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Der Vaterlandsfreund und Geist der Zeit. [volume] (Canton, Stark County, Ohio) 1837-1845, February 11, 1842, Image 2

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Columbus, a
IN
a u 6 e
3. Dag irgend eine
Pibingen
Ilten Januar/
e
a s e n a u e
Die Bill M. 21, in Bezn aufdas Prozeßverfahren
in Sachen, wo Banken oder Bankhalter betheiligt sind,
führte gestern Nachmittag im Repräsentantenhause zu
iutercssanten Debatten, wobei sich die demokratischen
Mitglieder als luivfltche Freunde der Bankreform bewie
seu, während die Wh:g6 alle Kunstgriffe auwaudten,
um einer Reform der B.mkschwittdeleien auszuweichen.
—Jene Blll schreibt nämlich, unter Auderu, auch vor,
daß die Banken ihre eigenen Noten als Zahlung fur ih
re Förderungen auzuuehm^u haben. Eine Vorschrift,
vie sich bei redlich?r Absicht ül u ftldst versteht, die aber
den Whig-Repräsentanten keineswegs einleuchtet.
Herr Bowen wollte daher die ganze Bill, mit Aus
nähme der Eingangs-Clansel, ausgestrichen wisseu. Da
aber der Vorsitzer dieses Verfahren als ordnungswidrig
erklärte, schlug Herr Probasko cine Verbesserung vor,
wonach sich diese Vorschrift nicht auf schon früher abge
schlossene Kontrakte beziehen soll. Herr Schenk stimmte
auch' dieser Meinung bei.—Herr Jenkins meinte indes
sen, daß eine solche Verbesserung die ganze Bill Vernich
te. Der Zweck der Bill ist die bereits gebrochenen
Banken, oder jene, die noch brechen werden, $nr Annah
me ihrer eigenen Noten als Bezahlung für ihre Forde
rungen zu zwingen. Unter dem bisherigen Gesetz kann
eine Bank brechen und betrügerischer Weife ihre Hab
schaft ihren Günstlingen übermacheu, welche sämmtliche
Schuldner der Bank zur Bezahlung von Gold u. Sil
ber zwinge» können, während die Gläubiger der Bank
nicht einen Cent von derselben eintreiben können u. die
Noteichaltcr Alles verlieren. Die Sperren Probasko u.
Cook und Bowen hielten diese Bill überdies für eine
Verletzung der Versassung.-Herr Byington stimmte mit
Herrn Jenkins überein. Er sagte betrachten wir z. B.
den Fall der Gallipolis Bank. Bei ihrem Bruche hatte
dieselbe über fünfmal hundert tausend Dollars Papier
aeld im Umlauf. Hätte sie diese als Zahlung für ihre
Ausstände annehmen müssen, so wären die Noten doch
nicht ganz werthlos gewesen, aber unter dem bisherigen
Gesetze maßten ihre Schuldner Fonds auftreiben, die so
gut mte Silber waren, während ihre Notenhalter Alles
einbüßten. Die Herren Whigs sind so sorgfältig für die
Verfassung, wenn die Demokraten die Banken zur Ehr
lichkeit zwinge« wollen, daß ich nicht umhin kann, zu
glauben, jene Herren werden uns vor dem Schlüsse der
Sitzuug noch beweisen, die Verfassung sei eine Bank
oder eine Bank sei die Verfassung. Nachdem der Herr
Spalding fit die Bill gesprochen hatte, vertagte sich
das Haus, ohne zur Entscheidung gekommen zu sein.
S e n a
Im Senat kam die Eintheilnng des Staates in Zwei
Gerichtsbezirke fttr die Supreme- l»ourt zur Sprache.
Die Nichterglauben die Mangel im Gesetzwefeu können
bloS durch Veränderung der Verfassung gehoben wer
den. Die vereinigte Committee 6er
dagegen der Meinung, daß man noch auf andere
helfen könnte, und daß man gegenwärtig durchaus an
dem StaatS-Gruudgesetze rütteln solle.
Columbus, am 12ten Januar, 1842.
A e e i n e s a n k e s e z
Ferr James brachte im Repräsentantenhaus? einen
Beschluß vor, wodurch die Geldlauf- Committee ange
wiesen wird, baldmöglichst ein allgemeines Baukgesetz
mit folgenden Bestiinmnngen zu berichte»
1. Daß die Stockhalter mit ihrem Privatvermögen
Daß jede Bank dnrch
authonstrtwerden.
Aus dem bisher Mitgetheiiteu werden die Leser erse
hen, daß die demokratischen Mitglieder beiderHauser at-
ic die verschiedeneu Verbesseruugeu des Geldlaufes. auf
welche das Volk mit Recht und zuversichtlich hofft, vor
geschlagen haben, nämlich Bills, um die Banken znr
Baarzahluug zn zwingen, den Banken das Recht der
gerichtlichen Verfolgung ihrer Schuldner zu entziehen,
so lange solche Banken die Baarzahlnng für ihre No
ten verweigern—die Banken zur Annahme ihrer eige
nen Noten als Bezahlung für ihre Forderuugeu auzu
halteu—Sie Stockhalter für die Schulde» ihrer Bauten
verantwortlich zu machen—und Zuchthausstrafe aufdie
Bankberrügereieu uud Ausstellen und Verbreiten von
Echinplästern zu setzen.
Es wird der demokratischen Mehrheit Mühe kosten,
alle diese Vorschriften durchzusetzen denn mehrere der
Whigmitglieder bedienen sich aller möglichen parlemen
tarischen Mittel und Kniffe, dieselben gänzlich zu verei
kein, sder durch sogenauute Verbesserungen so zu ver
derben, daß sie ihre Wirksamkeit verlieren
Die "Cincinnati Bankreform" wird diesen Herren
hoffentlich einen/^'Fingerzeig geben, daß sie das Volk
gesetzlich gegen die Betrügereien und Erpressung^
Her Papiergeld-Aristokratie schützen müssen, wenn sie
Her n e s e tz i ch e n Selbstbeschützuug vorbeugen
wollen.
Im Repräsentantenhaus- wurde heute Vormittag, n.
zwar nach emt langen und sehr bitteren Debatte, dte
Will passirt, wodurch der Stadtrath von At e n er
Wächtigt wird, den Verkauf geistiger Getränke gänzlich
|u verbiete», damit die auf tzsrtigerUniverittätstudtren
»e.N Iiwglinge keine Gelegenheit zum Trünke haben.
Was möchten wodl unsere Brüder in Heidelberg oder
zu sinem solchen Gesetz? sagen '—tote mir*
t«its sicheAch für Ad.e rite n hssten, wittt wir
e N e a u solche Weise mitspiele# tyettffii,
CMmbus, am Januar, 1843,
a u 6 e e a s u a e n
In der im Repräsentantenhause stattgehabten De
Hatte über die Bill Wo. 21, wodurch die Baukeu gezwun
gen werde«, ihre «Men Rote» glS Zahlung fitr ihre
mens
für die Schulden der Banken verantwortlich sein sollen. Ige. Er wollte die Herrn warnen. Es sei Zeit, daß wir
2.
Schuldforderungeu anzunehmen, zeigte es sich nur zu
deutlich, wie wenig es den Whiggliedern mit der Bank
reform Ernst ist. Sie brachten alle möglichen Gründe
vor, um die Ungerechtigkeit nnd Unzweckmästigkeit eines
solchen Gesekes zu beweisen, die indessen finuntltri) an
Herrn Byingtons talentvoller und patriotischer Verthei
diguug der Volksrechte gegen die Schwindelanstalten
scheiterten.
Die Bill zur Widerrufung des Freibriefes der söge
nannten "German Bank of Wooster" war heute an der
Tagesordnung und wurde nach hartem Kampf der
Whigs auf Morgen znm drittenmal znm Verlesen und
Passiren bestimmt. In Verteidigung dieser Bill hatte
Herr Byington den ganzen Zorn des Repräsentanten
von Pikaway Co., (Hernt Olds, Präsidenten der Cir
cleville Bank) auf sich geladen, der in seinem Bankeifer
so weit ging, ersterem seine Jugend tnd seine Armut!)
vorzuwerfen, und ihm eine Veränderung
Z/Vc
Gesellschaft von Personen, wel-Staatseinrichtungen beschwor er Alle, den heillosen
che eine Bank errichtet haben will, beider Gesetzgebung'Geist der Zngellosigkeit empörter Pebelhanftn zu ver
um einen Freibrief zn diesem Zwecke nachsuchen soll, u. bannen.
im Falle sie einen Freibrief erhält, soll dieselbe, sobald Herr McNulty erwiederte: Wenn sich d-r Herr von
die Hälfte des Aktien- Capitals in klingender Münze^Montgomery etwas mehr in der Geschichte seines Va
einbezahlt ist, durch die Bank Commissäre zur Ecöff-^terlandes umgesehen hätte, würde er gefunden haben,
nung ihrer Geschäfte
4. Betrügereien von Bankbeamten oder Agenten sol- welche zu Boston den THee
len mit Zuchthausstrafe belegt werden
5. Ein Stockhalter oder Direktor soll kein Aulehcu
von der Bank erhalten, wenn er nicht Bürgen stellt, die
in keiner Verbindung mit der Bank sind.
6. Es soll ein Sicherheitsfond errichtet werden, wo
durch jede Bank für die Schulden der andern verant
wortlich ist, uud jede Bank soll das Papiergeld der an
dern Banken als Baarzahluug für Schulden annehn'.e.t.
7. Die Bank-Commissäre sollen hinlängliche Gewalt
erhalten, um dieses Gesetz in Vollziehung zn setzen.
-daß jene heldeumüthige Vorkämpfer unserer Freiheit,
schlüsse im Sinne
feines
Grand" in "Le Petit" anznrathen.
Byington erwiederte darauf! daß er fnr feinen Verna
men nicht verantwortlich sei, da er denselben
Znthuu erhielt seit seinem zweiten Lebensjahre sei er
ohne Eltern und ohne Vermögen in der Welt gelassen
und von seiner Kindheit an habe er sich durch eigene
Anstrengung forthelfen müssen—er habe nie einer Be
trngs-Anstalt vorgestanden, die ihn wie manchen an
dern zum "großen Mann" gemacht hatte—er habe sich
indessen feines Namens nicht zu schämen, derselbe sei
nicht mit Lügenversprechungen besteckt, wie der eines
Bankpräsidenten. [Hier hielt Herr Byington eine von
Olvs unterzeichnete Postnote der Circleville Bank dar.]
Uud, fuhr er fort, dieser Herr sprach so viel von der
Feierlichkeit seines Eides als Repräsentant und von
dem Eindruck den dieser Eid: die Verfassung und die
Gesetze zu handhaben, auf ihu gemacht habe. Nun, die
sen feierlichen Eid leistete jener Herr am 7ten Dezem
ber und am Ilten Dezember, alfo blos 4 Tage später
verletzte er wissentlich und absichtlich seinen feier
lichen Eid durch Unterzeichnung dieses Schinplästers.
Ist dieser große Herr so gut als sein Wort ?—Nach die
ser gerechten Züchtigung, worauf der Bankpräsident
nicht ein Wort zu erwiedern wußte, vertagte sich die
Versammlung.
In der Nachmittags-Sitzung wurde die Berathung
der nämlichen Bill fortgesetzt. Herr McNulty sagte,
er wolle zwar für die Bill stimmen obschon er diese Art
der Reform nicht für die richn'ge halte. Er, für einen,
glanbe an die "Cincinnati Reform" vom
Monats. Für ein ganzes Menschenalter fuhr er fort,
haben sich nun schon die weisesten und besten Männer
die Köpfe zerbrochen, wie man jene Schwindelanstalten
in den Schranken der Ehrlichkeit halten könne, aber
vergebens. Alle Schranken wußten sie zu umgehen oder
mit Gewalt zu überschreiten.
Die Bankleute haben das Volk um mehr bestohlen
als alle Ziichtlinge im Staatsgefängm'ß zusammen ge
nomm?n und er verlange über diesen Gegenstand kern
ist!anderes Licht, als das, welches von dem Scheiterhau
eise!sen ihrer brennenden Habseligkeiten ausströmt. Blos
aus den Ruinen dieser Tenfelshöhlen kann des Volkes
Glück erblühen, und ich hoffe, die Zeit ist nicht mehrfer
ne, wo die Präsidenten der suspeudirten Banken, zwi
scheu Himmel und Erde suspeudirt werden.
Herr Schenk fand diese Aeußerungeu schrecklich und
empörend. Er hätte nie geglaubt, daß ein Gesetzgeber
hiehcr gesandt, um Gesetz uud Ordnung zu machen, sei
ne Pflicht so weit vergessen könne, daß er die gesetzlosen
Ausbrüche eines rohen wüthenden Pdbelhanfens billi-
Verweigerung der Baarzah-ernstlich an die Erhaltung der gesetzlichen Ordnung
luttg für ihre Roten ihre» Freibrief verwirkt haben soll, denken und bei dem Geiste der Väter unserer freien
Vorna­
ohne
sein
I
lten vorigen
ins Meer w.irfen, von der
briltischenRegierung'eben so als ein Pöbelhaufe, als ei
ne meuterische Rotte angesehen wurden, wie er jetzt die
Bürgervon Cincinnaü betrachtet. Wenn das Gesetz uns
nicht mehr schützen kann, wird gewaltsame Selbsthilfe
zur Pflicht des freien Mannes, und Widerstand gegen
Tyrannei ist Gehorsam gegen Gott.
i i r-C 0 i e e.
Columbus, am 7ten Januar, 1842.
Die Militär-Convention versammelte sich heute Vor
mittag 9 Uhr. Die verschiedenen Committeen erstatte
ten einen gemeinschaftlichen Bericht, worin für mehrere
Vorschriften des gegenwärtigen Milizgesetzes Verbessr
ruugeu v rgeschlageu sind. Richter Read vou Eiucinna
ti unterstützte den Bericht in
mom, er die Rottm-ndig!^ einer schlagf-r.ig-n MiliZ
erklärte und behauptete, daß die Miliz notwendiger
weise die Vollziehung ihrer Strafgesetze selbst in Hatv
den haben müsse, wenn dieselben nicht, wie bisher, ein
todter Buchstabe sein sollen. Ans diesem Wege, fuhr er
fort, können wir die Faullenzer, welche im Frieden das
Milizwcsen verspotten, und, wenn das Vaterland in
Gefahr kommt, vom Kanonenfutter befallen werden,—
wenigstens zu einem Geldbeitrage zwingen, damit die
rechtschaffenen Bürger, welche in Verrlchtnng der Mi
lijdiettste ihre Pflichten gegen das Vaterland erfüllen,
tue damit verbundenen Lasten und Ausgaben nicht al
lein zu tragen haben. Unsere gegenwärtige Stellung
gegen England, das übermüthige England^ das uusere
Grenze verletzte, bei dunkler Mitternacht eines unserer
Dampfschiffe in Besitz nahm, die Mannschaft darauf er
mordete, dauu das Schiff in Brand steckte und mit deu
Leichen Amerikanischer Bürger denNiagara-Fall hinab
stürzte—ja unsere Stellung gegen England, das sich
wieder die Gewalt anmaßt, unsere Schiffe auf offener
See anzuhalten—und das in diesem Augenblicke einen
Theil des Staates Maine als Eigeuthum in Anspruch
nimmt—macht eine schlagfertige Miliz zur Pflicht. Das
Feuer, das schon lauge glimmt, wird endlich in Flam
men aufschlagen, und wenn wir unsere Pflicht erfülle«,
wird diese Flamme nicht gedämpft, bis dieser Welttheil,
der von der Allmacht so augenscheinlich als e i st t
e der Menschheit bestimmt ist, von allen Ueberbleib
seln europäischer Monarchie gereinigt sein wird
Herrn Reaos Vortrag empfing die yerzlichste Beistim
mung aller Anwesenden.—Ein Vorschlag, die Cadetten
schule in Westpoint abzuschaffen, wurdt1 ohne Abstim
mung auf den Tisch gelegt. Sodann wurde eine Com
mittee von Fünftlt ernannt,
UM
diese?
eme Eulleitung u, Be­
Versammlung abzufassen, und
solche uebst eiuerDenkschrift überdienothveudlgen Ver
btfferuigtN de» MiliMsttze«, btf Stftz-b»»» w*!*
legen.—Im Monat Juni nachstbin soll ein FeMnM
der Miliz von Ohio bei Columbus gehalten werden, zu
welchem namentlich alle freiwillige Compagnien einge
laden sind. Es herrschte übrigens in den Verhandln»
gen ein Geist, der, wenn ihn die Gesetzgebung gehörig
entwickelt, unser verfallenes Milizsystem wieder aufzu
richten im Stande ist.
Die "demokratische Staats-Conveution" wurde hen
te Vormittag 11 Uhr, im Theatergebäude, eröffnet.
Nach Ernennung der Couveutious Beamten und der
uothweudigeu- Committeen, um die Geschäfte vorzube
retteu. uud nach einigen sehr gelungenen Bemerkungen
der Herren Hamer, Brough, Todd und Buchanan, ver
tagte sich dieselbe bis morgen Vormitags 10 Uhr.—Die
Convention besteht ans mehreren hundert Delegaten v.
allen Theilen des Staates- Jeder Cvugreßbezirk tstre
präsentirt, und in den Verhandlungen zeigte sich erfreu
liche Eiumüthigkeit und achtuugswerthe Haltung. Oh
f«'r'r ue Zweifel wird Herr Wilson S ch a n n 0 n ein
^stimmig als Candidal für die Gonvernörsstelle ernannt
werden.
Heute Abend wird, zu Ehre» der Demokratie, dem
Bu^eye-Hans gegessen nnd getrunken
Die Gesetzgebung vertagte sich heute Vormittag bis
nächsten Montag.
Columbus, am 8ten Iannar, 1842.
Der heutige, in den amerikanischen Annale» ewig denk
würdige Tag, wurde d»rch eine Kanonensalve der hie
sigen deutschen Artillerie begrüßt, und um 10 Uhr Vor
mittags versammelte sich die demokratische Staatscon
vention aberma ls im Theatergebäude, um ihre Geschäft
te zu beendigen. Nachdem die Versa mm lnng eröffnet
war, schritt man zurErueuttuttg eiuesCandidateu für die
Gouveruörsstclle von Ohio wobri jeder Repräseutau
ten bezirk eben so viele Stimmen abzugebeu hatte, als er
Repräsentation der Gesetzgebung hat die Bezirkke
wurden der Reihe nach abgerufen, und jeder derselben
gab seine Stimme für Herrn Wilson Lchannon, der so
nach einstimmig als der demokratische Candidat ernannt
wurde. Nachdem der Ernannte durch eine Committee
hiervon in Kettntniß gesetzt war, erschien er vor der Ver
ammluug, dankte fitr die ihm abermals erzeigte Ehre,
nahm die Ernennttng an und schloß mit einer gediege
nett, patriotischen Rede über dieGrnndsätzejder demokra
tischen Partei und die trügerischen Versprechungen, die
die Whigpartei in 1840 machte, und von denen nicht ei
ne einzige zur Wahrheit wurde.
Hierauf berichtete die zu dem Zwecke ernannte Com
mittee eine Einleitung und Beschlüsse, die Grundsätze
nnd Gesinnnngen der demokratische» Partei aussprech
end. Auch dieses Aktenstück setzt die Verhältntsse der
Parteien auf eine meisterhafte Weife auseinauder.—
Nur Schade, daß dasselbe unter uufereu deutschen Mit
bürgern wahrscheinlich nicht so verbreitet wird, als es
recht ttnd nothwendig ware denn es werden nach dem
Beschlüsse der Convention blos sechs tausend Erempla
rc davon in englischer Sprache, aber keiu einziges in
deutscher Sprache gedruckt.
Ob uusere demokratischen Freunde iht en deutsche»
Mitbürgern so viel Verstaub zutrauen, daß letztere oh
nehm den Inhalt der Addresse wissen, und daß daher
eine Bekanntmachung derselben in deutscher Sprache
uuttdthig sei—oder ob nicht vielmehr diese Vernachlässi
gung dem Uebermnth, Leichtsinn oder Unverstände der
Beschlußsabrikauten zuzuschreiben ist, wollen wir nicht
entscheiden. Etwas ist indessen hierin, und wir halten
es um so mehr für ttttfere heilige Pflicht, gegenwärtig
auf dieses Unrecht aufmerksam zu machen, damit das
Band der Freundschaft, welches die deutfcheu Bürger
bisher so iuuig mit der Demokratie Amerikas vereinig
te, nicht durch Mißachtung der gerechten Ansprüche der
deutschen Bürger seine Haltbarkeit verliere.—Da wir
nur höchst ungern auf diesen Gegenstand znrnckkom
men, erlauben wir uns bei dieser Gelegenheit auch zu
gleich die demokratische Mehrheit der Gesetzgebung auf
merksam zu machen, daß sie in den nämlichen Fehler
verfiel, den sich die Staatsconvention zn Schnldea kom
men ließ. Von den Dokumenten, wovon Ertra-Erem
plare verbreitet wurden, ließen jene Herren nur bbs die
Whigsbotschaft des Whiggouverubrs in der
deutschen Sprache drucken, während sechs tausend
Eremp'are des e 0 k a i s ch e n Auditors Be
richts in englischer Sprache verbreitet wurden, ohne der
e u s ch e u zu gedenken.
Ist es recht—ist es zweckmäßig—ist es auch nur bil-
lig, daß unsere demokratischen Gesetzgeber nur allein
die Whig-Dlk!imente unter de» Deutschen verbreiten
Wir hoffen, die Bemerkungen werdeu einen UcVciftt
zer finden.
öiy
Nach dem Schlüsse dieser Bemerkungen begab
ich Mich auf Ersuchen mehrerer deutscher Delegaten mit
denselben zu Herrn Medary, dem ersten Sekretär der
tim um dcnst.b-» darauf auf,..«-sau. zu...ach-
fahreueu Vernachlässigung zufrieden sind. S?r. Medat y
gab uus die Versicherung," daß er, wo möqlich, für Be
kanutmachnng der Conventions- Addresse in deutscher
Spra he sorgen wollte.
Die Feierlichkeiten des Tages wurden durch eine Ka
nonensalve vou sechs uud zwanzig Schüssen der deutsch
cn Artillerie beschlossen.
Mit jedem Taqe tr erden dte Menschen in unserer Ne
pnblik schlechter ttttd boshafter, und der Mord und die
Räubereien sind so gewöhnlich, das ihre Zahl Staunen
und Furcht erregt. Eine große Rolle spielen die Kin
dermörderinnen, die mit der größten Herzlosigkeit die
armen Geschöpfe von der Welt f'chassen, um ihrem vieh
ischen Trieb anf's Neue fröhnen zu körnten. Nur mit
Schauder sind die New-Aorker Zeitungeu zu lesen, die
jeden Morgen den Mord mehrerer neugeboruer Kinder
anzeigen, ja der Herald behauptet sogar, daß kein
freier Platz in New-Nork sei, wo nicht während der letz
ten Woche ein ermordetes Kind gefunden wurde.. Eine
dieser schamlosen Mörderinnen wurde entdeckt und soll
einer respektablen Familie angehören, bei Tag u. Nacht
fleißig in die Kirche gegangen sein, und das Resultat
der Liebe und des Mordes durch die Bekanntschast eines
Sonntagschulmeisters erhalten haben
Wir ersehen aus Neuyorker Blättern, daß Colt, der
Mörder Adams, von der Jury des Mords schuldig be
funden wurde. Sein Anwalt harZEinwendungen gegen
das Verhör eingelegt, ob sie aber von der Court äuge
nommeN wurden, war beim Schluß mtsererer Zeitung
noch nicht bekannt.
Die Bau? von Pennsylvanien hat ihre Thure ge
schlossen und der Gonverndr den Generalanwalt beauft
tragt, die gesetzliche« Schritte gegen die Bank zu chun.
dazu
und Geist der Zeit.
Wo Freiheit wohnt, 6*
ist
mein Vaterland!
CMlttOit, Freitag deu Ilten Februar 1842.
Für ©euvernor
TWilüon Sinttnou.
o n n Silber.— Es ist be
tarnt t, daß die
Verteidiger des Banksystems eifrig bemüht sind, das
Volk zn belehren, unser Geldumlauf kduue nicht aus
schließlich ans Gold und Silber bestehen, weil auf de?
ganzen Erde nicht genug vorhauden sei, um die fnr un»
ftru Gebrauch uöthige Summe aufzutreiben. Sie schä
tzen den ganzen Betrag des auf der ganzen Erde vor
handenen Gold und Silbers zu 4000 Mill., obgleich
wir nicht begreifen können, auf welche Weife sie den qw:
trag deu Chtua tt. Afrika besitzt, ermittelu kouuteu. SU
behaupte«, daß, wenn diese Summe im Verhältniß 1»
der Bevölkerung eines jeden Erdstriches vertheilt wür
de, unser An theil alsdann nicht hinreiche, um unsere
Geschäfte damit zu betreiben. Laßt uus einmal un
tersnchen, in wie fern diese Behauptung gegründet ist.
Weit» wir annehmen, daß die Bevölkerung der gan
zen Erde sich ans tausend Millionen beläuft, so kommen
$4 auf jedes Glied derselben. Einige behaupten foaar
$5 sei der verhältnismässige Antheil eines jeden Itsd'ivi
dnnms doch dem sei wie es wolle, anfjeden Fall ist eS
mehr, als für die Neger in Afrika, die Indianer in Nord,
amerika, die Bewohner der Südfte-Inseln oder die Tar
taren in Mittelasien verlangt werden kann. Wenn wit
daher diese $4000 Mill, blos unter die Bevölkernng von
Europa, der Union und Südamerika vertheilen, so kom
men $13i auf jeden Kopf. Noch nie hat seit 18^7 die
Ctrculatiou der Ver. Staaten $200 Mill. Specie über
stiegen rechnen wir zu dieser Stimme noch das in Um
lauf gefetzte uud zimt Theil noch circitliretide Papier
geld, so kommen ebenfalls $13i auf jeden Kopf. Geben
wir nun zu, daß die Erde 94000 Mill. Svecie besitzt u
sere Population auf 800 Mill, sich beläuft, so werden
wir finden, daß 5 Doll, auf jedes Individuum kommen
und folglich Gold und Silber genug vorbaudeu ist anch
ohn? Zuschuß von Papiergeld.
Obgleich die meisten Banken in Massachusetts in gu
tem Zustande sind, so längnet doch kein vernünftiger Po
litiker, daß das Volk dieses Staates zu viel Circulation
hat dennoch kommen dort nicht mehr als $8 anf jede
Person. Jedermann gibt zn, daß der Gelvumlauf von
England zn ausgedehnt ist, und doch kommen dort nicht
mehr als $9 aus jede Person. Sind demnach 8 oder 9
Dollars auf jeden Kopf zu viel, so muß 5 ungefähr die
annehmbare ettmntc sein, die jedem einzelnen Glied ei
nes Staates gesichert sein sollte nnd ist dieses richtig,
so haben wir nicht die mindeste Ursache über Mangel an
Gold nnd Silber aufder Erde zu klageu, da $4000 M.
vorhanden sind, die, wenn gehörig vektheilt, jedem sei
nett Attlheil geben. Wäre aber das Gold uud Silber
der Erde blos unter die Vökerschaften von Europa und
Amerika vertheilt, so würdeu wir ohne Zweifel zu viel
besitzen, weit alsdann der verhältnißmässige An-'heil ei
nes jeden Individuums $131 wäre also ebeu so viel
als das Papier uud specie tit der Periode ter unmäs«
sigsten Erpausiou seit 1837 betrug.'— Frankreich besitzt
gegenwärtig $660 Millionen Gold uud Silber uud hat
eine Population von 33 Mill., folglich kommen dert
$20 auf die Person. Sollten wir nun, vermittelst des
Reichthums unserer Erwerbsquellen, nicht im Staude
sein, wenigstens 5, wenn nicht 13 Dell, anf jede Per
son zu erhalten? Nach der allgemeinen Abschätzung,
daß nämlich die Erde $4000 Mill besitzt, hat Frank-.
reich zu viel, und war tun weil es lein Bankpapier fa
brizirt, wodurch sein Gold uud Silber aus dem ^ande
getrieben wird. Sein Papiergeldumlauf belauft sich
blos auf $45 Mill, und zwar in Noten vou keinem ge
ringerem Werthe als $100.
Wollten wir nun die Cimt'a um vou Massachusetts,
nämlich $8 aufdie Person, a6 Maasistaab fur die gan
ze Union annehmen, so mußten wir $135 Mill. Gold tt.
Silber beOtzcu, und warum tonnen wir dies nicht eben
so leicht, wenn nicht leichter, als Frankreich seine $660
erhalt? Rechnen wir ab.'r $10 auf jede Person, so
mußten uns $170 Mill, wirken, da sch unftre Bevölke
rung auf 17 Mill belauft citfo beinahe eben so viel als
das in Umlauf gesetzte Papiergeld im Jahr 1838 und
1839 betrug. Allein auch diese Summe körnten wtF
leicht erhalten, wenigstens so leicht als Frankreich fem!.
$20 per Kops: uud da sie beinahe unserer größten Pa
pier-Erpansion gleich kommt, so enthält sie mehr als
wir nbthig haben. Knrz, der wirkliche Betrag des vor
handenen Gold und Silbers der Erde, so wie der-it Be
völkerung, mag mehr rder weniger sein, wir werden
dennoch tut sent Antheil erhalteu, sobald wir uns nicht
mehr mit Papiergeld begnügen und es gänzlich abschaf
fen. Frankreich prägt jährlich nahe m't $10 Millionen,
und sollte dieses vielleicht zn wen'g sein? Wieviel wäM
da eigentlich genug Ist Ueberfluß an Geld vorhatB
den, so sind die Preise hoch fehlt dieses aber, so sin»
Niedere Preise die natürliche Folge daher möchten wir
eben so leicht alles Paviergeld von der Erde verbanne«
und uns mit $1000 Mill. Specie auf der ganzen Erde
begnügen, weil wir mit derselben Bequemlichkeit unsere
Geschäfte betreiben könnten, als bei einer noch größer«
Summe. Das '/"eld geht gewöhnlich dahin, wo es aM
Meisten verlangt und gesucht wird und es wird nur
da am meisten gesucht, wo dieHandelsbakanz zuGuustett
des Laudes spricht. Allein, trotz dem eine 5andelsk
balanz günstig zn ihrem Lande steht, so muß "dennoch
Gold und Silber schwinden, wenn cut Substitut am
dessen Stelle tritt, wie es in England der Fall ist. ES
ist eine Eigenschaft des Papiergeldes, daß es jedesmal
dte Balanz dem Lande, dem es feine Entstehung ver
dankt, zum Nachtheile fchaft, iitdem es die Circulation
erniedrigt und die Preise erhöht, und anf diese Weise
dte Importation begünstigt, die ver
hindert.
sein Taschenbuch hervor
dessen
rehouse sein soll, vor demselben eine $100 Note von dar
Lafayette Bank von Cincinnati präsentirte und aanq
bare Ohio-Noten verlangte, die er zum Stockankauf
Wooster und der Umgegend benutze« wolle. Als man
sich
verstand seinem Gesuch
Name Mo­
zu
willfahren, zog er
uud
'valetch von dem
Clerk
zeigte seine Note, die aber
der Bank, Herrn K e m, als
erkannt wurde* -Ohne jedoch etw«5 merke« zu

e A itia'tiffi, e u n i e i s Z e i
N o e n v e s e A 4 e n M. wur
den durch den Clerk der Wooster -Bank 2 Notenverfäl^
scher festgenommen, wovon der eine,

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