OCR Interpretation


Der westbote. [volume] (Columbus, Ohio) 1843-1871, December 22, 1870, Image 1

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn85025947/1870-12-22/ed-1/seq-1/

What is OCR?


Thumbnail for

If?
t-
wt
5
1

Der Westbote.
e
N HT U»ck» It# 3«|r|**|rt to* MftttMMOi B»et
4. Biliif t» BmilMiui*
fivifvH V0U PhiladetPhi«..
IßF» Ar«aId.
S?ti S
(Bertfet8»8.
Und wenn Gatlard nach langer Zeit einmal wie»
der Abend» zu ihnen in daS Zimmer trat, so mach»
tt sich Madame Astor immer bald außerhalb dessel
.-den etwaS zu schaffen, um nicht der Kolter ausge»
setzt zu sein, den Bösewicht vor Augen zu habkn,
^der mit hartem Herzen da« heiligste Gefühl ihres
'^einzigen, geliebten, gute» KindeS mit Küßen treten
und eS langsam dem sichern Untergange zuführen
konnte, ohne daß sie, dasselbe schützend gegen ihn
"'austreten dürfte.
Gatlard war freundlich und auch herzlich gegen
Mglaja, so wie ein Bruder gegen eine geliebte
Schwester ist, doch e« war seit seiner Rückkehr nie
wieder ei« Wort von Heirathen über seine Lippen
-gekommen, und Aglaja war eS unmöglich, selbst ei
ne Sylt« darüber zu sagen. Wohl erinnerte sie
ihn wieder und wieder an die seligen Stunden,
'die sie zusammen verlebt, an die Schwüre ewiger
/Liebe und Treue, welche sie gewechselt, upd an die
^ochfiieaenden Hoffnungen Wor ein dauernde? irdi
sches Glück, welches sie diesem Häuschen sich hät
ten schaffen wollen.
Gatlard zuckte dann nur die Achseln und meinte,
das Schicksal könnte der Mensch nichts thun,
'man müsse sich immer ihm fügen und sich der Lage
anpassen, in welche man von ihm gestellt werde.
Und Du solltest Dich ja mehr als Andere über
mein Glück freuen, Aglaja, sagte er eines Abends
Hu ihr, als sie an dem offenen Fenster im Mond
schein faßen und Krau Astor daS Zimmer Verlässen
Hat e.
.-f Ja, ja, daS thue ich ja auch, Richard, mit mei
nem eignen letzten Glück bin ich bereit, daS Deini
ge zu erkaufen, antwortete Aglaja, indem sie seine
Hand an ihre Lippen zog und dieselbe mit ihren
^Thränen benetzte.
Rein, Aglaja, es muß Dich selbst auch glücklich
machen, mich glücklich zu sehen, wie ich mich über
alle meine Neider emporschwinge und der erste an
gesehenste Mann in der Stadt werde, fiel Gatlard
begeistert »in.
Glücklich, Richard, ohne Dich? entgegnete da«
Mädchen halblaut mit zitternder Stimme und drück
U wieder ihre Lippen auf seine Hand.
Gatlard verstummte für einen Augenblick, doch
sammelte er sich schnell und sagte mit erzwungenem
Lächeln und ihr die Hand streichend:
Ich bin ja bei Dir, Aglaja, wenn Du mich aber
immer mit Thränen bewirthest, so muß ich glauben,
daß mein Besuch Dir keine Freude macht. WaS
-samt ich dafür, daß meine Geschäfte, meine neue
^Stellung mir es nicht erlauben, Dich so oft zu se
hen wie früher?
Aglaja erbebte und hatte keine Antwort, sie ließ
ihre Hand in ihren Schooß fallen und senkte ihr
Haupt, Gatlard aber fuhr schnell leichte» ToneS
fort:
Sieh, ich habe Dir auch noch nicht gesagt, daß
ich für meinen Freund Capitain Brooks et» neueS
Schiff bauen lasse, welch« tt für «eine SUchmng
^fahren sott*
Daun erzählte er ihr noch von vielen Unterneh»
Gnungen, welche er zu machen beabsichtigte, und ver
Dieß sie mit dem Bedauern, daß feine Zeit es ihm
"nicht gestatte, länger bei ihr zu verweilen.
So hielt er Aglaja hin und hielt sie fern von sich,
immer hoffend, daß Madame Astor einen Macht«
spruch gegen ihn thun und ihrer Tochter Verhält
niß zu ihm lösen würde, doch die Frau strafte ihn
nur mit ihren Blicken und mit ihrer eiligen Snt
fernnng von ibm, so bald er erschien.
Für ihn selbst aber war Aglaja bereit« ein über
fundenes Hinderniß, mochte sie ihre Beziehung zu
hm nun auch nach Belieben beibehalten, so lange
,]( wollte, von einer ehelichen Verbindung mit ihr
war keine Rede mehr, und jeder Tag entfernte sie
weiter von einander.
Gatlard hatte sein Geschäft in der That muster
haft eingerichtet und führte es mit großer Energie
und Umsicht, so daß jeder Geschäftsmann in dieser
Beziehung Achtung vor ihm haben mußte. Sein
Comptoir war nett und sauber, zwischen seinem ge
setzten, würdigen Buchhalter und seinen acht Comp
toiristen wurde nie ein lautes Wort gesprochen und
jeder Fremde, welcher eintrat, fügte sich unwillkür
lich der feierlichen Ruhe, welche ihn dort empfing.
Das anstoßende Zimmer, daS Privatgemach Gat
lard's, war reich mit rothsammetne» Möbel», mit
kostbarem Teppich, mit weißmarmornem Kamin und
mit einer prachtvollen Bronzeuhr ausgestattet. Die
größte Ordnung, die größte Genauigkeit herrschte
auf dem Comptoir, sowie in den Lagerräumen und
Gatlard selbst überwachte und beobachtete Alles.
Der Quell seines GoldeS war und blieb aber, wie
jedem Bewvhner derStadt, namentlich seinenComp
toirdienern ein unerklärliches Räthsel, und mit
-stummem Erstaunen sah der Buchhalter ihn jedes
mal die. schwere eiserne Kiste in seinem Privatgemach
Sffnen, wenn ungewöhnlich große Zahlung zu
machen waren, und er das dazu nöthige Gold da
»auS hervornahm und. eS ihm überlieferte. Oft
leerte er bei solchen Gelegenheiten die Kiste voll
ständig davon auS, und war einige Tage später wie»
der eine bedeutende Zahlung zu leisten, so standen
die Goldmassen dazu immer wieder in der Kiste
Aufgestellt.
Der Buchhalter war nicht abergläubisch, dennoch
wandelte eS ihn beim Anblick des eisernen KastenS
wie Zauber an, und wenn er daS Gold klingend
âuch feine Finger gleiten ließ, so kam ihm oft der
Wßedante, ob eS nicht einmal plötzlich, wie ein böser
"tEpuf, spurlos in seiner Hand verschwinden möchte.
Ueberhaupt berührte er daS Gold, welche« aus die»
ser Kiste kam, gar nicht gern, —warum—das wuß
te er selbst nicht, ein Gefühl (am dabei aber immer
über ihn, als wäre es Tcufelsgeld, an welchem Blut
od/tMglückliche Seelen klebten.
Und doch kam daS Gold auf ganz natürliche
Weise in die Kiste, denn Gatlard wußte eS ja recht
gut, wenn solche Zahlungen zu leisten waren, wozu
die Caffe des Buchhalters nicht ausreichte und dann
trug er daS Gold selbst in der Nacht aus seinem
^Keller in die Geldkiste.
Ein gleiches Ansehen, wie Gatlard sich durch sein
Geschäft vor der Oeffentlichkeit erzwang, erstrebte er
auch durch den Glanz, den er in seinem Privatleben
nach und nach entfaltete. Sein Wohnhaus war
fürstlich eingerichtet, feine Dienerschaft war zahlreich
und solid fein in Schwarz gekleidet, feine Tafel war
stets mit köstlichen Speisen und den feinsten Wei
neu besetzt und immer waren Couverte für Freunde,
die er mitbrachte, gedeckt.
Diese Freunde wählte er aber nur auS der ersten
Gesellschaft und bewahrte in seinem Hause, an sei
nein Tisch stets gemessene Form und vornehmen
Ton, nie aber artete ein Mahl bei ihm in Ausge
lassenheit, in Schweigern aus.
Er hielt eine prächtige Equipage mit zwei edlen
englischen Rossen, ein wundervolles Cabriolet mit
einem Harttraber, und zwei Vollblut-Reitpferde.
Abends, wenn die Sonne ihre Glut verlor, zeig
te er sich im Wagen oder zu Pferd auf den Promena
den und erwiederte alle Grüße mit ernster unabhän
giger Verbeugung.
Die vielen Prophezeihungen, fein räthselhaftes
Emporkommen bald in Schwindel ausfliegen zu
sehen, fielen in Nichts zusammen, da sein jetziges
geschäftliches und häusliches Leben schon ungeheu
res Capital erforderte und Jedermann eS wußte,
daß er nicht allein keinen Dollar Schulden hatte,
sondern daß er noch immer keine Gelegenheit vor»
übergehen ließ, um Capitalien vorthe»lhaf» anzu»
legen.
Statt der Zweifel, statt aller bösen Gerüchte und
Prophezeihungen, stellte stch Bewunderung und Ach
lung tin, und Gatlard begann der gefeierte, derge
suchte Mann zu werden. Gr hatte stch noch um
keines Menschen Gunst bemüht, denn er tvußtc
nur zu gut, daß man um die seinige buhlen würde.
Sehr viele alte englische Familien, welche aus
der Zeit der Herrschaft England's in den Vereinig
ten Staaten zurückgeblieben waren» hatten sich in
Philadelphia niedergelassen und bildeten dort die
WtoÄÄS111- ®u
9i HWWk^MzG!
ser und eS war nicht leicht, in ihren Kreisen Zutritt
zu erhalten.
Unter ihnen befand sich ein Lord Rowley, dessen
HauS für den Glanzpunkt der eleganten Welt galt.
Er war sehr vermögend, bezog von England für fei
ne früheren Dienste eine bedeutende Pension und
benutzte fein Einkommen, um seinem Range gemäß
zu ltben.
Lord Rowley war ein Mann von einigen fünf
zig Jahren und feine Gattin, welche einmal sehr
schön gewesen sein mußte, hatte sich alS ange
hende Vierzigerin recht gut eonservirt. Sie hatten
nur e i
n Kind und zwar eine Tochter von 19 Jah
ren, welche Oetavia hieß und welche man in der
Stadt die schöne Oetavia nannte. Und in der That
war wohl nie einem Mädchen diese Bezeichnung mit
größerem Recht beigelegt worden, denn sie war wnn
derbar schön von ihrem Scheitel bi« auf ihre Kuß-
âon einer Fülle dunkelbrauner Locken umwogt,
trug sie ihr edles, stark geschnittenes griechisches
Antlitz auf üppigem Nacken stolz und hoch, als
schaue sie nur von Oben herab auf die Welt, um sie
mit der Gluth ihrer dunkeln Augen zu erwärmen
und sie an dem Schnee ihrer Pfirsichhaut und dem
Jnearnat ihrer Lippen lüstern sich ergötzen zu las»
sen. Sie war hoch und graziös gewachsen, ihre
Formen waren voll, doch in makellosem Ebenmaß
und liefen fein und zierlich in ihren kleinen reizen
den Händen und Füßen aus. Oetavia war so auf
fallend schön, daß, wo sie sich zeigte, die Leute ver
wundert stehen blieben und sie anschauten, als hat»
ten sie ihreS Gleichen noch nie gesehen. Schön war
sie, wenn sie in dem offenen Wagen sich nachlässig
in die seidenen Kissen zurückgelegt hatte, schön war
sie, wenn sie elastischen Trittes wie auf Sprungfe
dem über die Promenaden schritt und am schönsten
war sie, «renn sie auf ihrem SchweißfuchS im Ga
lopp dahinfprengte und die lange weiße Feder von
ihrem Hute ihr, im Winde zitternd, nachflatterte.
Gatlard war der schönen Oetavia schon in frühe
ren Zeiten oftmals begegnet, auch er war dann ste
hen geblieben und hatte sie bewundernd angeschaut,
sie hatte aber den Commis nie eines Blickes ge
würdigt, so sehr er sich auch in die Brust geworfen
hatte.
DieS war die Ursache, daß Oetavia Rowley schon
seit langer Zeit Gatlard nicht gleichgültig gewesen
war, daS heißt, ihre Erscheinung war ihm eine un
angenehme, eine widrige gewesen, sie hatte seine E
telkeit verletzt, und darum haßte er sie.
Jetzt war die Zeit der Rache gekommen. Richard
Gatlard, der gefeierte junge Mann, würdigte sie
frineS BlickeS nicht, der junge Millionär that, als
ob er nie von einer schönen Oetavia gehört, als ob
er sie niemals gesehen habe. Dennoch wußte er ge
nau, wann und wo sie
auf den
Promenaden erschien
und verfehlte nie, sich dort einzustellen, um ihr zu
begegnen, und fand sie dann so schön, wie er außer
ihr nie im Leben Etwas gesehen hatte. Sein Blick
begegnete dem ihren, aber gleichgültig, alS denke et
an etwas ganz Anderes, alS sähe er sie gar nicht,
und oft, wenn ihre Augen feurig und glänzend auf
ihn geheftet waren, machte er mit irgend Etwas sich
zu schassen, er sah nach der Uhr, betrachtete den gol
denen Knopf seines Spazierstockes, oder zog sein
seidenes Taschentuch hervor, um sich die Fliegen da
mit abzuwehren.
Mit diesen Strafen aber, die er ihr auferlegen
wollte, blies er den Funken der Leidenschaft in sei»
»et eigenen Brust immer mehr zur Flamme an und
wenn sie dann an ihm vorübergegangen war schaute
et sich jedesmal rasch um, damit er ihre schöne Ge
stall mit feinem Blick umfangen könne»
EinesAbendS war er auf seinem präcj^igenSchim
met auf die Promenade geritten und zwar in der
Hoffnung, Oetavia zu begegnen. Im Galopp, im
Trab hatte er die Wege hin und her durcheilt und
schließlich war er auf der Landstraße hingeritten, bis
es düster zu werden begann und er sein Pferd miß
muthig wieder der Stadt zuwandte.
Im Schritt lenkte er abermals auf die Promt*
nade ein, und war nur kurze Zeit, die Spaziergän
ger betrachtend und Grüße erwiedernd, dahin gerit
ten, als er plötzlich von Weitem die Equipage Lord
Rowley's auf sich zukommen sah, und Oetavia al
lein in dem zurückgelegten Wagen erkannte. Es
berührte ihn wie ein freudiger Schreck, eS flammte
heiß in feiner Brust auf doch wieder wollte er sie
ansehen, als sähe er sie nicht.
Er ließ, wie in Gedanken versunken, die Zügel
hängen, und gab sich nachlässig der schaukelnden
Bewegung des Sattels hin, als der Wagen heran
gerollt kam und et Octavia's glühendem Blick be
gegnete. Ein bezauberndes Lächeln spielte um ih
rtn schönen Mund, der goldig glänzende Fächer in
ihrer kleinen Hand schwirrte vor ihrem Feenantlitz
hin und her, und ihre vollen dunkeln Locken wog
ten im Luftzug über ihrem schneeigen, leicht ver
deckten Busen, als sie dicht bei Gatlard vorüber
fuhr und dieser, seinem Willen getreu, mit stocken
dem Athem von ihr weg auf die Brust feines Nockes
sah und mit bebender Hand den Staub von demsel
ben wehte.
Kaum jedoch war sie vorüber, als er pfeilschnell
im Sattel herumfuhr und ihr nachschaute.
Wie ein zündender Blitz aber traf thu jetzt ihr
Blick, denn auch sie hatte sich gerade setzend, sich
nach ihm umgewandt, und ließ ihm nun dieSpitze ih
res geschlossenen Fächers von ihren Lippen entgegen
sinken.
Fort war aller Haß, aller böser Wille aus Gat
lard's Brust, den Hut von seinem Kopfe reißend,
verneigte et sich tief nach ihr hin und hielt sein
Pferd an, um vielleicht noch einmal, wo ihr Weg
steh wände, einen Blick von ihr zu erhaschen. Der
Wagen drehte sich und noch einmal sah er die Wun
deraugen des Mädchens auf sich gerichtet, noch ein
mal sah er den Fächer sich nach ihm herneigen.
Die lange verhaltene Gliith schlug jetzt in Flam
men in seiner Brust auf, Oetavia, die yhene, ge
feierte Ociavia, die Tochter des angesehensten, vor
nehmsten Mannes in Philadelphia, hatte ihm offen
ihre Gunst zu erkennen gegeben, er hatte sie be
siegt, und der Weg zu ihrem Herzen, zu ihrer Hand
war ihm geöffnet!
Eitelkeit, Stolz und Leidenschaft für das jchö- e,
vornehme Mädchen hatten ihn gleich mächtig ergrif
fen, er wollte ihr folgen und an ihr vorübersprengend,
sie nochmals begrüßen, doch seine überlegende, selbst
süchtige Natur hielt ihn zurück und er folgte, jetzt
aber un Galopp, seiner früheren Richtung in die
Stadt hinein.
Seine Aufregung hatte sich auf sein Pferd übet
tragen, es hob stch feurig urtet straffem Zügel und
ehe gatlard daran dachte, hatte er das Hauschen
der Wittwe Astor erreicht. Es lief ihm eiskalt durch
die Glieder, als et Aglaja in der Hausthür stehen
sah, doch zum Umwenden war es zu spat, er ließ
dem Roß die Zügel, und seinen Hut ziehend und
sich vor dem armen verlassenen Mädchen verbeugend,
sprengte er rasch vorüber. Bald hatte er die Stra
ße erreicht, in welcher das Palais Lord Rowley's
stand, et lenkte, den Galopp seines Schimmels ver
kürzend, in dieselbe ein, sein Auge spähete nach dem
Balkon vor dem Haufe des Lords und jetzt trat Oc
tavia auf denselben heraus und au die zierliche ei
serne Balustrade vor.
Schnaubend und die weißen Schaumflocken von
dem Gebiß werfend, paradirte das edle Roß mit
Gatlard vorüber, dieser schaute wonnebebend nach
der schönen Oetavia hinauf, derselbe glühende Blick,
dasselbe beseligende Lächeln kam ihm von ihr ent
gegen, und grüßend und sich tief verbeugend, spreng»
te er glücktrunken vor ihr vorüber.
Wohl trat das Bild der bleichen Aglaja in der
Thür des kleinen Häuschens vor Gatlard's Seele,
et sah ihre Thränen, ihre krampfhaft gefalteten Hän»
de, doch mit Gewalt verdrängte et es vor feinem
geistigen Blick, und wandte ihn auf die schöne LordS
tochter, wie sie sich im Wagen noch ihm umwandte
und wie sie ihn von dem Balkon herab begrüßte.
In stürmischer Aufregung langte er zu Hause
an und übergab das schweißbedeckte Roß den £u*
listn.
Jetzt war sein Gluck gemacht auf uifd ab schütt
er a^.^|i weichi^^f ich prachtvoll
ausgestatteten Zimmer, in Gedanken hatte et die
schöne Oetavia an feinet Seite, in Gedanken sah er
sie, von seinem Artne umschlungen, in dem seidenen
Sopha sitzen, in Gedanken speiste er mit ihr zu Nacht
und füllte ihr Glas mit schäumendem Champagner
o wie war sie schön, wie war siereizend, wel
che Seligkeit wartete feiner an ihrem Herzen! Und
dann welcher Triumph Über seine Neider, über
Alle, die ihn als armen Commis in dem Hause
Pennel's gekannt hatten, wenn er si öffentlich mit
der Lordötochter an feiner Seite zeigte, wenn er aus
feiner prächtigen Equipage mit ihr aus die Leute
herabblickte, die von dem Staub der Straße ver»
hüllt stehen blieben und den Hut vor ihnen abzo»
gen!
Gatlard war außer stch, «konnte sein Glück Nicht
bewältigen, die Brust war ihm so voll, und es dräng
te ihn, sich Luft zu machen und sich auszusprechen.
Gern wäre et zuCapitän Brooks in dessen Zim
mer gegangen, um ihn in fein beseligendes Geheim
niß zu ziehen, doch der Egoismus ließ kein natürli
ches Gefühl in ihm zur Herrschaft kommen, —wel
chen Nutzen hatte er davon, wenn er sich Brooks
mittheilte und war es nicht möglich, daß ein einzi,
ges unüberlegtes Wort ihm Nachtheilbringen kenn
te? Niemanden wollte er etwas davon sagen, und
nur mit sich selbst wollte er die nöthigen Schritte zur
Erreichung seines hohen Zieles übeilege»!
Zwtiundzwanzigstes Kapitel.
Der Lord. Die Einladung. Befangenheit. Da«
triolet. Die Rosette. Hohes Vliick, Der Mor
genritt. 3in Gurten. Die Erllärung. Die
Blumen.
Lord Rowley war täglich aus der Börse, immer
hatte Gatlard den stillen Wunsch gehegt, daß der
Mann sich mit einem Geschäft an ihn nenden möch.
te, denn derselbe hatte sehr häufig Gelder von Eng
land zu beziehen und Wechsel aus dort zu versau«
sen, doch der Lord war stets durch anbefe Häufer
bedient worden, die gern etwas an ihm verdienten
und auch eine Ehre darin fanden, die Geldangele
genheiten desselben zu besorgen.
Hierin lag nun «ine Gelegenheit, sich Seiner Ex»
eelleuz zu nähern, doch durfte dies nicht von Gatlard
ausgehen, es mußte durch einen Geldmäkler einge
leitet werden, und dies war leicht zu erzielen, denn
Gatlard brauchte nur einen solchen zu beauftragen,
ihm Wechsel auf England anzuschaffen und ihm zu
sagen, er wisse, daß Lord Rowley Gelder von dort
zu beziehen habe. Irgend eine Veranlassung, wo»
durch er mit diesem in Unterredung kam, war hin
reichend, daS Weitere wollte Gatlard dann schon
herbeiführen.
Er verbrachte eine schlaflose, doch glückliche Nacht,
denn das Bid der schönen Oetavia verließ ihn nicht,
und mit Ungeduld erwartete er am folgenden Mor
gen die Börsenstnnde.
Mit besonderer Aufmerksamkeit ordnete er, als
dieselbe endlich erschien, seine Toilette und begab
sich nach dem Börsengebände, wo er am Eingänge
in die Halle von Maklern und Agenten mit Aus
zeichnungen begrüßt wurde. Er trat, mit feinem
rethfaffianenen Portefeuille unter dem Arm, ans fei
nen Stand, wo sich sofort viele Geschäftsleute zu
ihm drängten, um Aufträge von ihm zu empfangen
und ihm Anerbietungen zu machen. Gatlard hat
te seinen scharfen Blick durch die zahlreich versam
melte geschäftige Menge gleiten lassen, ohne Lord
Rowley's ansichtig zu werden und hatte verdrieß»
lich schon viele Geschäfte abgeschlossen, als er Plötz
lich den ersehnten Mann in die Halle eintreten sah.
Lord Rowley war ein große:, wohlbeleibter Herr
mit dünnem rothlichblondem Haar, sehr rein rassir»
lern, glänzend rothem Gesicht, großer Nase und stets
nen hellblauen Augen.
Sein Begleiter führte ihn zu Gatlard und sagte,
diesen freundlichst grüßend:
Erlauben Sie mir, Herr Gatlard, daß ich Seine
Exeellenz, den Lord Rowley, mit Ihnen bekannt
mache.
Ich habe längst schon gewünscht, Ihre werthe Be
fauutfchaft zu machen, Herr Gatlard, nahm der
Lord nach gegenseitiger Verbeugung das Wort, und
darum nehme ich gern die Gelegenheit dazu wahr.
Ich habe Gelder in England liegen, welche ich durch
Wechsel eiiicafsircn möchte und wollte Sie fragen,
ob Sie vielleicht dieser Tage dieselben gebrauche»
könnten?
Mit Vergnügen, Excellenz nennen Sie mir nur
die Summe, welche Sie zu erhalten wünschen, und
ich lasse Ihnen dieselbe sofort auszahle«. Sie kön
neu mir dann gelegentlich, wenn es Ihnen gerade
eenvenirt, Wechsel dafür auf England geben, erwi
derte Gatlard leicht hin, doch in höflichem Tone,
und fuhr dann ebenso fort:
Auch ich habe schon lange auf eine Gelegenheit
gehofft, persönlich mit Ihnen bekannt zu werde»,
und freue mich sehr, daß mir dies Glück zu Theil
geworden ist. Kann ich Ihnen für die Folge in
irgend einet Weife dienlich werde», so bitte ich, im
mer über mich zu verfügen.
Sehr gern werde ich von Ihrer Gute Gebrauch
machen, fuhr der Lord sehr freundlich fort, Sie uiüf»
sen mir aber auch Gelegenheit geben, Ihre Freund
iichteit zu erwidern, nnd müssen mich in meinem
Haufe mit Ihrem Besuche beehren.
Es bedarf nur einet so ariig ertheilten Erlanbniß,
um diesem meinem eigenen Wunsche zu folgen,
erwiderte.Gatlard hochbeglückt und verneigte sich
tief.
So habe ich vielleicht heute Abend die Ehre, Sie
bei mir zu sehen? Meine Damen werden sich gleich
falls sehr freuen, Ihre Bekanntschaft zu machen, sag
tt Lord Rowley mit einer Gegenverdcuzniig.
Ich werde nicht ermangeln, mir die Ehre zu ge
ben, Ercellenz, antwortete Gatlard sehr verbindlich,
woraus der Lord das Gespräch auf den Aufschwung
des Gtfchäftslebens in de» Ver. Staatenlenkiennd
die
Energie
Ca-
Es überraschte ihn freudig, daß der Blick des
Lord's mit einem unverkennbaren Interesse dem sei
»igen begegnete, während derselbe ifyn früher nie»
mals bemerkt zu haben schien. RvwkTÄ trat sofort'^" tiefsten "Gcfürle ihre* Herzens darauf lesen las»
sehenen Geschäftsmanne, mit wel- f™' dann aber die laèwimperten Lider senkte
zu einem sehr anzes
chem Gatlard befreundet war und nachdem sie we
»ige Worte mit einander gewechselt hatte», kamen
Beide ans ihn zugeschritten.
bewunderte, mit welcher die Amerika-
»er, nachdem sic sich von dem Multcrlande getrennt
hätten, sich zu ein« würdigen selbstständigen großen
Nation erhoben.
Leute von Ihrem Werthe sind die Früchte solch'
großer politischer Umgestaltungen und wo solche
Männer mit ihrem Beispiel vorangehen, kann es
dem Volte nicht fehlen, groß und bedeutend zu wer»
den, sagte Lord Rowley schmeichelnd. Ich habe
vor einigen Tagen auch das Schift betrachtet, wel
cheS Sie augenblicklich bauen lassen eS giebt ein
Fahrzeug, wie wir eS im alten England nicht besser,
nicht ichöner hei stellen könnten. $a, auch hierin
scheinen die Amerikaner uns überflügeln zu wollen
in dem Bau ihrer Schooner haben sie es bereits
gethan. Das Schiss wird ihnen viel kosten?
Nun, doch so viel nicht, vielleicht sechszigtausend
DoUarS, entgegnete Gatlard leicht hin es kommt
»iir auf den Pitts nicht an, ich möchte i» ihm nur
zeigen, was die Amerikaner zu liefern im Stande
sind.
Lord Rowley wiederholte nach längerer Unter
haltung, daß es ihm seht angenehm set, Gatlard's
Bekanntschaft gemacht zu haben, reichte ihm trau
lich die Hand und empfahl stch ihm aus Wiedersc»
heu am Äbende in seinem Hause.
Kaum hatte der Lord ihn verlassen als die Mak
let sich zu ihm drängten uud ihm Gefchäftecffetten
vieler Är! machten und Gatlard war wohl niemals
schneller zu Abschlüssen aufgelegt gewesen, als in
diesem Augenblicke. Er kaufte unO verkaufte für
große Summen und zwar mit einet Heiterkeit, die
Allen auffiel, weil sie gewohnt waren, bei ihtn auf
viele Bedenken, Schwierigkeiten und Bedingungen
zu stoßen.
Nach abgemachten Geschäften bat Gatlard meh
rere (einet anwesenden Freunde zum Mittagsesscn
zu sich und ging in sehr heiterer Aiaune mit ihnen
nach seinem Hause. Allen fiel bei Tafel seine un»
gewöhnlich frohe Stimmung auf, er ließ feinen be
sten Champagner reichen uud brachte selbst mehrere
scherzhafte Toaste auS. Nach Tisch ab« ließ «[fei#
neu Wagen anspannen und fuhr mit feinen Gästen
in das Land nach einet Kasseewirthschaft, wo sie ebm
so munter den Nachmittag verbrachten.
Er mußte die Zeit bis zum Abend tödten, denn
seine Sehnsucht nach der schönen Oetavia ließ "ihm
keine Ruhe.
Es war düster, als er in fein HauS zurückkehrte
und eilig feine Toilette für feinett ^Besuch bei Lord
Rowley ordnete.
Bei feinem sehr feinen schwarzen Anzug kam daS
blendende Weiß seines Busenstreifs und feiner sau»
bet gefalteten Manschetten recht zur Geltung, fein
von Natur etivaS dünnes Haar war sorgfältig ge
kräuselt und am Goldfinget seiner Linken blitzte ein
sehr kostbarer Solitär in einem Ringe.
Gatlard stand vor dem großen Stehspiegel und
betrachtete sich mit Zufriedenheit, als die Equipage
vorfuhr. Schnell goß er noch Parfüm auf fein
schneeiges Batisttuch, warf noch einen flüchtigen
Blick in den Spiegel und befand sich wenige Au
genblicke später, seinesSieges gewiß, in seiner präch«
tigen Karosse auf dem Wege zu der bezaubernden
Oetavia Rowley.
Kaum hielt fein Wagen vor dem Palais deS Lords
an, als die Thür aufflog und ein in Schwarz ge
kleidetet schwarzer Diener auf der weißen Marmor»
treppe herabsptang, um sich vor Gatlard, dessen Be
dientet bereits den Schlag für ihn geöffnet hatte, zu
verneigen.
Zehn Uhr! rief Gatlard flüchtig feinem Kutscher
zu und schritt die Stufen hinan in den luftigen Cot
tidor und dort nach der breiten, mit Teppich beleg»
ten Treppe.
Trotz des Bewußtseins der hohen mächtigen Stel»
lung, die er jetzt in der Welt einnah/n, wandelte
ihm, als et die Treppe hinaufstieg, ein Gefühl von
Befangenheit, von Unbedeutendheit an, es war ihm,
als gehöre er nicht hierher, als schmuggle er sich in
eine Gesellschaftssphäte,in welche einzutreten et nicht
berechtigt fei et sah sich im Geiste ohne die geraub»
ten Schätze als unbedeutenden, tiamen» und werth
losen Commis Pennel'S. Doch der Augenblick der
Schwäche war schnell vorüber.
Millionär! tief er sich in Gedanken zu, warf sich
in die Brust und trat festen Schrines dutch die sich
vor ihm öffnende» Flügelthüren stolz in den Saal
ein.
Lord Rowley kam ihm mit großer Artigkeit ent
gegen, ergriff seine Hand und sagte:
Ich freue mich unendlich, Sie in meinem Hause
willkommen zu heißen und hoffe, daß unsre Bekannt
schaft eine recht dauernde freundschaftliche Beziehung
zwischen uns herbeiführen möge.
Dann geleitete er ihn nach dem Sopha, aus wel
chem seine Gattin und seine Tochter sich erhoben
und den Gast mit vornehmer Haltung, doch unter»
kennbat angenehm durch sein Erscheine» berührt,
erwarteten.
Lady Rowley, meine Gattin, Oetavia, meine
Tochter Herr Gatlard, sagte der Lord, sich gegen
die Damen und gegen diesen verneigend, worauf
Alle sich gegenseitig verbeugten und Lady Rowley
dann, zu Gatlard gewandt, das Wort nahm und
sagte:
Wir müssen unserm Schicksal grollen, daß es uns
Ihre Bekanntschaft so lange vorenthalten hat, Herr
Gatlard.
Ich habe die größere Ursache dazu, meine Gnä»
dige, denn mir ist dadurch hohes Glück vorenthal
ten worden, antwortete Gallard, sich abermals ver
neigend und wandte seinen aufglänzenden Blick zu
Ociavia, die für einen Moment den Spiegel ihrer
dimkein Augen ihm entgegenhielt, als wolle sie ihm
und wie verschämt vor sich tuederfchaute.
Setzen wir uns, verehrtet' Herr Gatlard, unter»
brach Lord Rowley schnell die eingetretene Pause
und dessen Gattin begann, auf das Srpha sinkend,
die Unterhaltung mit Erwähnung ihrer theuern al»
ten Heimath, mit England, indem sie Vergleiche
zwischen dort und Amerika zog.
Das Gespräch wurde seht lebhaft, Gatlard
schwärmte für Amerika und stellte es hoch über Eng
land, während Lady Rowley diesem den Vorzug
gab und nach einer eingetretenen kurzen Pause wie
der das Wort nahm und sagte:
Es ist schön hier, das ist wahr, die Natur ist hier
jünger, großartiger, reicher, als in unserm Vater
land, doch die Gesellschaft ist nicht so geläutert, nicht
so classificilt, wie bei uns, es ist hier ein Zusam
menfließen aller Qualitäten und mir das Materi
elle, das Aeußere gilt, der Mann wird nicht nach
feinem innern Werth gewürdigt. Man wird leicht
ängstlich und zu vorsichtig in der Wahl feines Um»
gaiigcs und versäumt dadurch häufig, mit den vor»
trefflichsten, den erhabensten Peisöulichkeite» in nä
here Beziehung zu irrten.
Um so fester aber schließt man sich auch einander
an, wenn man das Glück hat, mit solchen edlen
Charakteren bekannt zu werden, fiel Lord Rowley
mit einet leichten Verbeugung gegen Gatlard ein,
worauf dieser geschmeichelt und selbstgefällig sagte:
Hierin liegt aber auch eine triftige Enifchuldi»
gniig dafür, daß man oft zögert, sich den wahrhaft
Höchstftehenden der Gesellschaft zu nähern, ohne mit
Sicherheit auf eine freundliche Aufnahme bei ih
nen hoffen zu dürfen.
Nein, für die Erfüllung eines wirklich warnten
Wunsches wagt man schon Etwaö, bemerkte Oeta
via mit einem gefühlvollen Blicke und süßem Lä
chilii, zumal wenn man, aus gleichem Vaterland
stammend, sich in der Fremde trifft.
Je heißer der Wunsch, Fräulein, um so größer
das Bangen, ihn nicht etfüllf zu sehen, entgegnete
Gatlard begeistert und hing mit Wonne au Octa
via's fchivännciifchtn Augen.
Lady Rowley gewahrte mit großem Wohlgefal
len den Eindruck, welchen ihre Xochter ans Gatlard
machte, hielt cS aber für zweckmäßig, die Fortsetzung
dieser Gefühlsäußerungen den Beiden für urgtstör«
tere Augenblicke zu bewahren und sagte:
Sic zeigen in Allein einen vortresslicheiiGefchmack,
Herr Gatlard,wir haben mit Vergnügen Ihre Equi
page bewundert. Besonders reizend finde ich jhr
Cabriolet, der Harttraber den Sie darin fahre»,
würde in England 'Aussehen machen.
Ein eapitales Pferd, in der That, bemerkte Lord
Ro.rley.
Ich habe Sie schon oft darum beneidet, wenn Sie
Abends auf der Promenade so stolz an mir vorü
bcrsaustcn, fiel Oetavia ein, ich ziehe ein Cabriolet
überhaupt einer änliche bei Weitem vor, man sitzt
freier und niejjt mehr die frische Luft.
Es steht jecen Augenblick zu Ihrer Verfügung,
Fräulein Oetavia, betrachten Sie es als Ji?r Ei
genthum, entgegnete (Satlard rasch.
Sie wissen recht gut, Herr Gailard, daß ich es
nicht wagen würde, die Leitung eines so mnthigen
Rosses selbst zu übernehmen, fuhr Octavia weniger
laut fort.
So müßien Sie zugleich über meine Dienste ver
fugen, Fräulein, und mich doppelt dadurch beglü
cken, erwiederte Gatlard mit strahlendem Blick.
DaS thut ich mit Freude und Dank, einem so ans»
gezeichneten iHoffelentet vertraue ich mich mehr wie
gern an. Ich werde Sie beim Worte halten, ant
wortete Oetavia, und winkte Gatlard mit ihren
schönen Augen verstohlen ihren Dank zu.
Da trat ein schwarz« Dienet ein und meldete,
daß das Abendessen aufgetragen fei.
So will ich zur Probe mich sogleich einmal Ihrer
Führung überlassen, sagte Oetavia scherzend, indem
sie aufstand |und Gailarb'S Arm nahm, während
Lord Rowley feinet Gat in den feinigen bot.
Dieser war zur Seite getreten und wollte Gatlard
vorangehen lassen, doch Oetavia sagte mit übermü
thig heiterm Tone:
Dem Alter die Ehre, Papa wir folgen nach,
worauf der Lord feine Gattin aus dem «aale führ»
te, während Oetavia, die Falten ihrer Robe ord»
nend, einige Augenblicke zögerte, und dann mit Gat
lard folgte, indem sie halblaut sagte:
Morgen Abend sollen Sie mich fahren, Sie grau»
sanier iVtann, ich muß Sie dasür bestrafen, daß Sie
so lange Zeit immer, wen» wir uns begegneten,
thaten, als ob Sie mich nicht sähen, alS ob ich
nicht des Ansehens werth wäre, biS ich endlich that,
waS ich eigentlich nicht hätte thitn sollen biS ich
Ihnen durch meinen Fächer meiner Seele Grüße
zusandte O, warten Sie nur, Sie hartherziger
Mensch
Aber, himmlische Oetavia, Sie thun mit Unrecht,
fiel ihr Gatlard verlegen und in Glück erbebend, in
daS Wort, und ergriff ihre Hand, Oetavia aber
entzog sie ihm, nachdem sie seinen Druck leise erwi
dert hatte, und flüsterte:
Still jetzt! Ich sollte eigentlich gar nicht so gut
gegen Sie sein ein schwaches Mädchenherz so
auf die Folter zu spannen I
Gatlard wußte nicht, wie ihm geschah, in den
wenigen Augenblicken hatte das schöne Mädchen
alles Fremde zwischen ihnen weggeräumt, in seiner
Seligkeit preßte tt ihren Arm an seine Stuft, und
ihr leichter Gegendruck fuht ihm wie elektrisches
Feuer durch die Nerven.
Sie müssen mich bitten, morgen Abend mit Ih
nen auszufahren, flüsterte Oetavia ihrem wonne«
trunkenen Begleitet noch zu, alS sie durch den lan
gen Corridor geeilt wa^en und dem Elternpaar nach
in den Speisesaal traten.
Dort waten die Jalousieen geschlossen und die
schweren tothfeibenen Vorhänge herabgelassen, um
das letzte Tageslicht aus dem Saale zu verbannen
und dem Kerzenlicht aus den schweren silbernen
Kandelabern und aus dem Kronleuchter volle Gel
tung zu verschaffen.
Blitz und Glanz, wohin daS Auge sich wandte,
doch die Tafel fesselte den Blick mit dem Reichthum
von prächtig gearbeitetem Silberzeug, welches auf
ihr zur Schau gestellt war. Ein Aufsatz nament
lich von getriebenem Silber, in welchem frische
Blumen prangten, war ein wahteS Kunstwnk, »nd
als Gatlard's Auge darauf ruhte, fiel ihm ein ähn
liches, noch bei Weitem kostbareres Geräth ein,
welches er zwischen des Grasen Louveneourt'S Schä
tzen besaß.
Wozu hielt et jetzt noch die Meisterwerke der Kunst
in feinem Kellet verschlossen, dachte er, sie sollten
morgen in feinen Zimmern, auf seiner Tafel para«
diren, dann hatte Niemand in Philadelphia etwaS
so SchöneS der Art aufzuweisen.
Die Speisen waren köstlich und so war der Wein
der feinste Madeira, der beste Champagner wurde
gereicht, der Lord, sowie dessen Gattin, munterten
den Gast zum Trinken auf, und die schöne Oetavia
erwiderte den Toast, de» Gatlard auf ihr Wohl
ausbrachte.
Ich sollte eigentlich auch Ihren schönen Harttra»
bet lebe« lassen, den Sie mit so viel Artigkeit zu
meiner Verfügung stellten, sagte sie in heiterm
Scherz zu Gatlard, worauf ihre Mutter, jedoch mit
wohlgefälligem Lächeln, ihr mit dem Finger droh
te und sagte:
Aber, Oetavia, man muß feinen Freunden nicht
lästig werden!
Erst dann, Fräulein, dürfen wir ans daS Wohl
«gehen deS Rosses ein Glas leeren, nachdem es sich
in Ihrem Dienste als tüchtig bewährt hat, und um
dies recht bald möglich zu machen, so wage ich die
Bitte, morgen Abend Sie zur Spazierfahrt abho
len zu dürfe», nahm Gatlard jetzt daS Wort und
verneigte sich höflich.
Wenn eS wirklich Ihr Ernst ist, und Sie mich
ehrlich versichern, daß es Ihnen kein Opfer ist, so
viel Ihrer kostbaren Zeit mit zu schenken, so nehme
ich es mit großer Freude an, antwortete Oetavia
mit einem seelenvollen Blick und fügte mit einem
tiefen Athemzug noch hinzu Habe ich doch so oft,
wenn ich Si^ vorüber stiegen sah,.de» heimlichen
Wunsch gehegt, einmal in diesem Kabriolet ja
ich will es Ihne» gestehen au Ihrer Seite zu
sitzen
Nun hören Sie nur daS KlnH an, Herr Gatlard,
das nennt man doch ein offenes Bekenntniß, fiel
Lady Rowley lächelnd ein, wandte sich dann aber
z» Oetavia, und sagte:
So Etwas denkt man wohl, aber «au sagt eS
nicht, meine Tochter!
Was man denken darf, darf man auch sage»,
antwortete Oetavia mit kindlich »»befangenem To
ne, woraus ihre Mutter sich mit de» Worte» zu
Gatlard wandte:
Sie verziehen unsre Oetavia. Herr Gatlard, und
haben es sich selbst zuzuschreiben, wen», sie Ihnen
lästig wird.
Das wurde die schönste, süßeste Last sein, die mit
im Leben auferlegt werden könnte, antwortete die«
ser, außer sich vor Wonne, und fuhr zu Oeiavia ge
wandt fort:
So darf ich also auf daS Glück rechnen?
Mit taufend Freuden und taufend Dank nehme
ich Ihr Anerbieten an, und wetde die Stunden biS
morgen Abend zählen, entgegnete Oetavia mit an
scheinend unschuldiger Kindlichkeit, und in demsel
ben heitern Tone wurde die Unterhaltung fortgesetzt
bis Gatlard »ach der Uhr sah und halb erschrocken
sagte:
Mein Himmel, eS ist ja elf Uhr ich muß um
Verzeihung bitten, so lange von Ihrer Freundlich»
keit Gebrauch gemacht zu haben, die Stunden sind
mir aber wie Minuten verflogen.
Wir sind Ihre Schuldner für den heitern glück
lichen Abend, den Sie und bereiteten, verehrtest«
Freund entgegnete der Lord, ergriss dann fein Glas
und erhob cS gegen Gatlard mit den Worten:
Unsern Dank mit der Bitte um recht häufige
Wiederholung Ihres lieben Besuchs, Herr Gat»
lard!
Alle standen auf, verneigten sich gegenseitig und
leerten die überschäumenden Glaser.
Dann sprach Gatlard seinen Dank für daS hohe
Glück, welches ihm hier zu Theil geworden war,
aus und empfahl sich, indem er zuerst Lady Row
ley und dann deren schöner Tochter die Hand kiißte,
welche letztere ihm die feinige wieder leise drückte.
Lord Rowley begleitete ihn an die Thür, bat noch
mal8 um recht baldige Wiederholung feines Besu
ches und empfahl sich ihm mit einet höflichen Ver
beugung.
Gatlard eilte wonnetrunken die Treppe hinab auS
dem Hanse, wo seine Equipage feinet harrte, als et
aber die Marmorstufen betrat, schaute et übet sich
nach dem Oalfcn hinauf, und o —Entzucken—
Oeiavia neigte sich über d..S Eifengeländ« zu ihm
nieder, winkte mit ihrem Batisttuch, und flüsterte
zu ihm herab:
Morgen Abe«^l
Gatlard war auf« sich, er erhob die Hände nach
der Zauberin über sich, und rief leise hinauf:
Mein Glück mein Alles I
.Dann sprang et die Marmortreppe hinunter und
in den Wagen hinein, die Pferde setzten sich in Trab
und Gatlard winkte mit seinem Batisttuch aus dem
Schlage nach dem Balkon hinauf.
Wie im Traume erreichte er seine Wohnung, wie
im Traume trat et in sein Zimmer und bliev dort
in Gedanken unbeweglich stehen.
Ist's möglich in s Wahrheit ist'S wirklich
fein Traum 7 rief er plötzlich aus und schlug seine
Hände zusammen, indem er nun sti'irmis.yen Schrit
tes in dem Zimutet auf und niederging.
Das Glück war so unerwartet, so urplötzlich Übet
ihn gekommen, daß er es nicht zu fassen, zu über
winden vermochte. Oetavia, die kindliche, unfchul
dige, gefeierte Schönheit, die Tochier des vornehm»
steu tl/iannes in der Stadt, liebte ihn, wollte fein
werden, darüber war kein Zweifel, wie hätte sie sonst
in jener Weife zu ihm reden, wie hätte sie ihm sonst
so warn« die Hand drücken können 'l lind ,morgen
Abend" hatte sie ihm noch von dem Balkon herab
zugeflüstert! Welch' Glück, welche Seligkeit harrte
(etner morgen Abend I Ware nur die Nacht schon
herum I
Es war »ach zwei Uhr, als Gatlard sei» Lager
suchte, um noch einige Stunden zu ruhen, wen»
auch der Schlaf feinen Augeu noch fern war. Den
noch fchluinmeite et mit dem Bilde des reizenden
MävchenS ein und nahm es mit in die Traumwelt
hinüber, und sein erster Gedanke, alS et am folgen»
den Morgen erwachte, war sie, die schöne, die be
zaubernde Oeiavia.
Es war noch früh, detMorgen war kühl »»der»
#16
DER WESTBOTE.
Tum:
TWO
No. 18,
frischend, vielleicht hatte auch Oetavia ihr Lager
schon verlassen, vielleicht war sie am offenen Fenster
auf dem Balkon vielleicht auch in dem Gat
te» neben dem Hau«, wo Gatlard'sie schon einige
Male hinter dem eisernen Staket bei den Blumen
gesehen hatte. Gr zog hastig die Schelle und rief
dem eintretenden Diener zu:
De» Schimmel satteln schnell I
Dann machte er rasch Toilette, ergriff Hut und
Reitgerte, als da« Pferd auch schon vorgeführt wur
de und er hinauSeilte und sich in den Sattel schwang.
Fort sprengte er durch die erquickende Morgen-'
kühle, und hatte bald die Straße erreicht, in welcher
Lord Rowley's Palai» stand, ör hielt daS Roß
in Galopp, damit dessen laute Husschläge vielleicht
zu dem Ohr Oetavia'S dringen und sie an daS Fen
stet rufen möchten. .Vergebens aber schweifte sein
Auge bei Annäherung an das Haus vor dessen Fen
sterreihen hin, die Ersehnte war nicht da. In im
met kürzerem Galopp erreichte er daS Palais »nd
spähete nach den Fenstern hinauf, da wurde fei»
Bitck zur Seite d,S Gebäude« nach dem Sifengitter
vor dem Garten gezogen, durch welch,« ihn eine
weiße Gestalt entgegenlfuchtete.
Ja, sie war es, die Göttliche, die «rsehnte, der
Schimmel war parirt und Gatlard hielt dicht an
dem Gitter vor Oetavia.
O Himmel, wie Habe ich mich erschrocken! rief
sie halblaut, und hüllte sich festet in ihr schneewei
jjt«, luftiges Morgengewand, daß Sie mich so in
dieser nachlässigen Toilette überraschen müssen.
In der Sie womöglich noch schöner, noch liebli
cher sind, als in Ihren Prachtanzügen, fiel Gatlard
stürmisch ein.
Ach Sie machen sich über mich lustig, ich sehe ja
so wüst aus, fuhr Oetavia fort, und warf die wo
gende Lecken fülle ihres schönen Hauptes zurück. Wie
konnte ich aber denken, daß Sie schon so früh
Denken, süßeste Oetavia? entgegnete Gatlard in
größter Aufregung, haben Sie denn nicht geahnt,
nicht gefühlt, daß ich hierherkommen mnßte, daß
mich die Sehnsucht nach Ihnen mit unwtderstehli
cher Gewalt hierher trieb
Oetavia schaute ihn einen Augenblick mit tiefin
nigstem, sinnenden Augen an, dann sagte sie, wie
wenn sie jede Scheu, jede Bangigkeit überwunden
hätte:
Ja, ja, warum soll ich eS Ihnen nicht sagen, ja
ich habe an Sie gedacht, habe gehofft, daß Sie kom
men würden, wenn ich auch zu solcher Hoffnung
nicht berechtigt war. O, was lassen Sie mich al
les thun ich glaube, ich müßte Ihnen den letzten
Gedanken meiner Seele ausplaudern 1
Und meine ganze Seele dafür erhalten, angebe«
tete Oetavia 1 entgegnete Gatlard, sich neben dem
Hals seines Rosses zu ihr hinneigend.
Wissen Sie wohl, was Sie thu», Gatlard? sag
te Oetavia ernst, doch mild »nd schwärmerisch zu
ihm aufblickend, es wäre bös von Ihnen, wenn Sie
mit einem unerfahrenen Mädcher.herzen spielten,
welches in sein« Unschuld keine Waffen zu seinem
Schutze hat.
Nein, nein, geliebte Oetavia, nicht spielen könn
te ich mit einem solchen Herzen, Ihr Eigenthum bin
und bleibe ich mit meinem ganzen Sinn, mit Allem,
was ich bin und was ich habe, und rufe Sie um
Erbarmen an, nicht mit mit, mit meinem wahrsten,
innigsten Gefühle zu spiele»!
Ach ja, Gatlard, Sie sind gut, sonst hätte ich Jh.
nen auch ja nicht so gut sein müssen, antwortete
Oeiavia, sah mit einem Seligkeit strahlenden Blick
zu ihm auf, und fuhr dann mit wonnigem Lächeln
fort:
Run warten Sie, ich pflücke Ihnen einen Strauß
zum Andenke» an diesen Augenblick, worau' ste mit
fliegendem Gewände in den Garteq? sprang, und
schnell ein Bouquet Do» Rosen und Borthen brach.
Nehmen Sie, Gatlard, mit diesen Blumen gebe
ich Ihnen meine Seele mich selbst 1 sagte sie,
wieder an das Gitter tretend, und streckte ihre Hand
mit den Blumen und ihren schneeigen, wundervolle»
Arm aus dem Steimel ihres GewandeS zwischen den
Elsenstangen nach ihm hin.
Gatlard nahn die Blumen und wollte seine»
Dank stammeln, doch Oetavia sp'rana mit de»
Worten:
Heute Abend! davon und verschwand i* näch
sten Äugenblick hinter dem Hause.
Gatlard wandte sein Pferd und fetzte ei die Stra
ße hinab in Galopp, et hielt die Blumen in feiner
Hand, sie schauten ihn an, wie der vertrocknete
Strauß, welche,, Aglaja ihm einst bei feiner Gene
sung vom gelben Fieber gebunden hatte. Sie ka
men ihm centnerschieer vor, »nd er hätte sie von sich
werfen mögen, doch wieder schauten die Zauber«»,
gen Oetavza's zwischen ihnen hnauS, und ihre letz
ten Worte »Heute Abend- klangen wieder in seinem
Ohr.
Vergessen war Aglaja, vergessen ihr vertrockneter.
Strauß, und nur daS Bild Oetavia'S, wie sie ne
ben ihm im Cabriolet sitzen würde, stand ihm vor
der Seele. So sprengte er dahin auS der Stadt
und langte auf schaumbedecktem Roß nach einem
weiten Umweg wieder z» Hause an, wo er die Blu
men sorgfältig in eine Vase stellte und ihnen Was
ser gab.
Schnell hatte tt gestühstückt und eilte dann nach
seinem Comptoir«, wo er viele Arbeit vorfand. Ei
ne große Menge von Briefen harrte seiner Unter
schrift, et durchlas sie flüchtig und zeichnete seinen
Namen darunter, während die Augen Oetavia's vor
ihm auf den, Papier tanzten, er machte sich Notizen
für die Börse, et sprach mit dem Buchhalter über zu
machende Zahlungen und fällige Forderungen, er
las die Börsenberichte von New 8)ork wohin et
aber auch bückte, wovon er auch sprach, iinnwt trat
der Augenblick in seine Gedanken, wo Oetavia zu
ihtn in das Cabriolet steigen würde. 'Sie war ein
füßer, unschuldiger, kindlicher Engel, pit «nieim
Leben einem Andern begegnet war, und fühlte,
daß die Schaale des Glücke« zu« UedeestrSme»
ihn gefüllt war.
ZweinndzwanzigsteS Kapitel.
Der unschuldige Engel. Der geheime Liebhaber. Die
Spazierfahrt. Ewige Treue—Seelenschmerz.—Da»
Begegne». Da« Verleugnen Theilnahme^
Zeitungsartikel. Die Berlobutig.
Wahrend Gatlard sich'uun ist 'dem
zaubernd kindlich* feine
Zukunft einen Himmel sW^Mn träamte, saß die»
se in leichter Morgentoilette in einen Schaukelstuhl
Hingegossen hinter dem Hause unter der weinum
rankten Veranda, und neben ihr auf einem Sessel,
die Haiiv auf ihrem Stuhlarm, faß ein junger Eng.
lauter, Namens Taknall, welcher mit ihren Eltern»
sehr befreundet war und sich schon feit einem Jahre
zu feinem Vergnügen in Amerika aufhielt. Gr war
Hausfreund, war weitläufig mit Ludy Rowley's
Familie verwandt und galt in Philadelphia für ei»
neu Lebemann, der feine sehr bedeutenden Einkünf
te benutzte, um die Welt und die Mensche» kennen
zu lernen, und mit sich zu amüftrtn.
Er war ein schöner, hochgewachsener Jüngling
mit blondem Haar, einet Udlernase und frischer,
jugendlicher Gesichtsfarbe und befaß in hohem
Grade die Gabe, sich überhaupt, namentlich aber
bei dem schönen Geschlecht, beliebt z» machen.
Aber süße Oetavia, ich bitte Dich tu» aller Hei
ligen Willen, Du wolltest Dich an diesen Gecken,
an diesen ordinäre» Emporkömmling, der noch vo
so kurzer Zeit elend« Commis bei dem alten Pen
nd war, verkaufen? ES ist ja nicht möglich, sagte
Toto»!* «»«6(1« und «griff Oetavia's
(Fortsetzung f»I«t.)
Unerschütterliche Treue. Warum hängt
dasPublikum mit einer felsenfesten Treue an „froof
land's deutschen! Bitters"? Weil feit läng« al*
Jahren dasselbe sich als Medizin bewährt und sich
einen
glorreichen Name» verschafft hat. Schlechte
Verdauung, nervöse Schwachheit, Leberlrankheilen,
äjftction der Nieren, körperliche Schwächen weröen
durch die alterative, kräftigende und temigeude Wir
tun« de« Bitters in das Reich der Fabeln gezaubert,
während .tzoofland's deutsches Tonic/ welches nur
reine stärkende Stoffe enthält, wahre Wunder tttut*
Zu saufen bei allen Apothekern.
14 Dec. 1« hw ».
5*1—-*

Jaheg 98, wmbus, O., Donnerstag, SS December 1ST O,
IBIIf *ARB FIESER
PUBLISHERS.
dofhm per year, invariably In âdranoe.

xml | txt