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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, September 18, 1914, Image 1

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Begeisterte Massenversammlung.
Die von der hiesigen Rote-Kreuz Hilfsgesellschaft veranstaltete Versamm
lung nahm günstigen Verlauf. Besuch übertrifft alle Erwartungen.
Reden durchweg Glanzleistungen. Feier verschönert durch Ge
sang und Musik. Komitee zum Sammeln von Subscript
tionsgeldern ernannt.
Wohl an bt? *700—800 Personen,
Männer und Frauen, hatten sich Mon
tagabend in der Turnballe eingefunden,
um die Reden über den großen euro
päischen Krieg anzuhören und Mittel
aufzubringen, den Notleidenden und Be
drängten im alten Baterlande zu helfen.
Es war
eine
großartige begeisterte Ver-
sammlung. Der zahlreiche Besuch aus
allen Schichten der Bevölkerung bewies
Die Redner hatten sich verständigt
über die Themata die zu behandeln seien
und auch die Reihenfolge in welcher sie
zu reden hätten. Prof. Ackermann
wurde es anheimgestellt über den Krieg
und die deutsche Seite im Allgemeinen
zu sprechen. Er hielt eine musterhafte
Rede und wies in überzeugender Weise
aufgrund historischer Tatsachen nach,
daß Deutschland unschuldig an diesem
Kriege sei, daß derselbe vielmehr hervor
gerufen wurde durch die gemeinen
Machenschaften Frankreichs, Rußlands
und des hinterlistigen Englands. Er
erklärte sich als vollständig mit Präsident
Wilson eins mit Aufrechterhaltung der
Neutralität der Vereinigten Staaten
unter allen Umständen. Seiner Ansicht
nach schließe das jedoch nicht aus, daß die
Bürger des Landes sich friedlich ver
sammeln um die Sachlage zu besprechen,
daß es
sogar
Pflicht sei sich zu versammeln
um Protest zu führen gegen Schmäh
artikel wie kürzlich ein Ex-Marine
Offizier im „N. N- Independent" ver
öffentlich^. Herr Prof. Ackermann be
schrieb den deutschen Kaiser als Friedens
kaiser und schilderte in höchst anschaulicher
Weise den ungeheuren phänomenalen
geschäftlichen Aufschwung Deutschlands,
der natürlicher Weise den Neid Eng
lands erregte. Er erklärte, daß der
deutsche Kaiser weniger Machtbefugnisse
besäße wie der Präsident der Vereinigten
Staaten, und daß er keinen Krieg er
klären dürfe, außer daß die verschiedene
Königreiche vorher ihre Zustimmung da
zu gegeben hätten. Dem früheren Reichs
kanzler Bismark zollte er großes Lob
weil er darauf bestand daß Elsaß-Loth
ringen wieder deutsches Gebiet wurde
Die Ursachen des Krieges seien zu suchen:
1. in den Revanchegelüsten Frankreichs
2. in dem Panslavismus Rußlands und
3. in dem gemeinen, schmutzigen und
hinterlistigen Verhalten Englands. Der
Krieg wurde von diesen drei Nationen
schon lange vorbereitet, um bei passender
Gelegenheit, einen vernichtenden Schlag
gegen Deutschland führen zu können.
Der Redner wies ferner nach, daß nicht
Deutschland, sondern Belgien und Frank
reich mit Zustimmung Englands die
Neutralität verletzt hätten. Er lieferte
den unwiderleglichen Beweis daß
Deutschland unschuldig an diesem Kriege
und daß es die Pflicht eines jeden gerecht
denkenden Menschen sei, die Urheber des
Krieges zu verurteilen. Er schloß feine
vortreffliche Rede mit einem Appell
an das Gerechtigkeitsgefühl des ameri
kanischen Volkes und verlangte, „Fair
Play" für Deutschland in dieser schweren
Stunde.
Nicht' minder überzeugungsvoll und
begeistert traten die andern Redner in
ihren trefflichen Ausführungen für die
gute Sache ein. Da aber durch den
ersten Redner das Thema bereits gründ
lieh behandelt worden und die Zeit rasch
vorangeschritten war, beschränkten sie sich
auf eine kurze Skizze ihres Themas.
Reo. Dr. Hohn redete über „Unsere
Neutralität". Er betonte die Not
fXar und deutlich, daß die Bewegung unter wendigkeit der Neutralverhaltung der
unfern deutschen uyd österreichischen! Bürger dieses Landes. Sammeln von
Bewohnern der Stadt und des Landes Geldern für die Verwundeten, für die
begeisterten Anklang gefunden hatte. Witwen und Waisen sei kein Neutrali
Eine ernste Stimmung, getragen von1 tätsbruch und dieser schöne Zug des
edler Begeisterung für eine gute und menschlichen Herzens sollte jeder Zeit
gerechte Sache hatte sich der Versamm- ermutigt werden und er forderte alle An
lung von vornherein bemächtigt, und
unter den begeisterten Klängen der 2.
.Regimentskapelle, den- erhebenden Ge
sängen der Chöre, besonders aber unter
den tresslichen Ausführungen der Redner,
welche die Ursachen des Krieges von.
allen Seiten beleuchteten und unsere
Pflichten gegenüber unseren Stammes
genossen mit Nachdruck betonten, kam
diese Stimmung wiederholt und kräftig
zum Ausdruck.
Die Versammlung wurde vom Vor
sitzer Albert Steinhauser zur Ordnung
gerufen der in ein paar Worten den
Zweck der Zusammenkunft erklärte und
dann die Zuhörer aufforderte sich von
den Sitzen zu erheben und in die Nationa
nalhymne „America" einzustimmen.
Zum Schluß wurde das deutsche Ver
teidigungslied: „Die Wacht am Rhein"
gesungen und zwar auch mit Begleit
ung der 2. Regimentskapelle. Die Pau
sen zwischen den einzelnen Reden wurden
durch Vokalund Instrumental- Musik
ausgefüllt. Die Gesangsnummern wur
den von dem Männerchor und dem ge
mischten Chor des Dr. Matrin Luther
College geliefert. „Lützows wilde Jagd"
kam' -zuerst, -dann der. gemischte Chor
mit „Deutschland, Teutschland über
Alles" und „Gott erhalte Franz den
Kaiser" und zum Schluß abermals
der Männerchor mit „Du Schwert an
meiner Linken". Die Lieder wurden
vortrefflich vorgetragen.
we senden auf sich in dieser Angelegenheit
hilfreich zu erweisen. Ihm folgte
Pfarrer R. Schlinkert, der die öfter
reichische Seite des Krieges beleuchtete.
In warmen, eindringlichen Worten er
mahnte er zur Liebestätigkeit. Redner
sagte wir seien nicht zusammengekommen
um den Krieg zu glorisiciren, sondern
nachdem er einmal da ist, unparteiisch
festzustellen wer daran Schuld fei. Nach
Ansicht des Redners hatte sich schon seit
Jahren Zündstoff angesammelt und
es bedurfte nur eines Fünkchens um
eine welterschütternde Explosion her
vorzurufen. Diesen Funken lieferte die
Ermordung von dem Kronprinzen
Franz Ferdinand von Oesterreich-Un
garn der politische und sociale Reformen
iir sein Land plante welches Rußland nicht
in den Kram paßte und welches durch seine
Haltung indirekt den Mord verschuldete.
Er wünschte Deutschland und seinem
Verbündeten den Sieg der Waffen,
weil ein Sieg Rußlands gleichbedeutend
sei mit einem Niedergang deutscher
Kultur und' Wissenschaft. Er legte
fpeäell denen ans Herz welche arm hier
herkamen amd sich jetzt des Wohlstandes
erfreuen freudig und großmütig zu
dem Rote Kreuz beizusteuern. Dsn
Schluß bildete Pastor Geo. Mayer, der
einen Aufruf zur schnellen Hilfeleistung
verlas und ebenfalls in herzlichen Worten
das Unternehmen der Hilfsgesellschaft
unterstützte. Alle ernteten von der
begeisterten Menge für ihre ernsten
und herzlichen Worte wohlverdienten
Applaus.
Ehe die Versammlung sich betragte
machte der Vorsitzer noch bekannt, daß
der Vollzugszausschuß im Sinn habe
wenigstens $2500 in New Ulm für
den Rote Kreuz Fonds aufzubringen.
Die Absicht ist wenigstens fünf Leute zu
bekommen die je $100 zeichnen, zehn die
$50 und zwanzig die $25 schreiben. Um
das Collektireu für den Fonds so schnell
wie möglich zu bewerkstelligen wurde
New Ulm in Distrikte geteilt und die
folgenden Komitees ernannt: Mühlen
Distrikt nördlich von Centerstraße und
östlich vom Northwestern Bahngeleise:
Jake Vetter, Henry Fast und Mike
Gorreis Mühlen Distrikt, südlich von
Centerstraße: Christ Lindmey^r, John
Mueller, Jerry Reardon und Alfred
Nagel German Straße: Nord: Jacob
Kloßner, Christ Ruemke, Christ Fritz
und William Roock Süd, Chas. F.
Kaiser, und Joseph Flor Minnesota
Straße, Süd: John P. Graff, Otto
Oswald, Louis G. Vogel, John Floettl,
Fred Behnke und Fritz Aufderheide
Nord: Chas. Stuebe, Sr., Theo.
Mueller, Andrew Saffert, John Forster,
Willibald Eibner und F. W. Eibner
Broadway, Nord: Alf. I. Vogel, Jos.
I. Dietz, John Weddendorf, Fred
Pfaender, Frank Niemann und William
G. Alwin Süd: Otto Schneider,
Math. Eichten, Fred Hamann und F.
W. Dietz State Straße, Nord: John
Henle, Ed. Alwin, Christ Filzen und
Alex Ranweiler Süd: Herman Hein,
Eugene Pfefferle und George Hogen
Washington Straße, Süd: W. I.
Julius, H. W. Engelbert, Henry
Schwartz und Chas. Stolz Nord:
Otto Tappe, F. H. Retzlaff, John
Franta, Fred Radtke und Franz Vogel
Franklin Straße, Nord: Wm. Boett
ger, Louis Haas, Chas. Kuehlbach,
Capt. Jos. Hofmeister Süd: von
Center Straße alles in einer südwestli
chen Richtung bis an die Stadtgrenze
einschließend: Carl P. Manderfeld,
Aug. Puhlmann, Chas. Weilandt und
William Thiedemann Jefferson Straße
Nord von Center Straße und alles in einer
südwestlichen Richtung bis an die Stadt
grenze einschließend: Mike Schuster,
A. I. Meyer, Herman Cordes, Geo.
Puchner, Phil. Lang und Anton Zeug.
Geo. Stege von Courtland hat
eine Stelle in der Insurance Office von
Henningsen angetreten.
Jahrgang 51. New Ulm, Minnesota, Freitag den 18. Sept., 1914. Nummer Iß
Nachdem die Deutsche Armee sich ungefähr eine Woche im Rückzug
befand hat dieselbe Halt gemacht und eine zweite große Schlacht ist im Gange.
Generalstab erklärt die Lage im Westen für günstig.' Verbündete haben
auf der ganzen Schlachtlinie keinen Sieg davongetragen.
Serben aufs Ha»pt geschlagen.
Die serbische Armee welche über die Save nach Ungarn eingedrungen
war, ist aus der ganzen Linie geschlagen- worden. Szerem in Slavonien
und Banat sind jetzt vollständig vom Feinde gesäubert.
Lage im Osten günstig.
Russische Wilna-Armee wird geschlagen und fast vernichtet.
Russen erlitten große Verluste und befinden sich in wilder ucht.
Verlin, 15. Sept., über Kopenha
gen. Hier wird offiziell bekannt ge
macht, daft Ge». von Heeringen tut
Elsaß die Offensive ergriffen und
die Franzosen in der Nähe von
Giromagny, nördlich von Belfvrt,
über die Vogesen getrieben hat.
Nordwestlich von Altkirch sollen noch
heftige Kämpfe stattfinden.
Nach der Uebergabe von Longwy
soll der deutsche Kronprinz eine Un
terredung mit dem französischen Be
fehlshaber der gefallenen Festung ge
habt und ihm schwere Vorwürfe dar
über gemacht haben, da-ß die franzö
fischen Soldaten. Dum-Dum-Kugeln
während der Schlacht benutzten. AlS
der französische General dem Krön
Prinzen seinen Degen überreichte, soll
der Kronprinz den Degen über dem
Knie zerbrochen haben. „Ihren De?
gen muß ich nehmen", soll der Krön
prinz gesagt haben, als er die Was
fe zerbrach, „aber Ihre Soldaten
haben mit unehrlichen Mitteln ge-
eroberten Fe-
London, 15. Sept. Die Englän
der beeilen sich der Welt mitzuteilen,
daß die Meldung, russische Truppen
seien durch England nach Frankreich
und Belgien geschickt worden, eine
Unwahrheit sei. Die Meldung wird
von amtlicher Seite sogar sehr ener
gisch abgeläugnet. Die Zensur hat
sich in den letzten Tagen wieder der
maßen verstärkt, daß die Zeitungen
dem Publikum nur Phantasiegemäl
de vorsetzen können. In den Nach
richten wird die Armee des Krön
Prinzen von Bayern, der bei Nancy
steht, fortwährend mit der Armee
London, 15. Sept. Auch die rus
fischen Berichte von Galizien klingen
heute weniger prahlerisch, und es ist
mit einiger Sicherheit anzunehmen,
daß die Oesterreicher den Russen eine
gesalzene Niederlage beigebracht ha
bn. Der Bericht lautet wörtlich:
„Obgleich wir keine Nachricht er
halten haben, daß der'Armee des
Gen. Brussilosf ein Unglück pas'
siert ist'und obgleich wir noch nichts
von Gen. Ruzsky gehört haben, so'
nimmt man doch an, daß die Oester
reicher ein Drittel ihrer ganzen Ar
mee und zwei Drittel ihrer ganzen
Artillerie verloren haben. Auch ist
es klar (obgleich man überhaupt noch
nichts gehört hat), daß die übrigen
Teile der österreichischen Armee und
die Hilfskorps der deutschen Armee
bereits in Przemysl eingeschlossen
sind. Man wird sie dort bis zum
Ende des Krieges „aufheben." (Die
ses Muster von russischer Kriegsbe
richterstattung' spricht für sich selbst
Anm. b. Red.)
London. 15. Sept. In einer De-
Die
pesche an die „Post" weiy Peiro
grad sich auf eine meisterhafteWeise
aus dem ostpreußischen Schlamassel
zu Ziehen. Der Berichts der den
Engländern Mut machen soll, lautet
tvie folgt: „Um den Oesterreichern
zu helfen, brachen die Deutschen mit
überwältigender Macht auf unsere
Stellung zwischen Nordenburg und
Goldap. Gleichzeitig hatten wir
Truppen zurückgezogen, um gegen die
Oesterreicher im Süden zu kämpfen.
Der deutsche Angriff war deshalb
sehr zeitgemäß. Aber unser General
Renmnkampf brachte dem Feinde
schwere Verluste bei/
•Feiner berichtet der Korrespon
dent, daß ein deutsches Armeekorps
und die T«ile eines anderen nun
mehr verloren seien. Der Zeitungs
mann ist nämlich gleichzeitig ein
Prophet und militärischer Schärfst
her. Er berichtet nämlich, daß die
Deutschen Truppen mit ihren öster
rUchjsche» Waffenbrüdern einfach
kämpft." Der General stritt die Festung ^Przemysl -eingeschlossen
hauptung des Kronprinzen ab, doch! werden würden. Den Schluß des
wurden noch Vorräte von Dum- Berichtes bildet eine lange Lifte der
Dum-Kugeln in der
stung gefunden.
gewöhnlichen 'kussischen Heldentaten,
in der zwei Russen ein östereichi
fches Armeekorps in das russische
Lager führen, und andere.
London, 15. Sept. In einer
aus Kopenhagei eingetroffenen De
pefche heißt es, daß der Berliner
„Lokal-Anzeiger meldet, daß der
Grund, weshalb die österreichische
Armee in Galiz en geschlagen wurde,
in der numme'ischen Ueberlegenheit
der russischen Armee zu suchen ist.
Die Zahl der russischen Truppen
übertraf die de|r Oesterreicher und
Deutschen um i50,000 Mann. Die
Verluste der Oesterreich« waren rie
sig, einzelne Regimenter verloren alle
des deutschen Kronprinzen, der bei I Offiziere. Die Russen drangen ganz
Verdun steht, verwechselt. Die Zei
tungen geben selbst zu, daß die au
genblickliche Lage durchaus unklar ist,
stimmen aber darin überein, daß es
Gen. von Kluck nach einem meister
haften Rückzüge gelungen ist, wieder
festen Fuß zu fassen.
plötzlich zwischen ben Armeen der
Generäle Dankl und Auffenberg vor
und machten den Rückzug dadurch
^absolut notwendig.
Ein anderer Korrespondent be
hauptet, daß der Sieg der Russen
ihrer Artillerie zuzuschreiben ist.
10.
XJK
Hauptheer zu trennen.
des Gen. von Bülow hat sich mei
sterhaft gehalten und zusammen mit
dem rechkkn Flügel des deutschen
Zentrums glicht tiüi Rheims, son
dern auchEpernay gehalten SeineAuf
get5t war neben der der Armee von
Klucks zufallenden die schwerste. Eine
ganze Woche lang mußte er den
furchtbaren .Druck der französischen
und englischen Armee aushalten.
Sein hartnäckiges Aushalten war
außer der von Kluck selbst entWickel
ten erstaunlichen Schnelligkeit die
Rettung für des letzteren Armee.
Die deutsche Linie zieht sich nun
mehr von Soifsons über Epernay u.
Revigny nach Verdun, wo die Armee
des deutschen Kronprinzen eine durch
Metz u. die Argonnen geschützte Stet
lung einnimmt und Verdun be
schießt. Die Stellung des deutschen
Kronprinzen ist fchon deshalb von
besonderer Wichtigkeit, weil sie einen
großen Teil der französischen Armee
festhält und so an gemeinschaftlicher
Aktion auf das deutsche Zentrum bei
Revigny und Laimont verhindert.
Die deutsche Stellung ist einer gro
ßen „6" nicht unähnlich. Im In
item derselben befinden sich Rheims,
Chalons und Verdun.. Der Rücken
ist frei, und es ist mit einiger Si
cherheit anzunehmen, daß sich im
Norden der „6" bei St. Quentin,
Peronn« und Cambrai auch deutsche
Truppen befinden. Im Süden Hal
ten die Armeen des Gen. von Hee
ringen und des bayerischen Krön
Prinzen die französischen Garniso
nen von Nancy und Toul fest. Bei
de Festungen werden bombardiert.
Die französische Armee in Velfort
dürfte durch die beiden östereichifchen
Armeekorps, von denen man seit Be
ginn der großen Schlacht nichts mehr
gehört hat, festgehalten werden.
Nur ein Gerücht.
Aus
Dieppe Uebergabe der ersten
Armee gemeldet.
London, 15. Sept. Der Korre
spondent der „Central News" in
Dieppe meldet unter dem gestrigen
Datum, Montag, den 14. Sept., daß
man in Dieppe erzählt, daß die Ar
mee des Gen. von Kluck sich ergeben
habe. Wörtlich fügt der Korrefpon
dent hinzu: „Hier geht ein Gerücht
um, das die Uebergabe der von
Kluckfchen Armee meldet. Diese soll
durch eine Flankenbewegung der Ver
bündeten über Ham und Roye zu
sammen mit Verstärkungen von
Boulogne erwirkt worden sein. Gen.
von Kluck ergab sich angeblich mit
14,000 Mann, während ein anderer
Bericht sagt, daß es 25,000 Mann
waren." (Die Nachricht ist höchst un
wahrscheinlich. Denn erstens han
belt es sich nur um ein Gerücht,
zweitens ist bie Depesche gestern ge
schrieben unb burch spätere Mittei
lungen bes beutschen Generalstabes
bereits. grünblich widerlegt worden,
und drittens wurde selbst von feind
licher Seite die Armee des Gen. von
Kluck an der Aisne, in der Gegend
von Soissons, in befestigter Stellung,
gemeldet, während Ham und Roye
bedeutend nördlicher liegen. Außer
dem bestand die Armee aus drei Är
Meekorps oder 150,000^Mann. Wenn
brefMHm" gestern stammende Nachricht
auch nur einen Schimmer ber Wahr
heit an sich trüge, so wäre bie Ueber
gäbe ohne Zweifel längst von an
berer unb von offizieller Seite ge
melbet warben. Anm. b. Reb.)
Rotterdam, über London,
Sept. Eine Berliner Depesche
klärt, daß der deutsche große Gene
ralstab mit der augenblicklichen Lage
in Frankreich und mit der neuen
Entwicklung auf dem Schlachtfelde
sehr zufrieden ist. Der Generalstab
weigert sich aus strategischen Grün
den, den über der nahen Zukunft
liegenden Soleier zu lüften, gibt
aber zu, daß eme neue Schlacht?e
gönnen hat, bie bei der Abfendung
des Telegramms günstig für die
Deutschen stand. Mit diesem Tele
gramm stimmen die Berichte an den
Botschafter und die ber Feinbe völ
lig überein, nur mit bern Unterschie
de, baß Gen. von Kluck seine Rück
wärtsbewegung bereits am Montag
ober vielleicht gar am Sonntagabend
zum Halten brachte, sobald er er
reicht hatte* was er wollte, nämlich
eine günstige Stellung an der Aisne
und die von den Belgiern erwar
teten Verstärkungen. Nach den fran
zösischen und englischen Berichten ist
es ben Verbünbeten trotz wütenber
Kämpfe nicht gelungen, die von Kämpft stattgefunden habm. find noch
Kluckscke Armee von dem de«M°n w»^mtsch-.d-nd-n Result...
er­
Amtlicher Bericht/
Berlin, 15. Sept. über Amsterdam
und London. Der beutsche General
stab hat heute die folgende offizielle
Ankündigung bekannt gegeben:
„Auf bem westlichen Kriegsschau
platz ist ebr.rechte Flügel unserer Ar
mee an sehr heftigen, aber unentfchie
denen Schlachten beteiligt gewesen.
Die Franzosen, die unsere Linien zu
durchbrechen versuchten, wurden glän
zend geschlagen.
„An allen anderen Punkten, wo
Altfettler Fest nächsten Sonntag, 20
September.
Letzten Freitagabend versammelte sich
,das Arrangement Komitee für das 10.
Altfettler Fest und entwarf das Pro
gramm welches nächsten Sonntag Nach
mittag zur Durchführung gelangen soK.
Wie in früheren Jahren wird auch dieses
Jahr der Redeaktus auf 2 Ansprache®,
beschränkt. Der stellvertretende Mayor,
Theo. Mueller hält die Begrüßungs
ansprache und Albert Steinhauser die
Festrede. Die 2. Regimentska'peCfc
liefert die Musik. Etliche TurnnnM
merit von feiten der Zöglinge werbet?
aufgeführt und es gibt auch Wettspiele
für die Kinder. Die Pioniere unb Alt
settler sind auch dieses Jahr wieder die
Gaste der Jungpioniere. Ihre Ab
zeichen werden sie oben im Park be
kommen.
Damit feine Mißverständnisse vor
herrschen soll nochmals erwähnt werben,,
daß alle diejenigen welche während uM
vor dem Jndianerkrieg hier waren al?
„Pioniere" bezeichnet werden. Solche
die später kamen, aber schon 40 Hahn
hier gewohnt haben und über 60 Jahre
alt sind werden als „Altsettier" bt^
zeichnet. „Altfettler" sowohl wie „Pia
niere" bekommen ihre Festabzeichen um*
sonst. Alle anderen bezahlen einen Ein-
tritt von 10 Cents.
Ein Komitee bestehend aus ben
Frauen W. G. Alwin, Frau L. G.-Bell
und Frau L. B. Krook wird dafür
sorgen, daß die „Alten" etwas Gutes
zu essen bekommen. Dieses wird ihnen
auch unentgeltlich geliefert. Alle An
deren welche gewillt sind im Park 'ihr
„Supper" einzunehmen wird vollauf
Gelegenheit gegeben dieses zu tun und
zwar zu einem raisonablen Preise. Für
Erfrischungen jeglicher Art wirb besten?,
gesorgt werben. Eine herzliche Eir^
ladung ergeht an die Bürgerschaft New
Ulms und Umgegend durch ihre Beteili
gung am Feste mitzuhelfen den „Alte#
einen angenehmen Nachmittag zu b?.-~
reiten. Die Beteiligung sollte über
haupt eine weit größere sein wie je ymm
weil das betreffende Komitee am Mitt
woch die Bestimmung traf, daß ber
Ueberschuß von diesem Feste in den
deutsche unb Österreich-ungarische Noir
Kreuz Fonds fließen soll. Also am
zum Altfettlerfest im Turner Pack
nächsten Sonntag.
Gradirarbeit-Contrakte veigeben.
Anfangs der Woche wurde mit berr:
Gradiren von State Rural Highway
No. 54 begonnen. Die Kontrakte
wurden Donnerstagmorgen letzter Woch^
an William Jensen, Harvey Leopow
und B. I. Schmitz, alle von WabaM
vergeben. Im Ganzen wurden 6 Kou
trakte vergeben, 3 an Schmitz, 2
Jensen und einer an Leopold. Durch
die Arbeit die schon bereits an diese?.
Landstraße getan wurde, ist es nicht not
wendig genannte Straße durchweg p.
gradiren. Wo schon früher Arbeit ge
tan wurde braucht die Straße iuir: 2
Fuß breiter gemacht zu werben.
Schmitz und Jensen haben bereite
mit ihrer Arbeit begonnen. Bis znir.
15. Oktober nächsten Jahres mich
sämtliche Gradirarbeit vollendet sein
und erhalten die Eontraktoren dafür^die
Summe von $12,804.30. Dies ist
$3,8424.80 weniger als diese Arbeit
vom Bermesser Robertson veranschlagt
worden war.
Für die ganze Arbeit wie 'in -den
Plänen und Specisikationen vorge
schrieben ist wurde ein Angebot einge
reicht und zwar von A. G. Anderson von
Springfield. Sein Angebot.belief, sich
auf $54,239,48. etliche Hmtdert'Dollcffie
weniger als wie vom Distrikt Ingenieur
veranschlagt. Ferner war für die Gra
dirarbeit ein Angebot von Friederick xt.
Barnard von Minneapolis im Betrage
von $17,941.35 eingelaufen. Da dieses
jedoch die veranschlagte Summe vom]
Bermesser um $1,212.25 überstieg, f&
wurde dieses Angebot nicht berück-5
sichtigt.
Für den Bau der notwendigen Brücken
lag ein Angebot von William O'Shek
it. Sons von Minneapolis im Betrage
von $6145 vor und für die Culvers
Arbeit eines von P. C. Hanson van
Springfield im Betrage von $4,327,
Otto Neitge von Mankato hatte efe
Angebot eingereicht für den Bau der
Brücken und Culverts im Betrage VM
$7,755. Dieses Angebot schloß jedoch
Culvert Arbeit im Betrage von ,$1660
nicht ein. Sämtliche Angebote fftr
Brücken und Culverts wurden ver
worsen und der County Auditor wurde
angewiesen bis zum 12. Oktober neue
Angebote für diese Arbeit einzufordern«
Angebote für die Kiesarbeit werden erst
nächstes Frühjahr eingefordert werdet
Die Kosten für diese Arbeit wurden.vom
Distrikt Ingenieur aus $24,535 ver
anschlagt. Wenn die Contrakwren5in
ihrer Arbeit nicht aufgehalten toetden,
so sollte die Straße binnen 14 Monate#
six und fertig fein.

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