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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, February 13, 1914, Image 1

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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I 5 1
Wr Wclthandcl.
Findet krotzenAnklang
bei Industriellen.
Eine neue Organisation.
Man verspricht sich ünßerordentlich
viel von dieser Organisation mtt
Bezng ans Forderung der dent
schen Interessen im Ausland.
Wirtschaftliche Beziehungen zwi
schen Deutschland und den Ber
einigten Staaten tollen durch die
neue Organisation noch enger ni'=
staltet werden. Der sehnlichste
Wunsch des deutschen Kronprinzen
soll es sein, die Bereinigten ©tarn
ten zu besuchen. Mochte gen»
die gewaltigen Elche in Alaska
jagen. Fraglich, ob Kaiser (Sr
lanbnis geben wird.
Berlin, 9. Febr. Ungemeines Ii?-
MM messe wird in den Kreisen d^s Hau
Models und der Industrie, sowie
fallen politischen Krei.en den Bestre^
düngen entgegengebracht, welche auf
die. Gründung einer „Deutschen
jellschaft für Welthandel" gerichtet
sind. Die Organisation ist imtev
den glücklichsten Auspizien eingeleitet,
und man verspricht sich außerordent
lich viel für die Förderung der d?n
fchen Interessen im Ausland, wenn
die Gesellschaft ihre Tätigkeit begin
nen kann, was vom 26. Februar at»,
der als offizieller Gründungstag be
stimmt ist, geschehen soll. Ursprüng
lich war nur die Bildung eines
Deutjchamerikanischen Wirtschaf.s
-Verbandes in Aussicht genomm?:.
und zwar von den nämlichen Per
sönlichkeiten, welche regstes Jnteres'c
für eine deutsche Beteiligung an £?r
Panama-Pacisic-Ausstellung entfalte
ten. Nachdem aber die deiufche
gierung jeden Zweifel darüber geho^
den hatte, daß sie an ihrem ablehnen
jden Standpunkt gegenüber dem Un
W'ternehmen in San Francisco ststhal
HA-' ten würde, erschien die Gründung ei
nes Wirtschafts-Verbands, aus brei
tester, die gesamten deutschen Inter
essen im Ausland umfassender
Grundlage für aussichtsvoller. Von
Gewicht war dabei auch die Haltung
der beiden großen deutschen Wirt
schaftsverbände, des Bundes der In
dustriellen und des Zentralverbandes
deutscher Industrieller, die in der
Frage der Beteiligung an der Pana
ma Ausstellung die schroffsten Ge
gensätze offenbart hatten und für eine
Neuorganisation auf beschranktem
Gebiet keine Gegenliebe bekundeten.
Daß die engere Gestaltung der
wirtschaftlichen Beziehungen zwischen
Deutschland und den 83er. Staaten
cine der Hauptaufgaben der Welt
handels Gesellschaft bilden wird, ist
selbstverständlich. Das stets intimer
werdende Verhältnis der beiden Län
der hat ja auch den Gedanken an ei
nen Austausch amerikanischer unt
deutscher Kaufleute reifen lassen, für
welchen die Harvard Universität et*
nett solch lobenswerten Eifer betätigt.
In allen diesen Kreisen wird mit
Genugtuung jedes Bemühen begrüßt,
das zur Erreichung des wünschens
./werten Ziels beizutragen geeignet ist.
Besonders befriedigt der wechselseitige
Besuch hervorragender Persönlichkei
ten, die ihre Beobachtungen der Oes
fentlichkeit mitzuteilen pflegen. Im
Zusammenhang damit möge ein- ge
plante Visite erwähnt werden, dif
zweifellos drüben wie hüben das
f* größte Interesse erwecken wird. Wk
in Erfahrung gebracht worden ist,
hat Kronprinz Wilhelm den sehnlich
fteit Wunsch, die Ver. Staaten ken
neu zu lernen, was im Anschluß a.?
seine Afrika-Reise der Fall sein
könnte. Die Verwirklichung des
Wunsches hat nur noch einen großen
Haken. Es erscheint im ^Augenblick
höchst fraglich, ob der Kaiser zu ei
ner solchen Reise femes ältesten Soh
I nes seine Zustimmung geben wird.
Der Kronprinz kam, wie versichert
wird, auf die Idee, nachdem er ei
nen durch Lichtbilder belebten Vor
trag des namhaften Jagdschriftstel
lers Niedeck beigewohnt hatte, der
''ine Jagderlebnisse in Alaska schil
lerte, das noch die gewaltigsten be
kannten Elche birgt/ Der Kronprinz,
der ein passionierter Jäger ist, Möchte
in Alaska Großwild jagen. Die
Mise dorthin und. zurück würde ihm
Gelegenheit geben, einen größeren
Teil der Ver. Staaten kennen zu
chs4Ärnen. Daß dem Kaisersohn ^fnc
herzliche» Aufnahme zuteil werden
würde, gilt hier keinem Zweifel tm
terwrofen. Aber der väterliche Kon
sens ist eben recht .fraglich«
Abonniert aus die „New Ulm Post
TÄ'"
Mahnrns ans Philadelphia.
ht^. .W.Hebruar. Aus
dem Hauptquartier des' Deutsch-Ame
titanischen Nätionalbuydes wird fol
gendes gemeldet:
Die Gefahr, daß die auf natio
nale Prohibition abzielenden, dem
Kongreß unterbreiteten Resolutionen
mit der erforderlichen Aweidrittel
Majorität angenommen werden, ist
trotz der ihm zugegangenen Proteste
noch lange nicht beseitigt. Es stehen
noch solche von Tausenden von
Zweigverbänden aus. Einzel- und
Massenpetitionen von Bürgern sollten
so schnell wie möglich an Me Adresse
der Kongreß-Vertreter der betreffen
den jBürger, die Senatoren ihres
Staates und die Vorsitzenden der Ko
mitees für Justizwesen beider Häuser
gesandt werden.
Viele Bürger sind der Ansicht, daß
ein Prohibitions-Amendement von
den Staaten vielmals angenommen
werden wird- selbst wenn die Kon
greß-Resolution passiert würde. Sie
vergessen, daß sie in einem solchen
Falle keine Gelegenheit erhalten, selbst
am Stimmkasten die Frage zu ent
scheiden. Ein' Amendement zur Bun
I des-Konstitution erlangt Gesetzkraft,
wenn die Legislaturen von drei Vier
teln der Staaten (also von sechsund
dreißig) sich dafür erklären. Jeder
Staat hat bei der Entscheidung eine
Stimme. Es gilt infolgedessen Ne
vada mit 81,875 Einwohnern gerade
so viel wie New Aork mit 9,113,279
oder Pennsylvania mit 7,665,111
Einwohnern. Es könnte sich leicht
ereignen, daß die 36 kleineren Staa
ten mit im ganzen 40,884,585 Ein
wohner bei der Abstimmung fccin
Prohibitions-Amendement Gesetzes
kraft geben, trotzdem die zwölf größ
ten Staaten, nämlich New Jork,
Pennsylvanien,. Illinois, Ohio, Te
xas, Massachusetts, Missouri, Wicht?
gcm, Indiana, New Jersey, Kalifor
nien und Wisconsin mit 50,500,355
Einwohner sich dagegen, erklären.
Ans ernster Zeit.
Frinnernnz a die ersten^ämpse
im Kriege von 1864.
Erhebende Feier in Wien»
Schleswig, 7. Februar. In Ge
genwart von Abordnungen der bei
den ersten Kämpfen des Jahres 1864
im Kriege gegen Dänemark engagier
ten Truppenteile Oesterreichs und
Preußens ist hier das Gedenken jener
Schicksalstage auf das feierlichste be
gangen worden. Ueberaus stim
mungsvoll gestalteten sich die Denk
malsweihe und die Gräberschmückung.
Bei den Festakten, welch? dem
Gottesdienste folgten, wurde in
packenden Reden der ernsten Zeit ge
dacht, in welcher Schulter an Schul
ter die Preußen unter Feldmarschall
von Wränget und Prinz Friedrich
Karl und die Oestereicher unter Feld
marschalleutnant von Gablenz foch
ten. Besonders.wurde der Schlacht
von Oversee Erwähnung getan, wo
die Dänen gestern vor fünfzig Jahren
geschlagen wurden. Ein glänzender
Zapfenstreich beschloß am Abend die
offizielle Feier. -.
Wien, 7. Februar. In der Votiv
Kirche wurde ein Requiem für die
Gefallenen von Oversee in Schles
wig-Holstein abgehalten, wo am 6.
Februar die Oesterreicher der väni
schen Nachhut eine Niederlage berei
teten.
1
Zur Teilnahme an der gottes
dienstlichen Feier hatten sich die
Spitzen der Militärsbehörden eilige
funden.
Zlvort entzogen.
Dr. Liebknecht versucht, Kritik nach
allen Richtungen zn üben.
Berlin, 9. Febr. Bei der Spezial
debatte über den Justiz Etat im
preußischen Abgeordnetenhause machte
der sozialdemokratische Abgeordnete
Dr. Liebknecht den Versuch, die allge
meine Debatte neu aufzunehmen, um
Kritik nach allen Richtungen üben zu
können. Aber der zweite Vize- Prä
sident Dr. v. Krause ließ den Red
ner nicht weit kommen, sondern schritt
flugs ein und entzog ihm das Wort.
Darüber entstand auf der äußersten
Linken großer Lärm, und es ertönten
verschiedene Pfuirufe.. Erst nach Er
teilung mehrerer Ordnungsrufe konn
te die Ruhe wiederhergestellt werden.
Des weiteren fügte der Sekretär
hinzu, daß er im Traume schon die
Zeit sehe, daß jeder seinen vollen An
teil an dem, loaß er durch seine Ar
beit produziere, erhalte, und daß er
in seinem Departement nichts unver
sucht lasse das Nahen dieses Tages
zu beschleunigen.
I
I Washington, 9. Febr. Flottense
kretär Daniels wird dem Kongreß in
den nächsten Tagen die Annahme einer
Vorlage empfehlen, laut welcher die
Wiederanstellung. des Oberstleutnants
Konstantin Warrast Perkins von
hem Bundes Marinekorps verfügt
wird. Es heißt, Sekretär Daniels
habe sich nach eingehender Untersu
chung davon überzeugt, daß Pertins
das unschuldige Opfer einer Clique
unter den Offizieren des Marine
kcrps geworden ist, oie Perkins' Stelle
für einen ihrer Lieblinge zu ergattern
hofften. Sekretär Daniels ist fest
entschlossen, den einflußreichen gehei
men Verbindungen von Flotten- und
anderen Offizieren in der Bundes
hauptstadt dadurch ein Ende zu ma
chen, daß er die Offiziere zu verschie
denen Schiffen bezw. Regimentern be
ordert.
Sharon, Ha., 9. Febr. In dem
Städtchen Grove City, Pa., ist die
Wintercholera epidemisch ausgebrochen.
Seit einigen Tagen sind Staats Ge
sundheits Kommissär Samuel G.
I Dixon und sechs Inspektoren damit
beschäftigt, die sanitären Einrichtun
zen in Grove City zu untersuchen,
ißon den 4,000 Bewohnern des Stadt
chens sind 3,000 während der letzten
zehn Tage erkrankt, aber: es ist noch
Niemand gestorben.' Die staatlichen
Gesundheitsbeamten haben jede Fa
brik in Grove City, die Schulgebäude
tutd auch dasCollege besucht u. Wasser
Proben aus den verschiedenen Brun
nen der Stadt nach Philadelphia ge
schickt, wo sie von sachverständigen
Chemikern untersucht werden sollen.
General dienstmüde.
New Ulm, Mwnesota Freitßp den 3. Feb., 1914.
Noch nichtda wird aber
sicher
Arbeitssekretiit spricht.
In einer Rede, die Sekretär Wilson
in Boston hielt, machte er darauf
aufmerksam, daß von einem
dauernden Einverständais zw»'
schen Kapital nud Arbeit nicht
eher der Rede sei» könne, bis da*
Problem gleichmäßigerer und
rechterer Verteilung des den Ar
beiter» zukommenden Anteils au
dem, was sie produziere», gelöst
ist. Flottensekretär Daniels
tritt für verabschiedeten Oberst'
leutnant cut. Wintercholero
ausgebrochen. Dreitausend
Personen in Grovl City. Pa., er
krankt.
Springfield, Mass., 9. Febr. Wil
liam B. Wilson, der Arbeits-Sekre
tär, hielt gestern hier vor dem Ver
ein christlicher jungen Männer .eine
Rede, in der ersagte, daß er als Ver
treter seines Departements niemals
zwangsweise Arbitration befürworten
werde. Derartige Arbitration ver
stoße nach dem Dafürhalten Wilsons
gegen den Geist der menschlichen
Freiheit, und sei vollständig nutz
und zwecklos als Methode, um indu
striellen Frieden herbei zu führen.
„Frieden", fo sagte der Sekretär
wörtlich, „wird erst dann kommen,
wenn.das Problem der Verteilung ge
löst ist. Während der letzten 150
Jahre hat m.in das Problem der
Produktion praktisch bemeistert aber
iie Methoden einer gleichmäßigen
Verteilung sind immer noch nicht ge
funden worden. Wenn das geschehen
und der Geist der gerechten Behand
mng von Kaptlal und Arbeit aufge
nommen, ist, w'.rd die Welt industriell
len Frieden, haben. Um dieses Iu
erreichen wurde das Departement /für
Arbeiterangelegenheiten orgatfterf
Seine Aufgabe ist es zunächst, die
zwischen Kapital und Arbeit bestehen
den Vorurteile zu beseitigen. Geht
das nicht, dann soll es in Arbeiter
tontroversen die Vermittlerrolle über-'
nehmen oder im schlimmsten Fülle zur
Beilegung solcher Kontroversen ans
schiedsgerichtlichem Wege durch unbe
teiligte Personen ermutigen."
Berlin, 9. Febr. Der Kommandant
des zweiten Armeekorps in Wien, Ge
neral d. Inf. Ritter Alfred v. Zieg
ler, will ans dem aktiven Dienst schei
den. Er. hat soeben um seine
nierung nachgesucht.
Vollständig verkohlt.
,1
VWr der Balznkatastrophe im
Cnmbre Tnnnel.
1
Niir eW idenMziert.^
Stadt ChthuahM
to,. Febr. Rettungsmannschaften
draHen gestern in den Cumbre Tun
ttel, ^it dem, wie bereits gemeldet, vor
einigen Tagen ein Passagierzug in ei
nenOrennenden Frachtzug hineinfuhr
uMAeinahe vollständig zerstört wur
de. "Vierzehn, Amerikaner und viele
Mexikaner büßten dabei ihr Leben ein.
Gestern fanden die Rettnngstnann
schaften nur die verkohlten Ueberrest?
einiger der Opfer der Katastrophe.
Unter den Amerikanern, die bei der
Gelegenheit getötet wurden, befanden
sich eine Frau Lee Charruth nebst
fünf Kindern, die Gattin eines tft
Madera angestellten Ingenieurs. Man
glaubt jetzt, daß 'von den Passagieren
des zerstörten Zuges auch nicht Einer
entkommen ist. Die Trümmer der
Züge an der Utiglücksstatte sind voll»
ständig unter fußhohem Schutt be
graben. Erst wenn dieser weggeräumt
wird, wkrd es sich herausstellen, ob die
Leichen sämtlicher Opfer verbrannt
sind öder nicht Bis jejjt ist nur eiltet
der Umgekommen identifiziert worden.
Dieser ist der Bremser des Hinteren
Wagens des Passagierzuges, Juan
Fernandez. Man fand ihn unter den
Trümmern in sitzender Stellung Äs
Leiche vor. lieber das Gesicht hatte
er sich ein Tafchentuch gebunden,
wahrscheinlich um sich vor den giftigen
Gasen und dem Rauch zu schützen.
Ein Banditenstreich.
Sechs Amerikaner getötet, viele
Mexikaner verletzt.
Schreckliche Katastrophe in Tunnel.
Awrez, Mexiko, 7. Februar. Sechs
HMsiPiner' und von.40 bis 50 Mexi
Iii erstickten am vergangenen Mitt
woch in einem Zuge, der von Baildi
ten in dem CUmbre-Tunnel zerstört
wurde. Der Führer der Bandi
ten war angeblich Maximo Castillo.
Heute fuhr von hier ein Spezialzug
nach dem Curnbre-Tunnel ab. Auf
diesem Zuge befanden sich zwanzig
Amerikaner, viele Mexikaner und 50
Sarge. Eisenbahnbeamte sind wü
tend auf Castillo. Sie können feinen
Gewalttat nur dadurch erklären, daß
am Dienstag, den 10. Februar 22
seiner Mannen von mexikanischen
Rebellen erschossen wurden. Er ließ
dann am Mittwoch einen Frachtzug
aufhalten und in den Cumbre-Tun
nel bringen, wo er in Brand gesetzt
wurde. Ein Passagierzug fuhr in
den brennenden Frachtzug hinein und
wurde beinahe vollständig zertrüm
mert.
Juarez, Mexiko, 7. Februar. Die
Abfahrt des Hilfszuges wurde durch
eine von Staatssekretär Bryan an
den hiesigen amerikanischen Konsul
Edwards abgeschickte Depesche verzö
gert. Herr Bryan verlangte, daß ein
mit Soldaten besetzter Zug zuerst ab
geschickt werde, um einen etwaigen
amerikanischen Soldaten zu verhin
dem.
Glänzend verlaufen.
Abnaynleflnfl dcs nenesteu Zeppelin
Militär.Luftschiffes „Z 7."
Berlin, 9. Febr. In Potsdam ist
gestern nachmittag gegen zwei Uhr da5
neueste Militär Zeppelin Luftschiff
„Z 1" nach einem glänzenden Abnah
meslug, welcher acht Stunden in An
spruch nahm, eingetroffen. Die Lan
dung vollzog sich glatt, wie auch die
ganze Fahrt von Friedrichshafen aus
ohne jeden Zwischenfall verlief. Die
militärische Abnahme Kommission,
welche sich an Bord des gewaltigen
Luftkreuzers befunden hatte, sprach
sich äußerst befriedigt über die Lei
stungen aus. „Z 7", bei dessen Bau
die Lehren der kürzlichen grausigen
Johannisthaler Katastrophe verwertet
worden sind, wird dem Luftschiffen
Verband des: Heeres alsbald einver
leibt werden.
Zng verunftlnikt.
Zwei Personen sollen getötet und viele
verletzt worden sein.
Sioux City, Ja., 9, Febr. Heute
traf hier die- Nachricht ein, daß ein
Zug der Chicago, St. Paul, Minne
cipolis & Omaha-Eisenbahn in der
Nähe von Bigelow, Minn., verun
glückt ist. Zuverlässige Einzelheiten
waren bis heute mittag noch nicht
erhältlich. Es hieß aber, daß zwei
Personen dabei getötet und viele ver
letzt worden sind. Der Unfall soll
durch eine schadhafte Schiene 'verur
sacht worden sein..
Für Imperator.
Ein Riesenhasen mutz
gebatttwerden.»
Kostet zwölf Millionen.
Für sämtliche Riesendampfer der
Hambnrg-Amerika-Linie bestimmt.
Hafen soll den Namen „Amerika-
Hafen" erhalten. Wird im
Spätsommer dem Betrieb über
geben werden Furchtbares
Drama in der Familie eines viel
fachen Millionärs i» Moskau.
Geiz des Baters treibt vier Mit
glieder der Familie in den Tod.
Fast unmenschliche Härte. Pol
nische Zeitungen bringen Nachrich
ten von einem Zusammenwirken
des Ostmarkenvereins mit Rnthe
nen gegen die Polen.
Berlin, 7. Febr. Der Riesenhafen,
der in' Cuxhaven durch Erweiterung
des bisherigen Neuen Hafens aus eine
Wasserfläche von 42 Hektar mit ei
nem Kostenaufwand von 12 Mil'.'o
nen Mark gebaut wird, geht seiner
Vollendung entgegen. Der Hafen ist
dazu bestimmt, die Riesendampfer der
Hambnrg-Amerika Linie, die 50.000
bezw. 55,000 Tonnen-Dampfer der
„Imperator" Klasse, die größten
Dampfer der Welt, aufzunehmen, von
denen bisher der „Imperator" als er
ster Schiffsriesen in Fahrt steht. Im
Juni d. I. wird als zweiter Riefen-
dampfer „Vaterland" in Dienst ge
stellt. Die am westlichen Hafenkopfe
der 290 Meter breiten Hafeneinfahrt
errietet? Landungsanlage ist 400
Meter lang und damit die größte
Landungsanlage der Welt. Sie ist
bereits so weit fertiggestellt, daß der
„Imperator" Mit der Wiederaufnahm
me feinet Fahrten im März d. I.
dort erstmalig an/egey .kann. Im
Hasen selbst, der in diesen Tygen
-die-Äintliche- Bezeichnung ^Amerika?
Hafen" erhalten hat, ist der 700 Nfe
ter lange Südkai, der den Namen
,,Jmperator-Kcki" erhalten hat, als
Liegeplatz für -den jeweilig 3—-4tägi
gen Aufenthalt zwischen Ankunft und
Wiederausfahrt. der Riesendampfer
bestimmt.
St. Petersburg, 7. Febr. In
Moskau hat sich in der Familie des
dielfachen Millionärs Pupyschew ein
furchtbares Drama abgespielt, das
reichen Stoff für das Tagesgespräch
der Stadt bietet und in den rufst
schen Kaufmannskreifen Aufsehen und
Entrüstung hervorruft. Man berich
tet von dort darüber: Pupyschew, als
reicher, vielfacher Hausbesitzer in Mos-
rau stadtbekannt, war mit den Jah
ren von einem geradezu krankhaften
Geiz befallen worden, durch den er
feine Kinder zum Selbstmord trieb.
So verübte sein ältester Sohn, der
Frieder Trichter in Moskau war, we
gen des Despotismus seines Vaters
vor sechs Jahren Selbstmord. Ihm
folgte die älteste Tochter, weil ihr
Vater ihr jegliche Subsistenzmittel
entzog und sie aufforderte, sie sollte
mit ihrem Körper Handel treiben. Zu
Neujahr unternahm der jüngste Söhn
einen Selbstmordversuch, da ihm der
Vater sämtliche Existenzmittel entzog,
weil er ein armes Mädchen gegen den.
Willen des Vaters geheiratet Hatte.
Als Pupyschew von dem Selbstmord
versuch seines jüngsten Sohnes hörte,
schickte er ihm durch einen Hausknecht
50 Mk. Die Frau des Sohnes war
darüber derart empört, daß sie ihrem
Schwiegervater zu Neujahr einen
Sarg als Geschenk zuschickte. Als
der Schwiegervater hierauf die Frau
seines Sohnes verhaften ließ und ihr
mit einer gerichtlichen Klage drohte,
vergiftete sie sich, nachdem sie ihren
Schwiegervater schriftlich beschuldigt
hatte, daß er an ihrem Tode Schuld
-rage. Der Mann der jungen Frau
nahm nun, als er den Tod seiner
Frau erfuhr, gleichfalls Gift, fo
daß Pupyschew durch feine Brutale
Härte vier Menschen in den Tod ae
trieben hatte.
Wien, 7. Febr. Seit einiger Zeit
werden von den polnischen Zeitungen"
verschiedene Dokumente. veröffentlicht,
die beweisen sollen, daß der Ostmar
kenverein mit den Ruthenen gegen die
Polen in Galizien zusammenarbeitet
und sich daher nach Auffassung hiesi
ger Kreise in die inneren Angelegen
heiten Galiziens und mithin auch
Österreichs einmischt. Unter anderem
ist auf die Nachricht hin, daß die Ei
nignng zwischen Polen und Ruthenen
nahe sei, ein Schreiben des General
sekretärs des Osimarkenveteins er
aangen. in welchem dieser für die
Nummer 7
Verymoerung des Ausgleichs eintritt.
Ferner wird der Sekretär des deut
schen Konsulats, in Lemberg, Fauter,
beschuldigt, in dieser Angelegenheit
tätig mitgewirkt zu haben. Nunmehr
hat, wie in gut unterrichteten Krei
sen verlautet, der österreichisch-unga
tische Botschafter in Berlin, Graf von
MögyenisWarjchbeim. Hexliner
AuZwqrtigen Amt diese AngÄegenheit
zur Sprache gdbracht, haM die.'
bereien vom Auslände, her' gegen "be«
für Osterreich so notwendigen tu»
Athenisch-polnischen Ausgleich aufhö
cen. r,
Beschimpft Herzog.
Sozialdemokraten verursachen Lärm
im deutschen Reichstag.
Berlin 9. Febr. In der Sttzmuj
des Reichstags am vergangenen
Samstag verursachten die -Sozialve
mokrakn stürmische Szenen. Gele*
g-ntlich der Beratung des Etats für
das Reichsamt des Innern kam der
Sozialdemokrat Sachse mts die Kali
Frage zu sprechen. Er erging sich in
beschimpfenden Bemerkungen über
den Herzog Friedrich. -,vpn Anhalt,
welcher an der Spitze, dex Anhalter
Kali-Werke steht. Sachse behauptete,
die Machinationen jenes) Betriebs kä
men Betrug gleich, was von seinen
Parteigenossen beifällig ausgenommen:
wurde, aber die entschiedenste Miß
billigung namentlich auf Seiten der
Rechten fand. Es währte geraume
Zeit, bis sich der Tumult "gelegt hatte..
Das neue Kavinett»
Zamor, der neue Präsident von Haitis
ernennt Minister.
Port au Prince Haiti, 9. Febr.
General Orestes Zamor, der von den*
Kongreß gestern erwählte mue Prä
sident, hat heute die folgenden Na
men der Mitglieder seines Kabinetts
tekannt' gegeben: Minister für Aus
wärtige Angelegenheiten, I. N. Le
ger Finanzminister, Edmund Les*
pinasse Minister für öffentliche Ar
veiter, Gen. Beaufvsse Laroche Mt
nister des Innern, Gen. Carlos Za
mor Mittister für öffentliche Erzie
hung, M. DalencotG Und Kriegs
:uid Marineminister, Gen.- Etienne.
Neuer Weltreförd.
Danerftug von sechzehn Stunden und
zwanzig Minuten.
München, Deutschland,.-. 9 Febr.
Ein deutscher Luftschiffer, namens
Jngold, brach heute für Dauerflug den
Weltrekord. Er blieb mit seinem
Aecoplan sechzehn Stunden und
zwanzig Minuten in der Luft und
legte, ohne zu landen, eine Streck
von 1,050 Meilen zurück. Jngold
flog von Mülhausen im Elsaß nörd^
lich und dann südlich bis München,
wo er landete. Der höchste Rekord
für den Dauerflug bisher war vier
zehn Stunden und sieben Minuten.
Ausgewiesen.
Dichter Maxim Gorky findet in
land keine yiuhf.
St. Petersburg, 9. Febr. Der Dich
ter Maxim Gorky, der kürzlich nach
jahrelanger Verbannung nach Nuß
land zurückkehren dürfte, findet keine
Ruhe in der Heimat.1 jEr traf letzte
Woche hier ein, doch wurde ihm von
den Behörden bedeutet, baß feine An
Wesenheit in der Hauptstadt nicht er
wünscht sei. Praktisch ausgewiesen,
reiste er nach Moskau weiter und er
befindet sich jetzt aus dem Gute eines,
Freundes.
Prozeß gegen Raubmörder.
Berlin, 7. Februar. Im Schwur-
gericht zu Braunschweig hat die Pro
zessierung des Raubmörders Adolf
Plog ihren Anfang genommen. Tie
Untat wurde seinerzeit zu Braunlage
im brounschtoeigifchen Kreise Blan
kenburg begangen und rief große?
Sensation hervor.
Steuer wesentlich erhöht.
Berlin, 7. Febr. Die Nettoetanla
gung der Einkommensteuer, welche auf
Grund der Wehrsteuer vorgenommen
werden müßte, hat auch fiir Alt-Ber
lin eine wesentlich erhöhte Einkorn
men Ziffer ergeben. /Das Mehr be
läuft sich auf vier Millionen Mark.
Wird Ehrendoktor.
Berlin, 9. Febr. Anläßlich seines
Ausscheidens aus dem Hehramt hat
die Universität Kiel dem bisherigen,
akademischen Musik Direktor Profes
sor H. Stange eine große Ehrung zu-^
teil werden lassen. Die Universität
ernannte den im neunundsiebzigstew
Lebensjahre stehenden Musik Päda
gogen zum Ehrendoktor.
Silar Christofferson, ein Luft
schiff er in San Francisco, unternahm
heute vor dort eine Aeroplanfahrt
Nach San Diego. Er hofft, die 496.
Meilen lange Strecke in 36 Stundet*
zurück legen zu können.

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