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Der westbote. [volume] (Columbus, Ohio) 1872-1918, January 17, 1884, Image 3

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S«chanm UvSrufe: „bet
groß, aber Her große Va
in seine mächtigen Arme,
die von Seiten des
sich auch der nach
Ditst ^ch»appende Präsident gegen sie
HrLubte.
i .Sine m«thige Fr»«.—B« ei
'^Wt« Tagen bot sich in den Straßen von
Omkha ein merkwürdiges Schauspiel.
Martin, deren Mann in den Werk
der Union Pacific Eisenbahn-Ge
ft arbeitet, hatte das Geld, welches
fetem Zahltage ausbezahlt erhielt, in
v«Kommode eingeschlossen. Als sieNach-derungen
wittagi gegen 1 Uhr in das Zimmer trat,
ßrblickte sie einenMann, der vor derKom
mode stand, und sie dann um Schreib
ersuchte. Sie sagte, sie rooöe ihm
geben, und öffnete eine Schub-
Plötzlich zog sie einen Revolver
hervor und zwang den jungen Mann, vor
ihr her nach dem Gefängniß zu gehen.
Dort fand man in seinem Besitze zwei
ibene Revolver und einige Kleinig-
aagckt
des verflossenen Jahres
pad 17 Fischerfahrzeuae von Glou
cester, der Fischerstadt in Massachusetts,
Untergegangen und dabei Per
fcneii um's Leben gekommen. Vierzig
Her Letzteren hinterließen Wittwen und
68 Kinder wurden vaterlos. 73 Män
Her von Gloucester, die über Bord stürz
Hn oder in's Meer hinausgetrieben wur
den, siud von vorbeifahrenden Schaffen
rettet worden, viele derselben, nachdem
unbeschreibliche Leiden durchgemacht
hatten. Der Werth der untergeganqe
nett 17 Schiffe beträgt $91,300, die Ver
sicherung $76,972. Im Jahre 1882 gin
gen 12 dortige Schiffe unter, und dabei
mtßten 115 Personen das Leben ein. Die
der während des letzten Jahres un
Mtzegcmgenen Fischerfahrzeuge aus den
«folgen Neu-England-Staaten (haupt
föchUch Maine) betrügt 12, mit einem
Herlust von 17 Menschenleben.
Ueber dem Lotterie-Spielver
zückt geworden. —Der „Louisviller
Anzeiger" erzählt: Auf Veranlassung sei
«er Frau wurde der Bäcker Andy Plumb
als irrfinnig in Gewahrsam gebracht.
Der Unglückliche ist ein Mann von unge
fähr 45 Jahren und macht auf den fluch
«gen Beobachter durchaus nicht den Ein
Druck eines Geistesgestörten im Gespräche
Stiftest sich sein Wahnsinn jedoch ganz
Hmbar. Wie es scheint, hat die zuletzt
MF Manie gewordene Sucht, im Lotterie
Spiel ein Vermögen zu gewinnen, seinen
Geist umnachtet, denn einem unserer Ve
richterstatter, der ihn in seiner Zelle auf
)te, erklärte er, daß ihm drei unfehl-
Methoden offenbar seien, die jedes
«aligen Gewinnnummern zu ermitteln.
Auch mochte ihm wohl eine schwache Er
imrerung an sein eigenes Unglück vor
sHweben, denn die Lotterie, sagte er,
ffw das Unglück der weißen, wie far
Ilgen Race werden, wenn No. 29 gezo
gen roirK
James Stevenson vom geologischen
Vermessungsdienst hat ir der San Juan
zend in Arizona wieder Höhlen- und
senwohnungen entdeckt. Die bemer
cheren derselben umfassen ein aus
65 solchen Wohnungen bestehendes Dorf
am Abhang des San Francisco-Gsbirges.
Eine Lava-Decke bildet das gemeinsame
Dach für alle 65 Wohnungen. In jede
dieser Höhlenwohnungen gelangt man
durch einen Schacht von der Oberfläche
den Schacht selbst sind Treppenabsätze
gehauen. Durch den Schacht gelangt
man in einen zwanzig Fuß im Durchmes
sèr großen Raum, welcher mit drei ande
ten Räumlichkeiten durch Thüren in Ver
Bindung steht. Neben dem vorerwähnten
Schacht ist ein Rauchfang angebracht.
Man fand in den Höhlenwohnungen
Aexte, Töpferwaaren, Ahlen und Nadeln
aus Knochen und verschiedene hölzerne
Werkzeuge. Auch entdeckte man Spuren
einer Verbindung zwischen diesem Dorf
und einer fünfzehn Meilen entfernten
Reihe Felsenwohnungen in einer „Wal
nut Canon" genannten Schlucht. Diese
Felsenstadt war etwa dreiviertel Meilen
lang. Auf einer fünf Meilen langen
Strecke fand man die Spuren ähnlicher
Anstellungen.
Belohnung einer Heldenthat.
Hie Legislatur von Iowa wird am 15.
d. M., dem Tage, an welchem dieselbe
das neue Capitol zu Des Moines in Besitz
nehmen wird, jenem heldenmütigen
Mädchen, welches in der Nacht des 6.
Juli 1881 mit eigener Lebensgefahr ei
nen Passaaierzug im Des Moincs-Thale
von dem Untergange rettete, eine goldene
Denkmünze im Werthe von $150,. und
$200 in Geld überreichen, als Anerken
»ung für ihre That. Der Name des
Mädchens ist Kate Shelby, und dieselbe
war zu jener Zeit 15 Jahre alt, als sie,
den Elementen Trotz bietend, zur Nacht
tit auf Händen und Knieen über die
)es Moines River Brücke kroch, um den
herannahenden Passagierzug vor der dem
selben drohenden Gefahr des Untergan
ges zu warnen. Es war nämlich an der
anderen Seite der Brücke ein Frachtzug
durchgebrochen und die Tiefe gestürzt.
Nachdem das Mädchen die That voll
bracht, stürzte dasselbe ohnmächtig aus der
Plattform zusammen, gerade als der dem
Verderben entgegengehende Zug zumStill
stand gebracht worden.
Es handelt sich nicht mehr um eine Mei
«mg, wir garantiren jede Schachtel von
jKtfer's dyspeptischen Täfelchen." Verkauft
mm F. W. Herbst.
Schlimm für die großen Vieh
Züchter auf den Ebenen —so schreibt
die „Freie Presse" in Dankton, Dakota
war die fürchterliche Kälte der letzten
Woche, die sich über den ganzen Westen
ausdehnte und in Kansas und Colorado
«och durch heftige Stürme gesteigert
wurde, so daß dort höchst wahrscheinlich
viel Vieh den Unbilden der Witterung
gern Opfer gefallen ist und der Nest so
geschwächt wurde, daß nächstes Frühjahr
noch weitere Einbußen zu erwarten sind.
Hier in Süd-Dakota scheint die furcht
bare Kälte nur wenig Schaden verursacht
zu haben, da die Liehzucht meist noch in
»hren Anfängen steht und allenthalben
für Schutz und Unterkommen der Thiere
nach Kräften gesorgt ist. Das Märchen
von der herrlichen Winterweide und die
Fabel, daß das Vieh im Winter keine
Unterkunft gebraucht, gehören glücklicher
Weise zu den überwundenen Standpunk
ttn und dürften höchstens noch in Ein
«anderungs Pamphleten Verwendung
finden. Fast alle hiesigen Viehzüchter
tettem ihr Vieh regelmäßig, geben dem
selben, bei besonders heftiger Kälte, auch
«ohl Korn- Rationen und halten dabei
das Vieh kräftig, gesund und Widerstands
fähig, während das vorwahrloste Vieh
der großen Heerdenbesitzer der Ebenen
Heils den Unbilden dèr Witterung zum
Opfer fällt, theils so geschwächt wird, daß
eB bei Anbruch des Frühjahrs der gefürch
tet«» Krankheit „black leg" erliegt.
Ein unheilvoller Irrthum
ȟrde es sein, Dr. R. B.
Pierce's '-Gold
en Medical Discovery" (goldene medizi
Wsche Entdeckung) nicht zu nehmen,
wenn Du biliös bist, an unreinem Blute
leidest ober die Schwindsucht (skrophulöse
Lungenkrankheit) befürchtest. Bei allen
Apothekern zu haben.
Trauriges End?. Chas. Del!
W
ontco, der seit zwei Wochen vermißte
Besitzer des berühmten New Dörfer Re
staurants, ist am Montag in den Orange
Bergen (N. I.) in einem Walde nahe
General McClellan's Sommerwohnung
von zwei Knaben als Leiche gefunden
worden. Die Leiche zeigte keine Spur
»on Gewaltthätigkeit, auch fehlte nichts
ßn Werthsachen. Delmonico war de,.:
Hunger und de» Kälte erlegen. Er starb
wahrWèinlich am 6. Januar um 2 Uhr
Morgens. John Dieffenthal, der bei ei
item Farmer auf dem Orange Berge ar
freitet, sah, als er von Montclair nach
Orange fuhr, einen Mann müde gegen
einen Zaun lehnend. Es ist jetzt sicher,
daß der Mann Delmonico war. Er rief
Dieffenthal an und bat um Obdach. Seine
Rede war aber so unverständlich, daß der
Farmersknecht ihn kaum verstehen konnte.
Delmonico's Sprache war sehr unoer
ständlich geworden, seitdem Irrsinn seinen
Geist umnachtet hatte. Die Nacht war
bitterkalt, aber Dieffenthal fürchtete sich
vor räuberischen Landstreichern und an
statt den Mann in den Wagen zu neh
men, wies er ihm den Weg nach dem eine
Meile entfernten Orange an. Die Wan
des Unglücklichen können von
dann ab nur gemuthmaßt werden. Wahr
scheinlich irrte er ziellos auf der breiten
zum Berge führenden Landstraße ent
lang, bis die Kälte ihn überwältigte und
er zu Tode fror. Er litt schon seit län
gerer Zeit an Geistesstörungen, und muß
auf seinen ziellosen Wanderungen den
Verstand völlig verloren haben, so daß
er schließlich, obdachlos, dem Hunger und
der Kälte zum Opfer fiel.
Northfield Avenue, wo die Leiche in
einem Graben lag, ist ungefähr zwei Mei
len vom Orange-Bahnhof entfernt. De?
Avenue entlang befanden sich hier und da
Wohnhäuser, durch bewaldete Strecken
oon einander getrennt. Die Avenue ist
eine der Hauptstraßen von Orange. Sie
erstreckt sich meilenweit über den Berg
nach St. Cloud und führt durch ein
zwischen dem ersten und zweiten Berge
liegendes Thal nach dem Passaic-Thale.
Es ist ein sehr schöner Fahrweg und wird
hauptsächlich von Denen, die Fuhrwerke
in Orange besitzen, frequentirt, aber außer
wenn die Witterung sehr schön ist, sind
wenig Menschen auf der Straße zu seyen.
Es ist daher nicht auffällig, daß der Un
glückliche dort so lange lag, bis ihn Je
mand fand. Da General McClellan,
John Crapsey Brown, Geo. B. Hecker
und andere angesehene Persönlichkeiten
in diesem Theile der Northfield Avenue
wohnen, so ist es möglich, daß Delmonico
eine dunkle Absicht hatte, zu einem von
ihnen zu gehen, daß ihm aber die Kraft
ausging, ehe er dies thun konnte.
Städte ohne Abzugskanäle.
Städte ohne Abzugskanäle haben hau
fig eine vergiftete Atmosphäre, die oft
die schlimmsten Formen von Galligkeit
und Leber- und Nierenleiden erzeugt.
Dr. August König's berühmte a mb ur
ger Tropfett kuriren auf der Stelle.
Gräßliche Unthat. Unter einer
Brücke bei Elmira, N. 3)., wurde kürzlich
die Leiche eines jungen deutschen Frauen
zimmers gefunden, das offenbar einem
Raubmord zum Opfer gefallen war. Am
Tage zuvor war das Frauenzimmer, das
in dem Orte unbekannt war, mit einem
Begleiter in einer Wirthschaft eingekehrt,
deren Eigenthümern die «eiche bestimmt
identifizirte. Die Polizei machte sich so
fort an die Arbeit, um auf den Mörder
zu fahnden, und bald wurde ermittelt,
daß Beide miteinander aus New Dorl ge
kommen waren, wo die Ermordete in der
Familie des Musikers Konrad Listemann
im Dienst gestanden war. Sie hieß Ka
tie Braderhoff, war aus Meinstadt, Amt
Zeven, in Hannover, gebürtig, seit
Jahren in Amerika und seit l^ Jahren
im Dienst der genannten Familie. Bald
hatte man nun auch den muthmaßlichen
Mörder in Gewahrsam. Derselbe heißt
William Menken oder Meinecke, undhatte,
wie es scheint, unter betn Namen Mcyt:,
seit einiger Zeit ein Liebesverhältniß mit
der Ermordeten, die er am Neujahrstage
unter dem Vorgeben, sie heirothen zu
wollen, aus New Jork fortlockte, mit der
offenbaren Absicht, sie aus dem Wege
räumen, um sich ihre kleinen Ersparni
und Schmucksachen anzueignen. Met
necke, wie wir ihn nennen wollen, wurde
in Flatbush, L. I., im Hause seiner
Schwester verhaftet, zunächst nach New
Dorf und von da nach Elmira transpor
tirt. Sein Aeußeres stimmt vollständig
mit der Beschreibung des in Gesellschaft
der Ermordeten gesehenen Mannes über
ein. In dem Zimmer, in welchem er ver
haftet wurde, fand man Schmucksachen,
welche als der Ermordeten gehörend iden
tifizirt wurden. Meinecke wurde in der
Nähe von Hoya an der Weser geboren
als 15jähriger Knabe schickte ihn sein Va
ter nach Bremerhaven, wo er in schlechte
Gesellschaft gerieth und bei einer Raufe
rei in einem berüchtigten Lokale sein lin
kes Auge einbüßte. Ein tÄler Streich,
den er ausgeführt, ließ es ihm räthlich
erscheinen, Deutschland zu verlassen, und
so kam er 1877 nach Amerika. Obschon
er hier bald lohnende Beschäftigung fand,
gab er dieselbe doch bald wieder aus, um
eine Stelle als Schankwärter in einer
nicht im bèsten Rufe stehenden Kneipe an
zunehmen. Dies brachte ihn mit den ge
fährlichsten Elementen der Bevölkerung
in Verbindung, und trotz der Bemühun
gen seiner Schwester, Frau Oßmann, und
seines als Schneider in Baltimore be
schäftigten B.uders Fritz, sank er immer
tiefer, trieb sich mit liederlichen Dirnen
v.ud Verbrechern herum und wurde schließ
lich selbst zum Diebe, was ihn in ein Bes
serungshaus brachte. In dieser Anstalt
war sein Betragen durchaus nicht muster
hast, und nur aus dringende Bitten seiner
Freunde wurde er entlassen. Zwet Mo
nate später reiste er nach Europa, von wo
er im letzten Herbst mit einer beträcht
lichen Summe Geldes zurückkehrte. Wie
er zu derselben gelangte, konnte nicht er
mittelt werden. So lange das Geld
reichte, spielte Meinecke den großen Herrn,
trieb es aber schließlich so arg, daß sein
Sckwager ihm das Haus verbot. Trotz
dem fand sich Meinecke aber doch öfters
dort ein. Unter seinen Bekannten hatte
er einen sehr schlechten Ruf. Er war als
Mädchenjäger bekannt und soll stets zu
gleicher Zeit mehrere Verhältnisse gehabt
haben. Meinecke sieht jetzt im Gefäng
nisse zu Elmira seinem Prozesse entgegen,
und wie es scheint, kann an seiner Schuld
nur wenig Zweifel herrschen.
Ueber die Bruderschaft der
„Tramps" gibt Einer, der selber dazu
zu gehören scheint und sich Suevus" un
terzeichnet, in der New Orleanser „Deut
schen Zeitung" folgende Auskunft: Diese
Leute verdienen den Namen „Tramp"
gewissermaßen nicht, denn im Ganzen ge
nommen sind sie nicht arbeitsscheu, sie ar
beiten immer, wenn sich Gelegenheit dazu
bietet im Frühjahr finden wir sie tn
Illinois und Missouri beim Pflücken von
Erdbeeren, im Sommer helfen sie dem
Farmer, oder wie ihn die „Brüder" un
ter sich nennen dem '•Hoosier'', seine
Heu- und Getreideernte einheimsen.
Von Illinois bis hinaus nach Dakota sind
diese deutschen „Tramps" zu finden ihr
Gepäck ist unbedeutend, ein Hemd und
eine Hose, gewöhnlich in ein rothes Ta
schentuch eingebunden, und ein blechener
Kochkessel, welcher im Falle der Noth
durch eine leere Austern-oder Fruchtkanne
(Bombshell) ersetzt wird. So durch
ziehen die „Brüder", wie sie sich selbst zu
nennen belieben, den Westen. Wo sich
Gelegenheit bietet, wird gearbeitet, und
natürlich auf der Reise auch gefochten.
Ist aber der letzte Cent in Spirituosen
verwandelt (denn der deutsche Tramp
verschmäht weder Bier noch Schnapps),
ist keine lohnende Arbeit zu bekommen,
und sollte das Fechten weiter nichts als
wie trockenes Brod abwerfen, dann wird
u dem letzten Mittel gegriffen, dann wird
en Hühner- und Gänseställen der Bauern
ein Besuch abgestattet. Wehe dem armen
Federvieh, im Hand- oder besser im Hals
umdrehen, verstummt ihr fröhliches Ge
gacker und Geschnatter „in des Waldes
düstern Gründen" aber kochen und bra
ten die „Brüder," ein nahes Kartoffel
oder Kornfeld liefert das nöthige Ge
müse, und möglicher Weise wird dem be
stohlenen Farmer noch das Brod für die
Mahlzeit abgeschnorrt. Im Herbste, wenn
der Wald anfängt sich zu färben, wenn
die Nächte zu kühl werden, um in Box
Cars, oder bei „Mutter Grün" zu cam
ptren, dann wandern diese Herren nach
dem sonnigen Süden. Welche ziehen es
vor, ihre Passage per Bahn oder Boot zu
bezahlen, während Andere, wegen Ueber
fluß an Geldmangel, gezwungen sind zu
„trampen". So lange die Zuckerernte
(grinding) dauert, finden die Brüder im
met Beschäftigung, und Jeder probirt ei
nett "Stake" zu machen, um die Weih
nachtsfeiertage anständig celebrirett zu
können. Sind aber die Festtage vorüber,
der letzte Dollar verjubelt und verspielt
denn die deutschen Tramps sind zum
großen Theil auch leidenschaftliche Spie
ler dann ist es Matthäi am Letzten,
die Nachfrage nach Arbeitern ist um diese
Zeit eine sehr schwache, und mit knurren
dem Magen und klappernden Zähnen
umstehen sie in Hausen die Office der
Deutschen Gesellschaft. Wer einen Spa
ziergang an das Jackson Square nicht
scheut, der kann sie dort jeden Morgen
sehen, meist kräftige, vom Wind und Wet
ter abgehärtete Gestalten. Alle Gaue
des lieben deutschen Vaterlandes sind
vertreten, und auch die Schweiz und Oest
reich stellen ihr Contingent. Ihren wirk
lichen Familiennamen führen diese Leute
nicht mehr, es ist dies meist aus Schon
ung für die vielleicht noch lebenden alten
Eltern, denn viele dieser Tramps sind
„guter Leute Kind", und wohl wenigen
wurde es an der Wiege gesungen, daß sie
noch die Legion der Vagabunden im fer
tteit Amerika vermehren würden. Hin
gegen sind die Brüder" reich an Pseudo
Namen, es finden sich Bismarck, Blücher
und Moltie, Kaplan und Papst, ferner
Lotterie-, Butcher- und Keno-Schmidt,
N. O. Schuster und Humbug-Schuster,
Garibaldi und auch ernt (^K^Muttsr
u. f. TO. unter ihnen.
HorSford'S Arid Phosphate.
Werthoolle Medici«.
Dr. SB. H. Parmelee, Toledo, £)., sagt:
„Habe dies Acid bei vielen Arten von Krank
heiten verschrieben und wurde reichlich über
zeugt, daß es ein werthvoller Zusatz zu unserer
Liste medicinischer Heilmittel ist.
Deutsch sprechende Indianer.
Gin vielgereister Deutscher macht tu
der „Abendpost" von San Francisco fol
genve Mittheilung:
„Im vorigen Jahre bereiste ich Mexiko
in Gesellschaft eines anderen Deutschen.
Wir kamen aus dem Süden und waren
aus der Reise nach Guaymas. Nördlich
von Saltio, einem Städtchen von etwa
zweitausend Einwohnern, im nordwestli
then Mexiko, gewahrten wir, nachdem
wir fünf Tage lang kein Haus, keinen
Herd, keinen Menschen gesehen hatten und
wenig aus dem Sattel gekommen waren,
eine sogenannte „Lugar," auf deutsch
etwa Dorf. Ich sah vierzig oder fünfzig
kleine Lehmhütten thalwärts, die mir—
meinem Gefährten war der Platz bekannt,
weil er bereits früher an derselben Stelle
gewesen, Alles das, was ich jetzt erzählen
will, für ihn mithin nichts Neues war—
vielleicht überhaupt nicht auffällig erschie
nen wären, hätte ich nicht freundliche
Rauchwolken gen Oben wirbeln sehen.
Denn sie zeigten, daß Menschen in der
Nähe wohnten, also guter Grund vorhan
den war, aus eine wenn auch noch so pri
mitive Ruhestätte und vor allen Dingen
auf eine Mahlzeit zu hoffen.
Mein Begleiter sagte mir, daß mir
eine Ueberraschung besonderer Art bevor
stehe. Wir ritten noch hundert Schritt
oder einige mehr und befanden uns in
einem Jndianerdorf, das auf mich keinen
besonderen Eindruck machte, obgleich mein
Gefährte sich mit einem verschmitzten Lä
cheln aus dem Sattel hob, um in die
„Hacienda" zu eilen und den Eigenthü
titer zu wecken es war nämlich Nachmit
tags, wo in einem mexikanischen Jndia
nerdorf Alles schläft.
Ich sollte dem mir gegebenen Bei
spiel, als sich in der Thür der vor uns
liegenden Lehmhütte eine prächtige, mus
kulöse Jndianergestalt zeigte, die uns zu
erst fragend ansah, dann meinem Gefähr
ten die braune Rechte entgegenstreckte und
im dialektsreiesten, kräftigsten Deutsch die
mir noch heute im Gedächtniß liegenden
Worte ausrief: „Ja Anton, wo kommst
Du denn her? Das ist ja eine Freude,
die ich mir gar nicht hätte träumen las
sen!" Ich muß in diesem Augenblick
ein entsetzlich dummes Gesicht gemacht
haben. Hier in einem mexikanischen Jn
dianerdorf reines Deutsch zuhören u. aus
dem Munde eines mexikanischen India
ners ja, wenn das einen Menschen
für den Augenblick nicht perplex machen
soll!
Doch das Räthsel löste sich auf. Wir
befanden uns in einer alten mexikanischen
Jndianer-Ansiedlung, die dem Stamm
„Wajash Venu Vennie" angehört und
deren Häuptlinge und Aelteste im mexi
kanischen Bürgerkriege, 1866 oder 67, in
die Hände der „Kaiserlichen," also der
maximilianischen Truppen fielen und in
der Gefangenschaft zum ersten Male
Deutsch vernahmen. Sie wurden gut
verpflegt, hatten jedenfalls ein schlimme
res Schicksal erwartet und lernten aus
diesem Grunde und weil sich noch ver
schiedene andere Umstände dem eben Ge
sagten zugesellten (Mischehen zwischen
Deutschen, resp. Oestreichern, die mit dem
unglücklichen Max gekommen, und In
dianerinnen in erster Reihe), ihre ur
sprünglichen Feinde achten und lieben.
Aus dieser Zeit stammt der Gebrauch,
daß im Stamme der „Wajash Venu
Vennie" (deutsch etwa: „Von allen krie
gerischen Stämmen die kritischsten")
Deutsch gesprochen wird. Jetzt noch,
nach Verlauf von mehr denn einem Hai
ben Menschenalter und nach einer voll
ständigen Amalgamirung der dortigen
weißen und farbigen Rasse, gibt es unter
den vierzig oder fünfzig Familien des
Stammes kaum vier oder fünf, die nicht
mehr oder weniger Deutsch verstehen
mehr als die Hälfte derselben aber ist der
deutschen Sprache vollständig mächtig.
Nachdem endlich der gegenwärtige Häupt
ling des Stammes der glückliche Gatte
einer drallen Steiermärkerin geworden
ist, die ihren Bruder in Mexiko verloren,
dafür aber ihrem Gatten vor zwei oder
drei Jahren ein „Baby" geschenkt hat,
hat der Stamm den Namen "Homdre
tirande Alleman" angenommen und
nennt sich nicht selten auch mit Vorliebe
deutscher Stamm.
So erzählte mir unser freundlicher in
dianischer Wirth in der Hacienda, ber,
als wir unser Mahl eingenommen hatten
und für bass°rt ^hlen wollten, die An
nähme Ua Geldes auf das Entschiedenste
verweigerte, dafür aber den jungen Bur
schen des Dorses gestattete, Fünf- und
Zehn-Centstücke, welche wir austheilten,
auf einen Stock zu legen und sie dann aus
einer Entfernung von zwanzig bis drei
ßig Schritt mit dem Bogen herunterzu
schießen, ein Kunststück, das Allen vor
trefflich gelang.
Mir hat es im Stamme „Wajash Venu
Vennie" vortrefflich gefallen die Mätt
net sind prächtig gebaute Gestalten und
die Frauen die zierlichsten, die ich unter
den Mexikanern gefunden habe. So
kam ich unter Indianer, welche deutsch
sprechen!"
Wenn das Blut unrein, dick und schwer
flüssig, oder wenn es dünn und verarmt ist,
so muß die Gesundheit leiden. Unter solchen
Umständen entwickeln sich Geschwüre, Finnen,
Kopfweh, Neuralgie, Rheumatismus und an
dere Krankheiten. Man nehme Ayer's Sar
faparilla ein, und es wird das Blut rein, reich
haltig, warm und belebend machen.
Durch seine eigene List erfchos
s e n."Cleveland, 9. Jan.—Morgan Machai
ner, Ticket-Agent der Connotton Valley Bahn
in Hartville, vermißte seit einiger Zeit Eisen
bahn-Billets. Um den Dieb zu sangen, brachte
er eine Flmte in der Weise an, daß die Flinte
sich entladen muhte, sobald Jemand die Thüre
öffnete. Als er heute früh nach der Office
ging, vergaß er seinen Apparat und öffnete
die Thüre wie gewöhnlich. Die Flinte ent
rde tödM"
lud sich und er wurde tödtnch verwundet.
s a a
Deutschland.—DieLiberale« un
gehalten.—Berlin, 11. Januar.—Es
heißt, daß die Liberalen sehr ungehalten
über die Beamten des preußischen Abge
ordnetenhauses seien, die erklärten, daß
ein Antrag, Trauerbeschlüsse in Bezug
auf bas Ableben des Dr. E. Laster zu
fassen, außer Ordnung sei, da Laster
schon aufgehört habe, ein Mitglied der
Kammer zu sein, ehe er Deutschland ver
lassen habe. Die Freunde Laskers stel
len diese Handlungsweise derjenigen des
Repräsentantenhauses in Washington,
das Trauerbeschlüsse gefaßt hat, gegen
über.
London, 6. Januar. Professor
Binbing von ber Universität Leipzig griff
in einer seiner letzten Vorlesungen bte
Haltung bet Regierungen Englands.
Amerikas und der Schweiz der nihüisti
schen Propaganda gegenüber sehr bitter
an und bemerkte unter Anderem, daß viele
Regierungen die Königsmörder öffentlich
beherbergten und die fanatischen Zwecke
von Leuten ernmthigten, welche kein be
stehendes System respektirten und deren
Bestrebungen auf eine mögliche Selbst
erhöhung infolge von Anarchie und Blut
vergießen hinausliefen. Mehreren schwei
zerischen Studenten, welche bei der Vor
lesung zugegen warnt, gefiel diese Sprache
des Professors nicht, weßwegen sie einen
Protest an die schweizerische Gesandtschaft
nach Berlin einschickten. Doktor Roth,
der Gesandte der Schweiz in Berlin, sagte
in seinem Antwortschreiben, daß seine
Regierung keine Schritte bezüglich der
persönlichen Ansicht eines einzelnen Man
nes thun könnte, selbst wenn dieser Mann
auch ein prominenter Professor sei. Er habe
die ganze Angelegenheit der schweizerischen
Regierung unterbreitet, welche sich voll
ständig seiner Ansicht anschließe.
Der talentvolle und vielgenannte
Münchener Bildhauer Lorenz ©ebon
ist am 27. Dezember gestorben.
In Hamburg ist das Weihnachtsfest
von fünf Familien in recht trauriger
Weise begangen worben. Vom Post
dampfer „Saxonia" fuhr Abends ein
Boot mit neun Arbeitern nach gethaner
Arbeit nach betn St. Pauli Fischmarkt
ab. Leider gerieth das Boot in's Schwan
ken und die Arbeiter stürzten in's Was
fer. Trotz sofortiger Hilfe gelang es
doch nur, vier Mann zu retten, während
fünf Arbeiter, sämmtlich Familienväter,
ihren jähen Tod fanden. Es ist trau
rig, daß zumeist die Leute, welche sich fast
ausschließlich auf dem Wasser bewegen,
nicht schwimmen können, sonst hätte so
nahe am Lande ein solches Unglück nicht
passirett können.
Zum Stuttgarter Raud-At
tent at.—Ein guter Fang ist der Ham
burger Polizei durch die vor Kurzem er
folgte Ergreifung des Schlossers Hetzel
gelungen. Der Bursche hat vor mehre
rett Iahten in Stuttgart eine Wittwe
Peppier, von welcher er wußte, daß sie
sich im Besitze nicht unbedeutender Geld
mittel befand, räuberisch in ihrer Woh
nung überfallen und sie, sowie ihren
Sohn mit einem Messer nicht unerheblich
verwundet. Nach dieser That gelang es
ihm, zu entkommen. Wie sich später er
gab, flüchtete er sich in die Schweiz. Dort
verübte et einen großen Uhrendiebstahl,
indem er fast ein ganzes Uhrenlager aus
raubte. Beim Verkaufe einer der ge
stohlenen Uhren in Straßburg fiel er der
Polizei in bte Hände. Er wurde hieraus
wegen versuchten Raubmordes zu fünf
zehnjähriger Zuchthausstrafe verurtheilt.
Im Stuttgarter Pönitentiarhause über
fiel er eines Tages einen der Aufseher
und richtete denselben mit einem Stein
Hammer übel zu. Später simulirte er
Irrsinn und wurde deshalb in bie Win
nenthaler Anstalt zur Beobachtung ge
bracht. Das war im letzten Spätsom
mer. Von Winnenthal ans gelang es
ihm, zu entkommen, uttb zwar mit seinem
damaligen Genossen Haller. Seitbem
hatte man von bent gefährlichen Jndivi
buum keine Spur mehr. Jetzt, wo es
bett Hamburger Sicherheitsorganen ge
lungen ist, bett Patron wieder dingfest
iU machen, beschuldigt er sich selbst der
Theilnahme an betn Raubmorbansalle
auf den Bankier Heilbronner in Stutt
gart. Hetzel ist am 18. Dez. von zwei
Polizeibeamten aus Stuttgart, welche in
Hamburg eingetroffen waten, dorthin
transportirt worben. Die Beamten zwei
feln daran, baß bie Selbstbefchulbignng
begründet ist.
Unglücksfall in einer Bi
i o e k.—Aus Göttingen schreibt man
der „T. R." unter dem 18. Dezember:
„Die Räume der hiesigen neuen Univer
sitäts'Bibliothek waren heute der Schau
platz einer ergreifenden Trauerseier zu
Ehren des am Sonntag verstorbenen Cu
stos der königlichen Universitäts-Biblio
thek, Dr. Gustav Löwe, eines hervorra
aenden jungen Gelehrten, der als Plau
tus-Herausgsber und Hauptkenner der
lateinischen Glossare sich einen weithin
geachteten Namen erworben hatte. Sein
Ende war ein tragisches. Er stürzte aus
den oberen Stockwerken der Bibliothek
burch ben Schacht des Bucheraufzuges in
das Ervgeschoß und erlitt einen Schädel
bruch. Die Trauer um den liebenswür
digen Freund und Kollegen, den beschei
denen, kenntnißreichen Gelehrten und
diensteifrigen, beliebten Beamten ist eine
allgemeine. So gaben ihm denn auch
außer seinen Freunden und Kollegen bei
nahe alle Lehrer der Universität und eine
große Anzahl der Studirenden das letzte
Geleite."
Der Mann, mit welchem sich bie
W i w e e s o e s s o s a n s v o n
Putt Iitz »erheirathet hat, ist der Lega
tionsrath von Heyking, ein geborener
Russe, der auf Bisntark's Wunsch in den
deutschen diplomatischen Dienst getreten
ist und eine glänzende Laufbahn vor sich
haben soll. Die Frau ist eine Tochter
des preußischen Gesandten in Karlsruhe,
Grafen Flemming.
Frankfurt a. M., 22. Dez. Wer
mag nur der freche Spitzbube sein, der
mir das Holz stiehlt? dachte ingrimmig
ein braver Bürger unseres benachbarten
Fccheitheims, als er wiederholt einen auf
fälligen Abgang an feinem Holzvorrathe
bemerkte. Die Fechenheimer sind ener
gische Naturen und nicht gerade wählerisch
in ihren Mitteln, wenn es sich darum
handelt, jemandem und sei es selbst der
Bürgermeister, einen Denkzettel zu geben.
Es darf daher nicht wundern, daß der
biedere Bürger Folgendes that, um den
Holzdieb kernten zu lernen, resp, um ihn
zu strafen. Er bohrte ein Holzstück an,
that eine kräftige Ladung Schießpulver
hinein, verkeilte es gehörig, damit es der
Dieb nicht merke, und warf das Holz
wieder auf den Haufen. Zwei Tage
darauf fuhr der Kochofen seines Herrn
Schwiegersohnes unter gewaltiger Deto
nation auseinander und das Sauer
kraut, der Schweinebraten und der Kar
toffelbrei waren zum Kuckuck. Seitdem
vermißt der Schwiegervater kein Holz
mehr.
Brennende Billardbälle.—
In der Barwieck'schen Wirthschaft an der
Hamburgerstraße in Altona wurden die
ser Tage die anwesenden Gäste dadurch
erschreckt, daß, als zwei Herren daselbst
Billard spielten, plötzlich zwei Bälle beim
Zusammenstoß in Brand geriethen und
auch das Billardtuch anbrannte. Der
Wirth hatte einen Satz dieser Bälle zur
Aushülse angeschafft, weil er seine Elfen
beinbälle gegenwärtig abschleifen läßt.
Die dafür gelieferten Bälle bestehen aus
Hartgummi mit einem glatten Ueberzug,
anscheinend Celluloid sie sind einem
Chemiker zur Untersuchung übergeben
worden, da abgeschälte Theile dieser Gla
für, an ein brennendes Streichholz ge
halten, wie Schießbaumwolle auflodern.
Vom Harz, 22. Dezember.—Iii St.
Andreasberg befassen sich etwa 850 Fa
milien, ziemlich die Hälfte der Bevölke
rung, unv zwar mit geringer Ausnahme
die ganze Zahl der Berg-, Hutten- und
5 Fabrikarbeiter, mit der Canatienvogel
zucht. Die Zahl der jährlich gezüchteten
Vögel wird aus 17,000 bis 18,000 Stück
Hahne und ebensoviel Hennen geschätzt.
Der größte Theil wird an Händler ver
kauft, der Rest durch Einzeloerkauf abge
fetzt. Etwa 6000 Stück Hähne werden
nach England und Nordamerika ausge
führt, während der Rest sich durch Mas
sen- und Einzelverkauf auf die Länder des
europäischen Festlandes vertheilt. Der
Preis pro Stuck stellt sich im Durchschnitt
für Hähne auf 6,50 beim Massenverkauf
und auf 15 Mark beim Einzelverkauf,
für die Hennen auf 35 Pfg. Der aus
der Canarienvögelzucht dem Orte zuflie
ßende Geldertrag ist. insgesammt auf
160,000 bis 180,000 Mark, der Reinge
winn (nach Abzug der Futterkasten
2c.)
auf 110,000 bis 130,000 Mark zu schätzen,
abgesehen von der Auslage von ca. 24,
000 Mark für bie zum Vertrieb unb zur
Zucht ber Vögel nöthigen Utensilien.
Die Gemeinbe Lorch stand vor der
Gefahr eines Bergrutsches, wieder
selbe seiner Zeit bei Caub stattgefunden
hat. Um den etwaigen Folgen eines
solchen nun vorzubeugen, wurde die dro
henbe Stelle theilweise abgetragen und
die Gefahr dadurch einigermaßen besei
tigt. Nach Paragraph 18 des Gemein
depolizeigesetzes sollten die etwa 36,000
M. ausmachenden Unkosten von der Ge
meinde getragen werden. Dagegen sträub
te sich der Gemeinderath und hat seine
Ansicht auch nicht geändert, nachdem 10
M. Strafe für jeden der renitenten Ge
meinderäthe angesetzt waren. Daraus
hin erklärte bet betreffende königliche
Amtmann zu Rübesheim im Auftrage
der Regierung zu Wiesbaden, der Bü'r
germeister Altenkirch sei angewiestn, 36,
000 M. aufzunehmen und das Entetg
nungsrecht für die im Bergrutsch liegen
den Weinberge nachzusuchen. In Folge
dieser Mittheilung hat der ganze Gemein
berath seine Entlassung genommen unb
erhalten unb zwar mit dèm Zusatz, daß
baburch jedes seiner Mitglieder das aktive
und passive Wahlrecht verloren habe.
Ein seht bebeut enbet Juwelen
biebstahl, bet am 24. Dezember in
Berlin mit seltenem Rasfinement-vollführL
würbe, bildete die Weihnachtsüberrasch
ung der dortigen Kriminalpolizei. In
einem im Zentrum der Stadt belegenen
Juwelengeschäft fanden sich etwa um 6
Uhr Abends, als bet Laben mit Einkäu
fern gefüllt war, zwei elegant gekleidete
Frauenspersonen ein, welche sich Brillant
ringe zeigen ließen und dabei in bekann
ter Manier manöverirten. Die Eine be
schäftigte einen der Verkäufer, die Andere
ließ inzwischen ein rothbraunes Lederetui,
das 150 Brillantringe mit je einem Stein
verschiedenster Größe (von 4 bis 4 Karat)
enthielt, in ihre Manteltasche verschwin
den. Der Diebstahl wurde noch an dem
selben Abend bemerkt und Anzeige bei der
Kriminalpolizei erstattet. Die dabei ge
gebene Personalbeschreibung der der That
verdächtigen Frauenspersonen und das
internationale Verbrecheralbum, schafften
baldigst Gewißheit über die Personen der
Diebinnen zweier berüchtigter Laden
diebinnen betten bie Polizei bereits
auf ber Fährte ist. Die Ringe repräfen
tiren einen Werth von 60,000—100,000
Mark, bie Schätzungen varuren. Die
von der befohlenen Firma ausgesetzte und
durch Säulenanschlag versprochene Beloh
ming für die Ergreifung der Thäter und
die Wiederhetbeischaffung der Werthob
jekte, beträgt 3000 Mark.
In Köln fand man am 25. Dezem
ber, Abenbs 6 Uhr, in bet Glockengasse,
einer ber belebtesten Straßen, ben Uhr
macher Stockhausen nebst Mutter burch
Messerstiche ermordet vor. Der sofort
herbeigerufene Arzt, Dr. Braubach, kon
statute bei Stockhausen bret Stiche, wo
von einer in's Herz gegangen die Leiche
ber Mutter zeigte zwei Messerstiche. Au
ßerdem stellte der Arzt fest, daß der Mord
wahrscheinlich in der Nacht zwischen 11
unb 12 Uhr erfolgt sein müsse. Es seh
len nur einige Uhren, aus dem Tische la
gen eine Anzahl Uhrschlüssel ausgebreitet.
Es ist beshalb anzunehmen, daß der oder
die Mörder nach Uhrschlüsseln gefragt
hatten, bann mit mehreren Uhren ent
flohen, aber von Stockhausen und seiner
Mutter verfolgt worden waren, wobei
diese niedergestoßen wurden.
Von der beutschen Hauptstabt
Berlin kommt wieber einmal eine Hos
skanbal-Geschichte. Prinz Friedrich Karl
(der rothe Prinz), Neffe des Kaisers und
einer der besten Generäle des deutsch
französischen Krieges, schon lange als
nicht besser benn sein Vater bekannt,
spielt in bem Skandal die Hauptrolle.
Wie verlautet, soll die Gattin des rothen
Prinzen, Prinzessin Maria Anna, Tochter
des Herzogs Leopold Friedrich von An
halt, untrügliche Beweise der Untreue ih
res Gemahls entdeckt, und zwar soll Letz
terer ein Verhältniß mit einer Hofdame
ber Kaiserin unterhalten haben. Ob
wohl das Vergehen des Gatten schon
mehrere Jahre alt sein soll, ließ es bie
Prinzessin nicht auf sich beruhen unb con
srontirte ben Gsmahl mit ber Dame, wo
bei es zu einer äußerst, heftigen Scene ge
kommen sein soll, ittbem die betrogene
Gattin verlangte, der Gemahl solle in
Zukunft nicht mehr mit der Dame spre
chen. Er weigerte sich indessen, bem
Verlangen zu willfahren, worauf bie wü
thende Gattin drohte, die Angelegenheit
vor's öffentliche Gericht bringen und aus
Scheidung klagen zu wollen. Dies ist
aber noch nicht geschehen, und bie Berli
ner Ze'tungen enthalten auch nur ent
fernte Anspielungen betreffs bes Skan
dals. Es hat indeß verlautet, daß Prinz
Friedrich Karl die Angelegenheit inzwi
schen feinem Onkel dem Kaiser vorgelegt
und erklärt hat, sich dessen Entscheid sü
gen zu wollen. Der Kaiser hat darauf,
indem er zugleich seine tiefe Betrübniß
über den Vorfall aussprach, verfügt, daß
eine Ehescheidungsklage nicht zulässig sei,
eine Trennung jedoch unter vorheriger
Regelung der Erbangelegenheiten der
Prinzessin unb ihrer Kinder stattfinden
könne. Das Letztere soll nun einer Ka
belbepesche zufolge auch bereits geschehen
fem.
Oestreich.—Wiener Mordthaten.
Wien, 11. Jan. Die Männer, welche
bett Geldwechsler Effert angriffen, sowie
ihn und seine drei Kinder tödtlich ver
wundeten, stahlen 3000 Gulden. Eifert
ist im Stande, eine Beschreibung seiner
Angreifer zu liefern. Einet seiner Söhne
ist todt. Dem ältesten der beiden Kin
der ist das Augenlicht zerstört. Die Mut
ter kam nach Haus, kurz nachdem bie
Mörber fort waren.
Scherns, ber angeklagt ist, vier Mäd
chen ermorbet zu haben, nachbem er ih
nen ihr Gelb unter Heirathsversprechun
gen abgelockt, hat ein Geständniß abge
legt. Ein Mitschuldiger, Namens Schloß
arch, ist verhaftet worden. Scherns ge
stand, daß er seine Tante und Nichte er
mordet habe. Er gibt an, daß eine Ban
de von sechszehn Personen bie Morbtha
ten geplant habe.
Solbaten-Exceß bei Wien.
Am 27. Dezember war das Nimböck'sche
Gasthaus an der Simmering'schen Haupt
straße von zahlreichen Arbeitern und etwa
50 Soldaten des 8. Dragoner-Regiments
besucht, die sich sehr lebhaft am Tanze
betheiligten. Um 11 Uhr Nachts sor
derte ein Dragoner ein Mädchen zum
Tanze auf, das ihm den Tanz verwei
gerte, da der Geliebte ihr mit einem Frem
den zu tanzen verboten hatte. Der Dra
goner versetzte darauf dem Mädchen eine
Ohrfeige, welche das Signal zu einer
Balgerei wurde, an der sich nach wenigen
Minuten sämmtliche Anwesenden, 5
600 an der Zahl, betheiligten. Die Dra
goner schlossen sich mit gezogener Waffe
zu einem Kreise zusammen, während die
übrigen bem Civil angehörenden Anwe
senden sich mit Stühlen, Stöcken, Glä
sern bewaffnet, gegen bie angreifenden
Dragoner verteidigten. Eine rasch her
beigeholte Patrouille des in der Renn
weg-Kaserne dislozirten Deutschmeister-
Regiments forderte die Dragoner aus,
Frieden zu halten, wurde aber unter
Hohnreben zurückgewiesen. Kurz baraus
erschien eine von einem Offizier befehligte
verstärkte Patrouille, welche öie Dragoner
mit aufgepflanztem Bitjomtetc au3 5em
Lokale drängte. Auf dem Rückzugs rich
teten die rasenoen Kavalleristen noch eine
heiiloie Verwüstung an. Wai» sie errei
chen konnten, zertrümmertm sie, Gläser,
Tische, Teller, die Bildet an den Wfor
den, sämmtliche Fensterscheiben und Glas
thüren die Gla-5?uster wurden in Stücke
geschlagen. Selbst die Privatwohnu/:g
des Wnthes war von der allgemeinen
Verwüstung nicht verschont geblieben, und
auf ber Straße noch setzten die Dragoner
ben Kampf gegen die Patrouille fort, wet
che die èrcedenten unter Beihülfe der
Sicherheitswache nur einzeln entwaffnen
und verhaften konnte. Es find zahllose
Verwundungen von Civilpersonen und
von Militärs vorgekommen. Sowohl die
Patrouille, wie die Dragoner, haben viele
Verwundete. Sechszehn Kavallerie-Säbel
blieben aus dem Kampfplatze zurück. Der
angerichtete Schaden, den der Wirth er
leidet, beläuft sich aus 800 Gulden.
Der Exceß wurde von Dieben dazu be
nutzt, zahlreiche Kleidungsstücke, die in
dem verwüsteten Lokale im ersten Aus
rühr ohue Aufsicht zurückgelassen worden
waren, zu entwenden.
Aus Pest wird der „Wr. Allg. Ztg."
ein Erlaß des ungarischen Kommunika
tionsministers Baron Kemmeny mitge
theilt, der nichts Geringeres zum Zwecke
hat, als die Schonung der Teppich*
auf der Treppe des Ministeriums. Der
von dem Minister eigenhändig geschrie
bene Erlaß verordnet nämlich, daß von
nun ab nur die Beamten vom Ministerial
rathe auswärts die Teppiche, welche über
die Treppen des Ministerpalais gelegt
sind, betreten dürfen. Alle Beamten
niedrigerer Rangklassen haben die vom
Teppiche nicht bedeckten Theile der Stu
fen zu ihrem Auf-und Abstiege zu be
nützen. Diese Sparsamkeit des Ministe
riums wird nicht verfehlen, auf den euro
päischen Finanzmarkt den günstigsten
Einbtuck zu machen. Dabei muß ja
bas ungarische Budget ins Gleichgewicht
kommen.
Frankreich. Eine Gruben-Ex
plosion. Paris, 12. Jan. Wäh
rend heute Nachmittag eine Anzahl Berg
leute in zwei Kohlengruben zu Perjay,
Frankreich, arbeiteten, ereignete sich eine
Explosion, burch welche 7 Bergleute ge
tobtet unb 20 verwundet würben.
Aegypten.—Räumung von Khar
tum. Cairo, 13. Jan. Der neue
Kriegsminister Abd-el-Kader wird sich
nach Khartum begeben, um die Räumung
dieses Pla|es3durch die egyptischen Trup
pen zu leiten. Die Kanonen werden
vernagelt und das Pulver vernichtet wer
den. Man glaubt, baß in Zukunft alle
Anstrengungen sich auf Massowah unb
Suakim beschränken werben.
Cairo, 14. Jan.—-Eine Depesche
aus Khartoum zufolge, hat sich das Volk
auf beiden Seiten des blauen Nils für
El Mahdi erklärt. Alle Communikation
mit Senaar ist unterbrochen. Die Dam
pfer, die mit Truppen und Depeschen nach
Senaar geschickt wurden, sind zurückge
kehrt, nachdem sie nur eine kurze Strecke
den Nil hinaus gefahren waren. 30,000
Rebellen haben Halifeh, an der Telegta
phenlinie am weißen Nil, besetzt.
Türkei. Ueber eine Brandka
tastrophe, welche bie israelitische Schule
in a lata, einer Vorstadt von Con
stantinopel, betraf, werden die folgenden
Einzelheiten gemeldet: Die Flammen,
die zuerst im Souterrain des Gebäudes
gesehen wurden, griffen mit solcher Schnei
ligkeit um sich, daß den meisten Kindern
der gewöhnliche Ausgang versperrt wurde.
Viele sprangen aus den Fenstern der obe
ren Stockwerke auf Decken herab, die auf
der totraße ausgebreitet gehalten wurden,
wobei mehrere mehr oder weniger erheb
liche Verletzungen davontrugen. Die Kin
bet, welche nicht den Muth hatten, her
abzufpringen, würben hinuntergeworfen
unb in ben Decken aufgefangen. 19 ver
kohlte Leichname sinb gefunben warben,
allein man füchtet, baß mehr umgekom
men sinb, ba int Ganzen 30 Kinder ver
mißt werden. Die Leiterin der Schule
verlor übet die Größe des Unglücks den
Verstand und warf sich aus dem Fenster
auf die Straße hinab, wo sie zerschmettert
wurde. Die enge Straße verhinderte
ein thatiges Eingreifen ber Feuerwehr.
China. Kriegsvorbereitun
gen. Lonbon, 14. Jan. Eine De
pesche von Canton melbet, bte Behörben
bieset Provinz rüsten eifrig zum Kriege.
Sie bauen eine Telegraphen-Linie zwi
schen Canton unb ber Tonquiner Grenze.
Der Vice^König von Canton hat eine
Proklamation erlassen, worin er bie Be
wohner auffordert, sich zur Bekämpfung
bet französischen Eindringlinge zu rüsten.
Zu gleicher Zeit drückte er jedoch freund
schaftliche Gesinnungen gegen die anderen
Nationen aus. Es heißt, daß sich die
chinesische Regierung nun definitiv ent
schlossen habe, ihre Truppen nicht von
Bacninh zurückzuziehen, wo es wahr
scheinlich binnen Kurzem zu einer entschei
denden Schlacht kommen wird. Sechs
tausend Mann chinesischer Truppen sind
nach der Insel Hainan geschickt worden.
Es 'waren alle kräftig gebaute Leute, und
waren diese auch ziemlich gut bewaffnet,
dagegen schlecht einexerzirt. Im Canton
Fluß sinb viele Fahrzeuge versenkt wot
bett, um fremden Kriegsschiffen bie Ein
fahrt unmöglich zu machen.
Hongkong, 14. Jan. Es verlau
tet, baß ber französische Vortrab bereits
HaiPhong verlassen hat unb man erwar
tet, daß der Angriff auf Bacninh am Don
nërstag erfolgen wird.
Dampfet Unfall. Shanghai,
14. Jan.— Der Dampfer „Hwai-Iuen",
von hier nach Hongkong, scheiterte an der
Hie Shan Insel. Fünf Eingeborene wur
bett gerettet. Es ist nichts übet ben Rest
ber Besatzung, 6 Europäer und 198 Ein
gebotene, bekannt.
Dr. Pierce's "Pleasant Purgative
Pellets" (angenehme Absührpiüchen) sind
mit Zucker überzogen und in Glasflaschen
eingeschlossen, wobei ihre heilkräftigen
Eigenschaften für alle Zeit und in jedem
Klima bewahrt bleiben, so daß sie immer
frisch und zuverlässig sind. Keine billige
Schachteln von Holz oder Pappdeckel.
Bei Apothekern.
Nachrichten ans HSio.
Der Konttakt für dsn Bau des neuen
Courthauses in Marion wurde an Leffler
Bland von dort zum Preise von $98,900 ver
geben.
Die aus der Delaware Jatl ent
flohenen Arrestanten Charles Kinzie
und Chas. Smith wurden in Find lay wie
der eingefangen.
Richter Blondin in Cleveland
hatte den sittlichen Muth, gegen die Lake Shore
Bahn eine Jnjunktion zu genehmigen, welche
dieser Bahn verbietet, der Standard Oil Com
pany billigere Frachttaten zu gewähren, alS
anderen Leuten.
In Cincinnati fiel Fred. Kißling, ein
Schneider seines Geschäftes, die Stiege hin
unter und brach den Hals.
Herz ler Bros.' Mahlmühle in
Millersburg, Holmes County, brannte
am 9. Januar nieder. Verlust $60,000, Ver
sicherung $40,000.
DieChagrinFällsPapierComp.,
die vor zehn Jahren gegründet wurde, hat fal
lirt. Di? Aktiven betragen 550,000, die Pas
siven sind größer, doch wie viel, ist nicht be?
kannt.
Die neueste Sensation in Meso«
potamia, Warren County, ist das Durch
brennen des reichen Kaufmannes und promi
nenten Kirchen-Mitgliedes O. W. Leland mi
der Frau eines anderen Mannes, während er
bte eigene Familie im Stich ließ.
Nahe Flint Ridge nahmen Herr und
Frau Gutridge am letzten Freitag ihren Säug
ling mit, als sie zu Verwandten auf Be
such fuhren, denselben zum Schutze gegen
die Kälte gut einwickelnd. Als sie bei ihren
Verwandten ankamen und das „Baby" aus
wickelten, war es erstickt.
Niemand, der an fkrophulösen Krank
heiten leidet, darf an seiner Heilung verzwei
seln, wenn er Ayer's Sarparilla gehörig ge
braucht. Sie befreit das Blut von allen Un
reinigkeiten, zerstört dadurch die Keime, aus
betten sich Strophein entwickeln, und gibt dem
ganzen Körper neues Leben und neue Kraft.
Auch ein Motiv.—Cincinnati, 9. Jan
Anna Stump, eine 80jährige Wittwe aus Co
lumbia, beging heute Morgen Selbstrwrd, in
dem fie Strychnin nahm. Sie hatte das Gift
vor ungefähr sechs Monaten gekaust, um ein
kleines Hündchen zu todten. Sie fürchtete näm
lich, sie würde vor dem Thiere sterben, so daß
dieses keine Beschützer in der Welt haben wüv
de, die es so gut behandeln würden, wie sie es
that. Als sie ihren Liebling vergiftet hatte,
begann sie melancholisch zu werden und heute
machte sie in einem Anfall von temporärem
Wahnsinn ihrem Leben ein Ende.
Erfroren. Mt. Vernon, 8. Januar.—
Dr. Gordon und George Venning entdeckten
gestern, während sie sich aus der Jagd befan
den, eine verfallene Hütte an der alten Straße
nach Columbus und in solcher die Leiche eines
Mannes, der augenscheinlich erfroren'ist. In
einer Tasche seines Rockes fand sich ein Mili
tar-Entlassungsschein, aus welchem hervorgeht
daß der Verstorbene als Gemeiner bei Com
pagnie F. des 12. Jnf.-Regiments O. V. I.
gestanden hat. Dieser Schnn stak in einem
Couverte. das an Joseph' T. Taylor, New
Castle, O., adressirt ist. Dr. Gordon brachte
die Leiche in seinem Schlitten nach Mt. Vernon
und übergab sie dem Sheriff ein Inquest
wird morgen abgehalten werden.
Ein Mord. Cleveland, 9.Januar.
Paynesville ist in großer Aufregung über den
ersten seit dreißig Jahren verübten Mord.
Früh am Abend trat der in Fairport wohn
hafte James McCrane in Hennesy's Wirth
schaft und an den daselbst Billard spielenden
.Henry I. Rauch tretend, sagte er ihm, daß er
mit ihm etwas sprechen möchte. Die Beiden
gingen zur Hinterthür hinaus. McCrane kam
bald zurück und an einen von Rauch's Gefähr
ten tretend, sagte er: „Gehen Sie hinaus und
nehmen Sie Ihren Todten aus." Die Leute
stürzten aus der Wirthschaft und fanden Rauch
besinnungslos im Schnee. Ein herbeigerufe
iter Arzt erklärte ihn für todt. Eine Wunde
über dem linken Auge läßt schließen, daß er
mit irgend einer harten Waffe getroffen wur
de, oder schwer gegen etwas siel. McCrane
ist noch nicht verh «stet worden. Er ist 19
Jahre alt. Rauch ist 20 Jahre alt.
Feuersbrünste.—Ashtabula, 9. Jan.—
Im Ashtabula House Block, dem Hauptblock
der Stadt, brach um 1 Uhr heute Morgen ein
Feuer aus. Der Schnee lag 2 Fuß ties und
die Spritzen konnten nur unter großen Schmie
rigkeiten dem Feuer zugeführt werden. Als sie
endlich ankamen, hinderte der Schnee die Hand
habung des Schlauches. Die Feuerwehrleute
und freiwilligen Bürger waren total erschöpft,
als das Feuer kurz nach Tagesanbruch ge
löscht war. Der hintere Theil des hübschen
Blockes liegt in Trümmern. Der Verlust be
trägt $75,000 und ist zum Theil versichert.
Man glaubt an Brandstiftung.
Feuer in einem Waisenhaus.—
Toledo, 10. Jan. In dem St. Vincents
Waifen-Asyl Hierselbst brach heute Abend um
7 Uhr Feuer aus. Ginhundertundzwanzig
Kinder waren erst kurz zuvor zur Ruhe gegart-'
qen, es gelang aber, diese sowie alle anderen
Insassen des Gebäudes in Sicherheit zu brin
gen. Das Dach und der 3. Stock des Ge
bäudes brannten nieder. Der Verlust beläuft
sich auf $8000, ist aber durch Versicherung
gedeckt. Das Feuer entstand in Folge eines
schadhaften Schornsteines.
Selbstmord eines jungen Mäd
ch e n s. Bucyrus, 9. Jan. Vorgestern
Abend wurde die alte Negerin Mary Sansord,
die sich des besten Leumundes erfreut, als sie
sich eben zur Ruhe legen wollte, durch ein
Klopsen an ihrer einsamen Hütte aufmerksam
gemacht. Sie öffnete die Thür und sand im
Schnee ein junges Mädchen liegen. Die brave,
alte Negerin nahm sich der Verlassenen an,
trug sie in ihre Hütte, bereitete ihr einen wär
inenden Trank und versuchte ausfindig zu ma
chen, woher sie komme und wohin sie wolle.
Die Arme war jedoch schon derart erschöpft,
daß sie nur in größeren Pausen sagen konnte,
sie sei die Tochter von John Burgner, einem
wohlhabenden Bürger von Galion, häusliche
Zwistigkeiten hätten sie vom Hause getrieben,
sie sei nach Bucyrus geflohen und da sie weder
Mittel noch Freunde dort habe, schließlich dem
gräßlichem Wetter zum Opfer gefallen. Ihren
letzten Dime habe sie zum Ankaufe von Strych
ttitt verwandt und die Dosis mit Schnee ver
schluckt. Wenige Minuten später war das
Äèädchen eine Leiche. Ueber die näheren Um
stände, die das Mädchen in den Tod getrieben,
ist bis zu dieser Stunde noch nicht das Ge
ringste bekannt, doch wird die Coroner's Un
terfuchung wohl einiges Licht auf diesen merk
Würdigen Fall zu werfen im Stande sein.
Ich litt an schweren Gries- und Leber
Beschwerden, konnte keine Medizin, keinen Arzt
finden, der mich hat kuriren können, bis ich
Hopfen-Bittern probirte und nachher stätig ge
brauchte, und dann war ich in kurzer Zeit
kurirt.
Ein wohlbekanter Advokat von
Wayne Co., N. D.
Das Ende vom Liede. Mansfield,
10. Jan.—Uel R. Parsons, Buchhalter im Ei
senivaarengeschäst von I. W. Wagner, schoß
sich gestern in selbstmörderischer Absicht eine
Kugel durch den Kopf und liegt jetzt in hoff
nungslosem Zustande darnieder. Der Un
glückliche, der seit seiner Kindheit hier lebte
und sich eines außerordentlich guten Rufes er
freute, hatte den verzweifelten Schritt gethan,
weil seine Bücher sich nicht in Ordung besän
den. Vor drei Monaten hatte er eine junge
Dame, die er schon als Kind gekannt hatte,
zum Altar geführt.
Beinahe wahnfinnig und geheilt.
„Die meisten berühmten Aerzte im Osten,
sowie in New Aork City," schreibt der Rev. P.
P. Shirley, von Chicago, „hals nicht gegeu die
Epilepsie unserer Tochter, welche in Wahnsinn
übergehen zu wollen schien. Mit der gütigen
Hülse Gottes probirten wir Samaritan
Nerv in e, und das heilte sie." Ihr Apothe
fer hält es. $1.50.
Stadt Columbus.
Begnadigungen. Am Samstag, dem
letzten Tage seiner Regierung, begnadigte Gou
verneur Foster noch sechs weitere Zuchthaus
sträslinge. Es befand sich darunter der Deut
sche, And. Egner, der auf Lebenszeit verurtheilt
wurde und seit 1876 saß, weil er H. Schilling
getödtet hatte. Ein Anderer der Begnadigten
ist Harvey Elber von Richland County, der
wegen Pferdediebstahls auf drei Jahre verur
theilt worden war. Sein 18jähriges, junges,
schönes Weib, setzte alle Hebet an, um seine
Begnadigung auszuwirken. Die Andern sind
John Hipp von Stark, Geo. Irwin von Jef
ferson und Theodor Brown von Belmont
County. Im Ganzen hat Gouv. Foster wäh
rend seiner Amtszeit. 276 Begnadigungen be
willigt.
Der.Schuhhä«tzletStockwellvonCen
terburg wollte am Samstag Abend eine Pa
trone gewaltsam in den Lauf seines Revolvers
stopfen und bediente sich dabei einer Beiß
zange, die Waffe enttnd sich und brachte Stock
well eine schwere Verletzung am rechten Auge
und an der Hand bei. Er kam mit dem ersten
Zuge nach Columbus, um sich von Dr. Ha
milton behandeln zu taffeit. Aus der Hand
wurde die Kugel herausgezogen und der Aug
apfel mußte herausgenommen werden. Daß
doch die Leute nicht vorsichtiger mit Feuerwaf
fen umgehen wollen!
469 2 Dollars erhielt Frau Mary Scott
von Pickaway County, die Mutter von Capt.
E. F. Scott, vom 55. Ohio Regiment, am
Samstag im hiesigen Pensionsamte ausbe
zahlt zugleich erhielt sie die nöthigen Papiere,
die ihr eine monatliche Penston von $20 für
ihre Lebenszeit sichern.
Eine tragikomische Geschichte.—
Eine achtzehnjährige „junge Lady" sprang am
Samstag Abend in der Nähe der Sarg-Fabrik
in den Fluß, wurde aber von I. C. Mosure,
der ihr gefolgt war, herausgezogen und zähne
klappernd an's Ufer gebracht, wo sie ihr
„Freund," ein Anstreicher Namens McGrath,
in Empfang nahm und nach der Stadt zurück
brachte. McGrath war am Tage vorher von
Cincinnati gekommen, um hier Arbeit zu su
chen und das Mädchen war ihm nach Colum
bus gefolgt. Mosure sah, wie das Paar sich
dem Flusse zuwandte und in heftigem Wort
Wechsel begriffen war, bis schließlich McGrath
in die Worte ausbrach: „Well, ganz recht,
dann kannst Du, was mich betrifft, zur Hölle
gehen," und damit wandte er sich und schritt
nach der Stadt zu. Die Maid aber sprang in
den Fluß, ohne auch nur den Mantel abzu
metfett. Mosure. der dem Paar« gefolgt war,
Aufgefaßt
holte sie heraus, McGrath kehrte zurück und
die Beiden wurden wieder ein Herz und eine
Seele. Es muß ein sehr kaltes Bad gewesen
sein, an der Stelle war am Tage jiber Eis ge
holt worden.
Am Montag Abend gaben die repu«
blikanischen Beamten und Unterbeamten aus
dem Staatshause ihrem bisherigen Oberhaup
te, Gouverneur Foster, ein Bankett im Neil
hause. 66 Gäste nahmen Theil daran. Viele
Reden wurden gehalten. Richter Nash über
reichte Hrn. Foster ein auf Pergament sauber
geschriebenes Belobungszeugniß, das von sei
nen sämmtlichen Beamten und Clerks unter
zeichnet war. Ex-Gottderneur Foster dankte
in einer Rede und lobte feine Beamten und
feine Verwaltung gar mächtig. Er wifse
nicht, ob er sehr begierig gewesen sei, aus dem
Amte zu scheiden, doch sei er froh, daß die Zeit
des Scheidens gekommen sei. Er habe vier
angenehme Jahre in Columbus erlebt, und
nehme mit tiefem Bedauern von den Bürgern
der Stadt Abschied.
Der deutsche Jefferson Clubvon
Cincinnati, der Bei Herrn John Frech logirte,
zog am Montag Abend mit Ackermann's Mu
fikcorps nach dem Park Hotel und brachte Gou
verneur Hoadly ein Ständchen, das dieser mit
einer hübschen Rede beantwortete. Hr. Emil
Rothe von Cincinnati erwiederte mit einigen
passenden Bemerkungen.
Major E .L.Jones von Toledo wurde
am Montag vom Sheriff seines Countys im
hiesigen Irrenhause abgeliefert. Er bildete
sich ein, zum Mitgliede des Staats-Senats
von Massachusetts erwählt zu fein. Um ihn
hierherzulocken, schickte man ihm eine Depe
sche von Gouv. Foster zu, der ihn auf seinem
Wege nach Massachusetts zu sehen wünschte.
Der Mann war als ein hervorragender repu
blikanischer Politiker bekannt. Unter Präsi
dent Hayes war er Bundesmarschall des nörd
lichen Ohio. Eine Kugelwunde, die er wäh
rend des Krieges erhielt, soll seine VerrückthM
veranlaßt haben.
Manche Leute fuget „Die Auszehrung
kann nicht geheilt werden." Eine Erfahrung
von vierzig Jahren hat bewiesen, daß Ayer's
Cherry-Pectoral diese Krankheit heilt, wenn sie
nicht schon zu weit für alle ärztliche Hülfe ge
gangen ist. Selbst dann gewährt es große
Erleichterung, und sichert erfrischenden Schlaf.
Die deutsche demokratische Presse war
am Jnaugurationstage durch die Herrn Jos.
Zimmermann vom „Fremont Courier",
und die Herrn Homan u. Sohn von der
„Tiffin Presse" vertreten. Diese Herren statte
ten dem „Westbote" ihren freundlichen Besuch
ab. Von Lesern, die hier waren, besuchten
uns die folgenden Herren: John Traub, Agt.,
Sandusky, O. Wm. Voll, G. Zimmermann,
Wooster, D. Charles Hesche, Bucyrus, O.'
Chs. Sties, Carey, O. John Bender, Gna
denhutten, O. I. H. Beyer, Levering, O.!
Carl Merling, Ashland.
Kein Wunder.
Ein Mann, welcher seit acht Iah
ren körperlich und geistig zu lei
de« hatte, erklärt fein jetzi
ges glückliches^ Vefin-
Geistiger Schmerz ist fürchterlich, aber wenn
da noch ein körperliches Leiden hinzutritt, ist
es kaum zu ertragen. Dies war der Zustand
von George W. Frampton, von Huntington,
Va., feit den letzten acht Jahren. Er litt
an Stecrosie, d. h. der Beinknochen am Fuß
knöchel war angeschwollen und entzündet, eine
eiternde Wunde verursachend. Er sagt: „Kno»
chenstücke von der Größe eines silbernen drei
Cents Stückes kamen aus der Wunde an mei
nein Bein. Das Eitern aus der Wunde war
unaufhörlich und ich konnte nicht geben. Seit
acht Jahren wurde ich ärztlich behandelt. Ein
Jahr lang behandelte mich ein Arzt zu New
port, Ky., ein anderer von Burlington, Ohio,
behandelte mich drei Jahre und ein Arzt hier
von Huntington behandelte mich auch auf län
gere Zeit. Keiner schaffte mir Linderung und
zuletzt erklärten alle meinen Fall als hoff
nungslos. Vor einigen Monaten begann ich
den Gebrauch von Peruna, jetzt bin ich ge
fund. Ich kann so gut gehen wie irgend Je
mand und habe mein Betn gänzlich unter Con
trolle. Die Sprache ist nicht reich genug um
meine Schmerzen zu beschreiben, als ich dachte,
auf immer leidend bleiben zu müssen. Dieser
Gedanke machte mir mehr Schmerzen, als
mein körperliches Leiden die beiden verbun
den machten mich fast wahnsinnig. Da ich
jetzt mein körperliches und geistiges Leiden los
bin, kennt meine Freude keine Grenzen. e
ru n a lieferte mir, um was ich seit acht Jah
ren des Leidens betete.
ColumbuS Hand- und Sulkh-Pfiüge.
Herr Morris Thomas, Allen County, Ohio,
schreibt wie folgt:
Nachdem ich 4 verschiedene Sorten von Sul
ky'Pflügen, welche alle den Namen hatten,
gute Pflüge zu sein, probirte, hatte ich schon
aufgegeben einen solchen zu kaufen, da mir
kein einziger gefiel, bis ich den Sulkypflug von
Smith, Amann u. Co. in ColumbuS, O., bei
W. R. Hughes in West Cairo sah. Ich pro
bitte und behielt ihn, und kaufe keine andere
Sorte mehr. Jeder Farmer wünscht sich den
besten I u g, er kennt ihn aber nicht, au
ßer er hat den „Columbus Pflug." Der Co
lumbus Handpflug ist ebenfalls der beste
a n u g, der gemacht wird. Fragt Eure
Händler dafür, und wenn diese sie nicht hal
ten, schreibt deutsch oder englisch an die
Ciacmnatier Mmltbericht.
Crncinnati 14. Januar 1884.
Getreide. Weizen.—51.12 fur
besten rothen.
Markt ziemlich flau.
Gerste.—65—68 Cents fiir extr« No. 3
Herbstgerste 60—62 Cts. für Frühjahrsgerste
W e fch k o n. Weißes und gemischtes
No.
2
52— Cents Bestes neues Kolbenkorn
Meh
l.—Weizenmehl.—Ordinäres $2.25—
2.50 lupcrfeine'i $2.90—3.15 Extra G3.4V—
3.75 Winter Familien $4.50-4.80 Fancy
$5.10—5.40 Patent $6.25—6.75 Spring
Family $5.00—5.30 per Barrel für bestes.
Der Markt war flau unb der Umsatz gering.
RoggenmehL—$3.25—3.60per Barrel.
Baumwoll e,-Middling 101 Ets per
Pfund.
Butte
r—Extra Creamery 4:2 Cents
Extra Ohio nominell Fancy Dairy 24—28
Cents gute 18—22 Cts mittlere Qualität
13—16 geringere 10—12 Cents per Pfund.
E e
I.-26J—27 Cts. per Dutzend für frische.
Federn. 52-53 Cts. per Pfd. für beste
Federn von lebenden Gänsen.
Geflügel.—Hühner junge $1.50—2.25
ausgewachsene §2.50—3.00 ausgewählte alte
$3.50—4.00 per Dutzend Enten $3.00—4.00
per Dutzend Gänse »4.00—7.00 per Dutzend
lebende Turkeys 10 Cts. per Pfd.
Groceries.-Kaffee.—Rio, ordinärer hzs
guterll—15Cts. gelber 15—16 Cts.: Gsntos
12—15 Cts. per Pfd. Laguayra 1?—16 Cts.
Mokka 26—28 Cents.
Zucker.— stüchuStt 8£—81 Cts. ata.
nuurter 8i— Kaffeezucker 7j—75 gelber
6Hi litt#.
bte
«5 irisch-Hacker
lictoogn
Schickt für Catalog.
„Farmund FireM Ct.. ber sagt! „DerVer
such rvurde an einem zähen Stück Aleisch gemacht, und das
Ergebniß war daß jeder Herausgeber sofort eine Enterprise
schine für seine gamtlte Verteilte, und alle stimmten darin übern«, daß
i geforderten fci«a?*$ irgend eine andere a!S Geschenk $
6
»j bi ersauf tri alle« S{fentoe»rtit=6onDl?rn
.Molasses.—Bester Nero Orleans 53—54
Cents per Gallone, geringerer 43—52: Cents»
fugöl 30—40. Sorghum 28—30 Cents.
Rindvieh.—Auserlesenes $5.00- -#5.50
Schlachtvieh $4.50—5.65 gutes und «iftDutni
$3.50—4.25 common zu $2.UU—2.25 Bullen
$3,25—4.25 Milchkühe S17.00-66.u0 per
Stück je nach Qualität Kälber $6.00-9.00
Centner, je nach Qualität.
Schafe $9.00—6.26 Lämmer $4.25—
5.60.
Schwein «.—Ordinäre Schweine $4.40—
6.10, gute $5.30—6.76 auserlesene $5.80—
6.30 per Centner.
Schweinefleisch. Meßpork $16.00-*
—77 per Faß.
Bacon.—8i Cts. fite klare Seiten
Schultern gepackt 7— Cents.
Gezuckerte Schinken.—ISj—13 TtS»
per Pfund, je nach Qualität.
Gezuckerte Schultern.—7â—7$ Cts,
per Pfund.
Breakfast jBeco«.—S 10 (Sent*
per Pfund.
Schweineschmalz.-S.80—8.S0Ets. per
Pfund.
a g.City CtS Country? j-7ß Cts.
per Pfund.
Pittsburger Biehmarkt.
S ch weine.—$6.16—6 25 per Ctr. für gu
te bis beste.
Schaf e.—$3.50—4.25 per Ctr. für beste,
New Uorker Geldmarkt,
Preise der Regierungs-Bonds sc. in New
Aork am 14. Januar 1884.
BierundeinhalbprozentigG^.^^» ««»..114j
Dreiprozentige 100
Lierprozentige ...123j
Golumbus, O., 16. Fan. Mt»^
Kittle lOj-11
Eier 30
Retail Preise.
Kaffee (Java) 22—30 CtS. per Pfd.)
(3tio) .....~18^—16 ff g-,
Zucker 7—10
Butter ....... 30
ReiS 3 Pfund fite 86 EtS.?
Schinken 16 Cents per Pfund.
Schultern 10£ ,f
Breakfast Bacon iLj
Schweineschmalz 12£
Eier 90-35 Cts per Dutzende
Kartoffeln „60-60 CtS per Busche!.?
Süßkartoffeln $1.60
Bohnen $3.26
Aepfel 60 Cts. per Peck.z
Kornmehl 85—30
Zwiebeln 25 ,,
Cranberries 12£— Cts. per £trt.=S
Pickels 6" lo Cts. per Dutzend.^.:
Hühner, lebend 25—30 Cts. per Stück..
Hühner, geputzt 30—36
Columbus Getreide-Markt.
Weizen
Welschkorn
user
Joggen
epreßtes Heu $11.00—12.00 per
Loses Heu 8.00—10.00
Stroh 6.00—6.00
Kleie $16.00—16.00
Shorts 16.00—17.00
Middlings 18.00-20.00
...A'
1
.! 1
SmUmi
Ii
s
$
i
-C
Pittsburg, 14. Januar 1884.
Rindvieh.—Prima Beef 6—Cents
Geringere Quatität 5—Cents.
Scyaf e.—4j—5f Cents Lämmer 5—8j
Cents per Pfund.
Schwein e.—$5.50—6,26 per Centner ist
Große». -aS-
Chtcago Markt.
Ä.
.m -4
s
..
•â
4
Montag, 14. Januar 1881.
RehL—Ruhig und unverändert.
W e i z e ».—Regulärer 90j Chicago
Spring 89 z—90j Cts. per Büschel.
Büschel.
Meßdorf.—$14.62^-14.75 für altes per
Brl.
Schweinefchmalz.—$8.80 8.86 per
Centner bei baar.
Whisty.—P1.16 per Gallone.
Rindvieh.—»6.10 6.60 für Export
$5.40—5.00 für Schlachtvieh $4.10—6,30
ftir gutes und geringeres Aieh.
mV*
,|
's,
^•1
Kaffee (Jcroo)..18—26jCts.perP^.k
(SHio) 10^—14$ i
Zucker 6i-9*.
Butter 18—25
Käse (New Aork)....... 11 £-13
Käse (West. Reserve).7—11$
Schinken 15
Schüttern 9
Schweineschmalz,Steam —8|
f'
I
f.
•i
,»rinn
liuiitriuAiiri-UM'
umtut!
I!
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1
V- Wè'
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*•./*

Enterprise jilannfacturmg Co.,
Srfäl enb Dauljchin Str.. Phi!a»«ychi«, Oft.
Best» «$
COLUMBIA PLOW WORKS,
Columbus, O.
53-44 Cts.
Hase
r.Weißer No.
2 —38j Cts. per Bushel
Gemischter 36Z—37 Cts. per Bushel.
o e n. 64 Cents per Bushel ffit
No. 2.
Heu.—Bestes Timothy bei Ankunft $11,00
12.00 per Tonne gemischtes 8,50—9.50.
Kartoffel
n.—Beste Early Rose 3(—40
per Bushel Burbank 40—45 Cents per Bushel
K s e.—Ohio 11—12 Cents per Pfund.
New Uork Cheddar 13j—14| Cts.
Küferwaaren. Porksäfser 90 9$
Lard Tierces $0.95—1.00 Herat Tierce#
50-55 Cts.: 85—90 Cts. fir halbe Hogs»
head $1.10—1.25 fur Slack.
O e l.—Leinöl 65—66 Cts. per Gall. Lard»
öl 7 2—74 Ets. Petroleum Sj—10 Cents
für Ohio.
Whisky.—$1.14 per Gallone.
Wolle.—Feine Merino 18—20 Centt
Medium Combing 22—24 Cents Medium
D.'laine und Clothwg 24—25 Cts. cosrfa,
Combing 16—16 Cts. j-blood Clothing 21
—23 Cents Gewaschene feine Merino
31—33 Cts Medium Clothing 33—35 v ts.
Combing 32—34 Cts. Common coam 20
25 Cts. choice Tubwashed 34—36 Cts.j
durchschnittlich 32—33 Cts. Coarse 28—30
Cents Pullev-Lamv's 25—26 Cts.
Columbus Grocery- und Pxß-,
dukten-Markt.
Mehl, Patent $6.25—6.00 per Brl.
Kleefarnen
Timothy Samen
W e s ch k o n.—52£-53£ Cts. per Büschel.
Haser.—32j— Cts. per Bmchel.
Rogge n.—68 Cts. per Bichel.
©erst e.—69 Cts per Bujhet,
Flachssame
n.—$1.46 per
Wholesale Preise. f*
Columbus, O., 16. Jan. 1884.
Wholesale- Preise.
90—1.00 per Bujhelè
45— 60
37- 40
60 /,
$6.00—5.25 1
1.50—2.00
Tell the children to cut out and save the comic
silhouette pictures as thry appear from issue to
issue. They will be pleased with the collection.
TMs speee 'is owned by
SLAOKWBIiIâ'B BULL.
ist coums we mean the famoo* animal appearing
on the label of every genuine package of Black
well's Bull Durham Smoking Tobacco. Every
deafer keeps this, the Smoking Tobacco made.
Home gyn nine without trademark of the BalL

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