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Der Vaterlandsfreund und Geist der Zeit. [volume] (Canton, Stark County, Ohio) 1837-1845, December 22, 1843, Image 1

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5 a a n
v
(Aus »cn Baltimorischen Papieren.)
(Fortsetzung.)'
'K^r König bleibt seiner Erklärung treu er will oh
fit Parlament künftig, ans eigener Kraft, regieren.—
Das Volk, ohne welches er Null wäre, soll Null sein
England will Er sein Das Volk wird arm- Der Hof
fährt fort in üppigem Glanz, die Kraft der Nation zu
verschwenden. Seine Pracht U- die tausend Bedürfnisse
seines Aufwandes zu bestreiten, macht er willkiihrliche
Auflagen, erzwingt er Darleihen, bereichert er sich mit
Strafgeldern, welche die heillose Sternkammer diktirt.
Daß vol fünf Jahren die Hand eines fanatischen Meu..
chelmörders den schändlichen Herzog v. Bnkingham nie
Verstieß, blieb für den Hof, für seinen Adel, für gan
gett
Troß der Tycannendiener, fruchtlose' Warnung.—
Die Elenden verlassen sich auf ihr Kriegsvolk und auf
ihr Geld. ,Wir wissen was wir wollen/ sagte mir et*
nes Tages solch ein Höfling stolz ins Gesicht ,DerPö,
bei «der weiß es nicht, und zerfleischt sich unter einan
ber selbst. Wir haben Schatzkammern und Zeughäuser
genug, um den Pöbel nicht zu fürchten. Am mindesten
gefährlich sind die einzelnen Schreier. Die bringt Man
schnell zum Schweigen, wenn sie sich ferner zu laut ma
chen mit ihrem Geschrei von Freiheit und Volksrechten.
Wollen sie im Gefängniß nicht besonnen werden, macht
man die Freiheitsritter um eine Spanne kürzer it. stellt
heilsame Warnungserempel auf.'
WaS soll ich jn solchen Grundsätzen sagt« Sind
das die Grundsätze, mit welchen man ein Volk begliik
?en, ein Reich groß, einen Thron fester machen kann
Ist venn die ganze Weltgeschichte ohne Lehre geblieben
Ist denn der Mutterwitz ganz aus dem Lande verloren
gegangen? Man bekümmert sich nm die a breit Be
b&vfnijse der Nation nicht, weil man sie nicht kennt
tt&.w.itt kennt sie nicht, weil man sie nicht kennen will.
Der schwache König weiß nicht, was vorgebt Er beur
teilt die Nation nach den Urtheilen der H-flinge, die
stets umringen. Er hdrt nur den Wiederhall dessen,
was er in seiner Selbstverblendmig spricht. Die Stim
wen der Nation werden unterdrückt. Jede freie Schrift
empfängt
den Schmachartikel eines Anfruhr-Libells.
Die Sternkammer errötket nicht, zu den verhaßtesten
lind unter allen Nationen verabscheutesten Maßregeli
Zuflucht zu nehmen. Man stellt Spione und Horcher
an, nicht nur heimliche, sonder« öffentliche, mit Besol
düngen und ehrlichen Amtstiteln. Man erbricht Briefs
läßt Hausuntersuchungen veranstalten entweihet die
Geheimnisse der bürgerlichen Familün mit unverschäm.
tcr Frechheit man schleppt, blos auö Verdacht u. Au
gebereien hin, ehrbare Leute in die Staatsgefängnisse,
halt sie da Wochen, Monden, Jahre zurück wenn man
durchaus keine Schuld auf sie finden kann, läßt man sie
nieder frei, und hat dann noch die Stirn, noch die Mil
de, die Gerechtigkeitsliebe der Regierung zu preisen.—
Welch eine höllische Gerechtigkeits'Pflege das, erst Utv
schuldige lange im VerHaft umherzuschleppen, u. dann
sich zu rühmen, sie nicht bestraft zu haben, weil man sie
nicht bestrafen konnte!
Sieh, Harry, so weit ists bei uns inGngland ge
kommen. Der Ausgang der Dinge läßt sich vorausse
hen.
Es werden die dem Hofe verhaßten Grundsätze,
e e n w e i s i e v e o s i n e s o e i i e e i i e
i verbreitet, desto begieriger von allem Pöbel verschlun
gen, Wahres und Falsches durcheinander. Der Brand
frißt im Stillen um sich, bis die Flamme bei einem An
üß it. in einer Zeit auflodert, wo man sie am allerwe»
Agsten erwarten wird.
Dies, lieber Harry, tttfit, als Einleitung zu Fo'gen
was ich Dir schreiben werde, aber ich s e st noch
tticht weiß. Mehrere Vaterl-ndsmänner, und, aus im,
begreiflichen Ursachen, die am meisten Leidenden, näm.
lich Katholiken, haben sich vereiniget, auf irgend eine
Weise Schritte zu thun, das Loos ihrer Glaubens- und
Elendsgenossen zu verbessern oder zu erleichtern, wenn
es möglich ist. Sie haben viele Berathungen darüber
gepflogen.
Durch Baronet St i
I 6 n it y wurde ich alsdann in
He Versammlung eingeladen. Einige äußerten sehr aus
Mweifende Meinungen. Die große Mehrheit wollte auf
gesetzlich erlaubten Wegen vorschreiten verlengte nur
durch Vorstellungen und Bitten bei Hof zu wirken. An
k dere schienen an Allem zu verzweifeln. Denn sie sahen
du bisher versuchten Vorstellungen fruchtlos, und von
der andern Seite Maßregeln der e w a gegen die
augenblickliche Uebermacht des Hofes als vergeblich an
auch dann als vergeblich, wenn der Hof, bei dem end
I lichen Aufstehen der Nation, die,Uebermacht' verloren
hätte, weil alle Katholiken nur der Schwärmerwuth der
Episkopalen und Presbxterianer preißgegeben jein wür
de«.
kung
b.
des
Am Enoe bin ich beauftragt worden, durch persönli
che Unterhaltung mit dem Erzbischof a u den letzten
Versuch zu machen, und diesem über die Angelegenheiten
unserer Kirche und deren Bekenner Licht zu geben.
Nun ist's geschehen
Der Erzbischof ließ mich vor. Er hatte mir aufge,
stern Nachmittag die Audienz bestimmt. Er ist ein Man
von Gelehrsamkeit, Geist und vieler Gewandtheit. Er
bat eilt gefälliges Wesen sein Aeußeres verkündet ei
nen denkenden, kaltprüfenden Geschäftsmann. Dieser
zweiundsechszigjährige Staatsruderer brennt für seine
Liebling-Ideen noch mit Jnnglingsfener aber zugleich
hängt er, mit zäher Hartnäckigkeit eines Greises, und
ohne alle weitere Rücksicht, fest an dem, wv6 er will.—
Er ist einer von den Menschen, die sicherlich glauben, sie
verstehen Alles am besten die den Widerspruch für Re»
bellen halten, und am zufriedensten sein würden, wenn
die gefammte Menschheit zum Marionettenkram ihrer
Hand wurde. Dann, bilden sie sich ein, könnten sie die
Arbeit nnscrs Herrgotts vollenden und die beste der
Welten schaffen.
Er begann, mir über meinen verstorbenen Vater
meine Familie, über mich selbst, viel Verbindliches zu
jagen. Ich mußte tlmt über die italienischen Hdfe sehr
Manches erzählen dann bei seiner Frage, wie ich nach
meiner Rückkehr England gefunden habe, sagte ich s0
schonend als möglich, was ich in der kurzen Zelt meines
Aufenthalts erfahren hätte. Ich sagte ihm, man über
schreite auf allen Seiten nnd bei allen Parteien in lei
denschaftlicher Erbitterung das gerechte Maas. Es kön.
lie s o unmöglich auf gnce Weise enoen.
,Sie haben Recht,' fa^te der Erzbischof, ,Sie
Halen vollkommen Recht. All' unser Unglück ist Wir
Parteigeistes.
Königs
Ich
e II
I It, Star k Caunty, Ohio, gedrulkt wnb herausgegeben ee# M. I. Wothn»sel tt»B eomy.
zusammenschließen, alle Ehrenmänner, und
dem tollen Parteiwiriwarr ein rasches Ende machen.
denke, der Augenblick
ist
"ZBai that Dir, TKor Dem V.t e la n d?—D«ß Dir bey seines Namens Schall—Das Herz nichthiber schlägt?'
Freitag» ben22fen Dezember,
Wir müssen uns um ceu Thron
nicht mehr weit, und der
Sieg der guten Sache befestigt.'
,Das gebe der Himmel rief ich, ,aber n i e schien
mir dieser Sieg schwieriger als jetzt.'
,Seilt Sie ohne Kummer, Mylord. Es ist Alles sehr
w o e i n e e i e S i e w i s s e n o n e Z w e i e e K i
geht zu seinem Krönungsfest in wenigen Monaten nach
Schottland. Verschiedene Häupter der Presbyteriauer
sehen ihren Jrrthum und die Schändlichkeit ihres Wi*
Verstandes ein Die andern werden folgen, oder it s
s e n, wenn sie nicht wollen. Die presbyterianische Kir
che wird mit der bischöflichen vereint und somit die Su
prematie des Thrones in geistlichen Angelegenheiten
über beide Königsrechte anerkannt. Dann ist Friede.'
,Aber die Spaltung könnte wohl auch fürchterlicher
werde».'
,Jch weiß, Mylord, was Sie sagen wollen. Sie Hal
ten seit einiger Zeit mit Don-Ofallin, dem alten fana
tischen Narren, vielen Umgang. Ich wollte, Sie meiden
ihn. Er schadet Ihrem Namen und Kredit. Er ist ein
Wahnwitziger. Ich schone seiner, weil er in Schottland
Anhang hat. Ist der König einmal in Schottland, als
dann wird dem Meuter anders gesprochen weiden. Ich
rathe Ihnen, meiden Sie den Schwärmer, der bald zum
Kinderspott wird.'
,Und wir Katholiken Was soll aus uns werden
,Mylord, die Kathrlikeu werden das werden, was sie
sein wollen.'
,Wir wollen rnbige, treue Uuterthauen sein, nnd fle
hen nui um die Gnade, daß man uns bei unserer Treue
ruhig lasse uns in unfern hergebrachten Rechten nicht
beeinträchtige nicht Papisten und Vaterlandsfeinde zu
gleichbedeutenden Namen mache.'
,Die Katholiken, Mylord Sie wissen es, so gut als
ich—können dem Hofe nicht gefallen, und sind der Na
tion verhaßt. Was wollen Sie, das man für sie thun
soll, wenn Hof und Volk einstimmig w i e sie sind
Der Theil muß endlich dem Ganzen weichen. Es ist bei
uns weniger Streit um Glauben und Kultus, als um
den Einfluß der römischen Kurie. Letzteren können wir
in Britanien nicht länger dulden. Es soll uns gar kein
Fremdling, der an dem andern Ende Enropa's wohnt,
Vorschriften geben, und im Namen Christi brand
schätzen. Es darf im Staat, wenn er wohlgeordnet sein
will, kein Theil des Volks einen eigenen Staat machen.
Das aber ist daS Streben des katholischen Klerus. Er
will unabhängig vom Landesherrn, will Meister sein,
will wider den König eine Gegenmacht bilden. Darum
hangt er dem Pabst an. Das darf nicht sein. Wir wol
len und müssen e i n Volk sein, unter einerlei Gesetz—
einerlei Interesse, mit e i n e König.'
,Jch aber sollte glauben, dies könne AlleS auch bei
verschiedenen religiösen Überzeugungen bestehen, und
z»a? bei unS, wie ehemals und zum Theil auch jetzt, in
andern Ländern. Gesetzt nun, die Katholiken können it.
wollen ihre Ueberzengungen nicht ändern
,Mylord, dann müssen sie sich gefallen lassen, was d.
öffentliche Meinung, das heißt der Staat, gegen sie ver
hängt. Sie wissen, wie es den Protestanten, als Min
derheit, in Frankreich geht,'
,Verhüte Gott, daß es bei uns zum Bürger Kriege
komme, und der wäre doch unvermeidlich.'
,Hoffe^tlich wird es dazu nicht kommen und wäre
es, nun dann ließe sich fein Ausgang berechnen. Doch,
wie gesagt, Mylord, da wir von der Sache reden, ich
habe schon mehrmals an Sie gedacht, Sie sind ein hell
Denkender Mann Sie gelten bei Ihren Glaubeusge
nossen viel die Jrländer sehen auf Sie Sie können
dem König und der Ruhe des Vaterlandes wesentliche
Dienste leisten.'
,Ew. Gnaden, wenn ich das könnte, wäre mir das
iebni feil. Befehlen Sie.'
Der Lrzbischof nahm einen freundlichtraulichen Ton
an. und führte mich zum jtammfeiu-r. Wir setzten uns,
it. nuit fing er eine lauge Rede über e Unterschied der
Episkopalen und der päbstUchen Kirche an zeigte ihre
Übereinstimmung in den wesentlichen Dingen stellte
cie abweichenden Lehren d. Katholiken als Mißbrauche
und Jrrthümer dar sprach dara von meiner Pflicht,
für König und Ruhe des Staates Alles zu opfern, nnr,
wenn ich's wollte, welche glänzende Aussichten mir ge
öffnet werden würden. Er endete damit, mir vorznschla
gen- zur englisch-bischöflichen Kirche Überzugehen, und
meine Freunde zur Nachfolge zu bewegen. Ich erwar
tete diesen Ausgang seiner Rede.
Du kaust Dir denken, Harry, was ich ihm ungefähr
antwortete. Ich v. rächte tun Heuchler. Wer wider seine
Ueberzengnng tu eine andere Kirche übertritt, und eine
Art des Glaubens bekennt, welche nicht in seiner Brust
wo'unt. ist ein Niederträchtiger so wie der nicht uüuöei
in
Heuchle»
ist, welcher iu der Kirche seiner Vorfahren
bleibt, deren Glaubenssätze seiner Ucberjcugung witer,
sprechen, uud nicht in diejenige Kirche frei hineintritt,
mit deren Lehren er eines Sinnes ist.—Uud könnte ich
Heuchler genug sein, in eine der protestantischen Sekten
ulerzugehen, so würde mein Ubertritt nur mir verdien
te Schmach zuziehen, keine Nachfolge erwecken, und die
Kirchenpartei entehren, zu der ich träte.
Der Erzbischof wandte feine ganze Überredungskunst
an, mich zu erschüttern. Er erreichte seinen Zweck so
schlecht, daß er zuletzt sichtbar emofiiidlich warv, u» mei
ne Festigkeit nur wie eigensinnigen Trotz ansah, womit
ich ihn ärgern wollte.
Er brach das Gespräch jählings ab, stand auf, nnd
machte Mette, Geschäfte zu haben- Nun aber war's an
mir, ihn noch um Gehör zu bitten. Er rab sich etwas
lau dazu her. Ich fing an, ihm die bedenkliche Lage des
Reiches vorzustellen. Ich zeigte ihm, daß England durch
bürgerliche und religiöse Parteien z e i sse n sei daß
wenn der König nicht König aller Parteien wäie,
sondern nur König einer Partei, dü' andern ihn blos
als Haupt ihrer Feinde ansehen würden- Gefährlich sei
es immer, wenn ein Fürst mit seinem Volk zerfallen wä
re aber auch, wenn er iit dem Prozesse die Oberhand
behielte, bleibe der Prozeß selbst ein Flecken seiner Re
gienmg und seines Lebens. Ich bewies ferner daß,
wenn der König glaube, durch die o e Zahl der Be
keitner aus der bischöflichen Kirche, die er begünstige,
stark geimv, zu seilt, er doch auf diese Stärke nicht viel
zählen dürfe, weil die Bekenner der bischöflichen Kirche
wieder politisch getrennt wären, und die Mehrheit der.
selben mit den übrigen Kirchenparteitn den Kummer u.
Verdruß über Unterdrückung der Volksrechte, über Ver
uichtung des Parlaments,' über das eingeführte Spio
nen system, über die durch die Sterukammer veranstal
teteit Verhaftungen, über die Erbrechuug der Briefe, li
ber die Haussuchungen, über die Vernichtung der Denk
und Preßfreiheit, über Die willkührlicheu Auflagen, und
oergleichen mehr, theilen. Ich stellte ihm vor, daß die
Unzufriedenheit dadurch, daß man mit Befehlen u, Ver
haftungen Alles zum Schweigen brächte, nicht gestillt,
sondern vermehrt, stummer aber weniger gemacht wür*
oe daß es der Hof früh oder spät bereiten könnte, das
Herz der Nation durch harte, ja zweckwidrige Maasre
gellt unversöhnlich erbittert zu haben. Die Nation for
dere in kirchlichen Dingen nur Duldung. Möge die
Mehrheit des Volkes in England bischöflich sein aber
man hindere die in Schottland nicht, Presbyteriauer,
die in Irland nicht, Katholiken zu bleiben. Die Ration
o e e i n o i i s e i n s i e s e z i e O
tt u n g, «eil in dieser allein nur wahre Freiheit woh
ne außer derselben nur Anarchie des Volks, oder De
spotismus des Hofes Start finde. Gesetzliche Ordnung
aber besteht nicht, so lange der Hof seine Befehle statt
her Gesetze gäbe, und die Willkühr Eines, oder einiger
Personen den Willen einer ganzen Nation bände,, die
Der
V
(Furnitur 24*
Fl.' •. wBcsgMMfc _=
dadurch zur Knechtschaft entehrt würde.
jch wollte darauf von den Katholiken, ihren beschei
denen Wünschen reden—aber Laud unterbrach müh
I e w a e i e a s i v o n e i n e s o k u e n
taatsmann erwartete, und fragte zuletzt kurz ,My«
lord, reden Sie in Ihrem Namen, ober aus Auftrag d.
K.Uh"liken Jch antwortete ,Nur in meinem 9ia*
men aber was ich sage, ist Gedanke und Wunsch aller
meiner Glaubensgenossen.'
,Das Letztere müssen Sie erst beweisen könen
tt er, und eine zornige Rothe überflog fein Gesicht.—
Ihre übrigen Bemerkungen, die Sie mir vortrugen, er«
tauben Sie, daß ich ebenfalls offen rede, sind zum Theil
einseitig, weil Sie die La',e der Dinge miß kennen zum
Theil, nehmen Sie mir's nicht übel, besonders was die
prophetischen Drohungen gegen den König betrifft, anfö
Gelindeste gesagt, unbescheiden/
Bei diesen Worten ging er rasch von mir, und kliu
gelte seinen Leuten im Vorzimmer. Jch verstand, daß
er mich entfernen wellte, und verabschiedete mich.
(Fortsetzung folgt.)
*-asr »»«OTVTlAA —***innr-
A n s S a u E s a s i i e e i n s a u
oe, Haftes Ereigniß zugetragen, welches das Gefühl et«
nee Jeden, der davcn hört, empören muß. Herr von
E, Chatte einer ausgezeichnet lieben und braven Frau,
und Vater von drei liebenswnidigen Kindern, einem
^iädchen von 10, filtern zweiten Mäochen von 7, und
entern Knaben von 3 Jahren, hatte sich seit einiger Zeit
Leidenschaft des Spieles so ganz ergeben, daß er oft
ganze Nächte nicht nach Hanse kam. Sein nicht unbe'
Deutendes Vermögen litt davnrch fo sehr, daß seine Ver
ha Uni sse in die größte Unordnung geriethett, »nd er sich
bald von MlreicheuGläubigern gedrängt sah. Noch hielt
Scham« Um ab, seiner Gattin, die ein ziemlich große»
eigenes Vermögen besaß, seine Umstände zu gestehen, u
er veräuiWte heimlich eine Realität nach der andern
um seiner ungezügelten Leidenschaft zu genügen. Doch
auch diese Hülfsquellen waren bald erschöpft, und der
Verkauf des letzten Grundstückes ließ sich nicht so schnell
realist reit, als er es in seiner Ungeduld gewünscht hatte.
Da sprach er seine Faau um Geld an. Allein sie ver
weigerte es 'ihm mit der größten Bestimmtheit, indem
lie sagte, das, was s e besäße, sollte wenigstens den ar
men Kindern erhalten werden, wenn der Vater gewis
fettlos genug wäre, das Seinige einer verabscheuungs,
wert he it Leidenschaft zu opfern. Es entstand daraus
zwischen beiden Gatten ein sehr heftiger Auftritt, und
diesem folgten in kurzen Zwischenräumen mehrere, da
Herr von E- bei seiner Frau die Ansprüche um Geld
mehrmals erneuerte, sie aber gleich fest bei ihrer Wei
gerung be harrte.
So saß Frau von E. eines Abends im Kreise der Km
der, dem der Vater schon seit längerer Zeit nie mehr
nahte, denn er brachte alle Abende am grünen Tische zu.
Mit Thränen int Blicke liebkosete sie die Kleinen, beson
ders das zweite Mädchen, das sonst des Vaters Liebling
gewesen war, das er aber jetzt kaum mehr ansah denn
vom Glücke stets geflohen, war er auch beständig in der
finstersten Laune. Die sorgende Mutter war eben damit
beschäftigt, die Kinder zur Ruhe zu bringen, da stürmten
heftige Schritte die Treppe herauf, und mit einem ah
nungsvollen Beben erkannte sie ihren Gatten Mit stir
mischen Ungestüm riß er die Thüre auf und ängstlich ze'
gen sich bei seinem Anblicke die Kinder hinter die Mut«
ter zurück, denn sein leichenblasses Gesicht war in allen
seinen Zügen verzerrt, und Alles an ihm verrieth eine
furchtbare Aufregung,durch einen uuverkeubareu Rausch
hervorgerufen oder erhöht. Ohne die Gegenwart der
Wärterin zu beobachten, die mit dem Knabe» auf dem
Arme in einer entfernten Ecke des Aimers stand, Herrsch«
er seiner Gatciu zu 'Gieb mir G.'ld muß Gelde
haben!'
'Lieber Mann,' b.it fle, und machte ihn durch eittii
Seitenblick auf die Anwesenheit der Magd aufmerksam.
Er aber mißdeutete diesen Blick und schrie wüthend
Weib, bringe mich nicht außer mir Jch
sage
ich u Geld haben, und Du wirst, Du sollst et mi{
geben
Da erhob sich die Frau in der ganzen Würde ihres
Rechtes, und ihm stolz entgegentretend, sagte sie mit et»
nem kaum hörbaren Zittern der Stimme '3D* erhältst
vou mir kein Geld, denn ich weiß, wozu Du eS habey
willst, und Sünde gegen Unsere Kinder wäre eS, wollt«?
ich Deine Ansprüche befriedigen-'
'Weib, mach' nt'ch nicht rasend schrie er, während
seine Hände sich ballten, und krampfhaftes Zucken sei«
Besicht verzog. 'Gieb mir die 2000 Franken,die ich brau,
che, oder Du bringst mich dahin, daß ich thue, waS «ich
gereuen möchte/
'Thn, was Du glaubst verantworten zu können/ «fr
Dir

GW« i ch?
Die Gründung von Maryland.

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