OCR Interpretation


Der Vaterlandsfreund und Geist der Zeit. [volume] (Canton, Stark County, Ohio) 1837-1845, February 25, 1842, Image 1

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn85025661/1842-02-25/ed-1/seq-1/

What is OCR?


Thumbnail for

Ä-»N
:'.%siU:
i vi
-HM--?
*r£ '.-
i
«lL
tlfort
ISfer Jahrgang.
WtöihßunstiT
«Meint regelmäßig jeden Freitag.
H. Der Subscriprions-Preis ist E tn al e u. S0 e nt S,
lr Vorausbezahlung, oder Tl, a ler, fall» die Zeitung nicht in»
«er halb der I stcn Hälfte des Zahr« bezahlt wird.
?. Die kann nur dann aufgegeben werden, wenn alle
9tikt|ianbe bezahlt sind.
4.) Wenn vor dem Verlauf des ZahreS die Zeitung nicht
«ufgckündlgt wird, so betrachtet man solche« als einen Wunsch
dieselbe für ein andere» Zahr zu behalten.
*.) Äcin Uittcrschrdbu wird für einen türzern Zeitraum als
Monate^ angenommen.
6. Die Äcrsmdultg geschieht auf Kosten.der ttrftetfdNttet,
lin» Briefe an die Herausgeber mugen postfrey eingesandt werden.
r. Anzeigen werden für die üblichen Preise einf/rückt mtiß'cn
t?r sogleich bau i«jaHU werden, wo man nicht auf foujiijc
Akt in Ile«nung steht.
'Jeder Postmeister hat das Recht, einen Bnef
in welchem sich Zeitungsgeld befindet, o st fr e i an den
Drucker zu übersenden.
Wmn uns unsere entfernten Leser also Geld senden
«ollen, so brauchen sie nur zu ihrem Postmeister zu ge
den, und in seiner Gegenwart das Gold in einen Brief
an uns zu legen. Er schreibt sodann die Aodreße darauf
und fraukirt den Brief, wodurch den Subscribenten rote
dem Drucker das Postgeld ersvart wird.
'"Ein herrlicher Tag," iprach er, und schaute gedan
Wvoll nach dem heitern Himmel halblaut brnmmte
et aber vor sich hin "die verwünschte Banniblürhe."
Dem aufhorchenden Schwesterpaare waren diese letz
ten Worte nicht entgangen und ihre Neugier ging nun
in Trauer über, denn sie konnten sich ja jetzt leicht des
Doktors Trauer erklären, noch größer aber ward letzte
re, als sich der Arzt wieder zu ihnen setzte.
«'Sie werden mich zerstreut finden," begann er,—
"aber ich bitte um Nachsicht, denn mir pflegt es in der
Regel so zu ergehen, wenn räthselhafte Naturerschei
nungen, u.it deren Ergründnng der menschliche Geist sich
vergeblich abmüht, mir aufstoßen. Als leidenschaftlich
er Botaniker befinde ich mich gegenwärtig in einem sol
chen Falle." Hier hielt er inne und schien das Schwe
Mp-lar einen Augenblick zu firiren. Nach einer Pause
fichr er fort: ^Meine Damen, Sie sind zu gebildet it.
oitfteffM, als daß Sie nicht über der mährchenhaften
Sage »im dem blühenden Baume sollten erhaben ste
hen, wi ei ist Daher weiter für cm Heheimnig daraus z i
Mtzen. Allerdings, steht Fräulein AvelinensGebnrts-'
bßum in lieblicher BlWt. Ich habe ihn gestern selbst
«sehet!.''
Vergebens winkte hierPaulme dem Doktor em still
Mweigen aber dieser war so in Gedanken vertieft,
daß er es gar nicht zu bemerken schien. Adeline, die jetzt
bk Gewißheit wegen des blühenden Baumes, die man
ihr bisher immer nicht zugestehen wollte, ans des Arz
tes eigenem Munde vernahm, ward noch blasser, und
mußte sich an dasSopHakissen halten,um nicht umzusiN'
ken.
*^Der unbarmherzige Doktor, der auf den Zustand set«
lilt Patientin nicht im Geringsten Rücksicht nahm, zog
jeHt ei:''Papierdüte ans der Tasche und nahm einen
blühend» Kirschzweig heraus.
"£a habe ich Ihnen auch ein Pröbchen mitgebracht,"
sprach er, und überreichte das Zweiglein nicht ohne Ga
länterie.
ÄX„,
Zitterno empfing Adeline die weißen Bluthenflocken.
Sie schien gefaßter, Lange, lange ruhte ihr Blick auf
den seltenen Blüthen.—"Mich also ruft ihr," schien sie
fragen. Dann reichte sie den Zweig der Schwester.
"Steh' Pauline," sprach sie in unendlich sauftem n.
"rührendem Tone, meine.—" Aber das Wort o d
e n u e erstarb wegen des Doktors Gegenwart
cnif ihren Lippen.
Mit großer Scheu näherte sich Panlme, um die gei«
sterhafte Blume zu betrachten aber kaum hatte sie den
Stengel in der Hand, als ein so gewaltiger Schauer u
ber sie kam, daß sie ihn zitternd zur Erde fallen ließ.—
Wahrend dem war der Doktor noch immer nut setner
Papierdüte beschäftigt. Er langte jetzt einen noch schö
neren Blüthenzweig auS ihr hervor.
Ii- "Muß recht sehr um Verleihung bitten, meine gee hr
ten Damen," begann er, "ich Habe mich gewaltig getr»
ret dies ist der wahre n. ächte- Zweig von Fräulein
Adelinens Baume." Damit Hob er den Zweig empor
ünd reichte ihn Adeline» "sehen Sie, der ist bei wei
i tem schöner."
"Und wo ist denn dieser her rief hastig Pauline,
die den herabgefallenen schnell aufhob, vor dem sie sich
ieKt gar nicht mehr zu fürchten schien.
"Ja, mein liebstes Paulinchen," entgegnete rnhig der
Ant, "und wenn Sie mich auf die Folterbank spann
ten ich könnte Ihnen den Baum nicht nennen, wo ich
ibn «baebrochen. Da Habe ich auch einen dritten," fuhr
ein drittes Eremplar hervorziehend und sie be
trachtend "nach seiner Bluthe muß das wieder eine
v
jetzt' Pauline mit seltsamer Heftigkeit,
W hänge Tod und Leben an der Frage -^fo blichen
auch noch andere Bäume in unserem Park?
'^Das ist ja eben das Unglück unddas Rathsel, sag
«Otrauria der Doktor- "Ja, wenn Adelmchens Baum
Sein blicht-, das ließe sich ftinekMe
(tauf sein, und da h-it man Beispiels das! er stme leyke
8raft dxrmif verivendet, Blüthen zn lmb-n
K I* ..(lern allein an eilt Dutzend Baum- gejiMt,
«nd da soll mir doch ein
'At&ä
W: r.
ri V- Was that Dir, Thor Dein Vaterland?—Daß Dir bey seines Namens Schall—Das Herz nicht höher schlägt?"
Naturforscher das Wie und Warum erklären. Ach V'
seufzte er, "wie ist doch nnser Wissen nur Ltiickwerk."
"Adele, Asele, meine Adele," rief außer sich Pauli
ne, und Frendethränen strömten aus den schönen Au
gen. «'Du bist gerettet, meine Aoele, Du bist unser."
sie sank sprachlos der Schwester in die Arme.
"Ich bleibe bei Dir, Pauline," rief Adeline, u. wei»
nete von ganzem 5)erz?n am Busen der Schwcster.
Lanie lagen die Mädchen in stummer Umarmung.—
Der Doktor wischte sich ungesehen eine THräne ans den
Augen, und fuhr nach einer Weile im Tone der Ver
wundernng uiib des stillen Vorwurfes soit:
"Aber meine Damen, ich begreife es nicht,^vie S'.e
über den wahrhaft miserablen Zustand, in welchem sich
vie Naturkunde hinsichtlich dieser Herbstblüthe derma»
len noch befindet, in so anßerordentlicheFrende gerathen
können unsere Botaniker sollten viel weiter hierin
sein viel weiter."
Pauline war die Erste, die sich in ihrer Frende soweit
erholte, um dem Doktor Ned' nnd Antwort zu stehen.
"Ach, lieber guter Herr Doktor," rief sie übersettg,
ich kdnnte Sie knsseu für die Nachvicht."
"Ei, das.thun Sie, mein schönes PanlinchkA/'
"Nun stirbt unser Adelcken nicht und lebt nbch man
chen Nenmond." '.
"Was sterben, was Neumond, davon ist jVMvmchfc
die Neoe, sondern vom Küssen," sprach der Doktor.'
"Es war gar stark die Rede davon'" platzte Paulitie
heraus.
"Vom Küssen Sehn Sie doch."
"Lom Ererben, Sie gottloser Mann, der Sie Einen
doch gar nicht ganz richtig verstehen wollen," riefnun
Pauline. "Aber da die andern Saunte auch blühen,"
fuhr sie fort u. klatschte mit inniger Freude in die med
lichen Handchen, "so schadet es nichts, denn das war
schon ein paar Mal da, daß die Bäume i.n 5?erbste ge
blüht die Chronik erzählt davon. Nur darf um de6
Himmelswillen kein Gebnrtsbäumchen für sich allein
blühen."
Der Doktor wollte eben über dieses neue, außeror
deutliche Phdnomen in gerechte Verwunderung gerath
en, als er mit Erstaunen n. Freude gewahrte, wie die
holde Adeline sich ihm näherte.
"Herr Doktor," sprach sie sanft, doch mit ernstem u.
forschendem Blicke, "öic täuschen nns doch nicht
"Mein schönes Fräulein," erwiederte der Doktor,—
"ich sehe, Sie können so allerliebst prominiren, da wird
eine,kleine Warenpartie nichts schaden, die Luft ist so
frühlingswarnl. Wie war's, wenn Sie sich den kleinen
blühenden Frühling selbst in Augenschein nahmen
"£, das marl. gan^Himmlisch,' rief entzückt Pauli
ne. O, Adelchen)" steh to sie mit dem süßesten Tone,
"bitte, bitte der Herr Doktor wird Dir uichU.rsk.Heu,
ivas schädlich ist auch packen wir Dich warm ein o,
'-eh uur, deu eutzückenden blauen Himmel."
"Herr Doktor, Sic haben's zu verantworten," sprach
Adeline nach einer Pause lächelnd, indem sie wohl mehr
ans Neugier, über den blühenden Baum in Gewißheit
zu kommen, als durch die Bitten der Schwester bewo
)Cit, zu der Landpartie ihre Zustimmung gab.
"Victoria rief der Doktor, und Pauline floh hin
aus, um den trauernden Eltern die Himmelsbotschaft zu
verkünden.
11.
"Bleiben nur ganz ruhig stehe»," sprach Nach
mittags der Doktor zu William it. stellte ihn hinter die
Taru'swand.—Durch die kleine Oeffnnng hier können
Sie sich von der Wirkung der giftigen Bluthen am be
st-.*it überzeugen ohne selbst gesehen zu werden."
"Also, lieber Doktor, meinen Sie, die junge Dame
wird wirklich d'ranfgehen frug der Engländer in
etwas kleinlautem Tone, und hielt sich sehr ängstlich das
Taschentuch vor Mniid und Nase, um von dem Gift
banche der Herbstblüthe so viel als möglich verschont zu
bleiben.
"Unbezweifelt" sprach der Ant, "Nervenschwach?
werden am ersten von dem verderblichen Dufte ergrif.
feit."
/-So bin ich sicher auch nicht ganz taktfest, was die
Nerven anlang," erwiederte William, "mir ist gar nicht
recht wohl, Herr Doktor."
"Einbildung/' sprach dieser.
"Wenn ich Ihnen aber mschwore," fuhr William
fort, "daß mir schon ganz miserabel geworden von den
verdammten Blüthen. Wir Hatten zuvor ein Wenig
von Ihrem Antidotum zu uns nehmen sollen Sie ha
ben aanze Flaschen im Keller."
"Ich
aebe Ihnen aber nmtt Ehrenwort," beruhigte
her Arzt, "daß Ihnen die Blüthen nichts schaden.
Verhalten Sie sich nur ruhig, die Familie von Barons
muß sogleich erscheinen." .. ...
"Das arme K nd," senszte Wikam tur sich. "Herr
Doktor rief er nach einer Pause leise.
Dieser, der so eben seine Uhr repetiren ließ, schien gar
nicht zn hören.
"Lieber Herr Doktor rief Zeuex vernehmbarer,
aber mit sanfter, bittender Stimme.
"Nun?"
"Es ist eigentlich," begatin William stockend, "doch
Schade um das junge Blut."
"Wie" rief aufgebracht der Doktor, "müssen meine
Ohren das von Ihnen vernehmen, von Ihnen, der die
Verderbtheit des menschlichen Geschlechtes in seiner völ
ligen Größe erkannt, n den aroßartigen und göttlichen
Nacheplan zur Vertilgnng desselben ersonnen hat. W's
verschlägt's, ob ein nervenschwaches Mädchen ein paar
Monate eher oder spater das Zeitliche gesegnet, da bin
neu Jahr und Tag Europa eine Eindd^H U
"Ja so," seufzte der arme William.
Sä«m n o
Seist Wer Belf
a U 0 a e E a u y, Ohio, gedruckt und herausgegeben von e e K K u k K n n n v S 0
Freitag, den Löten Februar 1841! '(Kummer 33.
^Dergleichen» kränkliche Gefühle Ihres Herjens/'
docirte der Doktor weiter, müssen Sie sich schlechter
oiugs abgewöhnen. Es giebt sich auch mit der Zeit,
wenn man eine ansehnliche Partie ins ewige Leben spe
dirt hat, sehen Sie mich an und nehmen Sie ein Bei
spiel."
Das Rollen eines Wagens ward jetzt vernehmbar.
"Sie kommen," rief jetzt der Doktor eilig. "Also
fein ruhig verhalten, Sir William- Wie gesagt, nur
ein Beispiel an mir genommen." Er sprang dem Ein
gange des Parkes zu.
"Verwünschte Banmblüthe." seufzte der Britte intd
fltdie rMt hochklopfendem Herzen durch das Loch in der
Baumwand, in banger ErwartttMg der Dittge, die da
kommen sollten. "J
12.
Wie die wunderseligste Erscheinung einer schöneren
Welt schwebte Adeline, aus der einen Seite vom Dok«
tor, auf der anderen vonPaulinen unterstützt, den Gang
daher Zauberhaft dunkelte die schwarze Lockenmacht
um das blendend schöne Himmelsantlitz, nnd wie ein
fernes Morgenroth nmklang es das holdeWangenpaar.
Ein holdes Lächeln nmfloß den zum Küssen reizenden
Mund aber die Brust wogte ut banger, ängstlicher
Erwartung. Denn noch immer war ihr Alles nur wie
ein schöner Traum, der sie in das fuge, wonnige Leben
zurückgerufen, und ans dem sie jeden Augenblick zu er
tväch?» fürchtete, um in das kalte Grab zu sinken. Noch
immer wollte ihr der Argwohn nicht fliehen, als wären
des Doktors Worte üur Tauschung—da bogen sie um
die Tarnswand, da standen sie nun vor dem blühenden
Baume aber da blühte nicht Adelinens Geburlstags
bannt allein, da leuchteten noch viele andere in weißer,
lieblicher Pracht, und das schönste Himmelsblau lachte
über dem kleinen Frühling. Da war ja die Macht des
trüben, dunklen Schicksals gebrochen, da war es ja klar
und offenbar, daß es keine Täuschung sei, daß sie dem
Leben wiedergegeben, sie, die dem Tode Verfallene
das war zu viel für ein schwaches Madchenherz, sie woll
te beten, die Händchen falten, aber der Srurm der Ge
fühle war zu groß, und Adeline sank bewußtlos dem
Doktor in die Arme.
In demselben Augenblicke ward ein entsetzliches Ge
prasset in der Tarushecke vernehmbar.
Ein junger, schöner Mann, Entsetzen u. Verzweiflung
im Gesicht, stürzte hervor. "Ich bin der Mörder
schrie er außer sich, und stürzte ebenfalls bewußtlos zu
Adelinens Füßen nieder.
''Jetzt fort!" rief der Doktor dem Baron zu, derer
schrocken über den doppelten Unfall, nicht gleich wußte,
was er beginnen sollte.—Mechanisch gehorchte er beut
Commando des Doktors, u. die Beiden trugen nun. die
Ohnmach'^ge nach dem Wagen. Zum Tod erschrocken
eilte die Baronin und Pauline ihnen nach.
"Augenblicklich zur Stadt zurück und das Fräulein
zu Bett!—gebot der Arzt in einer halben Stunde
komme ich nach. ''Jetzt zu meinem andern Patienten."
Mit diesen Worten sprang er in den Park zurück, u. die
bestürzte Familie fuhr eiligst zur Stadt.
"Nun, mein verehrter Sir,w:e finden Sie denn mei
ne Vergiftnngsmethode?" frng der Doktor, indem er
den Bewußtlosen durch geisterweckenden Spiritus in's
Leben zurückrief
William schlug die Augen auf.
"Also tobt der Engel, keine Rettung, Feine?" frug
er im dumpfen Tone.
"Gott sei Dank, nein," erwiederte der Doktor,—
"das Gift wirkte vortrefflich, hätte es selber nicht mal
geglaubt, aber nicht gemuckt hat sie, nicht gemuckt."
"eo will ich auch sterben," sprach William resigni
rend, und von Neuem schlossen sich seine Augen.
"Immerzn munterte der Doktor auf, steckte ruhig
sein Spiritusfläschchen in dieSeitentasche, trug jetzt mit
Hülfe des hinzugekommenen jammernden Dieners den
Bewußtlosen zum Wagen und fuhr ebenfalls nach der
~tadtinit ihm.
Aber kaum war der Park leer, so sah man einen al
ten Ma it it, der aus dem Wohnhaüfe kam, so schnell es
feilt Alter und Gebrechlichkeit erlaubte, in den Park ei
len. Er war mit einem Stock bewaffnet u. seine Mie
nen und Geberden drückten die tiefste WeHmutH, wie
den höchsten Zorn ans. Er weinte unaufhörlich nnd
fluchte dabei über alle Maßen. Es war Niemand an
ders, als der alte Florian, der Invalied, der vor Kur
zemAdeliuen hatte als tobt davon fahren sehen, die ver
kehrte Banmblnthe sogleich für die Ursache erkannte, it.
sich jetzt, da die Passage einmal offen war, die Heillose
Flora, die solches Unglück über seine Herrschaft gebracht
hatte, selbst in Augenschein nehmen u. seine Wnth dar
an auslassen wollte. Er schlug also seinen Weg unmit
telbar dahin ein. Kaum war er angelangt, so erreichte
sein Schmerz und sein Zorn den höchsten Grad.
"Der Tenfel heißt euch blühen, ihr nichtsnutzigen it.
naseweisen Gänse-Gesichter," fluchte er "der Teufel
dank' euch, ihr Maulaffen damit sauste pfeifend sein
Knotenstock in die blühenden Kronen. "Wie? tut Früh
ling," fuhr er schimpfend fort, ''was hat's für NotH,
eh' sich die Bestien herauswagen, und jetzt, wo es den
Mispelgevattern kein Mensch heißt war't ich will euch,
und wiederum wirtschaftete der Knotenstock in den
Blüthen. Aber neues Wuuder noch: bei jedem Wurf
sprangen eine Menge blühende Zweiglein wie Glas von
ihrem .olze und fielen herab, fo daß Florian, da er in
seinem Rächeramte nnermüdlich fortfuhr, bald den gan
zen Frühling herunter geprügelt hatte, und die Bänine
kahl und dürre, wie die übrigen im Garten, dastanden.
"Da sieht man's'' sorach er, nicht ohne Zufriedenheit
sein Schlachtfeld überschauend, "was es für nichtsnntze
Waare ist. Kein braver Kirschbaum lagt so seine Blü
then fallen, als wären sie nur angeleimt. Wen« nun
WW WM«M»W'.W
fr eint
ein Sturm käme statt meines Backels, he !—Aber da?
kommt von dem verwünschten Bluthenvorwitz. Nu»,
daß es nicht wieder vorkommt. Ich will's gerathen hä
bcit. Ihr habt meinen Zorn empfunden."
"Es ist ein großes Unglück," sprach er auf dem Rück
wege bei sich selbst, "es war ein stattliches Franenzim
mer, hatte solche douce Mienen nnd roar' einmal ein
recht Fressen geroesen für den Bräutigam,—aber tau
send Thaler sind mir nicht so lieb, daß den Pan! dieses
Unglück nicht betroffen." Mit diesen Worten verschloß
er noch zur rechten Zeit die ParktHÄr, zn welcher sich so
eben das Kückenperftnale, Lipstn an der Spitze, herein
drangen wollte. Unter Paul aber verstand Florian
Niemqpd anders, als die liebliche Pauline, seisev WHs^
ting/ (Beschluß folgt.) "W1'
«im iHg^KMSSs*«
Der letztjährige Bericht der Bankcommissäre giebt ei-:
nigen Aufschluß, warum sich die Banken so sehr gegen
die persönliche Verantwortlichkeit derStockHalter für die
Schulden wehren. Aus jenem Bericht erhellet, daß die
Banken damals ungefähr Bier und ein Viertel Million'
Dollars [$4,233,741] in Papiergeld im Umlauf Hat
ten. Während des verflossenen Jahres brachen »leben
von diesen Banken,, mit einer Papiergeld-Cirkulation v.
beinahe acht mal Hundert tausend Dollars, [$793,2055
nämlich ..'VV
Die Miami Erporting-Compagm'e mit
Zweigbank $144,J7S OG.
Bank von West-Union J25,939 00
Bank von Gallipolis 109,950 VA
Bank von ötubenrntfe 55,805 CKr
German Bank von Wooster 148,638 00
Farmers Bank von Canton 118,$39 00,
Manhattan Bant 89,898 00*
Nun hat doSTol?,nach dieserAngabe, die vbn gedachtes
Banken selbst herrührt, in einem Jahre, beinahe achi
mal hundert tausend Dollars verloren. Man glaub/
indessen sicher, der Verlust übersteige eine Million, weil
diese Banken fast niemals den Gesammtbetrag three
Papiergeldes richtig angeben.—Das Volk, nämlich di«j
Arbeiter, Farmer und Geschäftsleute im Allgemeinen!
welche diese Banknoten zur Zeit des AufbrechenS jens?
Anstalten in Händen hatten, gaben dafür an Arbeit o#
der Waaren, den Betrag von einer Million Dollars,-^
und verloren das Ganze
Die Stockhalter dagegen, emvjütaen nicht ntsr bent
Werth für diese Noten sondern sie erhielten auch dt«
Zinsen dafür im Voraus, von Denjenigen, welche die?
Noten von ihnen borgten. Sie empfingen den ganzen'
Werthund verlieren nichts Selbst wenn sie*
diese Noten bezahlen müßten, würden sie noch nichts ver
lieren denn sie erhielten den vollenBetrag derselben in
den Handschriften ihrer Schuldner, welche noch über-
dies hinlängliche Bürgschaft für die Rückzahlung stellen'
mußten.
Auf diese Weise gelang es bisher einer Bande von
Vagabunden nnd Schwindlern, das amerikanische Volk
ans die abscheulichste und niederträchtigste Weise förm#
lich zu brandschatzen. Ist es daher ein Wunder, roetm
dieselben Alles aufbieten, um sich durch solche Dorste!
lung der Ursachen unseres Uebelstandes in ihren schänd
lichen Erwerbzweig zu erhalten
4
Heute Vormittag kam die Baarzahlnngs-Bill im Re
Präsentantenl)attfe
an die Tagesordnung, und es wurde
den Tag über debattirt, ohne zur endlichen Abstimmung
zn kommen. Der Tag, an welchem die Banken entwe
der anfangen und ununterbrochen fortfahren müssen,
ihre Noten in baarem Gelde einzulösen, ist bekanntlich
auf den 4ten März nächstbin festgesetzt. Da nun die
Whigmitglieder desHauses einsehen, daß sie die Gewalt
nicht haben, die in der Bill enthaltenen, und vom Volke
so
ernstlich verlangten strengen Maßregeln gegen Bank
betrügereien zn bindern—-ergaben sie sich anscheinlich in
a e a n e e n V o s i e n e i n u e v i e e
z wollte ihnen nicht behagen. Herr Olds, der
Präsident der Bank von Circleville und Repräsentant
von Pikaway Cannty hielt eine lange Rede, worin er j«
beweisen suchte, daß alles baares Geld ans dem Staat»
gezogen würde, wenn man die Banken an genanntem
Tage zur Wiederaufnahme der Baarzahlnug zwingen
wollte, weil bis dahin die Banken der Nachbarstaaten
noch nicht baarzahlen. Er erklärte sich indessen bereit,
für die Bill zu stimmen, wenn der Zahlnngstag bis er
sten Anglist verschoben werde.
Die Demokratischen Mitglieder konnten diese Ansich
ten nicht lheilen Sie sahen in dieser längern Frist kei
nen Vortheil fur das Volk oder die zahlfähigen Banken^
fondern sie erblickten darin nur eine fernere Gelegenheit
zum Betrug, welche von den schlechten Banken benutzt
werden würde, um das im Besitz habende Silbergeld
vollends ans dem Bereiche ihrer Glaubt ier zu schaffen
und das Land mit ihren werthlosen Lumpen zu über-«
schwemmen. Der Zahltag wird für solche Banken je«
denfalls der Taa ihres Ansprechens sein, und je ehep tr
kommt, desto besser.
Die Debatte über diesen wichtigen Gegenstand wird
Morgen fortgesetzt. 1
Herr McNulty gab Nachricht, daß er an einem kimf»
tigen Tage der gegenwärtigen Sitzung eine Bill zu dent
Widerrufe der Freibriefe folgender Banken vorbringen
werde, nämlich
der Farmers Bank von Canton, .
der Bank von Steubenville,
der Bank von Cincinnati,
S
i
""1:
Ii
1
,r:
i i
n

V a e a n n u n e i s e 3
e W u n e v o o
(Eine Erzählung von Ferdinand Stolle.)
(Fortsetzung.)
Columbus, am 1. Januar, 1842.
Gesammtbetrag O 793,235
Columbu 5, am 3 Februar, 1842.

xml | txt