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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, August 21, 1914, Image 1

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Jahrgang 51.
Minnesota
und Nordwesten.
Caß Lake, Minn.—Arthur Jsted und
seine Frau, sowie Roy Hallum sind im
Caß-See ertrunken. Hallum war beim
Baden in eine tiefe Stelle geraten und
das Ehepaar kam bei dem Versuche, ihn
zu retten, ums Leben.
Bemidji, Minn.—Durch eine Wäsche
marke war es möglich, die Leiche des am
Ufer des Bemidji Sees erwürgten Man
nes als die des Schriftsetzers George W.
St. Clair aus Hubville, Mo., zu identi
fiziren. Das Motiv des Mordes ist
noch immer in Dunkelheit gehüllt.
Detroit, Minn—Ein in Rahms
Leihstall entstandenes Feuerg risf so rasch
um sich daß es, zwei Häusergevierte ein
äscherte und einem Schaden von rund
$50,000 anrichtete, dem nur etwa $100,
000 Versicherung gegenüber stehen, be
vor es gelang, der Flammen Herr zu
werden. Die hauptsächlichsten Ber
lustträger sind Wilcox' Holzhöf, Pil
leys Barbierladen, Knuckenbeckers Kon
fektladen, Christiansons Apotheke und
Rices Bäckerei.
Morris, Minn.—Das westzentrale
Minnesota wurde am Samstag abend
von einem verheerenden Wirbelwinde
heimgesucht. Etwa fünf Meilen füd
lich von Hancock wurde der Farmer M.
P. Durkee durch den Sturm von seinem
Heuwagen geschleudert und sofort ge
tötet. Zahlreiche Ställe, Scheuern
und sonstige Gebäude wurden ganz oder
teilweise niedergerissen und mehrere
Menschen kamen mit knapper Not mit
dem Leben davon. Zugleich mit dem
,Sturme brach ein schweres Gewitter los.
-Bald darauf erfolgte ein Temparatnr
stürz und der Regen ging in Hagel über.
Stillwater, Minn—Auf dem Kon
vente der „Upper Mifsfsissssippi River
Improvement Association", welcher hier
am 16. und 17. September abgehalten
werden wird, sollen auch die Argumente
für und gegen den Gütertransport auf
dem Wasserwege eingehend erörtert
und abgewogen werden. Die Kosten
der Anlage-und -Erhaltung, die Lang
,, famfett der Fortbewegung, das be
schränkte Gebiet und der Mangel an
Berladevorkehrungen sind die Haupt
gründe, welche gegen die Wasserwege
ins Feld geführt werden. Auf dem
Konvent wird der Beweis erbracht wer
den, daß sich alle diese scheinbaren Nach
teile überwinden lassen und daß im
ganzen der Wassertransport doch billiger
ist.
Taylors Falls, Minn. —Der dritte
Jahresausflug des Chisago -County
Farmers- und Kaufmanns Verbands
nach den Schnellen des St. Croix Flusses
und dem Zwischenstaatspark bei Taylors
Falls fand am Donnerstag den 20. August
statt. Ein Sonderzug fuhr von Pine
City nach Taylors Falls und nahm un
terwegs alle Gäste auf. Ein interessan
tes Programm von Spielen, Musik und
Ansprachen gelangte zur Durchführung.
Die „Rush City Braß Band" lieferte
die Musik. Oberst I. Hamilton Da
vidson aus St. Paul, einer der bekann
testen Redner Amerikas, hielt die Haupt
rede des Tages. Zahlreiche Bewohner
anderer Orte Minnesotas und Wiscon
sins benutzten diese Gelegenheit, um
den Zwischenstaats-Park zu besuchen,
der immer mehr den Ruf eines der
größten Anziehungspunkte des Konti
nents bekommt.
Aus Rom wird gemeldet, daß Pabst
Pius Donnerstagmorgen um 1 Uhr
20 gestorben sei. Er war nur etliche
Tage krank und sein Zustand wurde
nicht besorgniserregend bis Mitt
wochmorgeu. Es wird berichtet, daß
der europäische Krieg ihn sehr nie
derstimmte und seine Auflösung be
schleunigte. Pabst Pius wurde am
31. Juni 1835 in Riese, Italien ge
boren und im Jahre 1858 als Prie
ster ordiniert. Erzbischos von Salo
ica wurde er im Jahre 1867, Canon
von der Treviso Kathedrale in 1875
und Bishof von Mantua ain 1884.
Im Jahre 1893 wurde er Cardinal
und Patriarch von Venedig imir im
Jahre 1903 wurde er vom heiligen
Consistorium als Pabst erwählt.
Durch den Krieg mag die Wahl seines
Nachfolgers verzögert werden. Fal
emtio, ein italienischer Prälat, welcher
noch nicht sehr lange den roten Hut
erhielt, ist sehr populär und seine
Wahl als Pabst wird prophezeit.
CASTORIA
far Säuglinge und Kinder.
Die Sorte, Die Ihr Immer Gekauft Habt
"I
Trägt die
Unterschrift von
Neue Industrie für New Ulm sicher.
Allem Anschein nach wird die „Novel
ty .Electxic Manufacturing Company"
doch nach New Ulm kommen. Bor un
gefähr 6 Monaten wurden die ersten Ver
handlungen angeknüpft, indem Carl
Jaeger, der Erfinder einer „Dry Cell"
Battery" und Herr A. L. Ditter eine
Proposition, ihre Fabrik von Minneapo
lis nach New Ulm zu verlegen, demCom
mercial Club unterbreiteten.
Es war nicht die Absicht genannter
Gesellschaft hier Aktien zu verkaufen,
sondern sie wollten vielmehr den guten
Witten der Stadt sehen welcher sich da
durch zeigen sollte, daß derselben ein
geeignetes Lokal für ihre Fabrik zur
Verfügung gestellt werden sollte. Ein
vom Stadtrat ernanntes Komitee nahm
sich der Sache an und man sprach davon
das alte Schell Gebäude zu kaufen und
nach dem Wegerecht der M. :c. St.
L. bringen zu lassen oder daselbst ein
neues Bebäude für diesen Zweck zu er
richten. Es wurde aber nichts daraus.
Später sprach man vom Mieten des
oberen Stocks des Bastian Geschäfts
blocks, Ecke Minnesota und 2. Nordstraße
aber auch hieraus wurde nichts.
Die Repräsentanten der Gesellschaft
welche verschiedene Male in dieser Angele
genheit hier waren, verließen die Stadt
mit der festen Absicht dieselbe als
erledigt zu betrachten und sich anders
wo zu etabliren. Herr C. H. Dirks
welcher diesem Projekt ein reges Interesse
entgegengebracht hatte, gab die Hoffnung
jedoch noch nicht auf und seiner Energie
und Arbeit haben wir es hauptsächlich
zu verdanken, daß diese Industrie für
New Ulm gesichert wurde.
Den Leuten fehlte das nötige Be
triebskapital und um dieses zu sichern,
haben ungefähr 50 New Ulmer je $100
garantirt. Herr Dirks reiste Dienstag
nach Minneapolis um die Uebertrag
ung der Aktien an die neuen Eigentümer
zu bewerkstelligen. Sobald dieses ge
schehen ist kann die Fabrik nach New Ulm
verlegt werden.
Der 2. Stock des Bastian Geschäfts
blocks ist als Lokal für dieFabrik in Aus
sicht genommen. Es mag jedoch fein,
saß Dr. Schoch ein einstöckiges Bvk
steingebäude auf seinein Eigenwm,. Ecke
Minnesota und 1. Südstraße, nördlich
vom Merchants Hotel, für diese Ge
sellschaft errichten wird. Die Sache steht
jetzt in Unterhandlung.
Diese neue Industrie wird sich Haupt
sächlich mit dem Fabriciren von „Dry
Cell Batteries" beschäftigen. Kürzlich
hat Herr Jaeger einen elektrischen In
sektentöter erfunden und patentiren las
sen welcher sich bei Proben bewährt hat
und verspricht ein großartiger Erfolg zu
werden. Eine Firma von Chicago hat
schon eine Bestellung gemacht von 500
derselben pro Woche.
Postdienft nach Europa.
Washington. General Postmeister
Burleson traf vollständige Vorbereitun
gen, um den Postdienst noch Europa zu
sichern. Zum mindesten einmal wöchent
lich soll ein Dampfer nach drüben gehen.
Wenn alle deutschen, englischen und
französischen Gesellschaften den Schiffs
verkehr eingestellt haben, wird die Re
gierung für die Ueberfahrt eines ita
lienischen, norwegischen oder schwedi
schen Schiffes sorgen, um den atlanti
schen Postbieust aufrecht zu erhalten.
Der internationale Money Order
Dienst zwischen den Ver. Staaten und
Belgien,ist auf Ersuchen Belgiens auf
gehoben worden.
Harvester Trust als Monopol erklärt.
St. Paul, Das U. S. Distriktsge
richt in St. Paul hat den Harvester
Trust als ein Monopol erklärt, das nach
dem Sherman Antitrust-Gesetz den
Handel störe und sich deshalb auflösen
müsse. Einer der drei Richter war
nicht mit dem Urteil einverstanden.
C. McCormick, der Präsident der
International Harvester Company, hat
bereits bekannt gemacht, daß er mit sei
nern Prozeß an das Bundesobergericht
appellieren werde.
Auto als Geschenk.
Frau Emil Metzinger wurde letzten
Samstag von ihrem Gatten mit einem
siebensitzigen Automobil beschenkt. Das
selbe ist ein Studebaker von der neue
sten Konstruktion und wurde von der
bekannten Firma F. H. Retzlaff gekauft.
Verkauft Wirtschaft.
Montag verkaufte F. I. Nenno seine
wohlbekannte Wirtschaft an I. A. Lesch
von Canby, Minn. Die Kaufsumme
beträgt $3500. Der neue Besitzer hat
noch an demselben Tag Besitz ergriffen
und wird in den nächsten Tagen seine
Familie nach •Dtieto Ulm komyren lassen.
Herr Nenno hat die Wirtschaft seit 6
Jahren betrieben.
New Ulm, Minnesota,
Die DeuDen .vor
Ganz Englnad wartet ungeduldig
britische Kriegsflotte die deutsche am
den Verlaus der angeblichen Schlacht
a
Nach den letzten spärlichen Berichten welche von Kriegsschauplatz durchsickern
haben die Deutschen Brüssel bereits eingenommen. Die Borhut der deutschen
Armee ist bereits in den Borstädetn Antwer^s angelangt und eine allgemeine
Attacke aus die jetzige Regierungsstadt mag schon jetzt im Gange sein. Der
ursprungliche Kriegsplan der Deutschen bleibt unverändert und sie dringen un
entwegt vorwärts zum Sieg oder zum den Tod. Lowain, der letzte Thorweg
zu Antwerp und Brüssel soll gefallen sein,
Japans Ultimatum soll Abgewiesen werden.
Ein offizieller Bericht von Rotterdam besagt, daß Deutschland Japans For
deruugen Kinntschau zu riwmen abweisen wipd. Ei.? späterer Bericht besagt,
daß der japanesische Botschafter schon Vorkehrungen zur Abreise trifft.
Japanesische Studenten haben schon die deutschen Universitäten verlassen
Oesterreichische Armee ergreift offensive.
Fällt in Rußland ein und hemmt den ruftischen Bormarsch auf Galizien.
Die Stadt Belgrad säst gänzlich in Trümichrn geschossen.^Ein Korrespon
dent meldet, daß die größte Schlacht des setbish-österreichischen Krieges im
Gange ist und daß die Verluste aus beiden Setzen sehr schwere sind.
Franzosen dringen iu Elsaß vor.
Aus Paris wird gemeldet, daß die Franzosen Armee Morchiilgen, 19 Mei
ten südöstlich von Metz erreicht hätte. Sonst hat sich die Lage im oberen Elsaß
wenig geändert. •-*).
Englische Flotte soll die Deutsche angegrif
feit haben.
London, 17. ug. Der englische
Generalleutnant Sir James M.
Grierson starb heute plötzlich während
der Reise in einem Eisenbahnzug.
Sein Verlust wird von der englischen
Armee sehr beklagt.
Loftbott, 17. Aug. Eine Pariser'
Meldung besagt, daß eine ftanzMcheM",»,«^
im deutschen EM^en, tplte
Abteilung Schirmek»irn
Washington, 17. Aug. Die deutsche beutet hitbe«. Die Beute soll sich
Regierung hat den Empfang des Ver-
London, 17. Aug. Der Dail!
News" wird aus Brüssel gemelde
daß die Deutschen die Stadt Vi
im südlichen Belgien einäscherten, we
die Einwohner auf sie geschossen um
sechs ihrer Soldaten getötet hattet
Die Depesche besagt, daß die Deul
schen die Frauen und Kinder auf E
senbahnzügen nach Holland schickt«,
Während sie die Männer als Krieg
gefangene nach Deutschland sandten
Washington, 17. Aug. Der Kot
greß Abgeordnete Britten brad
te heute mittag im Hause ett
Resolution ein, welche in Anbetract
des japanischen Ultimatums et
Deutschland den Staatssekretär
schen Gebietes durch Waffengewc
unter japanischer Herrschaft mit
sorgnis ansehen müsse.
Washington, 17. Aug/ Bon
Rockefeller-Stistung sinb ^$10,0()
und von Frau Russell Sage $2,50
bei der amerikanischen ^Roje
im
mittelungsanerbtetens des Präsiden- ..
ten Wilson bestätigt. Kaiser Wilhelm ftuoen.
soll dem amerikanischen Botschafter
in Berlin ein persönliches Schreiben Tokio, 17. Aug. Tie japanischen
an den Präsidenten gegeben haben. Zeitungen finden in ihren heutigen
Paris, 17. Aug. Leitartikeln, daß das von Japan an
wird amtlich gemeldet, daß die Deut-, J\
scheu auf der ganzen Linie die Offen- Deutschland gerichtete Ultimatum
five ergriffen haben, nachdem sie in selbstverständlich sei und keine über-
den letzten beiden Tagen Verstärkun
gen herangezogen. Die bei Wavre,
15 Meilen südlich von Brüssel, er
schienene deutsche Kavallerie wartet
anscheinend auf Infanterie und Ar
tillerie.
Paris, 17. Aug. Das französi
sche Kriegsministerium faselt heute
wieder von großen Siegen, die die
Franzosen bei Donon, und Lorquin^
Azondange, Ville und Marsal erfoch
ten haben wollen. Merkwürdiger
weise befinden sich die genannten O
te alle auf französisches Boden. Äu
wird berichtet, daß französische
vallerie bis Lützelhaufen und Mü
bach im deutschen Elsaß gekomme!
sei. Bei dieser Gelegenheit ließe
sich die deutschen Truppen auch Wied
zwölf Geschütze abnehmen.
den LI. Aug., 1914.
Nachrichten von der Nord See wo die
Mwoch angegriffen haben soll, lieber
itoch nichts bekannt gegeben.
Kreuz" Gesellschaft eingegangen.
TaS Geld wird nach Europa ge
schickt werden.
^Washington, 17. Aug. Der ame
Wanifche Konsul in Neapel, Ita
dem Staatsdepartement
saß besetzt hat. Schirmet ist heute-670 Amerikaner, «ach^
New MU äTgefoPen siM Die
Passagierliste wird, noch bekannt ge
macht.
befestigtes Städ'tcheif Von 16ÜÖ Em
wohnern, hart an der französischen
Grenze.
London, 17. Aug. Von Kopen
hagen wird gemeldet, daß Rußland
von der Türkei abermals freie Durch- Paris, 17. Aug. Die Franzosen
fahrt durch die Dardanellen verlangt rmfo
ttlt|cr
Ifc.iflfÄ R-chncht. Mi
fer im Schwarzen Meer gekapert ha- Franzosen ttt den Kämpfen un
ben. Elsaß ettteit preußischen Adler er-
sich tmr Freude über die
Kriegsministerium in Paris be-
mäßig hoheii Fordernngen stelle.
Bisher ist es nicht z« deutschfeindli
chen Demonstrationen gekommen.
St. Petersburg, 17. Aug. Hier
wird zugegeben, daß die österreichi
schc Armee mit ihrem Vormarsch
auf russischem Gebiete am 14. Au
gust erfolgreich war, doch soll es den
Russen gelungen sein, die Ccstcr
reicher aufzuhalten.
Washington, 17. Aug. Der Kon
greß Abgeordnete Britten brach
te heute mittag im Hause eine
Resolution ein, welche in An
betracht des japanischen Ultimatums
an Deutschland den Staatssekretär
beauftragt, der japanischen Regie
rung mitzuteilen, daß die Ber.
Staaten den Uebergang irgendwel
chen chinesischen Gebietes durch Was«
fengewalt unter japanischer Herr
schuft mit Besorgnis ansehen müsse,
Brüssel, 17. Aug. Der rechte
Flügel der deutschen Maas-Armee
ist, nach in der belgischen Hauptstadt
eingelaufenen Berichten trotz der täg
lichen „Niederlagen" bereits bis
Wavre, 15 Meilen südlich von Brüs
sel, nach Norden vorgerückt. Es
auftragt, der japanischen Regieruck handelt sich, wie Brüssel meldet, .vor
mitzuteilen, daß die Ver. Staat _"
den Uebergang irgendwelchen chine *auftS
nur um
Kavallerie. Das
läufig nur
Vorrücken beweist wiederum mit der
größten Deutlichkeit, was man von
den großen belgischen Siegen zu hal
ten hat.
London, 17. Aug. Aus Dele
mont, Schweiz, meldet der Korre
spondenz des „Chronicle" folgendes:
a
„Zwischen Belfort und Altkirch hat
ein Kampf begonnen. In der 38
Meilen nordwestlich von Bern in
der Nähe der Grenze von .Elsaß
Lothringen gelegenen Stadt Poren
truy will man heftiges Schießen ge
hört haben.
„Man hat mir mitgeteilt, daß die
französischen Truppen, die sich aus
Mülhausen zurückzogen, Verftärkun
gen erhalten und ihren Angriff er
neuert haben. Französische Erfolge
werden aus allen Teilen der Vo
gefeit gemeldet. In Eirey, wo die
Deutschen vor zwei Wochen zuerst
auf französisches Gebiet drangen, in
Magienne und Billom in dem De
partement Meurthe-et-Moselle haben
die Soldaten der Republik sich ih
reit Weg durchgekämpft, so daß sie
die auf deutsches Territorium füh
reitdeit Bergstraßen beherrschen. Nach
einem hartnäckigen Kampf haben sie
die deutschen Lagen von Avricourt
und Blamont eingenommen.
Tokio, 17. Aug. Obgleich von
Deutschland noch keine Antwort auf
das Ultimatum eingetroffen ist, ist
man in Regierungskreisen überzeugt,
daß Deutschland das Verlangen Ja
pans, Kiautschou zu räumen, kurzer
Hand zurückweisen und den Krieg er
klären wird. Hier werden die Vor
bereitungen für den Krieg mit gro
ßettt Eifer betrieben, damit alles in
Bereitschaft ist, wenn Kaiser Wil
helms Antwort, die nur eine ver
neinende sein kann, eintrifft.
Paris, 17. Aug. Nach einer bei
der hiesigen Havas-Agentur aus Rom
eingetroffenen Depesche sagt" die
dortige „Tribuna", sie habe aus gu
ter Quelle erfahren, daß Griechen
land entschlossen sei,^ in Konftanti
vopel um eine Etklärüng betreffs der
Konzentrierung türkischer Truppen
an der thrakischen Grenze nachzusu
chen, und daß Griechenland seine
Armee mobil machen werde, wenn
die Antwort der Türkei nicht befrie
digend ausfällt.
London, 17. Aug. Eine Reuter
Depesche aus Berlin meldet, daß die
Offensiv-Bewegung, die gestern
abend auf der ganzen Linie von
Saarburg an der französisch-deut
schen Grenze bis Luneville begann,
heute fortgesetzt wird.
London, 17. Aug. Die „Lloyd
News"-läßt sich von ihrem Korre
spvndenten aus St. Petersburg mel
den, daß in Warschau, der Haupt
stadt Polens, allgemeine Ruhe Herr
{che. Die Deutschen versuchten, die
Bevölkerung durch große Verspre
chungen auf ihre Seite zu ziehen,
und in polnischen Zeitungen, die von
der deutschen Regierung kontrolliert
würden, würden deutsche Siege be
kannt gemacht. Die polnischen Füh
rer in Warschau sollen jedoch völlig
auf russischer Seite stehen, da ste
entrüstet seien, über die schlechte Be
Handlung, die polnischen Flüchtlins
gen beim Ausbruche des Krieges in
Deutschland angeblich zuteil gewor
den sei.
London, 17. Aug. Eine Depesche
an das Reutersche Bureau von Brüs
sei besagt, daß die Deutschen auf Aer
fchot, nordwestlich von Brüssel,und auf
der Linie von Diest nach Antwerpen,
weiterrücken. Bei einem Gefecht bei
Landen, südlich von Tirlemont, sol
len die deutschen Truppen eine wei
tere Niederlage erlitten haben. Ein
deutscher Luftschiff er, der von Diest
kam, wurde bei Tirlemont^ angeblich
heruntergeschossen. Bei Diest sollen
große deutsche Jnfanteriemassen zu
sammengezogen werden. Die meiste
Infanterie wurde in Automobilen
Dorthin gebracht. Den Deutschen
soll es noch nicht gelungen sein, die
Belgier aus ihren Stellungen bei
Haelen zu vertreiben.
London, 17. Aug. In Brüssel
soll verhältnismäßig Ruhe herrschen,
wenngleich die Bevölkerung einen
deutschen Vorstoß auf die Hauptstadt
fast täglich erwartet. Viele Ver
wundeten werden in die Stadt ge
bracht. Von Köln machen deutsche
Aviatiker regelmäßige Flüge über lie
belgischen Stellungen und kehren
nach kurzer Zeit wieder übet die
deutsche Grenze zurück.
Auto-Unfall nimmt glückliche« Aus
gang.
Letzten Donnerstagnachmittag zwi
schen 5 und 6 Uher erreignete sich tm.
Automobilunfall welcher einen sehr glw-
fügen Verlauf nahm. Der Mger
„Chick" Williams^ einer der Baseball
spieler der Athletics, und Arthur Krue
ger, in Beckers Restaurant angestelH»
wollten sich ein paar vergnügte Sws
den machen und fuhren mit Emil HagW
Kraftmaschine nach Metzens Brücke M.
Williams beftmd sich am SteuervA
und fuhr ziemlich rafch.
Ungefähr wo die Straße nach Red
stone abdreht war er von dem hohen
Teil abgekommen und in dem Versuch
auf dem Grad hinaufzukommen drehte
er zu kurz für die Geschwindigkeit mit
welcher das Automobil ging.. Er ver
ursachte sofort das Tempo zu verringern,
aber in der Aufregung zog er das VentC
auf und in der nächsten Minute stand
das Auto auf dem Kopfe und unter
demselben eingezwängt lag, Arthur Krit
ger.
Williams war herausgeschleudert wor
den, blieb glücklicherweise unversehrt uaib
konnte seinem Freunde zu Hilfe eilen.
Ein Teil des Autos ruhte Krueger
dem Brustkasten und mit üT-e 'mensch
licher Kraft hob Williams das Auto Ii
bis 20 Mal jedesmal hoch genug ht J)k
Höhe, so daß Krueger etwas Luft schnap
pen konnte. Nur ein paar Minuten
später kam Fred Thiede mit feiner Ma
schine an und den vereinten Kräften von
Williams, Thiede und seiner Frau welche
bei ihm war,gelang es Krüger.aus seiner
gefährlichen Lage zu befreien.
Die Rettung kam gerade in Zeit.
Die Kräfte von Williams waren ev--.
schöpft und ein paar Minuten später wibos
Krüger einfach zu Tode gedrückt worden.
Er wurde von Thiede sofort nach einem
Arzt gebracht wo es sich herausstellt^,
daß er nicht schwer verletzt war. .(Srijl
schon wieder seit anfangs der Woche an
der Arbeit. Das Auto wurde ziemkch
in Mitleidenschaft gezogen, doch werde*,
sich die notwendigen Reparaturen auf
kaum $50 belaufen.
Verteidiger New Ulm's hier auf Besuch
Mittwochmittag kam Samuel Mc
Auliffe von Rochester, N. A.,ein Vertei
diger New Ulms während des Indianer
krieges, hier an um die hiesige Gegnck
noch einmal zu sehen, ehe er das Zeitliche
segnet. Dies ist das zweite Mal feit er
in 52 Jahren in New Ulm war. Zur
zeit der Einweihung des HermanM
denkmals war er auf einige Stunde®
hier.
McAuliffe gehörte zu der tapfere«.
Recognoscirungspartei welche ausge
schickt wurde um die von Indianern be
drängten Weißen am CottonwoodWich
wohnend, nach der Stadt zu.bringen»
Auf der Rückkehr wurden sie in der Nähe
des Loretto Hospitals von den Indianern
aus dem Hinterhalt überfallen und elf
wurden getötdet. Von den fechi
welche diesem Blutbad entkamen sind
noch zwei am Leben, Luther Jves trafr
McAuliffe.
McAuliffe ist über 74 Jahre alt, hat
weiße Haare, ist 'ein bescheidenes Männ
chen welches gut informirt ist über den
Jndlanerausbruch und ist auch Wittens
wenn es gewünscht wird über den.Ueber
fall seitens der Indianer zu erzählen.^
Er Hielt sich zurzeit des Judianeraus
bruchs Hier zu feiner Erholung auf. Er
war als Soldat beurlaubt worden,uhb
machte die Reife von St. Paul nach New
Ulm auf der „Jeanette Roberts." Da-:
mals gab es noch keine Eisenbahnen.
Gestern wohnte McAuliffe der. Feier
in Ft. Ridgely bei. Er ist noch ziem
lich gut zuwege und kann sich garnicht
genug wundern wie New Ulm sich ge
macht hat. Frau K. E. Mo von,Minm
apolis begleitete Herrn McAuliffe- nach
New Ulm. Ihr Vater, Capt. George
und er waren Busenfreunde gewesen.
Konzert Programm nächsten Sonnte
1 Marsch.. „Willow Grove",Sorentis
2 Ouvertüre.. Ungarische Komödie
Auf Verlangen, Keler-Bew
3 Fackeltanz in Bb— Auf Verlangen
Abonniert aus die
',T'&
..-1
'WM
•'3
,1
1
ft
Metjerbecc
4 Menuette Moderoto, viertes Theme
von Militair Symphonie Haydn
5 Idyll .. Bergmädchens Traum
Auf Verlangen, ÄtbiW
6 Marsch. „The Favorite"
Auf Verlangen AlthoiHe
7 Kroenungsmarsh von „Der Prophet
Meyerbm:
Gesang vom St. Cecilian Chor^rM
Kapellen-Begleitung.
John Henle, Dirigent.
8 Ouvertüre.... „Um die Metropole"
BeyW
9 „Yankee Patrol". .Ä\v.
10 Tannhäuser Marsch .. .R:, Waper
11 Beschreibende Fantasie von „Lusti
gen Studenten." 204.
„Ein nächtlicher Streich" Herman Op
12. Star Spangled Banner.
„New Ulm Post*

Pabst Piuzs tot.

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