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Der Vaterlandsfreund und Geist der Zeit. [volume] (Canton, Stark County, Ohio) 1837-1845, February 11, 1842, Image 1

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AWU.
"Wohlan
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I3fct Jahrgang.)
asrainsungm.
t: Sct "9« e Iti it frcutt und Geist der Zeit'
«HHeiNt reaelinäßig jeden Freitag.
3'. Der Subfcrixnvns-Preis istEinTh al e u.SV T«n s.
Irf Borausbezahlunq, oder *2 Xba lcr, falls Me Aeitung nicht in
ner halb der i sten Hälfte des Jahrs bezahlt wird.
'S/Die Zeitung kann nur dann aufgegeben werden, wenn alle
VWltfiLnde dezahlt sind.
4.) Wenn isor dem Berlaufdes Jahres die Zettung nicht
«u^tffwdigt wird, fe b:tr.rcht man folchcfl als einen Wunsch
dieselbe für ein anderes Jahr j« behalten.
5.) jtein itntccfchrcibcr wird für einen türzern Zeitraum als
6
Monaten angenommen.
0. Die Versendung geschieht anf Kosten der Unterschreitet,
und^ßriefir «tt bit Herausgeber müßen ppstfrey eing-fandt «erden.
7. Antigen werden für die üblichen Preise eindrückt mußen
»'s sogleich baar vLahlt werden, wo man nicht auf sonstige
Akt in Rechnung steht.
'Jeder Postmeister hat das Recht, einen Brief
in welchem sich Zeitungsgeld befindet, o st fr e
i an den
Drucker z« übersende«. .«
Wenn uns unsere entfernten Leser also Geld senden
wollen, si? brauchen sie nur zu ihrem Postmeister zu (\e*
den, und tu seiner Gegenwart das Geld in einen Brief
xn uns zu legen. Ce schreibt sodann die Addreße darauf
und frankirt den Brief, wodurch den Subscribenten wie
dem Drucker das Postgeld erspart wird.
.,,,—• „....• „..I
rrrrii_iLj
x. 6.
V^rmittaqsstunden des folgenden Ta
ges, al6 die Familie sich um Adelinens Bette verfam
melt hatte. Eine To^tenstille herrschte, nur von dem
leisen Weinen der Mutter und Geschwister unterbroch
en. Am deftigsten gab Heinrich seinen Schmerz zu er
.kennen. Er war todtenahnlich am Bette der Schwester
niedergesunken denn die Krankheit Adelinens, die er
bisher für Einbildung gehalten, war jetzt furchtbarer
Ernst geworden. Der deftige schreck der gestrigen (Enfr
deckung, und, was das Schlimmste war, die dnrch den
blühenden Baum augezeigte Nähe des Todes, welche
bei Avelinen dnrch keinen Vernunftgrund wegzndisputi
ren wir, übte fortwährend einen so nachtheiligen Ein
flnß, d.iß selbst der Arzt an einem Wiederaufkommen $tt
zweifeln begann. Sinnend saß er am Bette und beob
achtete den Pnls der Kranken, die in einem leichten u.
träumerischen Halbschlummer lag. Nach einer Weile
stand er auf, winkte dann dem Baron, der in dumpfen
Schmerz versunken am Bette stand, und die Beiden ent
scrnten sich.
"Meine Kunst ist zu Ende," sprach Ersterer, als sie
allein waren, "die unselige Einbildung wegen des Tod
tenbaumes läßt an keine Besserung denken, nnd wenn
es nicht gelingt, dieser Seelenkrankheit Herr zn werden,
müssen wir uns anf das Schlimmste gefaßt machen, it.
ich bürge nicht acht Tage für ihr Leben."
"Und so wäre keine—keine Rettung mehr nefder
Baron, der seinen lauten Schmerz nicht länger zurück
zuhalten vermochte.
"Ein einziges Mittel nur noch giebt es," sprach der
Slrtf langsam nachdenkend.
"UND das ist frug der Baron, mit Hast die Hand
deS Doktors ergreifend.
"Gin etwas seltsames," entgegnete dieser. Nach et
ner Pause frug er: "Herr Baron, Hab' ich völlig freie
Hand?'z
"Retten Sie meine Tochter und fragen Sie nicht!'
t," sprach der Doktor, so bitt' ich um Ih-
reit Parkschlüssel."
Verwundert blickte einen Augenblick der Baron auf
den Arzt, als dieser ruhig wiederholte "ben Schlüssel
zn Ihrem Park auf dem Gute."-Der Baron eilte, den
selben zu holen.
Adeline war erwacht. Wie schön, wie so himmlisch
schön war sie. Die schmerzlose Krankheit hatte keinen
der holdseligen Züge verlöscht die Nähe des Todes a
ber eine leise, rührende Webmutb über das Engelsant
litz verbreitet. Und mit welch' frommer Ergebung blick
tc sie der dunkeln Pforte entgegen. Das Mädchen glich
einer kleinen Heiligen.
Aber, o weibliche Eitelkeit, wie groß bist bit selbst
am Rande des Grabes übst dn deine Macht Uber die
Besten des Geschlechts.
"Mutter, gute Mutter," sprach Adeline sanft und
bittend, "nicht wahr. Du läßt mir meine dunkeln Lok
fett nicht abschneiden, wie sich meine gute Clementine
gefallen lassen mußte, die an der Gehirn- Entzündung
starb V
"Wie sprichst Dn anch wieder," entgegnete diese mit
erstickter Stimme,—"Dn wirst ja nicht sterben, Du
bleibst bei uns, nicht wahr Pauline
t.r/}
Pauline konnte vor Weinen nicht antworten.
"Clementine rufe mich," sprach die Kranke, "sie ist
jetzt Engel-ach,
sie
Reformations-Feste.
war es ja schon hienieden, u. nächst
Dir und Pauline meine innigste Freundin. Bald sind
es drei Wochen, daß sie von
uns
schied.
Es
war
am
Mutter, eine Bitte, fuhr sie
nach emcr Weile fort u. streckte die Hand zärtlich nach
der Geliebten aus—laß
mich
auch so im Sarge ruhen,
Me sie. Den Sarg ausgeschlagen mit himmelblauem
itlas, mein weißes Atlaskleid, den Blondernschleler
"n ich von der Generalin zum Geburtstage erhielt, u.
Blumen, ja auch recht viel Blumen, dann schlag ich
wie tief er tont Schmer, kür die kranke
Mwfter erariffen war, konnte bei diesen Worten, die
WAM klang.«/ *in« taute« U««nOe« mcht"Jn em paar
^ssnmm
zurückhalten. Sein heftiges
"Adeline, frevle nicht." sprach er in strafendem To
ne.
Erschrocken blickte diese nach dem Brnder, der den
ölif voll Wehmuth ernst anf sie gerichtet Hatte.
"O, meine Tochter," beschwor die Baronin, "warum
diese Todesgedanken, die Deine Genesung so erschwe?
ren. Und was Deinen Geburtsbaum betrifft, so haben
wir Dich ja nun versichert, daß dem ja nicht so ist.—
Willst Du Deinen Eltern anch gar nicht mehr vertrau
en
"Und wenn er auch blühte," fiel Heinrich eifrig ein,
"mag er blühen, was thnt es Adeline, Dn bist ein
aufgeklärtes Mädchen, hast die trefflichste Erziehung ge
«offen, Dn kannst Dich einem Wahne nicht hingeben,
der Dich zu den Ungebildetsten im Volke erniedrigt."
Ich giaube ja auch nicht daran." sprach Adeline lei
je aber ihre zitternde Stimme bewies nur gut das
Gegeutheil.
"Nun so werde denn ein Opfer de.s Aberglaubens u.
Pb^wahns," rief Henrich Init von Schmerz u. Zorn
erstickter Stimme und verließ das Simmer.
Wie verkennt mich der Brnder," sprach Adeline in
Thränen ausbrechend, die unter den seidenen Wimpern
hervorperlten.
"O, vergieb ihm" bat Panliue liebend und innig,
"er meint es doch fittt, wie heftig er auch spricht."
"Wenn er eine Ahnung hätte) fuhr Adeline fort,wie
klar mein Tod vor mir steht, seit der Nachricht von dem
blühenden Baume, wie mein ganzes Wesen dnrchdrnn
gen davon ist, wie ich ganz uuwillkührlich fortwährend
varan deuten muß. O das ist kein Aberglaube, das ist
die Stimme Gottes, der mich zu sich rnft."
Vergehens wäre» alle Hegengründe und Trostsprüche
der Mutter nnd Schwester.
Aveliue hörte sie mit stiller, milder Wehnrath an—
widersprach auch nicht—aber die Nähe des Todes blieb
ihr deshalb nicht minder gewiß, als zuvor."
7.
So wie der Doktor des Barons Hans verlassen hat
te, sah man ihn nach seiner Wohnung eilen, wo er dem
Kutscher'unverzüglich anjusoannen befahl. Er selbst be
gad sich auf sein Kmmet, dsfnete sein Bureau u. nahm
eine Rolle Geld herans.
"Allerdings etwas gewagt," spracher,d« tzomsdor^s
nachdenkend in der Hand wiegend, der mühsam erwor
bene Lohn eines ganzen Monats, und Gott mag wissen,
ob es hilft. Doch," fuhr er nach kurzem Besinnen fort,
schon die Hoffnung zum Erretten eines Menfchenle
das Geld zu sich und warf den Mantel über.
Unterdessen war der Wagen vorgefahren, der Arzt
stieg ein tt. in schnellem Trabe ging es zum Thore hin
ans. Nach einstuudiger Fahrt erreichte man ein recht
ansehnliches Gartengrundstück mit Vorder- nnd nicht
unbedeutenden Nebengebäude». Der Doktor stieg aus
und fragte nach Herrn Jinak. Man führte ihn darauf
in ein freundliches Zi.nmer, worin sich der Gesuchte be
fand.
Das Gespräch schien sich lange um einen Gegenstand
zu drehen, welchen der Arzt gern zn erhandeln wnnsch
te, der aber dem Besitzer nicht feil war.
"Sie sollen Ihnen gut, sehr gut bezahlt werden,"
sprach endlich der Doktor.
"Wenn gleich"' versetzte der Andere, ''sie sind mir
nicht seil."
"Besinnen Sie sich," fuhr Ersterer fort, "ich zahle
Shncit fur das Stuck fünf Lonisd'or, dafür können Sic
Ihre Lieblinge vergessen."
"Thnt mir außerordentlich leid, ein schöner Preis
aber Gott weiß, ich kann sie Ihnen nicht lassen."
"Sie lassen mich also gehen
"Gewiß nicht, wenn es eine Möglichkeit wäre."
Der Arzt zog eine Goldrolle aus der Tasche, "Hier
sind dreißig Louisd'or, nehmen Sie."
"Und wenn Sie mir anch hundert böten, ich kann
nicht."
"Hundert, nnd auch dann nicht frug der Arzt ex*
schrocken mit zitternder Stimme.
"Halten Sie es nicht für Eigensinn," fuhr Janak
fort, t"sen Sie versichert, daß ich mit Freuden diesen
.Handel abschließen würde, wenn es nicht seine eigene
Bewandtniß damit hätte. Wir sind unter uns ich baue
auf Ihre Discretion und will Ihnen wohl das Räthsel
lösen." Hier sprach er lauge mid leise zum Arzte
"Und Andere sind in der Gegend wohl nicht zn fin
den frug der Letztere, als Jener mit seinen Mitthei
lungen zn Ende war.
"SO viel mir bekannt* nicht« Jndeß wollen Sie sich
nmtlnin. Mau kann Nicht wissen."
"Die Zeit drängt," sprach der Doktor und schritt ge
dankenschwer anf und ab. Erschien lange mit sich selbst
zn kämpfen. Endlich blieb er vor dem Unerbittlichen
stehen.
"Es koste was es wolle," rief er mit entscheindendem
Tone, "es hängt ein Menschenleben daran
"Ein Menschenleben frug Jener erschrocken, "von
meinen
'Sie erhalten heute noch hundert Louisd'or," fuhr
der Arzt fort "die Stelle wird Ihnen nicht entgehen
ich bin nicht ohne Einfluß in Hohen Familien. Ich wer
de Alles aufbieten, u. fallen Sie dennoch durch, so er
halten Sie dennoch die Summe von hundert Louisd'or
ausbezahlt. Ietjt keine Widerrede."
Vergebens beschwor Jener ihm Zeit zu lassen zur ru
higen Ueberleguug aber der Doktor stellte ihm Alles
so plausibel und einladend dar, daß er endlich halb frei
willig, halb gezwungen den Handel einging.
"Topp der Kauf ist geschlossen!" rief der Doktor
ISM
Temperament siegt.
I
n v r- .?
E«etzKt vev Bett.
ben ist damit nicht zu theuer erkauft." Er steckte dann
Iben vermeintlichen Giftmischer mit aller Inbrunst
Stunden sehen wir uns wieder." Er eil­
9
aunty, Ohio, gedruckt und herausgegeben von ZAeter KelUkMKNN UNV S0
äSflg that Dir, Thor Dein Bat er land?—Daß Dir bey seines Namens Schall—-Das Herz nicht höher schlägt?'
&S'
Freitag, den 11 ten Februar 1E42. (Nummer 31.
te zum Wagen fur sich aber seufzte er.
Kaust—Jetzt William hilf dn, damit auch
werde uud—Gott gebe das Weitere.
Das Fuhrwerk brauste zur Stadt zurück.
8.
^lch, mein lieber Doktor," rief William, vor einem
mächtigen Folianten sitzend, dem eintretenden Arzte ent
gegen, "willkommen, willkommen. Nun, noch immer
kein Specisinm da blätterte ich den ganzen Tag
riefer verdammten Biographie der angesehensten Gift
Mischer aber alles Stümper, blos einige kleine Klet
percteit,'fei» erhabener, durchdachter Plan, kein Sy
item. O verderbtes Geschlecht," seufzte er, "wie mir
kommt man dir bei. Herr Doktor, wie der Mensch von
Jugend auf schon ein verwahrlostes,böses, heimtückisch
es, hinterlistigs, schadenfrohes Geschöpf ist, das Hab' ich
diesen Morgen wieder mir eigenen Augen ganz klar ge
sehen. Denken Sie nur, da trieb vor einigen Stunden
hier unter meinem Fenster ein Haufen gottvergessener
Gassenjungen ihr kannibalisch diabolisches Wesen.—
Weiß der Teufel, was sie fur ein tückisches Spiel vor
hatten aber es legte den heimtükischen, schadenfrohen
Charakter so recht an den Tag. Kurz, weuu Einer dem
Andern, ohne daß dieser es sich versähe, einen tüchtigen
Puff beibringen konnte, lachte die ganze Hdllenschaar
laut auf über diesen Vatansstreich, über diesen verkapp
ten Meuchelmord. Mir ging das Lachen dieser so voll
endeten Teufel durch Mark und Bein. Wenn diese Ten
felsbrut nun herabwächst, war mein schrecklicher Ge
danke. Aber wart' nur, teuflisches Geschlecht, du sollst
am längste!» gelacht haben. Herr Doktor, wie weit sind
Sie in Ihren-Forschungen
"Die Großartigkeit des Unternehmens sowohl/' be
gann dieser, "als die Gefahr, die ihm von Seiten der
Polizeibehörde bedroht, erfordert die äußerste Behut
samkeit und Umsicht.—Uebereiluug kann uns nur scha
den, daher dürfen wir uns nur Schritt vor Schritt uu
serem großen Ziele nähern."
Sehr wahr, sehr richtig," bemerkte William, "aber
weiter—weiter.?'
''Auch würde es sehr ungerathen sein," fuhr mm der
Doktor fort, "gleich im Großen zu operiren, ohne im
Detail Versuche angestellt und uns gehörig vorbereitet
zu haben." K?
"Ganz 7 aber bester Doktor, das Universale,
das Specificnm," drängte der Britte."
"Ich glaube ein solches gefunden zu haben,^ versetzte
der Doktor mit Zuverjicht.
O gebenedeiter Doktor," rief William und umarmte
und worin be steht es
"Freilich bedarf es zuvor noch einiger Versuche," er
wiederte der Doktor.—
"Versteht sich versteht sich."
"Auch wünschte ich, daß Sie demselben persönlich mit
beiwohnten, um sich von der Wirksamkeit der Vergiftung
ftlbst zu überzeugen."
''Mit dem größten Vergnügen. Nota bene, daß ich
nicht selbst^aoei in's Gras beißen muß."
"Ohne öorge," tröstete der Arzt.
"Und das Universale, darf man das Nähere wissen
"Recht gern," sprach der Doktor, schickte als Einlei.
tung eine Uebersicht der vorzüglichsten Giftarten, ihre
Bestandtheile nnd Wirkung voraus, und fuhr dann uu
gefähr folgendermaßen sort "Die Blausäure ist un
ter allen bekannten Giften das furchtbarste, und wird
besonders in dem Samenkerne des sogenanten Stein
obstes, als da sind Pfirsich, Pflaumen, Kirschen :c. ge
fnnden. Dies brachte mich auch auf die Idee, ob nicht
anch die Dluthe dieser Obstgärten Gift ausströmen soll
te, und zwar ein noch feineres und wirksameres, als in
den Kernen, die doch auch erst aus der Blüthe später
hervorgehe», gefunden wird. Ich untersuchte deshalb
die Blutheu, fand aber meine Erwartung getäuscht, wie
oft ich auch meine Versuche wiederholte. Ich ließ daher
die Sache ruhen und dachte nicht mehr daran. Als je
doch die Bekanntschaft mit Ihnen obige Lieblings- Idee
wieder rege machte, so begannen meine Forschungen
auf's Neue uud so fand ich endlich was ich suchte."
"Sie fanden," fiel hier William ein, "himmlischer
Doktor, also in der Baumblüthe
"Nicht in der natürlichen, wie sie der Frühling her
vorruft," fuhr der Arzt fort, "sondern in der k n st
i ch e n, in der n n n a ch e n, wo mit Gnvalt
in die Natnr gestürmt wird, daß der Baum in Kurzem
in voller Blüthe steht."
Ein tdeurer
dir geholfen
Aber wie ist das möglüh frug William sehr ver
wundert.
"Erklärt sich leicht," sprach der Arzt. Durch ein che-laufen
misches Mittel, das ich erfunden, werden die Safte des
Baumes so angegriffen, daß sie mit aller Macht die
Blüthe hervortreiben, unbekümmert um die Jahres
zeit. Aber eben dieses tödliche Stürmen in den gere
gelten Gang der Natur macht die so hervorgetriebeueu
Blüthe» zu Todbringenden, deren Duft die vollkommen
licit Wirkungen der Blausäure in sich trägt. Sie werden
sich erinnern, daß die Aquatoffana auf ähnlichem Wege
gewonnen wird."
"Vortrefflich—aber liebster Doktor—" fiel William
lächelnd ein.
"Lassen Sie mich ausredey," fuhr Jener fort, "die
ser tödtende Duft besitzt mm noch die Eigenschaft der
Eontagiositat, indem er im Frühlinge anch die
natürlichen und gesunden Blnthen ansteckt, so' daß durch
euren einzigen Baum sogar ganze Landschaften vergif
tet werden können. Das fernere Verbreiten, welches
meistens vom Luftzuge abhängt, ist mm gar nicht zu be
rechnen. Daher, wenn das Glück uns einigermaßen
wohl will, fbauten nächsten Frühlinge mit Euro
pa fertig werben/' (Fortsetzung folgt.)
Die beste
»WWWMMW
i)jit'tl)oDe
Fleisch einzusalzen.
Wer schönes, süßes Rindfleisch oder Schweinefleisth
zu esseu wünscht, welches durch den Sommer gewiß nicht
verdirbt, der beobachte beim Einsalzen die folgende Ver
fahrnngsart, welche sich als die beste bewährt hat:—
Zu einer Gollon Wasser nehme man lh Pfund Salz,
Pfund Zucker uud Unze Salpeter. In diesem Ver
hältniß kamt dann die Pbkel zu irgend einer verlangte»
Quantität vermehrt werden! Dies kocht man mit em
ander, bis die Unreinigkeit von dem Salz und Zucker
(welche nicht wenig ist) sich auf der Oberfläche zeigt,
wo sie alsdann abgeschäumt wird. Mau schütte nun
die Pökel in einen großen Zuber, und wenn sie vollkom
men kalt ist, so schürte man dieselbe über das Fleisch tt
laßt es die gewöhnliche Zeit, 4 oder 5 Wochen, darin.
Die Pdkel muß das Fleisch
ganz
bedecken, n.das Fleisch
sollte nach dem Schlachten wenigstens 2 Tage liegen,
ehe man die Pökel darüber schüttet, allein während die
fer Zeit besprenge man es leicht mit gestoßenen Salpe
rer. Wer diese Art Fleisch zn salzen einmal yrobirfy
wird sich gewiß nie einer andern bedienen.
Zuverlässiges Mittel wider den Krebs.
Ein Herr in Philadelphia hatte für zwei Jahre den
sogenannten Lippenkreps, der sich aber, ungeachtet aller
angewandten .Heitmittel, über einen Thcil der Wange
und des Kinns verbreitete. Ein Freund in Europa, der
von seinem Uefccl hörte, rieth ihm, eine Onatität Salz
mit ganz guten frauzossschenBrändy zn vermischen, und
die angegriffenen Theile damit zu waschen, so stark als
er es leiden könne. Zu seiner großen Freude fand er
fas Mittel vortrefflich, indem sein Schaden schnell heil
te.
Aus Battimorer Zeitungen vernimmt man, daß die
kürzlich in der Patentoffice zn Waschington entwende
ten Juwelen am Bord des Schooners Mary gefunden
worden seien, welcher nachRichmond segeln wollte. Die
Polizei fand in der Cajntte dieseSSchiffes einen schwar
zen Koffer unter der Addrcsse: Iimes Anson, Rich
mond, Virginien." Nachdem der Koffer aufgebrochen
war,J«nd man alle jene werthvolle Gegenstände in ei
ner Strohmatte eingewickelt. Der Stuart gab der Po
lizei eilte Beschreibung des Mannes, der diesen Kofffcr
an Bord desselben gebracht und dies ist alles, waS
man bis jetzt von dem Dieb weiß.
Briefe von St Lont's melden, daß die Indianer wie
der in einem sehr aufrübrifcheit ©etile sind, die Dela«
ware und Sionr Indianer haben sich einige blutige
Treffen geliefert. Die Sionr sind schon lange gegen den
Delaware Stamm feindlich gesinnt, und Haben, waS
den förmlichen Ausbruch bezweckt Hat, ein Dutzend De»
lawaren in ihrem Jagdrevier anf eine schreckliche Wei
sc niedergemetzelt sie waren über 400 Mann stark.
e i k o u n e a s i e e i e n K i e s s i e
welche in Neuyork für die mcriFantfche Regierung er
baut wurden, sind am 14 v. M. mit der Ver Staate»
Flagge nach Vera-Crnz abgesegelt, und werden daselbst
sobald die Schiffe in harter Münze bezahlt sind, den
Merikanern übergeben werden.
Briefe von daselbst melden, daß die Merikaner sich
rüsten, um die Teraner zu bekriegen, und daß man vor
zügiich auf die beiden benannten Schiffe warte, um den
Kampf zu beginnen. Ohnfehlbar wird dies ein hart
nackiger blutiger Kampf geben, und wehe derjenige*
Partei, die besiegt trird, da gibt es kein Pardon.
Die Mexikaner haben eine KricgsbriM, 2 Schooner
und zwei eiserne Dampf,
Hiffe, welchem England ge
baut wurden, die Teraner haben 1 Brigg, 2 Schooner
und 1 Dampfschiff.
Man geht jetzt im Staate Tennessee ernsthaft mft
dem Plan um, denselben in zwei Staaten zn thrifen,
wovon der eine den alten Namen Tennessee behalte«,
der andere aber den Namen "Frankland" erhalten soll.
Es sind bereits in der Gesetzgebung Beschlüsse in An
trag gebracht, wonach derGonvernvr beauftragt werden
soll, sich mit den Staaten Georgien, Nord-Carolina und
Virginien in Correspondenz zu setzen, um zu erfahre«,
ob sie geneigt seien, einiae Theile ihres Gebietes abm*
treten, um den neuen Staa Frankland, wenn er sich
bilden sollte, besser abzurunden.
Ein jungerDentscher (der Name ist nicht angegeben)
in Arbeit bei £erm Mather zu Princeton. N. I-, er
trank vorigrn Samstag, indem er bei dem Schlittschuh
durch das Eis brach. Der Unglückliche hielt Kch
eilte Zeitlang noch am Eise fest, aber Niemand leistete
ihm Beistand, obgleich eine Menge Personen am Ufer
stand.
S e s o E i n u n e e u s e N a e
Peter Ribbel, aus Guntersblum, Großherzog
tlntnt Hessen gebürtia, wie wir hören, hat am letzten
Montag im Gasthanse des Herrn Christian ©ahm da
hicr, dnrch einen Pistolenschuß seinem Leben ein plötzli
ckes Ende gemacht. Was ihn dazu veranlaßt könne«
wir nicht sagen. (Frfr.
Richter Hopkmson, der Verfasser des so beliebtenNa
nonal-Liedes "Hnil Columbia" starb am vorletztenMock»
tag zn Philadelphia.
Der Prediger Van Z a n von Rochester, C9?et*
Jork) Vater von mehreren Kindern, ist von der Jury
s u i e u n e n w o e n i e u n a u S o i a
u o ck verführt und geschwängert zn haben. Da
man in diesem Lande mit Geld jede Schande deck«
kann, so ist der Prediger gr *3066 Schadenersatz wi»
urtheitt worden.
'1

e U n v e v o k v
(Eine Erzählung von Ferdinand Stolle.)
r- (Fortsetzung.)

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