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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, December 25, 1914, Image 2

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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I!
«»T«
Jahrgang 51.
Feind »erfolgt.
Sieg des Feldmarschall
Hindenburg.
Schlappe für Franzosen.
Berlin, 19. Dez. Der deutsche
Generalstab fertigte St Lage in Po
len, aus das ganz Deutschland und
die ganze Welt mit Spannung blik
ken, in seinem gestrigen Bericht mit
sieben kurzen Worten ab: „In Pole a
verfolgen wir den fügenden Feind".
Das ist alles, und in Deutschland
weiß man, daß große und freudige
Ueberraschungen in den nächsten Ta
gen vielleicht heute oder morgen
schon zu erwarten ftno. Etwas reich
haltiger als der lakonische deutsche
ist der österreichische Bericht. Er
lerntet: „Die geschlagenen Russen
werden auf der ganzen 250 Meilen
langen Schlachtsront, die sich von
Krosno bis zur Mündung der Bzura
in die Weichsel erstreckt, verfolgt. In
den Nord-Karpathen, zwischen Kros
no und Zakliczyn sind die Russen
aus allen ihren Stellungen vertrie
Ben worden. Am untren Donajec
Flusse bestehen wir und unsere Ber
bündeten Gefechte mit der Nachhut
des Feindes. In Süd-Polen sind
wie bisher, ohm auf großen Wider
stand zu stoßen, vorgerückt. Borge
stern wurde Piotrkow und gestern
Przedborz im Sturm genommen. Die
Lage in den Karpathen hat sich noch
nicht drastisch verändert."
Wenn die Angriffslinie der beut
schen Verbündelen bereits auf der
Linie Krosno-Bzura liegt, dann
heißt das mit anderen Worten, daß
die Deutsch-Oesterreicher, die in
West-Galizien mit den Russen kämp
fen, seit vorgestern wiederum 70
Kilometer vorgerückt sind. Im Don-
nerstag-Bericht des österreichischen
Generalstabes wurde noch Zakliczyn
als äußerster östlicher Punkt angege
ben, während der gestrige Bericht be
reits Krosno erwähnt, das südlich
von Rzeszow, und nur noch 70 Ki
lometer von Przemysl liegt. Wenn
es den deutsch-österreichischen Heeren
gelingt, in diesem Tempo weiter vor
zudringen, dann solle Przemysl am
Montag von den Russin befreit fein.
Im österreichischen Bericht werden
übrigens auch wieder Ausfälle von
Przemysl erwähnt.
Die Einnahme von Piotrkow und
Przedborz beweisen übrigens, daß die
deutfch-österreichische Schlachtlinie in
Polen ausgerichtet wird. Die deutsch
österreichische Ts chenstochowa-Armee,
die sich bei Lodz lange aufgehalten,
ist inzwischen nachgctückt, nachdem
sie die Russen in zroe: gewaltigen
Schlachten geschlagen. Die Russen,
die von Süden, von Krakau her, auf
die Linie Piotrk-.'ch-Lodz fallen woll
ten, um diese Armee von der Koope
ration mit dem deutschen Zentrum
bei Lodz zu hheem, wurden zurück
gedrängt, und lo. ihr Weg im Sü
den versperrt, zogen si- sich nach den:
Südosten zurück. Deshalb meldet
der österreichische Generalstab heute
Kämpfe am unteren Donajec-Flufse,
wahrscheinlich zwischen Tarnow und
Opatowec, wo der Donajec in die
Weichsel mündet.
Im Norden wurden die Deutschen
gestern bereits unmittelbar vor den
Toren Warschaus gemeldet. Sicher
lich standen sie nahe genug, um die
Außenwerke der Stadt mit ihren
Geschützen erreichen zu können. Am
Freitag müssen sie sich nach einer
Meldung des russischen amtlichen
Militärfachblattes bereits in Ko
zun direkt gegenüber der Festung
Novo Georgiewsk auf dem anderen
Ufer der Weichsel befunden haben.
Dem Gros der Russen ist nur die
Flucht südlich von Warschau noch
möglich. Und auch sie kann zur
Katastrophe werden.
Paris, 19. Dez. Nordwestlich von
Lille haben die Deutschen, wie von
der Schlachtfront gemeldet wird, ge
llem wieder ihre schwersten Geschütze
*&* &
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toni$«i*'HlaW^^«^|j
-^v in
in Aktion gebracht. Ste oomoarmer
ten gestern abend Armentieres meh
rere Stunden lang, und die schweren
Granaten fielen beständig in Abstän
ten von zwei Minuten in die Stadt.
Berlin, 19. Dez. Der deutsche
Generalstab machte gestern abend
folgendes über tie Lage im Westen
bekannt: „Die Kämp-e in Nieuport
find uns fortgesetzt günstig, aber so
weit ist noch keine Entscheidung er
zielt worden. Die französischen An
griffe zwischen La B^ssee und Ar
ras und auf beiden Ufern der Som
me verliefen resultatlos und kosteten
den Feind schwere Verluste. An dec
Somme verloren die Franzosen 1200
an Gefangenen und 1800 an Toten.
In den Argonnen machten wir einige
erfolgreiche Angriffe, tr. deren Ver
laufe wir 750 Gefangene machten
und viel Kriegsmaterial erbeuteten.
Dieser Bericht widerlegt den zu
dem noch höchst unklar ausgedrückten
Bericht des französischen Kriegsbu
reaus, das bescheidene Fortschritte
nordöstlich von Nteuport meldet. Im
deutschen Generalstab wird mit Nach
druck gemeldet, daß nicht „bei", son
dern „in" Nieuport gekämpft wird,
daß mit anderen Worten ein Teil
der Stadt, wahrscheinlich die östli
chen Vororte, in deutschen Händen
sind.
Die übrigen ven der Franzosen
gemeldeten Fortschritte werden aus
ähnliche Weise widerlegt. Interes
sant ist jedenfalls, daß die Franzosen
zugeben müssen, daß ft». wiederum in
der Defensive sind, während die gan
ze Presse der Verbündeten sich be
reits aus Freuoe ii5 die „Offen
five" der Verbündeten heiser geschrien
hatte. In Deutschland sieht man der
Entwicklung im Westen mit der
denkbar größten' Ruhe entgegen.
Man hat gelerm, der obersten Lei
tung zu vertrauen, und jeder scheint
zu fühlen, daß, wenn die östlichem
Marken des Reiches vom drohenden
Feinde befreit sind, die Verbündeten
im Westen an dte Reihe kommen.
Berlin, 19. Dez., über London.
Folgender amtlicher Bericht wurde
heute mittag hier veröffentlicht:
„Auf dem westlichen Kriegsschau
platz fanden gestern mehrere feind
liche Angriffe statt. In Nieuport,
Bixschoote und La Bassee werden die
Kämpfe fortgesetzt. Wir haben bei
Lens, östlich von Albert und westlich
von Noyon alle Angriffe der
Feinde zurückgeschlagen.
„An der ostpreußischen Grenze
wurde ein russischer Kavalleriean
griff bei Pillkallen zurückgeschlagen.
,/Jn Polen wird die Verfolgung
des Heindes fortgesetzt."
Kämpfe um Ipern.
Verluste der Engländer und
Franzosen 24,000 Mann.
In dreitägigen Kämpfen.
Verlin, 19. Dez. Die Verluste
der Franzosen und Engländer in
den Kämpfen um Upern müssen
schreckenerregender Natur gewesen
sein. So gibt der Korrespondent
des „London Daily Chronicle" zu.
daß die Verbündeten in dreitägigen
Kämpfen an Gefallenen, Verwun
deten und Vermißten etwa 24,000
Mann eingebüßt haben.
Allerdings haben die Deutschen
hier auch schwer gelitten, indeß lan
ge nicht in dem Maße. Auch gehen,
wie den Blättern in Christiania be
richtet wird, den Deutschen bei
Npern beständig neue Verstärkun
gen zu.
Die letzten öffentlichen Bekannt
machungen der obersten deutschen
Heeresleitung scheinen darauf hinzu
weisen, daß eine starke Offensive in
Flandern und im nördlichen Frank«
reich unmitelbar bevorsteht.
In Port Deposit, Ala., wurde
gestern ein Neger, namens Will
Jones, der beschuldigt war, ein jun
ges Mädchen in verbrecherischer Ab
ficht angegriffen zu haben, gelyncht.
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Unfern Lefern unti freunden
TröDMdic öeibnatbten
Tausende von Menschen versammelten
sich Mittwochabend auf der Minnesota
Straße um der Feier des Municipal
Weihnachtsbaumes beizuwohnen. Von
allen Richtungen der Windrose kamen
sie angeströmt um den Weihnachts
bäum zu sehen und dem Programm zu
lauschen. Beeinträchtigt wurde die
Feier durch das kalte Wetter welches
sich ungebeten eingestellt hatte. Es war
wirklich so kalt, daß Hunderte von
Eltern mit ihren Kindern den Heimweg
antraten ehe das Programm zu Ende
war und die Verteilung der Geschenke
an die Kinder beginnen konnte.
Anstatt das Programm um 7 Uhr
zu beginnen wie angezeigt, war es bei
nahe halb acht Uhr ehe der Weihnachts
baum in seinem Lichterglanze erschien
und die 2. Regimentskapelle die er
öffnende Nummer des Programms be
gann. Die Kapelle spielte eine zweite
Nummer und dann folgten der Chor,
F. W. Johnson mit seiner englischen
Ansprache, dann wiederum der Chor,
dann Dr. Fritsche mit einer deutschen
Ansprache, dann der Chor mit einem
dritten Lied.
Durch den starken Andrang wurde das
Erscheinen des Weihnachtsmannes und
seiner Zwerge erschwert und verzögert.
Zum Schluß kam dann die Verteilung
der Weihnachtsgeschenke. Während
dieses vor sich ging spielte die 2. Regi
mentskapelle lustige Weisen. Der Ka
pelle kann nicht hoch genuges Lob er
teilt werden, daß sie trotz der Kälte so
beharrlich auf ihrem Posten ausharrten.
Leider kamen die schönen Gesänge
nicht zur vollen Geltung. Der Chor
hatte die Lieder vortrefflich eingeübt
und sang dieselben auch famos aber der
Schall drang nicht weit genug um von
den meisten gehört zu werden. F. W.
Johnson sprach in englisch. Er leitete
seine Ansprache ein mit der Erklärung,
daß dies nicht die Gelegenheit sei, eine
längere Ansprache zu halten und daß er
sich sehr kurz fassen würde. Er führte
an, daß wir alle Ursache hätten glücklich
und zufrieden zu sein, in dem Land wo
Frieden vorherrsche im Gegensatz zu
Europa wo sich die Menschen in dem
größten Krieg der Welt befehdeten.
Mayor Fritsche hielt eine längere An
spräche in welcher er die Bedeutung des
Weihnachtsfestes klarlegte, die darin
bestehe, daß auf Erden Friede herrsche,
daß alle Bitterkeit, Mißverständnisse
und Zwistigkeiten ausgeschaltet werden.
Er betonte, daß diese Feier für die Kin-
...............
New Ulm, Mmesota, Freitch den L3. Dez., 1S14. Nummer 52
•ö
der der Opferwilligkeit der Geschäfts
leute zugrunde liege, und daß dem Com
mercial Club ungeteiltes Lob zukomme
für die Art und Weife wie sie die Feier
eingeleitet und arrangirt hätten. Er
sprach die Hoffnung aus, daß dies nicht
die erste und letzte öffentliche Weihnachts
feier sei, sondern daß jedes Jahr ein
ähnliches Fest für die Kinder arrangirt
werden solle. Ohne den Rednern nahe
treten zu wollen, sind wir der Meinung
daß wegen des vorherrschenden kalten
Wetters die Reden hätten bedeutend
verkürzt oder sogar ganz fallen gelassen
werden sollen. Bekanntlich interessiren
fir*? die Kinder nicht für lange Reden.
Die wollen einfach den Weihnachtsbaum
sehen, den Santa Claus begrüßen und
etwaige Geschenke in Emvfang nehmen.
Den härtesten Posten hatten die Mit
glieder des Commercial Club welche
Candy, Nüsse, Aepfel und Orangen
$n die Kinder zu verteilen hatten. Die
Sachen waren nördlich vom Weih
nachtsbaum auf Tischplatten aufge
stapelt worden und das Gedränge war
so groß, daß es beinahe ein Ding der
Unmöglichkeit war die Verteilung vor
schriftsmäßig vor sich gehen zu lassen.
Der Weihnachtsbaum welcher an der
Kreuzung von Minnesota und 1. Nord
straße errichtet wurde ist ein heimisches
Produkt. Er stammt aus unserem
German Park. Das Komitee hatte
sich einen Baum von Idaho bestellt der
hier unentgeltlich abgeliefert werden
sollte. Als derselbe Montag fiter an
langte war die Enttäuschung groß, denn
er erwies sich als absolut unbrauchbar
und dem Komitee blieb keine andere
Wahl übrig als sich bei der Parkbehörde
die Erlaubnis zu holen einen passenden
Baum aus dem German Park zu hacken
welche sie auch erhielten.
Dieser Baum ist ein Prachtexemplar,
symmetrisch gewachsen und ungefähr 40
Fuß hoch. Ganz oben in der Spitze
war ein Kreis von Glühbirnen ange
bracht mit 5000 „EandlePower." Ueber
den Baum selbst waren nahezu 200
Glühbirnen, rot, grün und eisgrau, an
gebracht worden. Dies gab dem Baum
einen prächtigen Anblick und er rief all
geneime Bewunderung hervor.
Dies war New Ulms erster Versuch
mit einem Municipal Weihnachtsbaum.
Trotz des kalten Wetters und verschiede
iter Mängel die sich eingeschlichen hatten,
muß die Feier doch als Erfolg betrachtet
werden. Die Tatsache allein, daß so
viele Menschen sich einstellten, ist der
fr
klarste Beweis, daß die Idee eines
Municipal Weihnachtsbaumes bei dem
Publikum im Allgemeinen Anklang
findet und daß eine Wiederholung der
Feier Nächstes Jahres mit Freuden be
grüßt wird.
Gerichtssitzung zu Ende.
Freitagnachmittag um 4 Uhr waren
alle Fälle welche in dem Dezember
Gerichtstermin vor der Jury verhau
delt werden sollten, erledigt und die
Gerichtssitzung wurde vertagt. Der
letzte Fall der verhandelt wurde war
der von A. M. Keil gegen John Platz,
in welcher der Kläger Zahlung forderte
für einen 200 Fuß tiefen Brunnen
welchen er für den Verklagten gebohrt
hatte. Es wurde geltend gemacht, daß
das Wasser nichts tauge und daß in
anderen Beziehungen der Brunnen nicht
contraktmäßig ausgeführt worden fei.
Nach mehrstündiger Beratung einigte
sich die Jury auf einen Wahrspruch
zugunsten des Klägers und sprach ihm
$293.60 zu.
In dem Criminalsall von Staat
gegen Otto Schreyer der des Angriffs
im 2. Grad angeklagt war, einigte sich
die Jury auf schuldig des- Angriffs im
3. Grad und berichtete diesermaßen
an den Richter. Als Strafe für dieses
Vergehens wurden Schreyer $100 zu
biftirt welche er sofort bezahlte.
In dem letzten Criminal Fall, Staat
gegen Stanis Sperl einigte sich die
Jury spät Donnerstag nach mehr
stündiger Beratung zu dem Wahrspruch
„schuldig des Angriffs im 2. Grad".
Sperl wurde angeklagt und überführt
den jungen Otis Richter mit einein
Stück Eisen zu Boden geschlagen zu
haben.
Freitagnachmittag wurde er von Rich
ter Olsen zur Gefängnisstrafe in Still
water auf unbestimmte Zeit verurteilt.
Richter Olfen sagte jedoch aus, daß er
der Begnadigungsbehörde schreiben wür
de, Sperl nur 6 Monate in Haft zu
halten und ihn dann auf freien Fuß zu
setzen. Otto Grothe welcher auch in
dieser Schlägerei beteiligt war, entging
eines Prozesses im Distrikt Gericht
weil er schon von Richter Henningsen
bestraft worden war.
Durch ein Versehen schrieben wir in
der letztwöchentlichen Post, daß Anton
F, Brand überführt worden sei, seine
Familie böswillig verlassen zu haben.
Es hätte „John F. Brand" heißen
sollen und wir stellen dies hiermit
richtig.
In der Familie von August
Wager machte am Sonntag ein stram
mer Stammhalter sein Erscheinen und
letzten Freitag wurde die Familie von
Joseph Kitzerow von West Newton durch
die Ankunft eines Weltbürgers erfreut.
Letzten Sonntag war Raymond
Gruetzmacher von Minneapolis bei
Pastor Hohns zu Gaste. Während
seines Aufenthaltes machte er Arrange
ments für Aufführung des Lustspiels
„The Professor's Love Story" seitens
des „University Dramatic Clubs." Das
Stück wird Sonntag, 2. Januar in der
Turnhalle aufgeführt werden.
Endlich gesangen.
Deutsche Seehelden von dem
Kreuzer „Emden".
Machten Jagd auf Handelsschiffe.
Paris, über Tokio, 19. Dez. Das
hiesige Flottenministerium hat ge
stern abend bekannt gegeben, daß
der britische Hilfskreuzer „Gmtpreß
of Japan" den Kohlendampfer „Ex
ford" gekapert hat. .An Bord dieses
Dampsers befanden sich drei Offi
ziere und vierzig Mann, Ueberle
Bentie von der Besatzung des deut
schen Kreuzers „Emden", der be
kanntlich an den Kokos Inseln
von dem australischen Kreuzer
„Sydney" aus den Strand getrieben
und somit kampfunfähig gemacht
wurde. Die beiden Offiziere und
die vierzig Mann entkamen auf
einem Schoner, kaperten dann das
Kohlenschiff „Exs«ord", rüsteten die*
sen mit zwei kleinen Geschützen, die
sie von der „Emden" gerettet hat
ten, aus und machten im Stillen
Ozean Jagd auf Handelsschiffe der
Feinde Deutschlands und Oester
reich Ungarns.
Der Dampfer ..Empreß of In
dia", Eigentum der „Canadian Pa
cific Railway Co.", ist von dem reich
sten indischen Fürsten, den Gaekwar
von Baroda, käuflich erstanden wor
den.
W tzß *V PfW
MWchyrX
WWUW
Union Hospital seiner Be-
stimmnng übergeben.
Pastoren Hohn und Wheeler halte«
Ansprachen. Hunderte von Men
schen besichtigen das Hospital.
Letzten Freitag wurde das neuerbaute
Union Hospital formell eröffnet und
dem Gebrauch für Krankenpflege und
für chirurgische Operationen übergeben.
Wie bereits angekündigt, soll die Ein
weihung erst nächsten Mat stattfinden,
bei welcher Gelegenheit ein entsprechen
des Programm durchgeführt und ein
Festbankett abgehalten werden wird.
Die Eröffnung wurde ohne weiteres
Zeremoniell vollzogen. Gleich nach
Mittag stellten sich zahlreiche Be
suchet: ein, besonders diejenigen, welche
durch ihre liberalen Beiträge den Bau
mit seiner Einrichtung möglich gemacht
hatten. Past. E. F. Wheeler hielt eine
kurze englische Ansprache, während Past..
C. Hohn die Besucher in einer kurzen
deutschen Rede begrüßte.
Grfterer betonte, daß den Direktoren
nicht genug Lob gezollt werden könnte
für das schöne Hospital welches sie in
so kurzer Zeit und so vollkommen aus
gestattet, hergestellt hätten. Er führte
ferner an, daß die Gesellschaft dankbar
sein würde für weitere finanzielle Unter
stützung und für weitere Aktieninhaber.
Zum Schluß sprach er die Hoffnung
aus, daß das Hospital Management
dafür sorgen würde, daß genügend
Raum da sei für solche die durch Armut
ober durch Atter auf das Wohlwollen
des Gemeinwesens angewiesen sind, so
daß denen die nötige Pflege sogar un
entgeltlich geliefert werden könne.
Pastor Hohn wies darauf hin, daß
der Bau des Hospitals eine größere
Einigkeit und Zusammengehörigkeit er
zielt habe, und daß schon dies allein ge
nitgend sei den Kostenaufwand zi$
entschuldigen. Er bezeichnete die Fertig
stellung des Hospitals als einen Schritt
in der richtigen Richtung. Er sagte
ferner, daß dies Hospital jetzt hier fei
und uns gemeinschaftlich gehört, und
daß es an uns liegt, die Borzüge des
selben allenthalben bekannt zu geben,
so daß es in absehbarer Zeit notwendig
würde, die Mauern weiter auszudehnen.
Die Besucher wurden durch die Korri
bore, Krankenzimmer und die änderen
Räume des Hospitals geführt und alle
waren des Lobes voll über die schönen
und praktischen Einrichtungen. Eine
Anzahl Zimmer sind von Vereinen und
protestantischen Kirchen mit Betten und
Möbeln ausgestattet worden. Der
Frauen Hospitalhilfsverein besonders
hat nach dieser Richtung hin eine löbliche
Tätigkeit entfaltet und verspricht auch in
der Zukunkt seine hilfreiche Aufmerksam
keit dem Hospital zuzuwenden.
Das Operationszimmer ist mit allen
modernen Einrichtungen und chirtuA
schen Instrumenten versehen und es kön
nen da die schwierigsten Operationen voll
zogen werden. Eine weitere vorteilhafte
Einrichtung sind die verschiedenen Bäder,
welche selten mit einem Hospital verbun
den sind, obwohl dieselben ein notwendt
ges Attribut eines wohleingerichteten
modernen Hospitals geworden sind«
Diese Einrichtung wird eine große An
zahl Kranke von nah und fern anlocken
und dem Hospital eine reiche Einnahme
quelle sichern. Ferner sind sogenannte
Sonnenräume angebracht, in welchen sich
Patienten und Rekonvaleszenten aushal
ten und sich in dem stärkenden Sonnen
schein baden können.
Der Bau eines protestantischen Hos
pitals wurde im Herbst des Jahres 1911
von Past. C. I. Albrecht und andern
Geistlichen sowie einer Anzahl Protestan
ten angeregt. Der Verkauf von Aktien
und die Sammlung von Beiträgen wur
de im Januar des Jahres 1912 in An
griff genommen und als Resultat der
unermüdlichen Arbeit der Befürworter
und Freunde des Unternehmens steht
nun ein modern eingerichtetes Hospital
da, welches sich getrost als ebenbürtig
mit irgend einem im Staate messen
kann. Dem Institut steht eine glänzen
de Zukunft vor und die Freunde dessel
ben können sich zu dem Resultat beglück
wünschen, sowie auch die Stadt New
Ulm ans die Errichtung eines solchen
Hospitals des Union Hospitals, stolz
sein kann.
Aus der Durchreise von Sherburne
nach Minneapolis hielt sich anfangs der
Woche Prof. Arnold Gloor einen Tag
hier besuchsweise auf.
Die Angestellten im Postamt und
die Brteftrtäger in der Stadt und auf
dem Lande haben sicherlich durch ihre
strennöse Tätigkeit während der ver
gangenen Woche sich um den Dank der
Einwohnerschaft New Ulms und Um
gegend verdient gemacht. Es hat keine
geringe Arbeit gekostet die im Postamt
abgelieferten Postsachen zu bewältigen,
aber sie haben es fertig gebracht. Oben
drein müssen die meisten heute (Weih
nachtstag) auf ihrem Posten sein.
A
Hl
1^

MUNICIPAL CHRISTMAS IEEE ILLUMINATED.

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