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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, November 20, 1914, Image 10

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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d5
J-
Anregung
Soldat (nachdem er im Zoologischen Garten einem fressenden
Tiger zugeschaut, zu seinem Schatz): „Lina, laß uns ins Restaurant gehen,
ich habe auch Hunger bekommen."
Originelle Erklärung.!
Müller (zu einem Herrn, den er vor'
einer Stunde kennen lernte, und mit
dem er nun eine Partie Villard
pielt): „Merkwürdig, anfangs waren
Sie immer im Verlust, jetzt aber ge
Winnen Sie fortwährend."
Schulze: „Ja, Herr Müller, ich ha
be nämlich die Eigentümlichkeit an
mir, daß ich bei längerer Bekannr
schast gewinne."
Strandschwefel.
mrirf
„Nu sieh mal, wie die kleine Frietschel extravagant gekleidet geht!"
„Alte Sache! Extravagans!"
Verschnappt. „Alte Jung-
Vftr: „Jetzt werde ich Ihnen eine
Anekdote aus dem Jahre 1848 er
zählen."
„Herr: „Selbst erlebt?"
Auch gut! „Fräulein An-
na, was wissen Sie von Richard
III.
„Ach, Herr Lehrer, Richard ist ja
!.erst mein Zweiter."
L,
icn.
Sonne scheint nur bei Tage,
lugen gnädigen Fräuleins aber
suchten bei Tag und Nacht."
ne
Dichter (zum Maler): „Fred, weißt Du nicht jemand,
Petroleumkocher kauft?... Ich will meine Ehe auflösen."
Ekstase. Backfisch: „Ein
himmlischer Mensch, dieser neue. Te
nor! Eine Stimme hat er wie lauter
Schlagsahne!"
Entschuldigung. Ihr
Herr Sohn, der Medizin studiert, ist
aber jetzt sehr stolz geworden, der
grüßt nicht mal mehr.
Den müssen's halt schon entschuldi
gen jetzt, der hat seinen Kopf immer
so voll von Bazillen und Bakterien.
I
I4\\^XA
Boshaft. Tenorist (Anfän
ger): Denken Sie sich, Herr Doktor,
heute nacht träumte mir,- mein Di
rektor hätte mich zum erstenmal den
„Lohengrin" singen lassen. Na, mei
ne Freude!
Kritiker: Gott sei Dank, daß mir
nicht träumte, ich hätte das mit an
hören müssen. Mir wäre der ganze
heutige Tag verdorben gewesen.
Abgeführt.
Nun sage mal, Emil, wovon ist Deine Nase so rot?"
§H/ ''Das will ich Dir sagen, Lehmann, sie glüht vor Stolz, weil ich
sie nicht in anderer Leute Angelegenheiten stecke."
E Schwerenöter. Mie
linden Sie das Gedicht, das der ge
rierte Lyriker Hilla mir gewidmet
Xit?" ....
,Einfach Blödsinn, meine Gnaot
e!"
„Ah, das ist stark!"
„Vergleicht Ihre Augen mit Son-
Schüttelreime.
Spund kleidet sich immer sehr schnei
big, doch leider
Will ihm nicht mehr pumpen der lei
dige Schneider.
EZ galoppierte Mr Guste der Paul,
Beinahe verging drob die Puste dem
Gaul.
Wer eines and'ren Liebchens Rosen
lippen
Versuchen will, hüt' sich vor losen
1
Kein Wunder. „Bei dem
diesjährigen Schützenfest ist aber mi
seraM geschossen worden. Wie kommt
denn das?"
„Ich glaube, die Schützen hatten,
etwas zu schwer geladen."
Der verregnete Hut.
Gatte (den verregneten Hut seiner
Gattin betrachtend): „Mit WeibertrL
nen eingeweiht, mit Himmelstränen
aufgeweicht!"
Die Hauptsache.
Rippen. ..
Kasernenhofblüte. „Was
ist das wieder für ein Fettfleck,
Knutschke? Soll ich Ihnen vielleicht
ein Automobil anschaffen, damit Sie
zu Benzin kommen?"
Aerztlicher Trost.
Mein Fräulein, beruhigen Sie sich,
Sie können höchstens an der
Schwindsucht sterben, im übrigen
sind Sie völlig gesund,
Frau (zu einem Bettler, dem sie
eben einen Rock geschenkt hat): Der
Rock wird Ihnen aber wohl etwas
zu klein sein.
Bettler: Je nun, man tcägr,
was man nicht ändern kann.
Originelle Aufmunte­
rung. Laufjunge: „Ich glaube
kaum, daß ich die zwanzig Kisten
Zigarren werde tragen können."
Chef: „Versuch's nur erst mal, es
I wird schon gehen. Es ist ja nur
eine ganz leichte Sorte."
Ihre Ansicht.
E r: Es gehören viele Menschen
oazu, um eine Welt zu 'bilden.
Sie: Aber nur ein Mann.
Zweideutig. „Offen ge­
sagt, Herr Oberförster, ich halte die
meisten Ihrer Erzählungen für erlo
gen."
Förster (wütend): „-Sie, wenn Sie
das noch einmal sagen, dann werde
ich Ihnen mal die Wahrheit sagen!"
Gute Replik. „Wirklich,
Vetter, wir Frauen müssen den Man
nern „gleich" werden!"
„Du kannst sofort damit anfangen,
liebe Kusine laß dich mal rasie
ren."
Darum! Dame: Sie sind
wohl selten anderer Meinung als
Ihre Frau, Herr Sanftleben.
Herr: Sehr selten. Der Fall tritt
höchstens dann ein, wenn sie ihre
Meinung über eine Sache .ändert,
der einen ohne daß sie mich es hat vorher wis
fett lassen.
Enfant terrrble.
i-
1
Wohltätigkeit. A.:
„Nun, bringt denn die Jagd auch et
was ein?"
B.: „Na, das glauben Sie wohl
selbst nicht. Ja, wenn die vielen
Schmerzensgelder nicht wären
aber lassen Sie nur, ich betrachte mei
ne ganze Jägerei nur als eine Unter
stützung armer Treiberfamilien!"
Passende Redensart.
tlx
W
Kleine Ella (die beim Onkel
zu Besuch ist): Onkel, wo sieht man
denn die Hypotheken, die bei deinem
Haus zum Dach herausschauen?
Auch ein Kunst freund.
„Na, Herr Huber, Sie waren mit
Ihrer Frau in Nürnberg gewesen,
waren Sie auch im Germanischen
Museum?"
„„Und' ob, drei Stunden sogar.""
„Drei Stunden? Was haben Sie
denn so lange dort gemacht?"
„„Den Ausgang haben wir ge
sucht.""
Unerwartet.
Vermeintlicher Klient:
Herr Rechtsanwalt, ich möchte Sie
über etwas befragen.
Rechtsanwalt: Bitte sehr, ich
stehe zu jeder Auskunft bereit.
Klient: Ich möchte Sie nämlich
fragen, wann Sie diese Rechnung be
zahlen werden.
Günstige Aussichten.
.Mas? Bei der Windstille wollen
Sw eine Segelpartie machen?"
„Keine Sorge. Wissen's, wir
haben den Inspektor an Bord, der stch
immer so aufbläht, und außerdem
den Herrn Oberförster. Na, der
macht doch g'wiß genug Wind/
Das stimmt!! „Kellner, was
kann man essen?"
„Junges Huhn ist sehr gut."
„Alles, nur nichts vom Huhn."
„Dann nehmen Sie Hühner-Fri
kassee, da ist alles drin, bloß kein
Huhn."
Auch ein Standpunkt.
Heimgezahlt. Junger
Geck (welcher an einem Stammtische
Wein trinkt): „Glauben Sie mir,
meine Herren, das Biertrinken macht
blöde?!"
Einer vom Stammtische: „Na, Sie
würden es schon riskieren können!"
Mildernde Umstände.
Richter: „Was wollten Sie denn
mit dem Trauring machen, den Sie
gestohlen haben?"
Ede: „Herr Richter, ick wollte mir
so jerne mal verloben."
Vorläufig. „Hat dich dein
Mann aus Liebe geheiratet?"
„Vorläufig ja, mein. Erbteil bekom
me ich erst später."
Das böse Weib.
1
Siel? mal, Mann
Hcn, nu ist die SDtilä
chon wieder sauer ge
vorden!
Kein Wunder, wenn
du immer 'afiinaudfti
Unb est ritt en. A.: 47 @{tte verflixte Geschichte
re ncu€{i Stiefel tnarren fürchter
Itch, gerade als wenn sie noch nicht
bezahlt wären."
B.: „Das ist ja alles Unsinn. Da
müßten mein Rock, meine Weste, mei
ne Hose und mein Hut auch knarren.'
Teuerung. „Wie, Sie sind
letzten Sommer hier im Orte auch
mit der Kurtaxe aufgeschlagen?" ...
Wirt: „Ich bitt' Sie ..... wo
alles teurer wurde, ist halt die Lust
auch teurer worden!"
Eine Seele. Er: „Wür­
dest Du mit meinem Einkommen aus
kommen können, liebe Erna?"
Sie: „Oh, natürlich,, aher wvvon
lebst Du dann?" Mit Geduld
Ii
Guter "Rat. „Girgl, dös Fischt Ling-Fu, dieweil am Pflock
laßt Dir net g'fall'n! Wirf eahm Sitzt philosoph'scher Ruh
den Maßkrug an'n Kopf trink 'n Ein Marabu.
aber z'erst aus!!"
Logik. Direktor: Meine
Beamten sind überlastet, ich werde
mir längere Ferien und eine Gehalts
zulage ausbitten.
Illustration 311 deutschen Klassikern.
Y»c thee
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6
i?
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In diesen Mauern, diesen Hlalen
Will es mir keineswegs gefallen.
(Faust 1. Teil. Schülerszene.)
Pensionatsweisheit.
Junge Frau: „Sie, Leni, die Eier
sind so schrecklich klein, entweder fut
tern Sie die Hühner schlecht, oder
Sie nehmen sie den Hühnern zu
bald weg."
Er hat Recht. Stromer:
„Ein armer Reisender ."
Herr: „Wer arm ist, soll nicht rei
sen. Ich bleibe auch zu Hause."
Stromer: „Zum zu Hause bleiben
habe ich eben kein Geld."
Außer der Ordnung.
„Hannes. schon
Bauer:
satt?"
Großknecht: „Jo!"
Bauer: „Du schwitzt ja noch gar
net!"
I
1
Mutter (lesend): Lenore fuhr
um's Morgenrot
Junge: Wieviel Pferdekraft
muß ihr Automobil wohl gehabt ha
ben?
Raffiniert. Diener (zu
einem andern): „Na, mein neuer
Herr, das ist Dir aber ein Geizkra
gen!! Wenn ich bei dem Wein
im Keller hole, da stellt er sich zur
Kellertüre, und ich muß, solange ich
im Keller bin singen."
I Widerspruch. Gast: ,-,Sie,
Herr Ober, die Kleinheit Ihrer Por
tionen nimmt ja kolossale Dimen
ftonen an!"
Edler Vorsatz.
Donnerwetter, im nächsten Seme
ster bleibe ich aber ganz bestimmt
emmal abends zu Hause!
DiereizendeMode. „Ich
sage dir, Mila, die ganze Mode ist
nur darauf berechnet, den Mann zu
reizen."
„„O ja, mein Gatte ist auch immer
sehr gereizt, wenn ich ihm die Klei
Verrechnung vorlege.""
Yri
und Angel
stock
Nun flink 'raus das Angelstangel!
Denn geglückt ist ihm ein Fanget.
Nasch gefaßt denkt's Bogeitter:
„Gehört schon mir."
Ling-Fu staunt: „O du Mirakel
Leer ist ja das Angelhakel!"
Listig blinzelnd schaut ihm zu
Der Marabu.
Kurz und bündig. „War-
um trägst du denn jetzt einen Spttz
fcart?"
„„Weil ich ein Hundeleben füh
re.""
ZweierleiHerzleiden.
„Nach Nauheim wollen Sie sich zur
Kur begeben, junger Mann? Da neh
men Sie sich nur in acht, das ist ein
gefährliches Bad. Ich war auch vor
19 Jahren als Lediger dort wegen
eines kleinen Herzleidens und bin mit
zwei unheilbaren zurückgekommen."
„„Was Sie sagen!""
„Ja, mit Frau uyd Schwieger
mutter!"
Triftiger Grund. „Das
Trinken scheint nun Ihre Schwäche
zu sein!"
„Leider! Deshalb muß ich mich
auch fortwährend stärken."
Au! „Meine Schneiderin ist
sehr verlogen."
„Also Aufschneiderin."
Anerwartete Bemerkung.
Aeltliches Fräulein: Wis
sen Sie schon, jetzt ist Ihr Freund,
Herr Meter, doch verlobt! Gestern
auf dem Feste hat er um meine Hand
ungehalten.
Junggeselle: Ja, ich habe
tlmt ja immer gesagt, daß dos Trin
ken ihm mal gefährlich werden wird.
Angestrichen. „Man kann's
wohl gar nicht mal so sehr sehn,
Minna, daß ich auf dem Rücken ganz
voll Farbe bin?!"
„Nein, gnädige Frau, ich finde,
daß es da weniger auffällt!"
Deplacierte Bezeich­
nung. A. zu B.: „Schau mal
den Huberselcher an, wie dem der
Zylinderhut elend steht, man sieht
halt doch gleich, daß er nicht im Zy
linderhut auf die Welt gekommenen
ist!"
Verein
sm eierei. Bei ei
ner Bootfahrt fallen alle Insassen
ins Wasser darauf ruft einer der
selben: „Meine Herren, ich stelle den
Antrag, wir gründen schnell einen
Schwimmklub!"
Ein
I
r.r m. Karlchen (der
einen priemenden Matrosen sieht):
^Du, Papa, was macht denn der
Mann dort?"
Vater: „Der priemt."
Karlchen: „Ist das also ein Pri
maner, Papa?"
AP-
S

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