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Der westbote. [volume] (Columbus, Ohio) 1872-1918, January 17, 1884, Image 2

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gasttin^
e e e n z a e
fyrt^ stchGsuverneur Hoadly in sei
ner «uMMrede in klarer und besriedi
«ender Weise aus. Er will die Steuer
unter dem Scottgesetze in gerechter Weise
... .... Mânnells
gestrichen
'achtet dies unter den
als die gerechteste und an
nehmbarste Maßregel, bis durch die An
wpi eines Constitutions-Amendements
ein VVMânftiges Lizenssystem eingeführt
werdm kann. Damit kann sich jeder bil
ligdenkende Mann zufrieden geben und
namyMtch wird diese Ansicht in den klei
wer#l ©titbtat große Befriedigung her
vorrufvi, die durch die McConnellsoiller
Ordman^ fortwährend mit vollständiger
Prohibition bedroht sind.
unter »em L?cottgesetze in gen
abgestuft und die berüchtigte 3
O è i n a n z n z i a u s
haben und er betrachtet dies
Gestern (Dienstag) Nachmittag
wurde in beiden Häusern der Gesetzge
bung die Wahl emes Bundessenators
vorgenommen. Payne erhielt im Se
nate 22, im Hause 54 Stimmen. Chas.
Foster erhielt im Hause zwei Stim
men 39 Republikaner im Hause und 8
im Senate stimmten weiße Zettel ohne
Namen (blank
Am Montag fand der feierliche
Auszug der republikanischen Staatsbb
(unten aus dem Staatshause statt. Es
bleibt bloS noch ein einziger, als Mitglied
der Behörde der öffentlichen Werke, darin.
Am Samstag vorher hatte sich die ganze
GeMschast nach der Office des Gouver
neues verfüg: und dort unter verschiede
nen ^SpeHes" und Handschütteln ge
genseitig feierlichen Abschied genommen.
Die Scene muß wohl sehr rührend ge
wesen sein, ob aber Thränen dabei sto
ßen, das wird nicht gemeldet. Einer
nicht verbürgten Nachricht zufolge soll je
doch Einer die bekannte Strophe aus dem
Gchwalbenliede:
.n- „Was auf Erden muß vergeh», y
*_ Gibt es wohl ein Wiederseyn?"
mit tiefem Gefühl, aber so falscher Stim
me gesungen haben, daß Franz Abt,
wenn er dabei gewesen wäre, sicherlich
aus der Haut gefahren sein würde. Für
einige Unterbeamten, die schon seit 20
Jahren im Staatshause weiche Plätze
inne hatten, muß der Abschied sehr schwer
gewesen sein. Uebrigens wünschen wir
den scheidenden Herren zu ihrer Rückkehr
in's Privatleben alles mögliche Glück.
Sis müssen sich mit dem Gedanken trö
sten, daß unter dem ewig wechselnden
Mond einmal nichts beständig ist. Für
die Demokraten ist es seit 28 Jahren das
erstemal, daß sie einmal wieder im Besitze
aller Staatsämter sind. In 1851 wähl
ten sie zum letzten Male den Staatsau
ditor, W. D. Morgan, der vier Jahre
diente. Seit jener Zeit ist dies Amt un
unterbrochen im Besitze der Republikaner
gewesen. Ein Deutscher, Emil Kiesewet
ter, hat die Ehre, der erste Demokrat-zu
sein, der nach so langer Frist gewählt
worden ist. Herr Hoadly ist, seit der
Aufnahme Ohio's als Staat, sein 33ster
Gouverneur. 29 wurden regelmäßig ge
wählt und zwei Sprecher des Senats und
zwei Vice Gouverneure gelangten in
Folge
von Todesfällen und Resignation auf
den Gouverneursstuhl. Mögen die De
rnokraten durch weise Benutzung ihres Er
folges sich desselben würdig zeigen.
Soll sich die Demokratie in Ohio
bHaupten, dann muß den McLeans und
Consorten, die sich als „Boße" auswerfen
möchten, bei Zeiten begreiflich gemacht
werden, daß die grundfatzlreuen Demo
traten, die das Salz der Partei bilden,
sich weder eine Boßherrschaft, noch eine
Maschinen-Politik gefallen lassen werden.
Ehrgeizigen Demagogen, die gern „Boß"
spielen und durch die Maschine regieren
möchten, sollte in der deutlichsten Weise
bemerklich gemacht werden, daß für sie in
der demokratischen Partei kein Platz ist
und daß sie sich, je schneller desto besser,
in das republikanische Lager hinüberschla
gen sollten, wo sie eine viel bessere Gele
eit für die Verwerthung ihrer „Ta
finden können. Es heißt in ihren
Organen, daß jetzt das „jüngere und
fortschrittliche Element" an die
Spitze der Partei gebracht worden und
daß das die „neue Demokratie" ist.
Wir bedanken uns vor solchem „Fort
schritt" und solcher „neuen Demokratie"
und werden bei der alten bleiben. Die
Lenker dieser „neuen fortschrittlichen De
mokratie" trösten sich zwar damit, daß
die alten „Mossbacks" wohl „murren,
schmollen und fluchen," aber, „wenn der
Wahltag kommt," doch das Ticket stim
men werden, aber sie werden sich am Ende
in dieser Annahme ganz gewaltig irren.
Wenn die „neue" Demokratie darauf aus
geht, den ausgetretenen Fußtapfen der
republikanischen Boße und Maschinen
Politiker zu folgen und ihre corrupten
Umtriebe nachzuahmen, dann werden die
alten grundsatztreuen „Mossbacks einfach
nicht mitspielen, aber desto kräftiger ge
en solche corrupts „Fortschritte" prote
tiren. Soweit sind wir indessen noch
lange nicht, und die alten Demokraten,
die in den dunkelsten Tagen der Partei
das alte Banner mit unwandelbarer
Treue muthig durch Sturm und Wetter
getragen und die Organisation beharrlich
behauptet haben, sind nicht gesonnen, es
so weit kommen zu lassen.
Mit Begnadigungen von'Zucht
haussträflingen ist Gouv. Foster noch in
den letzten Tagen seines Amtstermins
ganz außerordentlich freigebig gewesen.
Unter den Begnadigten befindet sich auch
der Mörder A. Egner von Cincinnati,
der auf Lebenszeit verurtheilt wurde und
seit 1876 saß. Darüber hat das „Ein
cmnati Volksblatt" Folgendes zu sagen:
„Mit der Freilassung des Egner hat
Gouverneur Foster noch in den letzten
Stunden
seiner Amtsführung eines un-
verantwortlichen Mißbrauchs des Begna
digungsrechtes sich schuldig gemacht. Das
von Egner in Gemeinschaft mit seinem
Spießgesellen Rufer verübte Verbrechen
war eine der brutalsten und grauenhafte
sten Mordthaten, welche die Kriminal
Chronik aufzuweisen hat. Ist Herr Fo
stet wirklich der Ansicht, daß mit neun
jähriger Gefangenschaft ein Verbrechen,
wie dieses, genügend bestraft ist? Und
ist ihm wirklich nie der Gedanke gekom
men, daß gerade zur jetzigen Zeit, wo in
Folge der Unzuverlässigkeit unseres Ge
richtsversahrens das Verbrechen des Mar
des hier eine so erschreckende Häufigkeit
erreicht hat, daß gerade jetzt jede Er
muthigung des Verbrecher-Elements durch
unangebrachte Milde mit um so größerer
Sorgfalt vermieden werden mutz, wenn
die entsetzliche Mord-Epidemie nicht noch
mehr überhand nehmen soll?"
Wir lassen hier die correkte Liste
der Ernennungen folgen, die von Gou
verneur Hoadly gemacht worden sind:
General-Quartiermeister,
^Genc^ol-Wundarzt,
Ca™ffei%et
^dUanten, mit dem Rang als Oberst:
-»ohn £. James von Champaign, C. A. Lay
ton von Auglaize. J.M.Armstrong von Knox.
W Watsor von Columbiana, R.F.Spang
ler von Muskingum, I. W. Harper von Ha
«ilton. S. W. Courtright von Pickaway, L.
v
i? V
s $
We InN«g«rattsn.
Die Inauguration des neuen Gou
vernems Hoadly fand am Montag Nach
mittag in einfacher Weise, ohne allen
militärischen Prunk, statt. Trotzdem
und obwohl die Eisenbahnen die Fahr
preise nicht ermäßigt hatten, war eine recht
schöne Anzahl Fremder aus verschiedenen
Theilen des Staates hier. Von Gmein
nati kamen der Duckworth Club, 136
Köpfe stark, mit der Musikbande des Er
sten Regiments, und der deutsche Jeffer
son Club, 183 Mann stark, mit Acker
mann's Musikbande, und der Jackson
Club von Dayton. Schon um 2 Uhr
waren die Stufen des Staatshauses mit
Tausenden von Menschen besetzt. Um
H3 Uhr rückte die Prozession mit klingen
dem Spiel mit den verschiedenen Clubs
in die Pforten des Staatshauses Gou
verneur Hoadly und Ex-Gouverneur Fo
ster, Staatsbeamte, Würdenträger, Ge
setzgebungs-Comites, ^tadtbeamte ic. in
Kutschen. Im Nu war die Rotunda des
Staatshauses, in welcher zu diesem
Zwecke eine mit Fahnen geschmückte Platt
form aufgeschlagen worden war, mit
Menschen beiderlei Geschlechts derartig
gefüllt, daß kein Apfel zur Erde fallen
konnte. Kurz nach 3 Uhr begannen die
öffentlichen Festlichkeiten mit einem ziem
lich langen Gebet des Pastors Gladden,
worauf Ex-Gouverneur Foster vortrat
und mit ein paar recht freundlichen Wor
ten den neuen Gouverneur vorstellte, wo
raus dieser seine Antrittsrede hielt, die
wir unten folgen lassen. Nach der Rede
wurde dem neuen Gouverneur durch
Oberrichter Johnson der Amtseid abge
nommen.
Vice-Gouverneur Warwick leistete den
Amtseid und die neuen Staatsbeamten
wurden in ihren verschiedenen Amtsstu
ben beeidigt.
Antrittsrede des Gouv.-Hoadly.
Meine Herrn vom Senat mit bom Septa*
sentantenhimS:
Den: Gesetze gemäß bin ich hier, um meinen
Eid abzulegen und die Pflichten des Gouver
neurs-Amtes zu übernehmen.
Die Wahlen von 1882 und 1883 haben durch
die daraus erfolgten Amtswechsel in dem Cha
rakter der politischen Controlle in allen Zwei
gen der Staatsregierung eine vollständige Um
wälzung bewirkt. Die jetzt zur Macht gelang
ende Partei hat indessen beim Antritt der Aem
ter nicht blos den damit verbundenen Vortheil
im Auge in diesem Falle bedingt die Macht
auch eine Verantwortlichkeit, mit dem Risiko
der Verdammung, wenn sie in der Verwaltung
der Staatsregierung ihrer Vorgängerin nach
stehen sollte. Politische Irrthümer werden
heutzutage nicht mehr so leicht verziehen. Eine
große'und stets zunehmende Anzahl von Bür
gern stimmen jetzt unabhängig von Parteifes
sein und bilden ein Tribunal, das ohne Unter
laß und mit unerbittlicher Strenge über die
Handlungen öffentlicher Beamten zu Gericht
sitzt. Wenn die Beamten und die Gesetzgebung
die Staatsangelegenheiten mit Weisheit ver
walten, so wird ihnen ihr Lohn in Gestalt fort
gesetzten Vertrauens der Bürgerschaft zu Theil.
Aber das Vertrauen läßt sich langsam gewin
nett und ist schnell verloren durch unroeife An
stellungen und übereilte oder unkluge Gesetz
gebung. Es gibt nur ein zuverlaßiges Mittel
zu sicherem Parteierfolg, nemlich unbedingte
Hingabe an die Interessen des Staates, voll
kommener Einklang zwischen dem Wirken der
Partei und dem öffentlichen Wohl. Wenn im
Itter dem vermeintlichen Parteivorthcil das
Wohl des Staates untergeordnet wird, so wird
dte Strafe, im Verlust des öffentlichen Ver
trauen» und in der Niederlage am Stimmka
sten, sicher folgen. Die Ernennung von Man
nern von zweifelhafter Fähigkeit zu öffentlichen
MteUungen, die Entziehung der Organisation
mtd Verwaltung von Municipalitäten der Con
trolle des Volkes, um Parteizwecken zu dienen,
die Mißachtung der Thatsache, daß die Wohl
thätigkeits-Änstalten des Staates dem Wohl
der Unglücklichen geweihte Einrichtungen, und
nicht Mittelpunkte politischer Umtriebe sind,
die parteiische und ungleiche Einteilung des
Staates, find sämmtlich Büttel, um das öffent
liehe Vertrauen rafch zu verlieren und eine sieg
reiche Partei bei der ersten Wahl wieder in dte
Minderheit zu versetzen. Daß diese und ähn
liehe Kalamitäten der Staats- Verwaltung
Ohio's erspart werden mögen, daß ihre Be
mühungen, dem Staat weise und wohl zu die
ttett, mit Erfolg gekrönt werden mögen, daß
die Steuerlast nicht erhöht werden möge, daß
in der öffentlichen Administration Sparsam
keit herrschen, daß die persönliche Freiheit ge
sichert sein, daß die Regierung, wenn über
Haupt, sich am meisten urch ihre W»hlthaten
und am wenigsten durch ihre Einschränk
ungen gefühlt machen möge, daß die weisen
Machibesch^änkungen der Constitution, welche
seit 1851 wesentlich zum Erfolg der Regierung
beigetragen haben, strenge befolgt werden mö
gen find Hoffnungen, mit denen ich diesen
Eid ablege. Von ihrer Erfüllung wird der
Erfolg der Staatsregierung in den nächsten
zwei Jahren abhängen, sowie das Endurtheil
des Volkes über die gegenwärtige Gesetzgebung
und Staatsbeamten.
Es find Reformen vorgeschlagen, deren Aus
führung, wenn auch noch so wünschenswerth,
doch nicht immer leicht ist. Die Abschaffung
des Contrakt-Arbeitsfystems im Staatszucht
Haus, welche in den Plattformen beider politi
schen Parteien versprochen ist, ohne das Risiko
nachteiliger Müßigkeit der Sträflinge ober
erhöhter Steuerlast, ist eine Aufgabe, welche
die größte Weisheit im Entwurf und Ehren
haftigkeit in der Ausführung erheischt. Die
Schwierigkeiten sind so groß, daß die äußerste
Vorsicht geboten ist, um den Fehlschlag zu ver
meiden, welcher übereilter und unüberlegter
Handlung stets auf dem Fuße folgt.
In Folge der raschen Zunahme der Ehe
scheidungen verlangen viele unserer besten
Bürger eine Revision der bezüglichen Gesetze,
so daß die Auflösung der Ehe, die Trennung
der Eltern und die Vernachlässigung der Kinder
durch Gesetz entmuthigt werden möge.
Wahnsinn wird häufig als Schutz gegen Be
strafung wegen Verbrechen geheuchelt. Dies
könnte vereitelt werden, wenn eine Freifprech
ung aus diesem Grunde sp zisicirt werden
müßte, und die Unterbringung in einer der
Irren-Anstalten des Staates auf eine dem
Grade des Verbrechens entsprechende Zeit zur
Folge hätte. Wenn dann der Irrsinn sich als
thatsächlich herausstellte, fo könnte dann der
Gefangene, im Falle seiner späteren Genesung,
entlassen werden. Im anderen Falle aber
könnte der Gefangene nuch dem Zuchthause
transportirt werden.
Ich stimme mit Gouverneur Foster in der
Empfehlung eines Beiraths zur Begnadigung
von Sträflingen übereilt. Es ist zu bedauern,
daß die letzte Gesetzgebung sich über die Ein
zelheiten bezüglich der Einführung einer sol
chen Maßregel nicht einigen konnte.
Das unter dem Namen Russell Bill bekannte
Gesetz von 1883 ist als verfassungswidrig vor
den Gerichten angegriffen worden, weil die
Unantaftbarkeit von Privateigenthum dadurch
verletzt wird, indem Eigenthum, dessen Ge
brauch man nicht verbieten kann, in der Ge
statt von Licens-Gebühren doppelt besteuert
wird. Während dieser Untersuchung und ohne
Rücksicht' auf ihre Resultate, ist es mindestens
wünschenswerth, denjenigen Theil dieses Ge
setzes zu amendiren, welcher fpiritualistischen
Medien eine Steens auflegt, damit es nicht
scheine, als ob ein Eingriff gemacht werde in
die aufrichtigen religiösen Ansichten, sei es auch
einer noch fo kleinen Minderheit.
Durch Verfasiungs-Amendement sind um
fassende Aenderungen im Justizwesen des Staa
tes autorifirt worden. Mit Hülfe der Advo
katen, von welchen diese Maßregel ausging
und deren allgemeine Zustimmung ihr das
öffentliche Vertrauen sicherte, kann dieselbe
leicht zur Aussuhrung gebracht werden durch
die erforderlichen Gesetzerlasse, zum Besten der
Kläger durch die Vermeidung von Verzoger
ungen in der Justizmlege, und die Ausgaben
können möglicherweise vermindert werden
durch Verminderung der Zahl der Common
Pleas Richter.
Ich empfehle Ihrer ernstlichen Beachtung
folgende Stelle aus der Botschaft, welche Gou
verneur Allen am 1. Dezember 1874 an die
Gesetzgebung richtete:
„Es ist eine Ihrer ernsten Erwägung wür
dige Frage, ob die Besoldung unserer County
beamten nicht außer Verhältniß steht zu den
Salären öffentlicher Beamten und von Perfo
nen im Privatleben. Oers entliche Beamten
sollten entsprechend besoldet werden aber die
Saläre und Gebühren sollten nicht so hoch
sein, daß sie die Erlangung von Aemtern zu
einem Berufe machen und Kandidaten und Ap
plikanten befähigen, den Weg zu öffentlichen
Aemtern zu erkaufen."
Hierbei kann ich erwähnen, daß die im Jahr
1870 passirte Hamilton County Fee Bill seit 13
Jahren erfolgreich durchgeführt wird, und daß
das Princip derselben in anderen, besonders den
volkreicheren und vermöglicheren Counties,mit
gleichem Vortheil füv das Volk und mit ent
sprechenden, doch nicht zu großen Besoldungen
für die Beamten in Anwendung gebracht wer
iwi könnte.
Es ist zu bedauern, daß in 1879 das Inte
resse des Volkes nicht lebhast genug war, um.
die Annahme der Constitutions-Verbesserung,
wonach die Staatswahl, wenigstens in Jahren
der Präsidentenwahl, im November gehalten
werden sollte, zu sichern. Ohio ist jetzt der
einzige „Oktober Staat", und wird sich dies
Jahr wieder der damit verbundenen Extra
Auslage, Unbequemlichkeit, und möglicher
weiseCorruption und Erniedrigung desStirnm
rechts ausgesetzt sehen. Dies ist in keinem Sin
ne eine Parteifrage und die Mehrheit der über
die Frage abgegebenen Stimmen war zu Gun
sten der Veränderung. Die Maßregel schei
texte an der Gleichgültigkeit der Stimmgeoer,
welche die Borlage nicht verstanden oder nicht
Interesse genug an der Sache nahmen, um
ihre Stimme über den Vorschlag abzugeben.
Eine nochmalige Unterbreitung, dürfte dte Zu
stimmung des Volkes erhatten, und wenn auch
nicht mehr für die bevorstehende, doch für die
Präsidentenwahl in 1888 Abhülfe verschaffen.
Der Vorschlag zur Veränderung der Consti
tutton im Interesse des Verbots der Fabrtka
tion und des Verkaufs berauschender Getränke
als Genußmittel, wurde bei der letzten Oktober
wähl geschlagen. Aber die Supreme Court
hat erklärt, daß solches Verbot unter der jetzi
gen Constitution zuläßig ist und die Znläßig
keit des Verbots durch Municipal-Verfügung
auf Grund der von der Gesetzgebung zugestan
denen Machtbefuaniß ist mehr als einmal in
der Geschichte Ohtos anerkannt worden. Die
aus dem übermäßigen Genuß von geistigen
Getränken entspringenden Uebel sind vielfacher
Art und in jedem Theile des Staates fühlbar.
Viele Pläne sind vorgeschlagen worden und
viele gute Männer bestreben sich, zur Ausrot
tung dieser Uebel beizutragen. Die Agitation
im Interesse der Prohibition wird fortgesetzt
werden, bettn so unrichtig sie auch sein mag,
ist sie doch ein aufrichtiger Kampf gegen ein
wirkliches Uebel, gegen welches, nach ber An
sicht Vieler, Prohibition bas geeignete, wenn
nicht das einzige Mittel ist. Aber wir können
unsere Augen nicht der Thatsache verschließen,
baß die Prohibition überall, wo sie versucht
wurde, mißlungen ist, daß das Verbot des
Verkaufs thatsächlich mit Freihandel gleichbe
deutend ist, und baß, wenn auch bas Verbot
der Fabrikation ausführbar ist, ber Göns
um
dadurch nicht berührt, sondern mir der Händ
ler genöthigt wird, Waaren zu verkaufen, die
außerhalb des Staates gemacht werden. Im
Staate Maine hat die Zahl der unter Bundes
gesetzen licensirten Händler in den letzten drei
Jahren um 40 Prozent zugenommen, und
die Wirkung des strengen Verbots-Gesetzes sich
nur in der Zunahme des heimlichen und nicht
controllirbaren Trinkens fühlbat gemacht.
Nach meiner Ansicht ist keine Reform wün
schenëwerther, als eine, welche den conferva
tiven Männern aller Parteien eine gemein
schaftliche Stellung zugleich gegen Prohibition
und gegen den freien Handel mit Getränken
darbietet und hinlänglich gesetzliche Beschrän
kung, nicht gegen mäßiges, sonbern gegen un
mäßiges Trinken gewährt und nicht ungebühr
lich die Rechte der persönlichen Freiheit und
die Pflichten der Selbstcontrolle beeinträchtigt.
Vielleicht kann keine Maßregel entworfen wer
den, die vollkommen dieses Resultat herbei-
i
ührt. Am nächsten komipt nach meiner 5'n
icht ein Licensgesetz mit abgestufter Be
teuerung. Durch die Abstufung der Steuer
oder Licens wird Gerechtigkeit gegen den
Sättbler geübt, dessen Lasten dem legalen
Schutz angepaßt sind, den er genießt, sowie
seiner Gelegenheit Unheil anzurichten. Durch
Prüfung vor ber Ertheilung ber Licens und
ihrer Erneuerung mag die Macht ertheilt wer
dsn, Männer von anerkannt schlechtem Cha
rakter aus dem Handel zu treiben, so wie Jene,
die denselben ungesetzlich geführt haben, und
dieses Privilegium auf gesetzliebende Bürger
zu beschränken, welche ordentliche Häuser hal
ten.
Ohne ein Amendement zur Constitution
können aber die vollen Wohlthaten eines Li
cens-Systems nicht erlangt werden. Solche
Amendements wurden in 1851 und 1874 durch
kleine Mehrheiten verworfen. Ein anderes
Resultat möchte vielleicht erfolgen, wenn die
gegenwärtige Gesetzgebung den Wählern ein
solches Amendement für 1885 vorlegte. Wir
haben es übrigens mit der Constitution zu
lyun wie sie ist, mit dem Vortheils jedoch,
durch die Supreme Court zu wissen, daß das
sogenannte Scottgesetz dem Licensverbote der
Constitution nicht widerstreitet. Obgleich dies
Gesetz kein eigentliches Licens-System darstellt,
so bietet es doch einige Vortheile eines Licens
gesetzes bar. Während es nicht in direkten
Ausdrücken den Händler für das Jahr be
schützt, für welches er die Steuer zu zahlen
hat, sichert es ihm indirekt feinen Schutz durch
bie Erlaubniß, den Handel ungestört fortzu
fetzen, sowie durch die Beisteuer, die es ihm
zur Verminderung der allgemeinen Steuern
auflegt und durch das allgemeine Interesse,
das auf diese Weise gegen die Prohibition oder
die Zerstörung des Handels hervorgerufen
wird. Eine Gemeinschaft, zu deren Ausgaben
biefer Handel so bedeutend beiträgt und deren
Taxen er erleichtert, wird schon aus ökonomi
schen Gründen seiner Fortsetzung nicht feind
lich gegenübertreten. Ich glaube nicht, daß
dies Gesetz widerrufen werden sollte, aber daß
die Abstufung seiner Steuern und die Aufhe
bung der Macht der Municipal-Prohibition
(McConnellsoiller Drdinanz) dasselbe zu ei
nem fo gerechten und wirksamen Licensgesetz
machen würde, wie dies unter dem Licensver
bote der Constitution möglich ist, und ohne
das Gewicht ber Argumente zu entfernen, auf
welche hin die Mehrheit ber Supreme Court
seine Constitutionalist begrünbet.
Neunzehn Jahre sinb feit dem Bürgerkriege
vergangen, die furchtbaren Verheerungen des
selben sind fast gänzlich verwischt und die feind
seligen Gefühle versöhnt. Selbst die Kriegs
schuld wird wahrscheinlich noch in dieser Gene
ration abbezahlt und dnr.cit die Last der Bun
besteuern so erleichtert werden, daß sich Gele
genheit zur Handelsfreiheit darbietet, eine Ge
legenheit, wie sie das Land seit der Atmtini
stratum von Andreas Jackson nicht gehabt hat.
Im nächsten Satze spricht sich (Soiro. Hoadly
ziemlich ausführlich über die Stellung der Far
btgett aus. Vorurtheile, die im Norden sowohl
wie im Süden, gegen die farbige Raffe be
stehen, mögen vielleicht später eine Verände
rung unserer Kriminalgesetze nöthig machen.
Der neuliche Widerruf des 'Civilrechtsgesetzes
durch das Oberbundesgericht, erlaubt kein Un
recht und keine Bedrückung, sondern überträgt
die Abhülfe einfach den Staatsgefetzgebungen u.
Gerichten. In Ohio haben seit der Annahme
des 14. Amendements Weiße und Schwarze so
friedlich neben einander gewohnt, daß nur
wenige Anklagen unter dem Civilrechtsgesetze
erhoben wurden, so daß einstweilen noch kein
Staats-Civilrechtsgesetz nöthig zu lein scheint.
Silber jeder gerechte Mann, der auf feine eige
nen Rechte eifersüchtig ist, sollte sein Herz öff
ttett um zu fühlen, fem Ohr zu hören und fein
Auge zu sehen, um die Verletzung der Rechte
Anderer wahrzunehmen, besonders die Rechte
jener Rasse, welche so lange in den Ketten der
Sclaverei schmachtete und ihrer gesetzlichen Per
Göttlichkeit beraubt war. Es ist daher an Ih
nen, zu berathen, ob Gefahr in dieser Richtung
für irgend einen Bürger oder Bewohner Ohio's
vorhanden ist, und wenn dies der Fall sein
jollte, durch geeignete Gesetze für prompte und
schwere Bestrafung zu sorgen, ohne indessen
einen Unterschied zwischen Äeißen und Schwur
zen zu machen, sondern beiden Abhülfe gegen
dasselbe Unrecht zu gewähren.
Der Zustand des Staates ist bereits durch
meinen geehrten Vorgänger in feiner Botschaft
so ausführlich besprochen worden, daß für
mich nichts zu sagen übrig bleibt. Ich erflehe
die Hülfe aller guten Bürger ohne rteiun
terfchied, für die Gesetzgebung und die Staats
beamten. Wir sind dazu berechtigt, denn die
Sta tsregierung, utë die Dienerin des Volkes,
hat stets gerechten Anspruch uuf die Direktion
ihres Meisters. Ohne solche Hülfe mögen wir
uns leicht verirren. Mit ihr werden wir in
untern Arbeiten gestärkt und in der Hoffnung
bekräftigt werden, daß Ohio während unseres
kurzen Termins von der Heimsuchung unwetjer
Gesetzgebung und untüchtiger Verwaltung be
wahrt werden wird.
Viele demokratische Gesetzgebungs
mitglieder aus dem Norden des Staates
stimmten natürlich aus Local Patriotis
mus für Hrn. Payne.
John McLeai. hat Payne auf fein
Schild gehoben, um Pendleton aus dem
Felde zu schlagen, aber Payne ist, wie wir
ihn bisher gekannt haben, durchaus nicht
der Mann, der sich von John McLean als
Werkzeug gebrauchen lassen wird.
Die Demokraten sind mit ihrer Kau
kus-Ernennung für Bundesfenator-Can
didat auffallend rasch fertig geworden.
Nicht so die Republikaner. Obwohl sie
keinen Senator erwählen können, so ha
ben sie sich in ihrem Kaukus doch nicht
über die „große" Frage einigen können,
auf Wen die leere Ehre der Ernennung
fallen soll. Gouverneur Foster glaubte
das erste Anrecht auf diese Ehre zu haben
aber es machen so viele „große Männer"
Anspruch darauf, daß sich die 56 republi
kanischen Mitglieder der Gesetzgebung auf
Keinen einigen konnten und nach vielem
Herun?streiten um den abgenagten Kno
chen den Beschluß fassen mußten, daß
Jeder bei der offenen Wahl Blanko
oder nach Belieben stimmen möge.
Das „Journal" ist sehr entrüstet über
dies Gebühren und bezeichnet es als
„kindisch, lächerlich, abgeschmackt und
ungereimt." Besitze die republikanische
Partei keinen Mann, der dieser lee
ren Ehre würdig sei, dann sei das ein
sehr trauriges Zeichen der Zeit und die
Stunde der Auflösung vor der Thür.
Werden die Führer der Partei nicht aner
kannt und Diejenigen, welche die Hitze
und die Last des Kampfes trugen, in die
fer Weise vergessen, dann werden sie sich
künftig in ihre Zelte zurückziehen. Der
Kampf von 1884 sei kein Kinderspiel und
es dürfen keine Dummheiten begangen
werden." So lamentirt das „Journal."
Sicherlich stellen sich die republikanischen
Mitglieder der Gesetzgebung durch ihren
Beschluß auf sehr schwache Füße und zei
gen der Welt ein recht deutliches Bild der
Zersplitterung, die in ihren Reihen vor
herrscht.
Ich brauche noch Peru na und
Manalin beide sind unschätzbar. I.
M. Walker, LanaS, MiG
Wie sie stimmten. Die Ernenn
ung eines Candivaten sür Bundessenator
wurde im demokratischen Kaukus nicht
durch Lautstimmen, sondern durch Stimm
zettel vorgenommen. Es ist daher sehr
schwierig zu sagen, wie Einzelne stimm
ten, die nicht offen mit der Farbe heraus
kamen. Die folgende Liste ist vielleicht
die richtigste, die bis jetzt veröffentlicht
worden ist, doch mag sie immerhin noch ei
nige Unrichtigkeiten enthalten. Ist dies
der Fall, so können ja die Herren, die in
die falsche Reihe gestellt worden sind, die
nöthige Berichtigung machen. Einzelne
traten entschieden gegen die geheime Zet
telÄbstimmung aus und stimmten ganz
offen, unter diesen war auch Freund
Jäger vom Senat, der sich ursprünglich
für Payne erklärt hatte:
Für Geddes: Johnson von Williams.
Für Booth: Myers von Franklin.
Von den Repräsentanten von Franklin
County stimmte Myers für Booth von
hier und Ioung für Ward Hr. Löwen
stein's Name erscheint in allen bis jetzt
publizirten Listen in der Payne Colonne,
er beansprucht indessen für Ward gestimmt
zu haben. Unser wackerer, offener und
entschiedener Senator Van Cleaf stimmte
gegen die geheime Zettelabstimmung und
offen für Ward.
Der alte ehrliche Gen. Ward hat
es im demokratischen Kaukus auf 17 Stim
men gebracht zwei mehr 'als Pendleton
erhielt. Wäre bei der ersten Abstimm
ung keine Entscheidung erfolgt, so hätte
der General als Senatorial-Candidat die
besten Aussichten gehabt. Was immer
die Gründe sein mögen, so scheint Pendle
ton doch viel von seiner früheren Papula
rität verloren, zu haben, und jedenfalls
standen, wie es sich jetzt zeigt, Ward's
Actien besser als die seinigen. Aber der
alte ehrliche Ward kommt immer zu spät,
wenn's art's Austheilen geht. Und doch
ist der Mann stets ein grundsatztreuer
Demokrat gewesen und hat für die Par
tei, in guten und in bösen Tagen, mit
unablässigem Eifer gearbeitet und ist da
bei arm geblieben. Er muß sich halt
mit dem Sprüchworte trösten, daß gerade
ver Gaul, der den Hafer verdient, den
selben gar oft nicht bekommt. Vielleicht
kommt aber doch noch die Zeit, wo die
großen Verdienste des alten wackern Hau
degens endlich einmal in gebührender
Weise anerkannt werden und das wollen
wir aufrichtig hoffen.
H^rr Emil Kiesewetter hat ant
Mittwoch sein Amt als County-Auditor
niedergelegt, um sein Amt als Staats
Auditor anzutreten, wozu er letzten Herbst
von dem Volke Ohio's mit so entschiede
ner Mehrheit gewählt wurde. Aus dem
County-Auditorsamt geht Herr Kiesewet
ter mit allen Ehren, er hat seine Atnts
pflichten treu und prompt erfüllt und wir
bestätigen blos das allgemeine Urtheil,
wenn wir sagen, daß Franklin County
noch keinen tüchtigeren Auditor gehabt
hat, als Emil Kiesewetter. Wir dürfen
uns daher wohl überzeugt halten, daß er
auch als Staats-Auditor dem Amte, der
Partei, die ihn wählte, und sich selbst
Ehre machen wird.
Für die Vakanz, bis zum 10. Novem
ber 1884, die durch E. Kiesewetter's Re
signation entstand, ist Hr. FrankRein
hard, der bisherige DeputyÄuditor,
von den Commissären als wirklicher
County-Auditor ernannt worden und hat
sofort feinen Bond im Betrage von $20,
000 gestellt. Er ist vollkommen in den
Geschäften des Amtes eingeweiht.
Die in unserm Congrcß eingereichte
Bill, welche die Einfuhr gesundheitsschäd
licher Waaren aus allen Ländern verbie
ten soll, welche die Einfuhr des ameri
kanifchen Schweinefleisches verboten ha
ben, hat in Deutschland die größte
Bestürzung unter allen Geschäftsleuten
hervorgerufen, deren Existenz fast aus
schließlich von der Ausfuhr nach Amerika
abhängt. Sie fürchten, daß nicht blos
die Einfuhr von deutschen Weinen und
Spirituosen, sondern auch von Woll
waaren verboten werden wird, in denen
die Trichine des armen Mannes sitzt.
In Cleveland wurden bei dem Em
psange der Nachricht von der Erwählung
des Herrn Payne als Bundessenator
einhundert Kanonenschüsse abgefeuert.
Was denken sich verschiedene deut
sche Blätter eigentlich dabei, wenn sie
den verflossenen Gouverneur Foster con
sequent Calicot Charlie nennen? Wie
hecht, Calicot?
Die Erwâhlung Payne's statt
Pendleton's oder noch lieber Thurman's
zum Senator von Ohio ist sicherlich zu
bedauern. Aber die Republikaner, die
erst vor Kurzem einen Mann wie Sen.
Sabine von Minnesota, der gar nichts
als sein Geld zu seiner Empfehlung hat
und Payne an Wissen und Talent nicht
das Wasser reichen kann, an die Spitze
ihrer nationalen Organisation gestellt ha
ben, haben nicht das Recht, darüber die
Mäuler so weit aufzureißen.
(Anz. d. Westens.)
Der auf den Sonntags-Ver
kauf bezügliche Abschnitt in Löwenstein's
Liquorbill lautet wörtlich folgendem«
ßen:
Abschnitt 14.—Der Verkauf von berauschen
den Getränken, gleichviel ob Spirituosen,
Malz- oder Weingetränke, am ersten Tage der
Woche, der gewöhnlich Sonntag genannt
wird, ausgenommen durch einen regelmäßi
gen Apotheker, auf das schriftliche Recept eines
regelmäßig praktizirenden Arztes hin, aus
schließlich zu medizinischen Zwecken, wird hier
mit für gesetzwidrig erklärt, und alle Lokale,
wo derartige berauschende Getränke an an
deren Tagen verkauft ober zum Berkauf ge
halten werden, ausgenommen regelmäßige
Apotheker, sollen an diesem Tage geschlossen
fein und wer auf solche Weife verkauft oder
ein solches Lokal an diesem Tage offen hält
ober läßt, soll um eine Summe gestraft wer
den, welche hunbert Dollars nicht übersteigt
ober mit Haft im County- ober Stabtgefäng
niß von nicht über dreißig Tagen, oder
Beides, nach dem Belieben des Gerichts.
In regelmäßigen Hotels und Speisehäusern
soll das hierin gemeinte Lokal sich auf die
Räumlichkeiten beziehen, wo solche Getränke
gewöhnlich verkauft oder zum Verkaufe gehal
ten, werden und der feste Verschluß solcher
Räumlichkeiten soll als dem Sinn dieses Ge
setzes entsprechend betrachtet werden es soll
jedoch nichts den Stadtrath irgend einer Mu
nicipal-Corporation im Staate verhindern,
den Verkauf von Bier, Ale und Wein am
Sonntage fo zu reguliren und controlliren,
wie er durch Ocdinanz bestimmen mag.
Von der auf den Sonntagsvcrkauk be
züglichen Bestimmung im Scottgesetze
weicht die vorstehende nur darin ab, daß
die erstere als Strafe für die Übertre
tung Geld- und Gefängnißstrafe vor
schreibt, während die letztere es dem Gut
dünken des Richters überläßt, auf Geld
oder Gefängtlißstrafe zu erkennen. In
diesem Punkte ist die Löwcnstcin'sche eine
Verbesserung der Scottbill. Beide er
kennen den Municipal-Behörden das
Recht zu, den Sonntagsverkauf zu gestat
ten. Von diesem Recht wird freilich auch
in Zukunft kaum jemals Gebrauch ge
macht werden.
In einem wenige Wochen vor sei
nem Tode geschriebenen Briefe sagt Las
fer: „Die Vereinigten Staaten verschaf
sen mir eine große und wichtige Kennt
niß, die mich durch den Rest meines Le
Un8 daheim beglücken soll."
n
v
Senator Pay^e.
Wider Erwarten brachte der demokra
tische Senatorial Kaukus schon durch die
erste Abstimmung eine Entscheidung zu
Stande. Die Verhandlungen fanden
hinter verschlossenen Thüren statt, selbst
die Zeitungs-Reporter wurden ausge
schlossen und die Abstimmung durch Zet
tei vorgenommen. Die erste Abstimmung
ergab für Payne 48, Ward 17, Pendle
ton 15, Booth 1 und Geddes 1 Stimme.
Nach dieser entscheidenden Mehrheit für
Payne ist seine Erwählung durch die Ge
setzgebung nur noch eine bloße Form.
Wir würden der Wahrheit nicht die
Ehre geben, wenn wir verschweigen woll
ten, daß diese Entscheidung unter den
Freunden Pendleton's, Ward's und des
„alten Römers" Thurman, sehr bittere
Gefühle hervorgerufen hat. Es ist nicht
die Person des Hrn. Payne, der sich eines
sehr ehrenhaften Rnses erfreut, welche
diesen Unwillen hervorruft, aber es ist
das Gebahren gewisser politischer Wühler
unter der Führerschaft des „Boß" Mc
Lean vom „Cincinnati Enquirer," das
viel böses Blut gemacht hat. Niemand
darf glauben, daß McLean aus Liebe für
Payne für diesen mit so großem Eiser
in's Geschirr ging. McLean wollte aber
um jeden Preis Pendieton schlagen und
sich an dessen Freunden und Andern
rächen, und dazu war ihm jedes Mittel
recht. Der „Enquirer" hat seit Jahren
die ehrenwerthesten Männer der demokra
tischen Partei mit Dreck beworfen und
verdächtigt, wenn sie nicht nach feiner
Pfeife tanzen wollten, selbst der brave
Thurman wurde von ihm begeifert, und
es wird vielleicht nicht lange dauern, daß
jenes Blatt Payne in derselben Weise zu
besudeln versucht. Die mannhaften Wor
te, mit welchen Thurman am Tage vor
dem Kaukus^egen das Treiben der Boße
und Maschinen-Politiker warnte, sprachen
deutlich genug.
Sicherlich soll jenen Mitgliedern kein
Vorwurf gemacht siperden, die sich ur
sprünglich ganz offen für Payne erklärten
sie hatten ein vollkommenes Recht zu ihrer
Meinung. Andere aber, die ihre Meinung
so wunderbar rasch änderten/ nachdem sie
in Columbus eingetroffen waren, müssen
es sich gefallen lassen, wenn man die Auf
richtigkeit ihrer plötzlichen Bekehrung be
zweifelt und andere Gründe vermuthet.
Wir wollen Niemanden ungerecht ver
dächtigen und keinen zu großen Werth
auf die vielen umlaufenden Gerüchte le
gen, sondern, bis sich der Schleier etwas
mehr gelüftet und die aufgeregten Lei
benschaften beruhigt haben, eine Pause
machen.
Was Herrn Payne anbetrifft, fo sind
wir feit einer Reihe von Jahren persön
lich mit ihm befreundet, und er hat sich
immer als ein fester Demokrat und Eh
renmann bewährt. Seine hohe Befähig
ung für das Amt wird allgemein zuge
standen. Eine kurze Skizze seiner politi
schen Laufbahn wird hier am Platze sein.
H. B. a y n e wurde am 30. Novem
ber 1810 im Staate New Jork geboren,
stubirte die Rechtswissenschaft und wurde
ein warmer lebenslänglicher Freund des
betrauerten Stephan A. Douglas. Beide
gingen in 1833 zusammen nach Cleveland.
Payne blieb dort, betheiligte sich lebhaft
an allen. öffentlichen Unternehmungen,
war unter Andern einer der Gründer der
Cleveland und Columbus und der Lake
Shore Eisenbahnen und trug, vielleicht
mehr als irgend ein anderer Mann, zum
Wachsthum und zur Hebung der Stadt
bei, wodurch sich feine große Beliebtheit
in Cleveland erklärt. In 1851 wählten
ihn die Demokraten seines Countys in
den Staatssenat, welchen Posten er vier
Jahre lang mit Auszeichnung behauptete.
In 1851 gaben ihm die Demokraten der
Gesetzgebung ihre Stimme für Bundes
senator, für welche Stelle jedoch, durch
eine Verbindung der Whigs mit den Free
soilers, schließlich Ben Wade gewählt
wurde. 1857 wurde Payne als demo
kratischer Gouverneurs-Candidat ernannt
und entwickelte in dem Wahlkampfe eine
solche Thätigkeit und Fähigkeit, daß er
die Mehrheit der Gegenpartei von 16,000
auf 1,500 herunterbrachte.
Im Jahre 1848 stand Payne als Elek
tor "at large" aus dem Präsidentschafts
Ticket seiner Partei. Im Jahre 1856
war er Delegat zu der demokratischen
Präsidentschafts-Convention, von welcher
James Buchanan nominirt wnrde. Vier
Jahre später wurde er als Delegat zu der
in Charleston abgehaltenen demokratischen
National-Convention erwählt, und berich
tete als Mitglied des Comites für Be
Schlüsse die bekannten Minoritäts-Resolu
tionen, die schließlich von der Convention
angenommen wurden. Die Rede, die er
bei dieser Gelegenheit hielt, verschaffte
ihm eine nationale Reputation. Er ver
dammte darin die südlichen Sezessions
Ge.üste in mannhafter Wesse, und warnte
in prophetischen Worten den Süden vor
dem seiner harrenden Schicksal, falls er
auf dem Austritt aus der Union bestehen
sollte. Im Jahre 1861, als in Ohio
Hugh H. Jewett von den Demokraten und
David Tod von den Fusiomsten für das
Gouverneur Saint nominirt worden war,
widersetzte sich Payne auf's entschieden
sie der damals von vielen feiner Partei
genossen befürworteten Auflösung der de
mokratischen Partei-Organisation, und ac
zeptirte aus Zureden e Nomination für
Richter von Cuyahoga County auf dem
regulären demokratischen Ticket. Wäh
rend des ganzen Krieges blieb er der de
mokratischen Partei getreu, aber er stand
dabei stets auf Seiten der Union und be
fürwortete die energischsten Maßregeln
zur Unterdrückung der Rebellion.
Im Jahre 1872 erwählte ihn die in
Cleveland abgehaltene demokratische
Staats-Conventivn als Delegaten "at
large" zu der National-Convention, die
Horace Greeley als Präsidentschasts-Can
didaten endossirte. Auch am Wahlkampfe
nahm er wieder thätigen Antheil. 1874
wurde er in seinem Distrikt als Congreß
candidal aufgestellt, und trotzdem der Di
strikt stets eine starke republikanische Mehr
heit gegeben, ward er infolge seiner per
sönlichen Popularität mit nahezu 2500
Stimmen-Mehrheit erwählt. Payne war
eines der demokratischen Mitglieder her
Electoral-Commission, welche den Wa
streit zwischen Tilden und Hayes entschei
den sollte. Payne kämpfte standhaft für
Tilden's Erwnhlung, die Demokraten
wurden aber bekanntlich von den Repub
likanern überstimmt.
Im Jahre 1876 wurde Payne aber
mals als Congreß-Candidat ausgestellt,
unterlag aber bei der Wahl. Im Jahre
1880 war er einer der Präsidentschafts'
Candidaten vor der in Cincinnati abge
haltenen demokratischen National-Con
vention, und wurde anfänglich von den
Tilden-Leuten unterstützt. Bei der er
sten Abstimmung (am 23. Juni) erhielt
er, ohne daß ihn irgendjemand nominirt
oder eine Nominationsrede für ihn gehal
ten hätte, die 70 Stimmen der New Aorker
Delegation, und außerdem noch 11 Stim
men von einzelnen Delegaten anderer
Staaten. Der Plan war, daß am näch
sten Tage auch die 44 Stimmen Ohtos
unter der Einheitsregel für ihn abgege
ben werden sollten. Aber dieser Plan
kam nicht zur Ausführung.
Payne, der trotz seines hohen Alters
noch sehr rüstig und kräftig ist, hat sich,
wie schon erwähnt, durch seine geschäft
lichen Unternehmungen ein riesiges Ver
mögen erworben, das auf 5 bis 10 Mil
lionen geschätzt wird. Er ist noch jetzt
an vielen derartigen Unternehmungen
finanziell betheiligt, und bekleidet als
Bankpräsident, Eisenbahndirektor u. s. w.
hervorragende Stellungen. Ueber seine
Beziehungen zu der Standard Oel-Com
pagnie ist nichts Genaues bekannt. Es
heißt, daß er finanziell stark daran bethei
ligt ist, oder wenigstens war, aber er hat
nie irgend einen Posten in der Geschäfts
führung bekleidet. Dagegen ist sein
Sohn Oliver Payne einer der Hauptak
tionäre und gleichzeitig Schatzmeister der
Gesellschaft.
S6T Geht zu Baker, «enn ihr gute, «ohlae»
troffene Photographieen wünscht.
4
Unter den Neaierungs Clerks in i
Washington herrscht schon wieder großes
Wehege^chrei. Der General-Postmeister
hat nämlich Befehl gegeben, jeden im
Postdepartement angestellten Clerk zu
entlassen, der beim Kaufen eines Lotte
rielooses oder im Besitz desselben betros
fen wird. Die Clerks sind sehr entrüstet
über den Befehl, den sie als einen Ein
griff in ihre bürgerlichen Rechte und un
berufene Spionage in ihre Privatange
legenheiten betrachten. Wenn Onkel
Sam's Brod nicht gar zu süß schmeckte,
Jüchen sie wahrscheinlich abdanken.
Ein demokratischer Congreß-Reprä
senkant in Washington soll, nachdem er
Richter Thurman's Mahnbrief gelesen,
die folgende Erklärung gemacht haben:
„Es macht keinen Unterschied, was Thür
man in seinem Zorne über die Niederlage
seines Freundes sagen mag. Der Tag
der alten Fogy-Herrschaft in Ohio ijt vor
bei, und die jüngeren Elemente sind ent
schlossen, sich in einige der Ehren zu thei
ten, die sie bisher aus Jene häuften, die
diese Ehren als ihr Eigenthum und das ih
rerFreunde betrachteten."—Nun, da wer
den die Alten, die während der 24jähri
gen Wanderung der demokratischen Par
tei durch die dürre Wüste, trotz alledem,
das alte Banner muthig ausrecht erhiel
ten, wohl bescheiden zurückstehen müssen.
Uebrigens passt die Phrase nicht ganz.
Hr. Payne ist mit feinen 74 Jahren sicher
lich kein Jüngling mehr und wird mithin
auch wohl unter die „Old Fogies" gezählt
werden müssen. Wenn uns „seller" Con
greß-Repräsentant seine Adresse schicken
will, dann wollen wir ihm zeigen, daß er
noch sehr viel zu lernen hat, ehe er alt
wird. Die Esel, wie die Dummen wer
den nie alle.
Kleine Neben-Bedürfnifse
der Herren Senatoren. Aus
der kürzlich veröffentlichten Zusammen
stellung der Ausgaben des Bundessenats
für das letzte Jahr ist zu ersehen, daß
Uncle Sam für jene erlaucyte Körper
fchaft 690 Quarts Apollinaris- und Be
thesda-Wasser, 2102 Gran Chinin und 7
Gallonen Alcohol beschaffen ließ. So
wenigstens wurde der gelieferte Stoff
in's Buch eingetragen, doch wird man
wohl nicht weit vom Ziel schießen, wenn
man die Vermuthung ausspricht, daß,
wie der in früheren Jahren angerechnete
„Syrup," auch jene „Gewässer" gebrannte
Wasser waren und daß die „Chininpil
len" nicht aus der Apotheke, sondern auch
aus der Destillerie bezogen wurden.
Ebenso nobel zeigte sich Uncle Sam, als
die über das Wohl des Landes berathen
den Senatoren durch eine vierzehnstün
dige Executivsitzung abgehalten waren,
ihre regelmäßigen Mahlzeiten, für die sie
gewöhnlich selbst zu bezahlen haben, ein
zunehmen. Es wurde ihnen ein Lunch
servirt, der laut Rechnung $175 kostete.
Fast rührend bescheiden nehmen sich in
der.Rechnung zwei Posten aus: Für Salz
40 Cents und für eine Laterne 75 Cents
diese Summe von $1.15 inbegriffen, weist
das Ausgabenconto des Senats den Be
trag von S 13,933 aus.
Eine alte/ranfenwärterin sagt: „Acker's
englisches Heilmittel ist das Beste gegen Hu
sten, Croup, Diphtheritis, oder Luströhrenent
zündung."—Verkauft von F. W. Herbst.
Mo Hesehgeöung.
Dienstag, 8. Januar.
Beide Häuser traten heute Mor
gen um 10 Ubr zusammen und gingen
im Ernst an die Arbeit. Im Senat
reichte Van Cleaf, von Pickaway
County, zwei Bills ein. Die eine be
zweckt die Verbesserung des auf die An
legung von Abzugsgräben bezüglichen
Gesetzes die andere hat die Neueinthei
lung des Staates in Congreßdistrikte im
Auge. Nach dem Antrag würde die Ein
theilung folgende sein
Der erste und zweite (Cincinnati Distrikte)
bleiben unverändert.
Der dritte Distrikt wird aus den Counties
Montgomery, Stark und Miami zusammen
gesetzt.
Der vierte Distrikt aus: Shelby, Mercer,
Allen, Auglaize und Logan Counties.
Der fünfte und sechste Distrikt verbleiben
unverändert.
Der siebente Distrikt wird aus den Coun
ties Butler, Preble, Warren und Clermont zu
sammengesetzt.
Der achte Distrikt: Aus Clinton, Greene,
Fayette, Clarke und Champaign Counties.
Der neunte, zehnte und elfte Distrikt blei
ben unverändert.
Der sechszehnte Distrikt bleibt unverän
dert.
Der siebenzehnte Distrikt: Licking, Mus
kingum, Coshocton und Tuscarawas Coun
ties.
Der achtzehnte, neunzehnte, zwanzigste und
einundzwanzigste Distrikt bleiben unverän
dert.
Reed beantragte eine Bill zur Regu
lirung des Apothekergeschäfts nach dem
Plan des pharmaceutischen Staats-Ver
eins.
Im Hause beantragte Myers, von
Franklin, eine Bill zur Abschaffung des
Sträflings-Contrakt-Systems. Die Bill
beantragt, den Namen Ohio Zuchthaus
umzuändern in Ohio House of Beten tion
zum Zwecke ber Reform von Verbrechern
einen Direktorenrath zu schaffen, ber zu
erst vom Gouverneur ernannt unb später
vom Volk auf drei Jahre erwählt werben
soll von jebem Direktor Bürgschaft in
ber Summe von $20,000 zu verlangen
unb jebem ein Salär von 82,500 pro
Jahr zu geben bem Rathe Vollmacht zu
ertheilen, Sträflinge behuss Beendigung
der bestehenden Kontrakte anzustellen.
Der Antrag umfaßt die nämlichen Re
geln, die in New Dork seit sechs, in eini
gen Distrikten Englands und Irlands
seit 40 Jahren zu Kraft bestanden haben.
Löwenstein reichte eine Bill ein, durch
welche ber Staat angehalten werben soll,
feinen Antheil an ben Kosten ber Stra
ßenverbesserungen vor dem Staatseigen
thum zu bezahlen ebenso eine Bill,
welche bestimmt, daß die Entscheidungen
von Friedensrichtern endgültig sein sollen
in allen Fällen, in welchen der Betrag
$50 nicht übersteigt Sherman eine Bill
zur Regulirung ber ärztlichen Praxis in
Ohio unb Grünbung einer Staats-Sani
tätsbehörde Ogden eine Bill zur Ver
hinderung der Verfälschung von Speisen
und Getränken Poe, Love und Mat
thews reichten Civilrechts-Gesetzvorschläge
.ein, durch welche eine längere Debatte
hervorgerufen wurde, an welcher sich ver
fchiedene Mitglieder beider Parteien be
theiligten.
Mittwoch, 9. Jan.
Im Hause reichte heute Löwenstein
eine Bill ein, welche das Scottgesetz wi
derruft und ein neues Gesetz an dessen
Stelle setzt.
In der Bill ist der McConnelsville-Ordi
nanz-Paragraph und die Bestimmung, daß
die Getränkesteuer ein Lien auf dem Grund
eigenthum sein soll, weggelassen. Dieselbe
setzt eine Behörde von fünf Accise-Kommissä
ren ein, welchen die Eintreibung der Getränke
fteuer obliegen soll, die in folgender Weise zu
erheben ist: Für Etablissements, in denen die
Verkäufe unter $2000 das Jahr betragen, $50
Steuer das Jahr wo die Verkäufe $2000 und
nicht über $5000 betragen, $100 Steuer das
Jahr $5000 und unter $10,000, $150 das
Jahr $10,000 unb unter $15,000, $200 das
Jahr $15,000 und unter $20,000, $250 das
Jahr $20,000 unt darüber, $300 das Jahr.
Händler, die berauschende Getränke auf Fairs,
Wettrennen und sonstigen temporären Plätzen
verkaufen, brauchen nicht mehr als $20 zu be
zahlen. Vereinsfestlichkeiten sind von der
Steuer frei. Die Steuern sind binnen drei
Tagen nach Beginn des Rechnungsjahres zu be
zahlen für den Versäumnißfall ist eine Strafe
angesetzt. Die Einkünfte aus der Steuer sind
wie folgt zu vertheilen: Drei Viertel davon
gehen in den Countyschatz, hiervon soll eine
Hälfte dem Polizei-Fond und die andere Halste
dem allgemeinen Reoenue-Fond zufließen.
Wo kein Polizei-Fond existirt, gehen drei Vier
tel in den General Revenué-Fond und ein
Viertel in bett Armen-Fond. Der Verkauf
von berauschenden Getränken am Sonntag
soll verboten feto, außer auf dai Rezept eine»
anuattftgen Arztes. Auf tue uebertretuti^
dieser Klausel ist eine Strafe von nicht über
$100, ober Gefängnisstrafe bis zu 30 Tagen
qefetjt, oder Beides, nach Belieben des Rich
ters. Die Aecise Kommissare sollen $5 fur
jeden Tag, den sie im Dienste sind, erhalten
und der County-Auditor $1 für jede Steuer,
die er unter diesem Gesetz eintreibt.
Jones reichte eine Bill ein zur Ab
schaffung des Straflmgs-Contrakt-Si)
stems.—Passirt wurde Bohl's Hausreso
iutien, durch welche unsere Vertreter im
Congreß ivftruirt werden, für die Wie
derherstellung des früheren Wolttarifss
zu wirken. Cosgrove stimmte allein da
gegen.
Im Senat wurde der Bohl'sche
Hausbeschluß zu Gunsten der Wiederher
stellung des alten Wolltarifis nach länge
rer Diskussion auf Antrag Wolcott's da
hin amendirt, daß die Wiederher
stellung des Wolltariffs von 1867, und
ein allgemeines Tarifisystem, das sowohl
die Erzielung von Einkünften als den
Schutz ber amerikanischen Industrie ge
gen fremde Concurrenz zum Zweck hat,
verlangt wird. In gemeinsamer Sitzung
beider Häuser wurde die Formalität der
Zählung der bei der Herbstwahl abgege
benen Stimmen durchgemacht. (Neue
Bills, welche jetzt täglich in großer Zahl
eingereicht werden, werden wir, wenn sie
nicht von ganz besonderer Wichtigkeit sind,
erst dann erwähnen, wenn sie zur Ber
Handlung kommen.)
Donnerstag, 10. Januar.
Im Hause wurde heute eine neue
Ordnung eingeführt, indem der Sergeant
at-Arms insiruirt wurde, alle Perso
nen, die nicht vermöge ihrer Stellung
Um Aufenthalt im eigentlichen Sitzungs
aal berechtigt sind, auf die Gallerte zu
weisen. (Diese Maßregel, wenn sie streng
durchgeführt wird, kann nur einen heil
somen Einfluß haben.) Eine große An
zahl neuer Bills wurden eingereicht, von
welchen indessen nur die folgenden von
speziellem Interesse sind: Von Walker,
zur Regulirung der Fahrpreise auf den
Etienbahnen von Bruce, zur Verände
rung des Gesetzes über Libel, dahin, daß
der Kläger die Böswilligkeit nachweisen
soll von Jones, zur Ausdehnung des
Arbeiter-Liens von drei Monaten auf ein
Jahr von Bruce, daß der Gatte für die
vor der Heirath contrahirten Schulden
der Gattin blos zum Betrag ihres beige
brachten Vermögens haftbar fein soll
von Mooney, daß Waaren, die auf Ra
tenzahlungen geliefert wurden, nicht ohne
Rückzahlung von 75 Prozent de& einge
zahlten Bettages weggenommen werden
können.
Im Senate wurde der Anspruch des
Demokraten Harrison Mickey auf den von
T. G. Loomis eingenommenen Sitz als
Senator vom 27. und 29. Distrikt einge
reicht und einstweilen auf den Tisch ge
legt. Der Bericht der Commission, welche
das Arbeits-Contraktsystem im Zuchthaus
zu untersuchen hatte, wurde vorgelegt und
zum Druck beordert. Folgende stehenden
Comiteen wurden ernannt:
Justiz—Godfrey, O'Neil, Crowell, Wil
liatns, Welch, Caldwell, Wolcott, Dickinson,
Durfltnger.
Finanzen—Reed, Jäger, Cable, Levering,
O'Brien, Evans, Hane.
Ansprüche—Cable, Myers, Prüde«, Reed,
O'Brien, Dickinson, Fassett.
Landstraßen—Smitb, Elliott, Brenner, My
ers, Levering, Oren, Gregg.
Eisenbahnen—Jager, Lewis, O'Neil, McLy
man, Reed, Wolcott, isvans.
Korporationen nicht Municipal Welch,
Caldwell, Rainey, White, C'Brien, Dickinson,
Durfltnger.
Soldaten und Matrosen Waisenheimat—
Mci'ynian, Wtlliston, Crowell, Levenng, Ra
mey, Wolcott, Oren.
Abzugsgraben—Ramey, Cable, White,
Durf
linger, Loomis.
Reform- und Industrieschule für Mädchen
Williams, Levering, Van Cleaf, White, Smith,
Hane, Gregg.
Unerledigte Geschäfte—Williams, Elliott,
Oren, Gregg.
Privilegien und Wahlen—O'Neil, Prüden,
Godfrey, Crowell, Williams, Wolcott, Durf
linger.
Oeffentliche Ausgaben—Brenner, Levenng,
Smith, Gregg, Evans.
Sanitatsqefefce—x'erois, Myers, Godfrey,
Wtlliston, Welch, Hatte, Hogue.
Fischerei und Jagd—Caldwell, McLyman,
Jäger, Fassett, Ely.
Revision—Evans, Williston, Godfrey.
Enrollment—"Silliston, Brenner, Williams,
Dickinson.
Der Bericht des gemeinschaftlichen Co
mites für bie Einweihungsfeierlichkeiten
für ben Gouverneur wurde verlesen und
gutgeheißen. Er enthält das gewöhnliche
Programm mit Ausnahme, daß das Mi
litärifche ausgeschlossen ist. Hierauf Ver
tagung bis Montag, 14. Januar, 10 Uhr
Vormittags.
Montag, 14. Januar.
Beide Häuser waren heute blos
Vormittags in Sitzung und wohnten
Nachmittags den Jnaugurationsfeierlich
keiten bei. Im Haufe kündigte der
Sprecher Marsh die stehenden Comiteen
an, die wir in nächster Nummer mitthei
len werden. Im Senat wurde Van
Cleas's Neueintheilungsbill an ein aus
Sa.. Cleaf, Cable, Williston, O'Brien
und Derflinger bestehendes Comite ver
wiesen. Godfrey beantragte eine der letzt
jährigen Vallandighambill entsprechende
Bill vir Einsetzung einer Begnadigungs
Behorde. Der neue Vice-Gouverneur
Warwick wurde eingeschworen und über
nahm sein Amt. Dem zurücktretenden
Vice-Gouverneur wurde ein Dankbeschluß
ootirt, worauf die Vertagung stattfand.
Kongreß.
Der Senat bespricht noch immer seine
neuen Regeln. Eine Bittschrift von 20,
000 Ex-Soldaten lies ein für die Errich
tung einer Soldaten-Heimat in Kansas.
Das Haus ist in voller Thätigkeit. Das
amerikanische Schwein findet viele Freun
de, die sich seiner annehmen. Deuster
beantragte eine Untersuchung der vor
geblichen Gründe, welche Deutschland
und Frankreich veranlaßt haben, die Ein
fuhr amerikanischen Schweinefleisches zu
verbieten. Einen ähnlichen Beschluß
legte Kasson vor. Gibson beantragte ei
nen Temperenz-Beschluß, dem sich Deu
ster widersetzte. Der Präsident schickte
den Bencht der Mississippi Fluß Commis
sion ein, der eine lebhafte Debatte her
vorrief. Belford wollte nicht eine, son
dern gleich 30 Millionen für die Missis
sippi-Dämme verwilligt haben. Der Be
richt wurde an das betreffende Comite
verwiesen. Ein Beileids-Beschluß zu
Ehren des verstorbenen deutschen Staats
mannes, Eduard Lasker, wurde angenom
men.
Am Donnerstag reichte Dawes im Se
nate*eine
Bill
ner Post-Telegraphen-Compagnie unter
der Leitung des Post-Departements.
Sawyer legte eine Bill vor, welche die
Versendung von Zeitungen mit Lotterie
Anzeigen durch die Post verbietet. Bitt
fchrtften von Er-Solbaten laufen ein, bie
Laubfchenkungen für die Freiwilligen
verlangen, die im Kriege dienten. Vor»
Hees brachte eine Bill ein für die Aus
gleichung der Soldotcn-Bounties. Er
sagte, es sei dieselbe Bill, die Gen. Grant
vor nn-.r
I
ihren mit seinemVtto belegte,
weil dieselbe mehr Geld erfordere, als im
Schatze vorhanden sei. Jetzt sei der
Schatz mit einem Geldüberslusse verse
hen und man könne sich diese Ausgabe
erlauben. Im Hause wurden »erschien
dene Anfragen an die 5Departenu .ts ge
stellt, um den Comites über gewisse
Punkte Auskunft zu geben. Eine dieser
Anfragen bezieht sich auf den Schwindel,
der bei der Einfuhr aus Europa durch
falsche Werthangaben der Waaren ge
trieben wird. Das Haus vertagte sich
bis Montag.
Der Senat passirte eine Bill, welche
eine Million Dollars zur Fortsetzung der
Arbeiten an den Mississippi-Dämmen
verwilligt. Pläne, zur Plünderung des
Schatzes, vermehren sich^ wie einst die
Läuse in Egypten. Im Senate hat Call
ein Projekt'sür die Errichtung einer me
dizinischen Universität in Washington
eingeleitet, wofür eine Million Dollars
verwilligt werden sollen, damit die Zin
sen dieser Summe für den Unterhalt die
fer Anstalt benutzt werden können. Wei
tere $100,000 sollen für den Ankauf ei
nes passenden Grundstücks und die Er
richtung eines Gebäudes verwilligt wer
den. Es soll die Aufgabe dieser Uni
verfität sein, die ärztliche Wissenschaft zu
befordern und die neuesten Methoden der
Behandlung und Heilung zu erforschen.
Cullom hielt ant Freitag eine Rede für
feine Btll, welche die Mormonen unter
die Daumen der Bundesregierung stel
len soll und entwarf dabei ein grelles
Bild von der Momonen-Wtrthfchaft, die
auf Betrug, Täuschung und Unzucht be
ruhe. Der öenator Brown von
Georgia bekämpfte die Bill als vers as
sungswidrig könne der Congreß eine
Territorial-Regierung zerstören, so könne
er auch alle zerstören. Er wolle die Viel
weiberei nicht entschuldigen, verwies aber
auf die Sittenlosigkeü und Unzucht, die
in anderen Theilen des Landes vorHerr
sche. Statt den Reformeifer ausschließ
lich auf Utah zu verschwenden, solle man
auch die socialen Uebel in der nächsten
Nähe nicht übersehen.
Am Montag wählte ber eenat Hrn.
Ebrnunbs als seinen temporären Präsiden
ten, nachbem Senator Anthony biese Ehre
abgelehnt hatte. Hill hielt eine Rebe
für seme Post-Telegraph-Bill. Im
Hause lief eine Unmasse neuer Bills Über
alle möglichen Gegenstänbe ein.
Funktionelle Störung des weibli
chen Organismus wird schnell durch den
Gebrauch von Dr. R. V. Pierce's Fa
vorite Prescription" geheilt. Das Mit
tel beseitigt den Schmerz und stellt die
Gesundheit und Kraft wieder her. Bei
allen Apothekern.
Interessante Aotize«.
I n i a 0 ist der 70jährige Chas.
Armstrong am Lunchtisch an einem zu
großen Bissen erstickt.
JnDetroit, Mich., ist in Folge ei
nes Sturzes vom Dache eines Hauses der
deutsche Zimmermann August Schöntag
gestorben.
In Milwaukee kamen durch den
Zusammenbruch eines Baugerüstes der
Contraktor I. F. Dunn und der deutsche
Arbeiter Hermann Klotopek um's Leben.
Das größte jemals in Amerika ge
baute eiserne Schiff „Clarence S. Be
merit", wurde am Samstag in Philadel
phia vom Stapel gelassen.
In der Nähe von Pittsburg setzte
gestern ein Bahnzug eine Oelquelle in
Brand. Drei, Personen verbrannten zu
Tode und viele andere erlitten schwere
Brandwunden.
In St. Paul, Mmn., starb im 63.
Lebensjahre John Animund, aus Prüm
an der Eifel gebürtig und feit 1872 in
St. Paul, wo er bis zum Lebensende ei
nen einträglichen Viehhande! betrieb und
sich großer Popularität erfreute.
Ueber Arbeiter-Unruhen wird
aus Portland, Oregon, geschrieben, daß
200 entlassene Eisenbahn-Arbeiter einen
Zug bestiegen und das Fahrgelo verwei
jjerten. Requinrte Soldaten waren nicht
im Stande, die Ruhe wieder herzustellen
und hat General Miles Verstärkungen
auf telegraphischem Wege beordert.
Nahe Milwaukee, fand man das
19 Jahre alte deutsche Frauenzimmer
Katharme Lehne* ausgestreckt aus dem
Eise des Se^S. Das Mädchen war noch
am Leben und erklärte, daß es die Absicht
hatte, sich zu erfrieren. Unglückliche Lie
be wird wohl die Veranlassung zur Selbst
mordabsicht gewesen sein.
In Nero Aork hat der in Turner
und Arbeiterpressen wohl bekannte und
beliebte Conrad Kuhrn Selbstmord be
gangen. Er hatte im Van Dyke Hotel
ein Zimmer genommen, sich angekleidet
auf das Bett gelegt und den Hahn der
Gasrohre offen gelassen. Was den be
dächiiaen Mann Zu der That getrieben, ist
unbekannt.
Es kracht wieder den Kreisen der
Getreidehändler. $n New Jork haben
am Samstag E. W. Coleman & Co., I.
M. Fuller & Co. und Andere falXirt. So
fort wichen die Warenpreise um 1| bis 2
Cents pro Büschel. Die Verbindlichkei
ten der ersteren Firma erreichten $200,
000 bis $300,000 der letzteren S100,000.
In Buffalo fallirten Enos Co.
Hilario Balsau, ein Franzose, der
nach Amerika kam, um das zu thun, was
dem Capitän Webb das Leben gekostet
hat, besuchte den Niagara, beobachtete
den Whirlpool und—reiste bescheiden wie
der nach Hause. Doch kundigen seine
Freunde an, er werde im Frühjahr den
Versuch machen, den Whirlpool zu durch
schwimmen.
Millemaine ist der Name einer
neuen Getreideart, welche aus Columbia
in Südamerika in Süd-Carolina einge
führt worden ist. Die Pflanze gehört
mit dem Sorghum in eine und dieselbe
Gattung, zeichnet sich dadurch aus, daß
sie auch auf dem trockensten Boden ge
deiht, und der Nahrungswerth des aus
den Körnern hergestellten Mehls soll
denjenigen des Weizenmehl übertreffen.
Der furchtbare Frost hat den Au
sterbeeten in der Chesapeake Bay, Mary
land, schweren Schaden zugefügt soweit
das Auge reicht, bietet die Bay den An
blick eines Polarmeeres Fahrzeuge, gro
ße und kleine, sind eingefroren. Die
Austernverpacker sind in Verzweiflung
über den geringen Ausfall der Ernte und
die Fischer weigern sich, bei solchem Wet
ter auf den Fang auszugehen, selbst wenn
das Eis es gestatte.
E i n a s e u i e a u n
menschlicher Behandlung hat sich
der Nähe von Cumberland, Md., zu
getragen. Der Farmer John Curran
jagte seine Frau aus dem Hause, um mit
einer andern ^rau, die fünf Kinder hat,
in wilder Che zu leben. Seine eigenen
Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, im
Alter von zwei und vier Jahren, sperrte
das Scheusal in einen Keller, wo sie von
den Nachbarn mit entsetzlich erfrorenen
Gliedmaßen gefunden wurden.
Ueber bie Vergiftung einer
ganzen Familie wirb aus Kaufman,
Texas, gemelbet: Die aus neun Perso
nen bestehenbe Familie bes Farmpächters
Birb in hiesiger Gegenb ist vergiftet wor
ben und beinahe btc ganze Familie ist
gestorben. Der Verdacht, Gift in einen
Wassereimer geworfen zu haben, dessen
Inhalt zum Kochen verwendet wurde,
richtet sich gegen einen benachbarten Far
mer, der mit den Bird's in Unfrieden
lebte und wiederholt die Drohung aus
gestoßen hat, Rache üben zu wollen.
I n e N e e s S e n
Shenck in Lancaster-County, Pennst,
wurde dieser Tage ein etwa lOjähriger
.... 'iv f«. .V
Knabe, Namens Misch ler, von zwei ju
gendtichen Bofewichtern resp. 14 und 15
Jahre alt und den Söhnen reicher Eltern,
so brutal mißhandelt, daß er balv daraus
starb. Die Angreifer sind verhaftet
worden, die Namen derselben werden aber
angeblich auf Betreiben der Eltern, die
großen Einfluß besitzen, geheim gehalten.
Die bekannten vierhundert wil
den Kameele in Arizona
von einem Australier, Namens I. Syir
ley, um $10,000 der Gesellschaft der süd
lichen Pacific Bahn abgekauft worden,
welche sich für die Etgenthumenn der
Thiere ausgiebt, weil sie sich in der Nähe
der Bahn aushalten. Der Australier
will die Kameele einsangen und nach Au
stralien bringen lassen, besstn wasser
armen Gegenden sie zum ^astiransport
verwenbet werben sollen.
Der Dampfer „Celtic, über dch
sen Schicksal man einige Zeit besorgt
war, ist am Montag wohlbehalten
iQueenstonm angelangt, und von da im
Schlepptau nach Liverpool weiter gegan
gen. Da er am 15. Dezember von New
fjork abgesegelt ist, hat seine Reise also
einen vollen Monat in Anspruch genom
men jedenfalls die längste Fahrt, die
seit langer Zeit ein Dampfer zwischen
hier unb England gemacht hat. Alle an
Bord befinden sich wohl.
In Kansas City, Mo.,ist imAi»
ter von 73 Jahren Emil v. Schwanen
feld einem Lungenleiden erlegen. In
Bromberg geboren, kam er 1852 nach
denVer. Staaten, hielt sich Anfangs in
New £)ork und Philadelphia auf, ging
sodann nach Chicago und schließlich nach
Kansas City. Drüben diente er Anfangs
in der preußischen, später in der schles
wig-holsteinischen Armee. In Amerika
machte er auf der Unionsseite den Bür
gerkrieg mit. Er war ein eifriger D«e
ner und Schulrath in Kansas City.
Beachtenswerthe Zahlen.—Im
Jahre 1883 trugen 1190 Dampfer und
166 Segelschiffe Getreideladungen aus
dem Hasen von New 'pork über den at
lantischen Ocean. Von den Dampfern
führte nicht ein einziger und von den
Segelschiffen nur swei die Flagge Her
Vereinigten Staaten, während vor einem
Vierteljahrhundert Amerika die zweite
Seemacht der Welt und auf dem besten
Wege war, Großbrittanien auf allen
Wasserstraßen des Welthandels die ge
fährlichste Concurrenz zu bereiten.
Die BellevillerKatastrophe.—
St. Louis, 12. Jan. Das Verdict ber
Coroners-Jury über die Brandkatastrophe
im Kloster zu Belleville, Ills., lautet da
hin, daß die Feuerwehr Alles that, was
unter den Umständen gethan werden
kennte, daß sich in solchen Gebäuden keine
Schlafzimmer über dem zweiten Stock
werk befinden sollten, daß ein dahin ge
hendes Gesetz erlassen werden sollte, und
daß die Leiter der Anstalt zu tadeln sind,
weil sie nicht die Vorsichtsmaßregeln er
griffen, welche ein derartiges Gebäude
und die Zahl der Bewohner erheischen.
Margaretha Rummel, welche ih
rem Vater, dem Barbier Rummel in
München, von da nach Cleveland durch
brannte, dort von dem tu diesem Zwecke
nach Amerika gekommenen Vater gefun
den wurde, sich dann mit ihm nach New
Aork begab, um sich mit ihm nach Deutsch
land einzuschiffen, aber ihm am Morgen
des Eimchiffungötages von Neuem durch
brannte, ist jetzt in Jersey City aufgefun
den worden, wo sie sich ehrlich als Die,»st
madchen ernährt Da sie sich entschieden
weigerte, mit ihrem Vater nach Deutsch
land zurückzukehren, so trat er die Rück
reise allein an.
Zwei Postwagen beraubt.
Galveston, 13. Jan. Eine Depesche
von Abilene berichtet: Nahe bem Colora
do Fluß wurde vergangene Nacht die
von St. Angela südlich gehende Post von
vier Berittenen anaehalten, welche die
Postsäcke und vier Passagiere beraubten,
sodann aber die Kutsche anhielten, bis die
nach Norden gehende Postkutsche anlang
te, welche ste ebenfalls anhielten und
plünderten. Es war eine große Anzahl
von registrirten Postsachen in dem nach
Süden gehenden Zug und man vermu
thet, daß die Diebe eine gute Beute
machten.
Hufnägelmaschine. Pittsburg,
12. Jan. Es ist eine Maschine erfun
den worden, um Hufnagel herzustellen,
welche bisher nur durch Handarbeit ver
fertigt werden konnten. Es wird hier
eine Hufnagel-Fabnk errichtet werden.
Da es heißt, daß die Maschine die Arbeit
von 100 Mf.inern verrichten kann und
da Tausende von Arbeitern jetzt mit der
Verfertigung von Hufnägeln beschäftigt
sind, so werden durch diese Erfindung
viele Leute int ganzen Lande brodlos.
Eine einzelne Maschine kann durch drei
Mann im Gang erhalten und eine Tonne
Eisen per Tag verarbeitet werben.
Verlust durch die Kälte. —St.
Louis, Mo., 13. Jan. Berichte aus
Mobile, Ala., lauten, daß die kürzliche
Kälte großen Schaden in jener Gegend
verursacht hat. Der Schaden in den
Orangen-Hainen wird auf mindestens ei
ne Million Dollars geschätzt, und der
Werth ber in Mobile Co. erfrorenen Ve
getabilien wirb ebenfalls auf eine Million
Dollars geschätzt. In Florida erlitten
bie Orangen ebenfalls großen Schaden,
aber viele Orangenzüchter machten sich die
Warnungen des Signalbureaus Nutze
und zündeten Feuer in ihren Hamen an,
wodurch sie die Bäume retteten.
Der Christbaum ist selbst aus bem
Meere zu Hause. So wird jetzt von dem
Bremer Lloyd-Dampser „Amerika", der
von Bremen erst nach New Aork und
dann nach Baltimore fuhr unb einige
Cajütenpasiagiere und 240 Zwischendeck
passagiere an Bord hatte, Folgendes be
richtet Zu Weihnachten gab es für die
Zwischendeckpassagiere ein Festessen, wo
bei der übliche "Weihnachtskuchen nicht
fehlte, und am Nachmittag prangten im
Zwischendecke zwei herrliche Christbaume,
welche die Geschenke für die liebe Jugend
trugen. Keiner kam zu kurz, jedes Kind
yrhtelt fein Zuckerwerk, Lebkuchen, Aepfel
und Nüsse. Der Bescheerung folgte ein
Tanzkränzchen.
Ein hoffnungsvolles Bürsch
lein, das es noch weit bringen kann, ist
der 12jährige Joseph Hubbard, ein Sohn
des Hrn. Wnt. F. Hubbard von Hartford,
(Sonn. Er hat feit längerer Zeit seinen
Vater systematisch befohlen, unb zwar war
er sehr eigen in der Auswahl der Sachen.
So waren unter den von der Polizei zu
rück erlangten Gegenständen em nickel
plattirtes Bicukel, eine Rosenholz-Spiel
dose, eine Druaerpre,se, eine Seehunds
mütze, nickelplattirte Schlittschuhe und
eine Kiste Bucher. Zwei Wagen muß
ten beschafft werden, um die gestohlenen
Sachen nach dem Stationshause zu drin
gen, und dieselben repräsentirsn einen
Werth von $2000. Der Junge wurde
nach der Reformschule geschickt.
Wer hat u st Die Indianer des
Apache-Stammes, welche sich gegenwär«
tig in Washington aushalten, besuchten
unter anderen Sehenswürdigkeiten auch
das Schatzamt. Der Häuptling war so
entzückt über die Schönheiten der weibli
chen Clerks, daß er allen Ernstes zu einem
der Bureau Chess sagte: „Ich gebe
fünfundzwanzig Ponies für eine Ihrer
Squaws." Natürlich erregte das nicht
geringe Aufregung unter den Damen
und obgleich sich keine entschließen konnte,
die Auserkorene eines Jndianer-Häupt
lings zu werden, so mag vielleicht doch
eine oder die andere derselben über die
Romantik ber Sache nachgebacht unb sich
im Traume als bie Squaw eines Häupt
lings gebacht haben.
Gegenwärtig befindet sich eine Ab
o n u n v o n e s a e o -A a e s
aus Neu=Mmko in Washington. Als
sie dem Präsidenten Arthur im Weißen
Hause vorgestellt w#rde, eilte ihr Häupt
ling Augustin, ein gewaltiger Kerl, der
seine 880 Pfund wiegt, im »oven Wich»
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KnWWWWche» bee Reinhard & Fieser,
Privat-Secretär, Daniel McConville, jun.,
von Jefferson County.
Executive-Clerk, Frederick Green von Cuya-
^^eMfs'âecutiveClsrt, Edgar I. Mors
man von Gallia.
General-Adjutant, E. B. Fmley von Craw-
^Gehülfs'General-Adjutant, T. T. Dill von
Michael Ryan von
^Militär-Staatsanwalt, C. M. Anderson von
A. M. Beers von Tus-
Ingenieure, Walter P. Rice von
Church von Franklin, F. W. Wächter von
jfacai und E. E. Nash von Geauga.
Für Pendleton stimmten: Addison,
Buchanan, Cole, Crites, Finley, Godfrey,
Goodman, Hull, Kahle, Levering, Myers von
Clermont, O'Neill, Sharp, Stillwell und Wel
dy—15.
Für Payne: Baker, Barger, Veatty,
Black, Bohl, Brenner, Bruce, Brtinner, Cable,
Caldwell, Cogan, Cosgrove, Crowell, Cuff,
Cmnmings, Elliott, Francisco, George, Hab
tieler, Hamilton, Harbaugh, Holbrook, Hunt,
Jager. Lisle, Löwenstein, Malone, Mci'yman,
Menke, Mooney, O'Brien, Pierce, Poe, Prü
den, Ranney, Roche, Smith. Stalder, Stau
bach, Stevenson, Stouffer, Thompson von Ha
milton, Thompson von Knox, Welch, White,
Williams und Wolf—47.
Für Ward: Byal, Cunningham, Ed
wards, Higgins, Lewis, Marsh, McBride, Puck
rin, Reed, Schultze, Turner, Van Cleaf, Wil
liston, Work, 2)oung von Adams, Ioung von
Franklin, Uoung von Marion, Ziegler—18.
Der zwölfte Distrikt: Brown, Highland,
Pike, Roß und Pickaway Counties.
Der dreizehnte Distrikt: Franklin, Madi
son, Fairfield und Perry Counties.
Der vierzehnte Distrikt: Richland, Ashland,
Holmes, Huron und Lorain Counties.
Der fünfzehnte Distrikt: Meigs, Athens,
Hocking, Morgan, Washington und Monroe
Counties.
Öffentliche Werke—Elliott, Van Cleaf,
Cable, White, Crowell, Hane, Hogue.
Municipal-Corporationen Prüden, Wil
liams, Merman, Van Cleaf, Brenner, Dickin
son, Ely.
Oeffentliche Schulen—White, Welch, Willi
ston. Lewis, Jäger, Loomis, Wolcott.
Colleges-Godfrey, Welch, O'Neil, Sly,
Durfltnger.
Medizinische Vereine—Myers, Lewis, Ra
mey, Höge, Wolcott.
Äckerbau O'Brien, Elliott, Brenner.
Smith, McLyntan, Gregg, Oren.
Geol. Vermessung—Lewis, Cable, Welch,
Ely, vane.
Minen—O'Neil, Lewis, Welch, Smith, Cro
well, Fassett, Gregg.
Versicherung-Levering, Jäger, Williams,
Cable, Reed, tiane, Loomis.
Wohlthätige Anstalten—Myers, McLyntan,
O'Neil, Van Cleaf, Prüden, Hogue, Durf
linger.
Zuchthaus.»—Van Cleaf, Brenner, White,
Wtlliston, O Bnen, Evans, Oren.
Bibliothek—Van Cleaf, Caldwell, Evans.
Staatsgebäude—Jäger, Cable, Caldwell,
Ely, Loomis.
Gebühren und Saläre—Prüden, Caldwell,
Williston, Brenner, Smith, Dickinson, Fas
sett.
Öffentliche Drucksachen— Williston, Van
Cleaf, Jäger, Fassett, Loomis.
Bundesbeziehungen—O'Neil, Caldwell, My
ers, Reed, Elliott, Ely, Oren.
ein stir die Gründung ei-

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