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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, November 20, 1914, Image 1

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Jahrgang 51.
Erfolgreiche Treibjagd Weih»achtK»-mn.Komit-- N« ©«?.
Nächsten Sonntag „Turkey Shoot"
und „Deer Raffle" auf „Fair
Grounds."
Unter dem Obercommando von Ferdi
nand Crone machten sich Sonntag
morgen Punkt 8 Uhr 48 Jäger und
Treiber auf nach Crones Farm bei
Swan Lake zur jährlichen „Haseutreib
jagd" um genug Hasen zu erlegen für
den „Hasenpfeffer" welcher nächsten
Sonntag auf den „Fair Grounds" ge
legentlich des „Turkey tohoot" und
„Deer Raffle" serviert werden soll. Eine
Treibjagd wurde morgens.^ und eine
Nachmittags abgehalten und im Ganzen
wurden 85 Hasen erlegt. Ebenso viele
und noch mehr sollen entkommen sein.
Jesse Becker wurde angeschossen. Er
kann von Glück sagen, daß der Hauptteil
der Ladung über seinen Kopf hinwegging
und nur ein Schrotfont ihm ins rechte
Ohr drang.
Verproviantirt war die Gesellschaft
genug. Mindestens 10 Gallonen
Sauerkraut, 80 Pfund Wienerwurst, 10
Gallonen „Pork Chops", 10 Gallonen
Pickles", 20 Laib Noggenbrod, 2 ge
backene Schinken, waren bestellt wor
den, die üblichen flüssigen Erfrischungen
nicht zu vergessen. Außer der Jagd
hatte die Gesellschaft noch massenhaft
Zeit zum Ulk und zur Unterhaltung und
sie nutzten diese gründlich aus. Ncacho
und Kraus lieferten die Tafelmusik auf
ihren Concertinas. Feuerwerk wurde
abgeschossen und allerhand Mummen
schanz aufgeführt. Der offizielle Pho
•k. tograph fehlte selbstredend nicht und
nahm verschiedene gelungene Aufnahmen.
Die Rückfahrt erfolgte frühzeitig genug
so daß alle zum Abendessen wieder zu
Hause waren.
Wie schon oben erwähnt finden die
erlegten Hasen Verwendung zum Hasen
Pfeffer welcher nächsten Sonntag auf den
„Fair Grounds" ausgetischt wird, ge
legentlich das „Turkey Shoots". Ein
Hirsch kommt auch dieses Jahr wieder
zur Verlosung der von der" Schell
Brauerei geschenkt wurde. Alle Freun
de der „Fair" sollten nicht versäumen
diese Affaire nächsten Sonntag zu unter
stützen. Der Reinertrag fließt in die
Kasse des landwirtschaftlichen Vereins
und wird hoffentlich groß genug, so daß
die Direktoren des Vereins genug er
mutigt werden nächstes Frühjahr mit
dem Ban eines neuen „Grand ^Stands"
zu beginnen. Also nächsten Sonntag,
auf nach den Fair Grounds?
Vertagte Stadtratsitzung.
In der vertagten Sitzung des Stadt
rats Ickten Montagabend wurde die An
gelegenheit betreffs der Assessments für
das Pflastern von Minnesota Straße
an den Rat für öffentliche Arbeit ver
wiesen und den Kontraktoren Fielding
:c Shepley wurde der Restbetrag von
$16,086.39 bewilligt. Die Original
Kontraktsumme betrug $37,152.89.
Höchstwahrscheinlich wird den Grund
eigentnmbesitzern Gelegenheit gegeben
werden das Asseßment in 10-jährlichen
Installationen zu bezahlen. Bei Be
sprechung dieser Angelegenheit wurde
darauf hingewiesen, daß der Geldmarkt
etwas knapp sei und daß die Stadt kaum
in der Lage sein würde, die restireuden
Beträge mit nur 4 Prozent zu belasten,
weil die Stadt selbst höhere Zinsen be
zahlen müßte. Durch eine Bondaus
gäbe und Borgen des Geldes vom
Staat könnte die 4 prozentige Rate er
möglicht werden.
4. Weil die Arbeit in der City Clerk
Office stetig zunimmt wurde beschlossen,
das Gehalt des Stadtschreibers auf $125
pro Monat zu erhöhen. Ein Hundert
Dollars monatlich bekommt in Zukunft
Herr Backer als Stadtschreiber und $25
als Collektor für die Stadt. Herr
Netzlass, Vorsitzer des Finanzkomitees
nahm die Gelegenheit wahr Herrn
Backer wohlverdientes Lob zu spenden
für die musterhafte Weise in welcher er
sein Amt verwaltet.
Auf das Gesuch von Jacob Kloßner,
Jr., Conrad Dirks und George Gieseke,
Sr., welche im Interesse der Union
MHospital Gesellschaft erschienen waren,
wurden die Assessments gegen das
Hospital Eigentum für Gradiren und
Legen von Wasserrohren im Betrage von
$539 erlassen. Da schon früher quasi
öffentliche Institutionen von der Stadt
fasse sinanciell unterstützt wurden, so
glaubten die Mitglieder des Stadtrats
in diesem Fall auch etwas tun zu dürfen.
Frl. Frieda Wiegand schreibt, daß
sie nun zu Hause sei und daß ihre
Deutschlandreise ein reiner Genuß wa»,
da sie sich hauptsächlich in Berlin auf
hielt und fast garnichts von den Unan
uehmlichkeiten des Krieges gemetkt habe.
Abonniert auf die „New Ulm Post"
Montagabend hatte das Municipal
Weihnachtsbaum-Komitee seine erste
Sitzung und besprach die Angelegenheit
im Allgemeinen. Bestimmt wurde die
Hauplfeier am 23. Dezember abzuhalten
und einen allmächtigen Weihnachts
bäum zu besorgen welcher an der
Kreuzung von Minnesota und Center
strafte aufgestellt werden soll. Der
Baum wird selbstredend im Weihnachts
schmuck erscheinen und mit colerirten
Glühbirnen erleuchtet. Bei der Feier
soll eine kurze Ansprache gehalten werden,
und musikalische Nummern, bestehend
aus Gesängen von Schulkindern und
Nummern von der 2. Negimentskapelle
vorgetragen werden.
Es wird geplant ungefähr 2000 Säcke
mit Candy und Nüssen gefüllt, an die
Kinder an diesem Abend zu verteilen.
Die Auslagen werden auf ungefähr
$500 veranschlagt und es sollte keine
allzugroße Schwierigkeiten kosten diese
tsumme aufzutreiben. Es haben sich
schon bereits etliche freiwillig gemeldet,
einer sogar mit $50. Es wird dem
Komitee selbstredend nicht möglich sein,
alle Bürger persönlich aufzusuchen und
es schlägt deshalb vor, daß alle welchejn
Metern Zweck beisteuern wollen sich
einfach bei einem Mitglied des Komitees
melden. Das Komitee fetzt sich wie
folgt zusammen: I. F. Armstrong,
Vorsitzer, Adolph G. Meile, I. A.
Ochs, F. W. Johnson und Dr. G. F.
Reineke.
HochzeÜsglocken.
Letzte Woche ist hier die Nachricht
eingetroffen, daß Frl. Alma Lindmeyer
!nnd Union Siegel am 20. Oktober in
Kansas City, Mo. in den Ehestand
traten.» Die Braut ist eine Tochter von
Jos. Lindmeyer von hier. Der Bräu
tigam. war bis vor Kurzem in der
hiesigen Eagle Roller Mühle in An
stellung. Vorläufig werden die Neu
vermählten bei den Eltern des Bräuti
gams wohnen.
In aller Stille wurden Dienstag
abend im Heim der Brauteltern, Herrn
und Frau Joseph Werdan, deren Tochter
Frl. Elsa und Eugene H. Nelson in die
Rosenfesseln der Ehe geschmiedet.
Pastor George Mayer schürzte den
Knoten. Herr und Frau Joseph Wer
!dan fungirten als Trauzeugen. Der
Bräutigam ist ein Brückenschreiner und
arbeitet für die M. ?c. St. L. Mitt*
woch machten die Neuvermählten eine
Hochzeitsreise nach den Zwillings
städten und werden sich nach ihrer
Rückkehr hier in New Ulm häuslich ein
richten.
Mittwochnachmittag um 2 Uhr reichte
in der hiesigen lutherischen Kirche Frl.
Hertha Nolloff dem Auserkorenen ihres
Herzens, Otto Milbrett, die Hand zum
schönsten Bunde des Lebens. Pref.
John Melier vom Dr. M. L. College
sprach die bindenden Worte in Gegen
wart von Frl. Alma Lambrecht, Frl.
Ella Rosenau und Math. Milbrett und
William Rolloff, welche als Trauzeu
gen fungirgten. Die Braut ist die
Tochter von Herrn und Frau Fred
Nolloff und der Bräutigam der Sohn
der Eheleute Gust. Milbrett. Nach der
kirchlichen Ceremonie fand im Hause
der Eltern der Braut eine gemütliche
Hochzeitsfeier statt, zu welcher die
nächsten Verwandten und intimsten
Freunde der contrahierenden Parteien
eingeladen waren. Beide jungen Leute
sind hauptsächlich in Milford wo sie
wohnen vorteilhast bekannt und die besten
Glückwünsche ihrer Freunde begleiten sie
auf dem Lebenswege. Die Neuver
mahlten werden sich auf der Otto Radke
Farm in Town Milford häuslich ein
richten.
Gestein nachmittag fand in der hie
sigen luther. Kirche die Trauung
von Hertha Rollo ff mit Otto Mil
brett statt. Die Trauzeugen wa.en
Win. Rolloff, Walter Milbrett, Frl.
Ella Rosenau und Alma Lambrecht.
Nach der Trauung fand eine Hochzeits
feier im engsten Familienkreis im Hau
se der Brauteltern in Milford statt
Die Braut ist die Tochter von Herrn
und Frgu Fritz Rottoff und der Bräu
tigam der Sokm von Herrn und Frau
Gustav Milbrett. Die Brautleute sind
zwei wohlbekannte junge Milforder und
werden auf der Otto Radtke Farm in
Milford wohnen.
Skat Abend in der Turnhalle.
Beim Skatspiel in der Turnhalle
Dienstagabend gewann Ernst Wicherski
den ersten Preis mit 15 gewonnenen
Spielen, Herman Beußmann den 2.
Preis mit 620 Punkten und Otto
Oswald führte sich den 3. Preis,
Eckstein Solo gegen 3 Matadore zu Ge
müthe. An vier Tischen wurde gespielt.
Der Besuch läßt immer noch sehr zu
wünschen übrig und ein Appell geht an
die Skatspieler nächsten Dienstag voll
zählig zu erscheinen.
Lonoon, 17. Nov. Tem Neuter
Bureau geht aus Koustantinopel
über Amsterdam folgende amtliche
Grrfläritnf» des türkisch?« General-
stabes zu: Bei Fao, in der Provinz
Basra, am persischen Meerbusen,
griffen wir gestern die Engländer
uit und brachten ihnen schwere Äer
luste bei. Tie Briten verloren niv
gesähr l,üüu Mau» an Toten.
Der Führer foer Aus ständischen in
den kaukasischen Gebirgen, Abdur
Resak, hatte sich mit 300 Gesinnungs
genossen über die Grenze begeben, um
sich den Russen anzuschließen. Die
Truppe wurde '.»doch von unseren
Soldaten überrascht und viele der
selben wurde getötet. Bei den Kämp
feit bei Koprutcc und der nachfol
genden Verfolgung der Russen wur
de weitere Beule gemacht. U. a.
erbeuteten wir eine russische Stand
arte. Viele Gefangene wv" "n ge
macht.
London, 17. Nov. Der „Reuter
Telegram Co." ist aus Sofia eine
Depesche zugegangen, die eine vom
Laut amtlicher Berichte steht die Einnahme Belgrads, der Hauptstadt!
Serbiens, durch die Oesterreicher bevor. Im Süden sind Lsterreich-ungarische'
Truppen bis an den Fluß Kolnubara, im nördwestlichen Serbien vorgedrungen^
und haben den Fluß bereits an mehreren Stellen überschritten. Die völlige!
Niederlage der Serben ist nur eine Frage der Zeit.
Berlin. 17. Nov. Gestern spät
nachmittags wurde hier der folgende
amtliche Kriegsbericht bekannt ge
geben:
„Auf dem westlichen Kriegsschau
platz wurde gestern tiun Seiden
kämpfenden Parteien nur eine sehr
mäßige Tätigkeit entwickelt, weil
den ganzen Tag ein heftiger Sturm
wütete, der die ganze legend, über
die sich der Kriegsschauplatz hin»
zieht- heimsuchte.
„In Flandern machen itiijerc At
tacken langsame Fortschritte, aber in
den Argsnuen haben wir weitere
wichtige Erfolge zu verzeichne».
„Im Osten wird weiter gekämpft..
Gestern trieben unsere Truppen, die
in Ostpreußen operieren, den Feind
in der südlich von Stallnpvnen ge
legenen Gegend zurück. Unsere
Streitkräfte in Wcstpreußen brach
te» bei Soldun das Vorrücken der
Russen zum Halten a«d drängten sie
nach einer erfolgreichen Schlacht bei
Lipno in der Richtung von Plock zn
rück.
„Starke russische Streitkräfte rük
ken auf dem rechten Ufer der Weich
fei vor. In den Kämpfen ,die wir
zu bestehen hatten, machten wir
fünfhundert Gefangene. Außerdem
hatten wir bis gestern zehn Schnell'
fcncrgeschützc erbeutet.
„In der Schlacht, die als Fort
fetznng nnscrer Erfolge bei Wloc
lawek in Russisch Polen an der
Weichsel dreißig Meilcn nordwestlich
von Plock im Gange war, ist eilte
Entscheidung herbeigeführt worden.
Mehrere russische Armeekorps, die
uns gegenüber standen, wurden biet
über Kntno hinaus zurück getrieben.
Nach den vis jetzt vorliegenden Be
richten sind 23,000 Russen gefangen
genommen werden. Außerdem er
beuteten unsere Truppen mehr als
zwanzig Schnellfenergcfchsche und
einige Kanonen, deren genaue Zahl
«och nicht festgestellt werden
konnte."
Französische Anfälle ans Vetdun zurückgeschlagen
Tie Kämpfe in Westslandern dauern fort, doch bleibt die Lage im All-j
gemeinen unverändert. Im Argonnenwäld werden die deutschen Angriffes
erfolgreich weitergeführt. Franzosen gezwungen einige ihre Stellungen!
südlich von Cirey aufzugeben. Das Chateau Chatillon wurde von deutschen
Truppen erstürmt.
Russische Heere werden zmückgeworfen
£ic russische Armee] die bei Lipno geschlagen wurde und die welche bei
Wlozawek eine Niederlage erlitt, sind beide bedeutend zurückgetrieben worden.
Eine weitere russische Armee ist südlich von Soldau in Ostpreußen!
gezwungen worden, .zu retiriren. Neue Kämpfe sind nördlich von Lodz
im Gange aber eine Entscheidung ist noch nicht erzielt worden.
New Ulm, Minnesota, FreitaH den 20. Nov., 1914. Nummer 4i
vor Uebergabe
io., yiwcuiucr nuiuic
flänmg enthält. Diese lautet:
„Türkische Truppen griffen die
russischen Stellungen bei Lylan an.
Diese Stadt lügt in unmittelbarer
Nähe der russischen Grenze, nicht
weit vom Schwärzen Meere. Dort
hatten die Russen schwere Verluste.
Sie versuchten Truppen landen zu
lassen, doch diese wurden auseinan
dergetrieben.
„Eine andere Abteilung türkischer
Truppen besetzte, die Ortschaft Duz
teny und umzingelte die Russen bei
Hammedreszi. Große Vorräte von
I Munition und Lebensmitteln wur
dm erbeutet.
„Heute bombardierten die Russen
ohne jeden Erfolg die Grenzorl'ck^f
ten Kokmusch und Abislah."
London, 17. Nov. Alle von
Kriegsschauplätze kommenden Berich
te stimmen darin überein, daß die
Zustände an bn Front in den letz
ten Tagen wegen des furchtbaren
Wetters aller Beschreibung spotten.
Die Leute in den Schützengräben ha
ben die furchtbarsten Strapazen zu
erleiden. Die Schützengräben sind
mit eiskaltem Baffer gefüllt, und
selbst höher gelegene Stellungen sind
entweder unter Wasser oder sind so
sumpfig, daß die Geschütze darin
oersinken. Die beiderseitigen Gegner
tun das Menschenmöglichste, um
den Truppen das Dasein Zu erleich
Lern, indem man für hölzerne An
lerlagen sorgt, cie die Soldaten we
nigstens vor nassen Füßen schützen
sollen. Aber tr- tz dieses furchtbaren
Wetters wird unablässig gekämpft,
und besonders bei Npern tobt die
Schlacht mit der alten Bitterkeit
weiter. Ein reutsches Infanterie
regiment wurde l'urch die Engländer
in eine Falle gelockt und völlig vom
Erdboden vertilg:. Kein Mann ent
kam.
(Was das Vertilgen deutscher Ne
gimenter Betrifft, so darf man wohl
ruhig annehmen, daß der Verwun
bete, der diese haarsträubende Ge
schichte erzählt haben soll, noch im
Fieberwabne lag. Anm. d. Red.1
London, 17. Nov. In einer Be
sprechung der allgemeinen Kriegs
läge kommen bii führenden Londo
ner Blätter zu dem Resultat, daß die
Deutschen im Osten plötzlich eine
höchst energische Offensive ergriffen
haben, und Zwar gleichzeitig an zwei
Stellen. „Die berliner Kriegsexper
ten", heißt es, «haben den beut
schen Rückzug vcn Warschau mit der
größten Freiheit besprochen und he
ben besonders lie glänzende militä
rische Tat Hervel, die dieser Rück
zug darstellt. Der Rückzug wurde
in den deutschen Zeitungen nicht ver
heimlicht, wenngleich die Nachrichten
währenb des Rückzuges ziemlich ma
ger ausfielen.
„Die Deutschen haben bas größte
Vertrauen auf den Erfolg der neu
en Offensive, und die großen Er
solge der Deutschen in den letzten
Tagen beweisen tot allen Dingen den
riesigen Vorteil, den strategische Ei
seybahnen in vx Nähe der Grenze
,1
und' eine Schladt in der Nahe der
heimatlichen Basis überhaupt bietet.
Die Deutschen scheinen fest entschlaf
sen, die Russen aus ihrem Lande zu
halten, und die Meinung der engli
schen Militärfachleute geht dahin,
daß die Deutschen vom Norden und
vom Nordwesten die Russen auf die
Linie Plock-Kutnc zurückzuwerfende
absichtigen."
(Wie aus dein Bericht hervorgeht,
ist der Zensor wieder an der Arbeit,
denn daß die Absicht, die Russen aus
Kutno zurückzuwerfen, bereits aus
geführt wurde, wissen die Briten an
scheinend nicht. Anm. d. Red.)
Weiter heißt cs: „Zum erstenmal
geben die Russen zu, daß sie im
Kaukasus eine schwere Niederlage er
litten haben, und daß sie aus ihren
Stellungen bei Koprukoi herausge
worsen worden sind.
Während die Deutschen sich in Po
len unzweifelhaft in der Offensive
befinden, scheinen die Oesterreicher in
Galizien weiter zurückgedrängt zu
werden. Nichtamtliche Berichte mel
den, daß Krakau bereits von den
Russen belagert r»ird, doch fehlt für
diese anscheinend verfrühte Meldung
vorläufige jede amtliche Bestätigung.
Im grellen Widerspruche zu der Mel
dung über Krakau steht die russische
Meldung, daß die Deutschen mit
den Oesterreichern wiederum eine
Verbindung vor Krakau hergestellt
haben, ohne Zweifel mit der Absicht,
die Festung unter allen Umständen
gegen die Russen zu verteidigen.
In Londoner Reederkreisen ist man
über die Meldung, daß der deutsche
Hilfskreuzer „Berlin" im Norden
von Norwegen gesichtet wurde und
sich anscheinend auf dem Wege zum
Atlantischen Ozean befindet, beim
ruhigt.
Was die Kampfe an der Iser
anbetrifft, so scheint es nicht, als
ob die Deutschen ihrert ursprüngli
chen Plan, ihren Weg zur Nordküste
zu erzwingen, aufgegeben hätten.
Wörtlich heißt es dazu: „Obgleich der
Kampf noch nicht beendet worden ist.
muß doch so viel gesagt werden:
Die Deutschen haben ohne Zweifel
an Terrain gewonnen, aber noch ha
ben sie Apern nicht genommen. In
dem wir die feindlichen Angriffe
zurückschlugen, haben wir schwere
Verluste erlitten, aber Schlachten, die
mit solcher Wut gekämpft werden,
müssen für Bei1--' Seiten gleich ver
lustreich sein. ,Mr haben vorläufig
die Genugtuung, daß wis bisher die
feindlichen Angriffe zurückgeschlagen
haben."
-f
gegen Lord Warren Hastings, den
9fu8f)P)ltpr
Erfolgreiches Konzert.
Samstagabend trat in der deutschen
Methodistenkirche das „Kipp String
Quartett" auf. Die Glieder desselben,
Herr F. W. Kipp und seine drei Töchter,
erfreuten die zahlreichen Besucher mit
herrlicher Instrumental- und Vokal
musik, die in ausgezeichneter Weise von
allen Gliedern vorgetragen wurde. Das
Kipp Quartett trat letztes Jahr hier zum
erstenmale auf und hat sich durch die
künstlerischen Produktionen einen ausge
zeichneten Ruf erworben.
Folgendes Programm wurde zum
Besten gegeben:
Eanzonetta Op. 12... .Mendelssohn
Adagio Sostenuto von „Moonlight So
nata" Beethoven
Kipp String Quartett
Doppio Movimento von Sonata in
dur Chopin
Piano Solo von Winifred Kipp.
Ungarischer Tanz No .5
Brahms-Joachim
Violin Solo von Maud Kipp
Menuett, Op. 20 Beethoven
Mein Herz immer treu Bach
Saeterjentens Sonntag Ole Bull
Kipp String Quartett.
Polonaise (Militär) Op. N. 40, No. 1
Chopin
Piano Solo von Winifred Kipp
Scene de Ballet de Beriot
Violin Solo von Hazel Kipp.
Barcarolle von „Tales of Hoffmann"
Offenbach
Winifred und Hazel Kipp.
Marsch Militär Schubert
Kipp String Quartett..
Erfolgreiches Treibjagden seitens der
Turner.
Einladungen zu dem jährlichen „Ha
senpfeffertanz" welcher am Samstag
abend im Tnmsaal der Turnhalle statt
findet.sind gestern zur Post gegeben
worden. Dieser Tanz erfreut sich schon
seit Jahren einer allgemeinen Beliebt
heit. Um die nötigen Hasen für den
Hasenpfeffer zu bekommen wurden letzten
Sonntag von den. Turnern zwei Treib
jagden veranstaltet.
Die eine Partie rumorte in den
Wäldern von Cambria in der Nähe von
Dan Williams Platz herum und die
andere versuchte ihr Heil in Town
Sigel längs des Cottonwood Flusses
in der Nähe von Capt. Georges Farm.
Die Abfahrt erfolgte pünktlich um 8
Uhr morgens und mit Ausnahme des
einen Gefährts waren alle bis 6 Uhr
abends zurück. Ein paar Efel welche
ihre eigene Ideen hatten betreffs der
Schnelligkeit der Beförderung waren
schuld daran, daß das Haupteontingent
der „Cambrianer" erst um 7 Uhr wieder
hier anlangten.
Der Ausflug war ein gan ange
nehmer. Nichts paffirte um die Gleich
mut der Jäger zu stören, außer daß ein
Cambria Farmer dieselben von seinem
Revier wegjagte weil sie ihm durch ihr
Geknalle und ihr Gejohle die Sonntags
ruhe störten. Zu essen gab es in Hülle
und Fülle und an den üblichen Erfrifch
uugeu mangelte es auch nicht. Die
Tatfache allein, daß Wilhelm Thiede
mann und Charles Emmerich die Ober
köche waren bürgt dafür daß das Cffen
A No. 1 war.
Der arme Lampe wairte ganz eklich
in die Angst gejagt und 22 wurden von
den Cambrianern erlegt und die Sigel
aner brachten ihre Beute auf 18 Stück.
Mitchell Russell welcher mit zwei Kum
panen auf eigene Faust eine Treibjagd
veranstaltete brachten deren 7 mehr.
Obwohl eine ganz stattliche- Beute so
genügte dies nicht für den Hafenpfeffer
abend und eine weitere Gesellschaft, aus
acht Mann bestehend, machte sich an$
Dienstag auf und zog in. das Capt.
Hindermann'sche Revier am Minnesota
Fluß in Town Nidgely.
schwerbeladen kamen sie nach Hause.
Acht-uud-dreißig Hasen wurden: tiöfv
ihnen auf die Strecke gebracht. Bei
dieser Gelegenheit wurde der „William
Ick" angeschossen. Ein paar Schrot
körner trafen ihn ins Knie. Aus so
einer kleinen Affaire macht sich ein echter
Brandenburger nichts und lrnfer „Wil
helm" meldete sich noch nicht einmal bei
de: Krankenwache. Bis in die kleinsten
Details sind die Vorkehrungen für den
Hafenpfeffertanz bereits getroffen und
allen weldie dem Tanz beiwohnen, fleht
ein vergnügter Abend in Aussicht.
Kandidaten berichten über Wahlaus
lagen.
Was die verschiedenen Kandidaten für
County Aemtcr in Brown County in
der kürzlich stattgefundenen Campagne
verausgabten geht aus den Berichten
hervor wie sie beim County Auditor
Vogel hinterlegt wurden. Nur ein
County Komitee, das demokratische,
berichtete über Ausgaben im Betrage
von $326.. Die anderen Parteien führ
ten dieses Jahr keine aggressive Cam
pagne und waren durch kein County
Komitee vertreten. Die Eandidaten
berichteten wie folgt:
Albert Pfaender $292.19
AlfredW. Mueller 393.29
A. G. Anderson 10.00
Otto Friton 21.30
3 9 3 8 2
John Schmelz
.7,
:... 34.50''
Henry I. Berg 165.55
Henry R. Schwartz.145.03
Jos.Smasal 263.13
Fred. Christiansen 197.65
I. P. E. Bertrand 178.51
H. C. Peterson 53.35
Albin Carlson 260.18
Paul Thordson 14.31
CarlP.Manöerfeld 216.50
F. H. Behnke 127.25
W. I. Julius 305.52
Adolph Klause 445.15
Geo. Ross 189.85
Benedict Juni 76.05
Adolph Frederickson 10.00
F.T).Minium 47.65
Carl Case 14.70
R. B. Kennedy 10.00
G. F.Reineke 10.00
Nels Erickson 10.00
O. A. Ecklnnd 44.62
Christ. Roland 30.25
W. C. Steinke 10.00
Chas. L. Palmer 41.14
Seit dem 1. November sind
folgende Gehälter für die Landbrief
träger der New Ulmer Routen inkraft:
Route 1, Jacob A. Vetter, $1100
Route 2, A. L. Haberberg, Hl 164 Route
3, Henry C. Fiene, $1176 Route 4,
Wm. F. Richter, $1164 Route 5,
Robert A. Fimeyer, $1140 Roüte 6,
Geo. Merkte, $1200 Route 7, Louis P.
Fimeyer, $1124.

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