OCR Interpretation


Der Vaterlandsfreund und Geist der Zeit. [volume] (Canton, Stark County, Ohio) 1837-1845, March 16, 1838, Image 1

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn85025661/1838-03-16/ed-1/seq-1/

What is OCR?


Thumbnail for

/5-
ßk
1
J:
'•M
A
Ater Jahrqanq.^s
v
'V
m-
—.—_
o v e ö
Patent BienenUsllsst.
'TVe Unterschriebenen zeigen dein.Publikum
an, daij |k dag Patentrecht gefaust haben, tun
rl'tiUn nützlichen Artikel in v£tarf, und JDle
ttitvi ti:\utnttr», im Staat Syio, zu verfertigen, zu
brauchen und zu verkaufen. £tc laden das Pulli
fum ein, in ihrer Werkstatt, an der Oftfeite des £a-
H«(0, Tuscarawas Straße, in Canton, anzurufen,
fto fit beständig Bienen-Pailaste von verschiedenen
torvpcn und Preisen, zum Verkauf fertig gemacht,
^orrathig halten.
Folgende sind etliche von den vielen Empfehlungen,
die ,ft von seyr achtbaren Bürgern dieses und ande
„4 rcr «Staaten empfangen haben, und welche die vor
jüglichete Nützlichkeit diefes Patlastes vor jeden an
dcrn derartigen Artikel beweifen.
e i i k a e
Dies bescheinigt, daß Unterschriebene obencrwakm«
ten niuilichcn Artikel über 2 Monate hindurch pro
dirt, n'ayrend welcher Zeit die Bienen aus 2 Körben
iyre Scheiben etwa 3 Huß in den Patlast hinein bau
ten, und nach den 2 Monaten wurden die alten Kör
be abgenommen mit 130 Pfund vom besten Honig,
und reinsten und dicksten Scheiben, die ich jemals
sah, darin. Ich bin wirklich mit diesem Artikel sehr
zufrieden, und glaube, daß er alle Zwecke, deretwegen
er anempfohlen ist, erfüllen wird. Auch glaube ich,
daß Herr Groves die Natur und Behandlung dieser
wunderbaren, fleißigen Insekten vollkommen versteht,
und daher empfehle ich dem Publikum gern besagte
Erfindung als vorzüglicher denn irgend ehvas dieser
Art, wovon jetzt Gebrauch gemacht wird. Doch Je
tcr untersuche und urtheile fur sich selbst.
Geehrter Herr.—Da Sie zu wünschen wißen, wie
meine Bienen letztes Jahr gethan, so will ich Ihnen
nicht mehr noch minder als die Wahrheit sagen. Die
Bienen von 6 Körben haben ihre Zeilen mehr als zur
Hälfte in den Pallast gebaut, sie haben meine Er
wartungen sehr übertreffe
it, und wenn die nächste Jah
reszeit günstig ist, denke ich, werden sie ihren Pallast
füllen, und sich in noch zwev andere hinein arbeiten.
i A u n e I i e i o s e
Ehester Co. Pennsylv. Dec. 26, 1836.
Herr William Groves.—Ihr Schreiben vom 26
stei» letzten Monats ist erhalten worden. Da Sic zu
wißen wünschen, wie es mit meinen u. Hrn. Spang
leres Bienen steht, so laße ich Sie wißen, daß Herrn
Spanglers außerordentlich gut gethan haben so gut,
daß Alle, welche die Erfindung suchen, dieselbe hoch
tichst bewundern. Auch habe ich Herrn Henderson,
von Nordmiddlcton latmschip, gesehen. Huch mit
seinem Pallast sichts wohl aus, uud hinsichtlich mei
ner Bienen, haben dieselben ziemlich gut gethan. Es
sind jetzt viele Pallaste in Cumberland Caunty in
Operation, die über l/all' voll sind, und Viele sprechen
davon, (ich solche anzuschaffen. Dies ist von Ihrem
Freund und Wohlwünfcher, obgleich ich unbekannt
mit Ihnen bin. Ich liefe, Ihr Geschäft ist profit
lich, und bin überzeugt, daß es vortheilyaft für Sol
che ist, als Ihren Plan befolgen.
IT
1
I o fe S ch o,n.
Arbeiten in Elsen und Stahl.
E i a s S s s e
Schloßer in der Stadt Canton, Ohio.
3ciflt
Fach
hiermit den Bewohnern von Stark
Caunty und dem PuKikum ergebenst an, daß er
an seinem atten«
Standplatze, am Canal gegenüber
Hcvrtt BuckiuS, in Canton, immer noch fortfahrt
A e A e n E i s e n a e i
zu
verrichten,' wie Pumpen.Bohrer, Räder-Bohrer,
rote auch jede andere Art Bohxcr, ferner jede Art
Schneide Handwerkszeug für-Schreiner, Zimmer
leute K. Schloßer-Arbeit, wie jede andere Art Eisen
oder Stahl Arleit für Maschinerie oder Handwerks
roefcit. Et dankt ergebenst für "die bereits genoßene
Unterstützung, und wird sich bemühen durch Pünkt
lichkeit, gute Arbeit und wohlfeile Preise die Fort
dauer der öffentlichen Gewogenheit auch ferner zu
verdienen.
N. B. Auch reparirt cV alle Art Arbeit die in sein
schlagt, auf das Beste und zu wohlfeilen Preisen.
affccmühlen werden immer auf Hand
gehabten, und werden als gut warrantirt.—Alte Kaf»
ftemühlen werden neu geschnitten*.
Canton, Marz 9. 3Mf.
GeseUschaftß,Handlung.
f-xte Unterschriebenen.benutzen diese Gele,
genheit, den Bürgern von Maßillon und der
umliegenden Gegend anzuzeigen, daß sie den ganzen
Vorrath Hart w a a e, der früher den Herren
McCiiUps gehörte, gekauft haben, und fortfahren,
an dem alkkn Standplatz, in der Mainstraße, eine
Thüre westlich von der Post-Offis, das Geschäft un
e e N a e n u n i n n a v o n e n n i s u n
K ll y, zu betreiben. Sic werden sich glücklich schät
zen, wenn ihre.Freunde und das Publikum überhaupt
anrufen und ihren Vorrath in Augenschein nehmen
w e e n e e s i e s o n s w o k a u e n o n e n n i s
a i u o n e 2 v I a e S S K e y
stattet hiermit seinen Freunden
Vy und einen» geehrten Publikum über
biV'pt feilten verbindlichsten Dank ab, für
das geneigte Zutraut«, welches ihm wäh
i rend sein« 18jährigen medizinischen Praxis
in canton geschenkt worden ist.
Er ist ferner zu jeder Zeit bereit, allen Ansprüchen
in der Medizin, Wundarzncn und als Geburtshelfer
Genüge zw Kisten.—Seine offis ist in der Teutschen
Apotheke, nord-östlichcn Ecke der Tuscarawas und
Markt-Straße. Canton-,'Nov. 1,1837. b.v.
^chlößer, Klinken und Thnrangeln, wie
jede Art Baumaterialien, sint in dein Harte
«aaren StoHr, nächste Thür zur Post. Offis in
Vkaßillon, Ohio, zu haben, bcy
e 9 1 S 3 7 v e n n i s u n K y
Ledlnaungen:
1. Der '"2a te lands freund und Geist
e Z e i t" erscheint regelmäßig jeden Freitag.
2. Der Subscriptions-Preis ist Et» a e
und 50 Cents, Vorausbezahlung, oder 2 Z a-
f'Uls die Zeitung nicht innerhalb der ersten Half
te des Jahre bezahlt wird.
3. Die Versendung geschieht aufKosten der Un
fctjchrcibtr, und Briefe an die Herausgeber müßen
poftsrcy eingesandt werden.
4. Anzeigen werden dreimal das Viereck fur E j
it en Ti) aler eingerückt müßen aber sogleich baar
bezahlt werden, wo man nicht aus sonstige Art in
Acchining steht.
S n v s
zubereitet von
Saw unv mieCir,
Preis
Canton, Ohio. J*
-Große Betteln $1*, kleine $1.
5?Xiefte schätzbare Lebens Elixir ist schon seit vielen
SL/ Jahren in Teutschland bekannt u. im Gebrauch
gewesen, und dag Necept, daßclbe zu verfertigen, ist
jetzt tut Besitz der Unterzeichneten. Als eine schatzba
re Familien Medizin ist das Elixir in den westlichen
Staaten wohl bekannt, und hat in folgenden Krank
heiten feine guten Wirkungen öfters bewiesen, nam
lich in Dyspepsia (Unverdaulichkeit) und aUenKrant
heitcit, welche von einem verdorbenen Magen herrüh
ren. Es reinigt das Blut und giebt demselben wieder
seilte verlorne Gesundheit, widersteht und kurirt die
Lcbcr-Krankhcit und bringt alle Srgane des Körpers
in ihre gehörige Ordnung—es vertreibt die Gelbsucht,
Nerveuzirtern, Gliederschmerzen, vertreibt die Wür
mer, kurirt die Colik im Magen und den Gedärmen.
Für die Waßcrsucht, das kalte Fieber, wechselhafte
Fieber, Herzklopfen, Ruhr und Durchfall, ist es eine
vorzügliche Medizin, so wie auch iehr stärkend für
schwache Frauenzimmer, die in chaer Monatzeit un
regelmäßig sind, und stellt die Regelmäßigkeit wieder
her, kurirt alle alte Schaden, Salzflüße, weiße Ge
schwulst, ic.
Diese Medizin enthalt nicht den mindesten The»
Merkur oder sonstiges Mineral sie wird gänzlich
von Krautern zubereitet, und ist vollkommen unschäd
lich. Durch den täglichen Gebrauch dieser Medizin
iit Quantitäten von 8 bis 10 Tropfen wird die Ge
fundheit erhalten, weil es eilt gutes Schutzmittel ist
gegen die meiste» Krankheiten, denen Meufche» un
terworfen sind.
A e u n i e
Wir, die Unterschriebenen, Einwohner von Stark
Caunty, im Staat Fhio, bezeugen hiermit, daß wir
seit etlichen Jahren, in unsern Familien das Teutschc
Krauter Lebcns-Elixir, zubereitet von Sala u. Klein
in Canton, Ohio, öfters gebrauchten, und jedesmal
mit dem beste» Erfolg. Für Linderung und Kur in
Gliederschmerzen, Kolik, verdorbenen Magen, kaltes
Fieber Fieber, Ruhr, u. s. w. haben wir noch nie
mals ein Mittel gefunden, welches so bald und gewiß
seine gute Wirkungen zeigt. Aus dieser Ursach em
pfehlen wir gerne die obige mtrefslichc Familien
Medizin unser» leidenden Mitmenschen, damit auch
sie den Versuch machen können, um dadurch geheilt
zu werden. John Gerber,
S s n a u S a k a u n y O i o I e z e u
ge hiermit, daß ich fünf Jahre lang mit der Leber
krankheit behaftet gewesen bin, so, daß ich alle Hoff
nung zur Genesung aufgab. Alle Hülfe, die Aerzte
zu ertheilen vermögend sind, hatte ich, jedoch ohne
Erfolg, versucht, und da ich mich nicht beßer befand,
versuchte ichs mit einer Bettel von Sala und Kleins
tetitschem Krivitcr Lebens-Elixir. Au meinem groß
sten Erstaunen finde ich mich vollkommen hergestellt,
und kann jetzt limine TagS-Arbeit auf meiner Bauerey
verrichten, was ich seit 3 Jahren nicht konnte, obgleich
ich wahrend jener Zeit eine Maße Geld an Aerzte be
zahlte, ohne daß es mir etwas half.
o n S e i v v
Attestirt:—Jasper S. Scheiden.
?u jeder Bettel ist ein gelbes Zettelchen gefügt, mit
der Namensschrift der Eigenthüiner ohne welche die
Medizin nicht acht ist.
euujchen» und Wagen-Macher können mit
jedem zu thrent Geschäft nöthigen Artikel akko
modirt werden, von Eliptischen Fcccrit bis zu Hub
Federn von bester Qualität. Seyd so gut und ruft
a n e y e n n i s u n K e y
eattlcr
it. Geschlrrmacher ftno emgrlaven,
ihre Aufmerksamkeit auf den Vorrath Sattler
Waareu, platt:rter montirter Schnallen und Bitts,
plattirte Steigbügel, Gurten ic. bester Qualität, zu
richten, zu haben »in Hartewaaren-Stohr von
a i o n e 2 9 v e n n i s u K e y
C^itttqc ^aushaiker können im Hartivaaren-
«O Stobr der Unterschriebenen jeden sür eine Haus
haltung nöthigen Artikel finden, wie: Glaser, Feuer
zangen und Schippen, Thee Keßel, Peintblecher,
Meßrrn und Gabeln, Löffel, Lichterstöcke, Thee- und
Kaffee-Kannen, plattirte und andere Kastors ic.
a i o n e 2 9 v e n n i s u K e v
rclltcs und gehämmertes Eisen jeder Art schwe
disches und rußisches do. Guß-Stahl Spring Stahl,
deutscher do. Cowly's do. englisch uud ameritaitischcr
do. Wird bestandig auf Hand gehalten, in der
Mainstraße *cn Maßillon, bey
Dee. 29. b.v. Tennis und Kelly.
schmiede- Blasebälqe, beste SchefMder
Ainl'öße, Schranbstö.te und Hammer, zu ver
kaufen in Maßillo», bey
e e 2 9 v e n n i s u n K e y
^lXflnge von englischen Mustern und Manu-
"TS f-vktur werden zum Berkauf auf Hand gehalten,
bey lentis und e ll y.
Maßillon, Dec. 2st. b.v.
®tüh(-\—-0Di
tz nd
Stü.'le empfan^nt und vm Verkauf, te»
Mitjiiivn, De. 29. l?.v. e n n 11 u. $ fily.
H-
und Geist der Zeit
Was that Dir, Thor, Dein Vaterland?—Oaß Dir bey seines Namens Sckall—Oas Herz nicht höher schlägt
Freytag, den ISfcn März/
Ernst ist das ^eben—heiter die Knnsi."
(Aus C. F. Gellerts Fabeln.)
Dan« Korv.
Ein Mann, der sich auf Vielerlei? verstund,
That.durch den Druck in London kund,
Daß er ein seltnes Kunststück wüßte,
Und lud auf sein erbaut Gerüste,
Den künft'geu Tag, die Bürger ein
Ließ einen engen Krug und sich in Kupfer steche« i
"In diesen Krug," war fein Versprechen,
Kriech ich, Hans Nord, mit Kopf und Bein,
Um zehn Uhr durch den Hals hintin.
Der Preis für eilten Platz soll nur ein Schilling seyn.
Nun gienz das Blatt durch alle Gaßen.
In einen Krug was rast der Mann
Das soll et mir wohl bleiben laßen.
Mit einem Wort—es geht nicht an—
Der dümmste Kopf muß das einsehen:
Allein 'nett Schilling wag' ich dran
Kern, Bruder, kein, wir woll'n den Ramn sehen
Kurz, einer riß den andern fort.
Dem Pöbel folgten schon die Kutschen um die Wette
Worin der Kaufmann und der Lord
Aus Gründen der Physik bewiesen, daß Hans Nord
Unmöglich Raum in einem Kruge hatte.
Gesetzt auch," wandte Lady ein,
Gesetzt, dies könnte möglich seyn,
So wird doch stets der Kluge fragen:
Wie kömmt der Narr denn durch den Hals hinein?
Doch unser Kutscher schlaft ganz ein:
Fahr zu, Johann! gleich wird es itfime schlagen!"
Halb London saß nunmehr an dem bestirnten Ort,
Und say den Krug auf dem Theater stehen.
Wird nicht das Wert bald vor sich gehen 1"
Man wartet, pocht und lärmt.
Indexen schlich Hans Nord
Sich heimlich mit dem Gelde fort.
Wer war tttinmehr der größte Thor zu nennen
Nord, oder eine halbe Stadt,
Die sich, von Neugier blind aufsein phantastischBlatt,
Vor seine Bühne dringen können i
Zhr lacht? Ihr denkt, das PnblitUm
Bon London war entsetzlich dnntrn,
Weil es mit seine Zeit und Geld
Ein solcher grober Kniff geprellt!
Nun sagt, giebt'6 nicht in maitchun Ort,
Noch manchen gröberen Hans Nord?
Und zahlt man nicht für Wisch und Blatt,
Worauf Hans Nord versprochen hat,
Viel mehr als jener Schilling macht,
Den jene Lond'ncr dargebracht.
Denkt an die Banken nur—nicht wahr,
Die machen es noch arger gar.—
Und damit sey's für jetzt genug
Bon Bank, Hans Nord und Bill und Krug.
Eine Nacht unter den Wölfen.
Die früheren Ansiedler von Neu-England
wurden nicht jelten durch die Maßen der
Beute suchenden Wölfe, welche um ihre Block
häuser herum heulten, aus dem Schlafe ge,
stört. Der Jäger entledigte sich ihrer bald,
und ein Schuß seines Gewehres bewirkte
ihre Flucht von der Nähe seiner Behausung.
Am Ta.qe flohen sie oft selbst vor dem schuch
ternen Kindeaber Nachts, im dichten ein,
samen Walde, von der Wohnung der Men
schen fern, waren sie furchtbar, ihres teufli
scheu Blutdurstes wegen.
Ein alter Ansiedler erzählte eine schreckliche
Geschichte von den Wolfen. Vielleicht kantet
dieselbe in seinen eignen Worten intreßanter.
Es war in einer Nacht des Januars
17—, daß etwa 2 Meilen von utiscrm Sett
lement, »solches aus 4 oder 6 Blockhäusern
bestand, eine Qnilting-Frollick gehalten mttr#
de. Anch wir waren zugegen, und als wir
uns auf den Heimweg machten, war es be»
reits spät—kein Mond schien, und ein grauer
Nebel hieng über die Gegend, während ein
Paar einzelne Sterne ein mattes Licht durch
den trüben Nebel- Vorhang warfen. Wir
waren zusammen sechs Personen Henry
Mason, ich selbst, und vier so schöne Mäd
chen, als je auf dieser Seite der grünen Ber
ge aufgewachsen sind. Zwey davon waren
meine Schwestern, die dritte Henrys Schwe
ster, und die vierte sein Liebchen—eine Toch
ter unseres nächsten Nachbars Allen. Caro«
line Allen war ein wahrhaft schönes Madchen
—ich habe nie ihres Gleichen gesehen, obschon
ich nicht sehr unbekannt mit hübschen Ge
sichtern bin. Sie war so liebreich und her
zensgnt—so sanft, so gütig, und so verstän
dig, daß Jederman sie liebte. Ihre Augen
waren blau wie das Veilchen auf dem Hügel,
und ihre Lippen von der Farbe der Jnny
Rose. Kein Wunder daher, daß Harry
Mason sie liebte—obgleich er noch kaum die
Knabenjahre überschritten denn Bepde hat
ten wir noch nicht mehr als den vierzehnten
Sommer erlebt.
Unser Pfad lag durch einen dicken Eichen
Wald, in welchem hier und dort eine Riesen
Tanne ihre dunkle Gestalt gegen die Wolken
emporstreckte bis ihre Krone mit der Dunkel
Heid verschmolz. Der Schnee lag tief—tiefer
bey weitem als er die lange Jahre Her fällt:
doch war er Hart genug gefroren um uns
tragen zn können, und wir eilten schnellen
Schrittes übr den weißen Pfad. Wir waren
noch nicht weit im Dickigt, als ein langdau
erndes Geheul an unser Ohr t^nke—augeii
Midlich wu fiten wir woher es komme-— ich
3trae, bit in den
v o n i
S3
meimgen Hiengen, ein Schauder durchbebte
—und von tlnsvm Lippen allen borst der
Schrey: "die Wölfe! die Wölfe!"
Habt Ihr schon einen wilden Wolf ge
sehen nicht die niedergebrochenen Schau»
Thiere im Käfig, die für einen Sechspenns,
Kinder halbpreis, gezeigt werden--nein—
den halbverhungerten Dnrchstretfer des Win»
ttrwaldes der wirklich rasend vor Hunger
über die srostigeSchueedecke läuft und Heult?
Da giebt's kein der Geschöpfe, die der Herr
erschaffen, welches einen so furchtbaren, teuf
tischen Anblick darbietet wie dieses Thier.
Zs bat die Gestalt wie den Geisteines Ten
fcls!
Wieder tönte das Geheul, und nochmals
tönte es, lauter, näher. Wir konnten dent
lich das schnelle Getrapp von Füßen hinter
uns hören. Wir alle drehten uns herum
nnd blickten nach der Richtung von woher
der Lärm kam.
Die Teufel verfolgen uns," sagte Ma«
son, indem er tzuf eine Reihe dunkler, srfitev
chender Körper deutete. Und wirklich waren
sie hinter uns, ein ganjer Trupp, heulend
wie Indianer wenn sie ihr Knegsgeschrei
ausstoßen. Wir Hatten durchaus keine Was
fett undWehr bcy uns, und kannten die Na»
tnr unserer Verfolger zn genau, um zu wißen,
daß an Widerstand nicht zu denken sey. Kein
Augenblick war zu verlieren die Bestien
waren uns auf dem Halse. Flucht wäre eben
falls ein hoffnungsloser Versuch gewesen—
mir ein Rettnngsmittel blieb uns übrig, und
wir ergriffen es augenblicklich.
Auf den Baum laßt uns diesen Baum
erklimmen rief ich, und sprang nach einer
niedren Eiche, die, wie ich mich durch einen
Blick überzeugte, leicht zu erklettern w«r.
Henry Masln kletterte behend hinauf, und
half die erschreckten Mädchen zu einem ver
bältnißmäßig sichern Platz unter den dicken
Zweigen. Ich war der letzte auf dem Grun
de, und die gai'-c Schaar heulte an meinen
Fersen doch rrreichte ich den Rest der Ge
sellschaft unbeschädigt. Gin Äugen blick be
engten AthemHolens und wilden Geschreis
fand unter uns statt, dann aber trat ein Ge
fühl ruhiger Dankbarkeit für unser Entkom
men ein. Die Nacht war kalt, und bald
fiengen wir an vor Kälte zu zittern. Aber
wir murrten nicht, wir klagten nicht, denn
wir konnten genau die magern, abgezehrten
Körper der Wölfe unter uns erkennen—alle
Augenblick starrten große, glühende Augen
nach den Zweigen worauf wir saßen und
dann ihr Geheul: es war laut, anhaltend
und teuflisch.
Ich weiß nicht, wie lange wir uns in die
ser Lage befanden denn wir hatten kein
Mittel die Zeit zu bestimmen da hörte ich
plötzlich einen Zweig des Banmes krachen,
als ob er durch die Schwere unseres Ge
wichts gebrochen sey. Augenblicklich darauf
drang ein Schrey in mein Ohr der mich wie
ein Dolchstich durchdrang. Eine helle Form
stürzte durch das nackte Gezweige und fiel
mit einem dnmpfen, schweren Schall auf fcett
festen Schnee.
"O mein Gott! ich bin verloren
V*
Es war die Stimme Caroline Allen's.—
Das arme Mädchen gab weiter keinen Lant
von sich! Eine furchtbare Betäubung und
Verwirrung überfiel mich, und ich sprach
nicht, und ich regte mich nicht—es war mir,
als träume ich einen schrecklichen doch nn
wahren Tranm. Ich entsinne mich nur,
daß Geschrei nnd Erschüttern um mir her
war vielleicht anch stimmte ich mil ein—
und daß ersticktes Röcheln und fürchterliches
Gehenl von unten her erschallte! Nach ei
nem Augenblick war Alles vorüber. Das
arme, unglückliche Mädchen war buchstäblich
lebendig z'errißen nnd verzehrt worden £ie
Wölfe hielten ein fürchterliches Fest, u der
Geschmack des Blutes steigerte ihre Blutgier
zur Raserey.
Wie ich völlig wieder meiner Sinne Mei«
ster geworden—und meine Betäubung dau
erte nur einen Augenblick—als der furchtba
re Tranm verschwand, strebte ich, mich tus
den Armen meiner Schwestern zu winden,
die mich fest umklammert hielten nnd hätte
ich mich frey machen können, so würde ich
hinunter gesprungen seyn unter die wüthen
den THiere. Bald aber kehrte Nachdenken
zurück, und ich besann mich, daß seder Ver
such zu? Rettung nutzlos semt würde. Ma
son war wahnsinnig durch Schreck. ($r
wollte nachspringen wie Caroline fiel aber
er konnte sich nicht aus den Händen seiner
Schwester, die ihn mit der Stärke des Cnt
setzens festhielt, losreißen. Seil e Jugend,
sein schwacher Körperbau unterlagen dem
fürchterlichen Schicksal, und er stand mit
geballter Faust uud zusammengfbi'ßnen Zäh-I
nen an meiner Seite, nnd blickte mit dem
starren Nnge eines Wahnsinnigen auf die
dunklen gierigen Bestien nieder. Es war
w'abrlich ein schauderhafter Auftritt. Um
nns herum die kalte Nebel Nacht ttitd das
Brausen des Winter-Wmd»s^ nnfrr nns
S
Jiumrmt ZK.
klavpten die n':the:ite!i Thie ihte blunge
Zähne zusammen und heulten nach einem
andern SchUichtepfer.
Endlich brach der Morgen an, und ley
der ersten Annäherung des Tageslichtes ent
flohen Unsere Feinde, w e ein Haufen feig«
herziger Mörder. Wir wartete» bis die
Sonne aufgegangen war, ehe wir fv nagten
von nnserm Ruheplatz herab zu hitmen.
Wir waren durch nnd durch erfhivi vor
Kälte und Schreck, nnd Mason ravte mit
der Wnth des Wahnsinns über dic fm'chtba
ren Dinge, von denen er Augenzeuge gewe
sen. Rings tun den Baum zeigten sich Bluk
fleckt, nnd zwey oder drey Locken langen
dnnklen Haars waren tit den Schnee getre
ten worden.
Wir hatten nnsern Weg m'ch nicht weit
fortgesetzt, als nns unsere Freunde ans dem
Settlement begegneten, die beunruhigt durch
unser langes Ausbleiben, sich aufgemacht
hatten, uns zn suchen. Sie entsetzten sich
über unser wi'des Aussehen, imd meine Brü#
der haben mir oft gesagt, daß wir wie vtrrnckt
ansgeft'hen hätten. Henry Mason erholte
sich nie mehr von den Schrecken dieser Nacht.
Er vernachläfiigte seine Geschäfte, seineStn
dien, seine Freunde immer sprach er mit
sich selbst über die Auftritte der Schreckens
Nacht. Bald darauf ergab er sich Mm Trim#
ke, und starb, ein elender. Säufer, ehe das
Alter seine Haare gebleicht hatte.
Auch ich babe mich nie ganz faßen können,
sobald der Gedaufe an jenes Unglückliche
Ereiguiß vor mein Gemüth trat. Noch jetzt
kommt mir mitunter die ganze Scene lebhaft
im Traume vor, und ich fahre dann mit eben
solchem Schrecken auf, wie ich empfand, als
ich vor mebr als einem halben Jahrhundert
eine Nacht unter den Wölfen zubrachte.
Anderswo gewährt die Natur den Winter'
frnchten Schutz durch eine schwere Schnee,
decke, welche von 2 bis
4.
Monat liegen bleibt,
die Erde vor harten Frost schützt, und die
Pflanzen vor den schädlichen Folgen des öf
tern Aufthauens und Wiederfrierens be
wahrt. Hier aber sind unsere Winter oft fast
ganz ohne Schnee, und der Wechsel der
Zeitt*
perakur rangirt öfters von 50 Grad über
bis zu 10 Grad unter Zero im Lauf weniger
Tage. In Grund, welcher fich gern hebt,
werden die Pflanzen gänzlich herausgewor
sen, oder doch die Wurzeln entblößt unsere
Bauern nennen es "erfroren." Jede Art
Grund wird mehr oder weniger durch den
Frost gehoben, je. nachdem derGrund Waßer
e- thält oder damit bedeckt ist, u. der Frost die
wäßrigen Tbeile fcnrchdrmg?» fehmiger Bo
den hält mehr Feuchtigkeit, und (st diesem
Uebelstande deshalb mehr unterworfen als
Sand- oder Gravel-Grnnd. Dies ist die
Schwierigkeit, mit der die Waizenbaner im
südlichen Tbeil von Ohio zu kämpfen Haben.
Eine Ban-Art, welche diese .Hinderniße über
wältigt, ist sehr wünschenswerth.
Ich will meine Ansichten über diesen Ge
geustand, und meine Gründe dafür, angeben.
Iffens. Wähle gesunden, vollen Samen
von einer festen aber doch ergiebigen Art.—
Solcher Same geht um so gewißer bald auf
und wächst fort. Auch wi'ederstekt er tin
Winter beßer dem Wechsel von kalt und
warm, uud belohnt den Bauer durch eine
reiche Erndte.
2tens. Säe so früh, daß die Pflanzen
r? Wurzeln fest nud tief ginitg in den Boden
schlagen können, damit Jack Frost es imWin
ter einen harten Job finde, sie herauszuzie
hen. Dabey will ich jedoch bemerken, daß,
um daS tiefe Eindringen der Wurzeln zu be
wirken, auch der Grund tief gepflügt seyn
muß denn Iederman fsllte wißen, daß die
zarten Wurzeln der Gewächse in hartem
Grunde nur sehr langsam eindringen. Ist
der Same zu weit voran ehe der Winter an
fängt, so thite deine Kälber oder Schafe da
rauf, nnd es hat feine Gefahr, daß das Vieh
dem Waizen oder der WaizeN dem Vieh scha
den wird. Großes Vieh könnte dem Samen
dadurch schaden, daß es den Grnnd zu fest
stampft. Das Abgrasen der Felder auf die
se Art zerstört dit Heßen-Mncke.
Atens. Die Beschaffenheit des Bodens ist
eine wichtige Sache. Lehmiger Grnnd ist,
glanbe ich, der beste für Waizen, besonders
wenn eine kalkartige Beimischung in seiner
Komposition ist. Ich bin dem Sommer
Brachen (summer fallows) nicht günstig,
ausgenommen, wo eine Nasendecke zu
bxc*
chen ist, und dann sollte das erste Pflügeu
früh geschehen, dtfmit der Rasen völlig ver
fault, ehe das zweite Pflügen Vorgenommelt
wird. Meine Beobachtung stimmt mit der
der erfolgreichsten Waizenzieber nberein, dast
der beste Zustand des Bodens der ist, wenn
nach dem Eineggen die Oberfläche mit Erd
klumpen von der Dicke einer Faust, oder noch
etwas dicker, bedeckt ist: Wen« dvr ©vttnb

Pittsburg, Pa. Nov.i7,1836. Aaron Hart.
Carlisle, Jan. 8, 1837.
Valentin Buckjus it. Geo. N. Webb.
Canton, Febr. 2, 1838. 3 Mt.
Dock. Georg Brevlacher
Teu s e S K a u e e n 6
Heinrich Sommer, Jacob Höflich,
Heinrich Dentzcl, Christian Roß,
Joseph Röß, Jacob Roß,
George Putzey, Hiram Myers,
HeuryKlippart, Michael Apley.
Dec. 29, 1837. b.v.
Maß'illon, Dee. 29, 1837. b.v.
S I U U N V S a I u n i a i a e-
V K N O N S a k a u n y O i o e u k u n e a u s e e e n
A v e u n v W n s
K a u a n n u n s S o
N a n o w i s a k
(A«S dem Ohm Farmer a xl Horticulturist.)
s k n a u

xml | txt