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Der Vaterlandsfreund und Geist der Zeit. [volume] (Canton, Stark County, Ohio) 1837-1845, March 16, 1838, Image 2

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tief gcpflnqr worden, so wird der darauf ge
streute und durch sorgsames Eggen bedeckte
tSamc innerhalb 5, 8 oder 10 Tage abge
hen, und die jungen Pflanzen werden ihre
Wurzeln bald tief in den Boden schlagen.—
Durch das Frieren und bauen werden die
Erdklumpen mürb, zerfallen und gewähren
denPsianzen großen Schutz—der Zweck wird
gewlßermaßen herbey geführt, den man bey
unfern Sommerfrnchten durch das Hänseln
erreicht. Die Erde häuft sich höher um die
jungen Pflanzen, und unsere eigeutkumliche
Winter haben wenigerGewalt dieselben her
auszuheben.
4tens. Ehe gesäet wird, sehe man zu daß
jeder Theil des Ackers für den Empfang des
Saamens bereit ist. Ein Tdeil, der wegen
Wurzelwerk, Stumpfen oder stehenbleiben
den Gebüschen schwer zu pflügen gebt, wird
oft unknltivirt gelaßen. Was der Pflug nicht
thttn kann, da sollte man die Gruvhacke an
wenden. Der Verlust an Grund, den Gras
und Unkraut um die Stumpfe« :c. herum
einnehmen, ist nicht unbedeutend aber wa?
noch viel schlimmer ist, der Grund, welcher
nicht gehörig bebant ist, produzirt sicher irgend
einen sehr bösen Nachbar für die nebenste
hende Frucht.
Stens. Gieb acht, daß dein Feld gut zum
Waßerableiten eingerichtet ist, damit das
W.isier, welches im j?ei'b|Tc, Winter u. Früh
jahr fallt, (eicht abläuft. Zn viel Näße zer
stört die Erndte schon au sich selbst, und wenn
sie auch nicht t'uit, so verursacht sie, daß sich
dieErde im Wiuter mehr bebt, die Pflan
zen herauswirft, und so deine Aussichten zu
Waßer macht.
Dies sind meine Ansichten, die sich auf
eine 20jährige Beobachtung gründen. Wo
ich noch gesehen babe, daß Bauern diese Ne
£dn befolgten, uud sie
nur
soweit änderten,
als es die besondere Beschaffenheit ihres
Grund und Bodens erheischte, da habe ich
nie'ein Mißrathen der Erndte erlebt. Ein
Bauer in diesem Cannty zog vor etwa zwey
Iabren 64 Büschel Walzen ans dem Acker.
Dies Jahr hat er 140 Acker ausgesäet, uud
bat ein Feld ausgewählt, worauf er eine
Wette machen will, daß jeder Acker deßelben
(5 Büschel Waizen auswerfen soll. Sein
Verfahren ist ganz daßelbe wie ich oben an
gegeben habe. L. i ll e.
Hornkrankheit des Rindviehs.
Die Hornkrankheit beim Rindvieh bestebt
in dem Verschwinden der innern schwammig»
en Substanz der Hörner.—Sie verräth sich
durch ein trauriges Aussehen, träge Beweg
-nng und Mangel an Appetit, Neigung sich
oft niederzulegen Schütteln des Kopfes, :c.
Um sich völlig von dem Vorhandensein, der
Krankheit zu überzeugen, bohre man mit ej-,
nein kleinen Bohrer, zwei bis drei Zoll über
dem Kopfe ein kleines ?och in das Horn
ist es dort hohl, uud folgt kein Blut darauf,
dann ist es die Krankheit, welche meistens
von zu ärmlicher Fütterung entsteht.
Man bohre oben und unten in jeder Horn
ein Loch, damit der inwendige Kanal Lnfi
bekommt, nnd gebe zwei bis drei Dosen Salz,
oder sonst ein gelindes Abfuhruugs Mittel
In das Horn aber spritze man starken Eßig,
oder kampforirten Salzgeist mit Esiig, wo
durch das Horn gereinigt und geheilt wird.
Oftmal pflegt matt auch das Horn abzusä
gen unsere Vorschrift verdient indeßen den
Vorzug. Demokratische Rep.
.. Schönheit ist oftmals profitlich.
Sö ist ein merkwürdiger Umstand, daß die
gegenwärtige Königin der Sandwich Insel
früher die Fran eines rußtschen Grobschmie
des war, oder es eigentlich noch ist. Als ein
englisches Fahrzeug vor einigen Jahren auf
der Höhe der sogenanntenFuchsmsel lag^ver
liebte sich einer der Offiziere in die Frau ei
nes dortigen Schmiedes, und da seine Liebe
Erwiederung fand, so suchte er sie heimlich an
Bord des Schiffes zu bringen. Dies gelang,
allein der Capitain, der Über diese Hinterlist
und dies Vergehen gegen die Schiffzucht au
ßer sich war, ließ die einschließen und nicht
eher wieder freigehen, als bis das Schiff bei
den Sandwig Inseln anlegte, wo. sie ans
Land gebracht wurde. Die verlagerte Ariadne
fand hier indeß, zum Ersatz für ihren The
sens, etilen Bachns, d. h. statt ihres Lieut
nants, einen königlichen Liebhaber.— Der
König der Insel verliebte sich nämlich sterb
lich in die schöne Rußin, erhob sie zu seiner
Gemahlin und theilte seinen Thorn mit ihr.
Dieser König war indes ein ausgezeichneter
Herrscher, Staatsmann und Held zugleich.
Er schuf sich eine eigne Seemacht von mehre
reit sehr
wohlgebauten
Fregatten, machte sei­
ne Untertanen zu trefflichen Matrosen, or
ganisirte Heere, unterwarf sich die umliefen*
den Inseln und hinterließ am Schluße seiner
glorreichen Regierung sein S ige nth
uui und
sewenThorn derKönigin, die gegenwärtig als
stineNachfolgerin regiert. Ihre Unterthanen
gehorchen ihr gern sie besitzt große Reich
thümer, Rindvieh nud andere Heerden und
Reisfelder, und schickt ihrem früheren Gal
ten häufig Geschenke. (Unah Rep.
S n e e s e i e n e o
a n n a n v o n i a e i a a e
trn vorigen Spatjahr daselbst eine Wette,
daß er 238 Meilen in 24 auf einander fol
genden Stunden reiten könne, gewann sie,
und hatte 28 Minutenu. 30Secnnden übrig.'
Er gebrauchte 12 Pferde dazu. Er hatte wie
der eine Wette für k2000 gemacht, daß er
mit 16 Schaff- Gäulen in 24 auf einander
folgenden Stnnden 800 Meilen reiten wolle
Am Sten Februar unternahm er die Ausfüh
rung diestrWette aUder Bergen Rennbahn,
Hobcketi, bey ^icnyorf. Die ersten SOMci
ten fitter tu 6 Stunden, ohne dem Anschein
nach müde zu werden, u. während der Nacht
machte er über einen schweren Grund, und
bey heftigen Regengüßen, seine 10 bis l'-i
Meilen in der Stunde. Er hielt diese Zeit
bis Morgens 11 Uhr, da feine zwey letzten
Pferde ausgaben, und er aenöthiget war ei
nige Minuten nach 12 aufzuhören, nachdem
er 241 Meilen in 21 Stunden und 16 Mi
nuten geritten hatte. Anwesende Personen
waren der Meinung, er würde bey gutem
Wege feine Wette gewonnen haben. (ib.
W u o a.
Aus München wird vom 24h?tt December
berichtet, daß die Lorbeeren des Herzogs von
Cumberland den König von Baiern nicht
mehr ruhig schlafen ließen. Er habe bereits
eine Verordnung erlaßen, welche die alteLau
des-Eintheilung gänzlich verändere, und nun
spricht man davon, daß er seine Residenz
(wegen der Nachbarschaft von Walhalla) in
Reg'eusbnrg zu nehmen gedenke. Auch jufn#
lire in München ein Gerücht, welches die
Gemüther sehr beunruhigt, neuilich, daß der
König die Vernichtung der Konstuution be
zwecke. Ermuthigt durch den glucklichen Er
folg des Versuches des Königs vonHannover,
wolle die baierische Majestät von den vor
theilhafteu Umständen Gebrauch machen.
Schon seit einigen Monaten wurden in
Kölln sowohl in der Nacht als bei Tage be
deutende Diebstähle verübt, ohne daß man
den Thätern auf die Spur kommen konnte.
Am 5ten Dezember bemerkte ein Zollwächter
an einem der Thore mehrere junge Leute,
welche in den Stadtgraben stiegen. Er schöpf
te Verdacht und benachrichtigte hiervon die
Thorwache. Wer vermag aber seinErstaunen
zu schildern, als er den Wall voller Seiden
und Baumwollenzeuge, Gold, Silber, Kup
fer, :c., und dabei seinen eignen ?ohn, einen
Jüngling von 18 Jahren, als Wache fand
Die Bande bestand aus 12 Dieben, wovon
keiner über 22 und mehrere von 14 Jahren
alt waren. Sie wurden sämtlich verhaftet.
In Hanau wurden Ausgangs November
gegen 30 Personen Urtheile erlaßen, wonach
dieselben zu längerer oder kürzerer Zucht#
Haus-, Arbeits- und Gefängnißstrafe verur
theüt sind, zu Folge der ihnen zur Last geleg
ten Vergehen, sich in einem der letzten beweg
ten Jahre der Abfuhrung politischer Gesang
enen widersetzt zu haben. (Der Welt.
S w e i a n s e i a u s S a
len von 26. November: Heute stürzten un
geheure Felseumaßen mit ftirchbarem Krach
en von der linken Seite des Hirschsprung's,
der das Rheiuthcl vom St. Galler Oberland
tiennt, und welche über der großen Straße
schwebend bingen,die nach^hurftthrt. Stücke
von 25 Schuh in der Höhe nnd von 10 bis
20 in der Breite sperren den Paß, so daß er
mehrere Tage nicht wird befahren werden
können. Indeß wird der Paß auch künftig
nicht sicher sein. Darum ist zu hoffen, der
Kanton werde diese ernste Warnung benutz
en, und der Straße eine neue Richtung dem
Rhein nach geben. Zum Glück ist niemand
bei dem Vorfall umgekommen.
Die periodische Preße in der Schweiz zählt
gegenwärtig 93 Organe, wovon 48 politische,
23 literarische und religiöse, und 22 Intelli
genzblätter. Die Kantone Wallis, Uri und
Untermalten haben gar kein periodisches
Blatt. (ib.
u a n N a o i z i e e n e i e n
beträgt dieBevölkernng Rußlands 60 Milli
onen Einwohner. In dieser Summe sind
weder die Bewohner der kaukasischen Gebir
ge, noch die verschikdenenStämme der sibi'n
scheu Linie, welche man zu 445,000 anschlägt,
mit einbegriffen. (ib.
Des Königs der Franzosen Privatleben.
König Ludwig Philipp steht jeden Morgen
um 8 Uhr auf. Seine erste Sorge ist es, die
Briefe, welche ihm zugestellt werden, zu lesen
und die dringendsten Geschäfte des Tags zu
erledigen. Sind diese Arbeiten beendigt, so
verfugt er sich, in derRegel um 9 Uhr, in scir
Toilette-Kabinet hier versammelt sich dann
seine Familie um ihn. Während die König
in, die Prinzcßinnen und deren Brüder eine
gewöhnlich lebhafte, heitere und vertrauliche
Unterhaltung untereinander fuhren, rasirt
sich der König und verwendet auf seine Zäh
ne, die sehr weiß und regelmäßig sind, eine
besondere Sorgfalt. Nach Beendigung seiner
Toilette nimmt der Fürst in der Mitte seiner
Familie Platz, an deren Unterhaltung er auch
vorher ununterbrochen AntHeil nimmt er
liebkost seine Kinder, ergötzt sich sehr an ihrem
Scherzen untereinander und muntert sie ger
ne durch fein eignes Beispiel dazu auf. Um
10 Uhr hält der König ein mäßiges Früh
stück fein Mahl dauert nur kurz» Zeit und
besteht gewöhnlich aus Erdäpfel», die ganz
einfach zubereitet werden. Dann besichtigt er
die Manrer-Arbeiten, die im Schloße gar kein
Ende nehmen. Um 1 Uhr kommt der König
von diesen Ercnrsionen zurück. Zu dieser
Stunde hat der Minister Rath statt. Der
König verfehlt niemals, demselben beizuwoh
nen. Ersetzt sich mit seinen Ministem an dem
nämlichen Tische nieder, und die große Auf
mcrksarnkeit, welche er den Berathnnqen
schenkt, verhindert ihn nicht, mit der Feder
auf ein Stück Papier launische und groteske
Figuren zu zeichnen. An dein Tage, wo Ali
band seinen Mordversuch gegen ihn verübte,
hatte Ludwig Philipp eine Gruppe Waßer
vögel gezeichnet, revett Fielding sich nicht zu
schäm?n gehabt hätte. Am Schlüsse desEon
sells resumirt der König die Beratungen n.
gibt fast immer den Gang an, der befolgt
werden mnß. Hat er Ach von de» Ministern
verabschiedet, so bemächtigen sich diese ge
wohnlich der^eichnuugen der königlichen Fe
der, welche dann die Albuins der Hofdamen
bereichern. Nach denv5ixtse11-Sitzuugen durch
streift der König die Tuilerieen und denLou
vre. Gegenwärtig beschäftigt er'sich viel mit
den Gallerieen, die im Lonvre für das spani
sche Museum eingerichtet werden. Ehe man
in diese Gallerieen gelangt, tritt man in ei
nen Saal ein, der mit Gerätschaften ans
der Zeit Heinrich des 4ten geschmückt ist
denn die innigste Verehrung erfüllt Ludwig
Philipp für diesen Monarchen. Oft tritt der
König in die Atteliers der zahlreichen Künst
ler, denen Arbeiten im Lonvre anvertraut
sind. Er prüft ihre Arbeiten, und sein Aus
spruch stimmt fast immer mit den Regeln ei
ner richtigen Kritik überein. Oft, wenn er
diese Atteliers wieder verläßt, wirft er seuf
zend einen traurigen Blick auf den Lonvre
Platz und die Quais er erinnert sich dann
an die Zeit, wo er noch, mit seinem Regen
schirme unter dem Arm, allein durch dieStra
ßt n von Paris hin-und herging, die Häuser,
die im Bau begriffen waren, besah und sich
vor allen Knnstläden verweilte. Kommt die
Zeit des Mittagstisches, so setzt sich die Kö
uigin mit ihren Kindern, ihrer Schwägerin
und den eingeladenen Personen zum Eßen
Nieder,
ohne auf den König zu warten, der
gewöhnlich erst gegen das Ende des Mahles
kömmt. Nach der'Suppe, wovon er selbst sich
feinen Teller füllt, wird ein junges Huhn
mit Reis vor ihn gestellt er selbst zerschnei
det es sich, und fast immer bleibt nichts davon
übrig dann nimmt er eine Taube oder ge
trocknete Früchte und geht, mit seinem Deß
ert in der Hand, in ein anstoßendes Zimmer,
wo sich alle Journale befinden, die in Frank
reich erscheinen. Aufmerksam liest er hier
jene Menge politischer Dißertationen und
ergötzt sich sehr an den unehrerbitiegenSpaß
en, mit denen die kleinen Ionrnale ihn nicht
verschonen. Als noch der "(Mumvari" nnd
die "Caricature" fast jeden Tag feine Per
foit zum Stichblatte ihrer Erfindung mach
ten, sah man ihn oft über diese artistischen
Ausschweifungen lachen er selbst erzählte
dann Abends seiner Familie davon und zeig
te ihnen zuweilen die groteskenBilder. Ist die
Lektüre der Journale zu Ende, so^ verfügt
sich der König zur Königin in den Salon u.
empfangt hier die Personen, die zumAbend
Empfange zugelaßen werden die Konver
sation Sr. Maj., wenn am Tage nichts sei,
ne gute Laune gestört hat, ist zwanglos und
zeugt von feinem Wißen er hat viel gesehen,
weiß viel, erzählt gerne und hört gerne erzäh
len. Wenn ein Ausländer von Auszeichnung
sich in dem Zirkel befindet, so unterhält sich
der König, der mehrere Sprachen, mir feite#
ner Leichtigkeit spricht, mit ihm auf die ein
nehmendste Weise in deßen Landessprache.-—
Lndwig Philipp ist ein Mann strenger Sit
ten. Niemals noch hat selbst die kühnste Ver«
länmduug es gewagt, auch nur indirekt sein
Privatleben zu berühren. Sanft und gütig
gegen die, welche ihn bedienen, verlangt er
nur von ihnen, daß sie die Pflichten, welche
ihnen obliegen, genau erfüllen er will um
sich her die pünktlichste Regelmäßigkeit, die
vollständigste Ordnung und die größte Rein
lichkcit wer dem entgegenhandelt, fetzt sich
Vorwürfen ans, die um fo schmerzender sind,
als sie mit Mäßigung erfbcüt werden. Punkt
10 Uhr zieht der Konig sich in feine Gemäch,
er zurück, wirst sich in sein Schlafgewand u.
arbeitet oft bis 2 oder 3 Uhr Morgens. Nie
unterzeichnet Lndwig Philipp irgend etwas)
ohne zuvor genaue Kcnntniß davon genom,
men z« haben. Er sammelt über Alles No
ten und ordnet sie nach einer ihm eigenen
Methode, die ihm später das, Nachsuchen
leicht macht- Den Todesurtheilen vor Allem
weiht der König eine gewistenhafte Aufmerk
samkeit er läßt sich die Akten vorlegen, stu
dirt sie auf das Gcwißenhafteste, und geneh
migt das Urtheil nur, wenn er volle Ueber
zeüguug von der Schuldbarkeit desVerbrech
ers"erlangt hat. Es muß wohl den König,
legt er sich endlich nach vollbrachtem Tage
werke zur Ruhe nieder, die Einfachheit sei
nes Lagers zurückerinnern a» das Bett des
Profeßors von Reichenau. (Frankf Iourn.
Zu Nenydrk ist am letzten Samstag ein
Pafctv.hiff von Havre angekommen, das
Nachrichten von Paris bis zum löten und aus
London bis zum 13. Jan. brachte. (Friedbo-
Die Eanadaer Angelegenheiten werden in
den londoner Zeitungen weitläufig besproch
en nnd das Benehmen der Amerikanischen
Regierung sehr gelobt. Die "Times" ist aber
der Meinung/daß Amerika sich auf einen
Krieg vorbereite! (ib.
Die königliche Börfe zu London—derWin
lerpallast Kaisers von Rußland zu St, Pc
tersbnrg, nnd das Italienische Opernhaus
zu Paris sind abgebrannt»
Z u Odeßa bat die Pest nachgelaßrn und
zu Water ford (Irland) die Cholera. Der
neue Gouvernör von Obercanada (Arthur)
ist am 5ten Januar nach Neuyork abgesegelt.
Das Brittifche Schiff Hercules ist auf
feiner Fahrt von Halifar nach Baltimore ge
strandet und von 24 Menschen, die sich am
Bord befanden, kamen 21 in denWellen um!
Die britttsche Seemacht besteht jeßt ans
180 Linien Schiffen, 120 Fregatten, 75
Schaluppen, 45 Dampfschiffen und 89 klei
neren Fahrzeugen.
Man berechnet die Bevölkerung der Indi
aner in den Vereinigten Staaten auf 332,
iDS. Hicvoit sind 51,327 nach dein Westen
des Wißißippi gewandert, 4!),305 befinden
sich noch dißcit? des Mißißippi und 23l,80
ohne bestimmte Hei.uath u. ziehen von einem
Distrikte pm «Htxtn.
resyr^v--
Der Vaterlandösrclmd,
Unset Borland und die Union Sie seilen und
miiRen erhalt:» werten
Danton, Freitag, den 16ten März, 1838.
Ohio.
Gesetzgebung von
A u u
Man wird sich ans unserer letzten Nummer erin
nern, daß btyde Hauser einen Beschluß angenommen
hatten, am iLtcn Dieses (am letzten Montag) auf
zubrechen. Wir waren bereits herzlich froh, daß dies
schandliche, legislative Gautelweftn endlich ein Ende
nehmen wurde aber siehe, was geschieht: am 5ten
geht der jucifer Senator von Trumbull daran,
und bringt einen Beschluß vor, der den vor wenigen
Tagen paßirten Beschluß, am 12ten aufjubrcchc»
aufhebt.
Und können solche Dinge seyn
Ohne unser höchstes Staunen zu erregen?
Ja, noch ein Paar Tage zuvor erklärten sich selbst
die Federaliften zu Gunsten eines Aufbruchs, und
nun, am Sten, gehen sie daran, stoßen ihren früheren
Beschluß um eßcn so zu sagen, ihre eigene Worte,
und verlängern die Sitzung—denn das Volk ist noch
nicht genug gezüchtiget.—#Ue Federalists stimmten
für Verlängerung der Sitzung alle Demokraten
dagegen. Am 6ten stimmte auch das Haus dem Ver
langernngS'Beschluß des Senats bcy.
a s n e u e S u e s e z
ist jetzt im Druck erschienen und bereits an die Caun
ty'Auditorcn ausgetbeilt worden. Auch wir erwarten
heut oder morgen ein Exemplar geschickt zubekommen,
und werden in unserer nächsten Nummer einen voll
ständigen und faßlichen Auszug dieser langen 47 Ab
schnitte enthaltenden Acte, vorlegen.
a i e i s
Am Sten Marz, im Hause—zur Abänderung des
Gesetzes für die Ausdehnung des Miami Canals
nördlich von Dayton Abänderung des Gesetzes we
gen Wahl der Caunty-Recorder und ihren Pflichten
die Errichtung eines Ober-Gerichte in Cincinnati be
stimmend einen Commißioner des Funds
ernennend. Am 6ten :—zur Incorporation der Neu
listener Manufaktur Gesellschaft do. der isten
Umversalisten Gesellschaft zu Scharon Taunfchip,
Medina Caunty dc. Winteröville und MaßiUon
Turnpeik Gesellschaft ic. Arn Sten eine Bill,
welche die Pflichten der Canal-Fund-CommißicnerS,
des Auditors und der Board der öffentlichen Werke
vorschreibt eir.c Bill zur allgemeineren Bekannt
machung der csetze, in welcher die Caunt? Com»
mißionerö v».walt erhalten, die Gesetze, wenn sie es
für gut finden, in den Zeitungen bekanntmachen zu
laßen. Eine Bill die Direktoren des Schuldistriktes
No. 4. in Canton Taunfchip authorisirend, Geld zu
borgen eine Bill die City Chilicochc incorporircnd
i e e a e n
während der Woche drehten sich in beydm Häusern
meist um die Quo Warranto Bill, wodurch die Di
rektoren incorporirter Anstalten, vornehmlich Ban
ken, in ihrer Unverantwortlichkeit geschützt sind, und
um den Antrag, die Board der öffentlichen Werke
abzuschaffen, und dafür cine Art föderalistische Com
mißionüre zu ernennen—die Lucifers, wie gewöhnlich,
sprechen und stimmen jedes Mal zur Unterdrückung
der Volksrechte, wahrend die Minderheit der Demo
kratie sich fest, aber leider nur selten erfolgreich, den
Anmaßungen der ArtfiefvafU uiderscljt.
Das neue Schul Gesetz.
Durch ein Rundschreiben des Superintendent«
der Volksschulen in Ohio an den Cannty Auditor,
wird amtliche Unterweisung über wichtige Verände
rungen im Schul-Gesetz ertheilt. Der Taunfchip
Schreiber wird zum Taunfchip,Superintendenten ge
macht, und ihm wesentliche Pflichten auferlegt, und
der Taunfchip Schatzmeister wird zum
Schatzmeister
des Lehr-E chulfunds gemacht."
In feinem Rundschreiben dringt der Superinten
dent darauf, daß diese Aemter, besonders das des
Schreibers, von nun an mit Männern die von einem
öffentlichen Geist beseelt |ind, von Talent und Er
signing, und die besonders Freunde der Volksschulen
und allgemeiner Erzieyung sind, besetzt werden sollten.
Auch wird Nachricht gegeben, daß innerhalb weni
ger Tage Abdrucke des Gefetzes bereit seyn sollen, so
daß sie noch vor der April-Wahl in allen Taunfchip s
uusacthcilt werden können. Trusties und andere
Taunfchip-Beamte belieben daher fo hald wie möglich
an der Caunty -Auditors
OfsiS
an^nruf«'!? und Ab-
drücke des Gesetzes abzuholen, "ft «•,,« drm Volke
Seit gewahrt wird, Manner zu waylen, ttren Ta
lente nnd Grundsatze |tc für die Aemtts von Schrei
bern und Schatzmeistern, mit den zu'atzllchcu wichti
geren Pflichte», schicklick machen."
Es steht zu hoffen daß das Volk, welches am mei
sten bey diesem Gegenstände mtreßirt ist, demselben
die gehörige Aufmerksamkeit schenken werde.
N a ch sch i ft.—Seitdem Obiges gefetzt war, hat
der Caunty-Auditcr die erste Nummer des Volks.
Schul-Direktors" erhalten, in welchen» sich ein Ab
druck des neuen Schul Gesetzes befindet. Jeder
Taiinfctilr Schreiber kann ein Exemplar erhalten,
wenn er deshalb anruft.
Dculfcde Conventlbns-Sach«n.
Oj-Herren, die in Conventions- und soiiftigen
privativen Angelegenheiten an den Senior-Editor
dieses Blattes geschrieben haben, diene zur Nachricht,
daß derfetbe fo eben vcn einer langen Geschäftsreise
zurückgekehrt ist. und sie daher baldigen Antworten
entgegen sehen können.
E n e n n n g.—Mit Befremden bemerkte Un
terzeichneter, daß ei» Artikel im Vcli^bl^tt" vom
Gten Januar» betitelt: Berichtigung." und unter
zcictmet: einige Mitglieder der Pittsburger Con
vention," ihn der Anmaßung beschuldigt, weil er sich,
Alwefenh.it des Präsidenten der Ceittral-Crm
mittec als Präsident pro te:np. zu Kandel:, verpack.
tit glaubte, und die deshalb fchi.füche Ar.zcUe .rge
i.'.nl ließ. Glaubten die Einstiger jener Atv[,uu\
Unterzeichneter habe geirrt, und hielte» sie es für das
Beste, ihre Ansichten deshalb öffentlich zu ver­
künden, statt erst zu forschen, ob sie es nicht Jcye
die'mt Jrrthum lügen, oder statt ihn bei der nächste
Convention Rechenschaft ablegen zu laßen, wie ti
richtige Gefchaftslauffchon an sich selbst erheischt, un
wie im Falle eines Jrthuins der freundlichere W»
der Liei'e und Eintracht, den verständige Manner in
mtr einschlagen sollten, gewesen seyn möchte—so hat
eS doch gewiß schöner gelaßen, wenn aus jenem Art.
kel der kleinliehe Mephisiophel-Geist und hamifti
Ton gebannt gewesen wart. Sollte man doch meine:
es müße ein gar einträgliches ?lmt seyn, welches sog»'
unter teutschen Mannern Mißgunst gegen feinen
Ii
Haber, deßen Vergütung in zusätzlichen, oft befchwe,
lichen Bürden—aber in wenig Dank (wiewohl dura«
nie gerechnet wurde)—besteht. Meine Freunde in
ten—nicht Anmaßung, nein, Liebe znrSache, Wttnf
zur Beförderung unseres großen Werkes, trieben mi.
an, meine übernoinmene Pflicht zu erfüllen, und nut!'
folgende officielle Bestätigung wird beweisen, daß mi»
die Verhandlungen der Convention selbst rcchtferl
gen. Eine lange, beschwerliche Geschäfts reife vcrhi,
dcrte mich, erwähnte "Berichtigung" früher znb
richtigen. e e K a u fm a tt».
Sehr geehrter Herr :—Bevor ich J, »en die unten
folgende an»tliche Mittheilnttg zu machen die Ehre
habe, bin ich durch eine, im Volksblatt" vom 6ten
Januar dieses Jahrs befindliche Berichtigung,"
unterzeichnet. Einige Mitglieder der Pitteburger
Convention," veranlaßt, Ihnen kurz die Gründe an
zugeben, wegen welcher ich Sie als den Präsidenten
pro temp, der Central Committee der ersten amcri»
kanifch-teutfchen Convention anerkenne, und an Sie,
als Solchen, Bericht erstatte.
Die Convention hat durch einen Beschluß bestimmt,
daß im Falle des Absterbend oder Abtretend irgend
eines Präsidenten irgend einer ständigen Committee
der Vice-Prasident, oder, wenn ein solcher nicht ge«
wählt ist, das naehstc nach dem Präsidenten folgend!
Mitglied ohne weitere Wahl oder Ernennung an di.
Stelle des Präsidenten solcher Committee treten soll
daß ein solcher Präsidenten-Wechsel gleich an di
Central-Committee berichtet, und von dieser gefcfclid
publizirt werden soll. Eben so hat die Conventiot
durch Beschluß bestimmt, daß der jedesmalige Wohn
ort des Präsidenten irgend einer Committee als dt.
Residenz solcher Committee betrachtet werden foll.
Daß sich diefc Beschlüße auch auf die Central-Com.
mittee beziehen, unterliegt gar keinem Zweifel— dass
Sie daher, als zweites Glied der Ccntral-Connnit»
tee, nach der Abreife des Präsidenten, HerrnGrund,
nach Europa, an deßen Stelle traten, und im gering.
Ihn Falle pro temp. Präsident der Central-Commit,
tee wurden, ist eben fo sicher.
Diefc meine Behauptungen werden durch dasPro.
tokoll der Convention vollkommen begründet werden
Damit ist auch die Berichtigung," wenigstens ir
diesem Punkte widerlegt. Nun noch einige Werfe
über diese Berichtigung."
Sic sagt die Convention hat durchaus »ich
durch Beschluß bestimmt, wer im Fall der Verhind5
rung des Präsidenten der Central-Committee de ßer
Stelle einnehmen soll, und eben so wenig hat sie ein«
Rangordnung zwischen den beiden weitern Mitglie
dern der Central-Committee festgesetzt."
Der erste dieser Punkte ist bereits widerlegt, im
der zweite dadurch, daß die Convention die parlamen
tauschen Sitten und Gebrauche dieses Landes aU
Richtschnur annahm, nach welchen die Rangordnun
von Committec-Gliidern nach ihrer Wahlfolge be.
stimmt wird daß die Convention ferner in demselben
Geiste einen ersten und zweiten Ersatzmann wählte,
und endlich, nach dem oben erwähnten Befchluße, ent.
weder den Vicc-Präsidenttn, oder in Ermanglung
eines solchen, das erste nach dem Präsidenten foU
gende Glied" zum Stellvertreter deßelben bestimmte.
Hätte auch die Central-Committee die Macht ge»
habt, andere Bestimmungen zu machen, wie die "Be
richtigung" behauptet, fo konnte Herr Grund die»
wenigstens nicht allein thtm, denn dieser war nicht
die Central-Committee, sondern bloß der Präsident
derselben. Daß derselbe seine Stimme als Präsi
dent an dag dritte Glied, Hrn. Weber, abgab, hat
gar keine rechtliche Gültigkeit denn dadurch würde
Herr Weber die Mehrheit der Ccntral-Committee
ausmachen, mithin die ganze Gewalt derselben besit.
zen, welches eine Absurdität wäre, die teilt Republi»
krtuer, und am wenigsten Herr Weber, billigen wird.
Was die Berichtigung" in Beziehung auf die
verschiedenen Aemter der Glieder der Central-Com»
mittee sagt, ist zum Theil richtig namentlich in Be»
ztchtmg auf das Amt des Archivars, welches Sie in
Ihrer früheren Anzeige irrigerweise auf den zweiten
Ersatzmann, Herrn Umbstetter, übertrugen. Das
?lmt des Archivars wurde Herrn Fenderich übertra»
gen von der Convention, ohne alle Rücksicht auffeilte
Oualität als erster (Srfatzmann der Central-Commit»
tcc—cs kann alfe durch fein wirkliches Eintreten in
diefe Committee nicht von ihm genommen werden.
Dieser Ihr Jrrthuin ist übrigens von sehr geringer
Bedeutung, mußte aber freilich berichtigt werden.—
Ob jedoch nunmehr Herr Weber als Vice-Präsident
mit» Herr Fenderich als Sccrctair der Central-Com
mittee agiren, ist bloß Sache der Glieder dieser Com.
mittee und hat durchaus keine Bedeutung für Nicht»
Mitglieder der Central-Committee. Daß der Pra»
(idetit, "wenn eine Lücke unter den wirklichen Com.
»nttee-Gliedern entstehen sollte, denjenigen vcn den
Ersatzmannern, welcher ilmt für die erledigte Stelle
am paßendsten scheine, zu dieser berufen solle," ist c».
ne durchaus nnrepublikanische und durch keinen einzi»
gen Beschluß der Convention begründete Behauptung
der Berichtigung." Ueberhaupt scheinen die Vcr»
fapcr dieser Berichtigung" mehrere der in der letz»
Sitzung der Convention gefaßten wichtigen Be»
schlupe entweder vergeßen oder mißverstanden zu ha»
ben. tvie das Protokoll ausweifen wird. Die Con»
vention hat in der That nicht solche Versehen gemacht,
trie aus der Berichtigung" mehrere hervorzugehen
IchelNcN' jiüc iueten in den 2?c|d)(itgcn, die itit
Drange der Geschäfte gelaßen waren, wurden in der
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Nachmittags noch ausge.
Erster Bericht
ir !!U"!tfCC *Ur p'lrlamentarischen Ordnung und
Ausbreitung des Protokolls der ersten amerikanifth»
teutschen Convention, an die Central.Crmuiittec.
Diese Committee, bestehend aus den HcrrcnSchm?»
Kausinani, und Weber, hat sich ihrer
I
sucht, das Protokoll der ersten amerikanifch-tcut»
schen Convention parlamentarisch zu ordnen und aus»
zuarbeiten, bereits in der Mitte Dezembers vorigen
Jahres entledigt, und ihre Arbeit an de» Präsidenten
der srand.gen Correspondenz-Committee, F'errn Neu.
man in ^eu-Yort-, zur Publikation abgeschickt. Die»
1er b'ttdcn Empf.mg des Protokolles gleich darauf tn
der Oleu^crlet ^taatö--3eitiing angezeigt, u»d zu»
Protokoll i» wettigen Ta.
vc.tIat
cu
si»lc. Seitdem sind nun iiteh»
^1
vtrstriehen, ohne daß das gedruckte Pro«
4,r/'1 J13' o-'m ^uliihnn verbreitet worden ist.-,
Wi.s dteje Jogerung verursacht, ist der Committee
unbrbanttt. Hochachtungsvoll unterzeichnet
i S i n ö e i N a e n
und Austragt sammtlicher Glieder
Philadelphia,Jan. is, ipvi.

Newark, Licking Eo. Ohio, Febr. 1833.
e a e a n 6 A e u n u e i
i e Z e i
Für Gouvernör:
s o N A K A U o N
von Belmont Cannty.
Canton, Marz 16,1938.
Herrn Peter Kaufmann, Präsidenten pro tem.
Central-Committee der ersten amerifanisch-teu
fchen Convention.
Philadelphia, Jan. 18,1838.

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