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New Ulm Post. [volume] (New-Ulm, Brown County, Minn.) 1864-1933, January 01, 1915, Image 10

Image and text provided by Minnesota Historical Society; Saint Paul, MN

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Das Geschoß des 42 Zm. Geschützes.
vorhandenen Rohrrücklausgeschützen
nur daß er schwer transportierbar ist
und daher soweit als möglich mit Ei
senbahnen befördert wird. Muß der
Mörser oder „die fleißige Berta" auf
der Straße transportiert werden, so
wird er zerlegt und auf eigens hier^
zu konstruierten Wagen verladen.
Das Rohr allein auf dem Rohrwa
gen, einem langen festen Schienen
gestell, auf dem das Rohr mit sei
neu Klauen gleitet. Die Lafette al
lein, Ersatz- und Zubehörteile allein
und die Gürtel allein.
Diese Gürtel sind sine Reihe von
Holzplatten und Eisenschuhen, die vor
dem Schießen aus dem Gürtelwagen
genommen und um den Radkranz ge
legt werden, damit das Geschütz auch
auf nicht chaussiertem Unterboden
nicht versinkt. Es ist eine mächtige
Last, die auf den Gürteln ruht, und
sie bewähren sich großartig. Man
ist über extra tief und frisch ge
pflügten Acker gefähren und das Ge
schütz rollte gleich einer mächtigen
Dampfwalze genau wie auf der
Landstraße dahin.
Wie schon gesagt, wird das
Geschütz zerlegt gefahren. Kommt
Der grosse Brummer.
Interessante Aufschlüsse über das mächtige 42-Zentimeter-Geschütz.
Hüttich, Namur, Maubeuge, Ma
nonviller, Antwerpen sind die fünf
Stationen auf dem Siegeszug, den
der 42-cin-Mörser seit Kriegsbeginn
zurückgelegt hat. lieber der Existenz
dieses Riefmmörsers, von dem dieser
Tage ein deutscher Militärschriftstel
ler schrieb, er sei einige Armeen wert,
lag bis Zum Kriegsbeginn dichtes
Geheimnis. Es vollständig zu liif
ten, ist auch heute aus naheliegenden
Gründen nicht möglich immerhin
sind die nachstehenden Ausführungen
geeignet, manchen Irrtum zu berich
tigen:
Als am 8. und 9. August dieses
Jahres, einen Tag nach dem Fall der
Festung Lüttich, die Kunde durch
die Welt ging: die Deutschen haben
ein lange geheimgehaltenes Geschütz
vor die Forts "der Stadt gefahren
uyd diese mit 6—8 Schüssen so zu
gerichtet, daß es unmöglich war, sie
noch länger zu verteidigen, da ging
wohl ein geheimes Grausen vor die
ser Mordwaffe durch die Welt.
Tatsache ist, daß der 42-oln-Möt
ser außer den wenigen Ingenieuren
und Arbeitern der Firma Krupp und
nur einer ganz geringen Anzahl von
Offizieren und Mannschaften der
Zchießschulk.. die darauf vereidigt
waren, in der ganzen Armee und im
Deutschen Reich vollständig unbekannt
war. Man hat von seiner Existenz
nicht eher etwas erfahren, als bis
sein eherner Mund das Schweigen,
das ihm auferlegt war, selbst brach.
Der große „Brummer" oder „die
fleißige Berta" ähnelt in vielen Tei
Ien den in der deutschen Arme», schon
nun von der obersten Leitung der Be
fehl, das Geschütz fertig zu machen,i
die Kanoniere nennen es „die Ber-'
ta poussieren" so hält die ganze
kilometerlange Kolonne auf der
Landstraße, das Rohr wird durch
die ganzen Bedienungsmannschaften
auf die Lafette gezogen und die Gür
tel um die Räder gelegt. Nun geht'S
mit einem mächtig klappernden Ge-.
töse in die für das Geschütz 'oder die
ganze Batterie ausgesuchte Stellung, I
die der Sicht des Feindes gänzlich 1
entzogen ist. Hört myn dieses ohrsn-i
betäubende Getöse, dann wird's ei-!
nein schon bange, und nun erst der I
gewaltige Knall beim Abfeuern des
Geschützes. Man ist fast unfähig, für
die nächste Zeit zu hören.
Abgefeuert wird das Geschütz auf
elektrischem Wege und zwar in einer
Entfernung von über 400 Meter.
Der Luftdruck beim Abfeuern ist so
gewaltig, daß sich ein Mensch in der
Nähe nicht auf den Beinen halten
kann. Der Durchmesser, 42 cm, ist
ja bekannt, und nun umhüllt ein
ebenso dicker Eisenmantel das Seelen
rohr, das bis zu neun Zehntel der
Länge rund, dann viereckig zuläuft
und sich noch mehr verstärkt. Wie
groß das Gewicht der Pulverladung
ist, wird nicht gestattet, mitzuteilen
doch kann man sagen, daß die volle La
dung nicht unter 15 Zentner beträgt.
Der Mörser ist ein Rohrrücklauf
geschütz. Ein Mann der Bedienung
behandelt mit der größten Sorgfalt
den Rücklauf, damit seine Funktion
beim Schuß auf keinen Fall beein
trächtig! wird. Das Rohr hat eine
Länge von etwa 21 Meter.
Die Schußweite des 42-em-Mör
fers ist etwa 44,000 Meter. Die
Entfernung von Dover nach Calais
ist 33,000 Meter. Man mache sich
davon ein Bild, wenn ein Eisenkoloß,
von den bekannten in Bildern gezeig
ten Granaten, die nebenbei bemerkt
genau sind, durch die Luft brummt
und dann aus einer Höhe von 400—
500 Meter, wenn er den übrigen Teil
der Flugbahn in ziemlich hohem Bo
gen zurückgelegt hat, auf einen Be
tonkloß oder. Panzer schlägt. Die
stärksten Panzer- und Betondecken,
und. wenn sie eine Dicke von fünf
Meter überschreiten, zertrümmern un
ter der Aufschlagskrast wie Scherben.
Die einschlagenden Granaten kehren
ganze Forts um, dringen tief in Er
de und Gestein ein und bringen was
unten war nach oben.
Immerhin geht man mit der „flei
ßigen Berta" fehr sparsam und vor
sichtig um. Die Abnutzung des Ge
schützes steht im Verhältnis zur Rei
bung des Geschosses und der auf
einanderliegenden Teile und kostet ein
Schuß wohl die hübsche Summe von
etwa 48,000 M. ($12,000). Irrig ist
es, wenn gesagt wird, man könne aus
dem Geschütz nur eine bestimmte, ge
ringe Anzahl etwa 150 Gra
naten verschießen. Der „Brummer"
überlebt gewiß den Feldzug.
Ehe nun ein Schuß abgefeuert
wird, wird genau hie Entfernung be
rechnet, nochgerichtet und nochmals
gerechnet, gezielt und geprüft und,
saust das Geschoß durch die Luft, ist
auch der Kanonier des Erfolges
sicher. Erst ist eine mächtige hohe
Feuersäule bemerkbar, dann eine gelb
und schwarz sich ballende Rauchwolke,
wohl über hundert Meter hoch mit
Eisenbeton, Erde und sonst allem
vermischt, und dann ganz spät ein
von weit her schallendes dumpfes
Grollen: der Knall.
Das Geschoß dringt bei nicht allzu
felsigem Boden etwa 8—10 Meter
tief in die Erde ein, krepiert und
reißt einen Trichter von ungefähr
15—18 Meter Durchmesser.
Niemals marschiert die deutsche
schwere Artillerie und vor allem die
mit der „fleißigen Berta" ausgerüste
ten Bataillone allein. Vorne und
1
Feldwache an der russischen Grenze.
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wendete
Soldat
hinten, rechts und links, überall
starke Infanterie- und Kavalleriedek
kung, Maschinengewehre und leichte
Artillerie zum Schutz gegen Ueber
rumpelungen auf dem.Marsch. Und
außerdem bleibt ja das Geschütz auch
so weit hinter der fechtenden Truppe,
daß ein Ueberfall ausgeschlossen ist.
Erreichbar sind die Mörser in ihrer
Gefechtsstellung vom Gegner nie. Man
weiß fast genau, daß die feindliche
Artillerie stets als größte Schutzgren
ze 10,000 Meter annimmt. Steht
nun der Mörser auf 15,000 Meter,
so bleiben ihm immer noch eine An
zahl Kilometer zum Schutz. Nun
sei noch an dieser Stelle einge
fügt, daß wohl die Schußweite und
Treffsicherheit 44,000 Meter beträgt,
man jedoch auf diese Entfernung nie
mals Schüsse abfeuern wird. Es
wäre eine Verschwendung der kostba
ren Munition und eine große Anfor-
Kinder von arbeitslosen Eltern warten
vor einer Schule in Ottakring auf
Verteilung von Spenden und
Nahrung.
derung an die Stabilität des Ge
fchlltzes, weil? man auf diese Entser
nung den Schuß nicht beobachten
kann. Wenn das Geschütz auch etwa
44,000 Meter weit trägt, wird man
doch wohl nur in den seltensten Fäl
len über 20,000 Meter schießen, und
das will für die deutsche Taktik schon
etwas sagen.
Freistehend wird das Geschütz auch
nie verwendet werden. In der dem
Schießtage vorangehenden Nacht wird
es so eingedeckt, daß nichts von ihm
zu sehen ist. Den Namen „Brummer"
haben dem 42-cm-Mörser die Bel
gier gegeben. Dagegen haben die
deutschen Kanoniere das Geschütz „die
fleißige Berta" getauft zu Ehren der
Gattin des Herrn von Krupp, die be
.kanntlich Berta heißt.
®«r „IRettimgsbafei".
Havre de Grace, der jetzige Sitz der bel
gischen Regierung.
Nun erst wird er seinem histori
schen Namen wieder Ehre machen.
Wir nynnten ihn kurz Le Havre.
Der belgischen Regierung ist er zum
Die Lage Havres unmittelbar aif
der Seine-Mündung ist die denkbar
werden^
deops
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werden.
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Bei c/er Wte derSese&u/fg e/es Oier-'&ssß:
wrgefuntfön&f ßvrjzöäfscher, flfitttet&fschfap
günstigste. Von Franz I. im Jahre
1517 gegründet,, erfreute die Stadt
sich unter Ludwig XVI. und Napo
leon I. besonderer Fürsorge der Re
gierung. Napoleon sagte, daß Pa
ris, Ronen und Le Havre eine große
Stadt bilden müßten, bereit Haupt
straße die Seine sei. Von diesem
Zukunftsbilde sind wir allerdings
weit entfernt geblieben, denn Havre
und Rouen sind auch heute trotz ihrer
bevorzugten Lage Provinzstädte mitt
lerer Größe, die zusammen kaum
300,000 Einwohner zählen. Nichts
destoweniger nimmt Le Havre als
Seehafen einen hervorragenden Platz
ein, dessen Bedeumng in Deutschland
nur von Hamburg übertroffen. wird.
Baumwolle und Kaffee sind die
hauptsächlichen Importartikel, dane
ben Wolle und Häute. In Havre ist
auch der Sitz der großen französi
schen Dampfschiffahi is Gesellschaf
ten Compagnie G6n6rale Transat
lantique und Chargeurs Räuitis.
Die landwirtschaftliche Lage Havres
ist von unvergleichlicher Anmur. Das
Meer umspült die Stadt von drei
Seiten. Nördlich aber steigt bewal
detes Hügelland. die sogenannte
Kote d'Jngouville, aus der Stadt
ebene empor und gewährt eine Fern
ficht von seltener Schönheit auf den
Hafen, das Meer und die breite
Mündung der Seine mit Honfleur
und Trouville am jenseitigen User.
Le Havre hat den Vorzug, zwei
geweihte Stätten zu besitzen, die dem
Volke am Herzen liegen. Im We
sten, auf hundert Meter hohem Krei
defelsen, hart an der Küste, den
Schiffern, von weither sichtbar, erhebt
sich die kleine, liebliche Wällfahrts
kirche Notre Dame des Flors, die Be
schützerin der Seeleute, während auf
der entgegengesetzten östlichen Seite
der Stadt sich das uralte Kloster be
findet, in dem Robert der Teufel ge
haust haben soll. Hier errichteten
1871 Bürger der Stadt eine bedeu
tende Bronze-Statue, die Mutter
Gottes mit dem Jesuskinde darstel
lend. „La vierge noire" heißt sie der
Volksmund. Das Jesuskind streckt
abwehrend die Hände gen Osten.
Eine goldene. Inschrift belehrt uns,
daß im Kriege 1870 die Prussiens
bis an diese Stelle vorrückten, daß
aber Mutter-Gottes-Gebete der, Non
nen im Kloster die Umkehr des Fein
des vor den Toren der bedrohten
Stadt erwirkten.
Zwischen den beiden frommen
Stätten zieht sich eine vornehme
Straße hin. Da befindet sich neben
zahlreichen Villen begüterter Kauf
herren auch der Wohnsitz des ehema
ligen Präsidenten Felix Faure, der
von Beruf Häutehändler in Havre
war und. als Präsident der französi
schen Republik zum eifrigen Mitbe
gründet der alliance ruffe wurde, die
nun den Völkerkrieg, gezeitigt hat.
Aussehen des schwer umstrittenen bel
gischen Kadeorts.
Nieuport ist vielleicht der älteste
Badeort der vornehmen Belgier und
Rettungshafen geworden,. wenn auch zugleich auch der, der sich am wenig
vielleicht nur für Wochen. Frank- sten entwickelt hat. Eigentlich ist es
reichs reiche Gastfreundschaft sucht nur eine einzige Straße, 'die das
hier das Geschick des unglücklichen Meer entlang läuft, und ein einziges
Belgien aufzuhalten, und England ist großes Hotel, das die Badegäste atch
bereit, auch hier zur Ehre und sür nimmt. Alles sieht ein wenig altfrän-
oie Größe des britischen Reiches bis
zum letzten Blutstropfen des letzten
französischen Soldaten zu kämpfen.
Die Uebersiedelung der belgischen
Regierung von Antwerpen nach
Havre entbehrt nicht einer gewissen
Ironie, denn seit langen Jahren war
das aufblühende Antwerpen der
französischen Seestadt schlimmster
Konkurrent.
fisch und vereinsamt aus, ganz ander
als in den funkelnagelneuen Stadt
teilen anderer belgischer Badeplätze,
die erst in den letzten Jahren ent
standen sind. Das einzig wirklich
Moderne in Nieuport sind die Riesen
mästen der Station für drahtlose Te
legraphic, die dicht am Meere stehen
und deren feines Eisengeäder man
schon von weitem sieht. Weiter sind
die Kabel modern, die von Nieuport
nach England zu lausen und jetzt ge-
rade für den Telephonverkehr zwischen
Belgien und EnglandMergerichtet
worden sein sollen.
Bon diesem Badeorte bis zu dem
uralten Städtchen Nieuport läuft man
gut eine Stunde, zunächst, durch ein
Wäldchen, in. dem irgendwo ein
freundliches, oillenartiges Wirtshaus
steht, und dann die Wiesen entlang
und vorbei an schattigen Gärten. Es
ist ein schönes und abwechslungsrei
ches, fruchtbares Land, das von ei
mm Fächerwerk von Kanälen durch
zogen wird, die hier aus Fournes,
Ostende und' anderen Orten zusam
menlausen. In Friedenszeiten kann
man sich nicht sattsehen an diesen
spiegelnden Wassern, auf deren glat
:en Flächen bunte Schiffe ziehen, und
an den vielen altmodischen Schleusen
werken. In Kriegszeiten ist das an
ders. Die Uferwände sind mindestens
metertief, ehe sie die Oberfläche des
Wassers erreichen, und ein Heer, oas
hier operieren muß und über die stei
Ien Mauern der User hinweg die vie
Itn Brücken zu schlagen hat, muß sei
ne liebe Nor haben, vorwärts zu
kommen. Man will es nicht recht
fassen, wözu all diese vielen Kanäle
dienen sollen, da doch der Hafen von
Nieuport kaum irgendwelche Bedeu
tung hat. Irgendwo mitten in den
Feldern steht ein uralter Leuchtturm.
Er sieht aus wie das Ueberbleibsel ei
ntr Räuberburg und stammt aus dem
13. Jahrhundert. Bis zu seinen
Füßen spülte einst die See. Dann
tarn der Sand genau so wie bei dem
Hasen von Brügge und er hat einen
breiten Landstreifen zwischen den al
ten Hafen und die See gelagert.
Nieuport schlief ein, und wenn man
heute durch die Straßen des winzigen
Städtchens wandert, steht man Plötz-
Eine von deutschen Truppen bewackte
Straße, aus deren Häusern auf oie
Deutschen geschossen wurde.
lich verblüfft vor dem Riefenbau einer
mächtigen alten gotischen Kathedrale
und dem stolzen Tuchhallengebäude
aus dem Jahre 1480.
Lange, lange hat sich niemand um
5:tefe prächtigen Bauten gekümmert.
Nur einige belgische Maler kamen
dorthin und haben sie entzückten Au
ges betrachtet und auf die Leinwand
gebracht. So geschah es, daß die
Tuchhalle mit ihrer wuchtigen goti
schen Halle wieder hergestellt wurde.
In ihren oberen Räumen haben die
belgischen Maler Ausstellungen abge
halten, zu denen selten jemand kam.
Äur wenige Häufer stehen auf der
reiten Straße von Nieuport, aber
fast alle tragen die Erinnerung frii
herer glänzender Zeiten. In einer
dieser gotischen Residenzen hat der
Erzherzog Albert gewohnt, als Moritz
von Nassau im Jahre 1566 die spa
nischen Seeräuber von Dünkirchen be
kämpfen wollte und dabei mit den
spanisch-österreichischen Truppen in
den Dünen zusammenstieß
.Illl/Äll
Iii
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W Prozent Treffer.
Auf dem Gaule blitzgeschwind Menn sie abgesessen sind/
Stürmisch rein ins Hemdesland.— Ruhig me am ^cheibenstand.
General von Stein, der .frühere Gene«
ralHuartiermeister und setzt Kom
Mandant eines Armeekorps
f.egztag mit
Neuer amerikanischer Typ von Flieg-
Wenn es mit dem Erfinden neuer
Flugzeug-Ttzpe so weitergeht, wie in
den letzten Monaten, so mögen wir
bald eine so große Mannigfaltigkeit
auf diesem Gebiete haben, wie be
treffs der Fahrzeuge auf der Erde
oder, auf dem Wasser, gleichviel od,
militärische Bedürfnisse diese Tä
tigkeit lioch besonders fördern, oder
nicht. A?
Mitunter nennt man alle Flug
Maschinen „Fliegboote" aber es sind
noch nicht viele gebaut worden, auf
welche dieser Name in engerem Sin
ne vaßt, abgesehen von den großen
LenÜuftschiffen.
Vor furzem wurden auf und über
dem Keuka-Mee, im Staate New
Jork, befriedigende Versuche mit
einem 'wirklichen Fliegboote ange
stellt, welches sich von den gewöhn
lichen Arten dadurch unterscheidet,
daß, in der Mitte eine völlig ge
schlossene Kajüte eingebaut ist, wie
das untenstehende Bild zeigt.
Set Rumpf des Bootes, obschow
etwas, eigenartig gestaltet, bleibt dem
^Urbild eines solchen treu. Es hat
Planken von Mahagoniholz und ist
am Bug höher und länger. Das
Boot soll nötigenfalls ebenso gut für
die ForMweMng im Wasser dienen,
wie in der Luft, und steigt auch
vom Wasser auf, es ist darnach ge
baut, seinen Insassen so guten Schutz. I
und Komfort zu bieten, wie ein
sonstiges Wohlgebautes Schiff, auch
wenn die.Mögen ganz über das Deck
schlagen Wien.
Die Sitze für die Passagiere sind
paarweise gruppiert. Fenster von
Celluloid, schützen genügend vor den
Elementen und lassen auch Licht ge
nug sür die Passagiere und für den
Lenker herein. '5^
N!an erzielte bei den Probefahr
ten eine Flugschnelligkeit von 60 bis
65 Meilen pro Stunde. Offenbar
ließe sich, dieses Flugzeug für alle
Zwecke'eines kleinen Schnellkreuzers-M
Flugzeug mA Kajüte.
y$,
vorzüglich verwenden, und würdet
wahrscheinlich auch im großen euro
paischen Krieg eine Rolle gespielt ha
ben, wenn es der einen oder anderen
Macht rechtzeitig zugänglich gewesen
wäre. I
•*.- 1 $
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