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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, December 11, 1914, Image 10

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Immer derselbe. Räu
ber: „Wann Se sich rühr'n, no san
S' a tote Seich!"
Professor der.Philologie: „8t6er,
mein bester, das ist ja_ ganz falsch
ausgedrückt, wenn ich mich rühre, so
bin ich doch nicht tot."
Ein Wohltäter. „Haben
Sie dem armen, blinden Bettler et
was gegeben?"
„Nein, aber ich habe ihn die Trep
pe hinabgeleuchtet!"
In der Verwirrung.
Bürgermeister eines Landstädtchens
(die Gemahlin des regierenden Fürsten
begrüßend): „Durchlauchtigste Lun
desmatter Mandeslutter Lun
dasmetter Menduslatter Len
dcsmattur Landesmutter!"
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Ein Schlauberger. „Wol
len Sie wirklich Ihr ganzes Gepäck
allein nach Hause schleppen?"
„Gewiß! Meine Frau soll mir nicht
wieder den Vorwurf machen, daß ich
mit leeren Händen von der Reife zu
rückksmme."
Kasernen
hofblüte. Un
teroffizier: „Aber Schulze, die Nase
hoch, Sie liegen ja wieder so vorn
über, wie der selige Varus, als er sich
in sein Schwert stürzte."
Erinnerung. „Aber Herr
Mack, Sie scheinen ja ganz gerührt',
hat Sie das Spiel meiner Tochter
so ergriffen?"
»Ja, es hat mich an meine selige
Frau erinnert die hatte auch sol
chen kräftigen Anschlag."
Schlau.
Schmierendirektor: „Huberbauer, Ihr könntet auch einmal zu
unseren Vorstellungen kommen. Es ist doch billig, das Billet dreißig
Pfennige, und nehmt Ihr ein Dutzends so profitiert Ihr noch sechzig Pfen
nioe, denn ein Dutzend kostet nur drei Mark."
Huberbauer: „Erlauben Sie, Herr Direktor, geben Sie mir die
Hälfte von meinem Profit, die Billets und die andere Hälfte lasf ich Ih
nen gerne!"
Auch eine Verwandt­
schaft! A.: Sie kennen die Da
men dort?
B.: Gewiß! Wir sind ja nahe
verwandt.
A.: Verwandt? Wieso?
B.: Die Damen sind „Kafseeschwe
stem meiner Frau."
Ob er recht hat? Gattin:
Nein, ich will nicht, daß du angeln
aehst. Ich soll wohl wieder den
ganzen Tag allein bleiben? Zudem
tjl's eine arge Tierquälerei.
Gatte: Wenn Fische auf dem
Hut garniert Mode wären, fciir
heft du anders reden.
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W Herr (für sich, nachdem zum sechsten Male der Flügel abwechselnd
den anwesenden Damen bearbeitet worden): „Wahrhaftig! Ein Flügel
tft für sechs Gänse schon zu viel!"
Aus der Kinderstube.
Paulchen, du mußt aufstehen und
dich waschen lassen."
„„Schon? Ich habe doch noch
Schlaf. Sag mal, Mama, wo kommt
denn all der Schlaf hin, der nicht
ausgeschlafen wird?""
„Den schenkt der liebe Gott den
Kindern der Armen, die oft vor Sor
ge nicht schlafen 'können."
„„Mama, sind wir arm?""
„Nein."
„„Ach, wie schade!""
Glosse. Wer zu oft ins
Bad reist, sitzt bald auf dem Trock
tten.
3« viel!
A
f*" Nachdem er, festlich angezogen,
sich ihr genähert hotte^ zog «r seinen
Hut a und reichte ihr die Hand,
um ihr in den Wagen .-M helfen.
Dann setzte er sich an ihre Seite,
zog sie an seine_Brust und küßte
hen. Der Kutscher zog den Pfer
den eins über, diese zogen an,
und fröhlich zog man ein in den
Herrenhof.
Schüttelreim.
Kaum, daß ich meinen Rücken drehe
ach!
Schon hängt, am Rockschoß mir der
Ehedrach'.
Erklärt.
Beamter: „Ist das nicht ein
Skandal, nach 50jähriger Dienstzeit
bekomme ich den Orden, welchen je
der Nachtwächter mit 25 Jahren be
kommt!"
S3.: „Ja, mein Lieber, Nachtdienst
aählt jedenfalls doppelt!"
Anpreisung. Käufer: „Ist
das Pferd auch fromm?"
Pferdehändler: „Wenn Sie auf dem
Vferde reiten, kommen Sie in den
Himmel!"
Der Aermste. Er:
Umulein
Du
rein
willst Dir aber auch nichts,
nichts von mir gefallen lassen!"
Sie: „So? Hab' ich mich nicht
von Dir heiraten lassen?"
Ein Frechling.
Junge Dame (ihren wiederge
fimdenett Hund zärtlich küssend):
„Was kann ich Ihnen dafür wohl
geben, daß Sie mir mein süßes Am
michen zurück gebracht haben?"
Finder: „Na, wenn mir das
gnädige
dasselbe geben
wollte, was Sie soeben Ihrem
Hundevieh gibt!?"
Am letzten Morgen. Ge
fängniswärter (den ruhig schlafenden
Delinquenten betrachtend): „Wie der
Kerl mit feinem „guten Gewissen" re
nommiert!"
Protest. Arzt (zu einem
Parvenü): „Wenn Sie das Durst
cefühl durchaus nicht überwinden
können, fo nehmen Sie wenigstens
alkoholarme Getränke zu sich!"
„Ich soll mir so ein Armutszeug
nis ausstellen?!"
Unter jungen Frauen.
„Wie hat sich Dein Mann nun ver
galten, als Du in Ohnmacht sielst?"
„Ach, der Barbar! Er hat mir den
Kalbsschlegel unter die Nase gehal
ten, den ich gerade hatte anbren
nen lassen, und da mußte ich schon zu
t-iit kommen!"
Reue. „Beim Begräbnis des
Huberbauern soll ja unter den Leid
tragenden eine fürchterliche Rauferei
entstanden sein."
Hiasl: „Schad', Hütt' dös g'wußl,
Hütt eahn aa d' letzt' Ehr erwies'n."
Wertvoll. Richter: „Einen
oroßen Wert hatten die Zigarren
wohl nicht, die Ihnen gestohlen wor
den sind?"
Zeuge: „O doch denn ich habe sie
immer jDazu gebraucht, meine Schwie
germutter aus dem Haus herauszu
räuchern!^
fir gute Tochter.^«^
u.
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1
„Darf ich nun auch mitv Deinem
Papa sprechen, liebe Klara?"
„Aber natürlich dazu Hab' ich
ihn ja mitgebracht."
Faule Ausrede. Haus­
herr (zu einem eben durchs Fenster
einsteigenden Diebe): „Was wollen
Sie denn hier?"
„Ach, entschuldigen Sie nur gü
tlgst es kam nämlich gerade ein Au
tomobil."
Abgelehnt.
„Mein Fräulein, bemerken Sie
nicht, daß ich Ihnen wie Ihr Schat
ten folge?"
„Nein. Meinen Schatten habe ich
mir viel netter vorgestellt!"
I Eifer. Verwandter:
„Ich war schon dreimal hier und ha
be nach Dir gefragt warum läßt Du
Dich jedesmal durch das Dienstmäd
chen verleugnen?"
Hausherr: „Ach, das dumme Ding
... das hält jeden Menschen für
einen Gläubiger!"
I'm mer derselbe. Pro
fessor: „Gott sei Dank, daß Sie mir
gleich hier vor der Tür begegnen!"
Bekannter: „Haben Sie mir etwas
mitzuteilen?"
„Nein aber als ich Sie grüßen
wollte, merkte ich, daß ich meinen
Hut vergessen habe."
Ausnahme.
1
„Klatschen tue ich ja prinzipiell
nicht, Frau Nachbarin, aber wenn
ich etwas recht scheußliches über diese
ellige Person erfahren könnte, würde
ich es mit dem höchsten Vergnügen
weiter erzählen."
•j— Erblich belastet. „Elst
Müller tut immer so von oben herab
Was war denn ihr Vater ei
gentlich?"
„Dachdeckermeister."
Beim Begräbnis. „Ist
das der Vater, dem man von allen
Seiten kondoliert?"
„Nein, das ist der. Wirt, bei dem
der Verstorbene verkehrt hat."
„Wie kamen Sie in den Laden des
Juweliers?"
Einbrecher: „Ich war angekneipt
und glaubte zuhause zu sein."
„Warum flohen Sie dann aber,
als die Gattin des Hauses in den
Laden trat?"
„Ich glaubte, es wäre meine Frau."
Drei Gründe. „Mich wun
dert, daß man hier eine ganze Por
tion Zander so- billig kriegt."
„Das ist weiter nicht erstaunlich
denn erstens bezahlt der Wirt seine
Lieferanten nicht, zweitens habe ich
ihn im Verdacht, daß er den Hehler
für die diebischen Angestellten der
Fischgeschäfte macht, und drittens ist
das ja gar kein Zander, sondern ge
wöhnlicher Schellfisch!"
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'-I1~'[K-'iiff'.'•Sif'.'i-li^.j'^y«i"-'' i-'i-i'1"- -J,0 DjMwZMW««
Erklärlich.^
Vater (seilten Jüngsten hinter dem
Schranke -hervorholend): Warumv ver
steckst du dich denn? Sieh doch, wie
die anderen draußen spielen.
Fritzchen: Ich mag 'Nicht immer
„Russe" spielen, ich habe in den letz
ten Tagen schon genug Dresche ge
kriegt!
Zeitgemäß.
Mutter (in die Speisekammer tre
tend): Was ist denn hier geschehen?
Sämtliche Safttöpfe sind ja leer!
Hans: Wir hatten Krieg gespielt
und die gefangenen „Russen", hier
eingeschlossen!
Selbstbewußt.
Mutter: Gib doch dem kleinenJun
gen dort ein Stück Schokolade er
weint ja so sehr!
Lieschen: Es ist aber, doch ein ge
fangener „Franzose" das wäre ge
gen meine Würde als deutsches Mäd
chen!
Am Stammtisch.
„Aber, Herr Verwalter, ich Hab'
immer g'meint, Sie sind kein Bier
trinker, jetzt hab'n Sie aber schon
sechs Halbe, und ich glaub', Sie las
sen sich noch eine bringen?!"
„Bin auch kein Biertrinker! Ich
trink' nur soviel, damit ich die Kell
nerin ärger' denn ich geb' kein
Trinkgeld!"
E r: „Was sehe ich, gnädige Frau?
Sie hier? Und Sie schrieben mir
tcch, Sie lägen schwer k^ank danie
der und könnten nicht reifen. Was
fehlte Ihnen denn?"
Sie: „O, nur diese Toilette. Mit
ihr hat mein Gatte mich wieder auf
die Beine gebracht."
Läßt tief blick n. Herr
(zu feinem Diener): „Johann, da
kommt der langweilige Humorist
Dipfl, er wird mir sicher wieder sei
ne neueste Schöpfung vorlesen, stellen
Sie sich in meine Nähe und kitzeln
Sie mich hier und da, ohne daß er
es merkt!"
non.
Glaub rdig. Richter:
Galgenhumor. Junge
(als fetn streikender Vater ihn durch
prügeln will): ,Llber Vata, Du wirst
doch net scho' wieder d' Arbeit aus
nebmen?!"
in^et'Kinderstube^ BerfaMi-S Entfielt
Verboten. „Haben Sie's
schon gehört, Herr Wampel, Dr. EI
lenbogen ist ins Irrenhaus gebrach^
worden."
„Daß es mit dem mal so kommen
würde, habe ich schon vor drei Iah
ren gewußt, damals hat er mir's
Bier verboten."
Naiv. Sepp (auf dem Bahnhof
vor dem Billetschalter): „Vater, der
is' wohl sehr bös, daß er so hinterm
Gitter sitzt!?"
Unerwartete Begegnung.
Druckfehlerber ichti-
gung. In unserem Bericht über
die Versammlung des „Liberalen Ver
eins" hat uns der Druckfehlerteufel
arg mitgespielt. Es heißt da: „Zum
Schluß wurde folgende vom Vorstan
de vorgeschlafen Resolution einstim
mig angenommen, es muß natürlich
beißen: „vorgeschlagene Re olu-
Derbe Abfuhr
„Das Heiraten, Fräulein, ist die
größte Dummheit, die man begehen
tarnt!"
„Da wundert es mich wirklich, ^aß
Sie nock nickt aebeiratet toben."
Versetzte Enttäuschung
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„Geld her oder's Leben!"
„Mein Leben, Dein auf ewig!"
Die Eifersüchtige. Stu
dent (zum Nachtwächter): „Sagen
Sie mal, Nachtrat: wird Ihnen ine
Geschichte nicht langstielig, alle Näch
te so einsam dürch die Gassen zu
schleichen?"
„Einsam? Seh'n Sie denn mcht
dort im Schatten der Häuser meine
Alte?"
„Nanu, wqs soll denn das hei
ßen?"
„Ja, die läßt mich nicht emen
Schritt allein gehen, seit die Weiber
auch studieren!"
Ans der Schule.
Lehrer (weichet in der letzten
Stunde die Kreuzspinne durchgenom
men) „Nun, Müller, weißt Du noch,
was das für ein Tierchen ist mit dem
dicken Bauch und den dünnen Bein
I chen?"
Schüler: „O ja, Herr Lehrer,
das ist der Herr Schulinspektor!"
Abgewinkt. Verschuldeter
Baron (zur Tochter seines reichen
Eutsnachbars): „Bisher glaubte ich,
mein Herz könne nur dem edlen
Pferde gehören aber jetzt fühle ich
deutlich, daß es doch noch etwas Ho
heres gibt."
„Ah Sie wollen sich also auch
ein Automobil zulegen?"
Grob.
*11
A.: „Ich möchte zu einem Kostüm
fest einen recht billigen.hübschen
Maskenanzug leihen!"
B.: „Ja, unter vier Dollar habe
ich keinen zu verleihen!"
A.: „Das ist mir zU teuer, ich
wollte nur zwei Dollar dafür aus
geben!"
B.: „Wissen Sie was, dann gehen
Sie zu meinem Nachbar, der stutzt
Ihnen für zwanzig Pfennig die Oh
ren, dann gehen Sie als. Mops!"
Gine Idee. Komponist (als
seine neueste Operette durchfällt):
„Man müßte wirklich mal versuchen,
die Musik -r selber zu erfinden!"
Naiv. Fritzchen: „Es ist doch
'schade, Papa, daß wir uns noch nicht
kannten, als Du noch klein warst
wir hätten doch so schön zusammen
spielen können."

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