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Der westbote. [volume] (Columbus, Ohio) 1872-1918, September 05, 1872, Image 3

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Ungèfâff^ Hoc SnntciöcfbMi
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ben sämmtlichen MqhWUßtztttM b® Union
erzogen, und während der vierzig Jahre, seit
dem die erste Blittvenanstalt in denVer. St.
gegründet wurde, sind über 7000 Blinde auf
öffentliche Hosten erzogen worden.
Mm è. e o rest behauptet, die ej&eit in
Mode gâommen Dmnenhüte seien auf's Haar
jene vM'My .......... Die Welt ist rund und
muß sich drehen!
BereitK in 24 verschiedenen Städten der
Union hab«, sich Reisegesellschaften zur nächst
jährigen Weltausstellung in Wien gebildet.
Jede vieser Gesellschaften zählt über 100 Mit
glieder und die meisten haben auch schon
Quartiere in Wien belegen lassen.
Von San Francisco ausist eineCom
pagnie bewaffneter Männer, die zu strenger
Geheimhaltung ihrer Erlebnisse unter Eid ver
pflichtet sind, nach den Diamanten-Feldern
von Arizona über Los Augelos abgegangen.
General McClellan- hat erklärt, daß er mit der
Diamanten-Compagnie in feiner Verbindung
stehe. Er verstehe wenig von Diamanten und
wisse nicht, ob die ausgestellten Diamanten wirk
lich aus Arizona seien.
Schreckliche Nitroglycerin- Explo
si on. Am Montag wurde in der Nähe von
Nouseville, Pa., Hr. Pyne, der Agent für
Robert's Torpedo-Compagnie, durch eineNitro
Glycerin Explosion förmlich in Stücke gerissen.
Der Mann war mit einem Wagen nach seinem
Magazin Mterwegs. Bei der Shaw'schen
Farm lud ye unter änderen Gegenständen auch
eine acht Elitart Nitro-Glycerin enthaltende
Büchse auf einen Wagen und fuhr davon. Er
hatte etwa fünfzig Harvs zurückgelegt als,
durch irgend einen Zufall, wahrscheinlich eine
Erschütterung, das Glycerin mit einem lauten
Knall explodirte und Hrn. Pyne sofort tödtete.
Der Ort, an welchem sich das Unglück zutrug,
befindet sich in âem engen Chausseewege, zu
dessen einer Seite, dichtes Unterholz steht, wäh
rend die andere Seite auf eine Strecke von
etwa fünfzig Aards entholzt ist, da dort ein
Oelbrunnen gebohrt werden soll. Auf der
Chausseelagèn hin und tëiitber große Felsblöcke,
über welche der Wagen hinwegfahren mußte.
Das Gebüsch an der einen Seite des Weges
war gansmit
Die Präsidentschafts-Candidatin
Victoria ($. Woodhull hat ihr' Sach' auf nichts
gestellt, drum ist so wohl ihr in der Welt,
juchhe! Sie wurde dieser Tage in einer Schuld
klage gerichtlich vernommen und erklärte, daß
sie keinen Dollar auf tner Welt ihr eigen nen
nen könne, nicht einmal die Kleider, welche sie
auf dem Lßihe twgf.
Das Inland
Porto für Zeitungen und
alle anderen Postsachen (außer Briefe) beträgt?
nach dem neuen Gesetze nur noch 1 Cent für
Unzen. Die meisten Zeitungen wiegen um=
ter 2 Unzen und sind also nur noch mit 1
Cent
zu frankiren. Das Ports für das Ausland
hat keine Veränderung erlitten.
^Abermals ein schxecklicher Gift
Mord. St. Paul, Minn., 31. Aug. In
Trumbull, Pierce Co., Wisconsin, wurde
soeben Frau Charlotte Lamb festgenommen
und in das Ellsworth Gefängniß abgeführt,
angeklagt, fünf Menschen vergiftet zu
haben. Im September 1871 starb plötzlich
ihr Gemahl mit allen Anzeichen der Lergif
tung. Im Mai d. I. wurde ihr 10 Jahre
alter «Sehn plötzlich krank und war eine Stunde
später eine Leiche. Im Juni starb ihr 8jäh
riges Töchterchen ebenso plötzlich. Im letz
ten Monate begab sich Frau Lamb nach der
Wohnung der Frau Isaac Cllman, um der
selben während einer Erkrankung beizustehen.
Sie mischte ein Pulver für die Patientin,
wovon diese genoß und wenige Minuten später
unter argen Krämpfen mit Tode abging.
Royal Garland, ein Nachbar der Frau Lll
man, war das letzte Opfer der Mörderin.
Sie kochte während der Ernte für Garland
das Abendessen und reichte diesem eine Tasse
Thee, welche G. kaum geleert hatte, als er
furchtbaren Schmerzen ergriffen lourbe
van
und kurz nachher mit Tode abging. Der
Magen Garland's wurde einer Analyse unter
worsen und Gift vorgefunden. Die Leichen
der übrigen Opfer sind ausgegraben und eine
chemische Untersuchung des Mageninhalts der
-Gestorbenen gerichtlich befohlen worden. Bei
einer Durchsuchung der Wohnung der Frau
L. fand man Strychnin und Arsenik. Ei»
weiteres Verhör sott am 5. September statt
finden.
Am Spinnenbiß gestorben. In
Braddocksfield, Pa., wurde am 23. August ein
zwölfjähriger Knabe, Robert Buiroer mit
Namen, von einer großen Spinne, die er im
^Hause seiner Eltern gefangen hatte, in die
Hand gebissen und starb am letzten Donnerstag
Vormittag an den Folgen dieses Bisses.
Ant Mittwoch hatte die Wunde, die bis dahin
kaum bemerkt worden, angefangen, sich zu
entzünden, die Hand sing an aufzuschwellen
und die Geschwulst nahm zu und erstreckte sich
rasch über den ganzen Arm, und der arme
Junge litt ungeheure Schmerzen, von welchen
ihn erst der Tod erlöste. Immerhin eine
ernste Warnung für Knaben und Erwachsene.
Es bleibt immer gefährlich, eine Spinne in
die Hand zu nehmen.
Untergang eines Dampfers.
40 bis 50 Passagiere verunglückt.
Stonington, Conn., 30. August.—Der Pro
pellor „Metis", Capt Burton, ging im Lmtg
Island Sund, sechs Meilen von hier, in der
letzten Nacht unter. Das Schiff wurde wäh
rend eines heftigen Sturmes von einem Schoo
ttet angerannt und bekam einen Leck, worauf
es zu sinken begann. Die Passagiere wurden
sofort geweckt und die Damen versahen sich
mit Rettungsapparaten. In kurzer Zeit löste
sich der untere Theil des Schiffes von dem
oberen und ging unter, während der letztere
auf den Wellen umher trieb. Es befanden
sich hundert und vier Passagiere und fünfund
vierzig Matrosen, Aufivärter und andere Leu
te der Bedienung des Schiffes am Bord. Eine
Anzahl der Passagiere unb Mannschaft rettete
sich auf bas Deck, bas gegen 8 Uhr Morgens
gerabe vor dem Ocean Hause an den Strand
ßctr%|jw iy»rS" Capt. Burton und
tit
Blut und Fleischtheilchen bespritzt,
hier lind da lag ein großer Theil vom Körper
des Unglücklichen, wie z. B. eine Hand, ein
Theil des Gesichtes, ein Fuß, mehrere Zehen
oder was von denselben übrig geblieben war.
Das Fuhrwerk wurde durch die Explosion in
Atome zerschmettert, einige Theile desselben
konnten gar nicht gefunden werden, während
man andere hunderte von Iards von der Scene
des schrecklichen Unglücks aufhob.
Das Genfer Schiedsgericht. Sekre
tär Fish hat dem Präsidenten einen Bericht
von Bancroft Davis aus Genf vorgelegt,
woraus hervorgeht, daß das Schiedsgericht in
der Mitte des September etwa seine Arbeiten
vollenden wird und daß die Aussichten für die
Ver. Staaten günstig seien. Die früher gtnW
brachte Nachricht wird bestätigt, daß eine To
talsumme der ßntschädigungenjuerfannt wer
den wird. Die Höhe dieser vumM ist noch
n i e s e s e
Der Dampfkessel einer Sägemühle
gegenüber Guyandotte, W. Va., explodirte
am Dienstag, wobei vier Männer, John
Jones, der Eigenthümer, Hr. Clark, Hr. Webb
und ein Farbiger getödtet wurden.
In der Nähe von Detroit explodirte
der Dampfkessel einer Locomobile, welche eine
Dreschmaschine trieb, wobei drei Männer,
Namens Columbus Sidell, Chas. Williams
und Henry Tenncy, sofort ihren Tod fanden.
Edson Tenney wurde lebensgefährlich und
zwei andere Männer erheblich verletzt.
Sonderbarer Selbstmord. Rock
land, Me., 30. Aug. Dr. Jewett von North
Haven, ein gebildeter aber sehr excentrischer
alter Mann, der früher in Bangor gewohnt
hat, machte am vorigen Freitag seinem Leben
in einer sehr seltsamen Manier ein Ende. Er
ging in seine Officin, goß eine Kanne Kerosin
in dem Zimmer umher, und dann durchschnitt
er die Schlagadern auf beiden Schenkeln und
steckte das Zimmer in Brand. Als die Nach
barn das Feuer sahen, eilten sie herbei und sie
fanden, daß der alte Mann nur mit dem Hemd
bekleidet in der Mitte des Feuers war und in
seinem Blute schwamm. Die Leute schleppten
ihn heraus, er war jedoch schon sprachlos und
starb gleich darauf. Dr. Jewett hatte keine
Familie und lebte ganz allein.
Hull, bet Agent der Dampferlinie, befanden
sich untet deh Betettéien, für welche die Gäste
des Ocean Hauses Alletz thaten, was in ihren
Kräften stand. Man glaubt, daß ungefähr
die Hälfte der auf dem Schiffe Befindlichen
ertrunken ist. Der Cutter „Moccasin" und
die Uacht „Joste" gingen sofort bei'm An
treffen der Nachricht von dem Unglück von
Watch Hill, R. I., ab. Am Mittag traf
daselbst eines der Rettungsboote des Dampfers
mit sechs Matrosen ein. Unter den Verun
glückten befindet sich eine Dame aus Provi
dence mit drei Kindern. Der Capitän und
der Agent der Dampferlinie weigerten sich die
Rettungsboote zu benutzen, und wurden mit
den Trümmern des Pilotenhauses an's Ufer
geschwemmt.
Später. Den letzten Berichten zufolge
wurden von den 155 Personen an Bord der
Metis 107 gerettet, 25 Leichen wurden gefun
den und 23 Personen wurden noch vermißt.
Die geretteten Passagiere geben an, daß nach
dem Zusammenstoß der Dampfer Stonington
vorbei fuhr und Hülfe anbot, welche jedoch der
Capitän, in dem Glauben, daß keine Gefahr
vorliege, abwies. Die „Metis" setzte ihre Fahrt
ungefähr eine halbe Stunde lang fort, ehe die
Gefahr erkannt und der Küste zugesteuert wur
de. Die Anzahl der an Bord befindlichen
„Life-Preserver" schien zu genügen, doch Man
che nahmen mehrere, so daß Andere darauf ver
ziehten mußten.
Ungefähr vierzig Passagiere sammelten sich
auf dem Sturmdeck, meistens Frauen und
Kin
der. Desselbe löste sich später von dem Schiffs
rümpfe ab und zerbrach, von der Brandung
gegen den Strand geschleudert, in Stücke. Das
Wrack schlug um und augenscheinlich wurden
mehrere Personen von den Trümmern getödtet.
Die Passagiere votieren Alles.
Der Schooner, welcher mit dem Dampfer
collidirte, war die „Nette Gushing," von
Thomaston noch New-Aork bestimmt. Der
Capitän, nachdem er fand, daß der Dampfer
nicht sank, setzte die Fahrt nach New-London
fort.
Augenzeugen stimmen überein, daß der
Rumpf der Metis gleich nach dem Zusammen
stoß nicht gehörig untersucht worden sei und
daß mart in betn Verfahren auf ber Reife,
sowohl, als auch dadurch, daß man die Hilfe
des Dampfers Stonington zurückgewiesen
habe, einen verhängnißvollen Fehler began
gen habe. Beinahe eine Stunde verfloß
zwischen dem Zusammenstoß und dem Unter
gang des Schiffes, während welcher man das
Schiff hätte an's Land bugsiren können. Nur
15 Minuten ehe der Dampfer sank, wurden
die Passagiere aufgefordert, sich aus die best
möglichste Weise zu retten und nachdem alles
in Verwirrung und wilden Schrecken gerathen
war, wurden die Passagiere sich selbst über
lassen. Mannschaft, Deckarbeiter, Passagiere
drängten sich ohne Unterschied in die Kähne
und obgleich Capt. Burton und andere Ossi
ziere in tapferer Weise sich weigerten, das
Schiff bis zum letzten Augenblick zu verlassen,
schienen sie dennoch alle Kontrolle über die
Mannschaft verloren zu haben.
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Untergang des Dampfers Bienville.
34 Personen verunglückt.
Havanna, 30. August. Capt. Jefferson
Maury vom Dampfer Bienville traf diesen
Morgen hier ein und berichtet, daß der Dam
pfer Bienville, welcher am 10. August von
New-Aork nach Aspinwall abfuhr, auf hoher
See verbrannte. Das Unglück ereignete sich
am Morgen des 15. August. Das Feuer
griff zuerst im Schiffraum um sich. Die
Dampfpumpen wurden sofort angewandt, wur
den aber bald unbrauchbar. Capt. Maury
befahl dann, die Luken zuzuschlagen, um das
Feuer zu ersticken und ließ „Fire Extinguish-'
ers" anwenden, jedoch umsonst. Ilm sechs
Uhr Morgens ließ Capt. Maury, aus Besorg
niß, das im Schiffsboden befindliche Pulver
möchte explodiren, sechs Rettungsboote aus
setzen und sie von Paffagieren und der Mann
schaft besteigen. Um 7 Uhr 30 Minuten ver
ließ Capt. Maury, der Letzte von Allen, das
Schiff. Eins der Rettungsboote schlug um
und von sieben bis zehn der darin Befindlichen
ertranken. Später wurde das Boot wieder
aufgerichtet und ausgeschöpft und erreichte die
Cat Insel. Die übrigen Boote bewerkstellig
ten die Fahrt nach der 150 Meilen entfernten
Eleuthera Insel ohne Schwierigkeiten. Von
einem Boote wurde noch nichts gehört, jedoch
vermuthet man, daß die Insassen von einem
Schiffe ausgenommen wurden, da ein leeres
Boot in der Nähe der Eleuthera-Jnsel umher
trieb. Ein Boot schlug beim Landen um und
neun Personen ertranken dabei, einschließlich
Frau Brender und ihrer drei Kinder. Um ein
Uhr erfolgte eine Explosion an Bord der Bien
ville, worauf das Schiff sofort versank. Eine
der Geretteten, Anna Brahn, wurde wahnsin
nig und mußte in Eleuthera zurückgelassen
werden. Von hundert und siebenundzwanzig
Personen werden vierunddreißig vermißt.
Der Schooner William McGee segelte am 24.
d. M. mit 34 der Geretteten von Nassau nach
Baltimore ab.
Die Weinaussichten in Miffomß.
Die „Gasconade Zeitung" schreibt:
Der Wein ist jetzt so weit vorangeschritten,
daß matt ein oberflächliches Urtheil über Er
trag und Qualität der heurigen Ernte bilden
kann. Die Catawba, unser alter Liebling,
bleibt leider hinter allen Erwartungen zurück
an einzelnen Stellen erwartet matt freilich
noch etwa eine Viertels-Ernte, doch die große
Masse der Catawba Weinberge stehen kahl
und öde da: ein trauriges Bild für den Win
zer. Die Trauben, welche jetzt noch hängen,
sind freilich gerettet, da, sowie dieselben weich
werden, die yäule verschwindet.
Schon seit etwa drei Wochen hatten wir
Hartford, Mary Ann und Bloods Black im
Markte, welche als Tafeltrauben sehr gesucht
waren und gute Preise brachten. Jetzt ist
auch schon die Jves, dem Concord ähnlich,
aber an Qualität besser, im Markte und sin
bet rasche Abnehmer biese Traube ist schon
so reif, baß bieselbe itt acht ober vierzehn Ta
gen gepreßt werben wirb. Die Concorb ist
ebenfalls schon stark gefärbt, unb kann schon
gegessen werden die Gefahr der Krankheit ist
für sie vorbei und sie wird etwa eine halbe
bis dreiviertel Ernte geben, in der Güte wird
sie, wenn das heiße Wetter fortdauert, hinter
feinem Jahrgange zurückstehen. Virginia unb
Clinton geben eine gute Durchschmttsernte
Rulänber unb Delaware stehen auch ziemlich
gut, obwohl bieselben etwas gelitten haben
da die Delaware aber namentlich das Laub
gut behalten hat, wird sie ihre Trauben auch
gut zur Reife bringen.
Die Erndte.
Die ErnM' war dieses Jahr um drei oder
vier Wochen später als gewöhnlich, aber sie
mag jetzt wohl als beendigt angesehen werden.
Soweit bis jetzt das Dreschen ersehen läßt, ist
die Ausgiebigkeit des Weizens verschieden die
Winterfrucht bringt einen guten Durchschnitts
ertrag, welcher die früheren Erwartungen so
gar um einige Procente übersteigt. Die Er
gebnisse des "Sommerweizens aber bleiben hin
.ter der genährten Hoffnung und werden unge
fähr die gleichen sein wie im vergangenen Jah
re, in welchem nach den Angaben des Acker
baubureaus die Erndte ein nach Quantität ge
ringes Resultat lieferte. Dèr Werth der im
vorigen Jahre eingeheimsten Cerealien war
neunhundert Millionen Dollars die dafür
verwendete Bodenfläche umfaßte fünf Millio
nen Acres weniger als im Jahre 1870. Es
ist zu bemerken, daß die Abnahme in der
Quantität des Getreides und der Ausdehnung
der so bebauten Bodenfläche vollkommen ver
hältnißmaßig waren und die Erträgnisse per
Acre sich nicht verringert haben.
Neuer Winterweizen kommt in großen
Quantitäten und schöner Qualität zu Markt
Sommerweizen wird in größeren Massen
schwerlich vor Mitte ober Ende des nächsten
Monats anlangen. Frischer Hafer kommt
viel zu Markt, aber in Folge des nassen Wet
ters während der Erndte,zeit leidet er stark an
Mehlthau die Erndte ist aber meistens sehr
groß. Die Roggen- und Gerstenerndte ist
befriedigend, während Mais verspricht,
wenn nicht frühzeitig Frost eintritt, aus
giebiger zu sein als im vorigen Jahre, in wel
chem trotzdem, daß der Ertrag um neun Pro
cent oder ungefähr ein hundert Millionen Bu
shel kleiner war als in 1870, dennoch das Er
gebniß für bedeutend besser als durchschnittlich
angesehen wurde und in der That um ein Be
günstiger war als int Jahre 1869.
Im Vergleich mit anderen Getreide product'
tenden Ländern erzeugen wir jetzt mehr als
Rußland, und die Ver. Staaten und Rußland
allein producircn mehr Getreide, als alle Län
der West-Europas. Die diesjährige ErMe
Europas ist nach den Angaben von Autoritä
ten im Ganzen genommen kaum eine mittel
mäßige, und es ist daher nicht unvernünftig,
auf einen willigen Markt für den Ueberschuß
an Weizen und Mais, den wir habett mögen,
zu hoffen. Aus unseren geringen Vorrathen
an vorjährigem Weizen darf man wohl schlie
ßen, daß die Preise verhältnißmäßig lohnend
bleiben werden, jedoch kann man darüber erst
I dann ein Urtheil mit einiger Sicherheit abge
I ben, wenn die Resultate unserer Erndte wie
die der fremde» besser bekannt sein werden.
(N. 3). Shipping List.)
Da»
WWschè Todten-Opferf-st
Francisco.
Eine der ältesten chinesischen religiösen Sere
«tonten ist die des Opfernd von Speise unb
Trank für die Dahingeschiedenen an deren
Gräbern. Es unterliegt derselben der Glaube,
daß jene in einer andern Welt noch fortleben,
und im Stande sind, wenn auch in körperlich
unsichtbarer Form, an den guten Dingen dies
fer Erde sich noch fernerhin zu ergötzen. Der
Umstand, daß die ihnen vorgesetzten Speisen
sich wenigstens nicht bemerkbar vermindern,
scheint durchaus keinen mindernden Erfolg auf
den Glauben ihrer noch im irdischen Jammer
thale zopfbehangen umherwandelnden Ver
wandten hervorzurufen, er nimmt sie nach ge
wisser Zeit einfach wieder mit nach Hause und
verzehrt sie selbst, glücklich in seiner Ueberzeu
gung, daß er der Pflicht Genüge geleistet, unb
jene aus himmlischen Höhen herabkommend
sich an seinen schönen Sachen recht gelabt haben.
Dieses Todten-Opser wiederholt sich, nach
wer weif wie viel hundert-oder tausendjährig
gem Brauche, zweimal im Jahre, gegen die
Mitte des Februar und die des August. In
China selbst wird dasselbe als eine Art Festlich
keit betrachtet, der zu Ehren die Häuser und
Geschäfts-Lokale mit außerordentlichem Glänze
ausgestattet werden.
Am letzten Sonntag vor acht Tagen bereits
begann diesem entsprechend eine lange Reihe
von Kutschen und Expreßwagen von den chine
fischen Quartieren aus nach dem Begräbniß
platze auf Lane Mountain, mit Chinesen bei
derlei Geschlechts hoch beladen, hinauszuziehen.
In den Gefährten letzterer Classe befinden sich
gewöhnlich die Opfer-Speifen.
Sobald sie auf dem Platze, wo ihre Tobten
liegen, angekommen, wurden diese herabgenom
men, zu den Gräbern der betreffenden verwand
ten Verstorbenen getragen und dort auf den
Boden niedergefetzt. In den meisten Fällen
bestanden sie in gebratenen Schweinen auf höl
zernen Schüsseln, gebackenen Enten unb Hüh
nern, Kuchen verschiedener Art und ebenso ge
färbt, Thee, Wein und Brandy
2C.
Alles auf
kleinen und großen Tellern, Tassen ic. gelegt,
nebst Unmengen von „Chop" Stäbchen unb
ganzen Pacfeten gelben und rothen Papieres.
Sobald Alles aufgestellt, ward Reis auf den
Boden gestreuet, Thee in die Tassen, Wein und
Brandy in die Gläser gegossen, und die Kuchen
Pyramiden aufgedeckt. Hierauf beugten sich
die Männer zweimal mit gefalteten Händen
vor den Gräbern und dem Opfer, die rothen
Wachskerzen und "Joss" Stäbchen wurden
angezündet und in die Erde des Grabes ge
stellt, um die bösen Geister abzuhalten, sich zu
nähern, oder solche, die den Verstorbenen im
Leben feindlich gewesen waren. Dann wur
den die mit Sprüchen und Gebeten beschriebe
nen Papierstreifen, ebenso wie die, welche eine
Mittheilung über die in dem Opfer enthalte
nen Eßwaaren, vulgo Speisekarte genannt,
enthielten, nebst den Namen der Geber und
Einladung zum Kommen und Essen, auch noch
andere, welche Geld repräsentirten, das die
Todten in der andern Welt zur Bezahlung
ihrer Bedürfnisse gebrauchen möchten, aufein
ander geworfen und angezündet, und als der
Rauch dann gen Himmel stieg, ward angenom
men, daß die Verstorbenen ihre Erscheinung
machten und sich zum festlichen Male nieder
ließen. Auch für die Geister bet Armen, die
keine Frcunbe hienieben gelassen, warb gesorgt,
inbem matt von Allem kleine Stückchen auf
Tellern für biese bei Seite setzte.
Am Schlüsse bes Festes würben bann alle
Eßwaaren wieber zusammengepackt, auf bie
Wagen gelabett, und nach den Wohnungen der
Lebenden zurückgefahren, wo diese selbst nicht
lange säumten, sich darüber herzumachen und
zu vertilgen, was die Geister übrig gelassen
hatten.
In dieser angegebenen Weise wurden nun
die ganze Woche hindurch diese Opfer durch die
einzelnen Familien fortgesetzt, und vorgestern
sand der Schluß der Ceremonie unter gewal
tigern Singen, Essen und Musik statt. Be
sonders großartig war hierzu auch der durch
den Doctor Li-po-tay, aus Erkenntlichkeit für
seine Errettung aus Todesgefahr durch eine
Gasexplosion auf eigene Kosten vor zwei Iah
rett etwa erbaute Stempel, zwischen Dupont-,
Washington-, Jackson- und Stockton-Straßen,
hergerichtet.
Eine bedeutende Summe mußte hierfür aus
gegeben worden fein, dafür waren aber auch
alle Cermonien dort entschieden „barbarisch
und orientalisch." Große Mengen von Chi
nesen und Weißen füllten das Lokal vom Mor
gen bis zum Abend. Das Innere dieses Tent
pels zeigte sich in thatsächlich unbeschreiblicher
Weise ausstaffirt mit Behängen von bemalten
Seiden- und Gold- Brocat Stoffen, großen
Tafeln, mit Sprüchen in chinesischen Buchsta
ben bemalt, brennenden Wachskerzen, töner
nen menschlichen Figuren, in die denkbarreich
sten Stoffe gekleidet und in den verschieden
artigsten theatralischen Stellungen, Pfauen
federn, Blumen in künstlichen Vasen überall
vertheilt :c. :c„ Alles mehr oder weniger um
eine Art von Altar gruppirt, zu dessen Seiten
zwei mit prächtigen Gewändern behangene
riesengroße Figuren (mindestens 15 Fuß Hoch),
welche Mandarinen oder sonstige Würdenträ
ger vorstellen sollten, aufrecht, gleichsam zur
Bewachung, standen. Die eine davon schien
ihren Fuß auf einen schrecklich aussehenden
Drachen, die andere aus einen gelb und schwarz
gestreiften Tiger zu fetzen. Doch besteht ihr
ganzes Machwerk nur aus gespaltenem Rohr
und Papier, und ihr Gewicht übersteigt einzeln
vielleicht nicht 5 Pfund. In einem anstoßen
den Gemache sah man noch andere Figuren,
z. B. von Pferden ttebst Reitern, aus dem
selben Material verfertigt, und Thiere, von
denen jedenfalls die Naturgeschichte uns nichts
erzählt.
Uebrigens schienen keine Priester dort an
wesend zu sein, Jeder kam unb ging, wie er
wollte, Chinesen verbeugten sich, tranken unter
Cermonien einige Schlucke Thee, verbeugten
sich wieber, gestikulirten mit ben Hänben, stau
ben wieber auf uttb gingen fort, um Anberen
Platz zu machen, bie dieses wiederholten. We
der wir selbst aber, noch irgend ein anderer
Gaucosier, der noch Chinas übertünschte
Höflichkeit nicht kannte, konnte nicht im Ge
ringsten daraus klug werden, was eigentlich
der ganze Hocuspocus bedeutete und gingen
nach kurzer Zeij, wieder, darüber nachsinnend,
von bannen." *1 (Cialis. Demokrat.)
üi
Eine Pontonbrücke über den Rhein.
In ber ersten Hälfte bes Monat August
fanb in bet Nähe von Neuwied auf dem Rhein
eine außergewöhnlich großartige Uebung der
Pontoniertruppen statt. Ueber den interes
santesten Punkt dieser Manöver, eine Ueber
brückung des Rheins, welche ant 13. August
stattfand, schreibt man der Köln. Ztg.: Die
heutige Ucberbrückung des Stromes erfolgte
unterhalb Neuwied, dem Schloßpark des Für
sten zu Wied gegenüber. Die Pontoniere be
gannen ihr Wert Vormittags 8f Uhr, und um
lOf Uhr stand dasselbe, mit 61 Pontons aus
geführt, vollendet da in einer Länge von nahe
zu 900 Fuß. Die Brücke war in zwei Stun
den geschlagen worden. Zu bewundern war
die während der ganzen Operation herrschende
Ruhe und Ordnung und die Genauigkeit, mit
welcher Alles in einander griff. Die Arbeiten
wurden in fast, lautloser Stille ausgeführt.
Sofort als die Fertigstellung nach dem linken
Ufer, dem Ausgangspunkte des Brückenschla
ges, gemeldet wurde, ordnete sich das Musik
corps des 11. Pionier-Bataillons und schritt,
einen festlichen Marsch blasend und gefolgt
von der Generalität, den anwesenden Offieie
ren und einem bevorzugten Theile des- Publi
kums hinüber, wo ein anderer sehr zahlreicher
Theil des militärischen und nichtmilitärischen
Publikums im fürstlichen Parke versammelt
war und sich das nun daselbst
cert der Pioniermufik gefallen ließ. Weit auf
und weit ab, hüben und drüben waren die
Ufer mit Schaulustigen bedeckt, und insbeson
dre ^rtte auch die MmenWlt von Neuwied,
Cob lenz und der gesammten näheren und fer
neren Umgegend ihr Contingent dazu gestellt.
Tas Bild wurde ferner belebt durch bie auf
dem linken Ufer poftirte Lagerwache und durch
zahlreiche Vorkehrungen zu leiblicher Erquick
ung, deren man bei der heißen Augustsonne
wohl sehr bedurfte. Eine viel besuchte Bier
wirthschaft war sogar als „schwimmender Eir
cue" auf dem Rhein etablirt und durch eine
kleine Treppe mit dem Ufer in Verbindung ge
bracht.
Es ist selbstverständlich, baß die Rheinschiff
fahrt bei Neuwied gänzlich stockte, sobald die
Brücke fertig war. Doch wurde dieselbe zum
Durchlassen einiger Dampfboote geöffnet.
Zu diesen gehörte u. A. der Remorqueur
„Deutschland", der bei ber Durchfahrt mit 6
Böllerschüssen falutirte. Um 12^ Uhr Mit
tags würbe bas Abfahren ber Brücke befohlen.
Um 1 Uhr schon war's beenbet unb ber
wieber stet von einem Ufer zum anbem.
Ausland.
6nn
Deutschland. Die DreiSe#«4fHb*
Zusammenkunft. Mit bem Kaiser von
Rußland werden in Berlin dem Vernehmen
nach eintreffen: der Großfürst-Thronfolger,
die Großfürsten Wladimir und Nicolaus, der
älteste General-Feldmarschall Graf Berg,
Generaladjutant Graf Adlerberg IT., der
Kriegsminister Generaladjutant Miliutin, der
Gendarmerie Chef Generaladjutant Graf
Schuwaloff, die Generalmajore a la suite
Rileeff, Wollekoff und Soltikoff, die Flügel
adjutanten Oberst Fürst Metscherski, Capitän
Graf Adlerberg, Stabsrittmeister GraF Kou
tousoff, der deutsche Militärßcüollmächügte
Generalmajor Werber, der Leibarzt Carrel,
die Flügeladjutanten Oberst Baron Sedler
unb Baron Jomini. Das übrige Gefolge
besteht aus 17 Offizieren, 10 Beamten, 43
Dienern unb einem Unteroffiziers-- unb zwei
Mann von den Kosaken.
Die „Spener'sche Zeitung" bezeichnet es
als zweifelhaft, ob Bismarck zur Kaiser-Zu
sammenkunft nach Berlin kommen werde, d$
seine Gesundheit dauernd angegriffen, seine
amtlichen Geschäfte zu Anfang seines Urlaubs
die für ihn so erforderliche Schonung verhin
derten und die Aerzte weitere Anstrengungen
für bedenklich erachten. (Dies ist jedenfalls
abzuwarten).
Der deutsche Kaiser hat ben Befehl nach
Berlin gelangen lassen, daß während b'er An
wesenheit ber Kaiser von Oesterreich unb von
Rußland, und zwar am 7. September nach
Schluß der Gala Oper, ein großer Zapfen
streich der vereinigten Spielleute und Militär
Musikcorps der Garde Regimenter stattfinden
soll. Dieser Monstre Zapfenstreich, an dem
somit 22 Musikcorps mit circa A25 Man»
Musiker und circa 350 Spielleute teilnehmen
werden, wird voraussichtlich von dem Schloß
platz seinen Ausgangspunkt nehmen.
Hitze in Deutschland. In Wiesbaden
stand das Thermometer am 4. August tin
Schatten aus nicht weniger als 33 Grad
Reaumur. Das ist etwa 106 Fahrenheit,
also eine größere Hitze als man sie hier wäh
rend des ganzen Sommers je gehabt hat.
Erbach i. O., 13. Aug. Gestern Abend
11 Uhr wurde vom 'Zimmermeister Wegel
dahier eine schauderhafte That vollbracht,
indem derselbe seiner vor einigen Wochen erst
angetrauten zweiten Ehefrau, die wohl schon
schlafend im Bette tag, im eigentlichen Sinne
des Wortes den Kopf mit der Axt abhieb.
Der Thäter ist in den Händen des Gerichts.
Crefeld, 13. Aug. Karl Wilhelm, dem
Komponisten der „Wacht ant Rhein", der seit
einiger Zeit wieder in unserer Stadt wohnt,
ist von Sr. Majestät der Kronen-Orden dritter
Classe verliehen worden.
Die Benutzung amerikanischer Claviere
in Europa wird von Tag zu Tag häufiger.
So entnehmen wir einer Anzeige der Concerte
im Cursaal zu Wiesbaden, daß daselbst Con
certflügel von Steinway benutzt werden.
Aus Aschersleben berichtet man der
Bernb. Ztg.: „Am Donnerstag, 1. August,
früh Morgens wurde die Frau des hiesigen
Schuhmachernleisters Stamer mit ihrem klei
nen 2£ Jahre alten Sohne in einen Mantel
gehüllt und sich einen großen Stein an ben
Hals gebunben im Vogelgesang itt ber Eine
ertrunken aufgefunden, festerer Zank mit
ihrer zanksüchtigen Schwiegermutter und arge
Mißhandlung von Seiten ihres ManneZ
haben die Frau veranlaßt, ihren Tod int
Wasser zu suchen. Im Laufe desselben Ta
ges hat Stamer versucht, mit einem Messer
sich den Hals zu durchschneiden. Die Ver
letzungen schienen anfänglich lebensgefährlich,
die Wunden find jedoch schnell wieder geheilt,
so daß derselbe Nahrung zu sich nehmen kann.
August Kretschmar. Am 30.
Juni starb in Leipzig August Kretschmar, ein
vielseitig, besonders als Uebersetzer aus dem
Englischen, Französischen, Italienischen, Hol
ländischen und den skandinavischen Sprachen
thätiger Schriftsteller.
Pforzheim, 7. Aug» Die Karlsr. Ztg.
schreibt: „Bei den zur Herstellung eines
Hospitalgartens unternommenen Grubenar
betten hat man hier etwa vier Fuß unter der
Oberfläche eine etwa zwei Fuß hohe, in Sand
stein ausgehauene Statue eines Pserdes sammt
Reiter gefunden, welche noch ziemlich gut
erhalten ist. Dem Aussehen nach zu schließen
ist die Sculptur ziemlich alt. In der nächsten
Umgebung sind früher schon andere Reste aus
der Vorzeit aufgefunden worden. Der ge
machte Fund ist einstweilen im hiesigen Rath
hause untergebracht worden."
Wie ein Wiener für „Ihn" gehal
ten und beinahe „gemobt" worden
wäre. Der Wiener Bürger F. W. Mareda,
Gründer und Direktor der ersten östreichischen
„Seifensieder Gewerks Gesellschaft," unter
nahm im vorigen Monate eine Reise nach
Thüringen und dem Harz. In Quedlinburg
stieg er im Gasthofe „Zum Bären" ab, und
kaum mochte er einige Minuten durch das ge
öffnete Fenster auf den Platz hinabgeschaut
haben, als sich nach und nach eine, ungeheure
Menschenmenge (Mareda schätzte die Menge
aus ca. 3000 Köpfe) vor dem Hotel versam
melte, von der er vorerst neugierig betrachtet
wurde. Plötzlich schrie eine riesige Gestalt:
„Herunter mit ihm, nieder mit ihm ich kenne
ihn genau, bei Sedan gesehen, den und
hier gebrauchte der Mann nicht wiederzuge
bende Kraftworte. „Damit man ihn nicht
kennen soll, hat er sich den Knebelbart abra
siren lassen," fuhr er fort. Jetzt erst merkte
Mareda, der wirklich, wie seine Freunde be
haupten, einige Aehnlichfeit mit Napoleon
haben soll, das die Demonstration ihm, als
vermeintlichem Napoleon, gelte, und daß feine
Lage deshalb kritisch zu werden beginne! Aus
die Versicherung des erwähnten, „daß et ihn
ganz genau kernte," schrie die Menge „Her
unter mit ihm, nieder mit ihm!"'--- „Ich
habe meinen Mann verloren!" schrie eine
Frau „ich zwei Brüder," rief eine andere
„mir sind Krüppel zurückgeschickt worden!"
„an Allem ist er Schuld!" :c. ic. Steine
wurden herbeigeschleppt, und Hrn. Mareda
mag ganz unheimlich zu Muthe geworden
sein, bis die Polizei einschritt. Das Mißver
ständnis klärte sich nun vor dem Polizei-Kom
missär auf, der sich veranlaßt sah, Mareda
sicheres Geleite aus der Stadt und bis zum
Bahnhofe zu geben, um ihn der immer noch
drohenden Gefahr zu entziehen. Die guten
Quedlinburger haben sich also gehörig blamirt,
aber selbst, wenn es Napoleop gewesen wäre,
hätten sie sich noch mehr blamirt. „Todte
Leute" traktirt man nicht mit Fußtritten, und
Napoleon ist todt, sehr tobt, besonders für
Deutschland und hoffentlich auch für Frank
reich.
Vom oben see. Die Nachricht, baß
bei bem furchtbaren Orkan am 28. Juli bei
lieberlingen 14—IG Personen, bie in kleinen
Booten auf bem See überrascht wurden, er
trunken seien, stellt sich jetzt als unbegründet
heraus. Es ist niemand ertrunken, obwohl
mehrere Boote mit Badegästen sich allerdings
gerade auf dem See befunden haben. Die
selben haben, wenn auch unter vieler Angst
und Noth, das Ufer noch erreichen können.
Aus Dresden
schreibt ein Correspondent:
Zum Spaß muß ich Ihnen Folgendes mit
theilen An hiAg« Hausbesitzer steigerte ei-
ter
nen seiner Miethsleute von iS5 Thlr. aus
235 Thlr. und beschloß folgende Zusätze zu
dem Miethvertrag: £. 10. Cooks, Kohlen
oder Braunkohlen dürfen weder im Hause zur
Lagerung, noch zur Heizung verwende! werden,
ß. 11. Der jetzt seiende Hausstand des Mie
thers „Mann, Frau, zween Kinder und zween
Gesellen," darf nur mit besonders einzuholen»
ber Erlaubniß des Vermiethers vermehrt wer
bett (auch im Fall einer jueoatunjt§ 12.
Lautes Sprechen, scharfes Gehen, nach 10
Uhr Thüreöffnen, gelten als Künbigung. Der
Miether hätte sich ber Steigerung ruhig ge
fügt aber biese brei gingen ihm boch
über die Hutschnur.
Oesterreich. Petschau. In der Nacht
vom 29. Jult wurde die gewerbsthätige Stadt
Theusina von einem großen Brandunglücke
getroffen. Gegen zweihundert Häufer mit
dem Nathhaufe, der Kirche, der Pfarre und
Schule liegen in Asche, über 200 Handwerker
Familien sind obdachlos. 5 Menschenleben
sind zu beklagend Das Elenb ist uh&efchreib
lich. i
England. —Nachrichten vonLiving
stone. Lonbon, 30. August. Herr Daw
son, ber wohlbekannte Geograph, ist soeben
von Zanzibar zurückkehrt. Cr berichtete, baß
mit Dr. Livingstone Briefe gewechselt Habe
unb erklärt, baß ber Letztere ber Ansicht sei,
bie geographische Gesellschaft sei ihm nicht
ganz freunbtich gesinnt. Livingstone ist
burchaus nicht zufrieben unb verstimmt, baß
bie geographische Gesellschaft sich geweigert
Hat, gewisse von ihm gemachte Angaben be
züglich ber Nil Quellen als begründet
annehmen zu wollen. Livingstone behauptet,
daß dieselben die Frucht wirklicher und müh
sanier Untersuchung gewesen wären.
Die Klauen- und Maulseuche ver
breitet sich unter dem Vieh ungeachtet aller
Borsichtsmaßregeln mit bedenklicher Schnellig
keit. In den infizirten Distrikten Hat sich die
Zahl der Erkrankungen in der letzten Woche
um viertausend nermehrt .:~
Königin Victoria chiit'StanlH eine
goldene Schnupftabaksdose mit einem Schrei
ben übersandt, worin sie ihm Dank ausspricht
für die Auffindung Livingstone's.
Cholera in Indien London, 2. Sept.
Eine Depesche aus Bombay bestätigt, daß die
Cholera in vielen Städten Indiens herrscht.
Es sterben täglich viele Personen.
Frankreich. Paris, 13. August. Der
Prozeß Bazaine gestaltet sich für den Ange
klagten immer ungünstiger. Man liest im
„Rappel": Den Hauptpunkt des Prozesses
bildet bisher die Frage, ob es wahr ist, daß
der Angeklagte rechtzeitig von dem Marsche
des Marschalls MeMahon nach Norden in
Kenntniß gesetzt worden war. Nun hat
die Untersuchung jetzt den offenbaren Beweis
gewonnen, daß am 26. August, in dem Augen
blicke, da auf dem Pachthofe von ©rimont die
Conferenz der Corpsführer der Rheinarmee
stattfand, der Marschall Bazaine die Depesche
des Marschalls MeMahon in Händen hatte,
von deren Existenz er nichts gewußt zu haben
vorgibt. Mehr als sieben Couriere waren von
MeMahon zu Bazaine geschickt worden. Dreien
gelang es, die preußischen Linien zu passiren
und den Oberbefehlshaber der Armee von Metz
zu erreichen. Einer von ihnen ist glücklich wie
dergefunden und von dem mit der Untersuch
ung betrauten General Serede Riviere ver
nommen worden er wird auch in der öffent
lichen Verhandlung vor dem Kriegsgerichte er
scheinen. Desgleichen hat die Untersuchung
festgestellt, daß der Marschall Bazaine verbo
tene Beziehungen mit dem Feinde unterhalten
hatte. Man hat in Saint Avoid einen Zeu
gen gefunden, der dem Marschall in seinen Un
terredungen mit dem Prinzen Friedrich Karl
wiederholt als Dolmetscher gedient hat. Acht
bare Bürger von Metz haben die Aufmerksam
keit des
Untersuchungsrichters aus diese Mittels
person gelenkt. Endlich sei das Detail er
wähnt, daß der General von Riviere sich für
diese lange und mühsame Untersuchung den
Oberst Eoste als Gehülfen beigesellt hat.
Der schlaue Marschall hat sich in sein eigenes,
sein geflochtenes Netz verstrickt. Ihn ereilt
langsam, aber unerbittlich die ganze Strenge
des Kriegsgerichts, „ihm zur Straf' und An
deren zum Exempel!"
Der älteste Karpfen der Welt endete
nach der „E. Z." am 21. Juli zu Chantilly.
Er war 485 Jahre alt und gehörte einem rei
chen Kaufmannn. Es war ein historischer
Fisch, denn er erblickte unter Franz 1. bei'm
Grafen Cosse das Licht der Welt. Herr G.
hatte ihn vor einem Jahre um 1300 Francs
gekauft und er fand seinen Tod in einem
riesigen Hecht. Dieser Krapfen führte den
Namen Gabriele und maß 72 Centimeter um
den Leib und 97 Centimeter in der Länge.
Statistisches. In Frankreich haben
in den letzten 10 Jahren die ehelichen Gebur
ten fortwährend ab, die außerehelichen fort
während zugenommen. In einer Sitzung der
Pariser Akademie der moralischen und politi
sehen Wissenschaften wurde dies auffallende
Faktum daraus erklärt, daß mehr und mehr
die Mädchen auf dem Lande sich zu dem ein
träglichen Geschäft als Ammen für Pariser
Kinder vorzubereiten suchen. Wie es scheint,
werden.von 53,000 Kindern, die zu Paris in
einem Jahre auf die Welt kommen, of ort 20,
000 zu Ammen auf dem Land geschickt werden.
Von diesen sterben übrigens nur 20 Prozent im
ersten Jahr, während von den zu Hause auf
aufgezogenen 24 Prozent sterben.
Co mmu
nisten zutnTodeverurt heilt.
Die (Kommunisten Le Franoais unb Cluseret
fittb burch ein Kriegsgericht zum Tobe verur
theilt worden.
Italien. Tod eines Kardinals.
Rom, 28. August. Kardinal Angelo Guag
lea ist heute puMch im Alter von 70 Jahren
gestorben.
Egyptischer Schnellzug: JmSchw.
M. erzählt Max Eyth kleine Erlebnisse auA
Egypten, darunter auch folgendes: Der Zug^
mit dem er von Cairo nach Menjeh fuhr, kam
um sieben Stunden zu spät in letzterem Or»
te an. Als er den Stations-Chef fragte,
wann dieser Zug gewöhnlich ankomme, sah
dieser ihn verwundert an und erwiederte: Wer
kann das wissen, o Herr! Vielleicht in drei
Stunden, vielleicht morgen früh. Das steht
in Gottes Hand!
I
I»#
Vachrichten aus HM'
Ohio Bausteine erlangen in der Fremde ei
ne Berühmtheit. Die Lieferung der Steine für die
Regierungs-Gebäude in Chicago (Post u. Zollhaus)
ist Hrn. Müller von Cincinnati zugefpochen worden.
Er ist der Eigenthümer der Buena Vista Steinbrü
che in der Nähe von Portsmouth" am Ohio Flusse.
Erwägt man, daß die Regierung die vorgelegten
Proben durch Sachverständige sorgfältig prüfen ließ,
so ist dies ein großer Triumph für Ohio. Der Re
gierungs-Architect besuchte selbst die Brüche, ehe
Hrn. Müller der Contract zugesprochen wurde. Die
Lieferung beläuft sich auf eine Million Dollars.
Der Blitz hat im Laufe der letzten Woche wie
der eine Anzahl Scheunen in Ohio zerstört. Unter
Andern die Scheune von Peter S. Lutz in Saltcreek
Township, Pickaway County, O., nebst Inhalt. Ver
lust $4,400, zur Hälfte versichert. In Union
County die Scheune von Henry Shirk. In Rich
land County die Scheune von F. Howard. Ein
Pferd, das 20 Ruthen von der Scheune im Felde
waidete, wurde gleichfalls erschlagen.
UAuf der Hocking Valley Eisenbahn,
unweit Lancaster, fiel am letzten Montag Nachmit
tag ein Bremser,
Namens James Rundio, von einem
Kohlenzuge und wurde nicht vermißt, bis der Zug
in Lancaster ankam. AIS man ihn auffand, war er
bereits tobt beide Beine waren ihm dicht am Kör
per abgeschnitten. Seine Eltern wohnen in Logan.
Dies ist der erste tödtliche Unfall auf dieser Bahn,
seit dieselbe im Gange ist.
Nach der Put-in-Vay-Jnsel ist aus den
10. September eine Zusammenkunft der fetten Man
ner des Staates berufen. In einer Einladung, die
wir in Cincinnatier Blättern finden, heißt es:
„Sie und Ihre Gemahlin find hiermit freundlichst
eingeladen, der ersten jährlichen Convention der fet
ten Männer beizuwohnen, welche am 10. September
1872 auf der Put-in-Bay-Jnsel stattfinden wird.
Vollständige Arrangements sind getroffen für eine
joviale Zeit. Die Hotels auf der Insel haben sich
bereit erklärt, daß spezielle Anstrengungen gemacht
werden sollen, um den Besuch so angenehm âlsmög
lieh zu machen, und das betreffende Committee wird
keine Mittel scheuen, damit dieser Besuch zum Ereig
niß der Saison werde. Alle Herren, welche 2W
Pfund und darüber wiegen, haben die Erlaubniß,
an den Debatten der Convention Theil zu nehmen.
Magere Personen sind willkommen. Reden, Vor-
teilte, Vorlesungen, Deklamationen, Pfeifen, Ringen,
Springen, Rudern, Wettlaufen, Fischen, Schwim
I men, Singen, Tanzen, Essen, Trinken iu.ro. werden
I die Unterhaltungen während der Versammlung bil
I den. Es wird erwartet, daß die Delegaten ihre
Frauen, seien sie fett oder mager, lang oder kurz,
dick oder dünn, mitbringen werden. Ter schwerste
Mann in der Versammlung wird Präsident dersel
ben werden."
Explosion eines Dampfkessels in ei
nem Walzwerk. Lebensverlust. —Eleve
land, 28. August. Tritt Dampfkessel in dem Walz
werke von Brown, Bonnel u. Co., in Poungstown,
D. explodirte diesen Morgen. Der Heizer Garathy
wurde auf der Stelle getödtet. Ein großes Stück
des Dampfkesfels fiel in das Haus von William
Quingley, wo es Frau Quingley und Kind äugen
blicklich tödtete und Hrn. Quingley lebensgefährlich
verletzte. Das Walzwerk wird ungefähr einen Mo
nat stillstehen. Verlust $20,000.
Die Familie des Hrn. F. I. Wehr in Green
Springs, Seneca Co., wurde am vorigen Montag
von einem harten Schicksalsschlage betroffen. Es
scheint, daß Frau Wehr um die Muiagsjeit, während
oes heftigen Gewitters, im obersten Stockwerk ihres
Hauses mit Aufhängen von Wäsche beschäftigt war.
Da sie bedeutend länger oben blieb, als ihre Arbeit
erheischte, wurde ihre 15jährige Tochter, welche wäh
rend der Abwesenheit des Hrn. Wehr die Kunden in
der Grocerie bediente, beunruhigt und begab sich in
das Zimmer, worin sie ihre Mutter vermuthete.
Hier fand sie dieselbe zu ihrem Schrecken, inâhalb
stehender Stellung gegen den Schornstein gelehnt,
als deiche vor. Ein Blitzschlag, der im Kamin her
untergefahren war, hatte die Frau getroffen und
die soeben noch in voller Lebenskraft Stehende aus
der Mitte der Ihrigen gerissen. (Fr. Cour.)
Ein Sohn von Bryas §ai)eS in
Liberty Town
ship, Delaware County, wurde am Montag ^bend
(26. August) vom Blitz erschlagen. Cr holte zur
Zeit Steine auf einem zweispännigen Wagen und
sein Tod wurde erst nach mehreren Stunden ent
deckt. Auch eines der Pferde wurde getötet Und
das andere stark betäubt.
In Crestline fiel ein kleiner Söhn von Adam
Hoffmann am Freitag von einem Baume und starb
ant Samstag Morgen an den Folgen. Die Mutter
des Knaben, die zur Zeit krank im Bett lag, wurde
durch die Nachricht von dem Unfälle ihres ältesten
Kindes so schwer berührt, daß sie in der Aufregung
aus dem Bette sprang und seitdem dem Irrsinn ver
fallen ist. Ihr Zustand ist sehr bedenklich.
Die 19jährige Miß Mary Everett von
Dublin, die neulich mit einem häßlichen Neger durch«
brannte, weil Richter Pugh die Ausstellung der Hei
rathslicens verweigerte, lebt jetzt mit ihrem schwär«
zeit Galan in einem Negerkosthause in St. Louis.
Mary, deren Eltern tobt sind, ist Erbin eines Stück
Landes in der Nähe von Dublin, das wahrscheinlich
schnell genug flöten gehen wird. Es ist auffallend,
daß sich dies weiße Mädchen aus achtbarer Familie
in einen entschieden häßlichen Reger verliebt hat,
aber, die Liebe ist blind, sagt man, und über Ge
schmackfachen lässt sich nicht streiten, sagte schon ein
alter Lateiner.
Die A epfelernte zeigt überall einen solchen
Ueberfluß, daß alle Ciderpressen in Gang gesetzt wer
den. An dem gesund^ Getränke wird sich Heuer
Jeder laben können tntfr es warb Essig genug geben
für Jahre hinaus.
Die.Hochzeit zweier Zwerge fand jüngst
in Springfield statt. Der Bräutigam ist acht
unddreißig Jahre alt, sechsundvierzig Zoll groß und
wiegt fünfundfünfzig Pfund. Er ist von hübscher
Gestalt und ein vortrefflicher Geschäftsmann. Die
Braut ist eine Kleinigkeit größer als d?r Bräutigam.
(Wbt.)
Großer Brund.—Middletowy. 1. September.
Die großen Pâpietmühlen der'Hèrren Mordlaw,
Thomas it. Co. wurden diesen Morgen gänzlich vom
Feuer zerstört. Man vermuthet, daß das Feuer
durch eine Selbstentzündung der Lumpen verursacht
wurde. Der Verlust beträgt $75,(XX), wovon K35,
000 bei den Andes, Royal und Aetna Compagnien
durch Versicherung gedeckt sind.
Marietta wurde am Donnerstag Abend vori
ger Woche von einem ungemein heftigen Sturme
heimgesucht, welcher großen Schaden anrichtete und
dén Tod eines Knaben herbeiführte. Die Marietta
Zeitung berichtet darüber:
Ein heftiger Sturm, in Begleitung von Hagel und
Regen, überzog am letzten Donnerstag die Stadt
Marietta. Dichte Staubwolken wirbelten in den
Straßen der Stadt auf Alles flüchtete, in wilder
Hast, Rettung suchend, durch die offenstehenden Thü
ten in die Häuser und Stores hinein. Schilde wur
den abgerissen, Bäume umgeweht auf der Harmar
Brücke wurde einTheil des Daches abgehoben. Aber
das Schrecklichste der Schrecken war der Einsturz des
eben bis unter das Dach ausgeführten dreistöckigen
Backsteingebäudes von Geo. Cells an der Front«
straße.
Ein furchtbarer Krach, dem laute, fast Übermensch
Iiche Schmer?ensrufe folgten, verkündete das un
heilvolle Ereigniß. Wie ein Lauffeuer verbreitete
sich die Schreckeâachricht durch die Stadt, daß
Menschenleben in Gefahr schwebten, fünf Personen
unter den Trümmer« des Schuhstores vergraben
seien, wohin sie sich kurz vorher flüchteten, um dem
wüthenden Element zu entgehen. Alles lief, des
Sturmes nicht achtend, nach der Unglüctsstätte, um
die Aermsten retten zu helfen. Die Namen derfel
ben, welche sich zur Zeit der furchtbaren Katastrophe
in dem Schuhstore befanden, waren: Geo. Eells,
der Eigenthümer, Geo. und Edward Tenney, Frau
Louis Schmidt und ihre zwei Söhne(John u. LouißX
James B. Hall und Wm. Mills.
Herr Eells und Frau Schmidt lagen unmittelbar
in der Nähe der vorderen Thüre, ihre Gliedmassen
mit Schutt und Balken bedeckt, schienen sie förmlich
wie zur Crde festgenagelt. Der älteste Sohn der
Frau Schmidt, ebenso Raines B. Hall entgingen wie
durch ein Wunder, der Gefahr und erhielten"keiner
lei Verletzungen, während der jüngere John Schmidt
tief unter der Ruine begraben würde, und fein Tod,
allem Anscheine nach, fast augenblicklich nach dem
Einsturz erfolgt sein mußte. Geo. Tenney entkam
ebenfalls durch ein Loch in der Wand oder ein offen
stehendes Fenster und nahm keinen Schaden. Frau
Schmidt erlitt ernstliche Verletzungen: einen Bein
bruch und Verrenkung des Knöchels ihre Schmerzen
waren fürchterlich, man gibt jedoch der Hoffnung
Raunt, daß sie bald wieder genesen wird. Herr
Eells erhielt nur einige äußerliche Contusionen
und Fleischwunden. Edward Tenney hatte das
Bein gebrochen er befindet sich auf dem Wege der
Besserung Wm. Mills erhielt eine furchtbare Kopf
wunde und war mehrere Stunden lang nach dem
Unfälle ohne Beivußtsein.
Die irdischen Ueberreste des kleinen Schmidt wur
den am Freitag Nachmittag zur Erde bestattet an
dem Leichenbegängnisse betheiligten sich eine große
Anzahl Leidtragender, Verwandte und Freunde der
Familie.
Dem Wahrspruch der Coroners Jury zufolge wur
de das Unglück durch die miserable Bauart de?Ge
biiudes herbeigeführt.
r-
Karl Schur spricht am Montag Abend!
Kommt und hört den berühmten Lands
mann, der als der bedeutendste Redner des
Landes anerkannt wird!
Ein Mann von beinahe 70 Jahren, Namens
Rushmer, hat wegen verbrecherischer Mißhandlung
mehrerer kleiner Mädchen die Stadt verlassen müs
sen. Der Mann behauptete bisher immer, wie wir
bestimmt wissen, einen sehr guten Namen und war
ein hervorragendes Mitglied und Vorbeter in der
Townstraße Methodistenkirche. Sein schmähliches
Betragen wissen sich seine Freunde nur durch die
Vermuthung zu erklären, daß er plötzlich seinen Ver
stand verloren haben muß.
Mord und Selbstmord. Um §8 Uhr gestern
(Freitag) Morgen wurde etwa 6 Meilen westlich von
der Stadt eine schreckliche That verübt. Michael
Monis heirathete vor i) Jahren eine 40-jährige
Jungfer Namens BivinS. Er trank und das Paar
lebte so unglücklich, daß die Frau, der das Eigen
thum gehört, auf welchem sie lebten, vor etwa fünf
Wochen bei ihrem Neffen [Story eine Zuflucht
suchte. Am Dienstag Morgen erschien Monix in
Story's Hause, seine Frau, die Unheil befürchtete,
eilte zur Treppe hinauf, er ihr nach und brachte ihr
mit einem Revolver zwei Schüsse bei, einer drang in
ihre Schulter, der andere in ihren Rücken. Monix,
ber sie fallen sah, schoß sich nun eine Kugel bruch
den Kopf, bie ihn augenblicklich tödtete. Die Ver
letzungen der Frau waren demnach, daß ihr die
Aerzte riethen, ungesäumt ihr Testament zu machen.
Das Paar hatte keine eigenen Kinder, sondern nur
eine angenommene Tochter.
Unsere County Fair beginnt am ^»Sep
tember und schließt ant I3ten.
Heirathen, Geburten u. s. w. DemJah
reeberichte unseres Pro&atrichterä Pugh an den
Staatssekretär, der das mit dem 1. April 1872 en
dende Jahr umfaßt, entnehmen wir die folgenden
statistischen Angaben: Es wurden im Laufe des
Jahres in Franklin County 650 Heirathslicensen
ausgestellt. Die Zahl der Geburten,belief sich auf
DkVA «Aâ weHe mâWliche, 579 tüeiße
weiblich», 20 farbige männliche und 19 farbige
weibliche, H7 Eingewanderte wurden naturaliftrt,
wovon 37 in Deutschland, 15 in Irland, 6 w Preu
ßen, 4 in Wales, 1 in Schottland, 1 der Schweiz,
1 in QesterreiHxM ge
boren wurden,"..7.
Ueber den splendiden Empfang derfrem
den Gäste durch die hiesigen Turner, spricht sich ein
Correspondent des Cincinnati öourier in folgender
schmeichelhaften Weise aus:
„Es war noch dunkle Nacht, tI8 wir an» Botrntag
gegen 3 Uhr in Columbus eintrafen. Der Empfang,
der uns zu Theil wurde, war so überaus herzlich,
daß sich mir unwillkürlich der Wunsch aufdrängte,
einige Mitglieder des weiland Empfangscommittees
für das Sängerfest in St. Louis möchten anwesend
sein, um einen richtigen Begriff zu bekommen, wie
man fremde Gäste empfängt. Circa 30 Mitglieder
der Columbus Turngemeinde waren, mit Flambeaus
versehen, am Bahnhof anwesend und begrüßten uns
mit einem herzlichen „Gut Heil." Dann ging's in
die Turnhalle, wo das ganze Damen- Committee,
dessen Vorsitzende Frau Sophie Fürste ist, uns auf's
Wärmste begrüßte und an einer reich gedeckten
Tafel, an der auch Gambrinus mit seinen Gaben
nicht geizte, Platz zu nehmen einlud, was^vir, wie
Sie sich denken können, nicht refüsirten. Trotzdem
wir die ganze Nacht nicht geschlafen hatten und un
sere Glieder der Ruhe sehr bedurft hätten, konnten
wir in Anbetracht der heiteren und ungezwungenen
Unterhaltung uns nicht entschließen, vor 6 Uhr un
sere Quartiere aufzusuchen, in denen wir uns denn
auch neue Kräfte für den kommenden Festtag sam
melten und stärkten."
„Vegetarische Pilsen!" hörten mir unlängst
eine wackere deutsche Hausfrau ausrufen, „bleibt
mir doch mit solchem Stoffe vom Leibe. Die beste
vegetabilische Pille, die je gemacht worden, ist ein
gutes bayrisches Mehlknödel. Gegen Rumoren im
Magen giebt's in der ganzen Welt nicht seines
Gleichen utid was das beste ist, mttn kann sich stets
darauf verlassen, daß es seine Wirkung thut."
Die hiesigen Grant führ er lassen seit Mon
tag bedenklich die Köpfe hängen. Sie haben die
unliebsame Entdeckung gemacht, daß es hier einige
Taufend mehr Greeleylcute giebt, als sie sich i» ih
rer Thorheit träumen ließeèi* Sfeit Grantgerber
ollten Trauer anlegen.
Das neue Eisen-Walzwerk ist jetzt wenig
stens soweit' vollendet, daß am Montag schon 125
Arbeiter mit den Vorarbeiten beschäftigt werden
onnten. In zwei Wochen hofft man mit der An
ertigung von Eisenbahnschienen beginnen zu kön
nen. Das Walzwerk liegt am östlichen Ufer des
Olentangy Flusses, gleich südlich von der nördlichen
Eisenschmelze und unmittelbar nördlich von der C.
C. u. I. C. Eisenbahn und ist so großartig und, wie
es uns scheint, so zweckmäßig eingerichtet, daß es sich
ür unsere Bürger wohl der Mühe lohnt, gelegent
ich hinauszuspazieren und sich die Maschinerien zu
besehen. Die Fabrik wird sicfi ausschließlich mit
der Anfertigung von Eisenbahnschienen beschäftigen
und im Stande sein, täglich 250 Tonnen dieses Fab
rikats herzustellen, wozu 250 Arbeiter erforderlich
ein werden. Kein anderes Walzwerk im Westen
besitzt eiste größere Kapacität Mb nur ttritnige sind
größer.
Man berechnet, daß die Fabrik täglich 175 Ton
nen Roheisen und 70 Tonnen Kohlen verbrauchen
wird. Ein großer Theil des nöthigen Eisens wird
aus alten Eisenbahn-Schienen bestehen, sonst wür
den vier Eisenschmelzen wie die nördliche kaum
im Stande sein, den erforderlichen Bedarf von Roh
eisen zu liefern. Wir zweifeln übrigens nicht da
ran, daß Columbus im Laufe weniger Jahre min
destens ein halb Dutzend Eisenschmelzen besitzen
wird. Eben so wenig zweifeln wir daran, daß sich
das neue Walzwerk außerordentlich gut rentiren
und nur der Vorläufer ähnlicher Institute sein wird.
Der Papier Contract für den Staat wurde
am Montag ausgegeben. Ueber 30 Angebote tagen
vor. Der Cleveland Papier Compagnie wurden
sämmtliche Lieferungen zu folgenden Preisen über
tragen Druckpapier, Doppel Super Royal $9.23
per Ries Doppel Flat-Cap $5.69 per Rieâ farbi
ges Papier für Umschläge, $6.43 per Ries.
Frau Monis, die am Freitag itt der Nähé
von Grove City von ihrem Mann geschossen wurde»
ist am Samstag Morgen an ihren Wunden gestor
ben. Ihr Mann jagte sich, wie bereits gemeldet,
gleich nach der That eine Kugel durch den Kopf und
starb auf der Stelle.
Die Eisenbahn- AbstimÄüW.' Ä« Pvr
schlag für die Auflage einer Steuer von ¥200,000
für die Ferrara und Scioto Valley Eisenbahn, wurde
am Samstag mit überwältigender Mehrheit von den
Wählern unserer Stadt genehmigt. Die Bethei
ligung war sehr lebhaft. Im Ganzen wurden 4701
Stimmen abgegeben, wovon 4239 für, und blos
462 gegen den Vorschlag fielen. Wir geben nach
folgend das Resultat in den einzelnen Wards:
Ja.
313
296
301
596
416
v
Stadt ColumbuM
Karl Schurz in Columbus^
Großartig war die Demonstration am
Montag Abend, aber eine noch großartigere
steht uns am nächsten Montag Abend bevor.
Karl Schurz spricht am Montag, den 9. Sept.,
und das sagt alles.
Lasst unsere Freunde aus bem ganzen Coun
ty, ja aus dem weiten Umkreise in Delegatio
nen und mit Bannern in Columbus einrücken!
Die Demokratie wird alles Dagewesene über
treffen!
Nein.
41
37
27
16
18
40
Ja.
389
710
264
379
123
Hrn. Mich. Rollmann, tmjjerem früheren Agenten,
statten wir hiermit unfern besten Dank ab für seine
dem Westboten geleisteten werthgefchätzte Dienste.
Bëgr Das Urtheil eines ganzen Volkes.
Wenn eine Nation von 40 Millia«es einen Artikel,
welchen sie während einer Periode âon zwölf Iah
ten volle Gelegenheit zu Probiren hatte für ein nor
males Resiaurationsmittel acceptirt und endoffirt,
wer kann dann fo absurd ungläubig sein, die ausge
zeichneten Emzelnheiten der Präparation zu bezwei
fein Y Plantation Bitters hat die Prüfung bestanden
und ist jetzt die populärste eigenthümliche Medizin
auf diesem Continent. Es würde schwer sein, eine
erwachsene Person des einen oder anderen Geschlech
tes zwischen dem Atlantic und dem Pacific oder
zwischen der Nordöstlichen Ecke von Maine und dem
(Ms von Mexico zu finden, welche nicht entweder
aus persönlicher Erfahrung oder Beobachtung weiß,
daß diese berühmte vegetabilische Medizin das reinste
Tonic und die auf den Magen wirkende feinste Per
änderung hervorbringende und regulirende.Medizin
jetzt in der Welt ist. Als ein Vorbeuge- und »eife
mittel bei Krankheiten, die von Malaria herrühre»
und als ein Specificum für Tyspepsia, Ryeumatiö
«ins und allen nervösen und biliösen Beschwerden
steht das Bitters anerkannt durchaus unerreicht da.
Plantation Bitters kann füglich das Lieblings
Haushaltungs-Tonic und Alternative
der w est liehen Hemisphäre genannt werden
V s Beileids-Beschlüffe.
,y.S Halle der Richland Loge No. 161, U. O. S. B.
Mansfield, O., 27. Aug. 187?.
Indem es Gott gefallen hat, unfern geachteten
und geliebten Bruder John Matthes in der Blüthe
seiner Mannesjahre dem Schoße seiner Familie und
dem Kreise seiner Brüder dieses Ordens zu entreißen,
so sei es
Beschlossen, Daß wir seiner hinterlassenen Fa
milie me tiefste Theilnahme bezeugen.
Beschlossen, Daß durch das allzufrühe Dahin
scheiden unseres achtbaren Bruders die menschliche
Gesellschaft ein nützliches Mitglied, seine Familie
einen streuen Gatten und Vater, und unser Crbeit
einen guten Bruder verloren hat.
Beschlossen, Daß vorstehende Beschlüsse int
Westboten veröffentlicht, in unsere Verhandlungeft
eingetragen und ein Exemplar davon der Familie
des verstorbenen Bruders zugestellt werden soll.
Cincinmtier Marktbericht.
Bohnen. Ordinäre weiß«
$2.00—2.50 beste weiße
$2.50 diS $3.00.
Butter. Western Reserve 18—20 CtS. beste Cen
tral Ohio 17—19 Cents per Pfund. Schlechtere Duali
tät kann zu 9—10 Cents gekauft werden.
Federn. 60—62 CentS per Pfund für Federn »en
lebenden Gänsen.
Geflügel. Hühner, alte $3.50-4.00, junge $2.00
bis $3.00 per Dutzend.
Ger ber rinde.—Beste Oak $18.00.
Getreide. Weizen. Bester trockener rother Win
terwcizen $1.50—1.55 per Büschel Hügel $1.55—1.60
Wcißer $1.65 ver Büschel.
Vci guter Nachfrage und schwacher Zufuhr sind die
Preise für gute trockene Waare um 10—15 CentS per
Luscbel gestiegen.
Welschkorn. —Gemischtes Äolbenkorn 45 WeißeS 40
—47 CtS. Geschaltes 45—46 CtS.
Hafer. Gemischter 25—30 CentS Weißer 33—37
Cents per Büschel, je nach Qualität. Alter 35—40 Cts.
Roggen. 65—70 Cents für guten bis besten per Bü
schel. Alter 72—75 CtS.
Gerste. 60—80 CtS. per Büschel, je nach Qualität.
Malz ist flau und wird stark zu 80—96 CtS. für fair
W gat u*
I i y
1
Rio, »rbfairtr 204—21è
Häute. —-WkMnt, (Sei Sütfauf) 20 Cent» attft
dem Store 22 Cems »er Pfünd i grime tetjtt»
naßgcialzene IU--104 Cents: ttockcngesalzcne 15—17 Ctè.
per Psunv: Kalbfelle (grüngcfal:cne) lâ—17 CentS per
Pfund trockene Äip 22 bis 20 CtS.
Heu. Bestes Timothy $18.uu—20.00,.Mitütrt#$16
btd $18.00, oibinärce $i2.oo—10.00.
Hopfen. Bester östlicher 65—76 CtS. SBtèwnfHl'
66 bis 70 Cents Baierischtt 70—85 Cent« per Pfmck»
Alter 15—35 Cts.
Cts. Rough Harneß 29—31 Cts Oberleder
tfinished) $42.00—48.00 per Dutzend Zaumledcr $50.00
bis 60.00 per Dutzend Kips (Cits) 70 Cents bis $1.00
per Pfd. französisches $1.00—1.50 per Pfd. Äulbltber
(Ciw) $1.25—1.40 französisches S1.75—2.25 per Pfd.
Mehl. Weizenmehl: Ordinäres $3.25—4.25 su
perfeines $5.00—5.75 Ertra $6.75—7.00 Winter Fa
milien $7.00—7.25 Fan« $7.50—8.50 Spring $6.75
bis $7.25 per Barrel.
Geringer Verrath und Zufuhr gepaart mit lebhafter
Nachfrage für den Localbedarf habe» ein Steige» dér
Preise um 25—50 Cents per Brl. veranlaßt. ::0'r
Roggenmehl $4.25 per Brl.
01 asseS. Ordinärer bis guter Steiv.Oxlea»^
50 Cents, guter biS auserlesener, 65—70 Cent^ ptt
Gall. Sirup, Ordinärer 35—50 Cts. golden 551—«iO
Cts. «träfeintn 65 bis 85Cts. Sorghum 45—50 Cts.
per ©all. ..
Obst. Gedörrtes. Aepftl, 7—81 CtS. Pfirsiche,
Viertel, 5—6, halbe 8—9 CtS. per Pfd.
Grünes Aepftl sehr stauM51.00-1.50 per ttzrl.,f«r
auserlesene.
a
Pfirsiche, je nach Qualität, GliiO^f.ZV ptr
vorzüglichste Sorten $3.00. V'* 'V*
Tra«bcn 3—4 Cts. per Pfund.
£fl. Ltinöl, 85—86 Ctö. per Gall. bestes Spring
LardölS?—70 Cts. Gerberei 68—72 Ctö. NeatSfoör
$1.15—1.25 raffnirtes Petroleum 21*—234
Schmieröl 30—48 Cts.
8t«ndsi e h. Extra Verschiffungs-Vieh zu $5.25—
5.50, extra ButcherS Stock zu $5.00—5,25, $rtpta. do» j«
$4.25—4.75, common zu $2.50—3.50
Schweinefleisch. Meßpoik
Rump $0.50—11.00.
Bacon. Schultern Sj— Cents klare Rippenfel
len 10j Cents und klare Seiten 10$ Cents?er Pfund.
Gezuckerte Schinken 161—17 Cts. per Pfo. fur beste.
Schweine schmal z.— Bestes steamrciidered 8i CtS.,
City Kettle 9 und Country 8Z CtS per Pfd.
Talg. City 84—8$, Country si-sj Cts per Pfd.
Tabak. Die Zufuhr war mäßig, aber bei einer guten
Nachfrage nach Cutting Leaf und alten guten Sorte» be
haupketen sich die Preise.
Verarbeiteter. 5, S und 10 dun/ler 48—63 CtS., do
heller 55 bis 75, Bright in Pfunden SO CtS. bis $1.00,
9 Zoll bright 60 bis 85 Cts.
Vegetabilien. Kartoffeln—Neue $jL2q—$1*50
per Brl. bei Ankunft «id $1.50—2 JO per $)p?L au».be*.
Store.
W.
'ii'"'.
MiUSbmi« Bithmm«.
Pittsburg, 2. Sett., 1873.
Rindvieh. BesteS 7—74 Cts. gutes
mittelgutes 5—Cts. Mastvieh, 34—44 CtS.
Schafe. Beste 51—6 CtS. mittlere 5—:i er-
binäre 4—44 CtS.
Schweine. 6.5® per Hundert.
Columbus Marktbericht.
Mc6r'..:.li..'. ......$8.5o—9.00
Wttjeit .i.i.".^....$1.4^—1.45
KoM '...'ifogi i: 35
Roagen. «ff, 75
Hafer 25—30
WhiSky? .:..:$1.50—3.00
Salz per Faß...$5.25—2.35
Kartoffeln «0—8sM.
Sier..... 13—16
Butter 20—25
Schinken 16—18
Schultern 9—10
Schmalz.. 10—11
Heu $15.00
New Nvrker Geldmarkt.
Preise der Regierungs-Bonds :c. in New Asrk
am 2.'Sept. 1873.
Nein.

40
90
71
Ä2
4239 462
Herr August Kutschbach in Chillicothe,
war so gefällig die Agentur für den Westboten am.
dortigen Platze zu übernehmen, und ist von uns au
thorisirt, die Rückstände von den Abonnenten von
Circleville und Umgegend zu erheben und in unserm
Namen darüber zu quittiren. Auch können Bsstel
lungen auf den Weftbotea bei Herrn Pütschbach ge«
macht werden.
Zehn-Vierziger (!Ietiit)~— 1094
Ntuegünftr j,..v".)#f«»r^ Uli
Gold- 113—1131
KrieMlle Mo. 3l
27 Plcscb, Gcoch
28 Reel', Heiiry
2!) Reeb, ZohrrS»
30 Schmitt,
1
V&0.
Zorn, G.
25 Müller, Christina' 51 ZtlSÄann, Gottfried.
26 Olpp, John 'V
Um einen 6eil$$en Srlef $it erhalten braucht
man blos die Nummer der Liste und die Nummer des
Briefes anzugeben.
I. M. Comly,
ColmnbuS, 31. Aüg. 1872, Postmeister.
Aufforderung!
Frau Margaretha Mroer, gcb.^Ohnesorgen, Sciuvcster
deS zu Buffalo, New Norf, in 1856 verstorbenen Tisch
lerö Friedrich Ohncsorgen, oder, in deren Todcsfè,
ihre Erben, werden ersucht, bezüglich einer für sie wich
tigen Erbschastsängelegenbeit, in meiner Office
sprechen oder an mich zu schreiben.
Kann irgend Jemand Auskunft geben über den Auf'
enthalt und die Familie der Frau Margaretha Meyer,
ist er biemit ersucht, mir sol-be umgeben bü ,u ertheilen.
Namens des Kaiserlich Deutschen General^ Ccnsulats
zu New §lerf,
Otto Dresel, Rechtsanwalt,
Office: ISO Süd Hochstraße, Columbus, O.
"'i' 3mbw uw
Verehelicht,
durch den Ehrw. Vater Peter Getier, am 26. August 1872,
Herr Martin List mit Fräulein Franziska Braun,
beide von An,heim, Brown Co., O.
Ehret die Frauen, sie flechten und weben,
Himmlische Rosen in'S irdische Leben. B.
Todes Anzeige.
Am Samstag, den 24. August 1872, dcS Morgens um
4 Uhr, starb in Duncans Falls, Muskingum Count'.', O.,
Elifabetba SchauS, eine geborene Schwarz. Dir
selbige wurde im Safere 1820 in Kirkel, Rheinkreis, Bai
ern, geboren, erreichte demnach ein Alter von 46 Jahren,
1 Monat und 14 Tagen. Die Verstorbene erfreute sich
bei Allen, die sie kannten, wegen ihrer Güte und Bieder
keit der vollkommensten Hochachtung. Friede ihrer Asche!
Farm zu verkaufen.
Familien-Pcrl'.u.'uisse wegen will ich au-lue Farm, ge
legen in Ceßna Township, Hardin Co., O., 6 Meilen von
Kenton, 4 Meilen von Dunlirk, U Meile von einer Sä
gemühle, einer Pike und der zu tauenden Columbus und
Toledo Eisenbahn, verkaufen.
Dieselbe enthalt 80 Acker vom besten Lande, 40 Acker
klar, der Rest Waldland, 12 Acker 1 Fuß und darunter
ausgehackt, tdcilwcise in Fence und die Rigel gebackt.
Die Gebäude sind Vog. Der Obstgarten ist juiia labcr
theilweile tragend, von den besten Aepfein, Birnen, Pflau
men, Pfirsichen und Kirschen, nedst vielen der Mien 9tr
bcnsortcn, Erdbeeren und anderen kleinen Früchten.
Für die Güte de« Landes zeugen die wachsenden FriWe.
Ein nie fehlender Brunnen des besten WasserS. Die 28
Acker Wald sind noch ganz unverdorben. Viel Heu und
Korn auf dem Playe. Näheres zu erfahren durch August
Träger in Kenton, oder ans dem Platze durch den Eign»
Hümth. ,/•
scrt, 4. Zmt w
3$. Träger.
Brauerei zu verkaufen.
Meine in Kenton*, Harbin Co., O.» gelegene Bier
brauerei nebst Gebäuden, zwei Eiskellern, Kièfergerâch
schasten :c., ist ans freier .paiid zu verkaufen. Auch bin
ich erbötig, einen Partner, der die Brauerei versteht und
der gesonnen ist ein Kapital von $120u—1500 anzulegen,
aufzunehmen. .We^e^.i^S.Raheren wende man nch^P-...
de« Eigenchümrr.
,• Phillip Fischer.
4.
$ i i v ff f'rk^.4
id "v t.-:

1. Ward
2. Ward
3. Ward
4. Ward'
5. Ward
0. Ward
F. W. Wagner,
Martin Troll,
Henry Rupp,
Committee.
Cincinnati, 2. Sept. 1872.
Demut»eilt, Middling 21 CtS. per Pfund.
Besenkorn. Green Baled 5—7 Cts. Red Baled
2—3è CentS per Pfund.
Eier. 18 Cents per Dutzend.
E i se n. Hot Blast Charcoal $55.00—57.00 Stent»
coal, $56.00— Cold Blast Charcoal $57.00
Carwbeel $61.00—65.00. Bloom's $115—120 Stan
geneisen 5-5 1J5 CtS Hufeisen 65-73 Nägeldraht 71-8
Cents.
Groceries. KaMb.- CeutS 3m, 26—28
Ew. 5 MM 22j-24j EtH.
CtS. Smitoiion, 24 -20 T!S.
per PfunL. V
Zuckn. Neto Qrleqyi!, crHnartt .. if—
bester vis atröcrleftitrr 1 Ii T:S Port? Mt»
10j Cts. (£uba Vj—10* Drmarüra 1—124 hatte»
raffinirter i:j-13j: KaffccMxr ilt—I2i gtlber WZ—
11 CtS.
Käse. Fabrilkäse, Bester, 141—15 Cents. Daich,
10—12 Cents per Pfd.
Küferwaaren. Aleischfäfler$1.25—1.35 Mebl«
fässer 33-36 Cents eifengkdundeae Dels
äff er $1.70-1.8»
tisengebundene Wdiskyfâsser -$l.7ü—l.HO Schmalz
Tierces $1.60—$1.SU Ham Tierces 30-00 Cts. dichte
Hoaöbeads $5.75—$6.00 Slack Hogsheads $2.00—
2.25 flicgendichte $2.80—3.20 Slack Halb Barrels
$3.50. LardttgS 50-55 Cts. Beef Tierces $2.lu-2.£6.
Küferholz. Am Fluß und O. u. M. Eisenbahn:
Faßstangen per Tausend, $13—15.00 HogSbcod Stan
gen, per Tausend, $40.00—45.00 Favdauber ordinäre
per 1000, $12.00 bis $16.00 Hogshead Dauben, ordi
näre per Tausend, $24.00 bis $28.00. An den Eisen
bahnen, mit Ausnahme der O. u. M.: Faßstangen, per
1000, $19.00—20.00 Hogöbead Stangen, per TauLend,
$50.00—60.00 Hogshead Dauben, per 1000, $30.08—
$40.00 Faßdauben, $21.00—2-1.00.
Leder. Soblleder (Citv) 38—40 Ct«. per Pfund
Hemlock 29—36 Cts. Geschirrltder 36—38 Cts. Skir
ting 42—44
Manufacturing und Shipping Leaf. Trash per Pfund
3-7 Cts., Lugs 7—74, Low bis Medium Lefts 8—8*,
Fine Leaf 9—121, Bright Leaf 15—40 CtS.
Cutting Leaf. Trash per Pfund 74—13 Cents, Com
mon bis "good lugs 10—14, Fine bright LugS 15—21,
Common bis good Leaf 14—20, Fine bright Leaf 21-^-38
Cents.
Zwiebeln $1.50—1.75 ptt Sri,
Süßkartoffel $3.00—1.00 per Brl.
WachS. 30 Cents per Pfund für bestes ßtlbeS.
Whisky. 90 Cents per Gallone.
Wolle. Tubwashed 60—62 CmtS Flcecewafhtd
Manufacturing 48—50 Cents FleecewashcdCombing60
bis 65 Cents Unwashed Manufacturing 38—40 Cts.
Unwashed Combing 45—50 ClS. Pulled 40—15 CcntS
per Pfund.
0 u u â, 3. Sept. iL$t.
1861 (6pro«ntige
gUBfeWattiie# von 1862
tt 1864
ff' 5„ 1865
1865 (neu?),
.. 1867
7. Ward
8. Ward
9. Ward
10. Ward
11. Ward
20 Lindcnmayer, Gßstßo n46 Weimonn, A
21 üie&cl, Peter "47 Wihigmami, Anton
22 Lambrecht, Marg. 48 Wurm, Frederick
23 Müchli, Friedrich 49 Weber, Barbara
24 Metz, Sebastian
1143
114Ä
1131
114
114
1 Birlenbach, Polkas
2 Balli, Christian
8 Beck, E.
4 Bükrer, Zohn
5 Brandecker, John
6 Breit, Margarets»
7 Türrcnberger, Cstf.
8 Tierker, G. H.
9 Eicrmann, Jacob.
10 Frey, David
11 Haupt, Georg
12 Jacob, Charles
13 Kunzi, Charles 'r
14 Knig, Kilian
15 Küchle, Christian
16 Koch, William
17 jtimmkr, Wm.
18 Kropp, Heun, 3iV.M
19 Kauffeld, Jodn
31 Stautzenberger, Phillip
-32 Schwarz, Maurice
33 Schässer, Zobann
34 Schreiner, Jacob
35 Schofer, Jacob
36 Schmeltz, Elisabeth
37 Straub, a
thai in a
38 Sm Magdalena
39 Schwab, Conrad
40 Stvltz, Andreas
41 Bolt., Zohn Georg
42 Veith, Zobann
43 Bits, Christian
•44 Volk, Andreas
45 Walter, l'pitny

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