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Der Westbote. [volume] (Columbus, Ohio) 1843-1871, December 01, 1870, Image 2

Image and text provided by Ohio Historical Society, Columbus, OH

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ÄieCortefwHfl iäf fei^fejÂtlftHtHfie ßage der Pav^
r.r_-' 8tbt«tu«i echätt, daß Butter erst
âoekHe èéflf Ifbtfèr^» Heike» Hause geutcfch war
.. Und mit dem. Prästdeuleütkr zweistündige Unterre«
¥tiflg âxpstöjeq^atte. ff TffßtfWt dahetanmhmen,
Ii« 'vö Her S«W«»»mq bt$ PrâAdeuten sprach
11 MseiüeÄude 6lS eiueOrt JNkUt" gelten soll.
liWtwWWButitt d«UMchu». dad diePartei
f#tibwieeiu WS*** dét dmolrotif cht Idee du
fr vmWchmeechi^ dutch dWNrwkwt« der Reb^Rion der»
viti*Wto)dM«1èie». H» destehe daher eigentlich fei
:^4 Oe4»jrßlich« Pakte! ntelfh Der demokratischen Par
tei fehle jetze Grundlage einer großen Partei die
WjtstMx Bekrittlung der Administration bilde ihr
'^'^HcinzeS politisches Capital. Nachdem der Redner den
'^Wunderbaren Erfolgs der republikanischen Partei
'^Hervorgehoben, bemerkte er, dab dieser Erfolg bloS
3dq* bq8 Bplk beseelenden Gefühl zu verdanken sei,
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HDfttdfc _•
Der Redner wiederholte dam», blchVKPartelgre«
^jMsd jieutlichverwssÄ worden seien. Die Repub
1i!tfii|r |obriirt)te ttnßti'mychen Fragen, die aus dem
ime^ero«Âfen^ gkfchlzichtet, uni es sei jetzt an der
großen auswärtigen Kragen zu lösen,
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r|éfret
Kriegmit stch brachte, namentlich die Reeon
letion d^ HvdelS «iü die Berichtigung btq
Insptyche «olmr ©ütflet und unseres Landes
tieften gegen66er, welche die Gelegenheit benutz
o",
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t», um fl#9 »Wferer bedrängten Lage Vortheile gn
ni|khen. Der Hauptsünder in dieser Richtung fei
»t-« England und seine Hauptsünde die Alabama Ge
schichte. JÜtt RÂner zählte die feindseligen Hand
$$$1 W. England habe das „SDomv
«AUif^Ä ^âckida" gegründet, um uns zu lähmen es
»-rl ra^e unfern Handel zerstört, den Krieg verlängert
^^âd unsere Heinde aneriavnt. Die republikanishe
^^»Dartei müsse sofort ukitEnglrnd abrechnen.
Es würde feige sein, mit der Forderung zu warten
OisEuy latch in einen Krieg verwickelt sei. Versäumt
'iÂSmqlanb, die geforderte Entschädigung zu machen,
u&i^o- haltè er ein neues Mittel vorzuschlagen, nemlich
"Sen Abbruch deS Handelsverkehrs mit England.
WWger Krieg sein und mit der Eroberung Can aba's
^ndeq. Republikaner und Parteigänger wür^
"Éf. «sag'eni lHiß ber Krieg von einer Mehrheit der
[nU vemotrMM! Partei unterstützt und daß derselbe
,,'t.âitè He Schaft der Republikaner in diesem
Lande für länger als eine Generation sichern würde.
OsSt« daher iipgland, wenn wir «nfer gutes Recht
.v iordern,«e«ist jem, uns Krse^ anzubieten) müßte
bann nicht jeberAmeritaner Mrer Majestät zur»
rDieS
v. „ffitittinB tfât in Versuchung
A naÄrM' blos eine Uebersicht der Rede
teleghlphischen Bericht, aber man ersieht
vollkommen, wo Butler hinaus will. Krieg
,'it3, MMglavd ist da« Yon ihm erfundene Patentmit^
r/tUW, um Hrant wieder zu erwühlen«nd die»
iiich :che»richast der republikanischen Partei zu verlängern.^
?. -Er sp«icht im Interesse und ohne Zweifel tm Auf«
?«rage BraMS, um zu erproben, wie das Land diesen
"'"èuPlm,'aufnimmt. Nun, unser schwerbesteuertes Volk
k-"« Hzird schwerlich bereit sein, den verlockenden Versu-
1
f*ltt, Ȁche
-bitfcftt
lachte». Hebet «Bs «*ee» fFthaeitidet, Mmtntlidh
über die Tarif» und Finanzfrage. Herrsche unter den
'^»WePVbManerit die größte Meinungsverschiedenheit
DerAbbruch unsere« Handelsverkehrs mit Eng
-r |ond 4p#d)t d»rt eine üRtöelxties hervorbringen.
.-z ßvLltzjchdmd und
chungen eines so heillosen Demagogen wie Butler
iu folgen und die Wiedererwähluug eines so trauri
gen und unnützen Präsidenten wie Grant durch einen
.^ueu iMeg zu erkaufen! .,
Mma« üder die
zu theilen
*»b die Demokraten feien darüber auch keineLwegeS
Er warf den Demokraten vor, daß ste den
Anschluß, vui San Homingo veMelt haben und
lvHlè d«t»Uhu», welch ci|t großer .S«eu" die
rchsthranè di^e» Graut'schen Plaues gewesen
Fraukreich, nachdem sie sich von ih
)'»erErfchöpf«ng erholt, würden uns alle unsere über
•'W ßlâsstge».Prsdukte abkaufe» und der Verlust unserer
u^sWaumwdlle'vnd unserer Vrovstoffe müsse England
Unberechenbaren Schaden zufügen. Um uns zu eirt
^Mädigen, sollte England stl^^Schiffsstatlonen auf
/'"^matca, Nassau und den Bèrutsd« Inseln an uns
Abtreten. WaS Canada anbetreffe, fsjei er (But
Jr) bereit/das dortige Volk dmch AbMuWuug sein
i nu ÉppG ttitâ«Iben zu lassen. DaS Verfahren Eng
land's in Bezug auf die Fischeretsrage au der cava
v Vtzifche» Küste sei geradezu schändlich. Würde diese»
'•3- ^drâS»»««» ameritanifcher Fischer nicht abgehol
V' fei»,sosèiâbewaWeterznsdmmenstoßunvermeid-
Zich und ^oünschtttyverth. K i
eg fei das einzige
i s e v e i e u n s e i
.^ ^»nKri«g milEvk^d tom,sch«n lassen könnten und
tiuttiftiUMtie fcöc«a,hfli sechzeh» huuderttavsend natu»
taliflrte Jrländer in den Ver. Staaten leben.
1091 tEin fvlcher Kriegc »ükde das ganze Land vereinige«
Mnd 6cif®8StiiJiHtixr unter unsere Flagge bringen.
»vafbü? ditJfrfeti au? dem Ocean und kein kost-
dem»
Siege.
::5? Sehr lehrreich und sehr behekzigenSwerth ist die
Vede, die der wiedererwähltè demokratische Gouver»
«Aeur Hslfman vor einigen Tagen in New York
»:»*tf hiâ trift) tU vie im kurzen Auszuge httx folgen las»
sen:
vm'* Die Gewinne ber demokratischen Partei in allen
^heilen des Staates New Pork und nahezu überall
'i in ber flhriicn Union, geben ein getreues Bild von der
^^!»»olWchen'Snmmung des ganzen Landes. Sie sind
die sicheren Anzeichen des großen Sturme», der die
•vi nAepiMitaNische Parthei überall niederwerfen wird.
:P)ie palit^che Revolution,die jetzt im Gange ist, wird
1 ntNicht eher stille stehen, als bis die elende Parthei-Re
una i» Washington mit ihrem gatkzen Anhange
chwundkn ist. Sie hat kein Recht des Volkes ge
etjugd itdt ihr burch bie Verfassung aufgelegte
Al mißüchtet. DaS Volk von New yort und in
andern Staaten kümmert sich wenig um die
*'6 ^âStamS-Rechte" in jenem verletzenden Sinne, in dem
ntifrtefeigBortf so »ft ausgesprochen werden aber es
5 ?kümv»ertfich sehr viel und besteht auf der unbehin
itten AuiKbung aller Rechte, welche ihm nach der
r|u
fa Oft
tââvthrend
UndeS^Verfassung zustehen. Das Volk hat das
«cht^sejneStaatsangelegenheiten und seine Wah
,«n selbst zu leiten, und dies wird es sich nicht wieber
vehren lalsen. Unser Sieg sollte uns jeboch nichts
kühn machen, gerabe wie frühere Nieberlagen uns
Wchlzu tiesgedemüthigt haben.
driW« Niederlagen geheime Segnungen
«Whe jedemFalle große Verantwortlich.
Veit auflegen. In den Stunden ihres Triumphes
jallte die demokratische Partei dieser Wahrheit ein
icl«8| ton und ihr künftiges Verfahren so einrichten,
/Haß eS^as allgemeine Vertrauen erweckt. Gerade
'»ie wir unsere Todten an Plätzen begraben, die wir
Üicht stets vor Äugen haben, gerade so sollten wir den
'"-b-Ulten Parteikram fern von u»iS liegen lassen und uns
Stit ganzer Kraft dem neuen Keben und den sich vor
a p$ttä auftauchenden Fragen zuwenden. Es sind ih
-1,3 *cc i)ie Menge Steuer- und Finanzfragen Er
,i-. .,Miedrigung der Bunde^-Ausgaben und der Bundes-
Bleuem FreibakMl Freiheit der Wahlen, und vor
allem und uberall die Stcherstellung des Rechtes frei
^zttZ Bürger, daß fie sich der Segnungen des Lebens
,-n fu&*ètf Bu»deSpech»ssung und unter einer freien
rfassitvgSmKßigtN Regierung unbeeinträchtigt er
en tööfltn. Unkte politischen Gegner haben es
veiftanben, unser Geld- und Finanzsystem auf
gnuNde BâstS zu erheben durch hohe Tari
begunstwen sie eise kleine privilegirte Klasse, die
ch «uf'ttofla» »et vielen bereichert ste haben den
tzrlche» GruNdfatz d^r BolkSreg»erung aus den Au-
G«u dert»«n, vertheidigen eine f. g. starke Regierung,
Mas»»ch«L er Erfahrung nichtSander« als em schwa
.-cheSâU ttdlU ÜueaUen eine allmächtige centra
tlfirte Regierung etnsühre«, die alle inneren Angele-
Kenheiteu der einzelnen Staaten controlirt und die
^.j^mltztsAHKnden alle Wahlen und Freiheiten des
,Ä0lJk«,lfWÄt mt gilt t§ in der nächsten Zu
lunft niebetjuwtrfe», eicht aber in bit Vergangen
heit zu
denem Wah
äuen, und dort nach werthlos gewor
'apital zu fuchen.MWW
Der Krieg, der Staaten und ihre BüraerHon ein»
ander trennte, ist längst zu Ende die Leidenschaften
und Gehässigkeiten, bie er rtseugte, sinb im Erlöschen.
Mit der Rückkehr des Frieden« *érb es ,«r Pflicht,
brüderliche Gesinnungen zu pMen und freundliche
Beziehungen zu allen u»s«re»
Mȟrgern herzustel-
len. Laßt uns inS neue Iaht-Wlit freundlichen Ge
sinnungen gegen Jedermann eintreten. Für uns,
die wir gesiegt haben, ist diese Aufgabe nicht schwer
wir können Großmuth üben, ohue.mlS ÄMNg an
thun zu müssen unseren Gegnern sollte Versöhn
lÄkeit.yuch nicht schwer fallen, sie haben ja immer
fttch Mcht-qenug, um sich nicht fürchten zu müssen."
Auch bie Beschreibung ber Zwangsmaßregeln, bie
dwvundeSlkliM'ung anwanbte, um den Staat New
«ort repudlit«nisch zu machen, ist der zweifellosen
Sa^ctzaftigteit des Redners wegen von großem In
teresse.
„In ihrer Noth um Mittel, durch welch« die cor
tuple Regierung das verlorene Gebiet wieber gewin
nen könnte, erhob sie baS Geschrei über Wahlbetrü
gereieti in New Pork. Diesen müsse ein Ende ge
macht werden. Angeblich um sie zu verhindern, in
Wahrheit aber, um die Bürger einzuschüchtern und
die Wahl zu beherrschen, wurden BundeSbeamte und
ein Theil der Ber. Staaten Armee nach New Pork
geschickt. Die demokratisch« Majorität in der Stadt
New Pork sollte um jeden Preis niedergebrochen wer
den. Ein Ver. Staate« Richter wählte die Beam
ten. welche die Wahlen leiten sollten. Viele Tau
send Hilfs-MaMälle umstanden die Wahlurnen in
allen Distrikten ver Stadt, jeder mit einem Revol
ver bewaffnet— die Regierung hatte wohl angenom
men, daß dies die geeignetsten Instrumente wären,
durch die eine ehrliche, nicht von Furcht beeinflußte
Wahl geleitet werden könne. Bundestruppen standen
in Reserve bezahlt aus den Taschen eines ohnehin
durch Steuern zu sehr bedrückten Volkes, sollten sie
auf den Besehl ihres Commandanten über das Volk
herfatlen. Der StaatS-Miliz, die ohne Bezahlung
so oft den Autoritäten zur Seite gestanden, wurde
von dem Präsidenten und seinen Rathgebern fein
Zutrauen geschenkt. Weder sie, noch überhaupt die
Behörben deS Staates selbst durften eine Hand in
der Wahlpolizei haben. Tausend« von Berhaftsbe
sehleivautben im Boraus von den Bundesgerichten
ausgestellt, um, »enn irgend thunlich, die Stimm
gebet an der Ausübung chres Rechtes zu verhinbern.
WaS überhaupt gethan werben konnte, um die Bür
ger einzuschüchtern, war gethan worden. Das erste
Mal in der ganzen Geschichte des Staate« New Pork
wurde ein planmäßiger Versuch gemacht, die Wah
len durch die BuâSgewalt zu deherrschen ich pro
phezeie, «aß eS auch das letzte Mal gewesen ist."
-m i
ry&ivt e. Reformi
No^5iei Monate, vom ersten MoKkssi lÄÄècem
der bis zum 4. März, wird der gegenwärtige radikale
Congreß regieren. Daß er die kurze Sitzung benu
tzen wird, um seine Macht soviel wie möglich auszu
beuten, baS läßt sich voraussetzen. Es sollte uns gar
nicht wunbern, wenn noch in aller Eile verschieben«
Landraubbills possirt und durch Grant's Unterschrift
zu Gesetzen erhoben werden würden.
Der neue Congreß tritt am 4. März 1871 seine
Funktionen an. Bleibt die republikanische Mehr
heit im Senate vorläufig auch überwältigend, so ha
ben wir doch den Trost, baß sich im Hause bie Par
teistellung bedeutend verbessert hat. Im Repräsen
tantenhause des gegenwärtigen Congresses beträgt
die republikanische Mehrheit die enorme Zahl von
113. Im Hause deS neuen Congresses werden un
geftihr 133 Republikaner, 100 Demokraten und zehn
unabhängige Conservative sitzen. Die republikani
fche Mehrheit ist demnach auf 23 Stimmen zusam
menfleschrumpft. Untèr den 133 Republikanern giebt
es 30 bis 40, die ausdrücklich als Freunde einer Ta
eis Reform erwählt worden sind selbst wenn nur 20
mit den Demokraten stimmten, so würde das hinrei
chcn um die Pläne der Schutzzöllner zu vereiteln
Wirklich spricht man im Osten ernstlich von einer
Bereinigung der Demokraten und der Reform-Re
publikaner, um dir Organisation des nächsten Re
präsentantenhavses ben Händen ber Schutzzöllner zu
entreißen. Durch eine solche Vereinigung ließe sich
die Wahl eines Sprechers erzielen, ber die verschie
Henen wichtigen Committeen im Sinne ber Reform
ätzeynen würde und damit wäre Alles gewonnen
ManMicht im Osten nicht blos davon, sondern man
hat auch schon Schritte gethan, um eine solche Ver
eivigung dep Demokraten und der Reform Republi
kaner einzuleiten und den radikalen Parteikleppern
und SchutzMâcn hat diese Bewegung keinen ge
ringen Schrecken «ingejagt. Es heißt, daß sie diesen
Winter einen Sttftfch machen wollen, um das Gesetz
zu widerrufen, nach welchem sich der neue Congreß
schon am 4. März versammelt, so daß derselbe erst
im December 1871 zusammentreten würde. Dadurch
hoffen sie, die Spaltung der Partei über die Tarif
frage zu verschieben unb sie rechnen auch wohl bar
auf, baß sich im Laufe bes Jahres noch Manches er
eignen könnte, um bie Vereinigung ber Reformer zu
vereiteln. ES ist jedoch sehr fraglich, ob solch ein
Versuch gelingen würde. Die Stunde der Austö
sung der Partei, die nur zu lange geherrscht hat, ist
einmal im Anzüge und alle Versuche, die corrupte
Gesellschaft burch Patentmittel zusammenzuhalten,
werben sich als nutzlos erweisen. Das Volk ver
langt Reform und es wird diesen Schlachtruf in
allen Kämpfen erschallen lassen, bis eine gründliche
Reform erzielt ist und Diejenigen, die sie enielen,
»»erden das Volk auf ihrer Seite haben »B1
'I IV«'J
Niemand will Krieg!
^VutlcfS kriegerische Rede in Boston hat nicht den
Eindruck hervorgerufen, den sich der große Benjamin
davon versprach. Man zuckt die Achseln und wun
dert sich, daß selbst Butler so frech sein kann, einen
Krieg als das beste Mittel vorzuschlagen, um Grant's
Wiedererwählung zu sichern. Niemand will Krieg
und es giebt in diesem Augenblicke, außer den Aem
terhaltern und Günstlingen, sehr wenige Leute, die
Grant wieder erwählt haben wollen. Da nun der
große Benjamin Butler von Massachusetts mit sei
ner Kriegsrede so kläglich durchgefallen ist. so läßt
Hr. Grant durch seine Diener dem Lande wissen, daß
er Butler's Rede, mit Ausnahme des Satzes in Be
tress von St.
Domingo, durchaus nicht billigt. Sehr
natürlich! Wäre die Rede mit Beifall aufgenommen
worden, hätte ste den Kriegs-Enthusiasmus hervor
gerufen, den man sich davon versprach, dann würde
Hr. Grant ohne Zweifel „völlig damit übereinstim
men." Butler hat sich in diesem Falle als „Fühler"
gebrauchen lassen und sich gerechten Anspruch auf die
Dankbarkeit seines „Freunbes" Grant erworben.
Nicmonb will Krieg und bas ist erfreulich. Die
Stimmung in Washington ist so antikriegerisch, baß
der dortige Correspondent eines republikanischen
Blattes sich zu ber folgenben sehr wahrhaftig«, und
lehrreichen Erklärung verleiten läßt:
„Wir haben einen Geschmack vom Kriege gehabt
an welchem wir, wie ich glaube, auf zwei ober brei
Generationen hinaus genug haben werden. Unser
Volk fängt jetzt an, wahrzunehmen, welcher Luxus
em Krieg ist. Es ist keine Farm im Lande, welche
neben den Steuern, die davon erhoben werden, dem
Eigenthümer noch etwas einbringt. Dies ist Con
fiScatmn in der schlimmsten Form, weil der Unglück
Uche Landwirth, in der vergeblichen Hoffnung auf
e»ne Besserung, dabei in eine Art Leibeigenschaft ver
sinkt. Diesem Kriege haben wir die gänzliche De
moralisation unseres Civildienstes zuzuschreiben, in
Folge deren ein Mann, der zu einem Amte erwählt
oder ernannt wird, sich sofort mit der Unterzeichnung
semer VeitchlliWg in einen Dieb verwandelt. Seit
O'CUm Knege ,st unser Geldumlauf so gesunken, daß
alle Werthe unbestimmt und alle Geschäftsleute Svie
ler sind. Von jener Zeit her datirt unsere Klcissen
gejetzgebung, welche eine gigantische, monopolisms
be Regierung in eine Bebrückerin des Arbeiters und
kleinen Kapitalisten verwandelt, und was unsere Vä
ter so sehr befürchteten, ist jetzt zur traurigen Wahr
heu geworden Die Reichen werden reicher und die
Armen ärmer.
Dies sind nur wenige der Uebelstände, welche der
Krieg uns gebracht hat. Ich habe die riesigen Kör
perschasten nicht erwähnt, welche die Lobbies besetzt
halten und Gesetze dichten, durch welche noch größe
rer Reichthum und noch mehr Gewalt seelenlosen
Körperschaften zugeschoben wird, die jetzt schon Con
greßrcpräsentanten und Senatoren erwählen, unsere
mederen Gerichte controlliren und in Kurzem den
Prasidentenstuht dem Meistbietenden zuschlagen wer
ben."
Wie fchwet eS den radikalen Reifefäckletn unb
?iecvnstructionSfchwindlern wirb, ihre Herrschaft auf
zugeben, bavon liefert unS in biefem Augenblick ber
Staat Alabama ein Beispiel. Dort siegten bekannt
lich bie Conservative», bei ber letzten Wahl. Ihr
Gouverneurs-Canbibat Linbsäy würbe mit einer
Mehrheit von 1429 Stimmen erwählt. Dennötz regierung in dieser Frage mit den StaatSregierun
Die Neger in de» ösfentl. Schulen. —1
Unter Entscheidung einer loyalen Distrikt Court, hat
der loyale Reisefack-Schulsuperintenbent von Loui
stana einen Befehl erlassen, nach welchem bie Neger
linder in den öffentlichen Schulen von New Orleans
aufgenommen werben unb Neger linb Weiß» fortan
auf
benselben Schulbänken sitzen müssen. Die New
Orleans „Picayune" erklärt, baß biese „Rassen
Mischung"
in ben öffentlichen Schulen unfehlbar die
Zerstörung dieser Unterrichtsanstalten zur Folge ha
ben werbe unb fügt hinzu: „Es bleibt nul» nicht?
weiter üdrig, als diese Heimsuchung zu tragen, wi«
wir eine Epidemie ober eine Pest ertragen." Die
„Times" töbelt den Schul-Superintendenten wegen
der Vollziehung dieses „BermischungSprojectS." Daß
dadurch der Nutzen ber Schulen zerstört wird, bebarf
keines Beweises, aber ben politischen Demagogen,
bie bort unten herrschen, liegt wenig daran, wenn
bie Kinber armer weißer Leute bie Wohlthaten ber
öffentlichen Schulen verlieren, so lange die» nur zur
größern Ehre der rabikalen Partei und ihrer Werk
zeuge, der Neger, geschieht.
weigern sich die Radikalen, die im Senat« der dft*
setzgebung eine Mehrheit haben, unter irgend einem
nichtigen Vorwande, Lindsay als Gouvernör anzu
erkennen. Sie erklären vielmehr, daß ihr Partei
freund, der bisherige Gouvernör Smith, der von
Lindsay geschlagen wurde, nach wie vor rechtmäßi
ger Gouverneur deS Staates sei. Das Haus dage
gen erkennt Lindsay an. Die Folge ist, daß Alaba
ma vorläufig zwei Gouverneure haben wird, bis
die Gerichte die Sache entscheiden können. Biel
leicht benutzt Grant die Zwischenzeit, seineu Freund
Smith durch eine Truppenmacht zu unterstütze« und
neue Wirren in dem Staate hervorzurufen.
Bon St. Domingo kann Grant einmal nicht
lassen. ES wird jetzt ganz bestimmt versichert, daß
er diesen Winter dem Congreß abermals einen Ber
trag in etwas veränberter Form für den Anschluß
ber Insel eiusenben wirb. Hoffentlich wirb ber Se
nottauf seinem Wiberstand beharren und den Bertrag
zum zweitenmal« zur Thür hinauswerfen. Die Ber.
Staaten haben augenblicklich keinen Uebetfluß an
Gelb, nm bas Besitzrecht auf eine Insel anzukaufen,
die burch bie ewigen Revolutionen unb Kämpfe un«
ter ihrer Mischlings-Bevölkerung berüchtigt gewor
ben ist. Neger unb Mulatten haben wir boch wahr
l,ch auch noch genug im Lanbe. Unter ben gegen
wärtigen Verhältnissen wäre Gt. Domingo für uns
selbst geschenkt zu theuer. Möge sich Herr Grant
ein andekeS, minder kostspieliges Steckenpferd ««.
schaffen!
Iu ben süblichen Staaten wirb bas Kaufen von
Negerstimmen zu einer wahren Kunst ausgebildet.
Vielfach sinb bie Neger durch bloße Versprechungen
übertölpelt worden. In manchen Fällen würbe ih.
nen ein Stück Lanb ober ein Maulesel für ihre Stirn«
me versprochen, aber nach der Wahl bekamen sie We
ber Lanb noch Maulesel. Gewitzigt burch biese tri:,
ben Erfahrungen, verlangen sie jetzt baare Bezah
lung. Am schlauesten hatte ein rabifalet Yankee im
westlichen Missouri bei ber letzten Wahl bie Sache
eingesäbelt. Er ließ eine Anzahl altmobischer Sol
batenröcke, die er spottbillig gekauft hatte, durch das
LooS ausspielen. Jeder Neger, der sich verpflichtete,
das radikale Ticket zustimmen, bekam ein Laos. Dai
Unternehmen soll sich vortrefflich bezahlt haben. Mil
dem „Höchsten Privilegium des freien Mannes," wie
man das Stimmrecht früher zu nennen pflegte, sind
wir doch weit gekommen, in Amerika. Es fehlt Mo#
noch, daß sichJeder, der es machen kann, sich einen Ese^
kaufen unb ihn stimmen lassen barf.
Ein trüber Weihnachten steht den Parisern de
vor. Der Festbraten wirb biesesmal auf ben Tischen
fehlen, es müsste benn ein Katzenbraten sein. Die
leichtblütigen Franzosen unb zumal bie Pariser, be
sitzen freilich bie Gabe, baß ihnen selbst in bet be
brängtefien Lage ber Humor nicht leicht ausgeht,
aber nachgerabe fängt die Gerichts-dsH an, feh^
langweilig zu werben unb die Nachricht, daß häufi
Massen der Bevölkerung nach den deutschen Vorpo
sten hinausziehen, um sich zu ergeben, klingt gar
glaubwürbig. Natürlich werden die Leute zurück
gewiesen, benn es muß den Deutschen baran Ileger
daß Paris so viel Esser wie möglich behält. Jemeb
Mäuler zu füttern sinb, befto eher muß ber Mang
eintreten. Die beutschen Truppen, bie vor Par
liegen, sind natürlich auch nicht zu beneiden. Ih»
schöne Hoffnung, um die Weihnachtszeit wieder z
Hause zu sein und das schöne Fest im Kreise der Ih
rigen feiern zu können, ist schmählich zertrümmer
worden. Welch' eine Geißel ist doch der Krieg fii
die Menschheit!
Die östliche Frag« ist jetzt w ev» Stahim'
getreten, in welchem eine friedliche Lösung zuverstcht
lich erwartet wird. Die Aufregung hat sich geles
und man glaubt nun, daß es gelingen wird, eine
Congreß der meistbetheiligten Mächte in London zu
sammenzubringen, dem die friedliche Schlichtung de
Wichtigen Frage voraussichtlich gelingen wird. Ut
der die Stellung Preußen's in Bezug auf die Modi
sicirung des Pariser Vertrags wird von Berlin,4t».
tet'm 28. Nov., gemeldet:
Die preußische Negierung hat durch ihren Vertre
ter den europäischen Mächten erklären lassen, daß si
an der Konferenz von 18ÜC festhalte und daß sie jefr.
nicht interveniren kann. Sie stellt entschieden in Ab
rede, irgend ein Einverstäiidniß mit Rußland in de
Note des Prinzen Gortschakoff gehabt zu haben un
sagt, daß zwischen ibm und der russischen Regierun
fein Uebereinkommen bestanden habe, wonach sie z
der von Rußland erklärten Aushebung des auf
Kriegsflotte im schwarzen Meere bezüglichen Artikel,
schweifen solle.
Die neuesten Nummern ber Kölner und Vt
Coblenzex Zeitung erhielten wir durch Dr, Lach
Coblenz.
Die Botschaft des Präsidenten ist Bereififfcrfip
Das Cincinnati Commercial meint, es bleibe M.
blos noch bie Frage übrig, ob Herr Grant auch
Vorsicht gebrauchen werde, das Document zu lesen,
ehe er dasselbe dem Congreß übersende.
Nachdem die Organisation bewerkstelligt war, wur
den verschiedene Beschlusse eingereicht, welche mei
stens das ganze Einwanoerungswejen der Controlle
der Einzelstaaten entzogen unb entweder gänzlich
unter die Controlle der Bundesregierung, oder unter
die gemeinschaftliche Jurisdiction der Bundes- und
Staatsbehörden gestellt, sowie die Kopssteuer, die
noch von einzelnen Staaten von ben Einwanderern
erhoben wird, abgeschasst wissen wollen. Alle diese
Beschlüsse wurden ohne Debatte an bie Bejchwß
Committee verwiesen, welche aus 7 Delegaten besteht,
unter benen Carl Rümelin ber einzige Deutsche ist.
Hr. Rümelin hielt eine sorgfältig ausgearbeitete Re
de übet Einwanbcrungs- Angelegenheiten im Allge
meinen und würbe mit großer Aufmerksamkeit ange
hört. Er sprach die Ansicht aus, daß die Bundes-
N
Erste tT a â- ...
Dlffte« ftbeni n o n o e n ti äs1'frtf'
»och, ben 23. b. Mts., in Indianapolis zusammen
und organisirte sich durch oie Erwählung von Gouv.
Baker, von Indiana, zum Vorsitzer, bet Herrn Loo
mis von New Pork unb Grünbaum, von Illinois,
zu Secretären unb eines Vice-Präsidenten von jedem
der vertretenen Staaten und Territorien. Es sind
im Ganzen 19 Staaten, 1 Territorium und der Di
strict Columbia vertreten außerdem haben Handels
kümmern unb bie beutschen Einwanberungs-Vereine
fast aller größeren Städte ihre besonderen Delegaten
gesandt. Die Zahl ber Delegaten beläuft sich auf
beinahe hundert, worunter viele Gouvernöre, Con.
greßmitglieder u. f. w. Das deutsche Element ist
ziemlich stark vertreten At&nsas hat einen farbigen
Gentleman gesandt. Unter den hervorragenden Per
sonen, welche an der Convention theilnehmen, befin
den sich: Gouv. Palmer, von Illinois Gouv.Mer
rill, von
gen zuVam»»enwirken sollte, da beide nach dem Grund
danten d*t Constitution coordinirte Gewalten sei
en. Repräsentant Finkelnburg von Missouri dage
gen wünschte die ganze Angelegenheit der Bundes
regierung zu überantworten. Verschiedene andere
Herren hielten Reden, von welchen indessen nur die
deS Hrn. Pounfl, Chef des statistischen Bureaus in
Washington, besonderes Interesse hatte. Derselbe
legte ausführliche Tabellen über die Einwanderung
seit sünsjig Jahren vor, aus welchen hervoreeht, daß
sich unter einer Gesammteinwanderung von beinahe
7)4 Millionen feit dem Jahr 1820 etwa 2% Millio
nen Deutsche befanden. Die DurchfchntttSzâchl der
Einwanderer er Jahr, weichein jedem ber fünf
Jahrzehnte anlandeten, war folgende:
In dem Jahrzehnt von 1820 bis I82S.... 12.841 per Sähe.
i- 1830 diS 1839.VW '53,838
1840 bi« 184914-2,729 ..
f., 1850 bi« 1859.... 2öl,453
1860 bi« 1869.... 235,470
Den Kulminationspunkt hatte die Einwanderung
in 1854 erreicht, wo 427 838 Seelen an unsern Ge
stoben landeten in den Kriegsjahren 1862 unb 1863
sank bieselbe wieber auf 91,000 herab, ist aber im
lausenben Jahre. 1870, bereits wieder auf 395,287
gestiegen. Hr. Poung schätzt ben Werth ber Ein
wanderer für das Land auf $800Der Kopf und würbe
jomit dem Lande in der Einwanderung feit 1820 ein
Gesammtwertb von 6,000 Millionen Dollars zuge
führt worden sein.
In der Adendjitzung wurden die Mißbräuche, wel
chen den Einwanderern bei ihrer Anlondung in den
Hafenstädten, besonders New Pork, begegnen, de
Wrochen unb gerügt, wobei es zu lebhaften Debatten
tarn. Besonders auch die Kopfsteuer von $2%. per
Kopf gab Veranlassung zu einer langen Besprechung.
Die westlichen Mugliever sind sämmtlich für die Ab
schaffung der Steuer, während die New Porker die
selbe aus den Grund hin vertheidigen, dag die durch
die Steuer erzielten Gelder zum Beste» der Einwan
derer selbst verwendet werden.
Zweiter Tag.
Am Donnerstag wurden die Verhandlung« sott
gesetzt. Die Beschluß Committee reichte einen von
allen Mitgliedern des Committees, mit Ausnahme
derjenigen von New Pork, unterzeichneten Bericht
ein, worin die Annahme ber folgenden Beschlüsse
empfohlen wurde:
Beschlossen, daß weiten
Gesetze und eine strenge
Durchführung der bestehenden Gesetze zum Schutze
der Interessen ber Einwanderer und zur Verhinde
rung von Schurkereien nöthig sind und daß ein an
gemessenes Borgehen in diesem Punkte von.der Bun
desregierung geforbert werden solle.
Beschlossen, vaß der Präsident der Ber. St
ersucht werbe, sich mit oen Ländern, auS denen die
Einwanderer kommen, in Verbindung zu setzen, um
eine gemeinschaftliche Jurisdiction Über bie A«S
totobererschiffe
auszuüben.
Beschlossen, daßdie.Convention alle Mono
pole und Vereinigungen, durch welche die Einwan
derer übervortheilt werden, verdamme.
Beschlossen, daß ein Einwanderer-Burean
errichtet werde, welches unter dem Schutze der Bun
desregierung stehe.
Beschlossen, daß ein Committee gebildet wer
de, in das aus jedem Staate und Territorium je
Einer gewählt werde, um dem Congreß Vorstellun
gen in Betreff der genannten Gesetze zu machen.
Beschlossen, daß jede Kopfsteuer, welche von
Einwanderern eingetrieben wird, sei es direct oder
indirect, ungerecht sei und daher abgeschafft werden
soll.
Diese Beschlüsse wurden des Längeren besprochen
und endlich mit 71 gegen 5 Stimmen angenommen-.
Im Verlaufe der Discussion wurde von den westli
.chen Delegaten tüchtig über die Verwaltung des un
ter dem Namen Castle Garden bekannten Einwan
derungs-Depots in New Pork losgezogen. Dadurch
wurden die Delegaten von New Pork einigermaßen
in Harnisch gebracht und als ihnen durch die söge
nannte
das Wort abgeschnitten wur­
de, so suhlten sie sich verletzt unb zogen sich in cor
pore von ber Convention zurück.
Als Committee zur Abfassung ber in den Beschlüs
sen erwähnten Denkschrift und eines Gesetzes wurden
die Herren Mückle von Pennsylvanien, Greenebaum
von Illinois, Smith von Wisconsin, McCook vom
Territorium Colorado, Rümelin von Ohio, Mat
toon von Minnesota und Loudon von Mississippi
ernannt. Diese Committee tritt heute (Freitag) in
Chicago zusammen, um ihre Aufgabe zu erfüllen.
Endlich wurde noch eine Committee, wozu jeder der
in der Convention vertretenen Staaten ein Mitglied
zu stellen hatte, als ftphenbes Er°cutiv-Committee
ernannt, mit der Ermächtigung, oie Convention zu
jeder Zeit wieder zusammenrufen zu können, sobald
es ihm nothwendig oder zweckmäßig erscheine, wo
rauf sich die Convention auf unbestimmte Zeit ver
tagte.
Noch mehr Waffen nach Frankreich.—
Am Dienstag lag schon wieder ein Dampfschiff erster
Klasse, der „Erie" von Boston, im Hafen von New
Port, um Waffen nach Frankreich zu befördern.
Das Fahrzeug ist von demselben französischen Han
belshause gechartert, welches neulich den Dampfer
„Ontario" nach Havre expedirte. Die Staats
zeitung bemerkt darüber:
Die Mannschaft des „Erie" besteht aus Sl Mann,
Passagiere werden nicht beförbert. DieLadung be
steht. so viel sich ermitteln ließ, in 11,000Kisten Mu
nition, 2500 Kisten Musketen, Büchsen und Karabi
turn ohne Zweifel wurde auch eine beträchtliche
Anzahl Kanonen an Bord geschafft, denn verschiede
ne Transportschiffe brachten schwere Ladungen von
West Tret} nach Dem Hafen, die wahrscheinlich wäh
rend der Nacht auf ben „Erie" gebracht wurden.
Obsthon man aber mit dem Einschiffen von Orb
nanz Geschützen ziemlich geheimnißvoll zu Werke
ging, so schien man sich in Betreff der Ladung mit
kleinen Waffen durchaus nicht zu geniren, denn die
voll markilten Kisten Musketen und Karabiner wur
den wie andere Kaufmannsgüter bei Hellem Tage
eingenommen. Die beiden Ladungen des ,.Onta
rio" und „Erie" müssen mindestens 200,000 Gewehre
und etwa 150 Kanonen nach Frankreich geliefert ha
ben rechnet man dazu die Waffenausfuhren des
„St. Laurent." „Ville de Paris" und anderer fran
zöjischer Dampfer, so kann man annehmen, daß Ame
rika, respektive die radikale Bundesregierung den
Feinden Deutschlands 500,000 Musketen, 20,000
Mifieldbüchsen, 10,000 Karabiner und etwa 500 Ge
schütze geliefert hat. genug um damit eine Armee zu
«quipiren. Für die Fortsetzung des deutsch sranzö
suchen Krieges ist daher die radikale Sippschaft in
nicht geringem Grade verantwortlich. Deutschland
hat damit einen kleinen Beweis von der Dankbarkeit
der Ver Staaten, denen es in der Stunüe ihrer
tiefsten Erniedrigung, als die ganze Welt der Union
den Rucken kehrte, ein treuer Freund und Unterstützer
war.
S e a n, der gegenwärtige Bunbessenator von
Ohio, ist sehr unbeliebt bei einem Theile seiner Par
tei unb seine politische Rolle mag als ausgespielt be
trachtet werben. Der Circleville Heralb, ein ent
schiebenes, rabikales Parteiblatt, spricht sich über bits
Parteihaupt in ber folgenben sehr beutlichen Weise
aus:
„Das sübliche Ohio verabscheut John Sherman
Er ist nicht blos gefühllos, sondern auch rachsüchtig.
Man füge hinzu, daß er ein schlechtes Gedächtniß be
sitzt und man wird einige wenige Gründe haben, wa
rum ihm erlaubt werden sollte, sich nach
seiner Boit*
Ojsice zurückzuziehen. Wir haben uns nicht zur Un
terstutzung irgend eines Mannes (fur Senator) ver
pflichtet, aber wenn es sich zwischen Sherman und
Delano handelt, so ziehen wir den Letzteren vor."
Nun, Sherman kann sich trösten. Nach dem ra
dikalen Grundsatze, „was gemacht werden kann, wird
gemacht," hat er währenb des Krieges seine Stellung
im Kongresse benutzt, um ein Millionär zu werben.
Ehe er Senator würbe, war er verhältnißmäßig arm,
oder, wie man hier zu Lanbe sagt, „nicht viel werth."
Die „Illinois Staatszeitung" (republikanisch)
meint, Karl Schurz habe viel taktloser gehandelt, in
dem er den Präsidenten besuchte als Grant, der die
sen Besuch abwies, und fügt hinzu:
„Nachdem man einen politischen Gegner so bitter
und mit
solchen
jouri beiderseits
Waffen bekämpfthat, wiesie in Mis-
zur
Anwendung gekommen sind, er­
heischt dann doch wohl der Anstand, daß man sich
einstweilen von persönlicher Begegnung fernhalte, so
lange eine solche nicht durch Ott amtliche Stellung
zur Pflicht wird. Jemanden, gegen welchen man
Groll und Bitterkeit im Herzen hat, mit lächelndem
Munde und warmem Händedruck zu begrüßen, mag
weltmännisch, mag an deutschen Höfen üblich sein,
allein wenn der Präsident Grant in dieser Beziehung
nicht den Hofton einführt, kann ihm Derjenige, der
Wahrheit für werthvoller als Höflichkeit halt, keinen
Borwurf daraus machen."
Von Gerhard's Deutschamerikanische» E»n
versations-Lexicon liegt nun die 29. Lieferung vor.
Den Haupt-Artikel dieser Lieferung bildet der über
Deutschland, dessen Geschichte bis zu der im Juli b.
I. erfolgten Kriegserklärung Frankreichs an Preu
ßen fortgeführt ist. Die Bearbeitung dieses Arti
kels, welchem 50 Seiten gewidmet sind, scheint, ober^
flächlicher Durchsicht zufolge, eine umfassendere unb
grunblichere zusein, als man sie in irgend einem an
dern ähnlichen Werke finbtt. Der deutsch-französi
sche Kneg wird, nach Beendigung desselben, in einem
Nachtrage zu dem C. L. in besonderer Bearbeitung!
erscheint#.
Me Lage in Europa.
VK NÄhrichte? vom Kriegsschauplätze
Herst dürftitz End dk Situation ist immer noch seht
mittel. Doch Meint «s sich zu bestätigen, baß
sämmtliche Armeen beider Seiten zu einem großen
Schlage süblich vou Paris concentrirt werben. Die
neue französische Armee (Loire Armee, vereinigt mit
der Armee bes Notbens unb Westens), welche, wie es
scheint, jetzt 4 Corps umfaßt, hätt die ungeheuer lan
ge Linie von Nevers bis Ronen besetzt. Gen. Bout
baki hat bas Commanbo bes äußersten rechten Flü»
gels übernommen, währenb Keratiy wahrscheinlich
ben linken Flügel befehligt. Dieser tzeeresmasse ge
genüber steht die deutsche Armee in einet Stellung,
die stch von Auxette bis Eveteux erstreckt, unb wahr
scheinlich wäre schon ein entscheidender Schlag erfolgt,
wenn nicht die schlechte Witterung alle activen Ope
rotionen gehemmt hätte. Ein Correspondent bes N.
Y. Heralb berichtet jeboch, daß eine wichtige Bewe
gung sämmtlicher beutscher Armeen unmittelbar de
vorstehe. Diese wäre nun abzuwarten.
In Paris machte sich, einem Bericht deS dortigen
Correspondenten der N. P. Tribune zufolge, der
Mangel an Lebensmitteln, besonders an Fleisch,
schon am 10. d. Mts. gefühlt. Wenn man seinen
Angaben glauben barf, jo hätten bie Leute schon ba
malS in einigen Distrikten angefangen, in Erman
gelung anbeten frischen Fleisches, sich mit demjeui
gen der Katzen, Meerschweinchen, Sperlinge und so»
gar ber millionenweise in beh Cloaten ber Stâdt
hausenden Ratten zu begnügen. Diese Aushülss
mittel aber reichen nicht weit und bilden blos den An
fang zu betn nahe bevorstehenden Ende der Capi
tulation ber Stabt.
Einer Lonboner Depesche zufolge fall sich Thion
ville, nach energischer Beschießung, am Donnerstag
Vormittag um 11 Uhr ergeben haben, dagegen wäre
nach französichen Berichten die Belagerung von Me
zieres und Montmeby aufgehoben worben.
In Bezug auf bie russisch-türkisch-englische Ber«
Wickelung widersprechen sich die Nachrichten. Gort
schakoff fährt fort, sehr versöhnliche Noten zu schrei
ben, beharrt aber bei alledem auf seinen Forderun
gen. Die Türkei will stch ben Vertragsbruch nicht
gefallen lassen und ruft bie Betttagsmächte um Hül
fe an. Es muß stch nun in ben nächsten Tagen zei
gen, ob in England von welchem die Entscheidung
abhängt, die Friedens
Auch im Norden ist auS einem von den Franzosen
mit großem Gusto ausposaunten Siege plötzlich eine
Niederlage geworden. Es wird nemlich nachträgüch
von Tours unterm 28. Nov. gemeldet:
Die Regierung erhielt von dem General Favre,
welcher die französische Nordarmee befehligt, folgen
den Bericht über eine von ihm bei Amiens erlittene
Niederlage. Die Schlacht begann gestern. Der
Feind bestand aus zwei Corps unter dem General
Manteuffel. Der Kampf fand statt zwischen VillerS,
Brettoneux und Saleux. ungefähr 15 Meilen östlich
von Amiens. Im Anfange der Schlacht errangen
die Franzosen einige Vortheile, sie wurden dann ge
gen halb 5 Uhr gezwungen. Villers undBrettoneux.
ti Meilen östlich von Amiens, auszugeben und stch
vor den deutschen Truppen, welche an Zahl unb an
Artillerie überlegen waren, zurückzuziehen.
Die französischen Truppen wurden ebenfalls Bei
Boves, 4 Meilen südlich von A miens, geschlagen.
Bei Düry behaupten sie noch ihre Position. Bon
ben Deutschen waren über 30,000 engagirt.
Außer der Festung Diedenhofen (Thionville), de
ten Capitulation sich bestätigt, ergab sich nun auch
die im Departement der Oise, an der Eisenbahn
von Laon nach Amiens gelegene kleine Festung La
Fere. 70 Kanonen aller Art wurden dabei Zrbeutet.
Ueber eine Nieberlage ber Garidalbianer im De
partement der Vosges wird gemeidet:
London, 28. Nov., 4 Uhr NqchputtagS. Fol
gende Einzelheiten eines Gefechtes zwischen den
Deutschen unter Gen. Werdet und den Franzofen
unter Garibaldi, welche in der Nähe von Paques im
VogejeivDepartement stattfand, sind geraoe auS
Dijon unter gestrigem Datum eingetroffen: Die
Garibaldianer marschirten am Samstag Nachmittag
aus Paques aus und stießen bald Darauf auf Dtt
deutschen Außenposten, welche sie sofort Mit großem
Ungestüm angriffen.
Die Deutschen fielen Anfangs zurück, bis sie ge
hörig verstärkt waren und trieben dann iherseits die
Garidalbianer vor sich her, welche in großer Unord
nung entflohen. Die Soldaten warfen Waffen und
Tornister fort, um schneller fortlaufen zu können.
Am nächsten Tage (Sonntag) nahm GeN.UÜerder
den Umweg über Plombiert# lino überholte auf diese
Weise bie französische Arnere-Garbe^
Em weiteres Gefecht entfpar.n sich, bei dem die
Franzosen 350 Todte und Verwundete verloren und
die Deutschen nur 50. MMfifl
1 'W
Partei'am Ruder bleiben oder,
wie ein Correspondent prophezeit, zur Abdankung
gezwungen und der Kriegspartei, an deren Spitze
Earl Russell steht, Platz machen wird. Oestreich
scheint mit England in biefer Frage Hand in Hanb
gehen zu wollen. Der geringfügigste Umstand kann
nun die wichtige Frage, ob Krieg oder Frieden, ent
scheiden. »uj
.'ii'.w.-i. 25"h
«ee «üb der Oaribaldianèr.
Einnahmt der Festung La Fetè.Vefttztcktz
bau AmieuS «, ».
Di« große Bewegung der vereinigte» deutschen
Armee gegen die französische Loire Armee ist schon
seit letztem Donnerstag in vollem Gange, und
wohl vom deutschen Hauptquartier keine Silbe über
die Stellung und die Bewegungen der Truppen ver
lautet, gewinnt man doch allmäli» einen Einblick in
die Situation, welche augenblicklich interessant genug
ist, um der ferneren Entwickelung mit ber größten
Spannung entgegen zu sehen. Während das Ccn=
ttutti des deutschen HeereS dem in verschanzter Stel
lung bei Artenay, an der von Paris nach Orleans
führenden Eisenbahn, lagernden Feinde rphig ge
genüber stand, drang der Herzog von Mecklenburg
Schwerin von Dreux aus, wo er die Eisenbahn ver
ließ, übet Nogent, in Eilmärschen in südlicher Rich
tung vor, mit uet üfféiioürert Absicht, die voir Tours
nach Le Mans führenbe Eisenbahn zu erreichen, die
prov. Regierung dadurch von aller Verbindung mit
dem Nordwesten abzuschneiden und den feindlichen
linken Flügel zu flankiren unb auf bas Centrums
rückzuwerfen. Französischen Nachrichten, die uns
bis jetzt allein zugänglich find, zufolge, war es dem
selben gelungen, am Freitag bis in die Gegenb von
Venbome (an der von Paris nach TourS führenden
Eisenbahn) vorzudringen, bort aber soll er geschla
gen unb bis Chateau b'Un zurückgetrieben worden
sein. Diese Nachricht hat sich bis jetzt nicht bestätig*
und man darf wohl mit Recht annehmen, baß baff
Gefecht, wenn es wirklich fiattfanb, ein unbebeuten
bes war und die große Bewegung, um bie es sich han
belle, schwerlich dadurch vereitelt worden ist. DieS
läßt um so mehr annehmen, als ein ähnlicher S«g,
welchen die Franzosen an degifelben Tage bei Arte
nay über bas Centrum der deutschen Armee errttif
gen haben wollten, umgekehrt ein Sieg einet bttrt
schen RecognoscirungS-Abthsilung und «ine Nietat
lage der Franzosen war. Während dies auf dem
rechten Flügel und im Centrum bet deutschen Auf
stellung vor sich ging, rückte bie vom Osten kommen
de Armee des Prinzen Friedrich Karl, welche den lin
ken Flügel bilbet. an ber nach Nevers führenbeu Ei»
senbahn über Monlargis und Gien süblich bot, mit
ber klaren Absicht, hier ben rechten Fttigel der Fran
zosen zu umgehen ober vielmehr zu burchbrechW.
Auch bieser Flügel soll, französischen Berichten p»
folge, in seinem Vordringen ausgehalten ober bid
mehr zurückgeschlagen worden sein. Die Angaben
beruhen indessen blos auf Gerüchten, welche in TourS
in Umlauf waren, und sinb burch die neuesten Nach
richten nicht bestätigt. Es steht außer allem Zweifel,
daß zu der Zeit, wo dieselben telegraphirt wurden*
ein Hauptkampf noch auf keinem Theil der langen
Linie stattgefunden halte. Dagegen ist eS wahr
scheinlich, daß eine Hauptschlacht, welche das Schick
sal der Loire Armee entscheiden wird, jetzt im Gange
oder bereits geschlagen ist. Wir sehen den Nachrich
ten ber nächsten Tage mit großer Beruhigung entge
gen.
I ftiefe gestern da» 10. preuvifche Corp» aus da» «. vertragen z» mupen. fc* liegt wie ein Alp auf de«
éMN
mm
französische CprpS von Gen. Paladine's Armee urfb*
es entspann sich ein Gefecht, bei dem bit Franzosen
auS ihren starken Positionen bei Labon und Mazie
ftet vertrieben wurden und schwere Verluste erlitten.
Später griffen noch mehrere kleinere französische
Abtheilungen das 10. CorpS an, wurden aber mit
einem Verluste von 46 Mann zurückgeschlagen. Dec
ranzösische General wurde von den Preuße« gefan
gen genommen. Auf deutscher Seite war der Ver
lust gering.
Der Pariser .Figaro" bittet du französische Re
gierung trieben zu machen, ba bie Bettheibigung
von PanS unmöglich fei.
Die Belagerungs-Geschütze, bie vor Thionville
gebraucht wurden, werden noch Montmedy geschafft.
London, 28. Nov. Heute Abend spät traf hier
eine Depesche ein, welche meldet, daß die Franzose»
Amiens geräumt haben unb die Deutschen gleich
daraus in bie Stadt eingerückt find. Ein Kriegs
rath wurde von der französischen Nordatmee gehal
ten in welchem beschlossen wurde, eine retrogade Be
wegung zu machen.
Aus deutschen Quellen wird berichtet, daß Gen.
Manteuffel an's Hauptquartier gemeldet habe, dasj
et die ganze französische Nordarmee geschlagen hobt.
Dieselbe verlor mehrere tausend Mann, einschließlich
von Gefangenen. Der Kampf war sehr heftig.
Ungefähr 30.000 Mann waren auf deutscher Seite
engagirt. Das deutsche Hauptquartier ist von Ver
sailles nach Meaux an der Marne, 25 Meilen östlich
von Paris, verlegt worden.
Es ist kein zuverlässiger Bericht über das Resul
tat der gestrigen und vorgestrigen Gefecht« in der
tfront und an ben Flügeln oei Gen. d'tlurelleS vor
Handen.
Ii! Machrichte« on* Vhtz.
Trauriger Unglücksfall. Am Wfltag
voriger Woche verlor ein bekan»ter Bärget von Mel
more, Seneca Co., Namens Becker, Theilhaber ber
Firma Saltzer u. Becker dafeldst, welcher mit mehre
ren Freunden nach Ottawa County auf die Jagd ge
gangen war, in trauriger Weife das Leven, indem
sich^bei.deM Versuch, einen Baum zu etklettetn, sein
Gewehr entlud, so daß ihm die Kugel, womit dassel
be geladen war, über ber rechten Hüfte iu den Leib
eindrang und unter dem linken Arm wieder heraus
kam. Der Unglückliche schleppte sich noch etwa 80
Ruthen weit zu einem FatmhauS, mo er «ach etwa
zwei Stunden feinen Geist ausgab.
Frau Ben de von Wood County, liefet Man»
in der Armee wahnsinnig wurde und die seitdem sich
und ihre Kinder durch Waschen, ernährte, erhielt neu
lich $1,424 als rückständigen Sold.
Entsetzlicher Unfall. Am letzten Donner
stag verlor in Alexanderville. unweit Dayttm, eist
Knabe, Namens Harry Pease, in folgender Wei^
sein Leben: Ein gewisset Nelson Lindemuth hatt
den Versuch gemacht, ein Schwein des Harry Swa
den« in der am Ende des HofeS befindlichen Schwei
nesteige mit Revolverschâssen z« tödten nachdem er
drei Schüsse abgefeuert, ohne seinen Zweck zu errei
chen, wurde das Schwein vor Schmerz beinahe rap
send, weßhalb Lindemuth sich über die Umzäununß'
vor feinen Angriffen zu retten suchte, wahrend eil
Anderer nach eiuer Axt lief. Im Hinüberfkigen übe
ben Zaun ging nun zufällig bet noch in seinem Re
velvet steckende Schuß loS, uad die Kugel drang der
unter der Thüre eines angrenzenden Stalle stehe»
den Knaben Harth Peafe, in'S Herz, fo daß derselt
nach wenigen Minuten eine Leiche war. Lindemuth
wird von aller Schuld an dem traurigen Unglücks
fall freigesprochen
Gebrüder Heflermaun,WhiSkhhändlerund
Whislhbtenner in Cincinnati, haben am Moutag iH
re Zahlungen eingestellt, hoffe» aber/ihre GläubigG
besriebigen zu können, wenn man ihnen Zeit giebfc
Die Schuldenmasse beträgiSeiA^üOO. Währenb b#
letzten 60 Tage haben ein halh Dutzend Whisky
Händler in Cincinnati fallirt.
Springfielb, Ohio,27. Nov. GesternAbeè
starb eiu löjähriges Mädchen, Namens Susann»
Rickert, an ihrem ToiletteMHe in Folge zu starkep
Schuürens. Sie hatte vor,einen Besuch zu mache»
unb war bereits mehrere Stunden mit ihrer Toilet
te beschäftigt. Während sie ihr Corfett zuschnurts,
fiel sie plötzlich todt nieder. Dt. Bryant, welcher so
fort herbeigerufen wurde, erklärte zu starkes Schnü
ren als bie Ursache ihres Todes, und demgemäß sprach
auch der Csroner seift Berdjet au«. Der Bater sack?
te, ste jei den ganzen Tag htndurch munter gewesW
upp habe bea testen AtwMZchabt.
Lancaster hat nach der neuesten Zählung 4,80s
Einwohner i» Jahre 1860 -betief stch die Bevölkß»
rnng auf 4,320, also eine Zunahme von 487 in zeW
Jahren. Die Bevölkerung von Fairfield Counts,
betragt jetzt 31,3f4.
Cincinnati, Ohio. 23 -Nov. LèwiS,
bet Vater,
und Henry Carter, der Stfhy, von Lawrence Coun
ty, Ohio, standest vor Richter Äeaveth im BundeW
Districts--GtrW, unter «r A«tttge, einige NegG
an der Ausübn
Uff'des W«chl«cht verhindert zu hei*
den. Den Ac^en zufolgehiââwis Carter DrohuM
gen gegen die Neger auHsHoßen,die gekommen wch^
teiL um ihre WahlAimmen abzureden. Die JurG
fand ihn schuldig, empjapl ihn Uda&bét Gnade deS
Tekichts. Det Ri&ref èirut^elttt ($h ju eimnonat»
lichet Einsperrung wr MfâiignUdér »a»tmc* Cs.
Sein Sohn wurde freigefjittchnr.
Wie ti in Paris aussteh,
Allen gÄmbwürdigeirNachrichten zufolge-'sieht et
in Paris sehr trübe aus und. bet Zeitpunkt scheint
nicht fern zu sein, wo der stplzen Stadt nur die
zwischen dem Hungertvde und der Uebergabe übrig
bleibt. Höchst interessant ist ein per Luftballon be*
förderkt Ariel des Korrespondenten der Cincinna»
tier Gazette/
auS
welchem
fdlKen lasse»! r.v
Wohlthätigkeit und Fürsorge für die Berwunde
ten zeigt sich frier in großem Maßstabe und es sind
Leute hier Tag und Nacht damit beschäftigt, welche
jeber Zeit ihren Platz als Menschen ehrenvoll aus
füllen werden. Wir haben katholische Schwestern,
protestantische Priester unb Laien, welche ihr Aeiiß
erstes thun, um den Opfern dieses schrecklichen Krie
ges Erleichterung zu schaffen, wir haben Niemanden,
ber im Stanbe wäre, erntn ernsten unb heroischen
Versuch zu mechen, stch auf die Höhe der Situation
im Staat, Kirche oder Armee zu schwingen.
Das „Journal osficiel" zeigt an, daß die Unter
handlungen betreffs eines Waffenstillstandcs fehlge
schlagen. Die Franzosen bestanden mit gewohntem
selbstmörderischem Wahnsinne auf der Wiederver
provkantintng von Paris. Bismarck sagte Nein.
Wir haben deshalb zu erworten, baß die Forts, wel
ch« tin paar Tage geschwiegen haben, ihr wirkungs
tof^-Feuer »«der eröffnen, sobald bie Kanoniere
geweelt sind. Pie rothen Blätter frohlocken, die ge
mäßigten trauern über das Fehlschlagen der SBaf.
fenstillstands Verhaudluâtt^ aber find einig in
beißenden und boShÄâBtMtlitHgen über bie Un
gewißheit und den WaNkeiMükh' tifcrtHtgierimg.
In der That, JuteSHavre, bfr große Advokat,
spirit eme traurige Figur/ «16 Steuermann deS
Staatsjchiffes in einem türme, wie bet gegenwär
tige. Und Trochu ist «in« Enttäuschung von glei
chet Größe. Da nun die einige Bedingung zur
Popularität Eifolg ist, wird nichts diese unglückli
chen Menschen davor reiten, bald Gegenstand allge
meinster Verachtung zu werden und auf ewig der
Betgessenyrit anheim zu fallen. Sobald von einem
dt« Rtöe wer, verlöschten die letzte»
Fenken patHscher Tapferkeit, min, da diese Hoffnung
vereâttM «»rè es entschieden schwer halten, da
verlöschte Feuer wieder anzufacheu. Ach! es ist ein
unauSlprechlich betrübender, widerwärtiger Anblick.
Bei uns Zuschauern wechselt Verachtung mu Mit
leid und Mitleid mit Verachtung ad.
Niemals hade ich geglaubt, einen solchen Anblick
Wahl
wir hier einig« Auszüge
Paris, 6. Nov.
Die Boulevard haben augenblicklich bedeutende
Achnlichkeitmit den Straßen der Italienischen Städw,
sie sind bedeckt mit Vetkqpfsstânden aller Art, und
man findet hier Conzerte und Amüsements jeder
Sorte. Carrikaturen, Blätter und Bücher, so ob»
scön wie möglich, sind zum Vetkaufe ausgestellt und
werden ausgerufen von Kttadèn und Mâbchen, von
alten Männern und jungen Frauenzimmern. Je
schmutziger sie sinb, desto reißender gehen sie ad.
Man sieht gutgekleidete und, dem Anscheine nach,
anständige junge Frauenzimmer diese schandbaren
Publicationen jungen Leuten zum Verkaufe an bit
ten, ja biese Frauenzimmer lesen sie selbst und er
götzen sich dabei außerordentlich. Eine dieser Br»*
schüren ist betitelt: „Jerome Bonaparte, seine M$*
treffen und Ausschweifungen." Eine andere beißt:
„Der weibliche Bonaparte" und ist so abscheulich,
daß. davon bin ich überzeugt, in keiner Heidenstadt
der Verkauf dieses Machwerkes gestattet werden wüy»
de. Die schlimmsten Zweideutigkeiten italieniichâ
oder spanischer Zügellosigkeit find übertroffen. Ench»
lich erregt diese Erscheinung in unseren autzerordenß»
Itchén Zuständen auch die Äufwertjamkeit der PrefA
und selbst das saloppste der Blätter, der »Figa?oI
fordert die Regierung zum Einschreiten auf. Kurf,
die Stadt ist in der befiagenSScutjesteit und unan
genehmsten Lage. und Niemand wagt sich bar
Übet zu erheben.

£01 u srt vide»/1. December 187V.
4»^
.» v«MeOVßt wMeM?Aßtt»t«peie.
bUSfftUwi« kr Uidew wd)i in die Hände Der
-fcwigitâÉbttsttie»
Die EinwanderungS-Convention in Indiana,
i PoliS.
Iowa Gouv. Harney, von Kansas Gouv.
McCook, von Colorado Ex Gouv. Morton, von
Indiana Sam. Galloway und Chas. Rümelin,
von Ohio I. W. Busted, New Pork Easterly,
Commissär des Castle Garden, New Pork Finkeln
burg, Congreß-Rcpräsentant von Missouri, u. s. w.
previous question
London, 28. Nov. In der Nähe von Orleans

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