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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, February 06, 1914, Image 11

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Fahrplan der Eisen
bahnen.
Äo KV4—Täglich, neue Linie 4:25 morg
Durchzug nach den Zwillingsftädten und
dem Osten.
Sto 22—Sonnt ausgen,
alte Linie.
.6:25 morg
Stacht Verbindung bei Kasota nach den
Zwillingsstädten und in Mankato
Junction nach dem Osten.
«o 514—Täglich, neue Linie 3:39 nachw
Durchzug nach den Zwillingsstädten und
dem Osten.
Ro 24—Täglich, alte Linie 3:41 nachm
No 14—Sonnt ausgen, neue Linie. 6:55 abdS
Macht Verbindung in Mankato nach
Plätzen südlich auf der Omahabahn
W
Ks K17—Täglich, neue Linie...
.1:30 nachts
Durchzug von den Zwillmgsstidten und
dem Osten.
So 13—Sonnt ausgen. alte Linie.8:12 morg
Durchzug nach Tracy
Ro «K—Täglich, neue Linie.... 1:39 mittag«
Durchzug von den Zwillingsstädten uud
dem Osten.
Ro23—Täglich, alte Linie... 1:35mittags
Ro 27—Sonnt ausgen, alte Linie.
.8:50 abdS
Macht Verbindung in Kasota mit Zügen
von den Zwillingsstädten und tn
Mankato Junction mit Zügen
vom Osten.
Minneapolis & St. Louis.
N
New Ulm & St. Paul..: 5:15 morgen?
Nach den Zwillingsftädten... .1:38 nachm.
Lokaler Frachtzug —.... 3:45 nachm
S
New Ulm & St. Paul 8:4' nachm.
Nach Storm Lake. 12:25 nachm.
Lokaler Frachtzug 8:50 nachw
Alle Züge gehen täglich ausgenommen
Sonntags.
i— Aus der Schule. Lehrer:
^Wer kann mir sagen, an welchen Or
ten unseres Vaterlandes kommen die
meisten Donnerwetter vor?" Sohn
tines Feldwebels: „Auf den Exercier-
ättbää&föS* fr
W^K*^ «vi», «i"»
ES ist Hoffnung
vorhanden Mr de« Kränksten bei dem rechtzeitige« Gebrauch
Kein Fall ist so schlimm, keine Krankheit so hoffnungslos gewesen»
too dieses alts, zeiibewährte Kräuter-Heilmittel nicht Gutes gethan.
Mheumatismus« Leberleiden, Malaria, VcrduuunysschwKche, Set»
stopfung und eine Menge andere? Beschwerden verschwinde» sehr
schnell bei scincm Ge^uuch.
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Er ist eÜrliih aus. reinen, Gesundheit dringenden Wurzeln und
Kräutern !?e?^efteslt. T'rrd nicht in Apotheken verkauft, sondern durch
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Rachmittag 4.30 bis 5.30, Samstag Mor
gen S.00 biS 10.15
Knabenklafse, Alter 11—14Jahre,Montag
und Donnerstag Nachmittag 4.30 bis 5.3C
Zöglinge, Alter 14—17 Jahre, MontagAbend
7.30 bis 8.45, Freitag Abend 7.30 bisSLV
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tag Nachmittag 4.30 bis 5.30, SamStag
Morgen 10.15 bis 11.30
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Mädchenklaffe« Mer 11—15 Jahre, DienS.
tag und Freitag Nachmittag 4.30 biß 5.30
Bamenklaffe, Alter über 15 Jahre, Mittwoch
und Samstag Abend 7.30 bis 8.30
Damen« u. Frauenklaffe, Donnerstag Abend
8.00 bis 9.00
Aktive, Dienstag und Freitag Abend, 8.80
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^echitiuiie, Sonntag Vormittag, bis
Damen und nasse Füße
Kalte und nasse Füße sind eine gefährliche
Kombination, besonders für Sanier und
überfüllte Nieren find oft das Ergebnis
Rückenschmerzen, urinate Unregelmäßigkeiten
und rbeumatische Fieber sind nicht unqe
wohnliche Folgen. Foley Kidney Pillen fte
len die reaelmäßige, normale Tätigkeit der
Nieren und der Blase wieder her, und entser
nen die Ursache der Beschwerden. Enthalten
keine zu Gewohnheit werdenden Arzneien.
Zu haben bei allen Händlern.
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wilutioii of iiny seieiit Itic journal. '.form*. f.'i
rear: lourmontba, fI. Sold by all rfwudesuirH.
MUNN & Co.36""™1"»-NewVorir
„,*roich Office. 826 8t. Washington. 1). C. ,~,J
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Kurpfuscher, mz
Medizinischer Aberglaube und hygieni
sche Aufklärung.
In der sogenannten Volksmedizin
liegen die niedergefallenen Balken
und umhergestobenen Splitter der
fälschlich als überwunden betrachteten
altern Perioden der Medizin. Diese
Reste sind stark genug, ein ganzes
Heer von Kurpfuschern zu tragen,
fruchtbar genug, die unsinnigsten
Vorstellungen neu zu zeugen, gefähr
lich genug, weil sie die Verbreitung
gesunder Ideen hindern. Zwar weiß
die Mutter, die ihrem erkältetes» Kin
de einen getragenen Wollstrumpf um
den Hals bindet, nichts mehr von
dem System der Lebenskraft, wonach
die Ausdünstungen gesunder Körper
[und gefunden Glieder heWrLM»DiSi
kranker BMWG vH kr#|er GliO
der bagegeit schädlich sein svPn, aber
der Brauch ist geblieben: man bin
det nach wie vor einen getragenen, d.
i. mit dem Schweiß des gesunden
Fußes getränkten Wollstrumpf um
den kranken Hals. An die alte Dreck
apotheke erinnern der Gebrauch von
Kuhmist gegen Entzündungen, ge
kautem Brot gegen Geschwüre, gekoch
tem und ungekochtem Urin gegen
Lungenentzündung, Diphtherie und
gesprungene Hände. Von andern
unappetitlichen Dingen zu schwelgen
Wie verbreitet ist noch die Anschau
ung, daß man sich vor einer Medi
zin recht schütteln, das heißt ekeln
müsse, wenn sie recht wirken soll!
Auf den alten Dämonenglauben, den
Glauben an die Besessenheit der
Kranken, läßt sich die viel verbreitete
Anschauung zurückführen, Krankheit
sei immerdar etwas, das aus dem
Körper herausgetrieben werden müsse'.
Freilich machen wir täglich aufs
neue die- Erfahrung, daß gewisse
Krankheitserscheinungen nach einer
Schwitzkur schwinden, jedoch nicht,
weil wir die Krankheitserreger, etwa
die pathogenen Bakterien, ausge
schwitzt haben, sondern weil das Blut
durch die Schwitzkur zu höchster Tä
tigkeit und Abwehr angespornt wur
de, weil eine geringe Erhöhung der
Bluttemperatur genügte, die Krank
heitserreger schwacher Virulenz zu
töten. Während nun der wissen
schaftlich gebildete Arzt gegen diese
Vergangenheit ankämpft, geht der
Kurpfuscher ihren Spuren instinktiv
nach. Die ärztliche Tätigkeit setzt
Aufklärung, Ueberwindung der
Ueberlieferung voraus, während der
Erfolg des Kurpfuschers ebenso oft
durch geschäftstüchtige Anpassung an
volkstümlich gewordene Anfchauun
gen bedingt ist. Trotzdem würde der
Arzt leichtes Spiel haben, wenn hier
nicht Wunderlichkeiten des Volksge
müts. mitspielten, das.um Geburt
und Tod, Leben und Sterben einen
Kranz mystischer Vorstellungen ge-'
wunden hat. Wie sollte es sonst mög
lich sein, daß Menschen, die ihre
schadhaften Stiefel nur einem gelern
ten Schuster anvertrauen mögen, ih
reit kranken Leib ruhig in die Hände
eines ungebildeten Kurpfuschers ge
Ben! Aber den Tausendkünstler, der
aus ein paar abgeschnittenen Nacken
haaren oder aus einer Urinprobe die
ganze Lebens- und Familiengeschichte
des Patienten bis in die vierte Ge
neration rückwärts und vorwärts zu
weissagen versteht, umgibt ein mysti
scher Nimbus welch prosaisch alltäg
liche Nummer spielt gegen ihn doch
der Arzt, der nur die Zuckerprozente
anzugeben weiß. Oder man stelle sich
Lourdes vor und frage sich dann,
welche Suggestion von den vier Wän
den eines ärztlichen Wartezimmers
ausgehen soll? Eine besondere Rolle
spielen die Verbrechen gegen das kei
wende Leben, während auf dem Ge
biete der eigentlichen Geschlechtskrank
Helten wieder. Dummheit und Aber
glauben die meisten Kranken in die
Hände der Kurpfuscher treiben. Der
Schaden, den das Kurpfuschertum der
Volksgesundheit und dem Volksver
mögen zufügt, ist so groß, -daß man
sich unwillkürlich fragt, warum ge
rade unsere im Fabrizieren von Ge
setzen doch so tüchtige Zeit hier nicht
längst einen Riegel vorgeschoben hat.
Freilich geht aus Art und Wesen des
medizinischen Aberglaubens hervor,
daß mit Gesetzen nicht allein auszu
kommen ist. Aufklärung und Beleh
rung sind ebenso notwendig. Da stößt
man auf eine zweite Unverständlich
keit. Wenn hier eine Bildungsfrage
vorliegt, warum Benutzt man zur Be
kämpfung des Kurpfuscherwms und
zur Aufklärung des Volkes die Schu
te nicht in einem weit größern Maße
als bisher? Insonderheit auch die
Volksschule, die vorzugsweise den
spätern Kundenkreis des Kurpfuscher
turns erfaßt? Man braucht ja nicht
gleich einen Bestimmten Lehrstoff vor
zuschreiben, ein neues Unterrichtsfach
einzufügen das dürfte sogar un
möglich sein —, man führe aber die
Lehrerschaft tiefer in die Aufgaben
der modernen Hygiene ein, mache sie
mit den Schäden des medizinischen
Aberglaubens und des Kurpfuscher
turns bekannt und überlasse es ihr
dann ganz, die empfangenen Anre
gungen im Unterricht oder in der Ju
gendpflege zu verwerten. Gelegenhei
ten dazu finden sich hundertfach
Das Alter der Erde und der
Menschen wird neuerdings auf Bil
lionen von Jahren angegeben, so daß
man noch von einem ewigen Alter
beider fbrafien
SläS:-.
Romünhaste Schicksale ein
werteten Perlr.
«fi'
Verloren itttb wiedergefunden.
.M'M Der leidige SchnupfenK
Äs" ,M -r-.j
hochve- Sind
rn ff
Ein merkwürdiges Seitenstück zum
Verschwinden und Wiederauffinden
von Lionardos Gioconda weiß de?
„Gaulois" zu berichten, das "man
wohl wegen der merkwürdigen Ein
zelheiten „Die Romanze von der ver
lorenen und wiedergefundenen Perle"
betiteln könnte: es ist zehn bis fünf
zehn^Jahre her, daß Baron 3£. seiner
Gattin zwei prachtvolle, rosige Per
len zum Geschenk machte, die Hun
derttausende von Franken wert wa
ren. Sie wurden in Form eines
Anhängers für eine Halskette gefaßt,
und die Baronin trug dieses wertvolle
Schmuckstück zum erstenIale bei et
der Leiter des. Eispalastes unb teilte
ihr mit, ihm wären Bei ihrem Ein
tritte die Beiden prachtvollen Perlen
an ihrem Halse aufgefallen, jetzt aBer
bemerke er nur 'noch eine! Der
Schreck der Baronin 3£. war nicht ge
ring sie eilte sofort zurück, um die
wertvolle Perle zu fuchen, aBer allÄ
Suchen war vergeßlich. Am folgen
den Tage erschienen an den Mauern
Anschläge und in den Zeitungen An
zeigen, man setzte eine Belohnung
von 5000 Franken aus, aBer die
Perle war und BlieB verschwunden,
obwohl man die Eisfläche des Eis
Palastes trocken gelegt, alle Sitzplätze
entfernt, kurz das ganze GeBäude
von oBen bis unten durchsucht hatte.
Es war der heilsamen Wirkung der
Zeit vorBehalten, die Baronin über
den Verlust der Perle hittwegzutrö
sten. Längst hatte sie die rosige Perle
verschmerzt, da meldete sich eines Ta
ges am Fernsprecher ein Rechtsan
wait Bei Baron 3E. und fragte, oB
seine Gattin nicht eine Perle verloren
habe. Der Baron entsann sich kaum
noch, aber Bald fällt ihm die rosige
Perle ein, und er hört mit Erstaunen,
was der Rechtsanwalt ihm mitteilt.
Bei einem anderen, ihm befreundeten
Rechtsanwalt, dessen Namen nicht ge
nannt werden sollte, hat sich soeBen
ein Herr aus den feinsten Kreisen,
wie man seinen Aeußeren anmerkt,
gemeldet und angegeBen, er haBe die
Berühmte Perle der Baronin 36. ge
funden. Wie wollte er nicht sagen,
es genüge, daß er sie der Besitzerin
zurückgeBen wolle. Als Ort der Wie
dergaBe Bestimmte er das Bureau des
Rechtsanwalts: er wolle dort mit der
Perle erscheinen, die Baronin X. solle
5
die ausgesetzten 5000 Franken brin
gen, dann wolle er seine Hand mit
der Perle durch die Vorhänge stecken,
unb man solle ihm dafür 5000
Franken hineinlegen. Dieser Vor
schlag klang zwar romantisch, aBer
di? Baronin nahm ihn an, und das
um so mehr, da der geheimnisvolle
PerleninhaBer hinzufügen ließ, die
Baronin möge ihren Juwelier mit«
Bringen. Am festgesetzten Tage ist
die Baronin mit ihrem Juwelier zur
Stelle. Durch die zugezogene Por
tiere streckt sich ihr eine aristokratische,
durch einen Handschuh verborgene
Hand entgegen und auf dieser liegt
die langvermißte rosige Perle! Sie
erkennt sie sogleich wieder, und der
Juwelier stellt mit der Wage fest, daß
es wirklich die echte Perle ist. Der
Hand, die sich durch den Vorhang
streckt, werden 5 Tausendfrankscheine
üBergcBen, und kurz darauf hört
man die Hupe des AutomoBils er
klingen, das den geheimnisvollen
Mann davonträgt.
Das Zwiebelkleid.
Aus Paris fchreibt man uns:
Diesen schönen Ausdruck wandte neu
lich bei einer Modenschau ein stolzer
Schneider an. Vielleicht hätte er das
von ihm geschaffene und bewunderte
Kleid auch bas Winterkleid „nach
chinesischer Art, aber für Zentralhei
zung berechnet" nennen können bas
wäre aber zu lang geworden. Es
handelt sich um ein Gewand, das
seine Teile lagenweise übereinander
schichtet wie die Häute einer Zwiebel.
Ein Kleid dieser Art besteht aus ei
nem Beinkleid, einem kurzen Unter
rock, einem Schleppenrock, einem
Schürzchen, einem Ueberrock, einer
Schärpenwicklung um die Hüften und
die Knie, außerdem aus einer Chemi
sette, einer Weste, einem Mieder, ei
ner Jacke, einem Gürtel, einem
Schal. Und dies alles wird überein
andergezogen und bedeutet vollendet
unter Umständen ein Hauskleid,
unter andern ein Straßenkleid wo
seid ihr hin, ihr Tage des klassischen
Schneiderkleides? —, einen Gesell
schaftsanzug oder eine Ballrobe gro
ßen Stils. Es werden natürlich keine
dicken, fondern nur ganz feine dünne
Gewebe angewandt werden. Wolle
ist eigentlich ganz unmodern man
trägt außer Seide nur durchsichtige
Stoffe in Sammet und Pelz.
ft
feie Ame-ika:e?
Kleider verweichlicht?
bit«# 3« titele
„Erkältungen sind die am leichte
sten verhütbaren aller Krankheiten",
schreibt ein Mitarbeiter einer unserer
ärztlichen Zeitschriften und im An
schluß daran hält er den Amerika
nern eine Predigt folgenden In
Haltes, mit welcher er keine verein
zelte Anschauung unter seinen Kolle
gen vertritt:
Wir sind eine große Katarrh-Na
tion. Daran mögen zahllose Pa
tentmittelfabrikanten ihre Freude ha
ben, andere 'aber weniger. Um
dieses Uebel, mit allen daraus ent
stehenden Gefahren, zu vermeiden,
sollten unsere Heizungssysteme derart
AI& sie geändert werden, dqß man in .Mmr
g^H SMttschW gelaufen Gar uitdH? WohmzWnxr ?WhWFeuch^igkM
sich entfernen wollte, näherte sich ihr verdunsten läßt.' Dies ist auch'
L.m v.a iT»!o« mäi
von
besonderer Wichtigkeit für Schulen,
Kirchen, Theater und Versamm
lungslokale aller Art.
Vor allem aber mächte ich beto
nen, daß die Amerikaner zu viele
Kleider aus einmal tragen, und schert
von Jugend auf dadurch verhätschelt
werden. Sie fürchten sich so sehr
vor Zug und frischer Luft, daß sie
ihren Körper niemals genügend ab
Härten, um den normalen Wider
stand gegen Erkältung leisten zu kön
nen.
Man vergesse nicht, daß die Haut
selber vor allen anderen das Organ
ist, welches uns gegen nachteilige kli
matische Einflüsse schützen sollte.
Dieses Organ ist aber in unserer
Zeit sozusagen außer Dienst gestellt
worden! Wir stecken uns in soman
nigfache Kleider, daß die Luft. in
vielen Fällen gar nicht1 bis zur-Haut
dringen kann, und diese daher ihre
natürliche Funktion einbüßt. Daher
ist schon ein bischen Temperatur
Veränderung geeignet, die meisten
Personen aus ihrem Geichgewicht zu
bringen. Ein wenig Regen oder
feuchter Luftzug, und die Erkäl
tung in der einen oder anderen
Form ist da! Die Abhilfe aber wird
darin gesucht, daß man sich noch
mehr einbündelt und gegen die Luft
absperrt.
Sobald der Winter herankommt,
gleichviel, ob es eine kalte Saison
ist, oder nicht, werden die Pelzröcke
hervorgeholt. Es kommen die bieten
Unterkleider, bann Westen, Röcke,
Ueberzieher, „Sweaters" unb mitun
ter noch Gummimäntel, bamit man
ja „Iuftbicht" ober „wasserdicht" ge
kleibet ist! Man kann gar nicht zu
viele Gewanbe tragen. Kann man
es irgenb vermeiden, so wagt man
sich nicht hinaus, wenn ein Wind
geht, oder wenn es regnet. Die Kin
der werden ängstlich zurückgehalten,
bis Mama überzeugt ist, daß tem
Regen oder Schnee zu erwarten ist,
und wenn sie doch einmal zufällig
„in eine Schauer geraten" und sich
erkälten ober was man fo nennt
—, so macht bie törichte Mutter sich
Bittere Vorwürfe über ihre „Fahr
lässigkeit", ohne zu ahnen, baß baS
viele Kinberzeug bas Kind systema
tisch geschwächt unb es um feine al
lernächste natürliche Schutzwehr ge
bracht hat.
Darum: Bahn frei für die natür
liche Schutztätigkeit ber Haut, unb
schon von früh auf!
7:
6
Lhnchmorde nehmen doch ab.
.. Seit einigen Jahren befaßt sich
Dr. Booker T. Washington, der Be
rühmte farBigc Erzieher unb Bedeu
tendste Führer feiner Rasse in ben
Ver. Staaten, regelmäßig mit einer
statistischen Zusammenstellung ber
Lynchmorde in unserem Lande zum
Jahreswechsel.
Er konstatiert, baß im Jahre 1913
insgesamt 51 Lynchmorde vorkämen.
Das ist gewiß traurig genug es de
beutet im Durchschnitt üBer 4 Lynch
morde im Monat, ober etwa einen in
jeder Woche. Aber im Vergleich zu
1912 ist das Ergebnis ein entschieden
tröstliches für den Freund bes kul
turellen Fortschrittes. Denn 1912
waren 64 Lynchmorde zu verzeichnen,
also üBer 5 pro Monat, ober l1/^ für
jrbe Woche im Durchschnitt! Sonach
ist eine Abnahme um ungefähr 20
Prozent gegenüber dem Vorjahre er
sichtlich.
„Die Nacht weicht langsam aus
den Tälern" aber sie weicht. Man
darf wohl fagen, daß im felBen Ver
hältnis, in welchem die Lynchmorbe
abgenommen haben, bie Achtung für
das Gefetz zugenommen hat ob
schon biese Achtung mitunter keine
ganz freiwillige war unb zu einem
guten Teil sich auch das Rasse-Vor
urteil verminderte, trotzdem bie Bei
nahe Rassekriege noch immer spuken.
Wenn die Abnahme ber Lynch
morde in bentselBen Verhältnis wei
tergeht, so sollte ein weiteres Jahr
zehnt das Ende derselben sehen. Das
wird einen entschiedenen Sieg der
Selbstbeherrschung und wirklicher
Zivilisation über einen Rest bunüet
Wie wir erfahren, sin-! unserem Lande bedeuten
den die diesjährigen Kaisermanöver1 'mS'' „eS i'
auf Anordnung des deutschen Kai-!.frt
kommenden Gegenden zurückzuführen, vollstoaen,
bem
fers erst in der zweiten Hälfte des r"3
September statt. Diese Abweichung grinsend die Lev-tm lefm fötm,
Mit der bish-rig-n-G-pfl°g°nheit. di-uM"» °,r ihm Bon JMta
Kaisermanöver vor Mitte September ^euschenrechten re en wollen,
zu Beenbert, ist wohl auf Befonbere
Berücksichtigung ber Ernteverhältnisse!
in ten für die Manöver in Betracht
Aswnde stellen.^
und
Dal"!etzte auf Räbern lautende
Todesurteil wurde Preußen 1841
Wis
Trauriges Los,^,
Ein Augenzeuge schildert daS Elend der
bulgarischen Gefangenen.^^
Ich Bin mit der „Borna" in dem
griechischen Hafen Bold angekom
men, um den Rest der in Griechen
land Befindlichen Bulgarischen Kriegs-»
gefangenen nach Bulgarien zurpckzu
holen. Wir mußten drei Tage in ftf.
Volo bleiben, um die Ankunft der
bulgarisch-griechischen Kommission ab
zuwarten, die nach Athen gefahren ||g
war. Dann fuhren wir am 25. Ok
tober nach der etwa eine Stunde von
Volo entfernten Insel Trikin, aus
der siMUe Gefanaenen befänden. $
-x v... ...
-.v
ien Ober- s-f
sten mit Mew Lächeln
abgeschlagen mit diV^efründimg,
daß es nicht in seiner Machtbefugnis
läge, uns diese Erlaubnis zu geben.
Auf meinen Einwand, daß doch je
der Mann in Griechenland ohne be
sondere Formalitäten an Land gehen .5
dürfe, antwortete er mir, das sei ja
richtig, aber es beständen „Ausnah
mebestimmungen" für diesen Fall
übrigens tue es ihm leid, denn eS
gäbe wirklich nichts zu verbergen.
Das letzte scheint nun allerdings
nicht zu stimmen, denn der Himmel
schreiende Zustanb, der bloße Anblick
der bulgarischen Kriegsgefangenen
läßt auf vieles schließen, Wils man
für außerordentlich verbergenswert
I halten könnte. Wenn man nicht ge
wüßt hätte, daß matt es mit bülga
tischen Soldaten zu tun hatte, die
da an Bord kamen, so hätte man an
alles andere, nur nicht an Soldaten
gedacht. Die Kleider hatte man ih
nen zum großen Teil abgenommen,
vor allem auf fallender weife den Leu
ien, die mart während der ersten Zeit
in Salonik oder Serres in Hospitä
lern notdürftig gepflegt hatte, ob
gleich doch diese armen HalBgeheilten
ihre Kleidung besonders nötig gehabt
hätten. Eine große Anzahl der Leu
tc kam nur mit einer Hose bekleidet
an Bord, die sie sich aus Sacklein
wand gefertigt hatten, und mit einem
Hemd, das schmutzig und zerrissen
war. Mit dieser einzigen Bekleidung
auf dem Leibe haben die armen So!
baten vier Monate Tag unb Nacht
im Freien zugebracht gewaschen
konnten bie Sachen nicht werben we
gen der starken K-ilic. Das Geld
(vtte man den Armen abgenommen.
Ein bulgarischer Mühlenbesitzer,
der seine Studien in Deutschland ge
macht hatte, der in Halle Mitglied
der Verbindung „Saronia" war, er
zahlte mir in fließendem Deutsch, daß
ihm die'griechischen Soldaten vierzig
Francs aus seiner Brusttasche genom
men hatten, das Silbergeld habe man
ihm großmütig gelassen. Er berichtete
mir ferner, wie ihm ein griechischer
Soldat von den Heldentaten seiner
Vorfahren, von Miltiades, AlziBiades
und Sophokles in griechischer Spra
che erzählt habe. Der Bulgare ver
stand wenig, und auf die Frage des
I Griechen, ob er verstanden habe, ant
wortete er „Nein". Darauf faßte ihn
der giiechifche Soldat an feinem im
1
Kriege lang gewachsenen Barte unfr
ze* t. ihn hin und her und fragte
S ihn grinsend, ob er das vielleicht eher
lerft. he. Auf dem Transport von
Salonik nach Volo hat man sieben
bulgarische Kriegsgefangene über
Bord geworfen, wie mir derselbe Ge
währsmann erzählte.
An Speisen haben die Unglückli
chen auf dieser Teufelsinsel alle zwei
Tage ein Feldbiskuit, 15 Zentimeter
lang, 10 Zentimeter breit und 1 Zen
timeter dick, bekommen, dazu Oliven
I und etwas Käse das war alles. Wer
mehr haben wollte, mußte für das
Kilo Brot zwei Francs, für 10 bis
20 Gramm Tabak drei Francs zah- Vy
len. Es ist wohl nicht zu verwun- A
dem, baß unter ben Gefangenen bald
Krankheiten ausbrachen, vor allem '"'i-M'.-j
Skorbut und Rheumatismus. Voy
5000 bulgarischen Gefangenen ftnb
auf der Insel in drei bis vier Mona
iv über 500 infolge dieser unglaub-
lichen Behandlung gestorben. Die
Kranken lagen genau so im Freien'
wie die Gesunden. Die Bulgaren
pflegten einander selber so gut sie
körnten. Auf der Insel befinbet sich 1K
ein großes verlassenes Kloster ab^
man erlaubt nicht, die Kranken dort
unterzubringen. Es wurden uns
Leute, die seit mehreren Monaten an
chronischem Durchfall litten, in furch
terlichem Zustand an Bord gebracht.
V*'
zu dürfen,
,MN
HM
'N
it
M.»tNV^r.fe: -&h
,•
W
Den fremden Konfuln und Korre
spondentm ist immer wieder die Er
lm:bnis verweigert worden, die In
fe zu Betreten und die Gefangenen
zu sehen, mit der Begründung, daß
Cholera auf der Insel herrsche. Nichts
einmal die Bulgarische Ahnahmekom
mission durfte die Gefangenen Besu- 'H
chen. Als ich die Gefangenen we
gen ber Cholera fragte, versicherten
alle einstimmig, sie wüßten nichts t»on|y:^
emem Cholerafall. Es wate üBri
gtns gar kein Wunder gewesen, wenn'A
auch «efe Pest sie noch heimgesucht fM
hätte. Denn Brunnen gab es nicht
auf bei Insel. Mit benselben Spa
ten, bit man den Gefangenen zur Be
erdigung der Verstorbenen.geaeben
hatte,. haBen sie sich erst notdürftig
Brunnen und Schöpflöcher graben
Müsse». «JL. v',

Chicago & Northwestern
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