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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, December 11, 1914, Image 8

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Botschaft des Präsident».
Steine Herren Kongreßmitglieder
Die Sitzung, die Sie jetzt begittr.eit,
ist
die Schtubsttzung des 63. Kongresses
^«mes Kongresses, der meiner Str.jidu
noch lange der Erinnerung forttetien
Hvird» weil er in loyaler Weise den Ge
danken und Bedürfnissen des Landes
entsprochen und eilt- Menge wohldurch
dachter Arbeit verrichtet hat. Ich möchte
dieser Rede alles das. was der Kon
ercB getan hat, noch einmal Äevue pas
fcen lassen aber wir stehen der Ardelt
»och zu nahe und sind doch noch zu
mit denen verbunden, die die Ar
ausgeführt haben, um sie in unpar
teiischer Weise historisch beleuchten zu
Können.
Reue Aufgaben.
Außerdem beschäftigen sich unsere
Gedanken heute mehr mit der Zukunft
«ls mit der Vergangenheit. Während wir
Me uns obliegenden Kriedensaufgaben
«füllt haben, sind die Verhältnisse unse
rer Zeit durch Krieg vollständig verän
dert worden. Was wir für unser eige
nes Land und für unser Volk getan ha
ben, haben wir unter Anwendung der
besten Gaben getan, die uns zur Ver
iguna stehen. Seien dieses Gaben des
harakters oder der Intelligenz wir
haben es mit einem nüchternen Enthu
«amus für und einem Vertrauen zu den
Prinzipien, auf Grund deren wir han
selten und die uns bei unserem schwie
riflcn unterstützt haven,
fethan.Unternehmen
tsteilste
all werden sie unsere Hilfe und unsere
nötiger haben, als je zuvor, itfid
wir sollten uns fertig halten, daß wir
bester, als je zuvor imstande sind, ihnen
die gewünschte Hilfe zu leisten.
Hilfe für andere Nationen.
Von gleicher Bedeutung ist es, dah
bie Nationen, die Europa in der Siegel
Siit unzähligen Fabrik- und Handels
artikeln versorgt hat, die diese beständig
^Manchen und ohne die ihre Wirtschaft
=flöje Entwicklung zum Stillstand ge
bracht werde lvi'nrbe, jetzt nur einen
Seinen Teil von dem was sie früher
einführten, einführen können und auf
JMIS schauen, nm ihreMärkte zu versor­
gen.
m,
4
:W'
Das trifft vor allem auf unsere
eigenen Nachbarn zu, die großen und
Keinen Staaten von Mittel- und Süd
amerika. Ihre Handelslinien führten
Bis jetzt meistens nicht nach unseren
Häsen, sondern nach den Häfen Groß
britanniens und des älteren europäi
ichen Kontinents. Ich will mich nicht
damit aufhalten, zu untersuchen, wes
halb dieses so ist, oder zu den möglichen
Ursachen irgend weiche Bemerkungen zu
machen. Uns interessiert heute weniger
eine Erklärung, als die Tatsache und
tmsere Pflicht und Gelegenheit dieser
Tatsache gegenüber. Hier sind Märkte,
iie wir versorgen sollen und wir müssen
die Mittel und Wege dazu finden. Die
Vereinigten Staaten, dieses große
Lani», für das wir sprechen und han
deln, sollte wie nie zuvor fertig und be
reit fein, sich selbst und der Mensch
heit zu helfen, fertig mit seinen Hilfs
quellen, feiner Thatkraft, seinen Pro
duktionsmitteln und seinen Verteidi
gungsmethoden.
Es ist eine sehr praktische Sache,
«ine Sache, die sich auf Mittel und
Wege bezieht. Wir haben die Hilfs
quellen aber find wir auch imstande, sie
3U benutzen Und wenn wir das, was
wir haben, fertig machen können, ha
ben wir auch d*2 Mittel und Wege, es
zu verteilen? Wir sind zwar willig,
«der nicht ganz dazu bereit. Wir wün
schen Dienste zu leisten, sind aber nicht
Snnen,
1
Es ist getan. Es ist uns aus
en Händen genommen. Es ist jetzt ein
XctI der Gesetzgebung des Landes, Sein
Nutzen, seine Wirksamkeit werden erst
durch dieErfahrung zu Tage treten: Was
Ans jetzt hauptsächlich ins Auge fällt,
wenn wir aus die letzten Tage des Jah
res blicken, die in der Weltgeschichte für
immer denkwürdig bleiben werden, ist,
daß wir netten Ausgaben g.^enüber ste
Hen, das wir diesen Aufgaben bereits
sechs Monate gegenüber standen und
iöfe wir ihnen für die kommenden 3)io
srote noch gegenüber stehen werden, daß
wir diesen Aufgaben, ohne für igrend
jemand Partei zu nehmen, gegenüber
«ehen, wie Männer, die alles vergessen
Haben mit alleiniger Ausnahme der
Tatsache, daß wir eine gemeinsame
Pflicht haben und Vertreter eines gro
ßen Volkes sind, das nicht an sich
ftiObst, sondern daran denkt, was Ame
rika sich selbst und der Menschheit un
ter den obwaltenden Umständen» auf die
wir erstaunt und bange schauen, schul
det.
Krieg hat nicht nur den Handelsver
kehr, sondern auch die Produktion un
terbrochen. In Europa vernichtet er
Menschen und Hilfsquellen in einer
Weise» die unerreicht dasteht und einen
Htti Entsetzen erfüllt. Man hat wirk
lich Grund, zu fürchten, hat die Zeit
fMt§c, wenn nicht schon da ist, datz es
mehreren Ländern Europas schwierig
werden wird, für ihre Bewohner das
tun, was sie bisher ohne jede
chwierigkeit getan haben— vieles, was
von hoher Bedeutung ist. Auf jeden
nügend vorbereitet, um dieses tun zu
um unsere Hilfsquellen sofort zu
Dönglich zu machen. Wir sind vorbereitet,
jie sofort zu benutzen, daß heißt, aus
zunutzen in des Wortes weitester Be
deutung und zwar ohne Aufschub und
«hne Verschwendung.
Für eine Handelsmarine.
Um ganz deutlich zu sein möchte ich
fageti, daß wir darin eilten großen
Fehler gemacht haben, daß wir die
Entwicklung unserer Handelsmarine
hinderten. Und jetzt, da wir Schiffe
brauchen, haoen wir sie nicht. Jahr
«us jahrein haben wir, ohne daß wir
gum Ende oder nur zu einem Entschluß
gekommen wären, über die beste Politik
mit Bezug auf die Benutzung der Erze
und Wälder und Wasserkräfte unser
Mcgiervngsländereien in den reichen
Staaten des Westens debattiert» wäh
rend wir hätten handeln sollen und die
Folge davon ist» daß sie noch immer
»erschlossen sind. Den Schlüssel haben
wir ja benutzt aber die Tür» an der
Tausende kräftiger und energischer
Männer um Einlaß nachsuchen, ist fest
«erschlossen. Die Wasserkraft unserer
schiffbaren Ströme außerhalb der Re
«i'-rungsländereien, sogar in den östli
chen Staaten, wo wir seit Generationen
gearbeitet und geplant haben, wird noch
»icht so ausgenutzt, wie sie ausgenutzt
werden sollte, weil wir wollen UND auch
Sicht wollen, weil die Gesetze# die wir
Gemacht haben, nicht in vernünftiger
Meise
für richtiges Gleichgewicht zwi­
schen Ermutigung und Beschränkung
vorsehen. Wir bleiben zurück indem wir
regulieren.
Ich werde von Ihnen Abhilfemittel
verlangen und diese Fehler und Un
terlassungen verbessern in die,er kur
iMen Sitzung eines Kongresses, der tat
sächlich alles getan hat, was man ver
nünftiger Weise von ihm erwarten
tonn. Seit und Umstände sind außer­
gewöhnlich und so muffen auch unsere
Bemühungm sei«.
Glücklicherweise sind
Zwei dedeutende Maßnahmen.
von dem Abgeordnctenhause ange
nommen worden und liegen jetzt
dem Senat zur Erwägung vor. Die
eme dieser Maßnahmen soll mit dem
nötigen Schutz die Hilfsquellen der
Sjeglerungslät.dereien erschließen und
die andere zur Benutzung der schiffba
ren Gewässer außerhalb der Siegte»
rungsländereien zur Erzeugung von
Kraft ermutigen. Ich bitte ernstlich
um ihre Annahme. Durch diese Maß
nahme wenden wir jeder Verzögerung
den Rücken und formulieren uns da
durch eine echte Politik der Benutzung
und der Erhaltnn. im besten Sinne
des Wortes. Die eine Maßnahme
schulden wir nicht nur den Bewohnern
der großin westlichen Staaten, für de
ren freie und systematische Entwicklung
unsere Gesetzgebung, wie es nur
scheint, so wenig getan hat, sondern
tiudh der Nation. Und dnrch die an
dere halten wir ein wiederholt gege
benes Versprechen, daß die Wasserkraft
des Landes nicht nur dem Namer id),
sondern auch in der Tot den großen
Industrien zur Verfügung gepellt wer
den seil, die sie lehr gut bcnuken kön
nen. Dabei werden die Rechte des
Publikums geschützt und Monopolisie-
itittgsbc,trcbungen verhindert. Derar
tige Maßnahmen begonnen und nichi
beendet zu haben, würde den Suis des
gegenwärtige,- Kongresses wirklich sehr
Iceiiiträchtigcn.
Selbstverwaltung der Philippinen.
Dann ist da noch ein anderes Stück
wichtiger Gesetzgebung, das. der Zu
stimmung des Senats harrt und ic
auch erhalten sollte. Ich denke dabei
an die Vorlage, die den Bewohnern
der Philippinen in noch höherem Maße
Selbstregierung zugesteht. Wie können
wir in dieser Zeit bangen Fragens un)
schwieriger politischer Probleme unse
ren Glauben an die Prinzipien der
Freiheit, als der uelle und des Aus
drucks des Lebens, wie könnten wie
wohl besser unser Festhalten an Ge
rechtigkeit dartun. als dadurch, daß wir
ruhig vorangehen und ituset Verspre
chen einem abhängigen Volke gegen
über halten, das letzt ängstlicher und
verlangender als ie zu uns ausschult,
um zu sehen, ob wir wirklich die
Selbstlosigkeit, die Liberalität, den
Mut und die Treue Besitzen, deren wir
uns so oft rühmen. Ich kann es nicht
glauben, daß der Senat diese Maß
nahme bis zum nächsten Kongreß zu
rücklegen wird. Ihre Annahme würde
die merkwürdige Arbeit der letzten bei
den Jahre in ehrenvoller Weise krö
nen.
Aber ich denke, daß Sie mir zu
stimmen werden, wenn ich sage, daß
damit Ihre Pflicht noch nickt beendet
ist. Wie können wir unsere Aaren
und Artikel nach den leeren Märkten,
von denen ich eben gesprochen habe,
bringen, wenn wir keine zuverlässigen
Transportfazilitäten haben, von denen
jeder gewinnbringende und nützliche
Handelsverkehr abhängt. Und wie
können wir die Schiffe bekommen,
wenn wir darauf itsaueit, daß dcr
Handel sich ohne sie entwickele. Um
die vielen Fehler, durch die wir die
Handelsmurine des Landes beinahe
vernichtet haben, um die Schritte rück
gängig zu machen, durch die w'r bei
nahe absichtlich unsere flagge von den
Meeren zurückgezogen haben, mit Auf
nähme dort, wo hie und da ein Kriegs
schiff oder eine Jacht sie führt, würde
lange Zeit in Anspruch nehmen und
eine Anzahl schwieriger gesetzgeberi
scher Maßnahmen nötig machen, und
der Handel, dessen wir uns sofort an
nehmen sollten, würde verschwinden
oder andere Kanäle suchen, während
wir über die Maßnahmen debattieren.
Der Fall ist dem ganz ähnlich dem
wir gegenübergestellt würben, als unser
Kontinent der Atisiedlimg und der In
dustrie erschlossen wurde und wir
lange Eisenbahnlinien, umfassende
Transportfazilitäten brauchten, um die
Entwicklung nicht aufzuhalten und hin
auszuschieben. In fajt verschwenderischer
Weise unterstützten wir den Bau trans
kontine.italer Eisenbahnen. Heute se
hen wir mit Bedauern daraus zurück,
weil die Subsidien zu vielen Skandal
geschichten führten» deren wir uns heute
schämen. Aver wir wissen, daß die
Eisenbahnen gebaut werden mußten,
und wenn wir es noch einmal zu tun
hätten, würden wir' sie natürlich bauen,
aber nur in anderer Weise. Deshalb
schlage ich einen anderen Weg vor,
Trausvortfazilitäten zu schassen, die
der Entwicklung. unseres Handels mit
unseren Nachbarstaaten in Amerika vor
angehen und ihnen nicht folgen mußte.
Es mag als Verdrehung der natürli
chen jLrdiiung erscheinen, aber es ist
Wahr, daß die Handelsrouten in Wirk
lichkeit offen feilt müssen durch viele
Schisse und regelmäßige Fahrten und
mäßige Raten —, ehe der Strom der
Waren frei und gewinnbringend sich
durch dieselben ergießen kann.
Sollte angenommen werden.
Daher die noch schwebende Schiffs
Vorlage, die während der letzten Ses
sion erörtert, aber bis jetzt noch von
keinem der Häuser des Kongresses an*
genommen worden ist. Meiner An
sicht nach ist eine derartige gesetzliche
Maßnahme absolut nötig und sollte
wohlweislich nicht weiter hinausgescho
ben werden. Die Regierung muß diese
Handelstore öffnen, itiiö zwar sehr
weit, ehe das Ceffiiett irgend welchen
Gewinn abwirft, oder es verünftig er
scheint, sie durch Privattapital öffnen
zu lassen. Es handelt sich dabei nicht
darum, ob die Regierung das Feld mo
nopolisiert. Sie sollte i*ir Maßnah
men ergreifen, um es sicher zu machen,
daß Transportfazilitäten bei mäßigen
Raten prompt beschafft werden, selbst
wenn sie anfangs auch noch keinen Ge
winn abwerfen und dann, wenn oer
Transport Gewinn abwirft, so daß
Privatkapital angezogen wird, sollte
sich die Regierung zurückziehen. Ich
hoffe allen Ernstes, daß der Kongreß
Dieser Ansicht fein wird und daß beide
Häuser dese äußerst wichtige Vorlage
annehmen werden.
Kredite für Farmer.
Die wichtige Angelegenheit betreffs
der Kredite für Farmer bedarf noch der
Erledigung. Es ist zu bedauern, daß die
mit dieser Angelegenheit verknüpften
Schwierigkeiten es unmöglich gemacht
haven, eme Vorlage in dieser Session
zur Annahme zu bringen. Aber es kann
noch nicht fertig gebracht werden, und
deshalb liegen keine weiteren Maßnah
men, auf die ich Ihre Aufmerksamkeit
zu lenken habe, vor. Ich würde mich
aber einer Pflichtvernachlässigung schul
dig machen, wenn ich nicht die Aufmerk
samkeit des Senats auf die Tatsache
lenken lvürdz, daß das in Vorschlag ge
brachte Uebereinkommen betreffs oer
Sicherheit zur See der Bestätigung
harrt und daß der Zeittermin für diese
titmayme mu oetn letzten 4age öiete»
MouatS abkauft. Die Konferenz, der
dieses Uebereinkommen entstammt, wur
oe von Oiii Äerci.ugien. Staaten einbe
rufen. und die Vertreter der Bereinig
ten Staaten haben bei dem Ausarbeiten
des Uebereiiuuutmeiis eine bedeutende
Rolle gespielt. %ie darin enthaltenen
Bestimmungen sind zum größten Teil
bewuuocriwwert. Es wurde mu unserer
Beteiligung sehr schlecht in Einklang
zu bringe» fein, wenn wir die Angele
genheit fallen und in Vergessenheit ge
raten Netzen. Das Uevereintommen
wurde im Mai Oiejei. Jahres von der
deutschen Regierung Und im August von
dem britischen Parlament ratifiziert
Es bedeutet einen entschiedenen Fort
schritt internationaler Zivilisation. Wir
souten unser Vertrauen in oic Angele
genheit dadurch kund *UH, daß wir es
ebenfalls annehmen.
Küstettvennessvng.
Da ist noch eine anoere Angelegen
heit, die ich besonders erwähnen mutz,
damit sie sich Hi rer &u[utevtsanueit
iiuyt entziehe. Sie mag seyr uncedeu
teuo ersuMnen, und sie betrifft nur
einen einzigen Posten des vudgers
Doch hängen biete jvveiifajenlebeii und
biete groye Unternehmungen dauvti ao.
Es haubcit sich um augeuiessene wetml»
liguugen für die Vermessung und tar
tugta^yische Aiif.ioynie unserer Atitsteu.
Die eaeye ist besonders btmglich und
notwenoig mit Bezug auf die tu|ig
Ku|teiuuue Atasms, eine Ku'itCiUuue.
die größer ist ats die der Ver. Staaten
I
seiu|t uuiooyl solche Hermes, ungen auch
äußerst wiajrig sind an ven älteren
Ku^en des ttestmnoes. Wir tonnen
Uhler gcoszes i..as.anisches Beiiyiunt
mo)i beuii^en, fcscyifse werden nicht
dorthin füLjtcii, wenn niese Atuiteit im?
ihre zahlreichen verstecken geiu^vliajeu
Punkte iiiajt griiuiuiaj vermessen und
ausgezeichnet sin£. tyait uuetau. ist die
Vitueu unvollständig, toajiffe und Men
schenleben sino verloren gegangen beim
Besahren von Haupnva,,erwcgeu, me
als völlig beiaiuu galten. Wir haben
nicht die geeigneten echisfe noch die nö
tige Müia)iuerte sür üiese Vermessun
gen und Auszeichnungen vorgesehen.
Xtiir: hauen aue Schisse freutet, Die
nicht groß und statt genug, und so
nahezu seeuntüchtig waren, oaß unsere
Inspektoren Privaweiitzern nicht gestat
tet haben würden, sie ui See stechen zu
lassen. Dies ist eine Sache, die, wie
gesagt, klein erscheint, aber in Wirk
lichteit sehr gros ist und deren Bedeu
tung bet reiflicher Prüfung sofort zu
Tage treten wird.
Regieruugs Ausgaben.
Bevor ich schließe, möchte ich noch ein
paar Worte uoer zwei Gegen jiaiiDe
sagen, die viel tu oer jCenetuiichiett
bekochen weroen, iiuer die wir uns
jeouch ein Uares, genaues uuö festes
urteil bilden sonten. tetner dieser ^e
geit|tanbe find Sie Regierungsau»gaben.
'A/ie Pflicht, sparsam zu sein, veoarf
keiner Erörterung. Sie ist osfenuar
uno gebieterisch. In öett Bewilligun
gen, die wir macheu, verausgaven wie
das Geld des grvszen Voltes, dessen
dienet: wir sind, /.ucht unser eigenes
tote sind VertruUensuiäiuier uno fur
die Ausgaben verantwortlich. Der ein
zige zu tauaeciiöe Puntt, uoet Sen wir
u«lS uollstünbig llar werben sollten, ist
die Act ber ^paviamteu, die von unc
verlaugt wird, behaupte mit bent
festesten Vertrauen, dasj das Volk der
Ver. Staaten nicht darum besorgt ist,
Une viel ihre ytegieiung kostet, wenn
es nur sicher ist, naß es für die Aus
gaben das erhält, was es braucht, und
wünscht, daß bas teelD fuc Sachen
ausgegeben wird, die von ihm gebil
ligt werben, ir.id daß es nut weisem
Geichäft6|iiui verausgabt wird.
biegtecungeii wachsen allmählich in
ihren Ausguven uno in den Mitteln,
mit denen Diese Ausgaben ausgeführt
werden, und ich möchte behaupten, daß
wenige Regierungen so organisiert fuw,
wie tluge unb erfahrene WschäfiSleure
sie organisieren würben, luc.ut sie aus
einem reinen Blatt Papier schreiben
könnten. Die Regierung der Ver.
Staaten ist es sicherlich nicht. Hch
glaube, es wird allgemein zugegeben,
daß eine systematische Reorganisation
und eine Neuordnung ihrer Teile statt
finden sollte, um eine größere Tüchtig
keit und eine größere Ersparnis in den
Ausgaben zu erzielen. Doch die da
durch ersparte Geldsumme würde,
glaube ich, wenn auch an sich beträcht
lich und in die Millionen gehend, doch
verhältnismäßig klein fern, klein im
Verhältnis zu den nötigen Gesamt
fosteu der Regierung. Dennoch wurde
es wert sein, diese Sparsamkeit zu
üben, sei sie groß oder klein. Unser
Pflicht ändert sich nicht mit der Hohe
der Ersparnis. Doch worauf ich hui»
weiien will, ist, daß das Volk der Ver.
Staaten nicht die Tätigkeit dieser Re
gierung beschnitten sehen will es
möchte sie eher erhöhen und jede Er
weiterung der .Tätigkeit, das bloße
Wachstum des Landes bringt selbit*
verständlich eine unvermeidliche Erhö
hung der Ausgaben mit sich. Die Art
der Sparsamkeit, die wir ausüben soll
ten, sollte durch ein sorgfältiges Prü
fen und Abschätzen der auszuführende»
Aufgaben festgestellt, werden, und das
verausgabte Geld sollte die größtmög
lichen Resultate r»t bezug aus Tüchtig
keit und Errungenschaften zeitigen. Wie
gute Verwalter sollten wir über jeden
Dollar, den wir bewilligen, so genau
Rechenschaft ablegen, baß es klar zu
Tage liegt, wofür unb in welcher
Weise er ausgegeben wurde.
Wir sollten nickst fürchten, daß wir
wegen unserer Ausgaben kritisiert wer
den, sondern wegen der Verschwendung,
nicht wegen Bezahlens für die legiti
men Unternehmungen einer großen Re
gierung. dessen Volk befiehlt, was sie
tun soll, sondern wegen Hinzufügens
von Geld, das nur wenigen zugute
kommt, ober das für Sachen verwandt
wurde, die gar nicht nötig waren oder
kesser bis später verschoben und spar
samer hätten ausgeführt werden kön
nen. Die Nation ist nicht geizig sie
ist sehr freigebig. Sie wird uns nur
tadeln, wenn wir vergessen, für weit
wir das Geld auszahlen und wessen
Geld es ist. Dies sind große und
allgemeine Grundsätze, doch lassen sie
sich ohne große Schwierigkeit aus beson
dere Fälle anwenden.
'anocSvcrteidigung.
Der andere Gegenstand, den ich er
wähnen möchte, greift tiefer in die
Grundsätze unseres nationalen Lebens
und unserer ^Politik ein. Er betrifft die
Landesverteidigung.
Diese Angelegenheit kann nicht erör
tert werden, ohne daß wir uns ein paar
wichtige Fragen beantworten. Es wird
in gewissen Kreisen behaupte^, daß wir
nicht für den Krieg vorbereitet sind.
Was Bedeutet vorbereitet fein? Bedeutet
es, daß wir nicht bereit sind, in kurzer
Qeit ecke Nation ins Feld
MM
zu
stellen»
i. ,fp, '.V
eine Vtatum von tnt X8afteiiöten|t aus
gebildeten Mannern? AätÜrli», fitib wir
dafür nicht vorbereitet, und wir werden
es tn Fnedenszeitcn nu-mals fem, so
lange wir unsere jetzigen politischen
Grundsätze und Einrichtungen aufrecht
erhalten. Und tvas wird vorgeschlagen,
worauf imc vorbereitet fein sollten?
Uns gegen einen Angriff zu verteidi
gen? totr haben stets Mittel gefunben»
dies zu tun» und werden sie finden»
wann immer es nötig ist» ohne unser
Boll bin seiner gewohnten Arve it abzu
berufen, um in Friedenszeite: ZwangS
Militärdienft zu tun.
Gestatten Sie mir, über diese wichtige
©auje mit der größten DeutUchleit und
Genauigkeit zu sprechen irnu meine
Überzeugungen mit oer größte» Auf
richtigkeit auszudrücken. Ja) yauu ver
sucht zu erkenne», was Amerika ist, was
sein Volk denkt, was es ist, was es am
meisten verehrt und was ihm am
teuersten ist. Ich hoffe, dap in meinem
Herzen einige ver vie reu ^eioenschaften
wohnen eitiiv^ der gtoßtii xxstre*
billigen und Wünsche, weichen diese !ie®
gieruug ihre ksiustehung verdankt und
welche die Stimmung dieses fcoues zu
einer Stimme des 5ried(Uis, der yosf»
innig und der :ciheit inner Den Wol
tern der Erbe gemacht haven, uns oaß
ich bei der Aeiiyurung meiner tigentii
Gedanken über biese große Gebens,rage
wenigstens einen Teil ver Geoumcii
uitsercS Volkes wiebergebe, wenn auch
nur schwach und unzureichend.
Wir leben mit der ganzen Welt in
Frieoen. Ntetiiaub, ber auf Grunb von
Tatsachen ober auf lyrmio einer gerech
ten unb ehrlichen Auslegung ber vcste
henden Verhältnisse Rat,chlage giot,
kann sagen, baß titu.d zu ver defutoj*
tung vorhanden ist, baß untere uiuiu»
hangigteit ooer Die iluvucieyiichteu un
seres LanbesgebtetS bon i».guiwwoher
bebcuht ist. Furcht bor ber stacht ir
getib einer auuere.t Guttun tvmivn wir
nicht. Wir sino nicht eifersüchtig aus
Muoetvetver auf beut Geutete ves yau»
dels ober irgeno welcher anoereu frieb
liiyett ^rruugenschaslen. Zuir wünschen
so zu leveu, wie es uns belieut, ooaj
wouen wir auaj leben lassen. Xu)iv sino
in der Tat eu treucr y^uuo uuer vca
twiieii der Welt, weil wir keine oeoro
heu, nach den Besitzungen teinec trach
ten unb keine zu stürzen beuosichtigeu.
Unsere Freu Mujaft taiui byne yiuuynit
angenouuueii lu-ruen uno wirb so ange
nommen, weil sie etilem solchen
Geiste und zu solchen Zweaeti angebo
ten wirb, btc reine«, zu beargiouyiien
braucht. Dann liegt uiijure isrvye. ^Lir
stub bic Vortämpfer bes Frieoens unb
der Eintracht. Itno wir sollten auf diese
Auszeichnung, die wir zu erlangen ge
strebt haben, sehr stolz sein. Gerube
jetzt sollten wir vesouoerS stolz darauf
fem, weil wir zurzeit aufs zuversicht
Itchstc hoffen, bay Dieser unser ytuf uns
1
mit Gottes Hilfe -ine Gelegenheit brin
gen wird, wie sie selten etiler Nation
geboten louroe, die Gelegenheit, zur
Herstellung des Weltfriedens unsere
.yanb zu reichen, zur Versöhnung unb
Beilegung mancher toüjtotengteiteii,
weiche bte Freunoschast der wouer ge
stört hoben. ^ies ist mehr denn je uie
Zeit, in der ifcir oestrebt sein foll ten,
unsere Starte burch isetosibemußtseui zu
bewahren und unseren ^nifiuß durch
Aufrechlerhaitung unserer alten Grunb
sätze zu tmftigen.
I Von Anbeginn hatten wir eine klare
unb bestürmte Politik in bezug aus mi
litärische Einrichtungen. Wir haben nie
mals ein großes stehendes Hcer geyaul
unb werden es tue haben, so lauge
wir unsere fetzigen Grundsätze uuu
£beale befolgen. Kits die Srage: „(beiu
Jyr bereit, ti uch zu uerteivigcn^" lautet
liniere Antwort: „Sicherlich, bis zum
Acußersteul" Und dennoch loerben wir
Anterita nicht ti. ein yeenager verwan
deln. Wir werden nicht von unseren
luugeti l'eitteit verlangen, die besten
jve ihres Lebend ba^u zu verwenoen,
sich zu Soldaten auSzuoiloen. ES steal
eine andere Art von Tattraft in uns.
Sie wird sich wirtsanier Weise zu
äußern wissen, wenn Die itfotiuenuigieu
eintreten sollte. Und besonders zu einer
Zeit, wo bte halbe Wert tu stammen
steht, werden wir darauf bedacht sein,
unsere moralische Sicherftellung gegen
die Verbreitung des Weltbcanbes zu
festigen.
Seien wir daher der einzigen Sache,
die wir tun können oder tun werben,
eingeben!. Wir .müssen, tu der yutuiift
sowohl wie tu der Vergangenheit, tu Der
Stimbe der Gefahr für um er Lano,
uns nicht auf ein stcheiibcS yeer, utaji
einmal auf ein Rcferueyeer, sonbern auf
eine Bürgerschaft verlassen, die im Ge
brauch der Waffen erfahren ist. Es wuD
die richtige ameritamiche Politik lern,
begrüubet auf unseren althergebrachten
.Grunbsätzeu unb Gebrauchen, für ein
System zu sorgen, untc. locichem jeoer
Burger, ber sich freiwillig baz. tutibei,
in dem Gebrauch ber tnooeruen Waffen,
den Grunbzugen Des "Exerzierens uno
der Maubber und der Errichtung unb
sauitareu Einrichtung von iscibiageru
ausgebildet werben taim. Wir souteu
eine solche Ausbildung fordern uno sie
dazu üiiweubcu, unsere lungen ^euie un
Disziplin zu gewohnen, bereu toeu fu
sehr bald einsehen werben. Es is. nicht
nur richtig, fur ein solches Shftein zu
sorgen, sonbern auch, es so anztchenu
wie möglich zu machen unb uiiserv jun
gen Lene zu veranlassen, so oft sie ein
wenig freie Zeit haben, davon Gebrauch
zu machen, unb ware es nur zum Zweu
oer torperlichen vvuttmcrlung uno totuh
lung Der Gesundheit. Aue Mittel, Durch
welche solche Dinge gefördert we roe
tonnen, sino legitim, unb eine solche
I Acethobe' entspricht vollkommen den ame
titanischen ^beeu. Es ist ferner recht
unb biuig, oaß die Nationaigarbe bet
einzelnen Staaten durch alle jwtttel, die
nicht mit unseren Verpflichtungen dem
eigenen Vblte gegenüber, ober mit bet
festgelegten Politik unserer Regierung
xtiioerspruch stehen, uteyr entwiaelt tuiu
gekräftigt werde. Und dies ebenfalls
nicht, weil Zeit unb Verhältnisse solche
Maßregeln besonders erheischen, sondern
weil es unser beständiges Bestreben sein
sollte, diese Vortehrung.i für den Frie
ben und die Sicherheit unseres Landes
zu treffen.
Weiter zu gehen als dies würde dk
ganze Geschichte und de« Charakter un
serer Politik über den Haufen werfen.
Weitergehende Vorschläge zu dieser
Zeit würden gestatten Sie mir di?
Bemerkung nur bedeuten, daß w:r
unser Selbstbewußtsein verloren hät
tet, daß wir aus unserer Gleichge
wichtsstellung geworfen worden wären
durch einen Krieg, mit dem wir nichts
zu tun haben, dessen Ursachen uns
nicht berühren können, dessen bloßes
Vorhandensein uns Gelegenheiten zu
selbstlosen Freundschaftsdiensten gibt,
bic irgend welchen Gedanken der
TeindseUMt ober der furchtsame«
«orverekung für Ünhe!tigke»tien be
schämend zurückdrängt. Dies »ft sicher
lich die Gelegenheit, für welche etil
Volk und eine Regierung wie die
unsrige aufgezogen wurde, die Gelegen
heit, nicht nur den Rat zum Frieden,
Aur Freundschaft und der beständigen
Eintracht, welche auf Gerechtigkeit und
edelmütigem Handeln begründet ist, zu
geben, sondern ihn auch klarzulegen
und zu bekräftigen.
Tie Flotte.
Eine kraftvolle ftioue haben wir
stets als unser geeignetes uno natur
liches Mittel zur Verteidigung betrach
tet» und wir haben oauei immer nur
an die Verteidigung geoacht, niemals
an Angrijf ober v.roverung. Doch »ver
will uns jeyt sagen, was fur eine
Flotte wir vauen sollen? Wir werben
uns erlauben, wie bisyer auch oer
Zutinift stark zur See zu sein, und
doch wird darin niemals ein Gebaute
des Angriffs oder ber Herausforde
rung liegen. Unsere Schis,e smd un
sere iiatiiriichcii Festungen. Wann wer
den die toachvetnanbigcii uns genau
sagen, welche Art wir bauen souen,
uno tvaini wird ihr Rat fur zehn Hahre
der richtige jetn, wo bie relative Züch
tigte it ber vetschiebenen Fahrzeuge sich
fviiwähteud anvert und wir gerube in
den leyieii paar Mbumen Zeügi! bieseS
fortwährenden Wechsels gewesen fttibV
Doch fch streife von der «ache ab.
Sie i,t nicht neu und bedarf keiner
neuen Erörterung. Xtiir weroen un
sere Stellung ihr gegenüber nicht an
dern, weil einige von uns nervös und
aufgeregt sind. Wir werben uns leicht
uno vernünstig auf eine Aerteidigungs
potttit einigen, sjie $tag'e hat keinen
anderen GesichtSpu«tt erhalten, weil
die Zeiten nicht normal smb. Unsere
Politik wirb nicht auf eine bejouoete
Gelegenheit zugtfchmuen. Sie wird
als eme benuubtge Und feststeheitbe
Sache betrachtet werden, die wir zu
allen Zeiten verfolgen .oeu, ohne
Uebereuuug und in einer Weife, Die
volltommen mit dem FrieDeti der Welt
der unverbrüchlichen Freundschaft Der
Staaten unb ber uubeytuberteii Frei
heit aller, mit beueii wir zu tun ha
ben, in Einklagt! steht. Kaisen wir
keine falsche Auffassung auskommen 1
Das Laub ist faifch unterrichtet wor
den. Wir haben unsere Laiibesvenei»
dtgung nicht vernachlässigt. Wir sind
uns der großen Verantwortlichkeit, die
auf uns ruht, wohl bewußt. Wir wer
den von jeder Erfahrung und jedem
neuen Umstand lernen und Nutzen zie
hen, und was nötig ist, wird in hm
reichender Weise getan werden.
Ich schließe, wie ich begann, mit der
1
Mahnung an Sie, der großen Ausga
ben und Pflichten des Friedens einge
denk zu sein, welche unsere ganze Kraft
in Anspruch nehmen und uns' heißen,
ein dauerndes Gebäude aufzuführen
der Ausgaben, deren wir uns jetzt und
zu allen Zeiten mit freiherzigem E'.fer
und mit aller uns zur Verfugung ste
henden Einsicht und Begabung unter
ziehen können. Unser Leben und un
sere Hilfsquellen zu entwickeln unser
eigenes Volk und die Volter der Welt,
tote sich die Bedürfnisse ergeben, aus
dem gewaltigen Reichtum unserer Fel
der und unserer Handelsstraßen zu ver
sorgen, den Handel unserer eigenen
Staaten und der ganzen Welt mit den
Erträgen unserer Bergwerke, unserer
Farmen und unseren Fabriken, mit den
Schöpfungen unseres Denkens und den
Fruchten unseres Charakters zu berei
chern das ist es, was unsere Auf
merksamkeit und Misere Begeisterung
beständig fesseln sollte) jeyt und tii
späteren Jähren, da wir in unseren:
Leben als Nation zu zeigen bestrebt
sind, was Freiheit und die Inspiratio
nen eines aufgeklärten Geistes für
Männer und Gesellschaften, für Ein
zelne, für Staaten und jür das ganze
Menschengeschlecht bollbringen können.
Akustischer Telegraph.
Eine sinnreiche Einrichtung der frans,ö
fischen Marine.
Die einzelnen Kriegsschiffe, eines
Geschwaders, jo bertcgiet eme franzo
sljche Zeitschrift, standen bislang
vurch optische Signale miteinander tu
.'Verbindung. Meie Art der Äesehls
und Nachrichtenübermittlung reichte
nur fur kurze Entfernungen und war
vom Wetter hohem ^taße abhän
gig: sie ist ourch die drahtlose Siele
graphie ersetzt worden, allerdings nur
auf weite Entfernungen, da alle
drahtlosen
(Stationen
für größere
Reichweiten eingerichtet sind. jur
die kurzen Entfernungen hat man aus
die akustische Telegraphic, die ur
sprüngliche Art der ^achrichteniiber
mittlung, zurückgegriffen und der von
dem bekannten Flugzeugkonstrukteur
Blsriot konstruierte akustische Ävpa
cat hat so glänzende Ergebnisse auf
Zuweisen, daß ihn die französische
Marine auf ihren sämtlichen schis
sen einführt. Der Äl6riotsche aku
stische Telegraph bildet letzten Endes
eine mächtige, von einem „^orseta
ster" bediente Sirene, die für diejen
besonderen Verwendungszweck kon
struktiv durchgebildet ist. Der
„Dtorsetaster" uffnet und schließt
durch einen Elektromagneten eine
Vorrichtung, durch welche höht, nach
dem Morsealphabet gruppierte Töne
in die Luft gestoßen werden. Alle
Seeoffiziere sind in der Sprache die
ser. Töne ausgebildet und verstehen
somit die Signale, soweit sie sich in
der Wahrnehmungszone befinden.
Die.Welle der Sirene erfährt ihren
Antrieb durch den Elektromotor mit
5000 Umdrehungen in der Minute
auf der Sirenenwelle sitzen in Rei
henschaltung drei Ventilatoren, die so
angeordnet sind, daß der Luftdruck
im Tonsender 4 Meter Wassersäule
erreicht.
Vor den Scheiben der Ventilato
ren liegen fachgemäß angeordnete
Ringe und abgeschrägte Flächen, die
die Luft von einem Ventilator in den
andern drücken, wodurch sich die Strö
mungsgeschwindigkeit der Luft bei
jedem Uebergang erhöht. Zwischen
dem Tonsender einer gewöhnlichen
Sirene und dem Ventilator gehäufe ist
tin dritter Zylinder mit ebensoviel
Oeffnungen» wie der Tonsender de­
sitzt» eingeschaltet. Gwd diese Ge
schloffen, so tonn im Innen»
Apparates eingeschlossene Lust nicht
entweichen nnb eS lair sich kein T»n
tilden sind sie jedoch offen, so strömt
die Luft mit voller Gewalt heraus
«nb die Sirene „telegraphiert", tv«
bei durch dieses Oeffnen und Schlie
ßen die Buchstaben des Morsealpha
bets erzeugt werden.
Die Anzahl der Ventilatoren liißt
sich beliebig erhöhen, je nachdem die
Schallweite vergrößert werden sol.
Die mit drei Ventilatoren ausgerü
steten Apparate waren noch auf 2600
Meter sehr deutlich wahrnehmbar.
Die akustischen Signale können eben
so rasch aufgegeben werden wie 6tt
der elektrischen Telegraphic, da der
Rotor» eine große Geschwindigkeit
besitzt und das Oeffnen und Schlie
ßen des Tonsenders rasch erfolgen
kann.
Wien als Kulturzentrum.
Die Balkanfrage ttnterr welthistorisch«
Perspektive.
Rußlands gewaltsames Streben
nach der Vormachtstellung auf de».
Balkan, durch das oer Weltkrieg ent
fesselt wurde, verdunkelt vielfach
fctt öffentlichen Meinung die gelchicht
hch feststehende Tatsache, daß die
Välkanvölker in ihrer raMnpUitisck'ek
Stellung wie in ihrer Wirtschaft und
ftulivr in erster Linie an Oester
deich orientiert sind. Daraus weift
nachdrücklich Dr. Karl Dietrich, ein
genauer Kenner des Geisteslebens auf
dem Balkan, in einem Amzatz h[R„
dcr die Valkanfrage unter wettylstor:
}cher Perspektive betrachtet.
„Fünf ethnisch ursprünglich völliZ
verschiedene Völker: Rumänen, Ser
ben, Bulgaren, Albanter UND ie
chen", schreibt der Gelehrte, „sind hier
turchRasjenmijchung und gemeinsame
historische Schiazaie zu einer ziem'»ch
gleichartigen Kulturmasse verwachsen»
die stets eine gewisse Füylung 'mu
Mitteleuropa behauptet hat, jeden
falls mehr zu diesem als zu Rußiunb
gravitierte. Ihre ganze nationale
Entwicklung ist eng mit Oesierrei tz
verknüpft, so oft dieses auch ihien
Emanzipationsbestreoungen entgegen
trat. Wien, nicht Petersburg oder
Moskau, ist die geistige Mutter stadt
der jungen Kulturzentren des Balkans
seit dessen nationalem Erwachen tu
der zlveiten Hälfte des 18. Zahihu»
derts. In Wien erhielten die Weiter
des nationalen Geoankens bei d»
Serben, Griechen und Rumänen ihre
geistige Bildung in Wien erschiene»
die ersten Zeitungen und Zeitschriften
der Serben und kriechen Wien war
der große Umschlagsplatz des Handels
der Balkanvölker mit Europa
kurz, was für Deutschland und
Oesterreich noch bis tief tn das Ii#.
Jahrhundert hinein Paris bedeutet-,
das bedeutete für die jungen Balkau»
Völker Wien: das Zentrum ihcer get»
fügen Aufklärung. Ist auch in de«
letzten Jahrzehnten der geistige Ein
fluß Oesterreichs, namentlich im
Schulwesen, stark zurückgedrängt und
durch den Deutschlands ersetzt wor
den, so ist doch in allem, wa» die äu
ßere Erscheinungsform betrifft. Wie»
noch immer vorbildlich: Wiener Ar
chitekten haben viel zur Verschönerung
der Hauptstädte der Balkanländer bei
getragen, und das Kaffeehausle'.e»
spielt dort keine geringere Stolle als
der Donaustadt.
Ueberhaupt entspricht die ganze hei
tere und leichtere Lebensauffassung der
Balkanvölker, abgesehen wieder vcn
den ernsten und nüchternen Bulgaren»
durchaus dem Wesen des Oesterr«
chers, aber gar nicht dem des Russen.
Es ist also ganz verfehlt, wenn man
die Balkanvölker als eine Vormacht
Rußlands ansieht» und die eben jetzt
sich vollziehende politische Umwälzunz
im europäischen Osten wird die be
sonnenen Nationen des Balkans auf
Seiten des deutsch österreichische«
Bündnisses finden, nicht nur, weil eS
cht politisches, sondern auch, weil eS
ihr Kulturmteresse erfordert".
—L
Schlesische» Himmelreich.
Das „schlesische Himmelreich" ist
ein sehr schmackhafte* und beliebtes
Gericht im fchönen Schlesierlande.
ES
gibt aber noch ein zweites fchlestsche^
„Himmelreich", das erst mit der Voll
endung der elektrischen Straßenbahn
strecke Hirschberg -Obergiersoorf wei
teren Kreisen bekannt geworden ist.
Den eigenartigen Namen führt näm
lich die Endhaltestelle der elektrischen.
Bahn in Obercarsdorf nach einer
Felsengruppe, die allerdings wenig
an das Himmelreich erinnert. Bon
da sind es nur wenige Schritte bis
Hain, und damit ist der Tourist im
Herzen des Riesengebirges.
Durchschaute Xanthi p
it. Frau Kratzig (im Möbelmaga
zm): Sind diese Stühle aber auch
dauerhaft gearbeitet?
Tischer: Darauf können Sie sich
»erlassen die halten den dicksten
öchädel aus!
Naheliegend. Frau: Den
ken Sie. mein Mann hat einen Hitz
schlag bekommen.
Kein Wunder, so heiß wie Sie.
hm auch das Heben machen.

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