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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, May 01, 1914, Image 4

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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x£en,
.. NaZhvauzige Erfahrungen eines EisenVahnhäuetS i» Berk- und BoliM.' Als
diese beiden 'Länder einem Krieg miteinander nahe waren.—Wie Metzeleien^
'R/. mit Sist und Gewalt abgewendet wurden. Heißblütige Indianer und
•%p Mischlinge. Japaner als gute „Schweizergarde". Der schnöde Schnaps.
In den Ver. Staaten fthb die Aus
drücke ^Grenzer" und „Grenzerleben"
geworden.^ Denn was» mqn
darunter bezeichrlet'e, ist größtenteils
mit der „Grenze" Ielbst verschwun-
uyd selbst von den Grenzen am
'Rio Grande.entlang 'ist' nur noch
kleiner und ziemlich^ spießbürgerli
^DerRestubriggeblieben.
Man kann in gewisses Wameri
^kaMchen. Gebieten von bedeutender
MhehnWg-ebenfalls von Grenzern
Drenzertum ^edett ^^wenn
Vpuch in etwas Mderer Urt^ als" man
g^es seinerzeit in unserem Lande aus
doch nichtminder zutref
ai V:T^
Oer Erzähler nachstehender Erleb
ß-,Bsik-hat die ErbcUung emer^^ etwa
^.200 Meilen langen Eisenbahn ge
y.
«teilet welche heute die Bahn von der
"Küste Perus mit dem schiffbaren Teil
,tier Kette Ströme, aus denen schließ
%|tch der Amazonenfluß hervorgeht,
»hoch oben im Gebirge verbindet, an
einer» Stelle eine Höhe
^3.7,000^ Fuß erreicht und
Von
dann w:e-
Eme Schöne der Quechuas mit Säug
ling. ,,Y
derum um etwa 15,000 Fuß fällt.
Die vielen.schroffen Gegensätze der
Natur boten schon Abenteuer genug,
er nicht minder die Erfahrungen
mit den Eisenbahnarbeitern, einer
bunt zusammengewürfelten Masse von
Indianern mehrerer StäMne, Misch
lingen und Japanern, Meistens heiß?
blutige Elemente, welche noch dazu
durch die politische Spannung zwi
scheu Peru und Bolivia hochgradig
erregt waren!
Das war ein so wild-malerisches
Grenzerleben, wie es nur geben kann.
Es erstreckte sich über einen Zeitraum
von vier Jahken. Der Bahnbauer
hat ein' Tagebuch darüber. geführt,
und einiges aus demselben möge hier
folgen.
Die aufgeregtesten Tage brachte
das Jahr 1909, als tatsächlich ein
Krieg zwischen Peru und Bolivia vor
der Tür stand! Ich hatte damals an
die 250 Indianer und Mischlinge
aus Bolivia und 200 Peruaner unter
meinem Befehl. Die ersteren wurden
meistens im Waldlande/ verwendet,
und die -Peruaner an Hochgebirgss
strecken der Linke. Während die pe
ruanischen Indianer meistens Que
chuas find geradlinige Nachkom
men derer, über welche die Jncas
herrschten. find die Gebirgs-Jn
dianer von Bolivia meistens Ayma
räs, Nachkommen einer Bor-Jnca
Zivilisation, deren Vorfahren von
den Jncas nach entlegeneren bolivia
nischen Bergfesten vertrieben wurden.
Marschbereite Ahmara-Jndianer.
BeÄe Stämme find in Sprache und
Tracht und in vielen ihrer Bräuche
noch die alten tzeblieven. Dem Na
men nach heute sämtlich Katholiken,
haben sie ^vie^ Aeußerlichkeiten des
I Heidentums ^vewahrß Md die Prie?
ster Wärm klug genugs, nur aymählich
diefm äußerlichen Gepflogenheiten ei
nen christlichen Inhalt zu geben.'
Emes Abends setzte uns dey
^Moväischen Stab, nur aus 4 Many
Mteyend r— ^ein getMer Diene^'. in'
Bolivianer ein
ÄennhttS, daß die
Komplott erörterten, die Weißen zu.
vertilgen von den Vorräten Und dem^
Gelde Besch zu ergreifen und« die
Eine Gruppe Äymaras (lauter Manns
5*. bilder.)
Beute nach Bolivia zu führen die
gespannten Beziehungen zwischen den
beiden Ländern schienen sehr günstig
für das Komplott zu sein! Am 28.
Juli sollte der Streich ausgeführt
werden. Das ist der peruanische Un
abhängigkeitstag. der im Innern des
Landes eine ganze Woche gestiert
wird, und es war zu erwarten, daß
man meistens nizr angedudelte Pe
ruaner auf dem Marsch nach der'
Grenze antreffen würde.
Beiläufig bemerkt, ist Ende Juli die
Hauptarbeit der Saison vorüber, und
es war sowieso zu erwarten, daß eine
bedeutende Anzahl Leute nach Boli
via heimgehen würde. /,
W
x]
Auch postierten wir 15 der brau-
men Männlein unter dem Befehl et
iles Weißen—eines früheren Wacht
meisters der österreichischen Ka
vallerie— an der Brücke, welche den
Zugang zu unserem Hauptlager im
Walde bildete daher konnten wir
ziemlich sicher sein, daß niemand oh
ne einen Paß über die Brücke kam.
Auch abgesehen von besonderen Kom
plotten, lag uns sehr daran, ein all
gemeines Ausrücken der Bolivianer
zu verhindern, denn es war zu
erwarten, daß sie auf dem Weg. nach
der Grenze Feindseligkeiten gegen die
den! Von einem ähnlichen Gedanken
erfüllt, machte mich die peruanische
Regierung zu einer Art Ordnungs
KommissLr. und stellte die ganze Pro
vinzial-Gendarmerie zu meiner Ver
sügung.
Am 27. Juli kamen alle Bolivia
ner in das ohige Waldlager, sowie
etwa 100 Peruaner, die. ihr Haupt
quartier dort, hatten. Wir fanden
Die von Lägern bewachte Brücke.
es geraten, letzkeren ein „Tämbo" (of
^ene Hütte), etwa eine halbe Meile
vom Lager der Bolivianer zuzuwei
sen und wir überredeten manche der
Leute, ihre Revolver und Flinten im
Lagerhause zu hinterlegen.
Eine bange Nacht zog herauf. Sehr
bald rief uns ein Höllenlärm nach
den Tambos. Manche der Bolivianer
waren schon in das Quartier der Pe
ruaner gedrungen, und Schuß auf
Schumi krachte! Wir mußten alles
an einen kühnen Handstreich setzen.
Ein Kugelblitz zeigte uns den Haupt
führer der Bolivianer, wie er gerade
einen Peruaner von der Plattform,
welche das erste Stockwerk des Tarn
bo bildete, auf den Boden schleuderte,
im Nu schwangen sich zwei Män
ner auf die Plattform, packten in der
Dunkelheit den Rädelsführer, schien
derten ihn herab, und in eine Abtei
lung Japaner, welche ihn mit äffen
mäßiger Geschwindigkeit stst banden.
Seine drei Leutnants versuchten, ihn
zu befreien -—.aber die Dschw-Dschii
su-Kunst zweier unserer Japaner
überwältigte sie rasch. Die führer
losen Bolivianer waren baff,
Ohne sonderliche Mühe beredeten
wir sie, nach ihrem eigenen Tambo
zurückzukehren und sogar ihre mei
[ten Schußwaffen unserer Obhut zu
überlassen.^Die vier Gefangenen aber
sandten wir mit japanischer Bewa
chung nach der Brücke, 6 Meilen ent
'fernt und auf der anderen Seite der
Brücke wurden sie Provinzial Gen
darmen übergeben, die sie nach der
HpuptHadt der Provinz beförderten'
Md' später nach der 'Grenze abscho
ben.
Nur noch wenige Schüsse-, .^wurden
^wahttnd der Nacht abgefeuert, und
^gegen Morgen hatten tob feste, Kon
trolle übet/das ganze Lager, .dah von
den Bolivianern wieder.'c verlassen
wiftb^ Wie ließen dMlben j. aber^
nur in ganz kleinen Partien?" mit
sehr langen Abständen, über die
Brücke^ geheri, so daß der 'ganze Weg
zug über zehn Tage dauerte.
1
1
Ich mußte aber auch dafür Jorgen,
daß die Bdkiviantr nicht von den
Peruanern auf- dem- Wege nach der
-Grenze angegriffen wurden. Jeder
einzelne hatte einen Geleitpaß, der
von mir unterzeichnet war. Das
Glück tat das übrige und alle Betref
'senden' erreichten,,Htmit heiler Haut
B-mvia.
?Als ich aber selber in der Gegend
herumritt, um nach. der allgemeinen
Ordnüng zu sehen, fand ich immer
•'noch „Feuerbrände" auszutreten.
Bald begegnete, ich einer großen Schar
peruanischer Mischlinge, die' eine
Kiste Dynamit aus einem der Bahn
Lagerhäuser gestohlen.hatten, und
über die Brücke marschierten und die
noch nicht abgezogenen Bolivianer ab
schlachten wollten. Sie schrieen: „Hoch
Peru!" und „Tod Bolivia!" und lie
ßen Dynamitpatronen explodieren.
Ich hatte niemanden bei mir, als den
peruanischen Btze Statthalter des
Distriktes, und der verschwand in
der Dunkelheit, sowie er den ersten
Lärm horte! Es war ein höchst kri
tischet Augenblick.
Den gespannten Revolver in der
Rocktasche haltend, wartete ich mitten
im Wege das Kommen der Kerle ab.
Dann lupfte ich plötzlich meinen
Sombrero und rief „Hoch Peru!".
Alle antworteten mit „Viva!"
Nun hielt ich eine patriotische Pau
ke (vom peruanischen Standpunkte)
und sagte ihnen, daß ich als ihr „Pa
tron" sofort ihr Dynamit sammeln
Es war sehr gut, daß wir eine
Hilfsabteilung von 50 verläßlichen
Japanern hatten. Japanischen Wa
chen wurde das Dynamit- Lagerhaus und gut aufheben würde, worauf sie
sowie die Vorrats-Magazine ander-L ««h hna Wrr+intmrfpft nfm?
traut.
heimgehen und das Nationalsest ohne
Blutvergießen feiern' könnten, wie es
edlen Peruanern gezieme. Und die
Rede zog. Alle marschierten unter
Hochrufen 'auf Peru und ihren „Pa
tron" ab. Später erhielten wir den
Dank der peruanischen Regierung für
die Rolle, die wir in dieser Krise ge
spielt.
che zu bestehen. Auch als der Friche
Mischenden beiden Ländern glücklich
wiederhergestellt war, zitterte vielfach
die Aufregung noch lange nach,—be
sonders unter dem Einfluß von
schlechtem Schnaps, welcher auch oh-
Bevölkerung der peruanischen Dörfer ne das. patriotische Fieber zu vielen, ^utifer§~mit Zinn die Bronze" zur
eröffnen würden, und so konnte sehr: häufig blutigen Unruhen unter In- Verfertigung bon Waffen, Werkzeu
leicht die Kriegsfackel entzündet wer- dianern und Mischlingen führte. Ue- -yei- und Geräten. Aus der jüngsten
berdies hatten wir nicht selten Plün- ^Mbauten^it kennen wir, wenn'
derungsangrisse abzuschlagen. Da- selten vorkommend, aus Kupfer
bei ist noch, zu bemerken, daß die verfertigte Beile, Dolche, Pfriemen
Ich hättet in einem Distrikt die
Kontrolle über alle örtlichen Statt-
Halter ja, ich ernannte manche selber,
und suchte mit Vorliebe entsprungene
Verbrecher u. dergl. aus, nach, dem,
Diazschen mexikanischen Vorbilde.
Mitunter bewährte sich das für eine
Weile recht gut. Doch mußten die
Kerle stets hochgenommen werdet und
immer fühlen, daß sie Parolierte wa
ten. XV
Entschieden das. gefährlichste und
das interessanteste Element der Gren
ze bilden die Aymara Indianer
auch das malerischste ihre ungewöhn
lich strammen Frauen stnd die härtest
arbeitenden, denen ich je Begegnet
bin, obwohl auch die Quechua-Frau
en ihnen nicht viel nachstehen. Dabei
"habejt sie oft rohe Behandlung von
ihren Männern zu ertragen, die hart
arbeiten können, aber weit weniger
solid find.
Diese Männer, ihrer alten kriege
rischen Natur entsprechend, leisteten
Stölz:' Mutter: „Da ist
der Lump ja schon wieder
Sohn: „Drei' Moriat' von der
Straf' sind mir wegen guter Füh
rung geschenkt worden!"
Mutter: „Gleich gehst D' wieder
zurück ins Gefängnis geschenkt
nehmen wir nichts!"
Respektvoll. Mutter:
,Zs ist mir unerklärlich, daß es Dit
absolut nicht gelingen will, einen
Mann zu kriegen? Als ich so. cht wa?
wie Du, da konnte ich an jedem Fin
ger einen haben!" '-v
5-f.
Tochter: „Nun Mama, da wunden
es mich, daß Du Dir gerade den
Papa ausgewählt Üastl"
VonWdewLAtestett
wJm
Jn-die jüngere neqlithische' Periode^
"welche etwa mit 400 vM Christi be
ginnt, fällen' die' Pfahlbauten. Es
Mb das einzelne Bauten oder auch
ganze Dörfer, Ansiedelungen aus
Pfahlrosten aufgeführt, Schutzbauten
.gegen Feinde aller Art. Reste dieser
Bauten.wurden 'tri den fünfziger Jah
nen des 19. Jahrhunderts in den
Seen von Deutschland, Oesterreich,
Frankreich, und Italien, namentlich
aber in den Seen der Schweiz ent
deckt. Aus der ältesten Pfahlbauzeit
Fnd schlecht polierte Steinwasen pnd
grob geformte Gefäße aus Ton be
kannt, ohne besonderen Kunstsinn ge
fertigt, und nicht verziert. Besser ge
formte Steinwerkzeuge, einfach ver
Zierte Tongefäße stammen aus der
folgenden' Periyde der Pfahlbauten
M. Mus der letzten, jüngsten Pe
Node dieser Zeit kennen wir treffliche
Werkzeuge aus Holz, Hirschhorn usw.
und allem gebohrte Steinhäm
mer.
Schnitzereien aus der dritten Zwischen
eiszeit. a) Renntier auf Horn, 6)
Wildpferde auf Renntierhorn, c)
Dolchgriff aus Horn.
Die Tongefäße aus der jüngsten
Pfahlbautenzeit zeigen reiche und'
zierliche Ausschmückung. Diese Pe
riode leitet hinüber zur Kupfer- und
Bronzezeit. Auf der Kulturstufe der
Steinzeit blieb der Mensch -nicht ste
hen obzwar heute noch viele „Wik
de" Völker auf dieser Stufe stehen
geblieben find —, die geistigen Fähig
keiten gaben Anlaß zur weiteren Ent
Wicklung, er lernte die Verwertung der
lernte aus Erzen
Solche Auftritte Mb «.M «m.ijö&Ä darayS feine Was
sen und Werkzeuge fertigen. Der
Mensch der jüngeren Steinzeit in
Europa,, welcher sich nicht Mehr we
sentlich. von den jetzt lebenden Rassen
unterscheidet, verwendete zunächst das
Kupfer' und dann dte^ Legierung des
ProviNzial Gendarmen, welche uns.
in der Aufrechterhaltung der OrdM Mel später etst lernte der Mensch
nung schützen sollten, vielen Fäl- Eisen gewinnen und meistern, auf
len kein. Haar besser waren, als „das
Volk". Und die übrigen Beamtßg...
Weniger rauhbauzig, ab.er desto kor
rupter.
die Bronzezeit folgte Me Eisenzeit.
Die ältere Eisenzeit (Hallstadt'periode
genannt) reicht etwa bis zum 4.
Jahrhundert vor Christo als die jün
gere Eisenzeit (La Täne-Petiode ge
nannt) wird die Zeit bis Anfang un
sere/ Zeitrechnung, angenommen.
'„Während die Steinzeit der. Borge
Schichte des Menschengeschlechts ange
hört, fällt die. Bronzezeit und die Ei
senzeit in die historische ENtwicklnngs
geit des Menschen.
Der Mensch besitzt unzweifelhaft
'den Trieb' zür Geselligkeit. Dieser
Trieb wird zur Grundlage seiner
fortschreitenden Gesittung. Einsam
und ohne.Umgang mit andern Ge
Möpsen seinesgleichen. würde der
Mensch seine Bestimmung garnicht er
reichen. Er abliebe Itn Tier in Men
schengestalt, ohne Spräche, ohne Ent
Wicklung der Vernunft. Die Natur
gab ihm daher den Trieb zur Gesel
ligkeit. Dadurch näherte er sich sei
nes gleichen und schloß sich an gleich
artige Geschöpfe, um mit -ihnen, zu
sammen zu leben. Zunächst war es
der. Trieb, der den Mann zum Mibe
lockt. Aber auch das Bedürfnis, Vor-
sich oft Raubzüge auf der einen oder' stelluttgen zu empfangen und die etge
der anderen Seite der Grenze,
das Eigentum der Eisenbahn
langt unablässige Bewachung! -i
Ein nobles Vieh. Ä.
(im Wirtshaus): „Warum ziehen Sie
denn die Haut von der Wurst ab,
die Sie dem Hund geben?"
B.: „Die esse ich ev mag sie
nicht!" r. r
AIlen Lagen gerecht. A.:
„Wie stehst Du jetzt zu Deiner
Schwiegermutter?".
B.: „Na, wie soll ich Dir das kurz
ausdrücken? Wir stehen so, daß
wir fast immer im Streite I
und uns dabei, gehörig auseinander^
setzen."
und nen Gedanken anderen mitzuteilen,
ver- mag den Grund zur Annäherung der
"•i 's Menschen zu einander gegeben ha
ben.
Geräte aus der Pfüylbauten-Jeit d:c
Schweiz. 1 Pfriemen aus Knochen
2) Hacke 3) Harpune 4) Kamm
S) Pfeilspitze: 6). Säge.
Die erste gesellschaftliche .• Verbin
dung ist die Ehe gewesen, die man
selbst unter Völkern findet, die keine
andere gesellschaftliche Verbindung
kennen. Freilich tritt diese Ehe zu
nächst nur in der rohesten Form auf.
Freilich wird am Anfang sagt
C. Th. Funke unter so rohen
Naturmenschen die Ehe keine Verei
nigung aus Liebe weder', unzer
trennlich noch einfach sein aber' sie
ist doch der Kjetm, aus welchem all-.,
Jls.tne der MÄ !(it,
von Familien, StMmest, .^ Getjiein
den usw.,I/bis es schließlich' in der
Folge zur Staatenbilbpng^kommt.
Zunächst erzeugt freilich der Wer
bujllir nur so viel, als et, 'seine Fa
milie, seine Gesinde verbraucht 'erst
später werden die Produkte seines
Fleißes Und Schweißes auf den Markt
gebracht, utn zur Deckung der Bebürf-
I
W- Pfahlbauten (rekonstruiert).
Nisse anderer Menschen za dienen. So'
entwickelt sich der, Handel mit den Na
turprodukten, welcher anfangs aller
dings in Form des Tauschhandels vor
sidy geht, unt später dem wahren Han
del, der in Einkauf und Verkauf zer
fällt, zu weichen. Das Geld tritt als
Mittel des Tausches, auft Aus dem
Handel entwickelt sich die Geldwirt
schaft, später in höheren Stufen die
Kreditwirtschaft,
Anfangs erzeugt eine ackerhautrei
bende Familie auch alle Geräte und
Werkzeuge im Hause für den eigenen
Bedarf, später werden diese, Ge
brauchsgegenstände von bestimmten
Menschen fü^ den Bedarf anderer ge
gen Lohn erzeugt, es kommt zur Ent
Wicklung des Gewerbes. For:jchritte
in der Herstellung der Gebrauchsge
genstände werden gemocht, fie führen
zur Vervollkommnung der Gewerbe,
die weitere Entwicklung der Technik
führt zum Maschinenwesen, und so
schreitet der Mensch 'schließlich zur
ochsten Kulturstufe vor, zum Jnim*
strievolk mit hoch entwickeltem und
stetig sich fortbildenSem Fabrilwesen.
Der Vorteil jener, welche Eigen
tum besitzen, erfordert es, sich gegen
fettig durch Hilfeleistungen gegen alle
Gewalttätigkeiten zu schützen. Die
Verbindung der friedlich gesinnten Fa
milien zog eine Vereinigung der vom
vtaub lebenden Menschen nach sich.
Anzahl, körperliche Stärke, Klugheit
üsw. waren für den Ausgang des
Streites der gegen einander kämpfen
den Parteien entscheidend. So ent
steht/ der Kampf um den Besitz, der
Krieg, der auf Ueberwältigung und
Unterjochung des Schwächeren abzielt.
Tapferkeit wird zur ersten BürgertM
'gend, den Tapfersten überließ ma.t
die Anordnung der wichtigsten Ver-
te!digungsmaßregeln, ihrem» Befehl
fügten sich die anderen, und zwar um
so williger, je mehr "sie die Ueberle
genhetten des Führers anerkennen
mußten. Es kam zur Herrschaft des
Einzelnen /öder einiger Männer oder
ganzer Geschlechter über das Völk und
führte so schließlich zur Entwicklung
der verschiedenen Regierungsformen,
der Republik, der Monarchie.
Die Verbindung der Menschen ge
gen gewaltatige Angriffe von außen
schätzte die Mitglieder dieser Ver
bände noch nicht gegen offenbare oder
heimliche Angriffe von innen. Wenn
gleich jedermann ein gewisses Eigen
tum, Waffen, Jagdgeräte, Vorräte,
Herden usw. befaß, so waren doch die
Besitzungen an Größe, Güte uno
Wert verschieden, das' Vermögen war
ein ungleiches. Neid und Habsucht
waren die Triebfedern, die zu Unge
rechtigkeiten führten,, gegen welche an-!
gekämpft werden mußte. Die Zwi
stigkeiten in der Familie ordnete der
das zarte Gefühls der Sittlichkeit
hervorsprießt." „Gattenliebe, «Eltern
liebe, Anhänglichkeit und Ehrerbie
tung der Kinder zu den Eltern, das
sind die Früchte, welche der veredelte
Geschlechtstrieb zeitigt."''"
^Dem einzelnen Mann konnte es
nicht schwer fallen, fast mühlos seinett
Unterhalt zu erwerben, aber als
Oberhsupt' einer.'Familiöeitstehen
ihm Pflichten, er muß. für die Semen
sorgen, feine geistigen und, körper
lichen Kräfte, mehr angespannt und
angestrengt, entwickeln sich mehr- und
tiyhr. ....
Nur
Ariern"
Auf dieser Stufe stehen die Sam
mel-, Fischer- und Jägervölker, sie
bilden wie wir gesehen haben
die Anfange aller Kultur. Auf der
tiefsten Stufe stehen jene Völker/ bei
denen die Männer kleinere Tiere,
Würmer, Schnecken, Fische usw.sam
mein und fangen, während die
Frauen Früchte und Wurzeln fachen
und einheimsen. Die Menschen diejer
Stuse begnügen sich mit tierischen und
pflanzlichen Nahrungsstoffen, fo wie
sie die Natur bietet, ohne andere Arbeit
darauf zu verwenden^ als eben die
deö Aufsuchend. Solche Völker leben
von der Hand zunt Munde, weder
Pflanzen noch Tiere pflegen und züch
ten sie.
Eine höhere.Stufe nehmen die ei
gentlichen Jägervölker ein, sie erwer
ben Ihre Nahrung aus der Tierwelt
durch richtige Jagd und eigentliche
Fischerei mittelst besserer Waffen und
Fängwerkzeuge. Solche Menschen
sammeln schon Vorräte für ungünstige
Zeiten. Diese Vorräte, ihre Waffen,
die Fellkleider und andere bewegliche
Güter bilden ihv Eigentum. Mit der
Jagdbeute zahlen sie, in Verkehr mit
höher kultivierten Völkern tretend, die
wenigen Bedürfnisse, dte sie selbst
nicht decken können..
.Das glückliche Leben in einem pa
radiesischen Lande wird auch noch den
nächsten. Nachkommen zu' teil. Ist
aber ihre. Zahl so angewachsen, daß
die verfügbare Menge der Naturgaben:
nicht mehr zu ihrer Ernährung hin-/
1
Hyperbel. Junge: „Ist der
Huber Willi, Ihr Ausläufer, zu
Kaufmanns Wetzt der Woch'?
Was-fällt Ihnen ein, da ist er 'n
ganzen Tag draußen. Wie müssen
Sonntags kommen, wenn er seinen
Äusgaüg hat, da ist er immer da-
*&<*'
„U/
1
-.l Un galant Tochter des
Hauses (zum Besucher, dem sie etwas
auf dem Klavier vorspielt):-„Würden
Sie wohl die Güte haben, Herr Dok-^.
tor. die Balkontür zu schließen!"
Rohe Steinwerkzeuge aus der' ersten
Ztvischeneiszeit. a) Bohrer, b) Krat
zer, e) Schnei^rwerkzeug.
reicht, dann hatMses sorglose Leben
ein Ende, dann sind die Menschen
gezwungen, jene Ttere, jrielche sie be
nutzen, zu zähmen uno? zu pfl^en,
und' die Gewächse, von denen sie sich^
nährten, durch. Anpflanzung zu ver
mehren. So entsteht Viehzucht, so be-,
ginnt der Ackerbau.
Unter den Viehzüchtern stehen am.
tiefsten die Nomaden oder Hirtenvöl
ker. Sie züchten Vieh, der Milchge
winnung wegen, dagegen werden die
Tie.re selten geschlachtet, denn der
Fleischbedars wird noch tntnte.r durch
Jagd gedeckt Die Haustiere, von
Hausvater, die Zerwürfnisse im Men Vqlkern^gezüKtei. stellen^das,.
Stamme das Stammoberhaupt, aber
um Streitigkeiten im Volke zu schlich
ten, um Hader unter Pen Volksgenos
sen zu stillen, mußten andere Mittel
in Anspruch, genommen werden. Ge
Walt, die Mächt des Stärkeren konnte
und durfte nicht angewendet werden,
weil es gegen die Grundsätze der ge
sellschastlichen Vereinigung gewesen
wäre, welche ja eben zur Verhinde
run$ der Getvalt gebildet wurde. Die
Mitglieder solcher gesellschaftlichen
Verbände, wählten im Streitfälle
Schiedsrichter, verständige, rechtschaf
fene und unparteiische Männer. Die
.je..igen wurden als Feinde der ganzen
Gesellschaft. bettachtet, welche sich den
Äussprijchen und Entscheidungen der
Richter nicht fügen wollten. So kam
rs zur Entwicklung des Rechtes, zur.
Feststellung von Gesetzen.
Eigentum, das Vermögen vor.. Vieh
züchtet haben schon höhere Äedürf-'
niste, die sie nicht immer selbst befrie?
digen können, und darum-müssen sie'
mit anderen Völkern in Verkehr tre-,
ten. Sie treiben zunächst Tauschhan-.
del.
I Wenn» ein Volk den Boden zu be
bauen beginnt und daraus seine,
H-l-uptnährungsrnittel-zieht, also rich
tigeft Ackerbau treibt, wird es zum
ansässigen Volk. Mit Ackerbaus
ist zunächst stets Viehzucht, meist auch
Waldwirtschaft verbunden. Aber mit,
der fortschreitenden Entwicklung des»
Ackerbaues tritt fye Viehzucht mehr
oder weniger in den Hintergrund,,
oder es wird der Ackerbau allein,'
unabhängig von der Viehzucht, be*t
trieben.
H:4i
Klintcf, wö'L'er' Bo­
den eßbare. Früchte int UetzeHlM her
vorbringt, wo der Wald genügend
Mild, die Flüsse und Seen reichlich
Fische darbieten, da konnte der Un
terhalt den Menschen nicht schwer fal
len, sofern sie noch in mäßiger An»
zahl vorhanden waren. Oßnd über
mäßige Anstrengung tonn f-dort Wer
Mensch ftch seinen Lebensunterhalt
schaffen: er lebt von den
der Erde, die sie selbst
bringt, Jagd und Fischerei
ihm das zur Ernährung
Fleisch.
u,
i. Die Gewächse, die ^angebaut wer
den, die Herden, ute der Mensch^
selbst gezogen hatte,, oieses sein Ei
gentum, ein für andere unantastbares.i
,-„Mit Vergnügen, gnädiges Frau- Wohnstätten Picht aneinander,. .es eyt
lein!"" ^standen 'DLM, Märkte Md^endlich..
(Nach ^fünf Minuten)": „'So etn befestigte, mit Wall und Majben. ge-,
unhöflicher Mensch! Die Balkontür^ schWe StäÄ^
fvi**:/tTf#rhmrt8' zugemacht h#n
Hat* er allerdings
cbet von außen!"
Gut, mußie er gegen fremde Angriffe.
schützen. Die Haustiere schloffen ftchy
enger aneinander. Anfülle wilder,f.
Tiere schlug man gemeinschaftlich zu-/
rück, gegen menschlich/. Angriffe auf«':
Leben und Eigentum, gegen mensch--^^
Asche List und Gewalt, vereinigten ftch' f, 4
Dl« Familien W größeren Verbänden^--^
Es entstanden Siedelukgen verschiede-^'
rier M. Anfangs wurden die
faNt gelegenen Gehöfte durch starkes
Bohlenzäune oder Mauern- gefchü tz t.
Später bauten die Menschen ihrp W
H)urch wfl lBeselljgMsßrieb MirHK
'raIs|Q. bttt Grund gelegt zur Bjldungtz
4

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