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Der Vaterlandsfreund und Geist der Zeit. [volume] (Canton, Stark County, Ohio) 1837-1845, June 19, 1840, Image 3

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2\
Der
».Vaterlandösreun
I' und
Melst der %eft.
V Äo Freiheit wohnt, da
ist
Mi
Vaterland!
Unter Bater land und die Union! Sie
halten werden
sollen und wüßn,
Was das Volk in Wahrheit zu entscheiden hat.
Soll die unsrige eine Regierung der Banken seyn
oder eine Regierung des Volks? Sollen wir eine Con
stitutionsmäßige Schatzkammer oder eine Constitutions
widrigeNationalbank haben? Sollen wir einenConstitu
tionsmäßigen Geldumlauf von Gold und Silber, oder
einen von uneinlösbarem Papier haben? Sollen wir
unter dem Despotismus einer Geldaristokratie leben,
ober unter der Scbut webr einer freien Constitution
Für Präsident der Vereinigten Staaten:
Für Vice-Präsident:
Erwähler»Tlcket des Staats Dbio fur Präsident und
Vice-Präsident
der Vereinigten Staaten.
5enatot[al=I5rton etiler.
Am letzten Samstag fand eine große demokratische Bersamm»
lung zu Paris, in diesem Caunty, statt. An oder über 1000 Per»
fönen waren gegenwärtig. Morgens war der HimincI l?ewölkt und
droh:te Regen—kaum aber flatterten die demokratischen flaggen
tn der Lust, als auch die Sonne das neidische Ncbclgcn e e durch
brach und aufmunternd durch das ewige Blau aufdie Kampfer der
guten Sache herab lächelte. Es ist sonderbar, daß den Whigs fast
jedesmal wenn sie einen Kreuzzug veranstalten, der Pelz gewa
schen wird. Erst noch gestern, wo |tc nach Louisville wallfahrteten,
schüttete sich ein kurzer aber derber Rege» über ihre Karavane.
Die Demokraten haben bei ihren Versammlungen noch immer
schönes Wetter gehabt.—
Am Abend vor der Versammlung zu Paris wurde ein nieder
trächtiger Streich begangen. Die Demokratische Bande von Can
ten war eingeladen beizuwohnen, und als an» Samstag Morgen
ihr Wagen bereit gemacht wurde, fand es sich, daß die Achftlua
tcln, welche die Räder halten. Nachts zuvor herausgezogen wor
den waren. Dieser Streich muß beabsichtigt gewesen sein, um auf
Hcnthngelichten Wege denWagen (welcher sehr hoch ist) umzustür
zen, und Lebvit und Glieder der Mitglieder der B..ndc in Gefahr
zu jetzen. Fast alle Glieder der 6ciiicrrati'"ch. «2 Bande sind Hand
werker, und viele derselben haben Familien zu versorgen—dies
macht den gelegten Plan, den Wagen zu stürzen und die Leute
darin zu tobten oder zu verkrüppeln—noch um so teuflischer. Wir
haben gehört, daß man den Verbrechern welche diese Schandthat
verübten, auf der Spur ist. Sie sollten wo möglich vor die Ge
rechtigkeit gebracht und dem Zuchthaus überliefert werden, welche»
sie verdient haben.—Ihr Lohn wird nicht ausbleiben.
Am letzten Dienstag Abend kam Ben. Harrison auf feiner Zu
rückreise von Fort McigS, in Maßillon an. Am Mittwoch Mor»
gen hielt er daselbst eine Rede, in welcher er, wie wir gehört ha
ben, zugab, er habe eine Committee, und daß er ja schon der Welt
gezeigt, was für Grundsätze er habe, und daß er noch immer für
die Maßregeln fty, welche er früher vertheidigt habe. Man kann
leicht denken, daß er sich durch diese Rede nicht viel Freunde er
werben hat. Es sollen jetzt mehr Demokraten in Maßillon seyn
als je zuvor. Seine frühern Maaßregelnwaren bekanntlich Ber»
taufweißer Leute, mit zusatzlichen Peitschenhieben in Indiana,
Vermischung der Schwarzen mit den Weißen ic.
Zu Fort Meigs hatten die Whigs den I2ten Dieses eine große
Feier. Sie gaben an es seien 35,000 Menschen da gewesen, welche
u s i u n i n e u e e e a e n u n v U i A e a e
Zeiten, geldarme Zeiten!" geschrieen haben. Ein ehr
liehet Whig hat uns berichtet, eS könnten höchstens 20,000 dort ge
wesen fein. Gen. Harrison hielt eine Rede—"er sprach—sagt der
Ohio Whig—über den für eilten sittsamen Mann schwierigsten
Gegenstand, über sich selbst und seine Thaten. Er sprach über was
er gethan hat und was er noch thun wird." Das muß ja rührend
gewesen sein. Nur schade—das Volt will Grundf.itze, nicht Män
ner. Was Hilsts, wenn Harrison selbst noch so viel prahlt und er
zählt wie viel Indianer er lebendig gegeßen, das ist nicht so viel
schöner für ihn. Zactson hatte niemals nöthig von seinen Thaten
zu sprechen—seine Thaten sprachen für ihn So war eS mit Wa
fchington. Ueberhaupt alle große Krieger welche die Welt ja her
vorgebracht, haben sich nicht selbst zu rühmen brauchen, und Har
tifion sollte sich beßer des Sprichworts erinnern: "Eigenlob
stinkt.'' Würde er den Leuten erzählen, was er thun wolle, welche
Maaßregeln er, im Fall seiner Erwahlung befolgen wolle, so
«würde er mehr Lob einerndten, selbst wenn das Volt seine An
sichten nicht billigte, als, wie er jetzt thut, wie ein Marktschreier in
der Welt herum zu laufen und seinen eigenen Ruhm tiusjti?i?fau
tttn.
Iokn (fcafu, Wq.
Dem Verdienste seine Kronen.!"
Sbtger Herr, wohnhaft in Indianapolis, Indiana, warDelegat
jenes Bezirkes bei der Demokratischen National-Convention, am
Sten Mai in Baltimore, und befand sich mit dem altern Redakteur
dieses Blattes aufeiuer Committee, welche von der Convention be
auftragt war, Bcschlüße in Bezug auf alle uns e wichtigen Natio
nal Fragen abzusaßen und an die Convention einzuberichten. Als
die ersten 8 Beschluß« von der Committee verhandel^und anqenom
men waren, stand Hr. Kaufmann auf und bot folgende Einleitung
und Beschlüße an, die von Hrn. Cain mit großer Warme unter
stützt und zur Annahme empfohlen wurden, nämlich
GSintemal wir folgenden Satz in unserer unsterblichen Unat
hangigkeitS Erklärung finden, nämlich: Er (der König von
Enaland) hat sich bestrebt die Bevölkerung dieser Staaten zu ver
hindern, und $u diesem Zwecke die Gesetze nur Einbürgerung von
Fremden gehemmt, wahrend er sich weigerte andere zu paßiren, tun
ihre Einwanderung hieher zu begünstigen,"- als eine der Ursachen
für welche unsere Revolutionsvater das Schwerdt zogen, ihrLeben
tnGcfahr fetten und ihr Blut vergoßen, u. daraus erhellet daß sie
e n Brudergefühl für die Unterdrückten jener Volksstamme nn
werten behielten, von welchen sie, und wir alle abstammen, daher
1 eschloßen Daß der mannliche und entfthloßene Stand,
weichen
die demokratischen Republikaner von "'98 und'99" durch
die Vtrginier und Kentuckier Bcschlüße gegen die berüchtigten
Fremden- und Aufruhrs-Gesetze nahmen, ihre getreue Anhanglich,
teit an die demokratischen Lehren der UnabhangigkeitS Erklärung
teweißt, von welchen Lehren die demokratische Parthei, bis zum
heutigen Tage noch bei keiner Gelegenheit abgewichen ist, aber auch
nie davon abweichen könne und dürfte ohne einen der Hauptpunkte
tes demokratischen GlaubenSbetenntniße« zu verletzen und ver
lauanen Deshalb
Beschlo ßen. Daß die Errichtung und Form,rung ftge«
«anttt "Native AWritanifther Gestllsttzafttn, ««ich« Mt
Der Vaterlands-Freund nnd Geist der Zeit.
nichtungder bestehenden EinwanderungS» und EinbürgerungS-Ge«
setze bezwecken, gleich Anti-Maurerey undAbolitionismus, rollblü«
tig fedecalistische Plane sind, beabsichtigt um nach nächster Wahl,
?ir geschlagenen und zerstreuten Ueberblcibsel des Federalismus
»niter einem neuen Namen zu versammeln daß sie dem Busen je*
er« ächtenAmerikanerS fremd sind, in grassemWidersprnche stehen
imt der UnabhangigkeitS-Erklärung, entfernt von dem Geiste un
fem Constitution, feindlich mit dem Genius unserer Einrichtun
gen, verderblich für die besten Zntreßen des Volkes, Umsturz dro»
hend den ewigen Rechten des Menschen, feindselig gegen jeden
Grundsatz von Recht und Gerechtigkeit, und aufs grellste gegen
alle Gefühle und Maximen streiten, die uns als Demokraten und
Freileuten heilig und theuer sind
Herr Cain unterstützte die Annahme dieser Einleitung und Be»
schlüge mit großer Warme, und bemerkte, daß auch ihm von fei»
nen Con«iituenten der bestimmte Auftrag ertheilt worden sei, daß
die Convention sich klar und kräftig über diesen wichtigen Punkt
aussprechen solle.
Die Beschlüße selbst fanden auch nicht von einem einzigen Glie
de der Committee Widerstand, doch meinten einige, day alles kür»
zer zusammen in einen einzigen Beschluß gefaßt werden sollte, wie
es bei den vorhergehenden 8 Beschlüßen der Fall ware. Gegen die»
sc billige Forderung hatte niemand etwas einzuwenden, und fol
geuder Beschluß als No. 9 ward dann einstimmig von der Com»
mittee sutftituirt, und da er die Eßenz aller obigen enthielt, ein
stimmig sowohl von der Committee, als nachher auch von der ge«
sammten Convention angenommen.
V.) Befchloßen, daß die freisinnigen Grundsätze, welche
durch Thomas Jefferson in die UnabhangigkeitS-Erklärung einge
führt, und durch die Constitution bestätigt (titd, durch welche unse»
res zum Lande der Freiheit, und zum ZufluchtS-Orte der U.nter
drückten aller Nationen, gemacht wird, von jeher Hauptgrund! ätze
im demokratischen GlaubenSbekenntniße gewesen sind und daß je»
dem Versuche, der gemacht wird um die gegenwärtigen Rechte um
Bürger und Land.Eigenthümcr tmter uns zuwcrden zu verkürzen,
mit demselben Geiste begegnet werden sollte,der die Fremden und
Aufruhrs»Gesetze" aus unfern (nattoneMcit) Gefetzbüchern weg.
tilgte."
Die teutfchen Constituents desHerrn Cain, ja auch alle übrigen
Einwanderer sind diefem Herrn Dank fchuldig—für die Warme
und Energie womit er, obgleich felbst cinbürtiger Amerikaner, sich
dennoch fo kraftig für die Annahme diefts großen Grundfatzes ver»
wendete. So sind aber auch alle Einwanderer der großen demokra
tischen Parthei ihren Dank und ihre Unterstützung schuldig, für
die klare und bestimmte Aussprechung dieses Beschlußes denn ob
gleich die demokratische Parthei von den Zeltender Revolution an,
bis auf Diesen Tag, dem menschenfreundlichen Geiste diefesGrund
fatzeS gemäß handelte, foist derselbe doch noch nie zuvor von irgend
einer National Convention, als ein von nun an nie wieder zu ver»
laßcnder Theil des politischen Glaubeusbekenntnißes der gefamm
ten deine kratischeu Parthei der Nation, ausgesprochen worden.—
T.utsche Freunde und Einwanderer jeder Art! fehl doch einmal
ob auch d,e Whigs—bey irgend einer ihrer Konventionen, ob in
Harrisburg im letzten December, inColumbus am22sten Februar,
in Baltimore am 4tcit May, oder bey Fort MeigS, im gegenwär
tigen Zuny, auch nur eine Sylbe zu Gunsten der Einwanderer
verlauten ließen 1
nein das dürfen und durften sie nicht, weil sie mitten "Na
tive Gesellschaften" in Nen-Port, Washington, Neu-Orleans u.
anderwärts, so enge verbrüdert sind, daß sie diese auf einmal vor
den Kopf dadurch stoßen würden. g^/'Reicht diefeS nicht hin um
allen adoptirten Bürgern auf einmal zu zeigen wer ihre Freunde,
und wer ihre Feinde sind 1 Wir sollten fast meinen.—
Der 23ste Juny,
Vierhundertjähriges Fest der Erfindung der
Druckerkunst.
Am Dienstag den Stcn Dieses versammelte sich die Cantoner
Typographische Gesellschaft, und Herr D. Z. Beiden, von der da
zu ernannten Committer, erstattete folgenden Bericht: "Sa die
Erfindung der Druckerkunst eine Epoche in der Weltgeschichte
bildet, deren Andenken Nicht nur von denen welche unmittelbar mit
der Kunst verbunden oder darin betheiligt sind, gefeiert werden
sollte, sondern auch von Allen, welche die zahllosen Wohlthaten
genießen, die von derselben entspringen und besonders vom
AmcritanischcnVolke überhaupt, welches, mittelst gerechter, mensch
licher und gleicher Gesetze, befähigt ist, freier und unbedingter sich
der Segnungen einer liberalen Erziehung, dte nur durch die un
mittelbare Wirkung der Druckerkunst bequeinerweise erlangt wer
den können, zu crf.cue» und a der 23ste Zuny 1440 (der Tag
an dem die Kunst zuerst erfunden wurde) von rechtSwegen durch die
ganze civilisirte Welt der Feier würdig erachtet werden sollte, und
a er als das Aufdämmern des Lichtes der Wißenschaft über Un
wißenheit und Aberglauben, oder, in andern Worten, als der An
fang der Regierung der Vernunft betrachtet werden
mag, und a wir, als Glieder der Kunst, viel Ursach haben, uns
über eine Erfindung zu freuen, welche uns nicht nur die Mittel
gewährt, die laufende» Tagesneuigkeiten auf das Ungehemmteste
zu verbreiten, sondern welche am Ende, langsam aber sicher, die
moralische und politische Welt umwälzen wird deswegen sei es
Beschloßen, Daß wir die nötigen Maaßregeln ergreifen, das
400jährige Zahresfest der Druckerkunst am Abend des 23sten Die*
ses auf würdige Weist zu feiern.
Beschloßen, Daß 5 Personen als Anordnungs-Committee dir
(er Feier ernannt werden. Die Herren C. Z. Wink, Wnt.
West, C. F. Mathews, T. Melsheiiner, Z. Sheridan wurden
ernannt.—AufAntrag wurde dann eilte Committee ernannt, Hrn.
Peter Kaufmann zu ersuchen, ciitt Rede bei der Feier zu halten
eine andere Committee wurde ernannt, Hrn. Joseph Mathews zu
ersuchen, einen Festgesang zu dichten, und die Herren Zas. Craig,
Z. P. Brown und Seymour Beiden wurden bestimmt um Trink
spni.be abzufaßen.
Auf Antrag Beschießen: Daß eine EinladungS-Committee er»
nannt werde, derenPflicht es sein soll, alle Herausgeber, Drucker,
Buchbinder und solche als zu diesen Ständen gehört haben mögen,
sowohl als Alle die der Kunst freundschaftlich zugeneigt sind, ein
zuladen, mit uns an jener Feier Theil zunehmen.
Die Gesellschaft vertagte sich imd kam am Ilten Dieses wieder
zusaininen. Die verschiedenen Committee« statteten Bericht ab.
Es mag nothwendig feyn, anzuführen, daß die Gesellschaft autTag
der Feier, Abends um 7 Uhr, in Herrn Sam. Stovers Hotel zu
sammen kömmt, wo eilt prächtiges Mahl bereit seyn wird.
D. J. e e n, Secretair.
(Für den Vatcrlandsfreund.)
Der unsichtbare Gentleman.
Herren Kaufmann und Co,—Zch habe mich bei Ihren Lesern zu
entschuldige», weil ich letzte Woche meine Erscheinung nicht machte
obfchon ich dies versprochen. Als ich sah, daß Sie meinen Aufsatz
vorletzte Woche nicht mehr einrücken konnten, holte icb denselben
wieder, um Zusätze und Verbeßerungen zu machen. Zufallig wur
de ich krank, und konnte also meinen Artikel für Zhre letzte Zei
tung nicht fertig machen denn Sie müßen wißen, wenn ich schon
unsichtbar bin, so kann ich doch eben sowohl krank werden als an.
dm Leute. Aber jetzt komme ich mit den Verhandlungen einer
teutschen Versammlung zum Vorschein, welche am 30stcn Mal in
Scheur:r'S Hause gehalten wurde.
Als ich in's Zimmer trat, unsichtbar, wie sich das von selbst ver
steht, fand ichMylord Schneider—(Sie kennen Schneider—F. A.
Schneider 1 Ich dachte Sie feilten ihn kennen er ist einer der
Häuptlinge der bekehrten Teutfchen—der Wenigen nämlich wel
che davon nfch übrig sind, und der nämliche Mann, welcher seinem
Freuud Zehn Slußer anwies, nicht mit einem schmutzigen Hand
werker auf der Straße zu spreche»,) well, diesen nämlichen F.
A. Schneider, federalistischenEisenwaaren-Handler dieser Stadt,
fand ich im Vorsitz, und er sagte der Versammlung, er dächte, fie
sollten ohne Biertrinken thun, indem diese Einrichtungeiner^ier
Committee, um Bier für sie zu kaufen damit sie gerat» gehalten
würden, der federalistischcn Parthey ziemlich Nachtheil brächte.
Dies brachte Johnny Kaussman aufdie Beine er sagte, Alles,
weswegen er herkäme, sei, Bier zu trinken, und wenn man ihm
nicht erlaube dies zu thun, würde er ein Demokrat werden—nicht
jedoch aufs Neue, denn er sei noch nie einer gewesen, obschon er den
Leuten so weismache. Nach ihm kam Kirchenvorsteher Hilbert,
welcher ebenfalls meinte, sie sollten nicht so viel Biet trinken es
sei gegen gute Ordnung und den Frieden des Gemeinwesens, nebst
dem fei es ein schwerer Tax aufdie Biercommittee, von der er und
fein Freund Schneider die einzigen beiden gegenwärtigen Glieder
wären. Dann erhob sich auf feinen Füßen ein Haufen Dünger,
F. Z. Meyer« genannt, weichet sagte, er fei dafür, 991er für We
Teutfchen zu haben er seinerfeits habe großen Gefallen an Bier,
habe jedoch keine Einwendungen gegen etwas Stärkeres, wohlver
standen, daß es nicht stärker fein dürft als Brandy. Er fagte
ferner, fein Freund Hilbert habe bemerkt, es fei gegen die gute
Ordnung und den Landfrieden. Er hingegen behaupte, es fei nicht
so—er behaupte, das, was nicht durch die Constitution der Verei
nigten Staaten verboten sei, ware auch nicht gegen die gute Ord
nung und den Landfrieden. Er behaupte, daß, gemäß der federa
listischen Weife die Constitution auszulegen, de»- Artikel, welcher
dem Congreß die Macht gabt, den Handel zu reguliren, auch ihnen
die Macht gäbe fo viel Bier zu trinken als ihnen gefiele. Der
nächste welcher auftrat, war mein Freund Traut, welcher fagte, er
habe sich just gedreht, weil die Federalisten ihm versprochen, mehr
Bier von ihm zu kaufen als die Demokraten thun würden und
wenn sie ihr Wort auf tieft Art brächen, fo würde et sich wieder
herum drehen. Die Stimmt wurde dann genommen, ob diesen
Abend Bier getrunken werden solle, und es zeigt« sich, daß die
Stimmen gleich standen. Der Präsident gab seine entscheidende
Stimme gegen Biertrinken, und diese Sache war also abgemacht.
Zch sähe daß Johnny Kaffman ganz allmächtig grimmiz um sich
blickte aber er konnte es eben halt nicht helfen.
Well, sie fingen dann Alle an Zeitungen zu lesen, und über
dem sähe ich Johnny Kauffman die Treppe hinunter gehen. Ich
dachte, er habe sich heim geschafft, aber über ein Weilchen kam er
wieder, mit seinen Händen unter dem Rockschooß. Ich dachte, es
sei etwas nicht recht—hob seilten Rockschooß in die Höhe, und siehe
da, er hatte ein Ouart Bier darunter verborgen. Er marschirte
nach dem Bett zu, und Hellte seinßuart Bier heimlich unter fraget
be! alsdann machte er sich wieder ans Zeitungslesen. Denk' ich
bei mir selbst "g u t," krieche unter das Bett, nehme einen herz
haften Schluck, und mache das Quart halb leer.
Als ich wieder von unter dem Bett hervorgetrochen war, fand
ich den Buttermilch etliche Bemerkungen machen, unter andirui,
daß, wenn Van Bureit nochmals erwählt werden follte, er alle ar
me Tcutsche caslriren laßen würde serner, daß er das Gesetz ge
macht hatte, nach welchem die Leute einen Erlaubnißschein holen
müßten wenn sie heirathen wollten, wodurch— (Entschuldigen
Sie, unsichtbarer Herr, wenn schon Baron Buttermilch zu se i
n e n sittsamen Freunde» gesprochen hat wieder Nachsatz tautet,
wir haben zu viel Achtung für die Sittsatnkeit unferer Freu»
de, es zu wiederholen.— Anrnerk. d. Drucker.)
Dann kam vorbesagter F. I. Meyers, welcher sagte, er habe
ein tcutsch und englisches Wörterbuch nachgeschlagen, und könne zu
keinem andern Schluß kommen, als daß Gen. Harrison in Elsaß,
in Teutjchland, geboren sein müße. Er wünsche ein Paar Worte
über die Behauptung der Demokraten, daß Harrison kein schmär»
ter Mann scy, zu sagen. Er wiße wohl, daß dies so sei—aber es
brauche ja keinen schinärten Mann um Präsident zu sein der
Präsident habe nichts weiter zu thun, als Botschaften zu schrei»
ben, und das könne jederman thunder eine gute Feder und ein
gutes Worterbuch befäße.
.Um diese Zeit ungefähr wurde Johnny Kauffman durstig, und
häkelte nach feinem Quart Bier—aber er kam ein wenig zu spat
denn ich war früher da, hatte den Rest eben ausgetrunken, und das
leere Quartmaaß hingestellt. Er kam. nahm das Quart, schüttelte
es hin und schüttelte es her—aber es war nichts mehr zu schütteln
darin.-Donner und's Wetter—sprach er zu sich selbst-der verd—te
unsichtbare Teufel war wieder hier und hat mein Bier gesoffen
aber ich darf nichts sagen—sonst finden sie aus, daß ich Bier hier
hatte, und das will's nicht thun.
Zch weis nicht was sonst noch vorfiel denn es war bereits ziem
lich spät, und da meine Frau unwohl war, hatte ich nach Haus zu
gehen. Ich habe jedoch fettdem gehört, daß sie bald nachher aus ein»
ander giengen.
Herrn Wickliffs Gründe warum er nicht für Harri
so», sondern für Wan Buren stimmen werde.
Herr Rob. N. Wickliff von Kentucky, der bisher zur
Whigparthei gehörte, hat sich von dieser Parthei los ge
sagt. Er hat seine Gründe hiezu veröffentlicht, als ihm
das Anerbieten gemacht war, Kandidat für eine Stelle
in der Gesetzgebung zu werden also nicht persönliche
oder ehrgeizige Nilckstchten, sondern das Pflichtgefühl,
als würdiger Republikaner zu handeln, waren es, wel
che ihn bestimmten, von einer Parthei zurückzutreten, die
nack dem einstimmigen Urtheile von Millionen dem In
tereße des Landes und deßen Freiheit gefährlich ist, und
Mittel zum Zwecke anwendet, welche die Würde eines
republikanischen Volkes verletzen. Die Gründe jenes
Mannes haben daher ein doppeltes Gewicht, und wir
theilen dieselben nachstehends mit:
1. Es sollte eine gänzliche und unbedingte Tren
nung der Regierung von allen Banken Statt finden."
2. General Öarrison Hat drei Männer von Cincin
nati jenen höchst entehrenden Brief an die Oswego Af
sociation schreiben laßen."
3. Die Harris burger Convention hat sich geweigert,
die Grundsätze vor das Publikum zu bringen, welche die
Whigs als eine Parthei bezeichnen.
4. Die Anmaßung einer arroganten Committee, Ge
neral Harrison unter Aufsicht zu nehmen, und die ge
duldige Fügung Harrisons in diese Maßregel geben uns
die ernste Mahnung, daß er unfähig ist, ein hohes Amt
zu übernehmen.
5. Niemand sollte in den Präsidentenstuhl erhoben
werden, ausgenommen er wäre der Repräsentant eines
Grundfatzes.
6. Ein Amt zu verschenken als Belohnung für Civil:
oder Militärdienste ohne Rücksicht auf politische Grund
sätze, ist dem Geiste der republikanischen Regierungs
form zuwider.
7. Die Frage über den Geldumlauf betreffend, so
sind Harrisons Anstchten hierüber in solches geheimniß
volle Dunkel gehüllt, daß er in einem Tbeile der Ver
Staaten für die eine, in einem andern Tbeile gerade für
die eutgegengesetzte Seite zitirt werden kann.
8. Nicht blos über den Geldumlauf, sondern fast über
jede andere Frage, die zur Sprache kommt, herrscht
ähnlicher Widerspruch.
9. Wenn Harrisons Freunde dem Auge des Publl
kums keine weitere Erklärung seiner Grundsätze vorle
gen, dann ist er moralisch verpflichtet, jener fanatischen
Sekte, den Abolitiom'sten, seineMitwirkung zu schenken."
10. Der gegenwärtige Präsident der Vereinigten
Staaten Hat, frei und edel, gerade das entgegengesetzte
Verfahren beobachtet, er tritt den Abolitiom'sten offen
entgegen, unbekümmert, dadurch viele seiner nördlichen
Freunde zu verlieren.
11. Herr Wickliff kann in der Erwählung Harrisons
keinen Triumph erkennen, sondern nur das Verdrängen
eines Haufens Beamter durch einen andern Haufen.
12. Herr Wickliff will sein Zutrauen nicht einem
Manne schenken
der nicht
willig
ist,
Zutrauen in das
Land zu setzen. (Volksblatt.
Seit die berüchtigte Aufsichts Committee Harrisons
in einem Briefe an die Oswego Aßociation bemerkte,
daß General Harrison keine weitere Erklärung über
seine Grundsätze vor dem Publikum machen werde,"
sind auch die Whigs in Indiana etwas aus dem Schlaf
gerüttelt worden, und es ist seitdem dort nichts Selte
nes mehr, daß sie ihrer Partei den Rücken kehren und
sich in den Reihen der Demokraten einfinden. Erst kürz
lich haben sich die Herrn John Rowan, früheres Con
greßmitglied, Benjamin Hardin, ferner James Hender
son von South Bend, St.'Jofeph Caunty, öffentlich von
der Whiqpartei losaesaat» Man sehe Delphi Bülletin
vom soften Mai« ^ib.
rfctn
A i k e
Waizen
Roggen
Welfchkorn
Hafer
Flauer Walzen....
Gerste
Flachsfaamem
Thimothpfaamen ..
Grundbirnen
Steinkohlen .......
Bohnen, kleine weißt
GypS
Trockne Pfirsichen ..
Salz
Whiskey
Mäpel-Zucker
S i n k e n
Schweinefleifch ..
Rindfleifch
Unschlitt
Butter
Hickoryholz
Eichenholz
Canton, Zuni 19,
Unterschriebene hat so eben *000 Büchsen« «nd Flinten»
"S-J Laufe erhalten, welche er zu AstlichenPreifen vcrtaufrn wird»
Ein großes Aßortment wird beständig auf Hand gehalten. «flt
Auftrage werden pünktlich besorgt uNd die Bestellungen frachtsttt.
e i e e w e e n 8 $ i i a a A e n
-t)st-Grcenrille, Start die östlich« Manufaktur.
ie
Sbfat»:
S a ö z i a I8ten Diese», an einet Krankheit de»
Herzen», George Kriechbaum, Esq. ein alter und achtbarer Bur*
ger von Lake Tsp. und einer der Tomuüßioners dieses
oche eins
Teutsche Waschington Garde.
Ihr versammelt Euch am Samstag, den 4ten nächstes
Sulp, am gewöhnlichen Orte und zur gewöhnlichen ZeiL,
voller Uniform, zur Parade, Pünktliche BeiwohnunA,
wird erwartet.
«us Defehl de« Eapttatn».
Q} a 11 h. 9t a u tit a it.
Feldwebel.
Sln ds« Vudttkum.
(^a etn gewißer Jacob Schafer, welcher einen Skohr tn toflf
Stadt Canton halt, und neulich auch angefangen hat du»
Schneidergeschäft zu betreiben, damit prahlt, ich, der UnterfchribH
bene, hatte mich erboten, in dem von ihm betriebenen Schneide#*
schap für 50 Cents des Tages zu arbeiten, und nebenbei noch met*
ne eigene Kost zu finden fo halte ich es für meine Pflicht zu mir
felbst und ju" meinen Gefchastscollegen, zu ertltwen, dag fcia#
grundfalsch und eine Lüge ist. Zch halte mich nicht fur niedertratch*
tig genug, den Lohn meines hartverdienten Tagewerks selbst so z»
erniedrigen, otz damit mein Beschäftig» Gelegenheit hatte, t#
wirklichen Schneidermeister im Preis ihrer Arbeit herunterlud!**
ten, und doch Profit zu machen. Mag dies thun »et da will,
als ehrlicher und fleißiger Arbeiter kann es nicht, und habe es «w
gethan, und wer mir das Gegentheil nachfagt, ist in charaftetfr.
loser Mensch und spricht eineiige. Im Gegentheil hat besagt»
Schafer mir Arbeit angetragen ich aber ließ ihm sagen daß
bereits Herrn Lemmon, welcher ein wirklicher Schneidermeister ist,'
und seinen Leuten den gehörigen Lohn bezahlt, je daß sie leben
nn wie Menschen sollen, versprochen hatte, bei ihm zu arbeit«*»
S o v i e v o n i o i e u e n u
Kaufleute und Büchsenschmiede,
Seiitt iueftrr!
Ein Gaul verloren.
Am Donnerstag, den 28stenletzen May,
tntfttf
dem Unterschriebenen, wohnhaft Meilen westii^
von Trumps Muhle, in Piain Tsp. Start Caunt*,
Jahre alteö Mahrenfüllen, braunschwarzer .gart*,
ohne irgend Flecken, mit-stumpfen Schwanz. Wer betagtes Pfet»-.
dem unterschriebenen Eigenthümer zurückbringt oder Jtachrtcht
davon giebt, so daß man es wieder erhalten kann, soll eine angem»»
e n e V e u n e a e n v o n Peter Matthde.
Das Ganze des Seidenbaues
von
Editor der landwirthschaftlichen Zeitschrift
"Cere
Von obigem schatzbaren Wertchen haben wir eine «eine
thie zum Verkaufe erhalten, und rächen unfern teutfchen Freund«
au, sich bei Seite» mit einem Exemplar deßelben zu
Der Seidenbau itt ein Geschäft, das von Zeit zu Aett in dies«»
Lande immer mehr in Aufnahme kommen wird und mutz, und w
kurzer Zeit einer der einträglichsten Zweige anterikant^«
Industrie zu werden verspricht tmfcfcic, welche
PETER I^AUFMA-KW & Co's
S.
Jtch am früWw
darauf legen, werden sich den besten und ersten Benuß tines ueW»
eit Marktes für Jahre lang zusichern.
Obige Anleitung unleres Freundes, dcs Doctor Bauer, M«»
nerfeits fo kurz und bündig, und andrerseits dennoch so »oUstaii*
dig uud in so einfach verstandlicher Sprache gefchrieben, et
Bauer und Handwerker sie verstehen und anwenden kann^und W
dadurch nicht nur einem öffentlichen Bedürfnis abgeholfen,
dem sich zum Danke des Publikums berechtigt hat.
aI-Die große Nützlichkeit und der geringe Preis des
chens, (50 Cents) das mit vielenStichen erläutert ber^ttgt»»
zu einer allgemeinen Verbreitung unter unfern Wichen Mltbür.
gern.
volumes
of tra\jls,W»to»
I?
RULES
ABK Buch, 4"
mit ganz neuen Schriften gedruckt und vielen Stichs»
zerziert, ist jetzt beim Einzelnen, Dutzend oder Groß
v» tyabcttm dieser O tu
X'

canton, ^rettag den 19tcn Juny, 1840.
Martin Van Buren.
Richard M- Johnson.
Benjamin Zones von Wayne Caunty,
Francis K. Cunningham von Preble,
öfsMäUlik'iMelilcr.
Zehn J£. Girard v. Hanulton, James B. Cameron von Butler,
Christ. Schroaf vonPaulding, Nathan Kelly von Warren,
James Cole von Adams, William (8tinner vonWalchingt.
John A. Fulton von Roß, Georg W. Sharp vonDelaware,
Daniel Karshner von Hocking, John B. Hamilton von Hancock,
Samuel Smith von Guernsey, Calrin Actley von Licking,
James Hoagland von Holmes, Ephraim Wood von Sandusky,
Joseph Lewis von Portage, Zehn Sherman von Ashtabula,
William Desord von Carroll, Mathias Shexlar von Start.
James Sinieral von Harrison.
Für Gonvernör von Ohio, Wahl im Oktober 1840:
Wilson Shannon.
E w a a n e y s i e n
tXU(ttunQltl Uder während der letzten
gelaufenesSubscriptionsgcld.
John Großglaß, Bethlehem, bis No. 17, Zahrgattg
schluß des Postgeldel.
Philip Amts, Louisville, 10,
John Zulliger, West-Libanon, 16, l*.
Debald Wagner, Tiffin, 4S,
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Caunty Ohio, Zun? 19, 1840. b. v.
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Klaft. I 60 1 76
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Plain Tip. Stark Co. Juny 1», 1840. 4tn**
Dr. Adolph Bauer,
CIRCULATING LIBRARY,
consisting of ab. one thousand
ries, novels of tU newest and most celebrated water».
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