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Der Vaterlandsfreund und Geist der Zeit. [volume] (Canton, Stark County, Ohio) 1837-1845, April 08, 1842, Image 1

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ZZevlngungen.
1. Der A a e n s fr eun und Geist der Zeit"
«erscheint regelmäßig jeden Freitag.
2. Der Subscripliong»PreiS ist E i n al e u. SV e n S,
.1» Vorausbezahlung, oder Tha (er, falls die Zeitung nicht in
'iter halb der freit Hälfte des ZahrS bezahlt wird.
3. Die Zeitung kann nur dann auf^cgeben werden, wenn all
Rückstände bezahlt sind.
4») Wenn vor dem Verlauf des Jahres die Zeitung nicht
aufgekündigt wird, so betrachtet man solches als einen Wunsch
dieselbe für ein anderes Zahr zu behalten.
6.) Kein Unterschreibe? wird für einen kürzer» Zeitraum als
6 Monaten angenommen.
6. Die Versendung geschieht auf Kosten der Unterschreibet,
und Briefe an die Herausgeber müßen postfrey eingesandt werden.
7. Anzeigen werden für die üblichen Preise eingerückt müssen
her sogleich baar vrzahlt werden, wo man nicht auf sonstige
Art in Rechnung steht.
UM^Ieder Postmeister hat das Recht, einen Brief
in welchem sich Zeitungsgeld befindet, o st fr e i an den
Drucker zu übersenden.
Wenn uns unsere entfernten Leser also Geld senden
wollen, so brauchen sie nur zu ihrem Postmeister zu
ben, und in seiner Gegenwart das Geld in einen Brief
an uns zu legen. Er schreibt sodann die Addreße darauf
und frankirt den Brief, wodurch den Subscribenten wie
dem Drucker das Postgeld erspart wird.
a i e N e s e
(Aus dem Englischen der Grafin von Blessington, Gustav
0tto.)
(Schluß.)
Die Flüchtlinge hatten ihre Reise erst einen Tag und
eine Nacht fortgesetzt, als der Bruch eines Blutgefäßes
der Brust in Lord Mordannt eine so furchtbare Verän
derung hervorbrachte, daß er seiner Gefahr völlig be
wüßt war u. bei dem Gedanken zitterte, zu sterben, ehe
er seinen Namen seiner angebeteten Marie vermachen
könne. Seine ganze Seele war jetzt darauf gerichtet,
seiner Pflicht zu genügen aber leider machte gerade die
Angst, die ihn folterte, ihm ihre Erfüllung um so schwie
riger. Allen Bitten Mariens, anzuhalten und anszurn
hen, widerstehend, ließ er noch immer rascher weiter fah
ren, und war nur noch wenige Stationen von dem er
sehnten Ziele entfernt, wie wir unsere Erzählung began
nen.
Als sie in ankamen, waren keine Postpferde zu
erhalten Seelenangst und getäuschte Hoffnung schärf
ten die tödlichen Schmerzen, die in des sterbenden Man
nes Brust wühlten. Er ward aus dem Wagen geho
ben und auf ein Bette gelegt, während das unglückliche
Mädchen sich in namenlosem Web über ihn beugte.
"Gedenke daran, Sainville,'^ sagte Mordaunt in ge
brocbenen Tdnen, "daß diese Lady meine Gemahlin ge
worden sein würde, wenn mir das Leben gefristet wor
den ware, um Gretna zu erreichen. Sage meinen El
tern, daß ich es war, der sie zu dieser Flucht trieb, sie
dazu zwang, und daß sie sie als ihre Tochter betrachten
sollen."
Hier überwältigte die Erschütterung seine schwachen
Kräfte er sank ohnmächtig auf' s Kissen nieder, von
dem er nicht wieder aufstand nach einigen Stunden
endigte der Tod seine Leiden. Die unglückliche Marie
stand bei ihm, auf ihn niedergebeugt, so lange noch ein
Funke des Lebens sich regte als aber die Hand, welche
die ihrigen umfaßt gehalten, niedersank, fiel sie bewußt
los auf den Bodeu, fast eben so kalt und starr, als der
Leichnam an ihrer Seite. Viele Tage machte ein hitzi
ges Fieber sie empfindnngslos für ihr Elend und ihre
Lage. In ihrem Delirium rief sie laut ihre Mutter, ih
reit Geliebten, sie von eingebildeten Feinden zu retten,
die sie von ihnen reißen wollten, und die Wirtbin des
Gasthofes und das Dienstmädchen, welche sie pflegten,
zerschmolzen in Thränen bei den Seelen-durchdringen
den Tönen ihrer unzusammenhängenden Klagen.
Die Nachricht von Lord Mordauut's Tode war nach
Mordannt-Castle, dem Sitze seines Vaters, abgefertigt
worden, u. in gehöriger Heit langte der vertraute Agent
feiner Lordschaft, nebst etnem Londoner Commissär, an,
um die Anordnungen für das Leichenbegäugniß zu tref
fen.
Die Kraft der Jugend und einer guten Consttiution
hatten Marie ihre Krankheit überwinden lassen, u. ob
wohl sie körperlich in der äußersten Erschöpfung war, so
kehrte doch das Licht der Vernunft zn ihr zurück. Aber
mit zurnckkehrendemBewußtsein weckte auch die Erinne
rung auf an die furchtbare Todesscene, deren Zeugin sie
gewesen, und mit krampfhaftem Widerwillen bebte sie
vor einem Leben zurück, das ihr keinen Reiz mehr bot.
Durch ihre Bitten bezwungen, gestand ihr die theilneh
wende Wirthin, daß die sterblichen Ueberreste dessen,
den sie so sehr geliebt, am folgenden Tage entfernt wer
den sollten, um dem Schoosse der Erde anvertraut zu
werden, u. sie bestand darauf, sie noch einmal zu sehen.
Es war Abends, als, bleich und abgezehrt, nur noch
ein Schatten ihres frühem Selbst, Marie Lester, von
den mitleidigen Frauen unterstützt, die sie verpflegt hat
ten in ihrer Krankheit, in das Todtenzimmer trat. IH
re Augen fielen auf die marmorweiße Stirn u. feinge
meißelten Züge Lord Mordannt' 6, der selbst noch im
Tode das Bild der Schönheit war, und ein unwillkühr
liches Erbeben verrieth ihre Empfindungen. Sie bat
allein gelassen zu werden, und in den Blicken u. der Be
wegung, mit denen sie ihre Bitte unterstützte, lagen ein
Ernst und eine Ruhe, welche die Versitzung unmöglich
machten. Sie blickte auf das so geliebte Antlitz, von
dem jeder Zug unauslöschlich in ihrem Herfen gegraben
war, aus das Antlitz, das noch nie ihrem Blick begegnet
war, ohne ihn mit einem Blicke voll unaussprechlicher
Zärtlichkeit jzzerwiedertt. Während sie noch in jlutiu
im ü%"i'
mer Verzweiflung hinschaute und Thränen, die gepreß
ten Herzen Linderung zu geben pflegen,, ihren brennen
den Augen versagt waren, fielen die letzten Strahlen
der prächtig untergehenden Sonne auf das ruhige Ant
litz ihres Geliebten und färbten seine schneeweiße Blässe
mit mattem Roth.
"So blicktest Du auf mich, mein Heinrich, als ich zum
Letztenn'ale der untergehenden Sonne Strahlen auf
Deine Stinte falleu sah rief das arme Mädchen aus.
"Ach, nein denn damals suchten diese lieben, nun vom
Todesschleier verhüllten Augeit die meinigen mit Blik
ken tiefer, tiefer Liebe und stilleten die Vorwürfe des
Mahners in meiner Brust. Aber jetzt, o Gott der Gna
de, wer soll ihn jetzt zum Schweigen bringen und mich
trösten Sieh noch einmal auf mich, mein Heinrich,
mein lieber Heinrich, laß mich noch einmal den lieben
Ton Deiner Stimme hören Und sie schwieg, als ob
sie den Erfolg ihrer leidenschaftlichen Aufrufung abwar
ten wolle. Dann, sich wegwendend, rief sie aus "Ich
Thörin, ich sinnlose THörtit er hört mich nicht er
ist für immer entflohen, und ich, ich stehe allein für im
mer, in einer Welt, die mir nichts mehr bieten kann
O Mutter, thenre Mutter Habe ich Dich darum ver
lassen ?—Ich wollte zu Dir zurückkehren als stolze und
glückliche Braut und dachte, daß er mich bei Dir ver
rheidl'gen, mir Deine Verzeihung für meinen ersten Feh
ler erwirken würde aber nun liegt der, der mich Mt
theidigen sollte, da, kalt und sprachlos und ich-ich le
be, ihn so liegen zu sehen Heinrich Deine Lippe hat
noch nie die ineinige berührt reine u. achtungsvolle
Liebe zügelte jeden feurigen Trieb, und in Deiner hin
gebenden Aufmerksamkeit fand ich mein bestes Schild.
Aber jetzt, jetzt, wo die Deinigen den Druck nicht mehr
erwiedern können, o, laß mich Dir das erste Siegel der
Liebe aufdrücke» und sie drückte ihre bleichen und zit
terudcn Lippen auf Mordannt' s kalten und starren
Mund, und sank bewußtlos nieder.
Es währte lange, bis die menschenfreundlichen 33e
mühungen der Frauen, die, als sie den Fall hörten, ans
dem anstoßende Zimmer hereinstürzten, in Martens er
schöpftem Körper das Leben zurückrufen konnten, u. als
es ihnen endlich gelang, war das erste, was ihre Ohren
vornahmen, folgende Unterredung zwischen Hrn. Sable,
dem Londoner Commissair, und Sainville
Je vous disZ ich sage Ihnen, Monsieur Sable, daß diese
Demoiselle, diese junge Lady, diese Lady, c'est-fi-dire
I'epousc meines Lords werden sollte. Er kann es Jkj
nen nicht selbst sagen, parcequ'il est mort, weil er todt
ist aber ich sag' Ihnen, was er mit seinen letzten Wor
ten gesagt hat."
"Nim, Sie sehen, Herr Sainville," erwtederte der
stumpfsinnige Sable, ich kann meine Befehle nicht
überschreiten und die Sache hat, mindestens gesagt, et»
schiefes Ansehen. Eine junge Lady, dt'?, wie ich höre,
keinen Schilling an Mitgift hat, geht mit einem reichen,
jungen Edelmann, von den glänzendsten Erwartungen,
durch, und das in dem letzten Grade der Anszehrnng—
nun sehen Sie, das tj.it eilt sehr verdächtiges Ansehen.
Der Marquis ist ein rauher, strenger Edelmann, die
Marquise so stolz, wie Lucifer weder eiuer noch der an
dere würde einen Augenblick eine junge Person unterstü
zen, die keinen legitimenAnspruch auf ihrcBeachtung be
sitzt, u. die sie natürlich als eine arglistige Abenteurerin
betrachten, welche ihres Sohnes Schwache und Vorlie
be benutzt hat, um ihn in eine Verbindlichkeit zu locken,
die ganz zu erfüllen sein Ableben ihn glücklicher Weise
verhinderte. Der Anwalt, Herr Scouple, hat mir dies
Alles erklärt, tt- darum kann weder er, noch ich, irgend
eine Einrichtung treffen, um die junge Person zu i'hreu
Freunden zurückzubringen, tt. von ihrer Gegenwart bei
der Leichenprocession nach Mordannt-Castle kann über
all nicht die Rede sein
"Und dies nennen sie Religio« und Menschlichkeit in
diesem Laude?" fragte der zornige Sainville "hätte
mein lieber junger Lord drei Stunden länger gelebt, die
se
Jetme et churmunte demoiselle
daunt gewesen und
große
u n a
Was that Dir, Thor Dein Vaterland?—Daß Dir bey seines Namens Schall—Das Herz nicht höher schlägt?"
wäre Mylady Mor-
Scouple und Sie hätten
vor ihr gemacht. Der Marquis u.
die Maquise hätten sie dauu als Wittwe ihres Sohnes
behandeln tt. ihr alle zukommenden Ehren geben müjV
seit aber jetzt, wo ihr Alles fehlt, geben Sie ihr nichts
und meines guten Lords letzte Worte gelten für nichts,
außer bei mir aber ich werde die, welche mein Herr
so liebte, nicht verlassen ich begleite sie nach Hause."
Hier unterbrach cut lautes Weinen die zornige Tim#
de Sainville's, derallein fühlt e, während Sa
ble vernünftelte. Aber welche Gefühle mußten Marien
durchringen, bei dieser rohen Darlegung ihrer Lage
Sie hätte in die Erde sinken mögen und, vergessend, wie
nutzlos es sei, eilte sie zu dem Bette, wo der Leichnam
dessen lag, der sie eittst selbst vor der Nähe eines Schei
nes von Beleidiguug geschützt habe» würde, und, sich ans
den leblosen Körper werfend, rief sie ihren Heinrich, ih
reu theureu Heinrich auf, sie zu schützen und zu retten
uud ihre beargwöhnte Ehre zu rechtfertigen.
Ein zurückschlagendes Fieber und Delirium brachten
.die unglückliche Marie viele Tage lang an den Rand
des Grabes, und die sie Umgebenden glaubten, daß je
de Stunde ihrem Leben und ihren Leiden ein Ende ma
chen würde. Als das Bewußtsein zu ihr zurückkehrte,
hatte Sainville, Lord Mordaunt' s treuer Dietter, die
letzten traurigen Pflichtelt bei den sterblichen Ueberresten
fetnes geliebten Herrn erfüllt u. war zurückgekommen,
um ihr seine Dienste anzubieten und sie zu ihrer Mut
ter zurückzuführen. Sie nahm sein Anerbieten dankbar
an, und sobald sie im Stande war, die Bewegung des
Fahrens zu ertragen, setzte Sainville, nachdem er sich
der Begleitung einer der Frauen versichert, die sie in
ihrer Krankheit verpflegt hatten, in einen mit Kissen be
legten Wage«, u« fuhr langjam die Straße zurttck/ die
jfiIii.ii|. i!!i|)i|,r»alP I i #.i.jiii|ii I'i'mwi
Ii
sie kürzlich unter so verschiedenen
Umständen
Marie hörte nichts mehr sie ward sinnlos in das
verödete Haus getragen, wo keine zärtliche Mutter sie
erwartete und empfing denn die, welche sie an ihr Herz
geschlossen haben würde, war an diesem Tage ins Grab
gelegt worden. Die Erschütterung, welche ihrer Toch
ter Entweichung auf Frau Lester bewirkt, zogen ihr ei
neu Anfall des Schlages zu, vou dem sie nur langsam
sich erholte, als ein herber, mit den bittersten Vorwür
feit und uugegründetsten Anklagen angefüllter Brief v.
dem Marquis von Daloraiue, Lord Mordaunt's Vater,
einen neuen Schlaganfall herbeiführte, der in wenigen
Stunden ihr Leben endigte.
Auch Marie büßte bald ihren ersten und letzten Fehl
tritt mit dem Leben.
Temperenz Fanatismus.
Daß in Amerika alles iuFanatismns ausartet, kann
wohl keinem ernsten Beobachter der Zustände des Lan
des entgangen sein. Jede in ihrem Ursprung gute Idee,
wird, nach Amerika verpflanzt, durch Fanatismus ver
dorben. Abolitiontsmus und Temperen daß ich nur
Eins anführe, geben sattsam Beweise hievon. Solche
Erscheinungen sind ein sicherer Beleg für die Behanp
hing, daß es dem Volke im Allgemeinen an Bildung
fehlt, das leidenschaftlich ist wie ein Kind, welches jetzt
seine neue Puppe ergreift und damit spielt, und wenn
nur Jemand aufdieselbe steht, oder sie mit dem kleinen
Finger anrührt, laut aufschreit, allein den nächstenTag
liegt sie schon unbeachtet in dem Winkel, und ein neuer
Bälg ist ausgestopft worden, mit dem eben wieder so
kindisch leidenschaftlich gespielt wird, und so geht es fort.
Das alles wird so lange bleiben,'bH man mit dem Er
ziehungswesen eine Radicalreform vorgenommen, und
statt der geistlosen Gedächtnißmethode, welche hier 'al
lenthalben die herrschende ist, die Verstandesmethode
eingeführt hat, so daß das Volk fähig und kräftig wird,
sich selbst zu bestimmen. Es ist noch nicht lange her, da
waren Ciderfäßer dasSymbol Amerikas, um das man
sich jauchzend sammelte, und es gehörte zum guteu und
feinen Ton, ja selbst zum Patriotismus des Landes,
als vom THyrsus berührter Bacchante zu erscheinen,
und auszurufen:
Es ist mir kanibalisch wohl
Wie sechs Schock welschen Säuen:
aber schnell verläßt man das Ertrem und wendet sich
zn dem entgegengesetzten, man muß Temperenzmann
werden, um ein guter Christ zu sein, und aus den Ci
derfäßer sindWasserfäßer geworden, die man in Prozes
sionen auf den Straßen, mit Kränzen und Fahnen ge,
schmückt, umherträgt, welche von bekehrten Trunken
bolden, den Hauptredner des Tages escortirt werden,
wie wir in Cincinnati jüngst sahen. Diese Trnkenbolde
erzählen vor einer Versammlung ihr Sanleben, das sie
einst führten, damit es aber noch abscheulicher wird, als
wirklich war, so werden noch Scenen erdichtet, die an
Abscheulichkei: alles übertreffen, und vorzüglich berech
net sind, das Gelächter der Menge zu erregen, welche
Hoch aufjauchzet. So ziehen diese bekehrten Trunken
bolde von Stadt zu Stadt, von Staat zu Staat, laßen
sich kleiden, füttern, für sich Collekten erheben, und
werden überall mit Jubel empfangen. Laßt aber einen
wirklich vernünftigen Mann der Mäßigkeit, der aber
kein Glied der Tempcrenzgesellschaft ist, von der Ab
scheulichkeit der Trunkenheit vredigen und die Entsit
tuug zeigen, welche jedes Laster in seinem Gefolge hat,
so macht das keinen Eindruck. Die Modeleute des Ta
ges, die bekehrten Trunkenbolde, können nur Wirkung
hervorbringen. Diese Wirkung haben sie auch in Cin
cinnati hervorgebracht wo man tempereuz-toll ist. Müt
ter erscheinen in den Versammlungen der Temperenz
lente, mit ihren Kindern die sie auf de» Armen tragen,
weil sie noch nicht laufen können, uud gehen am Schiit*
ße der Rede hin, den Namen ihrer Kinder in die Tem
perenzliste eintragen zu laßen. In if.tcr hiesigen pres
byterischen Kirche hat man beim Abendmahle denWein
abgeschafft, bedient sich des Znckerwaßers, beim Wein
zu gebrauchen wäre die größte Sünde, eine von den
Todsünden, eine Sünde gegen den heiligen Geist. Man
ist sonst so buchstäblich in Reltgiottssachen, und mir ein
Iota ans der Bibel streichen wollen, wäre Verrath an
der Offenbarung Gottes, aber im Temperenzsanatis
mus bedenkt man nicht, daß man dem Stifter des A
bendmahles den Vorwurf einer Todsünde dadurch
macht, daß man ben, dessen sich noch jeder bediente, als
sündhaft ausschließt, weil solchen ja nurSchlemmer unb
Sünder trinken.—Ein Freund erzählte uns, daß in ei
nein Städtchen Ohios ein Mann, der neben seinem
Hause einen kleinen Obstgarten hatte, vorigen Monat
alle Obstbäume zur Ehre Gottes umgehauen habe, ba
mit ihre Fruchte nicht etwa znCider verwendet würden.
In Kentucky werden in einer medicimschen Anstalt an
Märiens angstvolle Gedanken weilten auf den schließen, die es sich zum ?weck gemacht^hat, zu unter
waren.
einzigen zwei Reisen, die sie je gemacht, u. wurden blos
auf Augenblicke lang von dem Geliebten, den sie verlo
ren, auf die gekränkte Mutter, der sie entgegen ging, ab
gezogen. Wenn ich nur ihre Arme erreichen, u. mein
Haupt au ihre Brust lege» kann uud dann sterbe, so ist
mir nichts mehr zu wünschen, dachte das im Innersten
ergriffene Mädchen. Aber ihre Leidensschaale war nun
noch nicht bis znm Rande gefüllt, obgleich sie glaubte,
sie sei schon gänzlich überflössen. Als sie in Dawlift
ankamen, bemerkten sie eine ungewöhnliche Stille in den
Straße», durch die der Wagen fuhr. Endlich aber ward
Sainville erkannt, viele Personen näherten sich ihm it.
sagten kopfschüttelnd "Sie kommen zu spät—es ist Al
les vorüber, vor eiuer Stunde hat die Beerdigung statt
gefunden."
«I tvcunixi, luriurn u, tu,.. rasire, einen Kerb in^s Gesicht, will sagen, ich schneide
diejenige» Studesten großmächtige Tempcreszdchlome.chn. So viel Kerbe im Gesichte, so viel Barte Lecker
mmmmmmmmmmmmrnixm*
(Nummer 39.
durcheiltlansgethcilt, welche sich einer speciellen Gesellschaft an^
suchen, welche nachteilige Folgen der übermäßige Ge
nuß geistiger Getränke habe. Es werden da gewiß ganz
neue Entdeckungen gemacht, und die Wissenschaft wird
ohnfehlbar mit überraschenden, und noch nie gekannte*
Resultaten bereichert werden.
Ueberblickt man so das Ganze des amerikanische»
Wesens, wo allenthalben die Ertreme vorherrschen, de
nen matt fanatisch huldigt, und vou einem auf das an
dere springt, so darf man sich nicht wundern, wen» ma»
das ernste, feile und unverrückre Streben vermißt, die
"dee der Freiheit in ihrer ungekünstelten Einfachheit
festzuhalten, sie zu immer höheren Vollendung auszu
bilden und heilbringend und weihend in das Volksleben
einzuführen. Lichtfreund
u e A e i
Ein Londoner Restaurant klagte vor dem Friedende
richter von Westminister gegen einen Hrn. Vaughatk,
dessen Heißhunger ihm einen großen Theil seiner Tisch
gaste vertrieben habe, auf Schadenersatz.
Der Richter fragte: Was kostet das Convert an Jhr
Tafel
Der Wirth. Zwei Schillinge dafür gebe ich Bra
ten, zwei Gemüse und Desert.
Richter. Was verlangen Sie also von dem hier ge»
genwärtigen Hrn. Vanghan?
Wirth! Herr Vanghan ist ein Vielfraß erster Classe
er verzehrt allein 20 Pfund Rostbeef, Gemüse und sonst»
iges Zngehör ungerechnet, und läßt den andern Gäste«
nichts, gar nichts.
Der Verklagte. Das war, als ich etnes Tages be
ihnen die erste Mittagsmahlzeit hielt Ihr Rostbeefwar
zu einladend, ich konnte mich nicht enthalten, darüber
herzufallen und es nach Kräften zu vertilgen.
Richter. Sie sprachen von Ihrer ersten MtttagS«
mahlzcit. Halten Siederen mehr als Eine
Verklagter. Vier, uud zwei mal esseich zu Abend,
Das erste Mittagsmahl nehme ich um 2 Uhr bei dem
hier
anwesenden
Wirth, das dritte um 4 Uhr bei IohnS,
das vierte um 6 Uhr bei Basinghall dann speise ich
zu Abend um 8 Uhr bei Iudbs, um iO Uhr bei Clarkee
dauu genieße ich noch ein gutes Glas Punsch uud lege
mich um Mitternacht schlafen.
Richter. Sie essen wohl nur solide Speise« und ver»
meiden Alles, was den Magen belästigt und Ihre Ber
dauuug stört.
Wirth. Im GegentHeil, er verschlingt beim Dmer
eilt achtpfündiges Brod.
Der Verklagte. Was ich an Brod verehre, erßmr«
ich am Fleische.
Wirth. Das heißt, Sie essen viel Brod zum Fleische
und viel Fleisch zum Brode.
Richter. Ich ersehe aus den angeführten Umstände«,
daß die Natur Hrn. Vaughan einen unersättlichen Ap.
petit gegeben ha!, den er nicht stillen kann es ist di
Sache der Wirthe, sich das Doppelte und Dreisache
ableu zu lassen, wenn sie wahrnehmen, daß ein Gast
'as seinen Tischgenossen bestimmte Cssen verzehrt. Ihr
Gesuch kann also nicht bewilligt werden-
Herr Vanghan rächte sich für die Kl
ige auf eine eben
so feine als originelle Weise. Als er an demselben Ta
ge bei dem Wirth dtniite, verzehrte er statt 8 Pfund gar
16 Pfund Brod. Der Himmel erhalte ihm seinen Appe
tit 1
Wie sich ein Bartscherer durch Schaden vor
Schaden bewahrt.
(Iranzösifchc Gcncht»fc«ne.)
Der Präsident zum Barbier
Simon Sie hatten nach
Mitternacht noch Licht und Kunden ?—Simon: Nicht
meine Schuld, Herr Präsident Herr Merlon hier ist
die Ursache davon beim da er bei Tage keine Zeit hat,
sich rasireit zu lassen, so tteh^te ich ihm den Bart ab, Vy
die Zeit einander Datum bekommt.
Präsident: Sie sollten mindestens nicht die offen tto
che Ruhe stören es wird bei Ihnen ja geschrieen,
ob es Jemand att's Leben ginge.
Merlon Es geht auch jedesmal sehr hart dabei her.
Bartabschneiden und Halsabschneiden sind Hrn. Simon
ziemlich gleichbedeuteud.-Präsidet'.t: Sie, Merlon, sind
also der Mann, welcher schreit, als ob er am Spieße
stecke ?—Merlon Ja, und ich werde auch immer so gut
wie aufgespießt.
Simon Mag sein! Ich werde mich künftig vor Ih
nen in Acht nehmen.—Merlon. Vor mir Sagen Sie
lieber bei mir Wollen Sie mich künftig nicht mehr
schneiden ?—Simon Das kann ich nicht versprechen.
Uebrigens wollt' ich ^ie nicht so tief schitetbett.— Präsi
dent Sie wollten ihn also doch schtteigen Es war
Ihre Absicht Simon Anfalle Fälle Es ist nur
der Ordnung halber. Sehen Sie, man läßt sich für fei?
ne Arbeit doch nicht gern eine Nase drehen.—Präsident
und Merlon tuqleich Wie so
Simon Die Sache ist einfach diese Herr Merken
ist sehr mißtrauisch, und da er nie prompt bezahlt, so
macht er jedesmal Chicane und disputirt mir von den
Bärten, die ich ihm abgenommen, bald so, bald so viel
ab. Ist er mir zwölf schuldig, so sagt er jedesmal sechs
oder sieben. Kurz und gut, ich komme nicht zu meine*
Auslagen, als da sind, Seife. Servietten, Rasirmesser
zc., geschweige denn zu meinem verdienten Lohne. Da
bin ich endlich auf ein Mittel verfallen, welches helfen
muß ich hielt auf seinem eigenen Gesichte Buch.
Präsident: Auf seinem Gesichte Wie meinen Sie
das ?—Simon Ich mache ihm jedesmal, wenn ich ihn
als

I3fcr Jahrgang.) Freitag, den 8ten April
Monsieur
Compliments
a n o n I a u n y O i o e u k u n e a u s e e e n v o n e e A U k S N N U N V 0

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