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Der Westbote. [volume] (Columbus, Ohio) 1843-1871, December 20, 1866, Image 2

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/fSfcer SVeMotr.
WlwSMedeu von Reinhard und Fieser.
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I
u
Neger- und Frauen Stimmrecht.
'Der ^tnat des Congresses debattirt jetzt über eine
Vm,'welche da* Neger-Stimmrecht ohne jede Bc
f1 -fcingur.g in der Hauptstadt Washington und im gatt«
zen Columbia Distrikt überhaupt einführen soll.
Um die Radikalen, die den Schlachtruf.allgemei«
M8 Stimmrecht/ fortwährend im Munde führen,
einmal auf tie Probe zu stellen, beantragte Sena
tCT Cowan (Johnsonmann) eine Verbesserung des
Anhalts, daß nicht blos den Negern, sondern auch
den Frauen deS Distrikts das Stimmrecht übertra«
gen werden soll. Der Antrag fiel wie eine Bombe
unter die Radikalen. Wade und noch ein paar
rUur*etfeste"
erklärten sich dafür, andere nahmen
die tlu6fh:cht zu Hülfe, daß sie zwar für Krauen
Stimmrecht seien, daß sie aber die Frage nicht mit
fcft vorliegenden Neget-Stimmtechtöbill ju vermi
schen wünschen. Nach mehrtägigen Debatten kam
Eowan'S Antrag am Mittwoch zur Abstimmung
und wurde mi: 37 gegen 9 Stimmen verworfen.
Soviel für die Phrase „allgemeines Stimmrecht."
Die Bill, welche den Negern des Distrikts das
Stimmrecht geben soll, wird jedenfalls in beiden
Häusern pasfiren. wie sehr die Bürger Washingtons
auch dagegen protestiren. Hübet die schädlichen
Felgen dieser Maßregel bemerkt der Baltimore Cor
i -respondent:
In Washington, h. unier den dort ansâßtqen
Bürgern, hat der Vorschlag, den Neger» deS Di*
striktes Columbia das Stimmrecht zu verleihen, er
bebliche Sensation hervorgerufen. Um die Sen
fatten richtig zu verstehen, muß man die Thatsache
im Auge behalten, daß gerade der Distrikt Colum
Bio die werthlostste Nrzerbevölkerung in der ganzen
Urion aufzuweisen hat. Washington war während
%tt Krieges und nach dem Schlüsse desselben das
Mecca des schlimmsten Theiles der Neger Virgini
«n'S, Maryland's und deö Sudens überhaupt.
Dorthin zogen sie und fanden unter den Fittichen
ter congrcssionellen Fanatiker und Partheigänger
-/Schutz, Brod, Obdach und Kleidung. DaS Land
mußte dafür zahlen, wäbrend die Neger faullenzten
tind nunmehr ein Proletariat dort geschaffen haben,
wie eS die Bundeshauptstadt niemals zuvor beses»
fm hat. Mit diesem Proletariate nun gedenken
v%ie Fanatiker, indem sie den Negern das Stimm»
-rtcht verleihen, sich die weiße Bevölkerung deö Di#
PrikteS, die zu neun Zehnthcilen gegen dt: revolts
l5tfcnäten
fencssen
zu machen- Inzwischen hegen die Grundbesitzer
Washington's die wchlbcqründete Befürchtung, daß
fcte Aufocircyirung deS Negerstimmrechies ein ge»
teisscntcHs, über daS Mein und Dein eommunisii»
ßche Ansichten hegendes Element an die Spitze der
Stadtverwaltung bringen wird. Die Folge dieser
Befürchtung bekundet sich bereits durch die langsam
"mst sich gehende Ei.iwcrthung des Besitzthums. Die
.--Aauaiiker werden allerdings crfiäi'cii, das sei nur
^»Une gerechte Strafe für die antirepublikanische Ge
Hnuvng der Washingtoner, und ihre Geflnnungs-
im Norden werden ihticn Beifall klaischen,
oben sie doch nicht darunter zu le'den, sondern
^chielmehr die Aussicht, daß ein großer Theil detwci-
Hen Bevölkerung des Distrikts dadurch gezwungen
Werden wird, anderwärts eine Heimath
»Am sich der usurpatorischen Maßregelung
Wtesses zu entziehen.
i
Tie Ncgclstlmmrcchtsbill passirt.
Die Prophezeihnng, die wir in dem vorherge
henden Artikel auesprachen, hat sich rascher erfüllt,
4tls wir glaubten. Die Bill, welche den Negern
4*1 Gchm.lta Distrikt das Stimmrecht ohne jede
^"ediügunz überträgt, pasnrte am Donncrftag im
tnale der Ver. St. mit 32 gegen 13 Stimmen,
et Vorschlag, daß nur Diejenigen zum Stimmen
erechiigt sein sollen, die lesen und schreiben können,
ar vorher mit 34 gegen 11 Stimmen verworfen
ctfctn, nachdem Sumner eine Rede dagegen ge«
alten halte. Sumner erklärte unter Anderem, daß
er Kongreß jetzt ein Exempel für die südlichen Staa
Den setzen müsse. Wie der Congreß jetzt stimme, so
werde der Süden stimmen. Knüpfe der Congreß
die Bedingung des Lesens und Schreibens an das
Neger Stimm-echt, so werde es der Süden auch
u n I e z a u e a n i e S i e e
schwarzen Loyalisten. Im Columbia Di
.sirikt müsse das große Werk der Reeonstruküon be
ginnen,
nach welcher die Eintracht der Union herge
füllt werden könne.
Der Crz-Fanatiker Sumner ist wenigstens ehr
lich. Er gesteht, daß die radikale Parthei die Stim
men der Neger zur Behauptung ihrer Herrschaft
braucht, und das ist in seinen Augen ein hinreichen«
'der Grund, um dem Lande das Neger Stimmrecht
aufzubürden. Nicht das Amendment, das nur als
Finte diente, sondern allgemeines Neger Stimm
recht, Cell hinfort den Eckstein der radikalen Sutcif
struclion bilden.
Gleichzeitig bat der Jaeobiner Stetten8 im
Hause eine Bill für die Wiederherstellung einer Ci
vilregierung in Nord Carolina eingebracht. Die
Bill betrachtet thatsächlich Nord Carolina als Ter
.ritorium und schreibt eine Convention vor, die am
20. Mai 1667 in Releigh stat-finden und eine
Staats Constitution eniwerfe» soll, welche aber, ehe
'sie Kraft erhält, vom Congresse genehmigt werden
muß. Für Delegaten zu dieser Convention sollen
alle männliche» Bewohner über 21 Jahre ohne Rück
ficht aus Hau'farbe stimmen, wenn sie lesen und
schreiben können oder $100 besitzen. Als Delega
ten sollen nur „Loyale" erwählt werden, die den Lo
yalitäiseid schreiben können.
De Ccu "css-'s für die
Hechtöbikl gestimmt.
zu
suchen,
Man sieht aus diesem Austreten der Radikalen
im Congresse, daß die Wiederherstellung der Union
und die Zulassung der südlichen Staaten so ein
feint ist als jemals. Die Radikalen haben einmal
ihren Kuh avf den Nacken des Südens gesetzt imb
sie sind nicht gewillt, tiefen Halt fahren zu lassen,
bis sie ihre Herrschaft für die Zukunft gesichert ha«
ben, was, wie sie glauben, nur durch die Ein
führung deâ Neger Stimmrechts gischehen kann.
Unterdessen leiden alle Interessen des Landes, die
Finanzen sind zerrüttet, die Geschäfte liegen darnie
der, ein Gefühl der Unruhe, der Unbehaglich?«! und
der Unsicherheit lastet auf allen Klassen, denn man
weiß ja nicht, was für Streiche dieser unfähige und
cotrnpteCongreß in den nächsten 24 stunden aus
führen mag, die n öglicher Weise das ganze Fun»
dament unseres Geschäftsverkehrs über den Haufen
stürzen mögen. Dcr Süden selbst das Dritt
theil des ganzen Landes liegt wie ein zweites
Polen, gefesselt am Beden und kann sich nicht re
gen, kann kiine Energie entfalten, so lange sein
Schicksal in den Händen eines fanatischen Congres
ses ruht. Dieses Gefühl und der Gedanke, daß er
von der herrschenden Parthei als Stiefkind, als ein
geächteter Veebrecher betrachtet wild, der keine Rech
te bestzt und nur von der Gnade des Congresses
abhängt, muß nothwendiger Weise seine Bevölke
rung täglich mehr entfremden. Die cnracke Liebe
zur Union, die sich gleich nach dem Schluss: des
Krieges hier und dort im Süden zeigte, bedarf der
Pflege und Aufmunterung, statt dessen übergießt
der Congreß die jungen Keime mit eisigen Schauer
bädern und wer will sich wundern, wenn sie nur
verkümmern? Aber «cö liegt den radikalen Fana
tikern an den traurigen Folgen ihres sträflichen
Treibens, sie besitzen die Macht und sind entschlossen,
sich dieselben für die Zukunft zu sichern und trenn
auch die besten Interessen des Landes darüber zu
Grunde gehen. Vernünftige Republikaner, die
nicht im Parthei Fanatismus gänzlich erstick» sind,
müssen nachgerade selbst gestehen, daß das Verderb
liche Treiben des radikalen Congresses nur zum
Ruin führen kann. Wer aber so abergläubig ist,
um sich einzureden, daß das Heil des Landed von
der Entführung des Neger Stimmrecht abhängt,
«it dem ist nicht zu rechten.
Die Neger Stimmrechtsbill für bet* District
Columbia pa stufe am Freitag im Haufe ohne Aen
derung, mit 118 gegen 4f Stimmen, mehr als ei
ner Zweidrittelmehrheit. Jede Debatte wurde durch
den Antrag sofortiger Abstimmung abgeschnitten.
Ohne Zweifel witd der Präsident die Bill mit sei
nem Veto belogen, aber eben so gewiß ist es auch,
daßtiue Zweidrittelmehrheit in beiden Hausern die
Bill, trotz des Vetos, zum Gesetze erheben wird.
Wo bleibt die Behauptung gewisser republikanischer
Chio Blätter, daß ihre Partei nicht für Neger
Stimmrecht sei? Mit nur ein paar vcreinzelnten
Ausnahmen, die gar nicht in Betracht kommen, ha« "venn fte es nur einmal ausspuckte 1" seufzte ein ar
W»die gefammten Republik«« t« beide» Häufet* Schl«kr.
Columbia Neger Stimm-
Extreme foIiÜfS
Richt zu oft kann das Volk vor allen Extremen
gewarnt werden. Nicht zu est kann es daran erin«
nert werden, daß es die extremen Politiker waren,
die daS Unglück des letzten Bürgerkrieges übet das
Land brachten. Politikern, die sich in (.fxtremenbe
wegen, ist schon deèbalb nicht zu trauen, weil sie
auf unsichern, gefährlichen Wegen wandeln und nie«
mals einen festen Boden unter den Fußen haben.
Kein Wunder daher, daß sie oft plötzlich von einem
Extrem zum andern hinüberspringen, wie wir es erst
neulich an der Chicago Times erlebt, die während
des Krieges die extremste, südlichste demokratische
Richtung verfolgte und nun plötzlich die Fahne des
Neger Stimmrechts aufgepflanzt hat. Solchen Cr«
tremen ist es rein unmöglich, die goldene Mittel
siraße zu finden, die einzig und allein festen Boden
gewährt sie schwanken herüber und hinüber wie
Betrunkene und sind folglich höchst unsichere Füb
ier, deren Leitung sich das Volk nicht anvertrauen
sollte.
Alle Partheien haben ihre extremen Auswüchse
sic würden nicht gefährlich fein, trenn sie die öeschei'
dene Rolle von bloßen Parthei Anhängern spielen
wollten. Abefdas liegt nicht in ihrer Natur sie
müssen entweder „herrschen oder ruiniren," eine
MiNclrolle gi'ebts gar nicht für sie. Ihr ganzes
Wesen treibt sie an, sich vorzudrängen, und sich wo
möglich an die Spitze zu stellen und ihre extremen
Ansichten, ihren Eigenwillen zum Gesetze für die
Par bet zu erheben. Können sie ihren Wilsen nicht
durchsetzen, fctuftn sie nicht die erste Violine spielen,
so liegt ihnen wenig daran, ob die Parthei siegt oder
unterliegt.
Partheien,die sich derFühruug von extremen Man
netn überlassen, können nur bei außerordentl. Gele
zenheiten an die Oberfläche kommen, können sich
aber in gewöhnlichen Zeiten niemals aus die Dan
er halten. Das Bleigewicht ihrer lxtremen Füh
rer muß sie hinunterziehen und das ist immer ein
.'Glück, denn unter der Herrschaft von extremen Lei
I tern kaun das Land niemals zur Sicherheit, zur
Stabilität gelangen, weil Niemand wissen kann,
welche extreme Schrulle ihnen morgen einfallen mag
und weil ihre ganze Richtung u ,sicher und schwan
kend ist und keinen festen Boden zur Unterlage hat.
Wir haben jetzt ein trauriges Beispiel davon.
Die republikanische Parthei, wie sehr sie auch mit
ihrer Macht prahlen mag, befindet sich gänzlich in
den Hauten extremer Führer, von denen sie trie ein
willenloses Kind am Gängelbande geleitet wird.
Was Hilsts, daß Tausende von ehrlichen und ein
sichtsvolleu Republikanern gegen die iximne Rich
tung eines Stevens, eines Wade und Consorten
protestiren Sie werden mitgezogen und müssen sich
mitziehen lassen, bis das Gängelband zerreist. Und
daß es zerreißen wird, zerreißen muß, darin liegt
der einige Trost. Die repr.blische Parthei wird
ihrem Verhängnisse nicht entgehen fönneu, sie wird
an dem Wahnwitze ihrxr extremen Führer und der
Corruption ihrer Schmeißfliegen zu Grunde gehen.
Die demokratische Parthei, wenn sie wieder zur
Macht kommen will, muß aus diesem Beispiele die
weise Lehre ziehen, sich vor allen Extremen
u n v o a e n e e e n o i i k e n z u
hüten. Sie muß die Wahrheit beherzigen, daß
der einzige sichere Weg über die goldene Mittelftia»
ße führt, und daß sie auf diesem Wege allein hoffen
kann, die alten echten und volksthümlichen demo
kratischen Grundsätze wieder zur Geltung zu brin«
gen.
Me Herrschaft der Spekulation.
Ueber Hals und Kopf haben beide Häuser des
Congresses die Bill passirt, welche die Neger im Co
u i a i s i i k z u s i i e n e n a
aber zur Hebung unserer zerrüttetensrinanzverhält,
nisse ist noch nicht das mindeste geschehen. Wohl
hat Schatzmeister MeCulloch in seinem Berichte in
gründlicher und am sührlicher Weise die Maßregeln
dargcthan, die zur Wiederherstellung geordneter und
gesunder Finanzzuftände nöthig sind und gegen die
Zweckmäßigkeit seiner Vorschläge ist, soviel wir wis«
sen, auch (ein Ginwand erhoben worden, aber in der
Ausführung derselben zeigt der Congreß nicht die
geringste Eile. Daß die zerrüttete Finanz Wirth
schaft Handel und Geschäfte niederdrückt, das scheint
diesen Congreß gar nicht zu kümmern ja viel wich
tiger ist es den radikalen Volksvertretern offenbar,
mit ihrem Radikalismus in der Negcrfrage Para»
de zu machen und ihrem Haß gegen den Präsiden*
ten und den Süden Ausdruck zu geben. Hinter
der Eile, mi^ welcher beide Häuser die Columbia
Neger Stimmrechtsbill passirten, steckt in der That
hauptsächlich der Wunsch, dem Präsidenten so schnell
als möglich einen Scklag zu versetzen und ihm zu
zeigeu, daß die Radikalen im Congreß mächtig ge
nug sind, um seiner Veicgewalt zu spotten.
Ein Vorschlag des Schc-ßseeretärs ging dahin, die
Nationalbanken zu verpflichten, in einer oder ver«
schiedenen großm Städten des Ostens für die Ein
to sung ihrer Noten zu sorgen. Die große Wichtig
feit einer solchen Maßregel ist einleuchteud sie bil
det den ersten nothwendigen Schritt, wenn wir end
lich zur Baarzahlung zurückkehre» und das gegen
wärtige Cchuindelsystcm verlassen wellen. Die
Rückkehr zur Baarzahlung aber allein ist daö Eine,
was uns Noth thut. Alle Klagen über übertriebe
ite Preise, über Unsicherheit und überfüllte Märkte
mit iniportirtcn Waaren haben ihren' Grund in
den Schwaukui g.lt des Werthes des Papiergeldes
und so lauge die Masse des Papiergeldes nicht da
hin leducut ist, daß jeder Papierdollar nicht heute
70 und morgen GO Cents werth ist, send cm zu je
der Zeit gegen einen vollen Dollar in Münze ein
gewechselt werden kann, so lange ist auf keine Bes
serung unserer ökonomischen Vethältnisse zu rechnen
und so lauge werden der teilten Spekulation Thür
und Thor offen stehen.
Aber es ist wenig Hoffnung vorhanden, daß der
obenerwähnte Vorschlag des Schatzseeretärs Beach
trug finden wird erstens weil dieser Congreß zu
sehr n it dem Neger und anderen radikalen Stecken
pferdon beschäftigt ist, um sich um solche „Kleinig
keiten" zu bekümmern, und zweitens, weil die aus
Kosten deS Voltes großgezogenen National Banken
bereits eine ungeheure, gefäyiliche Macht im Staate
bilden, die sich bei den Wahlen und in den Hellen
deö Congresses geltend zu machen weiß. Aus dem
selbeu Grunde düifen wir nicht auf eine Ermäßi
gung der Zölle oder auf ritte gerechtere Vertheilung
der Steuern hoffen. Die betheiligtcn Fabrikanten
und Spekulanten wiss-n einen Druck auf den Con«
greß auszuüben, der jefcn Versuch zu einer derar
tigen Reform vereitelt. Liegt dem Congresse ein
derartiger diesem Vorschlag vor, so schicken diese
Herten ihre Ag.men mit vollen Händen nach Wash
iiigicn, und es ist leièet schon so weit gekommen,
daß sich der Congreß gar nicht getraut, Maßregeln
zur Einschränkung dieser Monopolisten zu ergrei
fen. So ist in der Thal das Volk „verrathen und
verkauft," und wird von privilegirten Spekulanten
gerupft und geplündet diese Speeulauten beHerr
scher den Congreß oder wissen ihn wenigstens ein
zu'chüchteru, statt des verlangten Brsdes giebt man
dem Volke einen Stein, das heißt, man passirt tin
paar radikale Maßregeln und giebt damit den gto
ßcn £widetr. ein Spielzeug, womit sie sich beschästi
gen können, während man ihre Taschen plündert.
Wie die Aussichten jitzt stehen, wird der alte Finanz,
schivindel fortdauern, bis das ga»ne Kartenhaus ei
nes schonen Morgens unter einem allgemeinen Krach
zusammenstürzt. Gs sollte uns freuen, wenn wir
uns in unseren Voraussetzungen irrten, aber bis
jetzt liegt leider kein (Stund zu dieser Annahme vor.
Teltgnten zur Staats-Convention. In den
nächsten Wochen werden im ganzen Staate die
Wahlen von Delegaten zu: demokratischen Staats-
Couvenlion stattfinden, die auf den 8. Januar nach
Columbus berufen worden ist. Wir hoffen, daß un
sre politischen Freunde sich Überall an diesen Wah
len bethätigen, und dafür sorgen, daß nur zuver
lässige und verständige Männer als De!gaten er
nannt werden. ES ist eine sehr falsche Idee, wenn
man glaubt, daß die professionellen Politiker die
tauglichsten Delegaten abgeben viel besser wäre
eö, wenn die Delegaten frisch aus dem Volke ge
nommen würden. Eine Convention, deren große
Mehrheit aus demokratischen Farmern, Handwer
kern und Geschäftsleuten besteht, würde die demo
tatisichai Massen am tteuesten und tüchtigsten re
I präsentsten und die Ernennungen einer solchen (Eon«
oention müßten unter dem Volke gtoßes Gewicht ha
.en und allgemeine» Vertrauen erwecken»
»Morgenstunde hat Gold im Munde." „Sich,
Zieht nicht in die
t'.dt!
Tie (Rtntvchiimahl der Stâdtc hat sich stets im
Vergleich mit der Landbevölkerung enorm vermehrt,
und zwar in denVer. St.^t.ii mehr alz in irgend
welchem anderen Lande. Wahrend des Krieges,
der zvm 23.darf der Armee der Fabrikation teis hie»
dener Artikel einen unerhörten 'l'nbchrttt ig gab, so
daß die Fabrikanten kaum Arbeiter g',ng bekom
men konnten, war es seht »a'ittfi b, daß die Hand
werket und Arbeitet massenweise ttt die Städte
strömten, wo sie seht guten Lohn bekamen, weil bei
den vortheilhasten Contraeten die Fabrikanten ihre
Arbeitet gut bezahlen konnten und rnußfen, um der
Nachfrage genügen, oder um ihre Ccntcakie erfüllen
zu können. Mit dem Kriege hat freilich diese un
geheure Nachfrage auch aufgehört, aber die Leute
gehen nach wie vor in die großen Städt?, um sich
dort niederzulassen. Die unausbleibliche Folge
davon war und ist, daß auf dem Lande ein großer
Mangel an Arbeitskräften herrscht, so daß viel Land
unbebaut bleibt, ja oft die Frucht auf den Feldern
verdirbt, während die Städte mit unbeschäftigten
Arbeitern und Handweikern überiüllt sind, weiche
mit ihre» Familien Noth und Hitvget leiden. Vor
einigen Tagen sah Hr. Halliday, der als AuM'ehir
deS „Five Points" Arbeitshauses in New Aerk be.
ständig mit den atbeitklosen und unglücklichen ar
men Leuten in jener Stadt in Berübnmg kommt,
sich genöthigt, folgende Worte der Warnung vor
dem Andrang des VolkcS nach großen Städten zu
veröffentlichen:
,3"ebrn Tag kommen barfüßige, ttitfth'ifufe und bnn.iri'ge
Leute zu uns, bit yer-icttidi in trr *awn Stabl EUteit fvcÈten.
Al« tin Jmttnb der Striven will ich allen tu.fcefcfiafzt ten ?eIl
ten an an'ctven Drtcn sagen, femmt nicht na* New 1)mf
HS giebt hier viele Tansenbe von IV,innern und Weibern, dir
feine Beschäftigung fcaben und meistens Nvth leiden. Alle
Geschaftlzn eige sind mit Arbeitern überfüllt, und Tausende
wurden gtine tun die Kcst aiteitc.t Laßt die Unbeschäftig
ten Arbeiter auf'fl Vend qclien lind im Winter fur niedrigeren
Lohn arbeiten ei ist besser, als nach New Aork summen.*
Die Washingtoner Zeitungen sagten neulich, daß
in Washington über zwanzig Tausend mehr Leute
sind, als irgend Beschäftigung finden können. Tie
,5)ounq Men's Christian Association" von Chieago
veröffentlichte am 7. Deeember eine ähnliche War
nung. wie Hr. Hallidey von New Aork.
Diese Warnungen sind ohne Zweifel wohlge
meint, aber sie weiden schwerlich beherzigt werden.
In diesem freien Lande, wo kein Zut ft- und Ka»
stenwesen, fondern unbeschrankte Gewcrbesreiheit
(die jetzt freilich schwer besteuert ist) herrscht, siebt
jeder Emwohkier, wie jeder französische S«dat zur
Zeit des Kaiserreichs den Marschälleftafc itn Tor
nister (möglicher Weis:) trug, sein Taschenbuch für
groß genug an, um eine Million zu halten, denn
schon mancher, der anfangs nichts hatte, ist ein Mil
lionär geworden. Das Reichweiten geht abet hin
ter dem Pfluge zu langsam der ehrgeizige und
dollargtertge Amerikaner geht in eine große Statt,
um bald groß und reich zu werden. Wie bitter fin
det er sich getäuscht! Cine ihm angenehme Beschaf
tiguiig findet Keiner, der nicht einflußreiche Ver«
wandte oder Freunde hat. Wenn er nicht in den
Lastelpfnbl versinkt oder zum Verbrecher wird, so
muß er als gewöhnlicher Arbeiter oder Handwerker
ein elendes Leben führen bei d«G hohen Miethe
und den theuren Lebentmitteln in einer großen Stadt
kann er mit dem größten Fleiße nichte ersparen,
und feinen Kindern nichts als Armuth hiuterlaffeu
ja er muß sich glücklich schätzen, wenn et nur immer
Arbeit hat, denn viele Tausende irren arbeit- und
brodlos dort umher, wie die Berichte sagen, und
Noth und Elend sind dort zu Haufe, ohne gegtün
dere Hoffnung auf bessere Tage.
„Große Siädte," sagte der weise und große Jef
ferson, „sind die Krebsschäden des Landes." Haltet
euch fern davon, ihr üanlUute, und ihr, die ihr in
dcnsclber ohne Arbeit umhergeht und darbt, verlaßt
die großen Städte und geht aus'S Land diese un
geheure Republik hat noch viele Millionen Acker
unbebauten, fruchtbaren Landes sie hat Land ge
nug, um Hunderte vou Millionen zu ernähren. Zu
eimr Zeit durfte kein Bürger der asten römischen
Republik mehr als zwölf Acker besitzen ja eö ist
ein statistisches Factum, daß gegenwärtig in Hol
land und in der Schweiz drei Acker Land hinrei«
reichend sind, um eine Familie von fünf Personen
anständig zu ernähren. Hier haben wir ein höifl
liberales Heimstäitegefctz macht cs euch zu Nu
tzett, darbt nid t, und geht nicht physisch und mora«
Usch zu (Stunde in großen Städten. Wenn diese
Republik bestehen, und diese Nation die größte und
glücklichste auf Eiden werden und bl.iben soll, so
müssen die landwirthschaftlichet» Hülfe quellen die
ses ungeheuren, reichen Landes entwickelt werden«
Die Bevölkerung des Landes muß rascher oder tot«
uigsiens cbeuso rasch zunehmen, als die der Städte,
oder das numerische Mißverhältnis zwischen Con
sumentfn und Producenten wird in nicht ferner Seit
gefährlich.
SCS® Die mexikanischen Witten find in ein NN»»
es Stadium getreten, Max will positiv nicht abdan
ken, die (Sinnlichkeit und die Haudelschaft verspricht
ihn mit Geld zu unterstem und Gen. Sherman
ist unverrichteter Dinge nach New Orleans zurück*
gekehrt. Dadurch wird Sewards Programm be
deutend gestört. Siehe die Nachrichten w«»«r an
dein Spalte.
Possirlich ist die Nachricht von Boston, die
wit in einer andern Spalte dieses Blattes mitthei«
len, daß nemlich die dortigen Neger das demokra
tische Ticket stimmten. Sie thaten es freilich aus
Rache, weil ihre weiße» Parteigenossen treulos
gehandelt hatten, aber sie werden es später auch aus
anderen Gründen thun. Der Neger muß naturge
mäß der arbeitenden Klasse angehören und er besitzt
angeborene Schlauheit genug, urn frit her oder spä
ter zu begreifen, daß seine irahren Interessen am
besten von der demokratischen Partei geschützt wer
den. Wir sind daher krinesweges deßhalb gegen
Neger Stimmrecht, weil wir fürchten, daß die Ne
get ans die Dauer mit der republikanischen Partei
stimmen würden, fondern wir sind dagegen, weil
wir den Neger auf feiner gegenwärtigen Culturstufe
nicht für fähig halten, dies hohe tfiecht mit gehöri
ger Einsicht auszuüben. Die Radikalen begehen
den giößieu Widerspruch, wenn sie den Süden be
schuldigen, daß et den Sieger in viehischer Umrissen
bat gehalten hat und dann i« demselben Athem das
Stimmrecht für diese „viehisch Unwissenden" vet
langen. Den Negern, die eben die Sclavenkctten
abgeschüttelt haben, den Stimmzettel in die Hand
dttiiki.it, hieße mit dem heiligsten Rechte eines
freien Mannes den schnödesten Mißbraucy treiben
und müßte das ganze amerikanische Lürgerthum
zur elenden Karrikatur herabwürdigen.
Bo» Bostvu. Tic Neyer stimmen den demokra
tischen Zettel.
Beesten, 12. Dee. Das Resultat der berge»
sirigen Stadt.rahlen soll den Polizei Behörden
nicht sehr angenehm sein. Der Ma^or soll ent
schlossen sein, das Betragen der Poli^eibeamten und
des Geheimpolizei.Departements auf das Genaue
ste zu untersuchen. Beike Departements haben sich
seit einiget Zvit auf schmachvolle Art betragen und
der Mayor möchte sie auf eine chlliche Basis zurück
führen. Die Polisten waren mehr darauf aus,
Geld zu machen, als die Spitzl'uben zu fangen. CS
war intttessaut zu sehen, wie Montag tie Steger der
3 und (j. Ward für den Erfolg des temckieitif-ten
Tickets gearbeitet haben. Die republikanifchenFüh
rer hatten den Negern Süllen im Stattrathe ver
sprochen, aber im Caucus, in »reichem die Candida
te n nominiti wurden, wurden die Neger verworfen.
Darüber gerietheu sie in Zorn und rächten sich an
ihren treulosen Bundesgenossen dafür am Stimm
kasten. Dadurch aber ist das republikanische Vo
tum sehr bedeutend verringert worden. Die Neger
'haben sich die Idee in den Kopf gesetzt, daß sie nicht
länger mehr die Hetzhauet und Wasserträger der
Republikaner sein müßten und sie erklären, daß sie
es auch nicht mehr sein mögen. Seither haben ihre
Stimmen wenigstens ein Drittel der republikani
schen Majorität in der Stadt Boston ausgemacht.
Im Vergleich mit vorigem Jahr haben die Nepub
Itkaner 1U0 Stimmen verloren und die Demokraten
900 gewonnen. Die Demokraten haben in 12
Wards gesiegt und eine bedeutende Repräsentation
im Collegium der Ccuellmcinn?r. Die AUermäti»
ner find sämmtlich republikanisch.
W a s i n o n 1 2 e e e S u a I n
offiziellen Kreisen glaubt man, daß dem Surrat die
Begnadigung angeboten weiden wird, wenn et ge
treulich die Wahrheit sagen und als Zeuge gegen
alle jene Pttscuen Aussage machen trill, von denen
et weiß, daß sie mittelbar oder unmittelbar mit der
Ermordung Abraham Lincoln's in Verbindung ge
standen haben.
o n e
e n 1 1 e e I S e n a e w u e i e e
tc»t!e übet die Bill-n'tr die ?iv.tii(mmg des Neg't
Stimmrechts im .Columbia Dijlakt fcr\gcf fct. Co
Wau's Aulrag auch den Frauen de? ist 'ik^s'da«
Stimmrecht zu gewahren, wurde durch Anibony von
Rhode Island unterftfi^t »nid Co ran selbst hi?lt
eine tu 'toriRuche Rede dafür. Wade ron Ohio
erklärte sich i ffen dafür. Wilson bemerkte, er sei
dafür, aber nicht in dieser Bill. (St erflirte, daß
vor dem 4. März 1868 die Neger in allen Staaten
stimmen werden und gant gewiß in den südlichen
Staaten. £)ates von Illinois war ebenfalls für
Statten Stimmrecht, wollte aber die Frage nicht mit
dem Neger Stimmrecht verwickelt haben. Das
Volk habe sich durch die letzte Wahl für Neger
Stimmrecht erklärt und diese Bill erfülle nur die
Wünsche des Volkes. Die Debatte wurde biS 4
Uhr fortgesetzt.
I a u e w u e i e i e a e n w e e e
Präsidenten verbieten soll, Beamte abzusetzen. Ein
Antrag des Iseobiners Stevens, daß ^eder, der
vom Präsidenten für ein Amt ernannt, vom Sena
te aber nicht bestätigt wird, für ein Jahr lang un
fähig fein soll, ein Negierungsamt zu bekleiden,
wurde mit überwältigender Mehrheit verworfen.
Blos 18 Hin:met folgten dieseèmal dem Bock Tie»
veus, was »vir pflichtschuldigst berichten.
e n 1 2 e I S e n a e z e i e W i s o n
eine Bill an für die Be.bebaltung des Freedmen'S
Bureaus und die Vergrößerung feiner Gewalt
Die Distrikt Columbia Neger Stimmrechte bill ivur«
de wieder aufgenommen und Cowan's Znsc-tz für
Frauenstimmrecht verworfen. Dixon beantragte
ein neues Amendment, daß nur Diejenigen stimmen
sollen, die lesen und schreiben können. Im Hause
wurde seht viel geschwatzt und nichts gethan. Byers
dielt eine Rede zur Vertheidigung der Politik des
Präsidenten.
e n 1 3 e i e a u a e i e s S e n a s
bestand heute in der Passirung der Bill, »reiche den
Negern im Columbia Disirü, das Stimmrecht übet
tragt und schwere Strafe über Jeden vethängt, der
ihnen in der Ausübung dieses Rechte Hindernisse in
den Weg legt. (Wir haben über die Passitungder
Bill in einer anderen Spalte gesprochen.) $Jatf£
von Illinois legte eine Bill vor, welche voraussetzt,
daß dreiviertel der Gesetzgebungen der »-öidlichtn
Staaten zur Ann ab me des Constitutions Amend«
tnerte hinreichend ist, folglich die Zustimmung der
südlichen Staaten gar nicht nöthig ist. Im Hause
geschah nichts von Bedeutung.
e n 1 4 e e I n S e n a e e e W i s o n e i
ne Bill vor für die Errichtung einer Bibliothek, fftr
den Gebrauch der Anges-ellteu der Regierung. (Wir
haben ja Geld oder doch
{Siutden
genug.) Die
Aufnahme der Bill für die Zulassung von Nebras
ka als Staat »vittdc deantragt, Suwner erklärte sich
gegen die Bill, weil die Constitution des neuen
Staalcc den Negern das Stimmrecht vorenthält.
Wade wies Sumner putscht und bezeichnete ih^ aU
einen u praktischer. Menschen. Daraus fragte Sum»
iter, ob Wade bereit sei, Rebcll-m £taattn ohne Ne
ger Stimmrecht zuzulassen? Wade antac.ttte, wenn
die Rebellen Staaten das Amcntwent annehmen,
so sei dcr Congreß in Ehren verpflichtet, sie zuzu
lassen. Sberman hielt darauf eine Rede, in wel
cher et erklärte, die Union Parthei sei verpflichtet,
die Rebellen Staaten nach Annahme des Amend
ments zuzulassen. Weisen sie abet dasselbe- zurück,
so sei er dafür, daß jene Staatèregiernugen unter
militätischer Authorität, und trenn nöthig auf dem
Fundament des Neger Stimmrechts reorganisirt
werden. Der Senat vcriagte sich bis Montag.
Das Haus passirie ohne Amendment und ohne
Debatte die gestern im Senate passirte Bill für die
Einführung des unbedingten Negastimmrechts im
Columbia Distrikt. Morgen »vird die Bill nun
dem Präsidenten zur Unterschrift vorgelegt werten.
Bloß 4G Stimmen fielen gegen die Bill. 7 Re
publikanet stimmten mit den Demokraten dagegen.
e n 1 7 e I S e n a e e s a n i s v o n
besonderem Interesse. Im Hause wurde ein Be
schluß, der die ireitere monatliche Einziehung von
Greenbacks verbieten soll, mit großer Mehrheit aus
den Tisch gelegt. Ashley beantragte einen Beschluß,
der darauf hiuauvläuft, de» Peäsdcutcn in An
klagestand zu versetzen. Das Haue weigerte sich
indeß, die Regeln zur sofortigen Aufnahme des Be
schlusses zu suèpendiren. Von Fanatikern von
Mich-tgan und Iowa liefen Bittschriften ein, in
welchen 14 (vyu-te angegeben »rerden, »varum der
Peaßdcnt in Anllagezustand gesetzt werden sollte.
fftac&ci&jten aus Ohio.
o e k i a n o n a k e u n s e i n e
Frau von Springfield, O., fanden ihr drei Wochen
fites Kind am letzten Donnerstag Morgen todt bei
sich im Bette. Sie hatten dasselbe wahrscheinlich
im Schlafe erdrückt.
In Defiance »vutden'letzte Woche in einer
Nacht 19 Uhren, 14 Paar Stiefel, 12 Ueberrccke,
12 Paar Hosen, eine Masse Uhrketten, Ringe, te.,
gestohlen.
V o s i Z w e i k e i n e e n a e i n e
die Tochter eines Hrn. Cart in Putnam, und daè
andere die Tochter eines Hrn. Necly in Morgan
County, verbrannten sich so stark, daß sie unter gro
ßen Schmerzen starben. Die Kleid^des einen ge
rietheu am Kaniiufcuer und des anderen von einem
Haufen Spane, den es in der Abwesenheit feiner
Mutter ansteckte, in Brand. Die Acltetn sollten
ein wachsames Auge auf ihre Kleinen haben, die im
Winter sich oft sehr unvorsichtig dem Feuer nähern.
Die verschiedenen Eisenbahnen haben sich er
e e n e e a e n z u e o k a i s e n S a a s
Convention, die am 8. Januar in Columbus
statist,'dct, für halben Preis zu befördern. Alè
Candidalen für das Gouverneurs Amt werden Rich
e u a n u n v e o e o o k
nannt. Beide Herten würden der Parthei Ehre
machen.
A n e o e a s a e n e z e W o e z w e i
Personen in Ripley, Brown Cemuy, nämlich ein
Mann, Namens Cart, der kürzlich von Cineinnati
gekommen tu at, und ein Kind.
e S i w o S u s e e i e i e i
nem Leisten" leistete Hr. Garwood, ein ehtentvet#
ther und fleißiger
Schuhmacher
in Harveysville,
Watten Co., so lange Folge, biS et neulich 640»
GtiO erbte.
u e S a a i v o n A i a n e S a k
Co., erließ bei seiner letzten Sitzung eine Otdinanz,
welche das „Bummeln" (lotsen) an den Straßen»
ecken und Kirchenthüien verbietet, daS dort übet
Hand genommen hatte. Eine solche Ordinanz würde
noch in manchen anderen Städten gut sein.
Z w e i K n a e n N a e n s a n W e S u n
Georg Spring, von West Union, Adams County,
spielten vor etlichen Tagen mit einem Gewehr, das
nach ihrer Meinung nicht geladen tear. WellS
drückte dasselbe zum Spaß auf Spring ab, und der
Letztere empfing eine Ladung Schlot in ten Rücken,
»voran et wahlscheinlich sterben muß.
i s i e i e e s o s s e n I n a o n i n
County wurde eine Disiillerie, die thut Frau ge
hört, geschlossen, weil die Revenue Gesetze übertre
ten wurden. Das Etablissement »var i» voller Ope
ration, als der Beamte erschien und sie zuschloß.
e n A e i a e n 1 4 e w u e
Wm. G. A. Smith, »velcher den 70j:h igen John
Gray am 29. October 1664 etwa sechs Meilen west*
lich von Wa hi-igton, Fayette Co., kaltblütig er
mordete und b-raubie, dort gehängt. Sein Mit
helfet und Schwiegersohn John Adams wurde des
Todtschlages schuldig befunden, und zu 10 Iahten
Gefangenschaft in der Penitentiary verurtheilt, wäh
tend Smith, der aus dent Pickaway Couuiy Ge
fänzniß, wohin er, um ihn in sicheret Haft zu Hal.
ten, gebracht tvittfce, entsprang, auf freien Füßen
»vat. Endlich »vurde er wieder cittgtfangtn, und
erlitt am obengenannten Tage die wohlverdiente
Strafe für fein fcheusltches Verbrechen. (3r leug
nete die That lis zu seinem Cnde. Die Hinrich
tung geschah heimlich itn Gesängnißhcf, wie auch
bekannt gemacht worden war, aber trotzdem befan
den sich eint stoße Anzahl Neugieriger auf dm Fen.
cen und Dächern in der Nähe, allein Keiner konnte
die Execution sehen, denn der Galgen »var mit ei»
net zwanzig Fuß hohen Fence umgeben.
Z w e i e u e i n e n s e n e s a N a e i i s
David Moore und sein Weib, in Netv Lexington,
Petty Co., wurden am letzten Mittwoch amtnt,
weil sie ein neunjähriges, at. sie überbundenes Mäd
chen so unbarmherzig ügelien, daß es eist paar
Stunden später sta,b. Die Bürger waren sehr er
fcittert, und Manche waren dafür, Moore au6 den
Händen deS SefetzeS z« nehmen und summarisch
bestiaskn.
a k o a n s e e a e z e n i e n s a a
Dpernbans in Hamilton arbeitete, glitt ans und
fi.l 30 tief. Er »i\u so fch.rer verletzt, daß
m.".n an fri-iem Aufkom.ueii zweifelt.
I s a a k Carpenter, der vor kurzem seinen Ba«
ter durch einen Stein iritis to) etc, ist zu 10 ^avren
Gefängniß in dec Penitentialt verurtheilt. Der
„L.'ad.r" fieri, daß er bei der Veilesunq des Urtheils
ebense gleichgültig blieb, als er stets seit der schreck
lichen That war.
o i n O i o I n i a n o u n y s o
das Goldfikber in bedenklichem Grade vorherrschen.
In der Näfce von Belleville, an der Sanduèky und
Mankfield Eisenbahn, soll Gold in kleinen Stücken
mit Saud vermischt gefnnCen worden sein. Es sol
len bereits Cclumbnèet, Cincinnati« und Nero Por
ker Specula, ten aus dem Platze sein und Vemiche
mit der „Waschpfanne" sollen die Unternehmet übet^
e»gt haben, tan sich die ?ache bezahlt. (Sine ®e*
tischest hat bereits Land gekauft, um daS old su
chen systematisch zu betreiben. Wir ziehen es vor,
die Sache abzuwarten, ehe wir nach chlandCoun
ty auswandern.
i n a n s i e N a e n s i e w u e i n
Brown County von einem jungen Halunken, Na
mens Newman, in den Kopf gefchosten, mit dem
Gewehikolben geschlagen und um 660 beraubt.
Beide gingen zusammen anfder Landstraße entlang.
Nttrtnamt kaufte etwas von dem Hattimr und be
ging die That, wahrend dieser Über feinem Pack ge«
bückt stand, um die Sachen herauszunehmen. Nach
einet Weile erholte Miller sich so weit wieder, um
sich nach dem nächsten Hause schleppen g» fforotn.
Det Schurke ist noch nicht eingesaugt».
Notisk»..
i e a i k a e n i o n e a e n e z e i n e
Prcyet Meeting ('Siebet Versammlung) organisirt,
die wöchentlich stattfinden soll Wenn irgend Je
mand das Beten nöthig hat, so ist es dieser Con
greß. Wir fürchten nur, daß ihr Beten wenig nu
tzen wird. Das Gebet der Gerechten vermag viel,
aber an den Gottlosen, die nut mit den Lippen be
ten, hat der Himmel wenig Wohlgefallen.
Die Nachricht, daß Gen. Sherman nach
Netv Orleans zutückgekehrt sei, bestätigt sich nicht.
Wenigstens hat die Regierung noch keine offieielle
Nachricht, daß Sherman und Campbell zurückzu«
kehren gedenken.
s e Schrei 6«innen. Unter den
ireiblichen Cletke im Schatzamte in Washington
herrscht grore T-übsal. Scratzmeistet MeCnlloch
will sie abschaffen, »rogegen sich diese theuren See
len gat sehr svetten, denn der Gehalt ist gut und
die Arbeit nicht gar schwer. Gr hat ohnehin ein
hundert zu viel, da sich seit dem Kriege die Arbeiten
bedeutend verringert haben. Da aber jede hübsche
Schreiberin mindestene einen oder mehrere Freunde
oder Vettern im Congresse besitzt, so wird es schwer
halten, sie los zn werden. Die angestellten Ladies
denken: ui.tntâlt Onkel Sam so viele männliche
©nirmler und Tagediebe, so sann er auch uns auf
der Tasche behalten.
Unter der Bill, die der Congreß eben passirt
hat, sann künftig in der Bundeshauptstadt Wash
ington jeder Neger stitrmen, der das 21. Jahr er*
e i a S i e e s i a e e i n E i n e w a n e
ter, und wäre er auch der gebildetste, in Washing
1cn an, so muß er volle 5 Jahre warten, che er stim
men darf. Dae heißt man im radikalen Kauder
welsch „allgemeines Stimmrecht."
V e w e e n I n y n n Massachusetts, klet
terte vor einigen Tagen ein verwegener junger
Mensch auf den Thurm dcr neuen Baptistcnkirche,
der 170 Fuß hoch ist, stand, ebttehl der Wind sehr
stark webte, auf der Spitze ein paar 'SJlinuien auf
dem Kopf, und kam wohlbehalten tvieder herunter.
i e e S w e e A i n s i o e n
fing es in der Umgegend ton Buffalo, N. U stark
zu schneien an, und bis Mittag war der Schnee
Zwei Fi tief Zwri Locomottven blieben auf der
Lake Shore Bahn in einem Schneehaufen stecken,
und die eine brach ihren Schaft, so daß sie auch nicht
zurückgehen kennte. Der Zug blieb die ganze Nacht
hindurch stehen, und die Passagiere hatten sich zu
gedulden, bis am Ende sechs Locomotive» kamen
und sie f-rtzogen.
i e a e n i n e n A z u s k a n e n S e w e s
in Wien sind velmittelst grünen Vitriols oder schwe
fclsautcn Cisins so wiiksam vertilgt worden, daß
Pros. Hyrtl, der neulich einige Ratten zu feinen
Experimenten gebrauchte, große Mühe hatte, sie zu
bekommen.
e u uns.— Aus Oregon wird geschrieben:
„Dies Jahr war für den jungen Staat ein seht
fruchtbares und segensreiches. Unsere Mitten lie
ferten eine seht reiche Ausbeute, und eine sehr gute
und reichliche Actnte lohnte dem Landmann feine
Mühen. Ueber den ganzen Staat hat wirklich das
Füllhorn seinen Segen autgeschüttet, und die ein
rige Klage, die man hört, ist, daß der zu große
Ueberfluß an Allem die Preise sehr herabdrückt."
o e i e s a auf e i n e E i s e n
bahn. Hett Caleb Lyon aus Lyonsdalc, N. N-,
früher Gouverneur von Idaho, wurde vorgestern
auf einem Bahnzug von hier nach Washington um
$47,000 beraubt. Cr trug das Geld in ei.«et
(Seltsame um den Leib, da ihm dies aber unbe
quem wurde, so legte et sie unter seinen Kops und
schlief ein. Als er wieder erwachte, lag sie leer ne
ben ihm.
i n i s s o u i e e s u e i a o I n e
letzten Freitags Nacht machte er die Fenster seines
Zimmers im Hotel zu, blies das Gas aus, gina zu
Bett, und »var am nächsten Morgen ein todter Mis
sollrier.
A e a n n i e a s a i k e n y
und Scott in Birmingham, bei Pitttburg. brannte
in der Samstagënacht nitfett. Verlust #33,000,
Versicherung §25 010.
Vor ungefähr drei oder vier ?a5ren verschivand
ein deutscher Udrtnacher Namens Jchn Morall, ein
Ginwobnet von Butler, Pa., und schon damals
veeminhete man, daß cin Mord stattgefunden habe.
Morall durchreifte nämlich mit feinem Vorrath da?
Land und trug gewöbnlich eine bedeutende Summe
in Baat mit sich. Alle Nachforschungen blieben
erfolglos, bis neulich (Sit'ei.bahtiatbciti't in der Nahe
der Stadt Cunningham auf die Ueberreste eines
menschlichen Leichnams stießen. Aus den zugleich
aufgefundenen Klcidctf.tzeu und sonstigen Effekten
stellte es sich heraus, dah das Gerippe das des vet
fchellenen Uhrmachers sei, und kann nun gar kein
Zweifel mehr obwalten, daß et auf gewaltsame
Weise um sein Leben kam. Werden jemals die
Mörder ermittelt werden?
In der Nahe der Wclfèinsel^am Mississippi,
fand ein alter Jäger $7000 in Gold. Sie waren
in einem alten Korbe vergraben.
a a k s -G n e Connecticut-Zeitungen
melden, daß die Tab«cks-£rndte am Connecticut
Flusse oberhalb Hartford eine merkivütdig reichliche
sei, obgleich sie in der Reise um eine Woche zurück
ist. Die Farmer halten sie für die reichlichste Ernd
te, die je erzielt wurde und schätzen dieselbe auf eine
Million Dollars.
Auch von Indiana kommen sehr günstige Nach
rich en über tie Tabacke-Tnidte, nnd dieselbe wird
groser und von besserer Qualität sein, als je zuvor.
E i n e S e i e n -W a a e n a i k s o i n S a n
Jose, Calif., errichtet werden. Den Unternehmern
sind zum Bau 2b Acres Land überlassen worden
und beabsicvtigen dieselben sofort Fabrikgebäude so
wie Wohnhäuser tut die Arbeiter, die zum größten
Theil aus Deutschen und Franzofen bestehen wer
den, zu errichten. Californifche Zeitungen empfeh
len dringend den Anbau von Maulbeerbäumen und
die Zucht von Seidenraupen.
Gin französischer Capitalist hat Hl«
600,000 geboten, trenn man ihm die Eintrittsgel
der zu der nächsten Pariser Auesiel.nng überlassen
wolle. Dad würde Die, welche Garantie geleistet
haben, von aller Verantwortlichkeit befreien nicht?
testetet! iget wurde das Anerbieten nicht angenom
men.
K e i n s a e U a n k e e i w a u k i e s e i
ein Correspondent eiiieS Wechselblattes: Sie erin
nem sich wohl der neulich in allen Zeitungen cur»
sirenden Notiz von dem „Blitzschlroben", der in sei»
nem ächt schwäbischen National Cosiüme, mit Drei
spitz, gelbleditnen Kniebosen, der rothen Weste mit
cut Sechepsündet Bleiknepfen, dem blauen, bis
auf die Knöchel teichenden Rock und einem Ulmet
Mascrnkcpf zwischen de« Zahnen, im Often bausir-
te und die Leute mit ächtem Kitschengeist anschmiert«^
Ter ließ sich w-naste»s nicht erwischen, wie kurz»'
lich kill „f.narir«: Aankee liier, '.reich r, v?ii kntney
mend Aeußeren und auf's Sorg'ältigste gekeeidH.
mit4iiura Dckitmerte von Store zu Store ging,
des Jnbalts, daß „Vorzeiget dieses das Unglück hD»
be, taubstumm zu fein, wahrend eine betagte Mut
ter und jüngere (Ürichiristet ri» von seiner Unter
stützung abbingen fcjß ferner seine Redlichkeit u*b
Kii d-t liebe di» allgemeinste Bewunderung erregte»,
wkßbalb et der Theilnab'ne eineS vereh-lichen Pufr*
Itkumè hiermit angelegentlichst en'ptohlen werd«.*
Aus dieses Dokument gestützt, verkaufte er paisä»
mitte Seife, oder einen ähnlichen Artikel, der ihm
2 Cents kostete mit dem mäßigen Profi» von 2000
Prozent und machte brillante Geschäfte, bis ihn fein
böser Stern in eine unserer ersten Cllenwaaren«
Handlungen führte, wo er sofort einem der Clerk?
seinen wahrhaftigen Schreibebrief vorzeigte. Wäh«
rend dieser sich in das interessante Aktenstück ver
tiefte, trat ein College v' ihm und bat sich für ritterf
Augenblick seinen Bleistift aus: da ließ sich unser
Uankee vom Satan blenden, und von seiner n at fit»
lichen Gutmüthigkeit und Gefälligkeit überwältigt,
ließ et sich die Worte entschlüpfen: „Allow me to
lern! you mine." Erstarrt schaute der Lesende den
armen Taubstumme« an, welcher so plötzlich Ge
hör und Sprache wieder erlangt hatte atet auch
diesem siel es«in demselben Augenblicke wie Schup
pen von den Augen das Opset der Redlichkeit und
Kinderliebe machte-sich auf die Socken und ver
schwand seitwärts in die Gebüsche/
e i s i n o u i s i a n a (Sine Louisian»
Zeitung sagt: „Sin Pflanz« in Terrebonne sagte
uns neulich, daß die Nrièärnte in jener Gegend ca.
sechs Fasset reinen Reis giebt, wo das Land nicht
unter Wasser ges-tzt wird, und zehn Fasset, wo es
unter Wasser gesetzt wird. Ein Faß reinen ReiseS
hält drei Büschel, und teiegt von 250 bis 300 Pfd.
Zehn Fässer, jedes zur2ö0Pfd., und das Pfund»»
sechs Cents gerechnet, geben $3C0 pet Acker. 100
Acker würden demnach bei dem niedrigsten Aernte«
ertrage $9,000 bringen! Det Reis ist leicht zu bau
en, und nicht allein eine sehr gute, werthvolle Frucht
für den armen Bauer, sondern auch für den reichen
Pflanzer seht einträglich.
i e ö e i n o i e e i e e n S i e
ler Tn ssel im letzten September in Chicago tödtete,
i s e e n s e n e u n e u n z n e i n e
Jahr Gefängniß in der Penitentiary verurtheilt
worden.
8400 wurden neulich dem Major Haut für ei
nen Gang von vier Meilen durch da« Gericht zuge
sprochen, was sicher gut bezahlt war. Die S che
vtriult sich folgendermaßen Der PrciS des Tickets
von Manésield nacb Crestline auf der Pittßburg,
Fett Wayne und Chicago Eisenbahn ist 50 Cents,
wenn eë auf der Station gekauft wird, aber die
Compagnie fordert 85 Cents, wenn das Fahrgeld
in en .st arten beza dlt wird. 93et etlichen Wochen
vergaß Major Haus ei« Ticket zu kaufen, und wei
gerte sich anfangs, die 3d Cents extra zu bezahlen.
Der Zug wurde zum Stehen gebracht und der Ma
jet abgesetzt, obwohl er sich zuletzt dazu verstand,
die verlangten 85 Cents zu zahlen. 6t verklagte
die Compagnie, und erhielt die obige Summe zuge
sprechen.
Große Steuer. Betrügereien in New Aork.
Der Regierung trat es feit geraumer Zeit be
kannt, daß nicht nur Whièky-Destillateurc, sondern
auch Tabakötabrikanten das einträgliche Geschäft
der Steuerdefcaudation betreiben. Die Agenten
des Schatzamtes, Wm. Richards undJohn P.Lin
ton, wurden hierhergesandt, um den Missethätern
auf die Sput zu kommen. Das Resultat war, daß
Alexander Roß und D. L. Sharkey, von der Fit
ma A. Roß u Co., und Daniel O'Neil, der au
gebliche Nachfolget derselben, verhaftet und vor Bun
deèccmmissar Cefcorti gebracht wurden. Sie sind
beschuldigt, wissentlich falsche Angaben gemacht und
beschworen zu haben.
Cin anderer Partner, Joseph I. Uates, welcher
das Gerücht auegesprengt hatte, nach Florida ge
gangen zu sein, »vurde gestern Nachmittag in der
Nähe von Ave. gleichfalls verhaftet. Man fand
sehr intcrresiante Dokumente bei ihm.
Aus den Büchern der genannten Firma geht her
vor, daß etira 400,000 Pfund Taback, welche fabri
cirt wurden, keine Steuer bezahlten. Eine große
Zahl von Testillerien ist gestern wieder mit Beschlag
belegt »rotten trie denn die meisten dieser t^tatlisse
aiente in New §)ctf und Umgegend die Operatio
nen gänzlich eingestellt haben.
An allem Diesem trägt der hinverrückte Kongreß
rineniheils und iaë ccnupte, betrügerische Steuer
personal auf der andern Seile die Hat-pischnld. Wo
immer unerschwingliche Steuern auferlegt werden,
haben Schmuggelwesen und Steuerdesraudation am
Herrlichsten geblüht. Durch die wahnsinnigen
Steueransätze hat der Congreß die Henne, die dem
Nationalschatze goldene Cier legte, getöfctet, die
Corruption und den Betrug legalist« und zur Noth
irentigtcit gemacht. Was der Congreß in dieser
Hinsicht nicht selbst fertig brachte, haben die Steu
etfreamten glorreich vollendet. Erst nachdem das
Geschäft so offenkundig und im größten Maßstabs
betrieben wurde und sich die „radikalen" Steuerte«
am ten alle Taschen gefüllt satten, fand matt 8 für
passend, einzuschreiten. (N. §). Journ.)
ßMr haben neulich einige Notizen über diesen an
gehenden Staat gebracht und ergänzen dieselben
heute nach den Mittheilungen des „Nebraska Volks
fclatt
Der größere Theil des Bodens von Nebraska ger
hört der Bundesregierung und kann entweder von
derselben zu 60 Cents bis Hl 25 per Acker gekauft
oder kiaft der Heimstättebill in Besitz genommen
»Verden. Schon cultivirtes Land bringt je nach den
Verbesserungen und der Lage natürlich höhere Prei
se bis zu $f)0 pet Acker. Von der Hauptstadt
Omaha City befindet sich die Eisenbahn nach Cali
or nie n bereite 300 Meilen westwärts tm Betrieb.
Der Boden eignet sich vorzüglich zum Anbau von
Getreide, Taback, Z- ckerrkbni und Reben es wird
gegenwärtig viel Wein von wilden Trauben ge
macht. Holz ist knapp, und dies bildet die schwa
che Seite von Nefcraéka doch ist der Holzmaugel
nicht so groß, nie es oft heißt.
Den Handwerkerstand anbelangend, dürfen Bau
und ^'iSbel.Schreiner. Schmiede, Schlosser, Was«
fett» und Blech'Schmiede, Maurer, BacksteinlegO
und Sun.hauer, Schuhmacher und Schreibet, sow
wie Mecha iker jeder Gattung sich schon jetzt getroM
nach Nebraska begeben, um dort selbst ausreichend^.
Beschäftigung und guten Verdienst zu finden. Bas
st.ii'.leger «halten $0 de», Tag, Bauschreil er 84 5(
Taglöhner 63, Frauenzimmer für Hausarbeit
die Woche. Farmatbeiler erhalten durchschnitt!^
Jahr ans Jahr ein 25 bis 30 Dollars nebst Kost
p.r Monat.
Das Geld ist augenblicklich taar, deßhalb ge
hen „mitleidige" Spcculanten in Washington mit
dem Plane um, die Circulation det Nationalban-,
ken um 100 Millionen zu vermehren. Das erin
nert uns an die smarte Hau«, ft
au. Sie ha'te den
Kaffee für die Familie schon gekocht, als noch mefj#
Nuffeeschwestern zum Besuche kamen. Die fmarkt
Ftau wußte sich zu helfen sie tief einfach ihrW
jütenftmagd zu Susan, schütte noch mehr WassG
auf, es sind noch drei Gäste gekommen. Und sicher
der Kaffee reichte herum und es bekam jede zwet
Tasse». Die Nachbarinnen machten freilich die
Tntdeckung, daß det Kaffee bedeutend das Fieber
hatte und sehr dünnet Natur war, aber es war doch
Kaffee dem Namen nach.
Die New Aorker „Tribune" fordert den Con
greß auf, dutch (?thöhung des Zolles auf Wollen
waaten die Wollenfabriken zu retten. Trctzfctm
der Zoll auf Wcllenfabrikate jetzt durchschnittli
fünfzig Procent beträgt, »vill die „Tribune", da.
derselbe noch erhöht werde, damit die Consumenten
noch höhere Preise für Wollenfabrikate zahlen muf
fett und noch mehr Geld in die Taschen der mm
nursatten Fabrikanten Nue Englands fließe. Je
höher die Einfuhrzölle sind, desto mehr müssen Mt
Consumenten bezahlen, und da die reichen Fabri
kanten die republikanische Presse und den Congreß
regieren und (tn großer Theil des Volkes noch im
met an der Neguinai.ie leidet, wild das Volk wohl
die 9t:ch.iun3 bezahlen müssen. Wenn kein Zolk
auf Wollentvaaten wäre, würden wollene Kleider
mindestens ein Drith! weniger kosten als jetzt.
Wenn aber die Fabtikanten ihren Willen durchse«
gen, weiden die Preise bald noch Höher steigen. Erst
trenn die Neger Epidemie aus n Vereinigten
Staaten vers^ivunden und die demokratische Partei
wieder zur ü/uefct gelaugt sein wird, können wir
ms billigere Preise der KleidungSstoffe rechnen.

Mb u S, ben 20, December
Tendenzen des Congresses ist, unterthänig
Nebraska.

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