
dampftr losgerissen und bei White Fish
Point angetrieben, nachdem alle an Bord
umgekommen. Der Canadische Dampfer
Cumberiand ist mit 50 Passagieren an
Bord bei Bear Lake eingefroren, unb der
Dampfer Arcadia, seit acht Taaen drau
ßcn im See, ist verschollen. Viel? der
Matrosen der im Eis steckenden Flotte
hatten Gliedmaßen erfroren.
Bei einem „Accident" auf der
Kansas City, St. Joe und Council
Bluffs Eisenbahn verunglückten unter
andern Frau Hannah Branzeller und
John Bininger.
9 5 W a
Schlachttr tn Fletck-e/s Schlachthaus in
Cincinnati, der tnt? einem Cameraven
namens Daum vorher in einem Saison
Streit g-habt, »ersetzte diesem als er auf
sein Zimmer kam, ihn zu wecken, einen
Stoß mit dem Schlachtmesser, der das
Herz des Getroffenen entzwei'spaltete. Der
Mörder ist noch nicht verhaftet.
I I a
Mann namens Diron einer, andern na
mens Brady in ein?m Saloon zum
Scherz auf, nach tbrn zu schießen. Er
werde sich vor der Kugel ducken. Brady
schoß und traf Diron in den Unterleib.
Ter Verwundete floh und Brady schoß
ihn noch einmal, diesmal durch's Herz.
A
R. Wals»
Die in einem andern Orts mitgetheilten
Telegramm gemachte Angabe, daß ein in
Chicago durch einen Fehltritt von dem
Seitenwege in einen Keller verunglück
ter Fremder, Col. Fritz Annnecke vonMil
waukee sei, bestätigt sich. Das Unglück
geschah an der Ecke der Markt und Su
periorStraße. Annecke, bekanntlich einer
der Besten der '4Sgcr Schaar, führte im
Kriege gegen die Rebellion als Oberst ein
Wiskonsiner Cavallerieregiment. Die
Letaie des in so trauriger Weise zu Tode
gekommenen, warb nach Milwaukee ge
bracht.
Die von der Stadt Milwaukee
1856 für die Milwaukee und Beloit u.
Milwaukee u. Superior Bahn votirten
Bonts^welche die unterenGerichtsböfe für
ungiln'g erklärten, baden durch Spruch
des Obergerichts Rechtskraft erhal
ten.
Im Hafen von Norfolk, Va. ward
I ch, der Capitän einer dort
liegenden Schaluppe, in seinem in Brand
gesteckten Schiffe ermordet gefun
den.
Martha Smith gen. Johanne Mer
ritt, eine Prostituirte, wurde von ihrem
angeblichen Onkel in einem New Jorker
Bordell erschossen.
E a a
bender Sechziger, der in Cincinnati wie
ein Clausner lebte, erschoß sich, und ferne
Leiche ward in seinem einsamen Stäbchen
gefunden.
Die neue mit einem Kostenaufwand
von $50,000 erbaute Methodistenkirche
in Titeaute, Pa. ist abgebrannt. Keine
Versicherung.
Bei Shawneetown Bar gerieth der
Damrfer Emma auf dem Ohio Fluß in
Brand. Der Dampfer zCamelia rettete
in seinen Booten die Passagiere, von de
nen etliche in Folge des Umschlages der
Jolle des brennenden Dampfers bereits
im Ertrinken waren.
Noch ei« Schub Italiener.
Dem ersten Transport tn New Jork
angelangter armer italienischer AuSwan
derer ist mit dem von Liverpool kommen
den Damvfer Jtaly ein zweite' von 500
Köpfen gefolgt. Die Behörde im Castle
Garden wei« nicht, was mit den Leuten
anfangen, da fast sämmtliche außer
Stande sind, sich ihr Brod zu verdienen.
Es sollen noch mehr Schiffe mit ähnli
chen Ladungen unterwegs sein, und die
Sache gewinnt den Anschein, daß die
fabelhafte „Colonisatlon Society", welche
diese Auswanderung veranlaßt, dieses
mit Genehmigung der italienischen Re
gierung thut, welche sich auf diese Weise
ihre Lazaruois vom Haulse schafft.
In A a s, der Capitale
des Staates Maryland, ward die dem
verstorbenen Oberrichter a von
seinem Heimatstaate errichtete Statue ent
hüllt.
Am 10ten fiel zu Memphis der
erste Schnee, dito in Linie R"ck, Art.,
wo er drei Zoll hoch lag bei strenger
Kälte.
In St. Joe fand sich bei der Ab
rechnung der Hafencollekter a
mit $13,000 im Rückstände, obwohl er
glaubte keinen Cent schuldig zu sein. Bei
näherer Untersuchung erklärte sich, nach
dem Ransom das Geld bereits erlegt, die
Sache als ein Jrrthum in der Buchfüh
rung auf
In Chicago bat die Skandinavier
Bank fallt« mit $225,000 Schuld an
Despositen. Fast die ganze skandina
vische Bevölkerung der Stadt machte bei
der Bank ihre Geschäfte.
Fcltz Annecke. i*
Die „Illinois Staatszeitung" vom
letzten Dienstag schreibt:
Gestern früh kurz nach Mitternacht
wurde Oberst Fritz Annecke, der Agent ber
Deutschen Gesellschaft unf durchsein viel
bewegtes Leben in den weitesten Kreisen,
auch außerhalb Chicagos bekannt, von
jähem Tode ereilt. Noch um 11^ Uhr
befand er sich in der Wohnung seines
Schwiegersohnes, Herrn Störzer, in der
Wells-Straße, nahe Erie, in lebhafter
Unterhaltuna mit demselben und vorab
redete mit ihm eine Z'isamtnmkunfi für
gestern Abend kaum Stunden später
wurde er in der Superior-Straße, etwas
westlich von Market von dem dort patrou-
illirenden Polizisten als Leiche gefunden.
Der Seitenweg ist dort in sehr schlechtem
Zustande. Von der Ecke aus lauft er
die Markelstraße entlang eine Strecke und
hört dann plötzlich auf, wo vsr dem Feuer
ein Weinkeller war, ohne daß der Eigen
thümer durch Verschlagen des Endes Un
glücksfällen vorgebeugt hätte. Annecke
wurde ein Opfer dieses strafbaren Leicht
sinnes. Die Nacht war überaus kalt
und stürmisch und dunkel. Man vermu
thet, daß er in schnellem Schritte dahin
eilte, ohne die ihm drohende Gefahr zu
ahnen. Im Sturze schlug er bei dem
Falle von 12 F«ß Tiefe auf die rechte
Seite auf. Sein Arm und seine Schul
ter zeigen Beulen, an seiner rechten
Schlafe befindet sich eine tiefe Wunde,
so daß er auf einen Stein gefallen sein
muß.
AuS in seinmTaschen befindlichen Pa
pieren wurde er identificirt seine L'tchc
wuroe nach der Morgue, an der Ecke der
18. und Arnoldstraße gebrach», ws heute
früh um Uhr die Coroners-Unterfu
chung stattfinden wird. Eö ist Grund
zu der Annahme vorhanden, daß er nach
dem Sturze nicht mehr gelitten hat, son
dern daß der Tod augenblicklich erfolgte.
Die Zelt, welche zwischen dem Abschiede
von seinem Schwiegersohne und seiner
AuffindrwgNiegt, ist eine nur sehr kurze
gewesen und das Leben war schon ganz
entflohen,, als man ihn endeckte.
Die Familie Annecke's in Milwaukee
wurde per Telegraph von dem traurigen
Vorfall in Kenntniß gesetzt. Gestern
Nachmittag um 5 Uhr kamen sein Sohn
und seine Tochter von dort an, um die
sterblichen Ueberreste nach Milwaukee zu
geleiten. Die Direktoren der Deutschen
Gesellsebaft haben heute Nachmittag in
No. 28- Mktropolüan Block eine Ver
sammlung, um Beschlüsse zu fassen und
den Sarg in corpore nach dem Bahn
Hofe zu geleiten, seine zahlreichen Freunde
sind eingeladen, sich daran zu beteiligen.
Der Zug verläßt die Deutsche Gesellschaft.
Ecke La-Salle- und Nanrolphstraße um
3 Udr 45 Minuten pünktlich.
In der Stadt verbreitete sich die Nach
rieht von dem unerwarteten und fmben
Tode Annecke's wie ein Lauffeuer und er
regte überall das herzlichste Bedauern.
Annecke war, trotz seines manchmal schref
fen Wesens, überall beliebt. Der Eifer,
mit welchem er sich feinem Berufe hin
gab, wurde nirgends verkannt. Er war
ein ehrlicher Mann, grad' heraus und of
fen. Sein Leben war ein immerwäh
render Kampf mit dem Leben. Ohne
Kampf fühlte er sich nicht wohl und wo
er hätte ungehindert vorwärts schreiten
können, da suchte er sich wohl selbst den
Kampf.
Annecke wurde am 31. Januar 1818
zu Dortmund in Westphalen geboren,
besuchte das Gymnasium daselbst und
trat lü36 in die preußische Artillerie.
Er wurde 1837 Lieutenant, aber 1846
nach einem langen, ehrengerichtllchen
Prozeß aus dem Dienste entlassen, „weil
seine Gesinnungen nicht mit denen in
Einklang stünden, welche ein preußischer
Offizier haben sollte." Annecke hatte
schon seit 1843 Lesevereine in vielen Of
fizier-Corps gestiftet, sowie einen lebhaf
ten Antheil an den socialistischen Bestre
bungen genommen.
Nachdem er wegen eines Ausstandver
suches (März 1848) mit Millich und
Gottschalk in Köln in Haft gewesen
war. arbeitete er an der Neuen Kölni
schen Zeitung," nahm 1849 am Revolu
tionskampfe tn Baden und der Pfalz
Theil und ging »ach dem unglücklichen
Ausgange desselben nach den Ver. istaa*
ten, Hier bis 1859 an der Presse thätig,
ging er in diese« Jahre als Coir?spon-
dent nach Europa, kehrte bei dem Aus
bruche des Bürgerkrieges (f861) nach
Amerika zurück und wurde Oberst der
Artillerie des Staates WiSkonsin und
später des Staates Indiana. Er wurde
jedoch nicht eingemustert, weil der Kriegs
minister keine Artillerie-Regimenter von
Indiana wünschte. Ohne eine bestimmte
Stellung zur Aimee einzunehmen, wurde
Anneke als Artillerie-Ches bei Gen. Mc
Clernand angestellt, ging mit demselben
nach Springueld, Jll., und übernahm
im Winter 1862 das Commando über
ein Jnfanterie-Regiment des Staates
Wisconsin.
Im Jahre 1803 schied er in Folge ei
nes Confliktes mit seinen Vorgesetzten aus
dem Militärverbande.
Nach dem Kriege trat Annecke wieder
in die Presse. Er wirkte nach einander
an dem „Anzeiger des Westens" in St.
Louis und an der 1868 gegründeten
„Neuen Welt", (sin Jahr später kam
er nach Chicago/wo er schon früher ge
wesen, wurde zum Agenten der Deutschen
Gesellschaft gewählt und ist in dieser
Stellung bis zu seinem T"de thätig ge
wesen. Seine Arbeitskraft war uner
schöpflich. Er hat, wie aus seinen regel
mäßigen Berichten ersichtlich, selbst in der
Zeit nach dem Feuer, in welcher der
Deutschen Gesellschaft gar keine Mittel
zur Verfügung standen. Vieles undGu
tes für die Einwanderer gethan.
Erst vor wenigen Monaten kchrie er
gestärkt und gekräftigt von einem sechs
monatlichen Urlaub zurück. Er hatte
seine alte Mutter noch vor ihrem Heim
gange sehen wollen, nun überlebt sie ihn.
Seine letzte Arbeit war der gestern ver
öffentlichte Bericht, den er am Sonntag
Mittag, gerade 12 Stunden vor seinem
Tode perlönlich bei der Redaltion der
StaatSzeitung abgab.
Annecke hinterläßt eine Frau und meh
rere erwachseneKinder. Sanft ruhe seine
Asche.
Ein äußerst raffinirter Betrüger ist
in Blüssel verhaftet worden. Derselbe
nennt sich Lewln. Doch sollen über seine
Persönlichkeit noch Zmeifel obwalten,
weshalb behufs ber Aufklärung die ver
schieeenen Hauptstädte von der Jnhaft
nähme des Jnruftiierüfers in Kenntniß
geseht worden sind. Zu ackst wirb der
selbe nach Metz ausgelie^rt werden, da
er von dem dortigen Gericht wegen eines
Betruges verfolgt wird, der sich den frech
sten Gaunerstückchen, welche die Crimi
naljustiz kennt, zur Seite steßen kann.
Der Betrug erinnert an einen fiüher schon
ein Mal vorgekommenen Fall, übertrifft
denselben aber an Großartigkeit und Ver
wegenheit in der Ausführung. Es han
delt sich dabei um folgende Details: Der
angebliche Lewin trat eines Tages in ei
nen Juwelierladen zu Motz und ließ sich
die vorzüglichsten Schmucksachen vorlegen.
Er zeigt in seinem Auftreten elegante
Manieren, Geschmack in der Beurthei
lung und Auöwahl ber Waaren, und der
Juwelier holt nach und nach das Werth
vollste herbei, was sein Geschäft nur aus
weisen kaan. Da plötzlich tritt ein Of
fizier in preußischer Gardeuniform in
den Laden, begrüßt den Ersterschienenen
als Bekannten und gratulirt ihm zu sei
ner Verlobung, indem er zugleich dte
immense pekuniäre Ausstattung seiner
Braut betont. Der Offizier hilft nvn
mchr seinem Freunde in der Auswahl
einiger Brillanten, mit denen letzterer, sei
ner Angabe nach, seine Braut zu überra
schen gedachte.
Endlich ist die Buswadl getroffen, zum
Unglück aber hat der glückliche Bräutigam
nicht so viel Baarschaft bei sich, um Ju
welen, die einen W-erth von 35000 FrcS
haben, sofort bezogen zu können. Er
will aber so schnell als möglich mit dem
Geschenk zu seiner Braut fahren, ohne
vorher aus seiner Wohnung die ersorcer-
fcerliche Geldsumme herbeizuholen erst
auf dem Rückwege will er das letztere
thun. Lachend schlägt er dem Offizier
vor, an seiner Statt auf eine halbe stun
de im Juroetterloten als Bürge zurückzu
bleiben, ein Vorschlag, den der Dffizter
gleichfalls lachend annimmt auch der
Juwelier ist ganz vergnügt und mit der
Sache einverstanden.
Aber die Zeit verstreicht, ohne daß der
Bräutigam, nachdem er mit seinen Bril
lauten abgegangen, in das Geschäft zu
rückkehrt. Der Offiz-er wird endlich un
rudig, er versichert, dienstliche Verrichtun
gen zu haben und verlangt, den Laden
verlassen zu dü-fen. Der Juwelier will
dies nicht zugeben, es entsteht ein lebhaf
ter Wortwechsel und schon steht ter Offi
zier im Begriff, den Säbel zu ziehen, als
zufällig ein höherer Polizeibeamter in
Uniform am Laden vorübergeht, auf den
Vorgang aufmerksam wi,d, deshalb in
den Laden eintritt, und, nachdem er vom
Juwelier den Sachverhalt erfahren, den
Offizier veranlaßt, thm zur Polizeidehörve
zu folgen. Nach anfänglichem Weigern
fügt sich endlich der Offizier und läßt sich
von dem Polizeibeamten abführen. Der
Juwelier aber soll noch Heute den Ein
käufer der Brillanten, den Pseudo-Offi
zier und den Pseudo-Polizeibeamten, die
mit jenem im Bunde gestanden, wiecerse
Hen.
N
S a
O a
In einem Berliner Briese an den
Londoner „Telegraph" heißt es, daß der
Sturm, welcher am 14. November das
nördliche Europa heimsuchte, mit einer
seit Menschengedenken nicht übertreffenen
Gewalt gewütbet habe und daß in der
Geschichte der Ostsee seit beinahe 200
Jahren kein so fürchterlicher und verhee
rentier Orkan zu finden sei. Alle von
Berlin auslaufenden Eisenbahnlinien
waren mit ausgerissenen und abgebro«
ebenen Telegraphen-Stangen bedeckt und
Geschäfte an der Börse stockten. Die der
See entlang aufgeführten Mauern wur
ven tn Atome zerschmettert und ein gan
zer Eisenbahnzug von den Wellen ver«
schlungen. Die Berichte
aus
Stralsund,
Kiel, Greifswalde, Schönemünde und so
weiter enthalten ähnliche Schilderungen
einer zweiten Sünrfluth. Am Mittwoch
war der größere Theil von Greissw lve
unter Wasser und in den Straßen jenes
lebhaften Städtchens stand die £)|lfee 5
Fuß tief. Dte Gesammtzahl der bei
Stralsund gescheiterten Fahrzeuge betrug
über 80.
Alle nach Zingst, Darst und Hidden
soe gehörigen Fischerboote beft:ircn sich
auf dem Boden der Ostsee. Bei Venv-tz
sind 80 Personen ertrunken und sämmt
liche der Küste entlang ansähen Bewoh
ner sind ruinirt und leiden Mangel an
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