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Der westbote. [volume] (Columbus, Ohio) 1872-1918, January 03, 1884, Image 2

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Der
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vs» Reinhard & Fieser.
S»fos$as, deu 3. Zanuar im
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tett
Wieder ist ein Jahr im Strome der
versunken, wieder stehen wir auf der
chwelle eines neuen und wieder wird es
unsere angenehme Pflicht, allen Lesern
und Freunden des Westboten aus voller
Brust ein herzliches
Glück auf zum neuen Jahre!
zuzurufen. Was uns das alte Jahr
brachte, das wissen wir vor dem neuen
stehen wir wie vor einem großen Räthsel,
und ivt fragen uns: wie viele unserer
Wünsche werden erfüllt werden wie
viele Täuschungen werden wir erleben?
Kein Echo giebt Antwort. Die großarti
gen Erfindungen unseres Jahrhunderts
haben Zeit und Raum abgekürzt, sie tra
gen den menschlichen Gedanken im Nu
von einem Ufer des Oceans zum andern
hinüber, aber die Zukunft bleibt dem
menschlichen Witze verschlossen und selbst
unsere Wetterprophezeihungen, über einen
Tag hinaus, sind ungewiß und unzuver
lässig.
Aeltere Dichter haben das menschliche
Leben mit einer Reise verglichen, das
heißt, mit einer Reise zu Fuß, oder hoch
Pens mit einer Fahrt in einer rumpeligen
Postkutsche. Jedes neue Jahr bildet ei
nen Meilenstein, oder eine Station, an
welcher sich der Reisende ausruhte und
noch einmal gemüthlich die zurückgelegte
Strecke im Geiste überschaut. Aber dies
alte Bild passt nicht mehr, jedenfalls
nicht hier in Amerika. Die Postkutschen
gehören der Vergangenheit an. Zu Fuß
reist, außer dem professionellen Tramp,
fast Niemand mehr. Man fliegt mit
Dampf durch die Welt und wenn auch
das Dampfroß eine Strecke in einer Sttm
de zurücklegt, die in der „guten alten
Zeit" einen ganzen Tag erforderte, so
find die Menschen doch noch nicht zufrie
den. Zu langsam, immer schneller! lau
tet der Ruf unserer Zeit. Und wenn
auch zuweilen ein Zug infolge der rasen
den Eile ein kleines Seitenhüpferl macht
und Dutzends oder Hunderte in den Ab-
fo
snlnd schleudert, verkrüppelt oder tobtet,
ist das bald vergessen. Nur schnell,
immer schneller!
Diese ruhelose Hast drückt ihren Stem
pel unserer ganzen Gegenwart auf. Man
hat kaum mehr Zeit sich zu besinnen, wa
rum man überhaupt auf der Welt ist.
Wie manches Blümchen wird dadurch zer
treten und zerstampft, das für uns am
Wege blüht! Die alte gemüthliche Zeit
der Schlafmützen und Pantoffeln ist dahin.
Zum Träumen, Grübeln und Schwärmen
„am Silverbache im Mondenschein, bei
Veilchen und Vergißmeinnicht," fehlt die
Zeit, und „Werthers Leiden" liest Nie
mand mehr, außer hier und dort eine
„schöne Seele" aus der guten alten Zeit.
Sollen wir das alles beklagen? Es
wäre thöricht, da es sich doch einmal nicht
-ändern lässt. Wir müssen uns eben den
Verhältnissen anpassen und das Beste
daraus zu machen suchen, was sich daraus
machen lässt. Jede Zeit trägt ihren be
sonderen Stempel und es mag einst eine
Zeit kommen, wo es in Amerika gemüth
licher wird, aber das ist für unsere Nach
kommen, nicht für uns. Wir aber müs
sen uns mit festen Füßen auf den Boden
der Gegenwart stellen und darauf nach
unserm Glück streben.
Und was ist Glück? Den Einen
könnte der Besitz von ein paar hundert
Dollars glücklich machen der Andere
ist mit einer Million nicht zufrieden und
martert sein Gehirn, um die zweite zu er
ringen. Jener kranke König, dem die
Aerzte sagten, daß er nur durch das Hemd
eines Glücklichen geheilt werden könne,
mußte nach langem Suchen die bittere
Erfahrung machen, daß der einzige Un
terthan in seinem Lande, der sich glücklich
nannte, nicht einmal ein Hemd besaß.
Das kommt auf den alten Satz heraus,
daß Diejenigen am Glücklichsten sind,
'"welche die wenigsten Bedürfnisse haben.
Das freilich will der jetzigen Generation
in Amerika nicht einleuchten, die nicht we
«ige, sondern sehr viele und große Be
dürfnisse hat. Doch lassen wir das.
Wo wäre das Land oder das Volk, des
sen Zustände nichts zu wünschen übrig
lassen? Preisen wir uns glücklich, daß
wir in der jungen großen Republik eine
neue Heimat gefunden haben. Hier kann
jeder Strebsame ein menschenwürdiges
z«wDasein finden. Hier kann er als freier
Mann, mit gleichen Rechten und gleichen
Pflichten unter freien Menschen, der
Schmied seines eigenen Glückes werden,
s Seinen Kindern steht die Bahn zu den
höchsten Ehren offen. Entbehrt der Deut
sche hier auch Manches, was ihm im al
ten Vaterlande lieb geworden war, stößt
ihn auch Manches ab, so muß er sich doch
glücklich schätzen, wenn er einen Blick hin
überwirft nach vc.n alten, abgelebten Eu
ropa, mtt seinem Ueberflusse von Armen
-und Elenden, Gedrückten und Zertrete
nen, die an die bittere Noth gefesselt sind,
wie der Sclave an seine Kette, und die
keine Aussicht haben, sich jemals aus ih
rer traurigen Lage zu einem menschen
würdigen Dasein zu erheben.
Wenn wir solche Vergleiche ziehen,
dann haben wir auf dieser glücklichere
Seite des Wassers alle Ursache, mit fro
hem Mutbc und Hellem Sinne in das
neue Jahr einzutreten. Das größte ir
dische Gut, das wir zu unserem Fortkom-
I f^men nöthig haben, bleibt die Gesund
:V eit, und die wollen wir allen unseren
âö°»Kreunden vom Herzen wünschen!
Nicht vergessen wollen wir unsere Le
fclfetinnen. Der „Westbote" zählt gar
^oielß wackere deutsche Frauen unter sei
teuiiden und hoffentlich auch man
-mde Jungfrau, die es nicht aus
^te.. "^fohe verschmäht, ihre Mut
prache zu -md schon deshalb ei
'nen braven deutschen Egling als Gat
ten verdient. Möge allen it» reuen
Jahre èm gütigsZ Gestirn dett Lebens
.pfad beleuchten und .nögen sich ihre
schönstenWünsche vndHoffiwngen erfüllen
Und nun, zum Schlüsse, Freund Leser:
wenn wir heute über's Jahr 1885 schrei
ben, dann hoffen wir dich und noch viele
andere neue Freunde nicht blos noch utv
ter den Lebenden, sondern auch auf der
Liste des alten Westboten zu finden. Wir
haben Raum für Alle und hoffen auch im
neuen Jahre für Alle ein willkommener
Besucher zu sein.
Glück auf!
Recht lebhaft wird es noch im Lause
dieser Woche in Columbus werden. Die
Gesetzgebung versammelt sich am nächsten
Montag. Der demokratische Caucus für
die Ernennung der Beamten dieses Kör
pers wird am Samstag stattfinden, der
Kampf aber schon mehrere Tage vorher
beginnen. Als die hervorragendsten Can
didate» für das Sprecheramt werden ge
nannt, die Herren Bohl, Brunner und
Marsh Bargar erklärt zwar kein Can
didat zu sein, arbeitet aber doch dafür.
Viel mehr noch wird die Senatorenwahl
die allgemeine Aufmerksamkeit in An
spruch nehmen und die Freunde der Be
werber werden schon im Laufe dieser Wo
che in unserer Hauptstadt eintreffen. Hier
Pendleton—hier Payne, lauten die Stich
Wörter, aber sicher ist es auch, daß Ward
und Converse ihre Freunde haben. Der
,aUe Römer," Richter Thurman, wünscht
unter keinen Umständen in diesen Kam
ose verwickelt zu werden. Gouverneur
Hoadly wird in den nächsten Tagen hier
eintreffen und seine Beamten ernennen.
Aus alledem ersieht der Leser, daß Co
lumbus während den nächsten Wochen
ein sehr gesuchter und stark besuchter Platz
sein wird und die Hotels, Kosthäuser und
Restaurants eine reiche Ernte halten wer-
^Richter Thurman, der während den
letzten Wochen hier war, um «nen Pro-
zu führen, geht am Mittwoch nach
etn Süden, und wird folglich denv Se
natortqmpfe möglichst fem stehen.
Thurman ist der Mann. Den
besten Mann, den die Demokraten von
Ohio nach dem Bundes-Senate schicken
können, ist Allen G. Thurman. Er ist
erprobt und das ganze Land kennt ihn.
Er würde ein Senator von mächtigem
und nützlichem Einfluß sein, ohne ande
ren Ehrgeiz, als den, seine ganze Pflicht
zu thun. Das Interesse des ganzen Lan
des würde durch Thurman's Erwählung
befördert werden.
Die Zusammensetzung Tser Comites
des Hauses war für den Sprecher Car
lisle keine leichte Aufgabe. Wo so Viele
auf hervorragende Posten an wichtigen
Comites Anspruch zu haben glaubten, da
konnten nicht alle befriedigt werden, und
das war gar nicht zu vermeiden, daß es
einzelne Enttäuschte und Unzufriedene ge
ben sollte. Aber im Ganzen rust die
Auswahl so allgemeine Befriedigung her
vor, wie sich dies nur immer erwarten
ließ. Der demokratische „Anzeiger des
Westens" bemerkt: „Carlisle war ent
schlossen, sein Wort zu halten, welches er
gleich nach seiner Erwählung zum Spre
cher gegeben hatte, daß er zwischen Par
teimitgliedern, die für und gegen ihn ge
wesen, keinen Unterschied machen werde.
Zunächst hat Carlisle sich offenbar be
müht, die tüchtigsten Männer auf die
wichtigsten Plätze zu stellen."
Durch die Besetzung des Comites
für die Untersuchung des Handels mit al
eoholhaltigen Getränken, hat Sprecher
Carlisle den Temperenzlern einen Strich
durch die Rechnung gemacht. Hr. Hill
von Ohio, der Vorsitzer, hat schon als
Mitglied unserer Gesetzgebung durch Wort
und Stimme bewiesen, daß er ein ent
schiedener Gegner aller Zwangsgesetze ist.
Zudem sind noch die beiden Deutschen,
Günther und Kleine, Mitglieder dieses
Comites, und daß i e den Temperenz
lern nicht in die Hände arbeiten werden,
das versteht sich wohl ganz von selbst.
Für die Ernennung eines beson
deren Comites zur Untersuchung des Han
dels mit acoholhaltigen Getränken stimm
ten sämmtliche acht Republikaner von
Ohio. Von den Ohio Demokraten
stimmten die folgenden sieben dagegen:
Converse, Follett, Feran, Geddes, Hill,
Huri) und Murray. Nicht anwesend wa
ren Jordan, LeFevre und Paige. Für
den Beschluß stimmten Seeney, Warner
und Williams.
Wir wohnten am Donnerstag Nach
mittag der Convention der Ohio Geträn
kehändler im Grand Opern Hause bei, und
wir müssen sagen, daß wir noch keine
Staats-Convention erlebt haben, bei wel
cher es so ruhig zuging. Da hörte^man
kein Schreien, kein Toben, kein ^?tam
psen, es erhob sich kein ärgerlicher Streit
und es kam nicht zu Handgreiflichkeiten, wie
dies bei ähnlichen Gelegenheiten schon
der Fall gewesen ist. Die Ordnung war
mit einem Worte musterhaft und die wür
dige Haltung der Convention wurde all
gemein belobt.
Das hiesige republikanische „Jour
nal" hat es nicht unterlassen können, sich
in unwürdigen Sticheleien über die Con
vention der Getränkehändler zu ergehen.
Es versuchte sogar den Namen des Präsi
denten Backus in'S Lächerliche zu ziehen.
Und doch ist in dem Bericht des „Jour
nals" selbst zu lesen: „Die Convention
bestand aus einer Schaar sehr gut
aussehender Männer und die Ordnung
war ganz ausnahmsweise u t." Der
Journal Reporter hat einfach die Wahr
heit berichtet, der Redacteur aber seinem
bekannten Fanatismus wieder einmal die
Zügel schieße,: lassen.
Die Farbigen von Ohio, oder wie
sie sich jetzt selbst wieder nennen, die Ne
ger, haben sich jetzt vollständig organisirt,
ihre Staats- und Executive-Comite er
nannt und eine eigene Partei-Maschine
rie, ganz nach dem Muster der beiden
roßen Parteien, eingerichtet. Ihre
?taats-Convention, die hier am Mitt
woch stattfand, wurde offenbar im Inte
reffe der republikanischen Partei geführt,
das „blutige Hemd" ganz außerordentlich
kühn geschwungen. Da die Neger in
Ohio über eine ziemlich bedeutende Stim
menzahl gebieten, so verdient ihre Beweg
ung Beachtung. Uebrigens ist zu beden
ken, daß die Farbigen, die bei dieser Cor
vention den Ton angaben, zu der söge
nannten Neger-Aristokratie gehören. Es
sind die schwarzen Politiker, die unter
dem Banner der republikanischen Partei
nach Aemtern fischen. Viele der Delega
ten waren farbige Prediger. Die Masse
der Neger betrachten sie als ihr Eigen
thum, mit dem sie bei Wahlen zu rech
nen hoffen. Aber diese Hoffnung ist sehr
trügerisch. Unter den Farbigen herrscht
viel Zwiespalt, auch wohl viel Neid, und
wir glauben, daß die Zeit für immer vor
über ist, wo sich die Masse der Farbigen
wie eineHeerde Schaafe an die Stimm
kästen treiben lässt. Die Leutchen haben
gesehen, daß die Aristokratie ihrer Rasse
alle Aemtchen und Ehren, die von den
Tischen der weißen Republikaner fallen,
für sich in Anspruch nimmt und für den
gewöhnlichen Neger, der keine Rolle spielt,
nichts übrig bleibt, als das Stimmen.
e n. a n hat ein kleines Unglück
erlebt. Beim Einsteigen in sein elegan
tes Gefährt, glitschte er mit dem Fuße
aus und siel auf sein linkes Bein. Ehe
ihn die Diener aufheben konnten, wurde
er ohnmächtig. Die Verletzung, gleich
unter der Hüfte, ist schmerzlich, das Glied
geschwollen, aber keineswegs gefährlich.
Der General wird eine Zeitlang das
Haus hüten müssen. Ein ähnlicher Un
fall passirte bekanntlich letzten Sommer
seiner Collegin, der Königin Victoria.
Die Convention der Ohio Liquor
Händler
versammelte sich am Donnerstag Morgen
in Columbus im Grand Opernhause.
Herr William Backus von Cleveland,
Präsident des Schutz-Vereins der Ohio
Liquorhändler, rief die Versammlung zur
Ordnung. Auf Antrag von Hrn. Fred.
Hensel von Columbus wurde ein Co
mite für eine permanente Organisation
ernannt, worauf sich die Convention bis
Nachmittags 2 Uhr vertagte, indem in
Folge der Verspätung der Züge viele De
legaten von auswärts noch nicht einge
troffen waren. Als Mitglieder des Co
mites wurden ernannt: Fred. Hensel,
Columbus L. Einstein, Cleveland H.
Fischer, Columbus Chas. Missar, Cleve
land Chas. Pfeifer, Akron F. K. Stall,
Cincinnati, und Chas. Wilson, Cincin
nati.
Nachmittags waren etwa 200 Delega
ten versammelt. Hr. Hensel vom Orga
nisations-Comite empfahl die folgenden
Mitglieder als permanente
Ioungstown F. Leibans
Beamte: Prä­
sident, Wm. Backus von Cleveland Vice
Präsident, F. C. Hensel von Columbus,
M. Brinkenbour von Toledo Secretär,
Wm. Wilson von Cincinnati Gehülfs
Secretär, Wm. I. Moore von Cleveland.
Der Bericht wurde angenommen und auf
Einladung nahmen die Hrn. Leo Ebert
von Jronton und Georg Hoster von Co
lumbus vom Staats-Brauer-Verein und
Andere, Sitze auf der Bühne ein.
Capt. Backus hielt als erwählter Prä
sident eine kurze Rede an die Convention,
in welcher er die Zwecke dieser Versamm
lung auseinandersetzte, die auf den Wunsch
der Brauer- und Mälzer-Vereine und der
Freunde der Sache überhaupt, von ^em
Schutzvereine der Ohio Liquorhandler be
rufen worden sei, um der Gesetzgebung
in Betreff der bestehenden Temperenzge
setze Empfehlungen vorzulegen, die das
allgemeine Interesse des Publikums be
rühren. Die fortwährende Agitation der
GMmkefrage durch die Temperenz-Fana-
"i&.t
titer habe diesem Geschäftszweige den An
schein gegeben, als sei er ungesetzlich und
der öffentlichen Wohlfahrt gefährlich.
Dadurch sei die öffentliche Meinung ge
gen Diejenigen vergiftet worden, die in
diesem Geschäfte engagirt sind. Partei
Politiker haben sich mit den Fanatikern
verbunden und für selbstsüchtige Zwecke
gehässige Gesetze passirt, um ihre Partei
in der Herrschaft zu erhalten. Aber das
Volk habe durch die letzte Wahl bewiesen,
iß es keine Zwangsgesetze billige und die
Prohlbitionisten werden in der Zukunft
Hülflos sein, wenn die Freunde der Frei
heit fortfahren, ihren Gegnern eine kühne
Stirn zu zeigen. Nicht weniger als 70
Millionen Dollars seien in Ohio im Brau
und Liquorgeschäft angelegt, und fein
Einfluß berühre, mit sehr wenigen Aus
nahmen, alle andern Geschäftszweige, so
wohl wie die Gemeinschaft überhaupt und
es sei daher der Berücksichtigung würdig.
Er halte es für weise, daß die Gesetzge
bung dies Geschäft durch geeignete Gesetze
gesetzlich und respektabel mache. Der
Redner zeigte dann die Ungesetzlichkeit
des Scottgesetzes, das manchen ehrbaren
aber armen Mann zwinge, das Geschäft
aufzugeben, während es die niedrigen
Lasterhöhlen begünstige. Tausende von
armen Leuten seien gezwungen worden,
ihr kleines Heim zu verpfänden, um die
erste jährliche Steuer bezahlen zu können,
zum zweiten Male würden sie die Steuer
nicht bezahlen können und gezwungen
werden, das Geschäft aufzugeben und der
Barmherzigkeit der Gemeinschaft zur Last
fallen. Durch Trennung der Saloons
von Lasterhöhlen werde das Geschäft re
spektabel werden. Solche Lasterhöhlen
bieten alle Verlockungen dar, um die auf
wachsende Generation vom Pfade der Tu
gend zu ziehen, sie untergraben die allge
meine Wohlfahrt und ruiniren geistig
und physisch Tausende von jungen Leuten.
Es sei nicht die Absicht dieser Convention,
der Gesetzgebung Vorschriften zu machen.
Er vertraue, daß die Mehrheit der Mit
glieder von den wahren Grundsätzen der
Demokratie, sowohl wie von der Liebe
für Recht und Gerechtigkeit durchdrungen
und vollkommen im Stande. sei, ihre
Pflichten zu erfüllen. Aber wir sollten
uns über geeignete Empfehlungen bera
then, auch erwägen, ob unter den Umstän
den eine Vereinigung der Brauer und
Groß- und Kleinhändler mit Getränken
des ganzen Staates in eine Organisation
zum Schutze unserer Interessen nicht räth
lieh sei, um den wohlorganisirten Tempe
renz-Fanatikern erfolgreicher entgegen Ire
ten zu können, die unter dem Deckmantel
der Moral und mtt Hülfe der bestehen
den Temperenzgesetze und fanatischer Rich
ter und Gerichte eine Tyrannei gegen die
sen Geschäftszweig ausüben. Und da
die Frage der persönlichen Freiheit aus
dem letzten Kampfe siegreich hervorging
und das Volk gezeigt hat, daß es solche
Zwangsgesetze Nicht billigt, so kommt es
uns, deren persönliche Freiheit sowohl wie
ihr Interesse auf dem Spiel steht, sehr
wohl zu, alles aufzubieten, um die Heuche
lei und Tyrannei, überall wo sie sich zei
gen, zu Boden zu werfen.
Die Rede fand großen Beifall. Ein
Aufruf der Counties zeigte, daß fast alle
Städte vollständig vertreten waren. Karl
Missar beantragte die Ernennung eines
Comites von Fünfzehn, welchem alle Be
schwerden und Beschlüsse überwiesen wer
den sollen und daß dies Comite dann an
das Exeeutiv-Comite des Staatsvereins
berichten soll. Hr. Ebert nrnckte den Zu
satz, daß alle Beschlüsse ohne Debatte an
dies Comite verwiesen werden sollen.
Eine lange Debatte folgte, die mit de n
Beschlusse endete, ein Comite von Fünf
zehn zu ernennen, das Beschlüsse im Sinne
der Mehrheit der Convention entwerfen
und berichten soll. Während der Präsi
dent dies Comite auswählte, unter
hielt, auf allgemeines Verlangen, der
Achtb. I. I. Hall von Akron die Con
vention mit einer Rede, in welcher
er den- Tempercnz Fanatismus ohne
Glacee-Handschuhe bearbeitete und die
Gefährlichkeit dieser Fanatiker schil
derte, die von demselben finstern Geiste
beseelt seien, der einst Hexen verbrannte
und der noch heute vor keiner Ungerech
tigkeit, Tyrannei und Grausamkeit zu
rückschrecke, wenn es sich darum handele,
seine fanatischen Ansichten durchzusetzen.
Am Schlüsse dieser mit großem Beifall
aufgenommenen Rede ernannte der Prä
sident das Comite von Fünfzehn, wie
folgt:
F. C. Hensel und A. Theobald
bus Charles Pfeffer
von
Colum­
von
Akron I.
Bloom
von
von
Toledo Jo­
Auf Antrag von Missar von Cleveland
wurde dann noch das folgende Comite
von Sieben ernannt, um eine vollstän
dige Organisation aller Brauer, Brenner
und Getränkehändler zu Stande zu brin
gen und eine Constitution für diesen Zweck
zu entwerfen: I. Ballin, Toledo Wil
liam Oakes, Cleve land I. I. Abbihl
und Frank Steves, Cincinnati Joseph
Walters, Mansfield W. Balzer, Can
ton I. Nester, Lancaster worauf sich
die Convention bis Freitag Morgen ver
tagte.
Die beiden Comites waren noch bis
spät Abends in Frech's Halle versammelt,
um einen Ausgleich der verschiedenen
Meinungen zu Stande zu bringen.
Am Freitag Morgen vereinigte sich
die Convention schließlich auf die An
nähme der folgenden Beschlüsse, die als
ein Compromiß zwischen den Radikalen
von Cincinnati und den gemäßigten Mit
gliedern von dem Comite gerichtet wur
den
„D a die Gesetzgebung von Ohio in ihrer
letzten Sitzung ein gewisses Gesetz passirte, das
als das Scottgesetz bekannt ist, das in direkter
Weise die meisten Verfügungen der Constitu
tion von Ohio verletzt und die Geschäftsin
teressen einer großen Klasse von Personen
schädigt, die in Ohio wohnen und in kaufmän
nischen Erwerbszweigen engagirt find, und
a es die Ansicht aller vorurtheilsfreien
Bürger von Ohio ist, daß der fandet mit
Malz-, Wein- und spirituösen Getränken nicht
verboten werden sollte, wie dies durch ihre
Stimmzettel am zweiten Dienstag im Oktober
letzthin in der nachdrücklichsten Weise ausge
sprechen wurde, deshalb sei es
e s o s s e n a w i i e i a n e
mit Malz-, Wein- und spirituösen Getränken
beschäftigten Bürger von Ohio, in Convention
versammelt, der Ansicht sind, daß das besagte
Scottgesetz verfassungswidrig und ungerecht
ist, und wir möchten deshalb die kommende
Gesetzgebung achtungsvoll um die Erlassung
eines weisen und konstitutionellen Gesetzes,
und daher um den Widerruf des Scottgesetzes
ersuchen."
Nach Annahme dieser Beschlüsse be
richtete das andere Comite, daß es sich
nicht berechtigt suhle, jetzt einen Plan für
einen Staatsverein der Saloonhalter,
Brauer und Groß-Liquorhändler zu ent
werfen und empfehle, daß die Inte
ressen der verschiedenen Ortschaften durch
ihre Local-Gesellschaften mit dem Schutz
verein der Getränkehändler zusammen
wirken und die Versammlung jenes
Vereins im März mit Delegaten be
schicken. Der Bericht wurde angenom
men und das Beschluß (Somite beauf
tragt, die Interessen des Getränkege
schäfts vor der Gesetzgebung zu fördern.
Beschlüsse wurden passirt, welche der
Presse danken, die während des letzten
Wahlkampfes den Verein im Kampfe ge
gen die Prohibition unterstützten. Mit
Dankbeschlüssen für die Beamten und die
Presse von Columbus vertagte sich die
Convention.
Die farbigen Bürger von Ohio hiel
ten hier ant Mittwoch zur Abwechslung
wieder einmal eine Staats Convention,
die ziemlich gut besucht war. Den An
laß dazu gab die neuliche Entscheidung
des Oberbundes-Gerichts, wodurch das
sogenannte Civilrechts-Gesetz zu Boden
fiel. Viele feurige Reden wurden gehal
ten und das blutige Hemd so kräftig ge
schüttelt, daß sich die republikanischen
„Stuinp-Speakers" ein Muster an den
schwarzen Brüdern nehmen können, die
offenbar dies Geschäft aus dem Grunde
., #*,_'» "--t-
verstehen. Ganz besonders zeichnete sich
der Präsident der Convention, C. L. Max
well von Greene County, aus. Er schimps
te gain kannibalisch auf die Weißen des
Südens, nannte sie Halsabschneider, bru
tale Mordgesellen u. s. w. Die Vorfälle
in Danville, Virginien, bei den letzten
Wahlen, wurden nach Kräften ausgebeu
tet und mit den grellsten Farben ausge
schmückt. Unter den Delegaten befanden
sich viele Prediger. Einer dieser schwar
zen Reverends hob hervor, daß seine Rasse
jetzt durch mehr als einhundert Zeitungen
und mehr als durch 9000 farbige Predi
ger spreche. Er legte feinen Schwer
punkt auf die Erziehung seiner Rasse.
Von dem Beschluß-Comite wurde Abends
eine bandwurmlange Plattform einge
bracht, die aus einem Gemisch von hoch
trabenden Phrasen besteht und mit einer
spaltenlangen Einleitung beginnt, worauf
dann die eigentlichen Beschlüsse folgen, die
befreit von allem unnöthigen Wortschwall
das Folgende besagen: Von der Gesetz
gebung wird ein Gesetz verlangt, das al
len Bürgern, ohne Unterschied der Farbe
oder Rasse, den vollen und unbestrittenen
Genuß aller Rechte sichert, sowie den Wi
derruf aller Gesetze, die noch einen Unter
schied zwischen den beiden Rassen machen.
Vom Congrefse wird eine Untersuchung
der Vorfälle in Danville bei den neulichen
Wahlen in Virginien gefordert. Der
nächste Beschluß dringt auf die Erziehung
besonders der?èegermädchen, welche zu der
Hebung der Raste unerläßlich nöthig sei.
Den Vertretern im Congresse wird ernstlich
empfohlen und es wird darauf bestanden,
daß sie ihren Einfluß für -die permanente
nationale Unterstützung der Schulen ver
wenden. Das Geld aus dem Bundes
schatze soll zti diesem Zwecke, je nach Be
dürsniß, unter die einzelnen Staaten ver
theilt werden. Ein anderer Beschluß er
mahnt die Neger, sich mehr dem Erzieh
ungs- und Geschäftsinteresse zu widmen,
und es wird zu diesem Zwecke die Gründ
ung von Actien-Gesellschaften vorgeschla
gen. Die Gründung eines Staats-Cen
tral-Cvmites wird empfohlen.
Vielen Delegaten war die Plattform
viel zu lang und zu weitschweifig, da die
Fremden aber nach Hause zurückzukehren
wünschten, so ließ man sie passiren. Ein
Central- und ein Executive-Comite wurde
sofort ernannt und damit haben sich die
Negerofsiziere eine förmliche Organisation
im Staate gesichert ob nun ihre gemei
nen Soldaten mitmarschiren werden, das
muß sich erst noch zeigen. Wir brauchen
kaum zu sagen, daß die Convention von
den farbigen Politikern im Interesse der
republikanischen Partei abgehalten wurde.
Der Stempel zeigt dies deutlich.
Cocosnüffc und Ananas in.Florida.
Ein wunderbares Land ist es doch, unser
Amerika! Während in Maine Bäche und
Flüsse von einer festen Eiskruste bedeckt
sind, selbst hier in Ohio die Reste des er
sten Winterschnee's die Felder schützen,
prangen in Florida die Orangenbäume
im vollen Schmuck ihrer reisen Frucht.
Aber nicht blos ist Florida
„Das Land, wo die Citrone«
blüh'n,
Im
dunkeln Laub die Goldorangen glüh'n,"
sondern es ist auch der Staat, der uns
mit der Zeit eine Masse anderer Süd
Früchte liefern wird. Schon beginnt die
Zucht von Ananas (Pine-apples) und
Cocosbäumen einen bedeutenden Umfang
anzunehmen. Uns liegt die neueste
Nummer der „Florida Times'' vor, in
welcher eine interessante Correspondenz
von Key West zu lesen ist. Wir erfahren
daraus, daß in Monroe County,Florida,
bereits 300 Acker mit Ananas-Pflanzen
unter Cultur sind. In 1882 wurden
30,000 Dutzend dieser edlen Frucht nach
dem Norden verschifft, in 1883 schon 75,
000 Dutzend und 150,000 neue Spröß
linge wurden angepflanzt. Auch der
Zucht der Coeosbäume wird immer mehr
Aufmerksamkeit gewidmet. Solche Bäu
me findet man auf 300 Meilen weit
überall an der Küste. Jy Monroe Coun
ty findet man schon viele tragende Cocos
bäume. Mayor Evans besitzt einen sol
chen Hain, in welchem jeder Baum durch
schnittlich 300 Nüsse liefert. 325,000
solcher Bäume sind jetzt in dem County
angepflanzt, und doch befindet sich diese
Cultur erst noch in ihrer Kindheit und
wird sich mit jedem Jahre großartiger
entwickeln. Das Land, das sich zu die
fem Zwecke eignet, wird immer mehr ge
sucht.
Ein Beispiel der Civildienst
reform, wie sie die Republikaner inWa
fhington verstehen, hat der jetzige Post
meister des Senats und frühere Thürste
her des Repräsentantenhauses, Walter
P. Brownlow, geliefert. Das „Washing
toner Journal" berichtet darüber:
Eine Untersuchung seiner Zahllisten
als Thürhüter hat ergeben, daß der Mensch
sich der frechsten und doch dümmsten Cor
ruption schuldig gemacht hat. Es erhellt
nämlich aus den Listen, daß er kurz nach
der letzten Congreßsitzung eine Anzahl von
Angestellten entließ und
an
ihre Stelle
die Namen seiner Frau, seines 12jährigen
Sohnes, einiger Freunde und noch an
dere Namen fetzte, für die bis jetzt noch
keine Träger gefunden worden sind.
Cheine Frau fungirte als Clerk, das Söhn
eben als Page, jedes zu 8100 Gehalt per
Monat bis zum November, wo der Papa
Thürhüter es für klug hielt, das Söhn
chett auf $900 zu reduciren. Seiner
Schwägerin zahlte er für das Waschen
von 52 Handtüchern das bescheidene
Sümmchen von 836. Seitdem nun die
Geschichte ruchbar geworden, haben sich die
Träger mehrerer Namen auf den Zahl
listen für Dezember nicht gemeldet und
auch Herr Brownlow scheint krank gewor
den zu sein. Die nächsten Tage werden
ohne Zweifel vollständige Klarheit in die
Angelegenheit bringen.
(Aus dem Anzeiger des Westens.)
Fort mit den Zöllen auf Rohstoffe.
Wenn die Demokraten im Congreß es
nicht für möglich und nicht für rathsam
halten, vor der nächsten Präsidenten
wähl eine durchgreifende Tarifreform in
Angriff zu nehmen, fo könnten sie doch
durch Abschaffung von drückenden und
schädlichen Zöllen auf eine Anzahl von
Rohstoffen einen gut.n Anfang machen.
Das Volk würde dadurch einen besseren
Begriff davon bekommen, was die Zoll
Reformer eigentlich beabsichtigen, und
es würde dadurch zugleich für viele
spätere Herabsetzungen der Zölle auf
fabricate Artikel, zu denen jene als
Rohstoffe dienen, der Weg gebahnt wer
den.
Da ist zunächst der Zoll auf Salz,
einen der nothwendigsten Artikel in je
dem Haushalte und in vielen Geschäfts
zweigen. Er hat nur dazu gedient, eine
Anzahl von Actionären in Salinen, die
besonders in New Uork und Michigan
liegen, auf Kosten des gesammten Volkes
zu bereichern. Keiner ini^ganzen Lande
ist so arm, daß er nicht Helsen müßte, die
Taschen jener Monopolisten zu füllen, kei
ner ist zu reich dazu. Der Farmer, der
Salz für sein Vieh braucht, der Einpök
ler, der Fleisch einmacht, ist ihnen tribut
bar. Der Zoll auf Salz könnte fallen,
ohne daß dadurch irgend eine Industrie
geschädigt würde, oder irgend Jemand
Unrecht geschähe.
Da ist ferner der Zoll auf Bauholz.
Er ist nicht nur überflüssig, sondern ein
offenbarer Schaden für das Land. Er
ist eine Prämie auf die Verwüstung un
serer Wälder, die ohnehin schnell genug
der Axt verfallen. Der Zoll auf Tan
nenholz beträgt $2 für jedes Taufend
Fuß. Diese zwei Dollars sind eine Be
lohnung, welche die Ver. Staaten darauf
setzen, daß die Wälder auf unserer Seite
der Grenze niedergeschlagen werden, statt
derer in Canada. Eine verkehrtere Po
litik kann es nicht geben. Die Holzhänd
ler und Sägemühlenbesitzer vertheidigen
diesen „Schutzzoll" damit, daß sie vorge
ben, die Arbeiter, welche sie beim Holz
schlagen und in den Sägemühlen be
schäftigen, würden brodlos werden, wenn
der Zoll ausgehoben würde. Das iff
,rm
.«• ax
aber eitel Wind. Sie wollen blos aus
den weiten Holzländereien in Michigan,
Wisconsin und Minnesota, die sie sich
größtentheils widerrechtlich angeeignet
haben, so lange es dauert, LI sür das
Tausend Fuß mehr herausschlagen, als
sie sonst erhalten würden. Der Farmer,
der Handwerker, der Bauholz braucht,
muß dafür bezahlen. Ihre Arbeiter sind
ohnehin größtentheils Canadier. Sobald
die Holzspekulanten die Wälder südlich
der Grenze abgeholzt haben, werden sie
nordwärts nach Canada ziehen, und dann
werden sie selber die Aufhebung der
Zölle befürworten. Die Zölle sollten
aber jetzt gleich fallen, so lange da
durch noch ein Theil unserer Wälder ge
rettet werden oder doch eine Frist erhal
ten kann.
Eisenerz wird aus verschiedenen
Ländern Europa's und von der Nord
küste Afrika's eingeführt. Es wird zur
Vermischung mit amerikanischen Erzen
für Herstellung mancher Arten von Eisen
benutzt. Aber es muß einen Zoll zahlen,
damit die Besitzer amerikanischer Eisen
gruben für ihr schlechteres Erz einen hö
heren Preis fordern können. Natürlich
müssen auch hier die armen Arbeiter als
Vorwand dienen. Aber die Eisenerz
gräber werden nicht im geringsten besser
bezahlt, als die Kohlengräber. Zudem
würde die Abschaffung des Zolles auf Ei
senerz unserer Eisen-Industrie zum Vor
theil gereichen. Der Zoll auf Eisenerz
sollte ohne Verzug fallen.
Amerika besitzt die reichsten Kupsergru
ben der Welt. Das Kupfer liegt dort
oft in gediegenen Massen zu Tage. Die
Millionäre, die sich in den Besitz dieser
Gruben gesetzt haben, zahlen sich jährlich
Dividenden, melchrthretn gestimmten ei
gentlichen Grundkapital gleichkommt.
Dennoch ist Kupfer hier theurer, als in
Europa. Denn jene Millionäre haben
es durch ihren Einfluß im Congreß fertig
gebracht, daß ein Zoll auf die Einfuhr
von Kupfer gelegt ist. Um den Betrag
jenes Zolles lassen die Kupfergruben-Be
sitzer sich das Kupfer hier theurer bezah
len, während sie zugleich Kupfer ausfüh
ren und es in Europa zu den dort gelten
den, wohlfeileren Preisen verkaufen. Der
Zoll auf Kupfer sollte ungesäumt abge
schafft werden.
Die Quecksilber-Gruben Califor
Niens sind reicher, als die von Almaden
in Spanien, die reichsten, die man frü
her kannte. Dennoch muß Quecksilber
einen Einfuhrzoll bezahlen. Die reichen
Grubenbesitzer lassen sich ihr Quecksilber
in denVer. Staaten gerade um so viel
theurer bezahlen, wie der Zoll beträgt,
während sie auf den Märkten Europa's
mit den dortigen Gruben concurriren
und um so viel wohlfeiler verkaufen.
Sie bereichern sich auf Kosten des ameri
kanischen Volkes, ohne irgend eine Gegen
leistung. Der Zoll aus Quecksilber sollte
fallen.
Das Volk der Ver. Staaten muß für
den Zucker, den es verbraucht, alljähr
lich etwa $50,000,000 an Zöllen bezah
len. Die einzigen, die davon Vortheil
ziehen, sind die paar Dutzend Zucker
pflanzer Louisiana's. Es ist kein Grund
vorhanden, daß die Letzteren einen der
artigen Vortheil vor allen anderen Land
Wirthen, den Getreidebauern des Nor
dens und den Baumwollpflanzern des
Südens, haben sollten. Um jene Zu
ckerpflanzer nicht zu ruiniren und sie in
Stand zu setzen, andere Culturarten
auf ihrem Lande einzuführen, auch um
denjenigen, die jetzt mit den Versuchen
zur Zuckerbereitung aus Sorghum be
schäftigt sind, eine Frist zu geben, mag
man, wenn dies mit der Bundesverfas
sung vereinbar ist, für einen beschränkten
Zeitraum ein Prämium fur im Lande
erzeugten Zucker an die Stelle der Zölle
setzen aber die Zelle selber sollten fal
len.
Alle jene Zölle, welche den Farmern,
den Handwerkern, den Industriellen des
Landes ganz unnöthige Lasten auflegen
und durch welche nur reiche Capitali
sten noch reicher gemacht werden, soll
ten abgeschafft werden, und je eher das
geschieht, desto besser. Selbst ein ver
nünftiger Schutzzöllner kann gegen eine
derartige Reform des Tarifs nichts ein
wenden.
Wie es mit der Reinheit der s ran
zös ischen Weine bestellt ist, von de
nen jährlich so enorme Mengen in die
Ver. Staaten importirt werden, ergibt sich
aus der Thatsache, daß von 955 Wein
proben, welche den Chemikern des Pariser
Gesundheitsamtes zur Untersuchung vor
gelegt wurden, nicht mehr als 05 also
no ch nicht sieben Prozent für gut be
funden morden sind. Bei den 890 übri
gen Weinproben ergab die Analyse ge
fälschte, durch mehr oder minder gesund
heitsschadliche Verfahrungsarten herge
stellte Fabrikate. Sollte der Congreß sich
einmal wegen des Verbots der Einfuhr
amerikanischen Schweinefleisches zu Wie
dervergeltungs Maßregeln entschließen,
so würde er also, so weit Frankreich in
Betracht kommt, nach einem passenden
Gegenstande nicht lange zu suchen brau
chen.
K o n e
Noch vor der Vertagung des Congres
ses bis nach den Feiertagen hat Sprecher
Carlisle die von ihm ernftnnten Comi
tes verkündigt. Wir lassen hier die Na
men der verschiedenen Vorsitzet folgen:
Wahlen—H. C. Turner von Georgia.
Wege und Mittel—W. R. Morris, Illinois.
Berwilligungen—S. I. Randall,
jJi.spensi
lo, N. 1
Pennsyl-
vanien.
Justiz—I. R. Tucker, Virginien.
Banken und Geldumlauf—3t. H. Buckner,
Missouri.
Münzen, Maße und Gewichte—R. T.
Bland,
Missouri.
Ackerbau—
W. H. Hatch, Missouri.
Auswärtige Angelegenheiten —A. G. Curtin,
Pennsylvanien.
Militärroefet*—S.
S. Rosecrans, Califor-
Territorien—I. H. Evans,
Süd-Carolina.
Eisenbahnen
und
Canäle—R. Davidson,
Eisenbahnen—G. W. Easstdy,
Sie-
Miliz—N. Miller, New Dork.
Patente—R. B. Nance, llford Carolina.
E^iehung—D. W. Aiken, Süd Carolina.
Arbeit I. Hopkins, Pennsylvanien.
Jnvaliden-Pensionen—C. C. Matson, In
diana.
Rechnungen G. W. Covington, Mary
land.
BibliotM—O.
R.
DruckfLchen
A.
M. Scales, Nord-Caro-
lina.
Eingetragene Bills—W. A. Rice, Illinois.
Dies sind die regelmäßigen, stehenden
Comites, dann gibts noch sechs besondere,
darunter die über den Handel mit alko
holhaltigen Getränken, von welchem W.
D. Hilll Zu"oéztefjèn
ri'ois
Geddch Y. Mit
glieder vc er
nannt
väe
bleichten, fie verdanken
ihr 2e/s
glti^ "ire gegenwärtige Gesnndheit, Acker's
v.ichem1
Heilmittel" gegen Schwindsucht, Er-
Herbst^'
en
U' ro*
Verlauft von F. W.
—-«.-*. »... --—v.. «.'»-•
ÉÉ
Converse und Hart, Wahien.—Hurd, Wege
und Mittel.—Follett uiiö Keiser, Vernnlligun
gen.—Seney und Taylor, Justiz.—Wilkins,
Banken und Geldumläufe.—Robinson, Flüsse
und Häsen.- Murray, militärische Angelegen
Helten.- -Patge und McCormick, Postroesen.—
Foran, Territorien—Paige, Eisenbahnen und
Kanäle. Murray, Fabrikwesen. Jordan,
Pacific Eisenbahnen.—Morey, Miliz und Pa
tente.—Converse und Taylor, Erziehung.—
Foran, Arbeit.—Le Fevre, Invaliden-Pensio
nen und Pensionen überhaupt. Ansprüche,
Warner.—Privat-Ansprüche, Williams.—Hill,
Revision der Gesetze. Wilkins, Ausgaben
für öffentliche Gebäude.—Den besonderen Co
mites sind die folgenden Ohioer zugetheilt:
Jordan und Hart, Wahlgesetze sür Präsident
und Vice-Präsident. Warner, Bezahlung von
Pensionen, Bounties und Nachzahlungen.
Junge Leute oder Männer mittle
ren Alters, die an Nervenschwäche, und
ähnlichen Schwächen leiden, sollten drei
Briefmarken einsenden, um Theil VII.
der Zehn-Cent-Schriften des World's Dis
pensary zu bekommen. Abtessire World's
Dispensary Medical Association, Buffa-
a Interessante Motizen.
Bei Live Oak in Florida ver
brannte eine Negerhütte, in welcher sechs
Kinder von den Eltern, welche auf Besuch
gegangen, eingeschlossen gelassen waren.
Alle verbrannten.
Im Uniondepot in St. Joseph,
Mo., ist ein Deutscher als Bähnhofsvor
steher angestellt, der außer der Mutter
sprache, Englisch, Französisch, Italienisch,
Spanisch und. sogar Irisch sprich. Der
sprachkundige Mann heißt Nicolaus
Hans.
In Philadelphia hat der Barbier
Karl Soder, welchem vor einigen Mona
ten seine bildhübsche junge Frau gestor
ben und der seither melancholisch gewesen
war, am Morgen des Weihnachtstages
Selbstmord begangen.
Gefährliches Spiel. Erie,Pa.,
27. Dez. James Brandt und George
Walker, zwei 16jährige Bursche, spielten
in einem hiesigen Goldladen „Duelliren".
Brandt schoß seinem Gegner eine
Kugel durch den Äopf und damit war das
Spiel aus.
AusWashington kommt die Nach
richt, daß dem eidgenössischen Gesandten
Emil Frey seine mit wenig Arbeit ver
knüpfte diplomatische Stellung bereits
entleidet sei und daß er sich nach seiner
gewohnten geschäftlichen und politischen
Stellung in der Schweiz zurücksehne, da
her demnächst abdanken wolle.
In New Dork hat Gottlieb Fries,
ein wohlbekannter Deutscher und Eigen
thümer eines Saloons No. 1746
Christy Straße, Selbstmord begangen,
indem er sich mit einem Schnitzmesser in's
Herz stach. Eifersucht soll die Ursache
für diesen Selbstmord sein. Der Ver
storbene stammte aus Württemberg und
war 42 Jahre alt.
Arbeitsstockung. Pittsburg, 29.
Dec. Jr. Folge des neulich passirten
Beschlusses der „Western Nail Associa
tion" werden heute Abend alle Nagelfa
briken im Westen auf 6 Wochen schließen.
Man hofft durch Minderproduktion dem
Geschäft aufzuhelfen. Es werden dadurch
5000 Arbeiter beschäftigungslos.— Und
das trotz oder besser gesagt gerade in
Folge des Schutzzolles.
Ein deutscher Prediger greift
zum Giftbecher. —Decatur, Ills.,
29. Dez. Der deutsche Methodistenpre
diger John Ritter machte gestern seinem
Leben durch Verschlucken von Gift ein
Ende. Körperliches Leiden soll den be
jahrten Mann zu diesem verzweifelten
Schritte getrieben haben. Er hinterläßt
eine Wittwe und vier erwachsene Kinder
in wohlgeordneten Verhältnissen.
In einem kleinen Städtchen
Kentucky's bot ein Kirchen-Aeltester
der dortigen „Ladies-Aid-Society" $5 an,
wenn die Mitglieder derselben gemein
sant eine Bettdecke steppen würden, ohne
ein Wort zu sprechen. Die Herausforde
rung wurde angenommen, und innerhalb
zwei Stunden war die Arbeit gethan.
Die Damen aber erklären, daß sie sich
nicht für $50 wieder einer solchen Tortur
unterziehen würden.
Furchtbare Heimsuchung ei
nes Dorfes.—Baltimore,30. Dez.—
Das kleine Oertchen Benedict am Pa
tuxent River ist von einer bösen Pesti
lenz heimgesucht Vor wenigen Tagen
wurden die Bewohner von einem typhö
sen Fieber heimgesucht, welches sich schnell
verbreitete. Augenblicklich sind 70 von
den 100 Bewohnern bettlägerig und die
Uebrigen sind in Folge Mangels an Nah
rung und Ruhe gänzlich erschöpft. Bis
jetzt sind drei Todte zu verzeichnen.
Ein ehemaliger preußisch er Ei
fenbahnbeamter verhaftet.—Chi
cago, 29. Dez. Hermann Koernstein,
Ex-Sekretär von Max Orlovius, einer der
Regierungsvorstände des preußischen Ei
senbahnsystems, wurde heute aus Veran
lassung des deutschen Vieeco.isuls wegen
Fälschung der Unterschrift des Präsiden
ten der kgl. p: e iß. Eisenbahnverwaltung
auf Papieren, durch welche er 5000 Mark
erlangte, um nach Amerika zu entfliehen,
verhaftet.
In denFlam
men umgekommen.
Atchison, Kas., 29. Dec. Heute Abend
ereignete sich hier ein schrecklicher Un
glücksfall. Etwa um halb elf Uhr brach
in dem neuen eleganten Wohnhaufe des
Agenten der Missouri Pacisic-Bahn, C.
E. Styles, Feuer aus, das in kurzer Zeit
das Gebäude vollständig zerstörte. Frau
und Kind des Herrn Styles fanden ihren
Tod in den Flammen, und er selbst trug
erhebliche Brandwunden davon. Das
Feuer entstand durch eine Gasolin-Explo
sion im Keller.
In St. Louis war Ignatz Elsbau
mer, ein Collektor der Trenton Coal Co.,
nach und nach in ein Defizit gerathen und
wollte dasselbe durch einen Wechsel aus
der deutschen Heimat ausgleichen. Da
er das Geld nicht erhielt, ging er in eine
Apotheke, kaufte Oxalic acid und schluckte
die Dosis herunter. Er litt jedoch dar
auf solche Schmerzen, daß er andern Sin
nes wurde und sich in einer anderen Apo
theke ein Gegengift erbat. Während in
dessen der Apotheker dasselbe mischte, fiel
der Mann in Krämpfe und starb.
V o n e e u s e n a k e
„M iddlese x." welche am 25. August
von New Dork nach Bremen absegelte,
hat man noch Nichts wieder gehört, und
es herrscht die Ansicht, daß das Fahrzeug
untergegangen ist. Die Barke ^atte eine
Bemannung von 20 Seeleuten, meistens
Deutsche. Der Capitän war I. Kaemeno,
ein tüchtiger Seemann. Das Cargo des
Schisses bestand aus 385,800 Gallonen
Petroleum, Eigenthum der „Standard
Oel-Compagnie." Das Fahrzeug hatte
einen Werth von 30,000 Dollars.
Hülse für den Kaiser vonChi
n a.—Nero Dork, 29. Dez. Um 3 Uhr
heute Nachmittag verließ eine Gesellschaft
von 7 Herren Jersey City auf der Penn
sylvania Bahn, um sich nach San Fran
cisco zu begeben. 6 von ihnen waren
wohlbekannte Exofsiziere der Armee und
der Siebente ein prominenter Architect
und Brückenbauer. Man hörte, daß die
Herren in den Dienst des Kaisers von
China sich begeben werden, um gegen die
Franzosen in Tongking zu dienen. Je
der von ihnen hatte eine Bestallung sei
tens der kaiserlichen Regierung.
Die Bananenpflanzer in Mexi
k o erzeugen drei und ausnahmlich vier
Ernten im Jahre. Die Banane erfordert
im Tropenklima (und in keinem andern
trägt sie Frucht oder kamt sie fortkommen)
höchstens vier Monate, um vom Steck
linge bis zur Trägerin reifer Fruchtbü
schel zu wachsen. Da der Anbau der
^Pflanze erstaunlich wenig Arbeit verur
tha^
sacht— etwa vier Tage im Jahre, um den
Unterhalt einer Familie zu bestreiten,
und ein Stück Boden, nicht viel größer
als manches Wohnhaus bedeckt, so ist
sie die Verwirklichung des Schlaraffen
landes.
I n u a o i S a a e N e w o k
sind die Wirthe durch Sonittagsgese^e so
niedergedrückt worden, daß ihr Anwalt
ihrenVerfolgern einen Vergleich vorschlug,
von dem die dortige „Fr. Pr." sagt:
„Die Wirthe sollen Sonntags ihre Lokale
vorn und hinten zuschließen, wenn die
„ReformAssociation" die gegen weitere 18
Wirthe vorliegenden Anklagen zurückzieht.
Die „Reform Ass." nahm diesen Vor
schlag an, und fo wurden die 18 Ankla
gen einstweilenverschoben, bisdie„Nesorm
Ass." sich überzeugt hat, daß die Wirthe
„vorn und hinten" zuhaben wahrschein
lich müssen sie auch alle Mäuse- und Rat
tenlöcher zumachen."
Schreckliche Scene in einem
Zuchthause. Walla Wall«, W. T.,
29. Dez. Als Sheriff Thompson mit
dem Schließer Williams gestern Abend
die letzte Runde durch das Zuchthaus
machte, fielen Elfers und Owen, zwei
vernrtheilte Mörder, über sie her und
schlugen sie mit Backsteinen, welche sie sich
verschafft hatten, zu Boden. Als der
Schließer Zeichen von wiederkehrendem
Bewußtsein gab, zogen die Zuchthäusler
ihm fein Messer aus der Tasche und zer
hackten ihn förmlich mit demselben, wo
rauf sie die Flucht ergriffen. Die Be
wohner der Gegend haben sich zur Ver
folgung der flüchtigen Verbrecher aufge
macht.
Wie es Zeitungsschreibern in
Baltimore ergeht. —Herr Edward
Bushell, einer der Redacteure des Balti
morer „Herald", betrat dieser Tage den
Laden des Herrn Albert Sigmund, um
dort Einkäufe zu machen. An der Thüre
sei ihm da ein Verkäufer des Geschäftes
mit den Worten „wir haben hier Nichts
für Bettler" entgegen getreten. Herr
Bushell habe gesagt: „Sie sind im Irr
thum, ich bin kein Bettler, sondern wün
sche, Einkäufe hier zu machener sei,
behauptet Herr Bushell, abet gar nicht
angehört, sondern nach Gensdarmen-Ma
nter an die Luft gesetzt worden. Für die
ihm angeblich zu Theil gewordene Be
Handlung verlangt nun Herr Bushell von
Herrn Sigmund im Stadtgerichte eine
Entschädigung von $5000.
„Faust" in Frankreich.—Soeben
ist eine deutsche Ausgabe von Goethe's
Meisterwerk in Paris erschienen. Das
Buch, welches die Verlagshandlung De
lagraue für die höheren Klassen der Gym
nasien speziell bestimmt hat, ist ungemein
sauber ausgestattet. Der Druck in schön
sten, neuen Lettern. Eine sehr gediegene
Vorrede und zahlreiche Glossen, die von
einer gründlichen Goethe-Kenntniß seitens
des Verfassers, Hrn. B. Levy, akademi
sehen Inspektors, Zeugniß ablegen, geben
dem ewig jungen und ewig schönen Pro
dukte des deutschen Genius ein sehr pas
sendes französisches Geleite. DieZumu
thung aber an die französischen Gymna
siasten, den „Faust" im deutschen Text
vom Blatt weg zu lesen, zeigt, daß man
auf dem Gebiete des Sprachunterrichts
große Fortschritte gemacht haben muß.
Der „Boise Statesman" berich
tet Folgendes über einen erfolgreichen
Ueberfall und Ausraubung mehrerer Ka
pitalisten in Huntington, Oregon: Dien
stag ritt ein Bande von sieben Despera
dos in die Stadt und zwang den Kauf
mann I. Tyler mit vorgehaltener Waffe
zur Herausgabe von B15,000 in Geld
und Werthpapieren. Dann beraubten
sie den Zahlmeister der Eisenbahn-Gesell
fchaft um $12,000 und eine Anzahl An
derer um Summen von $200 bis zu $500
und entkamen mit der Beute. Hunting
ton ist eine erst vor Kurzem entstandene
Ortschaft an der Mündung des Bural
Flusses und der Vereinigung der Oregon
Short Line mit dem Baker City Zweige
der Oregon Railway und
Line. Da in dem ganzen County fast
keine Polizei eriftirt, ist an Einfangung
der Räuber nicht zu denken.
Ein Raubmord. Detroit, 29.
Dez.—Als Grant Silcox, ein Kaufmann
im Dorfe Middlemiß, nahe bei St. Tho
mas, Dnt., gegen 8 Uhr feinen Laven
schloß und sich mit feinen beiden Kindern
entfernen wollte,
traten
zwei Männer
plötzlich ein, von denen der Eine die Kin
der hielt, während der Andere dem Vater
zwei Revolver vorhielt. Silcox eilte hin
ter den Counter, worauf ihn der Mann
mit einem eisernen Gewicht verletzte, so
daß er bewußtlos umsank. Sie raubten
darauf gegen 8200. Die Kinder gaben
Alarm und beschrieben die Diebe. Zwei
Männer, Namens Albert Wrightman
und Jas. Graham, wurden gegen 2 Uhr
bei einem Tanz zu Iowa verhaftet.
Wcightman's Rock war mit Blut bespritzt
und bei Jedem fand man zwei geladene
Revolver, aber kein Geld. Silcox kam
nicht wieder zu sich, sondern starb heute
Morgen.
Kampf mit Pferdedieben.—
Little Rock., Art., 27. Dez. Seit ge
raumer Zeit haben im nordwestlichen
Theile von Arkansas und im südlichen
Theile von Missouri, Pferdediebe ihr Un
wesen getrieben, deren Hauptsitz, wie man
annimmt, Cape Girardeau war. Ein
Missourier Farmer Namens Kiniball, dem
gestern drei Pferde gestohlen wurden, or
gcinisirtc eine „Posse" von sieben Mann
und machte sich mit diesen zur Verfolgung
der Pferdediebe auf. In der Nähe von
Forsyth, Mo., wurden diese, drei an der
Zahl, eingeholt. Sie wandten sich gegen
ihre Verfolger, und es erfolgte ein ver
zweifelter Kampf, in welchem zwei der
Verfolger erheblich verwundet wurden.
Zwei der Pferdediebe, James und An
drew Davis, die früher in Cape Girar
deau wohnhaft waren, wurden erschossen,
während der Dritte schwer verwundet
wurde.
In San Francisco, Cal., hat ein
unternehmender Reporter einen Riese«
entdeckt, der alle bisher angestaunten
Söhne Enak's in den Schatten stellen soll.
Derselbe heißt Thomas Robinson, ist erst
siebenzehnJahre alt, mißt aber schon die
ansehnliche Höhe von sieben Fuß und
wächst immer zu. Er wurde in Ost-Ca
nada geboren, arbeitete auf einer Farm,
fuhr nie in einem Eisenbahnwaggon bis
vor einigen Monaten und ist von irischer
Abkunft. Sein Vater ist über sechs Fuß
hoch. Der junge Riese erzählte dem Be
richterstatter ferner, er habe zu Haufe kei
nerlei Aufsehen erregt, denn beinahe alle
Männer seien dort über sechs Fuß groß.
Er soll 200 Pfund wiegen und ungeheure
Füße haben, ja, sogar in dieser Beziehung
den Chicagoer Damen den Rang ablau
fen. Auch foll er im Gegensatze zu
an-
deren Riesen ein angenehmes Aeußere
haben und anscheinend sehr intelligent
sein. Es seien ihm schon viele Offerten
gemacht worden, sich einem Circus anzu
schließen, aber Tyomas ziehe es vor, Mf
einer Farm zu arbeiten.
Mißhandlung einer deutschen
Familie. Little Rock, Ark., 27. Dez.
Ungefähr zwei Meilen südlich von hier
bebaut der Deutsche Ketscher mit seiner
Gattin ein kleines Stück Land er ist ein
braver, tüchtiger Mann, den Jeder wegen
seines freundlichen, geraden Wesens gern
hat. Samstag Abend hörte Ketscher
plötzlich vor seinem Hause ein verdächtiges
Geräusch und ging hinaus, zu sehen, was
es gäbe. Ein Flintenschuß erschallte und
eine Ladung Schrot fuhr dem Aermsten
in das Bein und zerschmetterte dasselbe
vom Knie bis zum Fußgelenk. Obwohl
schwer verwundet, schleppte sich Ketscher
doch mit Aufbietung seiner letzten Kraft
zu einem Nachbarn, um Hülfe zu holen.
Während seiner Abwesenheit drang der
unbekannte Angreifer in das Haus, be
ging ein nicht zu beschreibendes Verbre
chen an Frau Ketscher und mißhandelte
sie in so brutaler Weise, daß sie jetzt, eben
so wie ihr Gatte, in äußerst bedenklichem
Zustande darniederliegt. Sie behanptet,
s K
der Schuft sei ein Neger gewesen und sie
sei im Stande, ihn zu identisiziren, wenn
sie ihn sähe.
Der vulkanische Ausbruch an
der Küste von Alaska. San
Francisco, 28. Dez.—Profefsor Davidson
empfing heute weitere Nachrichten aus
Alaska über den im letzten Oktober nahe
der Einfahrt von Cook's Inlet stattge
fundenen vulkanischen Ausbruch. Der
Augustinberg, welcher fönst beständig mit
Schnee bedeckt ist, jedoch in diesem Som
mer vollkommen schneefrei war, schleu
derte Rauch und Flammen in die Höhe,
und ein Aschen-Regen fiel auf viele Mei
len im Umkreis. Fluthwellen, deren erste
30 Fuß hoch war, brachen über die Fi
scherdörfer an der Küste herein und rich
teten große Verheerungen an. Zwei er
loschene Vulkane, westlich von dem 12,
000 Fuß hohen Jliama, traten wieder
in Thätigkeit, und eine neue Insel tauchte
zwischen dem Festlande und der Insel
Chcrnaburua aus dem Meere empor.
Der Augustinberg wurde von oben bis
unten gespalten und sein nördlicher Ab
hang senkte sich bedeutend. Mehrere Aleu
ten-Jndianer, welche in der Gegend auf
der Otterjagd waren, werden vermißt und
sind wahrscheinlich um das Leben gekom
men.
Ueber den aus Heimweh be
gangenen Selbst mord einer deut
schen Frau berichtet der „Demokrat"
aus Philadelphia: „Die 78 Jahre alte
Frau Marie Hentfche machte Donnerstag
in der Wohnung ihres Sohnes, Nr. 204
Gaskillstraße, ihrem Leben ein Ende, in
dem sie sich in der Dachstube erhing. Hr.
Hentsche, ihr Sohn, war vör einiger Zeit
aus Deutschland eingewandert, und nach
dem er für sich und seine Frau ein Heim
gegründet hatte, ließ er seine betagte Mut
ter nachkommen. Letztere traf vor sechs
Monaten ein und wurde auf das Liebe
vollste von ihren Angehörigen aufgenom
men. Aber die alte Frau konnte sich nicht
in die neue Heimath in der Großstadt
finden sie verlangte zurück nach dem
stillen Heimathsdorfe. Ihr Sohn suchte
so viel, wie möglich, sie mit den neuen
Verhältnissen auszusöhnen, doch vergeb
lich. Erst als er ihr versprach, im Früh
jahre für ihre Rückkehr Sorge tragen zu
wollen, verließ sie etwas die Schwermuth.
Als aber am Donnerstag die Schwieger
tochter die Mutter auf einige Zeit allein
ließ und nach ihrer Ruckkehr sie nicht aus
dem gewohnten Platze fand, suchte sie nach
ihr, fand aber nur die Leiche der alten
Frau an einem dünnen, aus Leinwand
gedrehten Stricke in der Dachstube hän
gen."
Eine Mutter und ihr Kind
ermordet. Clarksburg, W. Va.,29.
Dez.—Job. Parsons ist einer der reichsten
und bekanntesten Bürger von Randolph
Co. Er hatte lange Zeit mit seiner Frau
im besten Einvernehmen gelebt, bis er
eines Tages einer armen jungen Frau,
Namens Mrs. Summerfield und deren
Kinde eine Wohnung auf seiner Farm
einrichtete. Alsbald gab Frau Parsons
Zeichen von Eifersucht und das Verhält
niß zu ihrem Gatten trübte sich so, daß
man bereits von Trennung der Ehe sprach.
Niemand aber hatte eine Ahnung, daß
die Eifersucht der Frau sie zu einem ab
scheulichen Verbrechen führen könnte.
Parsons beschäftigte auf seiner Farm ei
nen schwachsinnigen unwissenden Men
sehen, Namens John Flannagan, einen
ehemaligen conföbertrten Soldaten, und
man sagte von ihm, daß man ihn mit
etwas Geld und etwas Schmeichelei be
züglich seiner Kriegsthaten, zu irgend
etwas bringen könnte. Diesen Mann
soll nun das eifersüchtige Weib gedungen
haben, fo daß er eine Eisenstange nahm,
mit welcher er die Arglose und ihr Kind
erschlug. Nach der That zündete er die
Hütte an, um sein Verbrechen zu verde
(sen. Indessen lenkte sich bald genug der
Verdacht auf ihn und Flannigon wurde
verhaftet.
Joseph Beck, ein in der Nahe von
Cherokee in Kansas wohnender Deutscher,
wurde vor etwa zwei Monaten von seinem
Hunde gebissen. Da das Thier sich nicht
mehr sehen ließ und die Wunde bald ge
hvilftvar,
so schenkte Herr Beck der Sache
keine weitere Beachtung. Vor einigen
Tagen wurde er jedoch plötzlich von
Krämpfen befallen, so daß ärztliche Hülfe
geholt werden mußte. Sein Zustand
war schrecklich und verschlimmerte sich von
Minute zu Minute. Seine Augen roll
ten wild und bekamen eine grünlich schil
lernde Farbe. Als man ihm zur Linde
rung seines Fiebers ein Glas Wasser rei
chen wollte, bekam er einen furchtbaren
Wiithanfall und war nur mit Mühe zu
bändigen. Nach dem ersten Paroxysmus
bat er, daß man ihn festbinde, damit er
Niemand ein Leid anthue. Sein Zu
stand wurde immer schlimmer, bis ihn
kurz nach Mitternacht der Tod von seinen
Leiden erlöste. Da auch vor Kurzem in
jener Nachbarschaft ein zweijähriges Mäd
chen von einem Hunde gebissen wurde
und die Heilung nur langsam fortschrei
tet, so sind die Leute begreiflich in einer
großen Aufregung. Der Mayor hat mit
telst einer Proclamation angeordnet, daß
alle frei umherlaufenden Hunde mit Maul
körben versehen fein sollen, und der Poli
zeichef durchzog mit seinen Leuten die
Straßen der Stadt, um jeden Hund, der
keinen Maulkorb hat, zu todten.
Cin Kernschuß
kann auf Leber- und Gallenleiden mit
Dr. Pierce's "Pleasant Purgative Pel
lets" (angenehmen Abführpillchen) ge
than werden. Sie wirken mild, doch zu
verlässig, und da ist keine üble Nachwir
kung wie bei ben rauhen und drastischen
Abfuhrmitteln. Bei Apothekern.
Eine gerettete Schiffsmann
schaff. Am letzten Montag traf in
Buffalo ganz unerwartet die Mannschaft
des verschollenen Schisses „Hungerford"
ein. Das Schiff war feit dem 25. Nov.
verschollen und man glaubte, daß es mit
Mann und Maus untergegangen sei, bis
am Sonntag von Wiarton in Ontario
gemeldet wurde, daß die Mannschaft dort
angekommen fei. Das Schiff wurde am
25. Nov. von dem fürchterlichen Novem
bersturm überfallen, kämpfte tapser, wur
de am 27. Nov. jedoch gegen die Great
Manitoulin Insel getrieben und zerstört.
Die Mannschaft erreichte auf einem Floß
das Ufer der unbewohnten Insel. Le
bensmittel und andere Sachen hatten sie
mitgenommen. Es war bitter kalt und
die Leute fast zu Tod erschöpft. Sie er
richteten ein Zell und machten Feuer, mit
den Lebensmitteln mußte jedoch sehr spar
sam umgegangen werden. Die Gerette
ten waren der Capitän, vier Seeleute
und die Schiffsköchin. In den ersten
süns Tagen durchsuchten die Leute die
Insel, fanden jedoch Niemand. Dann
zimmerten sie aus den Ueberresten des
Schiffes und seiner Ladung (Bauholz)
eine Art Boot, mit dein zwei nach der
Horse Insel, 8 Meilen entfernt, fuhren.
Der Wind schlug um und sie mußten dort
drei Tage bleiben sie litten furchtbar,
weil sie keine Lebensmittel mitgenommen
hatten. Am 16. Dezember endlich fuh
ren alle von der Manitoulin Insel ab,
um das canadische Ufer zu erreichen. Die
Fahrt war sehr mühsam drei Mann
mußten fortwährend Wasser ausschöpfen.
Alle landeten in Tobermory, wo sie auf's
beste verpflegt wurden. Die nächste
Bahn-
oder Telegraphen-Station war Wiarton,
70 Meilen entfernt. Dieselbe konnte nur
zu Fuß erreicht werden. Die Köchin wur
de deßhalb zurück gelassen. Die Männer
machten sich am 17. Dezember auf den
Weg und erreichten Wiarton am Nachmit
tag des 20. Dezember, von wo sie nach
ihrer Heimat, Buffalo, befördert wurden.
Geo. Andrews, Aufseher in der Lowell
Carpet-Corporation, war mehr als zwanzig
Jahre, ehe er nach Lowell kam, von Flechten
in der schlimmsten Form gequält. Mit ihren
Schwären bedeckten sie wirklich
mehr
als die
Hälfte feines Leibes.und seiner Beine. Durch
Ayer's Sarsavarilla wurde er vollkommen ge
heilt. Si
he das Zeugniß
in
für 1884.
Ayer's Almanach
Wie das Bundes- Zollamt
wird.
Schon vielfach ist darauf ausmerksan
gemacht worden, um wie groß, Summe
das Zollamt dadurch betrogen r»ird, daß
man den Werth importirter Waaren
zu niedrig angibt. Viele ausländische
Firmen haben seit Jahren diese Art duV^"
Schmuggelei in ein festes System ge* •_
bracht, und der Schatzamtsseeretär hat in
seinem letzten Jahresberichte darauf hin
gewiesen, daß die Annahme neuer Gesetze
nothwendig sei, um diesem Unwesen zu
steuern. L. G. Martin, der Chef des
Detectiv-Bureaus des Schatzamtes, hat
dieser Tage dem Secretär einen weiteren
Bericht unterbreitet, bestehend aus Mt
theilungen von Bundeseonsuln über |i
niedrige Werthangaben seitens vieler
brikanten und Exporteure ihrer ConsulaM
distaste. Die Liste ist eine sehr umfang
reiche und erstreckt sich fast auf jedeit
wichtigen Jndustrieort Europa's, der
Waaren sür den amerikanischen Markt
liefert. Zur Kennzeichnung des in fo
großartigem Maße betriebenen Schwin
dels mögen hier auL dem von der N. D.
Staats-,Ztg. veröffentlichten Berichte nur
einige besonders in's Auge fallende Mit
theilungen der Consuln Platz finden.
Der Consul in Horgen, im Canton AK
rich (Schweiz), einem Mittelpunkte der
Seiden-Industrie, theilt mit, daß die
Werthangabe der von dort versandten
Seide häusig zu niedrig sei und sich vom
31. Oktober bei 39 Sendungen auf 35,
871.35 Francs belief. Dreizehn Firmen
waren dabei betheiligt. Der Consul in
Basel meldet llnterroerthung bei acht
Sendungen von Anilinfarben und gibt
an, der Unterschied zwischen der Werthem
gäbe und dem thatsächlichen Werth von
Anilinfarben betrage in manchen Fällen
68 Prozent.
Der Consul in Zürich jtheilt mit, daß
bei 25 Sendungen von «Seide Unterwer
thungen zum Betrag von 400 bis lOOQ
Francs entdeckt worden seien. Von Ba
sei sind 15 Sendungen von Sammt und
Bändern gemacht worden, die 130,000
Francs zu niedrig angegeben waren, und
Aehnliches wird aus Crefeld gemeldet.
Wolle aus Liverpool, welche 6f Pence v
das Pfund werth ist, wird nur zu 5-h, 5f
und 5| Pence angegeben, Stickereien aus
St. Gallen um 8 bis 24 Procent zu nie
drig, Kaschmir-Wolle, von der 10 Cents
das Pfund zu entrichten sind, wird als
gewöhnliche ostindische Wolle importirt
die nur 6 Cents Zoll das Pfund bezahlt,
u. f. w. Der Cnsul in Basel sagt, daß
ungefähr fünf Sechstel der nach Amerika
exportirten Seide an Agenten gesandt
werden, und daß der Werth dieser Sen
düngen fast stets zu niedrig angegeben
*ei, und zwar so, daß die Unterwerthung
son 15 bis zu 40 Procent schwanke und
durchschnittlich etwa 25 Procent betrage.
1
Ter Consul in Chemnitz erstattete in
einem Schreiben vom 12. September
1883 Meldung über falsche Werthanga
ben beim Versandt von Glacehandschuhen
nach Amerika seitens der Firma Ponniaux
u. Co. aus Brüssel. K)er Consul sagt,,,
der Einkäufer
ein&x 'ber
bedeutendsten y
amerikanischen Importfirmen habe ihm
mitgetheilt, dǤ obige Firma sich erboten
habe, ihm Glacehandschuhe zu regulären i
Preisen zu ^verkaufen, auf den Fakturen I
(Rechnungen) jedoch niedrigere Preise an
zugeben. Der Unterschied zwischen dem
richtigen Preis und der Werthangabe
schwankte zwischen 4 und 22 Francs per
Dutzend. Die Firma hatte bis vor zwei
Jahren alle ihre Waaren an E. Oelber
mann u. Co. in New Dork gesandt. Eine
Untersuchung ergab, daß der Werth der
Handschuhe bei der Ankunft in New Nork
stets vom Appraiser oder der Importfirma
selbst erhöht wurde, aber nicht zu dem
thatsächlichen Werth.
Tapeten aus Manchester sind mehrfach
um :U—1:2* Procent zu niedrig angege
ben worden. Bei den Sendungen von
Seeotter-Pelzen und Straußenfedern aus
London wird fast immer bessere Waare
geliefert, als die in den Facturen ver
zeichnete. Mehrere Fabrikanten von
Entdecken von zu niedriger Werthangabe
häufig vorgebeugt und der thatsächlich?-.
Versender bleibt den Beamten unbe
konnt.
Die Zoll Appraiser erklären, daß sie
zwar eifrig bemüht feien, den wirklichen
Werth der Waaren festzustellen, daß aber
die zu niedrige Werthangabe durch die
jetzigen Gesetze nicht wirksam bekämpft
werden könne. In New Aork find im
Jahre 1879 die Werthangaben um S750,s
000, in 1880 um $1,197,000, in 1881
um $925,000, in 1882 um 11,360,000
und in den ersten sieben Monaten d&
laufenden Jahres um $668,000 erhöhst
worden, wodurch eine Mehreinnahme von
Zollgebühren seit 1879 von etwa.?2,."«!), v
000 erzielt worden ist. Im September
v. I. wurden die Werthangaben aus 1224,
im 'November aus 709 und in der ersteh-..
Hälfte des Dezember aus 316 Fakturen,
oder für diesen ganzen Zeitraum auf
mehr als dem vierten Theil der eingegan
genen. erhöht.
Peruna und ManaIin werden
dieser Gegend sehr gerühmt. F.H.B u ß»
nt a n, P.M., Wexford, Pa.
Fünf Frauen und dreiundzwanzig
Kinder
hat der Mhmaschinenfabrikant Isaac
Merritt Singer hinterlassen. Seine Hin-
ehester hinterlegt. Bei dieser Gelegen
heit theilt die „Freie Presse" in Buffalo
Folgendes mit: Singer wurde um 1810
in einem New Notker Städtchen, das dm
Namen Schaghticoke führt, geboren, un*
er ernährte sich arm aber ehrlich als Holz
drechsler. Im Jahre 1820 heirathete
er Frau No. 1, Namens Catharine N.
Haley, die ihm zwei Kinder gebar dabei
waren ihm die anderen schönen Töchter
des Landes nicht gleichgültig und Catha
rine hatte sehr häusig mit ihrem Herrn
in Folge dieser Flatterhaftigkeit ein sehr
ernstes Wörtchen zu sprechen, dabei war
er faul und lüderlich geworden und Ende
der dreißiger Jahre wurde er vagirender
Schauspieler, ließ seine erste Frau im
Stich, heirathete als No. 2 ein achtzehn
jähriges Mädchen, Mary Ann Spousler,
die jetzt mit ihrem Isaac herumzog und
ebenfalls die Bühne unsicher machte. Die
beiden spielten meistens sogenannt.. Tem
perenzstücke und dabei ging es ihnen herz»
lich schlecht Frau No. 2 beschenkte ihren
Gemahl im Laufe der Jahre mit 10 Kin
dern, von denen noch acht am Leben find.
Ende der vierziger Jahre machte er in
Chicago einige Erfindungen an land
wirthschaftlichen Maschinen und erwarb
dabei einiges Geld und .1850 war er mit
seinen Erfindungen seiner berühmten Näh
maschine fertig, die ihn in kurzer Zeit zu
einem Millionär machten.
Er kam dann nach New Aork und lebte
mit Frau No. 2 in großem Stil, wäh
rend Frau No. 1 in Brooklyn wohnte.
Je mehr Geld er verdiente, desto leicht
sinniger wurde Isaac, und es ist schge»
V
Pho-
tographie-Albums in Berlin verloren ihre
amerikanische Kundschaft, weil sie sich wei
gerten, den Werth ihrer Waaren zu
niedrig anzugeben. Selbst auf/UTurfffA
werke erstreckt sich der Schwindel, roemg
stens berichtet der Consul in 'Florenz über,,
einen Fall, wo ein dortiger Künstler er*
sucht wurde, den Werth einer für Ante«
riket bestimmten Statue zu niedrig zu ver-'
anschlagen, wobei ihm, der vermuthlich
von Geschäften wenig verstand, noch aus^"
brücklich auseinandergesetzt wurde, da&cr
trotzdem den vollen Preis erhalten xserde.
Diese Beispiele mögen genüget. Zu
erwähnen ist noch, daß wie der "Chef
des Detectiv -Bureaus des Schatzamts^
mittheilt in Europa fast allgemein der 1
Gebrauch herrscht, die nach den Ver.
Staaten bestimmten Waaren von andere«
Plätzen aus einzuschiffen, als wo sie ge
kauft wurden, und die Fakturen von den
I dortigen Consuln beglaubigen zu lassen,
und zwar als Versender irgend Jemand
vorzuschieben, der mit den Waaren gar
nichts zu thun hat. Hierdurch wird dem

(AuS dem Washington Sentinel vom Samstag.)
von Canton John Koos von Newark Leo
Ebert von Jronton Thomas Malley, Charles
Missar und ks. Einstein von Cleveland I. H.
Mills von Ashtabula W. Z. James
seph Wahle, tz. HuSinan und G. C. Wilson
von Cincinnati.
Handel—I. H. Reagan, Texas.
Flüsse und Häfen A. S. Willis, Ken
tucky.
nien.
Flottenwesen—S. S. Cor, "Jim Dork.
Postwesen- H. D. Mora Mississippi.
Oessentliche Ländereien ^T. R. Cobb, In
diana.
Jndianer-Angelegenheiten O. Wellborn,
Texas.
Florida.
Fabriken—I. H. Bagley, 9tew I)ork.
Minenwesen—R. Warner, Tennessee.
Oessentliche Gebäude—M. Stockslager, In
diana.
Pacific
vada.
Mississippi- Verbesserungen—I. F. King,
Louisiana.
Pensionen—G. W. Hewitt, Alabama.
Ansprüche —B. McMillan, Tennessee.
Kriegsansprüche—G W. Geddes, Ohio.
Privat-^and-Ansprüche— H. L. Muldrew,
Mississippi,
Columbia Distrikt—I. S. Barbour.
Revision der Gesetze—W. C. Dates, Ala
bama.
A u s a e n S a a s- e a e e n
Hardeman, Georgia. Schatz-Departement,
kl. H. Davis, Missouri.—Kriegs-Departement,
P. B. Thompson, Kentucki).—Flotten-Depar
tement, L. Morse, Massachusetts.—Post-De
partement, C. H. Morgan, Missouri.—Depar
tement des Innern, C. Doung, Tennessee.—
Justiz-Departement, W. M. Springer, Jlli
nois.—Oessentliche Gebäude, Perry Belmont,
New 5) ort
Singleton, Mississippi.
JnTopeka, Kansas, ward der fana
tische Prohibitionist Bradford Miller zum
Mayor gewählt.
•—».«•« w-... -v.-
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