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Der westbote. [volume] (Columbus, Ohio) 1872-1918, January 24, 1884, Image 2

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^c^dss.^A^Zan uar 1884.
-xjtofc,
Me Präsidentenmacherei geht schon
nicht blos in englischen, sondern so
*^8* deutschen Blättern. So hat
v«r ^jickianapolis Telegraphs den Se-
MchorMeDonald von jenem Staate
fein Schild gehoben, während die
lmois Freie Presse" von Springfield
Morrison von demselben Staate
Diesen Herren ist aber ein Ohioer
täfcgtë zuvor gekommen. Wir meinen
den College» Delacourt, dm früheren
tapfern Bookwalter-Mann, der in seiner
^mitten „National Zeitung" schon seit
vielen
Monaten den Gouverneur Hoadly
#18 nächsten demokratischen Präsidentz
^Aa^L-Candidatm an „die Spitze seines
1»aums genagelt hat," wie man in
Zeiten zu sagen pflegte. Ein
ayne Boom wird von verschiedenen
englischen Blättern in Bewegung gesetzt.
Unser College vom „Wächter am
Erie" beliebt zu bemerken, daß der letzte
glänzende Sieg der Demokraten von Ohio
großen Theile dem guten Rathe Mc
»8, das jüngere Element an die
zu stellen," zu verdanken gewesen
sei. Dqtei Übersicht unser geehrter Col
lege gänzlich, daß McLean die Ernennung
Hoadly'S auf der Convention „bis zum
bittersten Ende" mit allen ihm geläufigen
Mitteln bekämpfte. Nicht blos das, son
betn McLean schämte sich auch nicht ein
mal, noch während des Wahlkampfes die
infamen Verleumdungen mit offenbarem
Gusto in seinem Blatte zu veröffentlichen,
mit welchen der berüchtigte literarische
Tramp Jayhawker im Interesse der Ne
publikaner den Charakter des Hm. Hoad
ly zu besudeln suchte..
Senator Payne traf am Mittwoch
Abend hier ein und es wurde ihm von
Seiten der Gesetzgebung alle mögliche
Ehre angethan. Am Donnerstag Abend
hielt er im Neilhause einen großen Em
»fang von 8 bis 10 Uhr, an dem sich viele
,. Bürger betheiligten. Um 411 Uhrde
gann das elegante Bankett/das derer
wählte Senator der Gesetzgebung gab.
Die Tafeln waren für 250 eingeladene
Gäste desetzt. 3}ie Barracksbande spielte.
Die Redeübungen wurden durch Sena
tor Payne eröffnet, der für die ihm von
der Gesetzgebung übertragene Ehre dank
te, die er zu verdienen sich bestreben wer
de. Seit 50 Jahren sei er ein Bewohner
Ohio's genasen und habe nie ein anderes
als ein demokratisches Ticket gestimmt.
Was den Einfluß der Lobby auf ihn be
treffe, so brauche Niemand Furcht zu he
gen, diese Leute seien ihm stets weit aus
dem Wege gegangen. Der Redner be
sprach dann die verschiedenen Tagesfra
gen vom demokratischen Standpunkte aus
und stellte sich dabei auf die letzte Platt
form der Ohio Demokratie. Der erste
Schritt zu einer Reform sei die Erwäh
lung eines demokratischen Präsidenten.
(Hier riefen mehrere Stimmen: „Payne
ist der Mann!") Ueber das Cwildienst
gesetz sagte Herr Payne, dasselbe könne
nichts zur Läuterung des öffentlichen
Dienstes beitragen, ebenso gut könnte
man einen Augiasstall mit einer Zahn
bürste zu reinigen versuchen. Das ein
zige Heilmittel für den öffentlichen Dienst,
der seit 20 Jahren in Händen der Repu
blikaner ist, die alle Posten, vom obersten
bis zum untersten, mit ihren Parteige
«offen besetzt haben, sei die Erwählung
eines demokratischen Präsidenten. Dies
allein kann vollständige und radikale
Heilung bringen. Der Redner schloß mit
z einem Trinkspruche auf die Mitglieder
der Ohio Gesetzgebung. Viele andere
kurze Reden wurden gehalten, auch Gouv.
Ho dly machte einige Bemerkungen Re
präsentant A. O. Myers sprach nach ihm
Repräsentant Löwenstein kam nicht zum
Reden.
Die Löwenstein'sche Bill, welche an
die Stelle des Scottgesetzes treten soll,
findet nicht den Beifall der deutschen
Presse. Der Widerruf der McConnells
viller Ordinanz wird belobt, der Abschnitt
aber, der sich auf den Sonntag bezieht,
entschieden getadelt. Hier in Columbus,
wo man weiß, daß Hr. Löwenstein durch
aus kein Sonntagsmann und kein Sab
bathsheiliger ist, fragt man sich, wie er
i
auf diesen Abweg gerathen ist. Jeden
falls wird die Bill wohl noch vielfach ver
ändert und hoffentlich auch verbessert wer
den, ehe sie durch die Mühle geht.
Es ist bekannt, daß in dem demo
kratischen Staate Nero Jersey die Richter
nicht fackeln und bei der Verurtheilung
zwischen Reich und Arm keinen Unter
„, schied machen. Schon mancher reiche oder
angesehene Verbrecher ist dort ins Zucht-
Haus geschickt worden. Der neueste Fall
betrifft den Ex-Sprecher der Gesetzgebung,
John Egan, der zu einem Monat Zucht
hausstrafe und $500 Geldbuße verurtheilt
worden ist, weil er ein Mitglied der Ge
setzgebung zu bestechen suchte. Der Rich
ter gab ihm blos einen Monat Zuchthaus
haft, weil er sich selbst schuldig bekannte
und seine Gesundheit geschwächt ist. Er
verliert anßerdem auf immer das Recht,
ein einträgliches oder Vertrauensamt im
Staate zu bekleiden.
Das amerikanische Schwein hat
auch auf der Ohio Ackerbau-Convention,
die hier in Columbus tagte, seine Berück
sichtigung gefunden. Bei der Besprech
ung der Sache meinte ein Mitglied, Hr.
Rector, Frankreich und Deutschland könn
ten doch wohl einige Gründe für das
Verbot der Einfuhr amerikanischer
Schweine in ihre Länder haben, indessen
fand dieser Einwurf kein Gehör und es
wurde der folgende Beschluß angenom
men „Es ist die Meinung dieser Con
vention, daß der Ausschluß des amerika
nischen Schweinefleisches aus Frankreich
und Deutschland unter dem Lorwande,
daß dasselbe Trichinen enthalte, unbe
gründet ist. Wir fordern deshalb un
sere Repräsentanten in Washington auf,
prompte Wiedervergeltungsmaßreaeln zu
ergreifen, um auf diese Weise den Wider
ruf dieser drückenden Gesetze zu erzielen."
Dieser Beschluß soll allen Congreßmit
gliedern zugesandt werden.
Ueber hundert Pensionsbills
sind bereits im Congreß eingereicht wor
den. Nach einer sehr mäßigen Berech
nung des Pensions-Commissärs Dudley
würden sie $1,295,729,000 in Anspruch
nehmen. Wenn die Herren Congreßleute
so fortfahren und alle ihre Bills zu Ge
setzen werden, so werden sie mit dem Ue
berschuß der Einnahmen auf lange Jahre
aufräumen, ohne daß an eine Herabsetz
ung der Zölle oder Steuern gedacht wer
ben könnte.
Der republikanische Gouverneur
Sherman von Iowa eifert in der Rede,
womit er ferne zweite Gouverneurschaft
antrat, natürlich für die Prohibition, als
deren heuchlerischer Vorkämpfer er im letz
ten Herbst wiedergewählt worden ist.
Frech zieht er das Recht des Obergerichts
zu der durch einen Spruch desselben er
folgten Nichtigerklärung des vom Volke
angenommenen Prohibitionsverfaffungs
-usatzes
in Zweifel und dringt dann um
so mehr in die jetzige Staatsgesetzgebung,
W fie durch Gesetze die strengste Prohi
bition einführen solle. Er spricht die be
stimmte Erwartung aus, daß schon vor
Beendigung der jetzt begonnenen Gesetz
qebungsdiät
der Handel mit geistigen Ge
tränken völlig unterdrückt sein wird. Da
b»i
schreit und heult dieser Mensch, der
noch vor wenigen Jahren selbst die Wirths
häuser besucht hat, gegen alle geistigen
Getränke als gegen das schrecklichste der
Uebel. Auch dringt er tn dte jetzige
StaatSgesetzgebung, den schon von ihrer
Vorgängerin angenommenen Weiber
rechts-Zusatz zur Verfassung anzuneh
wen, damit er dem Volte vorgelegt wer
Isen könne.
NIF
•npfi*
v
—Am
Montag hat das Haus^des Con
gresses, auf Antrag des Demokraten Hol
Man, einen wichtigen und weitgehenden
BeHhch angenommen. Derselbe erklärt
es aWlms Urtheil des Hauses, daß alle
Landschenkungen an Eisenbahnen, die den
Bedingungen nicht nachkamen, für ver
wirkt erklärt werden sollten. Das Co
mite Über öffentliche Ländereien ist ange
wiesen, Bills zu diesem Zwecke einzu
bringen, die jeder Zeit an der Tagesord
nung sind und nur den Einnahmen-und
Verwilligungsbills nachstehen sollen.
So viel ist gewiß, daß die Wirthe
der kleineren Städte und auf dem Lande
die Streichung der berüchtigten McCon
nellsviller Ordinanz als die Hauptsache
betrachten, da sie durch diesen Knüppel
in ihrem Geschäft fortwährend bedroht
sind und ihre ganze Existenz von den Lau
nen fanatischer Stadträthe und bornirter
Dorstyrannen abhängt, die nur zu häufig
unter dem Pantoffel stehen»
Unser guter Freund vom „Wächter
am Erie" sieht sich durch unsere Erinne
rung zu der Erklärung veranlaßt, „es
falle ihm gar nicht ein, McLean zu ent
schuldigen." Das ist schon Etwas und
wir geben die Hoffnung nicht auf, daß
unser College schließlich unsere neuliche
Warnung gegen eine Nachahmung des
republikanischen Boß- und Maschinen
Systems durchaus in Ordnung finden
wird. Und so wollen wir denn, „um
des öffentlichen Friedens Willen," die
sonstigen Phantasieen, Spitzfindigkeiten
und Silbenstechereien unseres guten
Freundes getrost in den Papierkorb
werfen.
Von Washington wird gemeldet,
daß Boß McLean, Oliver Payne (der
Sohn des Senators), undW.G.THomp
son dort eingetroffen sind, um einen
Payne Prasidentschafts-Boom in Gang
zu setzen.
Die Demokraten von Monroe Coun
ty haben in Woodsfield eine große Ver
sammlung gehalten und Beschlüsse pas
sirt, welche ihre Vertreter in der Gesetz
gebung, den Repräsentanten Hamilton
und die Senatoren Crowell und Smith
auffordern, sofort abzudanken und würdi
geren Demokraten Platz zu machen, in
dem sie, da sie im Kaukus für Payne als
Bundessenator stimmten, die Demokraten
des Ccuntys wissentlich mißrepräsentirt
haben und des Vertrauens der demokra
tischen Bürger des Countys unwürdig
seien.
—Berechnungen über die nächste Prä
sidentenwahl sind jetzt an der Tagesord
nung. Vorgestern wurde uns eineNum
mer des „Chicago Herald" mit einem
angestrichenen Leitartikel, unter der Ueber
schrift: "New York or nothing,'' zuge
schickt. Der Schreiber sucht nachzuwei
sen, daß die Demokraten nur dann mit
Sicherheit auf einen Sieg in der nächsten
Präsidentenwahl rechnen können, wenn
sie es darauf anlegen, den Staat New
Z)ork zu gewinnen. Auf die südlichen
Staaten und die Grenzstaaten können die
Demokraten mit voller Mehrheit rechnen.
Gewinnen sie dann auch noch Connecti
cut, Nero Jersey, Indiana, Nevada und
Californien, so reiche dies immer noch
nicht aus. Sie müssen New Aork er
obern, einen Staat, der öfter demokra
tisch als republikanisch gestimmt habe.
Ohne ihn müssen sie unterliegen. Auf
die anderen republikanischen östlichen und
westlichen Staaten können sie durchaus
nicht mit Sicherheit zählen, auch aus
Ohio nicht. Wir theilen diese Berech
nung mit, für das was sie werth sein
mag. Wenn aber der. Rechenkünstler
meint, daß wir nur mit einem Präsident
schafts^Candidaten aus dem Staate New
Dork siegen können, dann läßt er die Ab
sieht gar zu deutlich merken. Wir geben
zu, daß die Demokraten, um sicher zu ge
Yen, sich bemühen sollten, New Jork zu
gewinnen, aber es ist zu diesem Zwecke
doch wohl nicht unbedingt nothwendig,
daß der Kandidat ein New Iorker sein
sollte.
Für unsern Repräsentanten Löwen
stein regnet es von allen Seiten „Kom
plimente." Das untenfolgende ist dem
„Cincinnatier Volkssreund" vom Montag
entnommen. Ueber die Motive unseres
jungen Staatsmannes können wir unserm
Cmcinnatier Collegen keine genauere Aus
fünft geben, vermuthen jedoch, daß er sich
aus allzugroßer Voreiligkeit angetrieben
fühlte, sein unfertiges Machwerk der Ge
setzgebung zu unterbreiten. Besser wäre
es jedenfalls gewesen, wenn er die Bill
für ein paar Nächte unter fein Kopskissen
gelegt und dann urtheilsfähige Freunde
darüber zu Rathe gezogen hätte. War's
ihm aber darum zu thun, seinen Namen
im Staate bekannt zu machen, dann hätte
er freilich kein befferes Mittel wählen
können.
(Bus dem Cincinnati Volkssreund.)
„Es wäre wünfchenswerth, zu erfahren,
welche Motive den Columduser Staats
mann Caspar Löwenstein dazu veranlaß
ten, seiner unpraktikablen Wirthschafts
steuer-Bill auch noch das höchst anstößige
Sonntags-Verbot einzuverleiben. Herr
Löwenstein ist als Mann von freisinnigen
Anschauungen hinlänglich bekannt und
hat im Verlaufe der letzten Herbstcam
pagne die Temperenzler und Sabbathhei
llgen aufs Entschiedenste bekämpft. Sein
jetziges Verfahren ist daher einfach uner
tiaruch. Ueberhaupt enthält die frag
liche Bill einen solchen Wijst von Vor
schuften, involvirt eine solch' complicirte
Maschinerie, daß sie durchaus nicht als
eine vernunftgemäße Verbesserung des
Lcottgesetzes bezeichnet werden kann.
Wir werden auf die einzelnen Bestimm
ungen der Bill ausführlich zurückkommen,
wenn die Comite-Berathungen über die
selbe beginnen. So wie das Ding jetzt
abgefaßt ist, darf es unter keinen Um
ständen gutgeheißen werden und es will
uns gar nicht einleuchten, wie sich ein
sonst so klar denkender und durch und
durch liberal gesinnter Mann, wie der
Deutsche Löwenstein, zum Autor eines
solchen gesetzgeberischen Pfuschwerks hat
bekennen können."
Nachschrift. In der Samstags
Nummer werden wir die Argumente mit
theilen, durch welche Herr Lö-venstein den
anstößigen Theil seiner BUt zu rechtfer
tigen sucht.
Gouverneur Hoadly wohnt im
Park Hotel, eine starke Meile vom Staats
Hause. Der Redakteur des „Sunday
Herald," ein entschiedener Republikaner,
der ebenfalls in jenem Hotel logirt und
daher Gelegenheit hat, den neuen Gou
vernein: zu beobachten, sieht sich in seiner
letzten Nummer zu den folgenden Beiner
kungen veranlaßt:
Gouverneur George Hoadly hat sich ruhig
in seinem Hotel niedergelassen und scheint mit
seiner ganzen Umgebung wohl zufrieden zu
sein. Er führt ein so ruhiges und anspruchs
loses Leben, als irgend jemand im Hause.
Der Agent einer Baseball-Truppe. oder eines
Circus, der wandernde Rücherverkäufer, oder
der Reisende eines Kurzwaarengeschäftes wür
de viel großartiger auftreten und nur ein
ziemlich genauer Beobachter bemerkt die hohe
Stirne, die intelligenten Gesichtszüge und die
schärfen durchdringenden Augen des Mannes,
und sieht in Herrn Hoadly etwas Anderes, als
einen gewöhnlichen Gast, oder gar den Gou
verneur eines großen St ates. Er ist bei Je
dermann beliebt und verdankt es ohne Zweifel
seinem leutseligen, jedem zugänglichen Wesen,
daß er weniger von Aemterjägern und Ände
ren, die ein Anliegen irgend einer Art hatten,
belagert und gequält wurde, als wenn er sich
steif und ceremoniell verhalten hätte. Den
Weg vom Purk Hotel nach dem Staatshause
legt er gewöhnlich hin und her zu Fuße zurück.
Darüber ärgerten sich, wie Ihr Berichterstat
ter hörte, einige
"Snobs",
Jf
welche erklärten, es
sei eine Schande, daß der Gouverneur von
Ohio wie ein gewöhnliches Menschenkind ein
hergehe und sich, wie eine Dame sarkastisch be
merkte, einbildeten, Hr. Hoavly sollte vierspän
nig angefahren kommen. Keine Spur von
aristokratischem Wesen umgibt den neuen Ere
kutiv-Beamten, dafür nimmt Hr. Hoadly einen
hohen Rang in der Aristokratie des Geistes
ein, in deren erhabener Atmosphäre Leute th
res Gelichters nrcht athmen uno bestehen kön
nen.
Der Zoll auf Wolle.— Der Staats
Verein der Ohio Wollzüchter, der hier in
Columbus tagte, hat eme Reihe von Be
schlüssen passirt, die Folgendes besagen:
Die Herabsetzung des Zolles auf im
portirte Wolle durch den letzten Congreß,
war eine Ungerechtigkeit gegen einen wich
tigen Ackerbauzweig, die, wenn ihr nicht
abgeholfen wird, die Schafzucht in den
Ver. Staaten lahm legen und diesen In
dustriezweig an andere fremde Länder
übertragen muß. Die 46,000 Schafzüch
ter in Ohio protestiren ernstlich gegen
diese Ungerechtigkeit und versichern den
Wpllzuchtern anderer Staaten, daß sie
entschlossen sind, alle gesetzlichen Maßte
geln zur Wiederherstellung des Wolltarifs
von 1867 zu ergreifen. Es ist unsere
aufrichtige Ueberzeugung, daß die Herab
setzung des Wollzolles durch eine organi
sirte Bewegung herbeigeführt wurde, um
die Schafzucht in den Ver. Staaten, zu
zerstören und die zollfreie Einfuhr von
Wolle aus fremden Ländern zu erzielen,
und es ist die Pflicht der einen Million von
Schafzüchtern in den Ver. Staaten dage
gen zu protestiren, bis ihre Stimme im
Congreß gehört und ihre Rechte beachtet
werden. Man sollte sich erinnern, daß
die Ver. Staaten jetzt jährlich 300 Mil
lionen Pfund Wolle, im Werthe von we
nigstens 100 Millionen Dollars, produzi
ren und daß die Bedrückung einer so wich
tigen Industrie nicht ohne große Schädig
ung der allgemeinen Wohlfahrt durchge
führt werden kann. Als ganzlich unwür
dig der Beachtung denunciren wir die
trügerische und ungerechte Forderung der
Fabrikanten, daß das rohe Material
zollfrei sein sollte und wir fragen mit
Nachdruck, warum die Arbeit, die zur Er
zeugung der Wolle nöthig ist, des Schutzes
weniger werth sein sollte als die Arbeit
der Spindeln und Webstühle, welche das
rohe Material in Fabrikwaarm verwan
dein
Alle Wollzüchter im ganzen Lande wer
den aufgefordert, sich dieser Bewegung
anzuschließen und zu diesem Zwecke Ver
eine zu gründen. Allen Congreßmitglie
dem und Zeitungs-Redakteuren, welche
dies Bestreben unterstützen, wird gedankt,
und schließlich erklären die Ohio Woll
züchter, daß sie überall und ohne Rücksicht
auf Parteiunterschiede, alles aufbieten
wollen, um die Wiederherstellung des
Wollzolles von 1867 zu erzielen, weil
sonst ihr Geschäft ruinirt werden würde.
Soweit die Beschlusse der Ohio Woll
züchter. Sie liefern ein deutliches Bild,
zu welcher gegenseitigen „Halsabschneide
ret" das Schutzzollsystem führt. Die
Wollzüchter werfen den Fabrikanten wol
lener Waaren vor, daß sie im Congreß
die Herabsetzung des Wollzolles durchsetz
ten, um die Wollzucht in den Ver. Staa
ten zu zerstören und sich durch den
Ruin der Schafzüchter zu bereichern! Die
eine Klasse sucht vermittelst dieses Sy
stems der Andern ein Bein zu stellen,
am Ende trägt das beschützte Monopol,
auf Kosten der großen nicht beschützten
Masse des Volkes, den Löwenantheil da
von und der Arbeiter hat das Nachsehen.
Es ist gar nicht daran zu denken, daß die
jetzige Generation die Zeit erleben wird,
wo einst alle Völker der Erde die wider
natürlichen, aus der Raubritterzeit stam
Menden, Zollschranken fallen lassen wer
den aber Wer den Glauben an der ste
ten veredelnden Entwicklung der Mensch
heit nicht verlieren will, der muß hoffen,
daß jene schöne Zeit, wenn auch erst in
Hunderten von Jahren, einst kommen
muß. Dann fiele das Heer der Zollbe
amten weg, kein Schmuggel mehr, und
die Armen der.einen Nation brauchten
nicht zu hungern, wahrend die Nahrunqs
mittel auf den Speichern und Früchts
den der andern verfaulten, weil ihre
Ausfuhr durch unerschwingliche Zölle ver
hütet wird. Doch, das sind vorläufig
noch Träume. Die alte Miserie der
Schutz- und Kampfzölle wird vorläufig
fortgesetzt werden und die sogenannte
„Brüderschaft" aller Völker der Erde wohl
noch lange eine Fabel und leere Redens
art bleiben, wie so Manches andere.
„Die alte.Geschichte.—Die demokra
tische Partei wird seit einem halben Jahrhun
dert von einem unglücklichen Verhängniß ver
folgt, welches wohl eine Zeit lang nicht mäch
tig genug war, ihr Wachsthum und ihre Siege
zu verhindern, das aber schon seit einer Reihe
von Jahren ihre schönsten Früchte in Sodoms
äpfel verwandelt.
„Will die demokratische Partei geeinigt in
einen Wahlkampf ziehen, dann erscheint plötz
lich das Berhängniß, wie der alte Ziethen aus
dem Busch, reißt sie auseinander und zwingt
die beiden Theile, um die Führerschaft zu strei
ten, sich gegenseitig zu ermüden, abzuhetzen,
mit Mißtrauen zu erfüllen, bis sie geschlagen
ist dann strebt sie abermals sich zu einigen,
erringt in diesem Bestreben die gewaltigsten
Erfolge, so daß den Republikanern angst und
bange wird, und selbst der abgetriebenste aller
Parteiklepper sich nicht für zu'fchlecht hält, um
auf dieser neuen Hochfluth an die Krippe des
„Weißen Hauses" zu gelangen, dann beginnt
aber die alte bekannte Geschichte, das bewußte
Verhängniß erscheint mit seiner interessanten
Streitfrage, und es ist wieder einmal RichtS."
Mit den obigen Zeilen beginnt der
„Baltimore Correspondent" einen länge
ren Leitartikel. Die Klage ist nicht un
begründet, indessen malt unser College
das Bild doch wohl mit etwas zu grellen
Farben. Meinungsverschiedenheiten über
einzelne Maßregeln und selbst Zänkereien
um Persönlichkeiten hat es in allen Par
teien immer gegeben und solche werden
sich auch wohl in Zukunft nicht ganz ver
meiden lassen. Die Republikaner, so
sehr sie sich auch vorher in den Haaren
lagen, sind immer klug genug gewesen,
ihre Zwistigkeiten beizulegen und an Ei
nein Strange zu ziehen, sobald es zum
Treffen kam und diesem Umstände ver
danken sie ihre fortwährenden Wahlsiege.
Endlich werden doch die Demokraten
durch die vielen trüben Erfahrungen klug
genug geworden sein, um zu begreifen,
daß sich ein Sieg nur durch festes Zusam
menwirken erringen läßt. Wenn dies
die Führer aber noch immer nicht begrei
fen wollen, so muß ihnen durch die
ehrlichen Massen der Partei bei Zeiten
in der deutlichsten Weise bemerkbar ge
macht werden, daß sie kein Recht haben,
das Schicksal der Partei und des Landes
durch ihre erbärmlichen Eifersüchteleien
auf's Spiel zu setzen.
Die Staats- Ackerbau- Convention,
die am Mittwoch in Columbus in Sitzung
war, bestand aus den Präsidenten der
County-Ackerbaugesellschaften, von denen
61 anwesend waren. Präsident Cowden
hielt seme jährliche Anrede, in welcher er
mittheilte, daß die Staats-Ackerbaube
hörde 78 Acker Land für die Staatsfair
für $23,794 gekauft habe. Er empfahl
zugleich, die Gesetzgebung um Erlaubniß
zur Ausgabe von $100,000 Bonds zu er
suchen, -um den neuen Fairplatz in gehö
rigen Stand zu setzen. Die Bonds sol
len jedoch nur ausgegeben werden, wie
sie nothig sein mögen. Das Comite, an
welches diese Empfehlungen verwiesen
wurden, berichtete, daß der Staat weise
handeln werde, wenn er das Geld für den
Ankauf des Grundstückes vorschöße, nebst
einer mäßigen Summe für die nöthigen
Verbesserungen des Platzes. Verweigere
dies aber die Gesetzgebung, dann sollte
man sie um Erlaubniß für die Ausgabe
von $100,000 Bonds zu diesem Zwecke
ersuchen. Die von den Wollzüchtern pas
sirten Wollzoll-Beschlüsse (siehe eine an
dere Spalte) wurden angenommen. Die
folgenden Herren wurden nach fünf Ab
stimmungen als Mitglieder der Staats
Ackerbaubehörde erwühlt: L. B. Harris
von Wyandot, I. H. Brigham von Ful
ton, T. P. Shields von Union, General
Hurst von Roß und John Pom von Co
lumbiana. Die beiden Candidate«,
Sims und Sprague, von Franklin Coun
ty wurden auf die Seite geschoben.
Am Donnerstag organisirte sich die
neue Staats Ackerbaubehörde durch die
Erwählung der folgenden Beamten: W.
S. Foster, Präsident L. B. Harris,
Schatzmeister W.L. Chamberlain, Secre
tär Frank Fleming, Clerk. Die nach
ste Staats fair wurde auf den 1. Sep
tember anberaumt. Secretär Chamber
lain legte den Contrast mit der Colum
bus uno Cleveland Eisenbahn vor, die
1
_••.
sich verpflichtet, 110,000 beizusteuern,
wenn die Staatsfair schon im Jahre 1886
auf dem neuen gekauften Platze gehalten
wird. Das Executiv-Comite wurde au
torisirt, von der Gesetzgebung eme Ver
willigung von $10,000 auszuwirken, um
damit die Einrichtung des neuen Fair
platzes bei Columbus zu beginnen.
Reform des Landschcnkungs-Schtvin
dels. Das demokratische Haus des ge
genwärtigen Congresses hat bereits einen
guten Anfang gemacht, um dem Volke
vielleicht einhundert Millionen Acker Land
zurückzuerobern, die vom republikanischen
Congresse an Eisenbahn-Corporationen
verschleudert wurden, die thfen Verpflich
tungen nicht nachgekommen sind und blos
auf dem Papiere bestehen. Anfangs
mag es berechtigt gewesen sein, den Bau
einzelnerEisenbahnstrecken durch die Wild
niß durch Landschenkungen zu ermuthigen,
aber schließlich artete dies System in ei
nen riesigen Schwindel aus. Die Spe
culanten hatten ihre „Lobbies" im Con
gresse, sie bestachen Congreßmitglieder
und scheuten, wie die neuesten Enthüllun
gen zeigen, vor keinem Mittel zurück, um
die Schenkungen von ungeheuren Land
strecken durchzusetzen. Der gegenwärtige
Congreß wird sich ein großes Verdienst
erwerben, wenn er diese Ländereien von
solchen Eisenbahnen, welche die gestellten
Bedingungen nicht erfüllten, für das Volk
zurückerobert und sie den wirklichen An
siedlern öffnet. Die N. N-sLtsztg. be
merkt über diesen Gegenstand:
„Die demokratische Partei hat das
Durch die Enthüllungen bei einem Pro
zesse zwischen calisornischen Eisenbahn
Magnaten ist über jenen Kamps so viel
bekannt geworden, daß dadurch das ganze
eklige Getriebe, das aus dem Landschenk
ungssystem entsprungen ist, vor tue Au
gen des Volkes gebracht wird. Es geht
jetzt nicht mehr an, die Mittel alle festzu
stellen, durch welche jene Ländereien von
der Texas-Pacific erlangt wurden, es
gäbe eine größere Schweinerei als die
Enthüllungen des Oakes Ames'fchen Cre
dit Mobilier. Aber es ist vollständig am
Platze, daß der Congreß die Uebertrag
ung dieser Schenkung auf die Sud-Paci
^c-Bahn nicht genehmigt und die Lände
reien zurückzieht.
Der Ausschuß wird noch eine ganze
Reihe von Landschenkungen untersuchen,
insbesondere auch die Ansprüche, welche
die Nord Pacific-Bahn auf gewisse Län
dereien, trotz der Nichteinhaltung gewis
ser Schenkungs-Bedingungen, erhebt, und
es ist anzunehmen, daß dabei mit ver
schiedenen spitzfindigen Entscheidungen
von Bundes-Juristen ausgeräumt wird.
Die Eisenbahn-Leute im Congreß werden
einen schweren Stand haben, und das
Volk wird allen Congreßinitgliederu scharf
auf die Finger sehen. Die demokratische
Partei wird durch die Musterung, die sie
aus diese Weise veranstaltet, jedenfalls
an Popularität sehr gewinnen. Unleug
bar ist es an der Zeit, das ganze System
einer Revision zu unterwerfen. Was gut
daran war, ist erreicht worden, und es
mag sein, daß die Zeit gekommen ist, das
Systen» überhaupt nicht fortzusetzen das
Uebel, welches dadurch gestiftet worden,
mag nicht mehr gutzumachen sein, doch
gilt es, wenigstens weiteres Uebèl zu ver
hindern."
Nach Deutschland wurde im Jahre
1881 amerikanisches Schweinefleisch im
Betrage von 13 Millionen Dollars aus
geführt. Durch Bismarck's Einfuhrver
bot ist dieser Handel lahm gelegt und
man kann es unsern Schweinezüchtern
und Händlern nicht verdenken, wenn sie
darüber ergrimmt sind, besonders wenn
nachgewiesen wird, daß die angebliche
„Trichinenfurcht" nur ein Vorwand und
das amerikanische Schwein viel gesunder
ist als das deutsche, das neulich in Sach
sen so viele Krankheiten und Todesfälle
hervorrief, hauptsächlich wohl deshalb,
weil es steh unsere Vettern in Deutschland
noch immer nicht abgewöhnen wollen,
rohes Schweinefleisch zu genießen.
Würden sie nur gehörig durchgekochtes
Schweinefleisch essen, so wäre keine Ge
fahr vorhanden, denn den Kochtopf kann
die Trichine nicht aushalten. Nun spricht
man von Wiedervergeltung und droht mit
einem Verbot der Einfuhr deutscher Wei
ne nun soll aber letztes Jahr die Wein
einfuhr von drüben sich auf kaum drei
viertel einer Million Dollars belaufen
haben, ein solches Verbot würde sich mit
hin kaum der Mühe lohnen. Dagegen
wird aber hervorgehoben, daß sich die
zahlreiche Einfuhr von baumwollenen Un
terkleidem, Strumpfen und dergleichen
auf 6 bis 7 Millionen, die Einfuhr von
Wollenwaaren auf 4* und die Einfuhr
von sogenannten „Fancy Goods" auf 2
Millionen beläuft, und "es wird vorge
schlagen, die Wiedervergeltungsmaßre
geln gegen die Einfuhr dieser Waaren zu
richten. So suchen sich die Regierungen
gegenseitig ein Bein zu stellen' und den
gegenseitigen Austausch, Handel und Ver
kehr zu verkrüppeln. Unter den Geschäfts
leuten und Fabrikanten in Deutschland
herrscht bedeutende Besorgniß über diese
angedrohte Verkürzung ihres Absatzes
nach Amerika.' Ob sich aber Bismarck'
erweichen lassen und sein Schweineverbot
zurücknehmen wird, das ist sehr fraglich.
Er selbst liebt seinen Schinken und sein
Bier dazu, aber die armen Leute können
die jetzigen Schwemefleischpreise nicht er
schwingen, die natürlich durch das Verbot
des amerikanischen Schweinefleisches zum
Besten der großen Gutsbesitzer in Deutsch
land bedeutend erhöht wurden.
Ciscnbahnriiubcl'.
Ohne Zweifel wird der Congreß in den
nächsten Wochen die Bill passiren, welche
die Landschmkung derTexas-Pacific-Bahn
in New Mexiko und Arizona für verwirkt
erklärt. Der californische Eisenbahnkö
nig, oder besser gesagt, Eisenbahnräuber
Huntington, hat den Schwindel aber auch
gar zu offen und zu frech getrieben. Aus
den neuesten Enthüllungen und zwar zum
Theil aus feinen eigenen Correspondent
zen, geht hervor, daß er als einer der Er
bauertier Central Pacific-Bahn das Volk
der Ver. Staaten in der rücksichtslosesten
Weise beschwindelte, Gesetzgebungen be
stach und das Volk der Pacific Staaten
aus die unverschämteste Weise ausbeutete.
Aus einem Prozesse, in den er verwickelt
wurde, geht hervor, daß er allein in den
Jahren 1876,'78 und '79 $409,335.67
verausgabte, die er nicht verrechnete, und
über die er keinen Ausweis geben will.
Daß diese geheimgehaltenen Ausgaben für
Schmiergelder verwandt wurden, darüber
herrscht kaum ein Zweifel.
Im Jahre 1876 tobte im Congreß zu
Washington ein lebhafter Kampf zwischen
,.r 'mm ^r-.Js-'^ .f~v 'V? fÄ Z5^*^
1 z ,J 1
Recht
und die Pflicht, jener Ausartung sich ent
gegenzustellen, und neuere Vorkommnisse
haben es mit sich gebracht, daß demokra
tische Führer sich mit besonderem Nach«
druck auf diese Land-Resorm verlegen.
Der Land-Ausschuß des Repräsentanten
hauses hat gleich nach seiner Ernennung
begonnen, die Rechtstitel einer Reihe
von Eisenbahn-Gesellschaften aus Bundes
ländereien zu untersuchen, beziehungsweise
die Frage, wie viele solcher Ländereien
deshalb verwirkt sind, weil die Gesell
schaften Bedingungen nicht erfüllt haben,
unter denen sie die Ländereien erhielten.
Am Dienstag machte der Ausschuß eine
Vorlage, nach welcher die Landschenkun
gen für folgende Bahnen für verwirkt er
klärt werden sollen: Gulf und Ship
Island, Tuscaloosa und Mobile, Mobile
und New Orleans, Elyton und Beards
Bluff, Memphis und Charleston, Savan
nah und Albany, New Orleans und State
Line und Iron Mountain von Arkansas.
Am folgenden Tage beschloß der Aus
schuß einstimmig, die Ansprüche der Süd
Paäfic-Eisenbahn auf die der Texas-Pa
cific geschenkten Ländereien sür nichtig zu
erklären. Dies ist ein Befund von großer
Tragweite. Er macht—da ihm der Con
greß höchst wahrscheinlich beipflichten
wird einem riesigen Kamps ein Ende,
bei dem uugefähr 14 Millionen Acker,
deren Werth auf 40 Millionen Dollars
geschätzt wird, auf dem Spiele standen.
w
./
Tom Scott und Huntington ubek die
Texas-Pacific-Bill. Am 17. Januar je
nes Jahres schreibt Huntington an Col
ton: ....... Es kostet Geld, es so
einzurichten, daß ich bestimmt weiß, seine
(Scotts) Bill könne nicht durchgehen.
Ich glaube mit $200,000 könnte ich un
sere Bill durchsetzen, aber ich weiß nicht,
ob es soviel werth ist." Am 29. Ja
nuar schreibt er wieder: Scott ar
beitet nun mit den „kaufmännischen See
len" (commercial men). Er hat diese
Woche Spencer von Alßbama und Wal
ker von Virginia gewännen. Aber Du
weißt ja, sie können, wenn man sie braucht,
durch passende Mittel (proper arrange
ments) zurückgewonnen werden."
Am 14. Februar schreibt Huntington:
Scott hat überall Leute, um Con
reßmitglieder zu beeinflussen. Sie ha
en viel Geld, denn sie haben Meh
rere überzeugt, deren ich sicher zu sein
glaubte. Ich thue Alles, was ich kann,
aber es ist der heftigste Kamps, in dem
ich je gewesen." Am 26. Februar schreibt
er: Ich hoffe zu gewinnen
Dieser Kamps kostet viel Geld, aber
ich glaube, er ist es werth." Am 4. März
schreibt er: Das Eisenbahn-Co
mite des Hauses war für Scott zurechtge
macht, und es ist sehr schwer gewesen,
ihm eine Mehrheit des Comites abspen
stig zu machen aber ich glaube, es ist
gelungen."
Noch weitere, ähnliche Stellen kommen
in den Briefen vor, doch an dem Obigen
mag es genügen.
Auffallen muß es sicherlich, daß die
Summe von $200,000, welche Hunting
ton als den wahrscheinlichen Kostenpreis
seiner Bill erwähnt, so nahezu genau mit
seinen Ausgaben im Jahre 1876 über
einstimmt $191,017^75, wovon der bei
weitem größere Theil, $150,000, wäh
rend der ersten Hälfte des Jahres veraus
gabt wurde.
Für das Jahr 1877 liegen keine Zah
len vor. Aber im Jahre 1878 hat Hun
tington $118,000 ausgegeben und nicht
verrechnet. Damals galt es dem Kampf
gegen das Thurm.an'fche Tilgungsfonds
Gesetz!
Im Jahre 1879 zog Huntington $100,=
000 für geheime Ausgaben auf einem
Brett.
Wohin dies Geld gekommen ist? Kann
Jemand noch zweifeln? Huntington selbst
gibt ja die Aufklärung: „Man hat Agen
ten und Anwälte, um Ankäufe zu machen
und allerhand Dinge zu besorgen, und
man verlangt eben nicht immer
schriftliche Belege dafür!"
Diese Nachweisungen kommen zu rech
ter Zeit. Das ganze Land wird dadurch
veranläßt werden, aufzupassen, wer in
beiden Häusern des Congresses es jetzt
noch wagen wird, Huntington und feinen
Genossen ferner gefällig zu fein.
Senator Payne über die Tariffrage.
Ueber die Tariffrage sprach sich Sena
tor Payne in feiner in Columbus gehal
tenen Rede in der folgenden Weife aus:
Vor einem Jahre gab ich gelegentlich
einige Ansichten über den Tarif kund, wo
rin ich die Verschiedenheit der Ansichten
innerhalb der demokratischen Partei an
erkannte. Bei der Staatsconvention im
Juni wurden diese Ansichten erwogen,
condensirt und krystallisirt zu dem, was
seitdem als die „Ohioer Plattform" be
kannt wurde. Sie wurde von der Con
vention einstimmig gut geheißen. Sie
verwirft ausdrücklich den „hohen Tarif"
oder die „Protection um der Protection
willen" auf der einen Seite und die eben
so unzulässige Doetrin vom „Freihandel"
oder dem „Tarif nur für Revenue" auf
der anderen Seite. Sie suchte eine Com
promißbasis in dir Mitte zwischen den
beiden Extremen zu finden, welche, billig
und gerecht, die Zustimmung aller Bil
ligdenkenden finden und die Frage vom
Boden der Parteipolitik entfernen würde.
Lassen Sie mich ihre Vorzüglichkeit durch
eine Anwenßung auf die Interessen von
Ohio illustriren.
Seit mehreren Jahrzehnten behauptet
Ohio den dritten Rang in der Reihe der
Staaten. Bis zum Letzten hing sein
Wachsthum von der Entwickelung seines
landwirthschastlichen Reichthums ab. Es
waren öffentliche Ländereien zu besie
deln, zu cultioiten, zu bevölkern und als
neue Counties zu organisiren es waren
weite Strecken werthvoller Waldungen
vorhanden, wobei die Erbauung von Ca
nälen den Transport zum Markte erleich
terte, welche Verkehrsmittel später durch
ein System von Eisenbahnen vermehrt
wurden, bei deren Erbauung außerdem
viele Millionen verausgabt wurden. Dies
Alles hat sich aber nun sehr geändert.
Es sind jetzt keine Ländereien mehr vor
Handen, die der Besitznahme offen stehen
es sind keine neuen Counties mehr in Re
serve das werthvolle Bauholz wurde auf
dem Markt verwerthet die Canäle ha
ben aufgehört, eine Einnahmequelle zu
sein der Boden ist beträchtlich verarmt,
die Getreideernten sind weniger ergiebig,
während die große Verbesserung land
wirthschaftlicher Geräthe zusammen mit
der Consolidation der kleinen Farnen
den Bedarf an Farmarbeitern vermindert
hat. Sogar seine Wollproductton ist in
Gefahr durch einen ernsten und verderb
chen Angriff.
Ist es nicht die Pflicht staatsmännifchen
Strebens, die Quelle der Stärke und des
Wachsthums zu erhalten, die es in den
Stand setzen, den großen Rang, den es
seither inne hatte, zu behaupten. Der
letzte Census zeigt, wo diese Quellen der
Stärke zu finden sind: Wir haben bereits
mehr als zwanzigtausend industrielle und
gewerbliche Unternehmungen, in denen,
zum großen Theil durch Congreßgesetze
veranlaßt, zweihundert Millionen Dollars
Kapital veranlagt und Hundertsechzigtau
send Personen beschäftigt sind, die jähr
lich sechzig Millionen Dollars an Lohnen
erhalten. Es werden Materialien im
Werthe von zweihundertfünfzehn Millio
nen Dollars verbraucht und die erzeugte
Waare ist dreihundertachtundvierzig Mil
lionen Dollars werth. Mehr als zwan
zig Procent seiner Bevölkerung finden
ihre Existenz und ihren Unterhalt in die
sen Industrien. Eisenerz, Kohle und an
dere Rohmaterialien sind unerschöpflich
seine Einwohner sind unterrichtet, fleißig
und unternehmungslustig, und es ist kein
Grund vorhanden, warum nicht auch noch
tausend andere einheimische Industrien
ebenfalls entstehen und aufblühen sollten
in unseren Städten und Dörfern, wie sie
entstanden und aufgeblüht sind in den
Städten und Dörfern von Neu-England.
Dies wird sicherlich das Resultat sein,
wenn nur der Congreß uns allein läßt.
Wir verlangen keine hohen Raten ober
eine spezielle Protektion, die Monopole
begünstigt, aber wir verlangen Stabilität
und Ruhe vor Agitation. Laßt das Ge
setz vom vorigen März eine angemessene
Probe bestehen, und wenn die Statistik
Fehler und Ungleichheiten nachweist, so
können und sollen dieselben abgestellt wer
den bereits erheben unsere Farmer eine
laute und gerechte Forderung um Wieder
herstellung des Zolles auf Wolle. Sehen
Sie nun, wie bewundernswerth die Ohio
Platform die befriedigende Losung dieser
wirthschaftlichen Frage liefert. Dieselbe
lautet: „Wir begünstigen einen Tarif
für Revenue'" (fein Zurückgreifen auf
direkte Steuern oder freiwillige Beiträge
der Staaten) „beschränkt auf die Bedürf
nisse der Regierung" (womit die Idee
des Schutzzolles lediglich um des Schutzes
willen zurückgewiesen wird) „ökonomisch
verwaltet (nicht dreihundertfünfzig oder
vierhundert Millionen, wie unter republi
kanischer Verwaltung mit Extravaganz
und Verschwendung, sondern zweihundert
fünfzig bis zweihundertfünfundsiebenzig
Millionen unter einfacher und mäßiger
demokratischer Verwaltung) „und so ein
gerichtet in seiner Anwendung, daß eine
ungleiche Belastung vermieden, produktive
Industrien im Lande ermuthigt, eine ge
rechte Belohnung der Arbeit gesichert und
kein Monopol geschaffen und erhalten
wird. Keine billige Beurtheilung kann
die Gerechtigkeit und Richtigkeit der hier
skizzirten Politik läugnen. Der Mann,
-*. A
der Wolle unb'äile anderen zollpflichtigen
Artikel auf die Freiliste setzen und zu dt#
rekten Steuern greifen und dabei disss
einheimischen Industrien zerstören und
die Armee der Arbeiter zu Unthätigkeit
und Mangel ver urtheilen oder sie aus
dem Staate verbannen wollte, ist kein
weiser oder wohlthätiger Freund des Vol
kes. Diese Platsor.m ist daher, meiner
Ansicht nach, die weiseste und passendste,
die jemals der öffentlichen Beachtung un
terbreitet wurde. Sie mag bezeichnet
werden als vorsichtig, gerecht und den
Principien Jackson's gemäß. Und ich er
kläre es hier als meine wohlüberlegte
Ueberzeugung, daß wir mit dieser Plat
form sowohl bei der October- wie bei der
Novemberwahl den Staat gewinnen wer
den. Ich bin befriedigt darüber, daß die
Arbeiter, indem sie sich zu Arbeiter-Orga
nisationen vereinigten und für die Be
ziehungen zwischen Capital und Arbeit
ein besseres Verständniß gewannen, fast
allgemein die Doetrin dieser Platform
angenommen haben und nicht länger durch
das Scheinargument des sogenannten
Freihändlers getäuscht werden können,
noch auch können dieselben durch die selbst
süchtigen Aufforderungen und Drohun
gen des angehäuften Capitals, das unter
dem verderblichen Einflüsse eines zu hohen
Schutztarifs zu gefahrvollen Proportionen
angewachsen ist, in Gegensatz zu uns ge
bracht werden.
Meine eigene Stellung ist definitiv ge
nommen. Ich nehme die Ohio Plattform
nach Buchstaben und Sinn an. Mit der
Partei stehe ich auf derselben gerade und
aufrecht Es gibt eine breite Grenzlinie,
die sich vom Eismeer bis zum Aequator
erstreckt, die deutlich unsere Bürger von
den Interessen Englands trennt. Habe ich
Erfolg oder Unglück, stehe oder falle ich,
so will ich Erfolg haben oder unter
gehen, stehen oder fallen auf der ameri
kanischen Seite dieser Linie, und dort
wird man immer meine Stimme und mein
Votum finden.
Most, der bekannte Umstürzler, der
sich noch immer in Amerika herumtreibt,
hat sich wieder einmal in einer Weise be
merkbar gemacht, die vermuthen läßt, daß
dieser Mensch entweder an unheilbarem
Wahnsinn leidet, ober daß er ein ausge
machtes Scheusal ist, dem selbst das Ge
fühl einer Bestie abgeht. Arn Sarge
Lasker's ließ er nämlich in feinem New
Iorker Organ, der sogenannten „Frei
heit," den folgenden schamlosen Nachruf
vom Stapel
„Laster, die Personifikation des Par
lamentarismus, ist tobt. Am 4. b. M.
ging er nach einer beträchtlichen Fresserei
unb bem bazu gehörigen Suff in New
Aork nach Hause. Unterwegs ging ihm
der Athem aus. Er hatte gerabe noch
Zeit, in einen PferbestaU zu flüchten,
um ba feine Dreckseele auszuhauchen.
Eine ärztliche Untersuchung ergab, daß
dieser Schwatzmichel hauptsächlich an—
Gehirnerweichung zu Grunbe ging. Das
Hirn würbe auch gewogen, unb es stellte
sich heraus, baß es nicht schwerer war,
wie bas eines alten Weibes. Wozu hätte
auch ein so flacher, einfältiger Schwätzer
mehr Hirn nöthig gehabt? Sein Kaba
ver wurde einbalsamirt und wirb nach
Berlin verschifft. Wir legen ihm einen
Strohkranz auf bas Grab. Auf dessen
Schleifen steht geschrieben: „Da liegt
ber Hunb begraben!" Weiter haben wir
nichts zu sagen."
Das Schwein. Bismarck hätte
unserem Schweine keine größere Reklame
machen können, als durch sein Verbot.
Früher dachte Niemand an den geborste
ten Grunzer, und höchstens würdigte man
ihn, wenn er tobt war, einiger Anerkenn
ung heute aber ist bie ganze Welt von
bem Ruhme des amerikanischen Schwei
nes erfüllt. In allen größeren Städten
cirkuliren Petitionen wegen der Sauhatz,
der Congreß hat täglich irgend eine Vor
lage zu besprechen und auch in Europa
hat das Borstenvieh Amerika's fast alles
Interesse monopolisirt. Die Pariser Presse
widmet ihre Haupt-Artikel nicht mehr der
Revanche, welche man sich in Deutschland
holen möchte, sondern der Revanche, wel
che man von Amerika aus befürchtet.
Das Royalistenblatt „Clairon" hatte neu
lich einen drei Spalten langen Artikel
über unser Schwein und erklärte, dasselbe
sei von größerer Wichtigkeit für die Mas
sen des französischen Volkes, als eine Re
vision der Verfassung. Die Franzosen
verbrauchen jährlich für vierzig Millionen
Frcs. amerikanisches Fleisch, welches sie
zu 60 Centimes pro Kilogramm kaufen.
Das Blatt erwähnt den Bericht der fran
zösischen Aerzte Brouardel und Gr auch
er
über die Trichinen-Epidemie in Sachsen
Beide erklären dem Handelsminister, daß
von amerikanischem Fleisch keine Gefahr
zu fürchten sei, und geben den Franzosen
den Rath, noch vor dem 20. Januar ihr
Verbot zurück zu nehmen, indem die Arne
ritaner wüthend und entschlossen seien,
an dem betreffenden Tage etwas Schreck
liches gegen Frankreich zu thun.
Prof. Virchoto in Berlin mißbilligt das
Verbot amerikanischen Fleisches als un
vernünftig, unnöthig und als nicht zu
rechtfertigen. Er ist von der französi
schen Regierung um ein Gutachten ersucht
worden unb wird in wenigen Tagen ein
Pamphlet über den Gegenstand veröffent
lichen. (Balt. Cor.)
Der „Pool" der Eisenwerke in
denVer. Staaten hat denZweck, der Con
currenz ein Ende zu machen und dadurch
ein Sinken der Eisen-Preise zu verhin
dern. So viel Eisenwerke, als vom
Pool beschlossen wird, liegen stets stille
ihre Besitzer erhalten aber einen Antheil
des Gewinnes, den die übrigen machen,
wie das bekanntlich z. B. mit den hiesi
gen Vulcan-Werken Jahre lang der Fall
war. Durch dieses nette Arrangement
wird allen Kapitalisten, die sich mit dem
Bau von Eisenwerken vergallopirt haben,
eine Verzinsung des Capitals gesichert,
auch ohne daß sie arbeiten lassen. Die
Kosten dieser hübschen Einrichtung müssen
natürlich die Eisen-Consumen^en in Ge
stalt erhöhter Eisenpreise tragen. Den
Arbeitern kommt dabei aber nicht der ge
ringste Vortheil zu. Wenn der „Pool"
die Schließung eines Eisenwerkes anord
net, werden sie einfach auf die Straße
gesetzt, wie dies seiner Zeit mit den^lr
beitern der Vulcan-Werke der Fall war.
Uebrigens werden von Eisenfabrikanten
selber Zweifel ausgesprochen, daß es mög
lich sein wird, den Pool ausrecht zu hal
ten. Sie sind der Ansicht, daß die über
flüssigen und mangelhaft eingerichteten
Werfe eingehen müssen.
(Anz. d. West.)
Ich werde immer besser. Dank Jh
rem Peruna unt ManaUti. John
E. Courtney, Corry, Pa.
Ueber die Everglades in Flo
rida hat die von der New Orleanser
Zeitung „Times-Demokrat" ausgerüstete
Expedition zur Erforschung derselben, ei
nen ausführlichen Schluß-Bericht veröff
entlicht. Die Expedition hat jene bisher
für unzugänglich gehaltene Wildniß
durchforscht und ist nach unsäglichen Ge
fahren und Mühsalen glücklich zurückge
kehrt einmal waren die Waghalsigen in
Gefahr, in dem, Dutzende von Meilen
nach jeder Richtung hin sich erstreckenden
dürren Schilfe zu verbrennen. Die we
nigen Indianer, die sich dort aufhalten,
sind friedlich und wohlgesinnt. Es ist
nicht möglich, eine Telegraphenlinie durch
die Sümpfe der Everglades zu errichten,
auch können dieselben nicht trocken gelegt
werden. Als der Bundessenat in 1848
die Sache untersuchen ließ, berichtete e.in
Comite, der Sumpf könne durch Ablei
tung trocken gemacht werden aber Major
Williams von der „Times-Demokrat"
Expedition behauptet das Gegentheil.
Das ganze Land liegt sehr niedrig, das
meiste sogar unter dem Meeresspiegel, so
daß also ein Canal nichts nutzen kann.
Im südlichen Theil könnten viele Inseln
angebaut werden mit dieser alleinigen
Ausnahme haben die Everglades von
Florida keinen Werch für die Landwirth
schaft.
Mo HesetzgeMlg.
Dienstag, 15. Januar.
In beiden Häusern beschränkte
sich heute die Thätigkeit auf die Wahl ei
nes Ver. Staaten Senators, welche um
11 Uhr Vormittags stattfand. Im
Hause brachte Henry Bohl aus Marietta
den Henry B. Payne aus Cleveland in
Vorschlag und da feine andere Nomina
tion gemacht wurde, so schritt man zur
Abstimmung. Die Demofraten stimm
ten alle für Henry B. Payne. Die Re
publikaner stimmten alle „blant," bis es
an H. C. ©reiner aus Perry County kam.
Dieser sagte „Charles Foster." Wash
burn aus Lorain hielt eine Rede, worin
er sagte, es sei nicht recht, „blank" zu stim
men und da er nicht wünsche, daß Payne
einstimmig gewählt werde, stimmte er
für Chas. Foster. 95 Stimmen wurden
im Ganzen abgegeben: 54 für Payne,
39 blank, 2 für Foster. Payne wurde
daher für erwählt erklärt. Im Senat
stimmten 22 Demokraten für Payne, 8
Republikaner stimmten „blank" und nicht
eine einzige Stimme wurde für Foster
abgegeben. Payne wurde als vom Se
nat erwählt erklärt.
Gouv. Hoadly schickte dem Senat, ne
ben den für feinen offiziellen Stab er
nannten, bereits mitgetheilten, Personen,
die folgenden Ernennungen zu: B. W.
Chidlaw aus Hamilton. Co. und Benja
min Eafon aus Wayne Co., Trustees der
Reformschule. Mehrere unwichtige Bills
wurden eingereicht und verlesen, woraus
die Vertagung stattfand.
Im Hause wurde beschlossen, den Sitz
ungssaal innerhalb der Schranken von
Eindringlingen frei zu halten und wäh
rend den Sitzungen das Rauchen nicht zu
gestatten. Folgendes ist die Liste der
vom Sprecher Marsh ernannten Haus
Comiteen:
Anstalt für Irrsinnige—Fierce, Lisle, Hig
gins, Poe, Edwards, Bruce, Primrose, Sher
man, Stryker.
Blindenanstalt -Stouffer, Johnson, Byal,
Edwards, Buchanan, Gest, Lyman.
Ansprüche—Higglns, Johnson, Addison,
McBride, Myers, Washburn, Hughes.
Korporationen nicht Municipal Poe,
Menke, Habbeler, Cole, Brunner, Ryan, Ga
ston.
Abzugsgräben—Kahle, George, Aoung von
Franklin, Francisco, Work, Terrell, Hughes.
Taubstummen-Anstalt Edwards, Bruce,
fierce, Work, Aoung von Marion, Farrar,
Greiner.
Enrollment, (gemeinschaftliches Comite)—
Ziegler, Roche, Cosgrove, Jones, Farrar.
Gebühren und Saläre—Black, Habbeler,
Ziegler, Hull, Holbrook, Peet, Ryaii.
Fischerei und Jagd—Puckrin, Kahle, Moo
ney, Cogan, Hamilton, Gaston, Deyo.
Geologie und Minen—Weldy, Thompson
von Hamilton, Sharp, McBride, Finley, Jones,
Dickson.
Reform- und Industrieschule für Mädchen—
Crites, Cummings, Cunningham, Stouffer,
Francisco, Murray, Wilson.
Bibliothek—Bruce, Buchanan, Mooney,
George, Sackett, Lyman, Sheppard.
Manufaktur und Handel—Menke, George,
Habbeler, Baker, Ford, Love, Ogden.
Medizinische Colleges und Vereine—Lisle,
Fierce, Stouffer, Hamilton, Roß, Washburn,
Sherman.
Militärisches und Soldaten-Waisenheimat—
Stevenson, Bargar, Poe, Higgins, Thorp,
Stryker, Wilson.
Privilegien und Wahlen—Stalter, Hunt,
Black, Uoung von Franklin, Rarey, Hadley,
Mathews.
Einschränkungen Aoung von Marion,
Wolf, Finley, Cogan, Linduff, Deyo, Sa
ckett.
Mittwoch, 16. Jan.
Beide Häuser der Gesetzgebung
bestätigten gestern in gemeinschaftlicher
Sitzung das am Dienstag in jeder Kör
perschaft separat abgegebene Votum für
Bundessenator.
Im Hause wurden verschiedene neue
Bills eingereicht, worunter die theilweise
Verwilligungsbill für die Staatsanstal
ten. Der Senatssaal war für Nachmit
tag der Landwirthschastlichen Staatsbe
hörde^eingeräumt, weßhalb der Senat
keine Sitzung hielt. In der Nachmittags
Sitzung des Hauses beantragte der Re
publikaner Love, eineUntersuchung zu ver
anstalten, ob Mitglieder der Legislatur
durch Bestechung dazu veranlaßt wurden,
für H. B. Payne zu stimmen. Love sagt
in seinem Antrag, daß ein Theil der
Presse und achtangsiverthe Männer bei
der Parteien offene Anklagen auf Cor
ruption gegen Mitglieder der Legislatur
erheben. Allen £). Myers hielt eine Re
de gegen ben Antrag und stellte ein
Amendement, wonach ein Untersuchungs
Comite auch bezüglich der Gouverneurs
wahl Foster's Nachforschungen anstellen
solle, um festzustellen, ob nicht auch Fo
ster durch corrupte Mittel Gouverneur ge
worden sei. Verschiedene Mitglieder
machten geltend, daß bei derartigen Un
tersuchungen nichts herauskomme. Der
Antrag wurde schließlich mit 34 gegen 53
Stimmen verworfen. Auch 16 Repub
likaner stimmten dagegen. Myers' Zucht
Hausbill wurde an das Comite für Ge
fängnißwefen, Löwenstein's Liquorbill
an den Justiz-Ausschuß überwiesen. Der
Clevelander Abgeordnete Burnett bean
tragte eine neue Zuchthausreformbill.
Die republikanischen Mitglieder des Hau
ses proteftirten gegen die Art und Weise
wie fie bei der Zusammensetzung der Co
mites behandelt worden sind. Die erste
Verwilligungsbill für die verschiedenen
Wohlthätigkeits-Anstalten des Staates
wurde eingebracht.
Donnerstag, 17. Januar.
In beiden Häusern'beschränkten
sich heute die Geschäfte fast gänzlich auf
das Einreichen und Verlesen von Bills.
Im Hause brachten die Cincinnatier Mit
glieder eine Anzahl Bills ein. Dan.
Wolf unterbreitete eine Bill zum Schutz
der Hotelbesitzer. Wer einen solchen durch
Nichtbezahlung für Bewirthung betrügt
oder zu betrügen versucht, soll'in eine
Geldbuße bis $100 und in eine Gefäng
nißstrafe bis 10 Tage oder beide Stra
fen verfallen. Repr. Bruce brachte zwei
Bills ein. Eine derselben ändert die
Pfändungsgesetze derart, daß das Eigen
thum qpn Männern beschlagnahmt wer
den kann, die Eigenthum im Namen der
Frau haben. Das jetzige Gesetz befreit
einen Familienvater, der weniger als
8500 Eigenthum hat, von der Pfändung.
Die Bill schreibt vor, daß wo die Frau
für mehr als KIVW Grundeigenthum hat,
der Mann nicht von der Pfändung befreit
sein soll. Die zweite Bill von Bruce
verfügt das ein Advokat, der ein Dip
lom in einem anderen Staate erworben
hat, Erlaubniß haben soll, in Ohio zu
praktiziren, ohne sich einem Examen durch
das Supreme Gericht zu unterwerfen.
Repr. Menke brachte eine Bill ein, wo
nach Safe Deposit Compagnien ein Re
gifter über das ber ihnen deponirte per
sönliche Eigenthum führen müssen, damit
die Assessoren es auf die Steuerliste stel
len können. Er behauptet, daß für viele
Tausende Dollars in Juwelen und son
stigem Eigenthum vor den Steuer-Asses
soren in den Gewölben der Depositen
Compagnien versteckt wird. (Aehnliche
Bills sind schon in den letzten zwei Le
gislatur-Sitzungen eingebracht worden
und durchgefallen.) Repr. McBride
brachte eine Bill ein, wonach Bewerber
um das Amt eines Staats-Minen-Jn
spektors ein Examen vor einer bergmän
nischen Kommission bestehen müssen.
Im Senat wurden die Ernennun
gen von B. W. Chidlaw von Hamilton,
und Benjamin Eason, von Wayne Co.,
als Trustees der Knaben Resorm-Anstalt,
und von Wm. Batchelor, von Coshocton,
als Trustee der Mädchen-Jndustrieheimat,
bestätigt. Jäger reichte eine Bill ein,
welche die Staats-Steuerraten festsetzt.
Fassett eine Bill, welche verfügt, daß der
Gouverneur, der Staats-Secretär, der
Staats-Auditor und der Schul-Commis
sär eine Staatsbehörde bilden. Sie sol
len sich auf eine Anzahl Bücher vereinba
ren, die in den öffentlichen Schulen Ohio's
nothwendig find und die Lieferung der
Bücher dem Mindestfordernden zusprechen.
Read eine Bill, welche die nöthigen Ver
willigungen zum Unterhalt der Freifchu
len macht. Sonst geschah nichts von Be
beutung.
Freitag, 18. Januar.
Beide Häuser vertagten sich heute
gleich nach Eröffnung der Sitzung bis
nächsten Dienstag Nachmittag.
K o n e
Im Senate wurde am "Mittwoch eine
Bill vorgelegt, um die Ausbreitung der
Lungenkrankheit und anderer Seuchen
zu verhüten, die sich neulich wieder unter
dem Rindvieh zeigten. Plumb von Kan
fas legte ein Constitutions-Amendement
vor, das den Verkauf und die Fabrika
tion von berauschenden Getränken gänz
lich und für alle Zeiten verbieten soll.
Die neuen Regeln wurden von dem Se
nate angenommen. Darunter befindet
sich eine, welche den Ausschank von Ge
tränken im Capitol verbietet. Der De
mokrat Bayard bestand darauf, daß der
Verkauf von Malzgetränken erlaubt
sein sollte. Der Republikaner Frye von
Maine erklärte, er habe bemerkt, daß
eine der Restaurationen der beiden Häu
ser zu einer niedrigen Kneipe herabge
sunken sei. Ich habe, fuhr er fort, bort
einen Mann gesehen, der mit ben Hosen
in ben Stieseln und mit einem groben
Kittel bekleibet, an einem Schenktische
stand und schlechten Whisky aus ei
«er Kaffeetasse trank. Ich habe
wiederholt gesehen, wie Whisky unter
dem Namen „Thee" gefordert und in
Kaffeetassen verabreicht wurde. Irgend
ein Kongreßmitglied öder ein Anderer
kann sich hinsetzen und solchen Thee aus
einer Kaffeetasse trinken. Ihn ekle die
ses Treiben an, und dasselbe sei dem
Charakter und der Würde des Capitols
der Ver. Staaten durchaus unangemes
sen. Schließlich wurden die Worte,,spi
rituose und Malzgetränke" ausgestrichen
und das Verbot auf „berauschende Ge
tränke" beschränkt. Congreßmitglieder,
die ihren Whisky lieben, werden wohl,
trotzdem, sich ihren „Thee" in Kaffeetas
sen serviren lassen.
Im Hause wurde ein Beschluß ange
nommen, der den Präsidenten um alle
Korrespondenzen ersucht, die im Staats
Departement tn Betreff des Verbots der
Schweine-Einfuhr in Deutschland und
Frankreich eingelaufen sind. Potter leg
te eine Bill vor für die Ausgabe von 2
Prozent-Bonds, welche von den National
banken zur Deckung ihrer Noten-Certi
ficate benutzt werden sollen, wogegen
solchen Banken die Steuer auf ihre Cir
culation erlassen werden soll. Die Se
natsbill, welche eine Million für die Fort
setzung der Arbeiten zur Verbesserung des
Mississippi-Fluffes verwilligt, rief eine
lange Debatte hervor, die nicht beendigt
wurde.
Den Eisenbahnen, die große Land
Schenkungen vom Congreß erhalten ha«
ben, ohne ihren Verpflichtungen nachzu
kommen, soll es nun wirklich an den Kra
gen gehen. Im Senate hat auch Van
Wyck von Nebraska eine derartige Bill
eingebracht und man glaubt, daß schließ
lich etwa 100 Millionen Acker solchen
Landes in ben Besitz des Volkes zurückgehen
unb den wirklichen Ansiedlern erhalten
werden. Der Senat berieth am Don
nerstag, hinter verschlossenen Thüren, den
neuen Handelsvertrag mit Mexico. Das
Haus beeilt sich nicht, Geldverwilligungen
zu machen. Die Senatbill, welche eine
Million für die Verbesserung der Missis
sippi-Dämme verwilligt, wurde dem Co
mite übergeben es soll zuerst eine ge
naue Uebersicht der bereits gemachten
Ausgaben für diesen Zweck vom Kriegs
sekretür einholen. Viele andere Bills
sind unter Berathung.
Am Samstag debattirte das Haus den
ganzen Tag über die Bill für die Recht
fertigung des Generals F. I. Porter, der
durch ein Kriegsgericht entlassen wurde,
weil er einem Befehle des Gen. Pope
während des letzten Krieges nicht Folge
leistete, indem die Ausführung dieses Be
fehls nach feinem Urtheile böse Folgen
gehabt haben würde. Selbst Gen. Grant
ist in der neueren Zeit zu der Ansicht ge
langt, daß dem Gen. Porter großes Un
recht geschehen ist. Dennoch bekämpfen
die Republikaner im Hause die Bill in
der hartnäckigsten Weise.
Am Montag war Billtag und es lie
fen in beiden Häufern wieder einige Bü
schel Bills ein, von denen viele das Ta
geslicht nicht mehr sehen werden. Eine
Bill für die Einführung einer Territo
rial-Regierung in Alaska wurde im Se
nate berathen. Im Haufe beantragte
Springer einUnter-Comite, das die Geld
Verschleuderungen im Justiz-Departement
Ul andere corrupte Umtriebe untersu
chen soll. Die Prozesse gegen die Stern
post-Rüuber, wobei doch nichts heraus
kam, haben ein Heidengeld gekostet. White
von Kentucky erklärte, es seien von Bun
desbeamten Tausende von Dollars aus
dem Schatze gestohlen worden und man
cher verdiene das Zuchthaushabit zu tra
gen. Aus Antrag von Holman passirten
Beschlüsse, welche besagen, daß alle Land
schenkungen an Eisenbahn-Compagnien,
welche ihre Bedingungen nicht erfüllten,
für verwirkt erklärt werden sollten, da es
von höchster Wichtigkeit fei, dieses Land
der größtmöglichen Zahl von wirklichen
Ansiedlern zu sichern und Land-Spekula
tionen zu verhüten. Das Land-Comi
te wird angewiesen, dem Hause Gesetz
vorschlüge zur Ausführung dieser Be
fchlüsse zu berichten. Belforb, ber diese
Beschlüsse warm unterstützte, erklärte, er
sei nicht Willens, baß vier ober fünf
Rinbvieh-Könige ben Westen eignen fol
len, wie vier ober fünf Eisenbahn-Könige
den Osten eignen.
Ein amerikanischer Sekten-,
prebiger in Kentucky fühlt in sich ben
Beruf, ein Reformator bes Tanzes zu
werben. Er ist „prinzipiell" für ben Tanz,
allein er will ihn zu einem „harmlosen
Vergnügen" machen unb schlägt beshalb
vor, baß Herren unb Damen nicht mit
einander tanzen, sondern in separaten
Zimmern. Wenn die Herren allein
in einem. Zimmer und die Damen
allein in einem anderen Zimmer tarnen
würden, dann würde Das nach der An
sicht des Tanz-Resormators die Sittlich
feit fördern. Der Vorschlag ist unschäd
lich.
*^T J"VX/ ^7-'^ .,
Mpfc
ZutereffmlL« WotiM.
i sä
Ber
I
ore.n. Gloucester, Mass., 21»
Jan. Der Fischer-Schooner „Hunts*
sord" wird für verloren gegeben. Es bs»
fanden sich 14 Mann an Bord, welche
sieben Wittwen und nermzehn Waisen hiij?
ierlassen.
In
Fond Du Lac, Wiscwurded».
Empire Brauerei von A. G. Bechard ui#
Bruder nebst 15,000 Bushel Gerste unK
einem bedeutenden Biervorrath ein Rarch
der Flamnen. Der Verlust beträgt $35^
000.
Polizei- Präsident French in Neck
Dork wird von Elisabeth Bie6l er
in Erfurt ersucht, Nachforschungen nach
ihrem Bruder Johannes Kürschner
aus Salzungen, der 1852 nach Amerifo
auswanderte, anzustellen.
Eine schreckliche Dynamit-Ex
plosion fand am Freitag Morgen
der Fabrik ber Vulcan Dynamit Co. iti
Allentown, Pa., statt. John M. Rucke«»
bone, Isaac Kramer und Jacob HeffnG
wurden auf der Stelle getödtet.
—Der junge McNutt ist von ber Jury
in Pittsburg freigesprochen woroes^
McNutt erschoß bekanntlich ben Advok«»
ten Dukes, der seine Schwester verführt
und beschimpft und dann ben allen M*
Nutt, der ihn darüber zur Rede stellte, 0
schoß.
Nahe Newport, Cook Co., Tenn^
erfroren in ihrem Bette ber 80 Iah«
alte John Davidson unb seine 86 Jahre
alte Frau. Sie waren zu schwächlich, um
Heizmaterial zu sammeln, und das BeA»
war nicht genügend, um fie vor dr
zu schützen.
Am 15. Mai 1882 wurde
I
u st iss
McKinney, ein junger Farmer au*
Kent County, Mich., von unbekannter
Hand ermordet. Erst jetzt hat man Ati*
ton Hartzig und Fernando Zay, zwei
Wohlhabende Farmer, als die muthma^
lichen Thäter verhaftet.
Geschmuggelte Diamanten.—'
New 9)ort, 18. Jan. Der Spezial-Btz»
«mte I.M.Wilson vom Ver. St. SchaH»
amts-Departement konfiszirte gestern em
kleines Packet, das per Post aus Amsterdam
gekommen war und für 620,000 SDtff
manten enthielt.
Erdbeben.—Wilmington, N. C., IE'
Jan.—Ein Erdstoß wurde heute Früh um
8 Uhr verspürt. Derselbe war so heftig,
daß das Geschirr aus den Tischen geritt»
telt wurde. Der Stoß wurde in Beau
fort ein bischen früher verspürt. DM
war die Erschütterung derart, daß Thür«
sich von selbst öffneten.
Die Kälte.machte sich in den letzte»
Tagen auch in Texas i.l empfindlich«
Weise fühlbar: die niedere Temperatur
erstreckte sich über den ganzen Staat
Flüsse und Bäche waren mit dickem EA
bedeckt in manchen Gegenden lag der
Schnee fußtief. Eine Menge Vieh ist ej*
froren. Viele der ältesten Ansiedler er
klären, baß sie noch nie vorher eine so a#»
haltenbe Kälte erlebt.
Herr Henry V illard wird ju$
dem Vernehmen nach dem Interesse ver
Edison'schen elektrischen Licht-Kompagnie
widmen. Die Geschäfte der Kompagnie
nehmen riesige Dimensionen an, nament*
lich in Europa, wo auch Herr Villard daS
nächste Jahr zubringen wird. Er ist bv»
reits damit beschäftigt, völlige Einsicht in
die Geschäfte der Kompagnie zu nehmen.
Er soll aus seinem Schiffbruch immer
noch eine Million Dollars gerettet habe#,
Die Lorbeeren jenes Arbei
ters in einer Nadelfabrik tu
Kreuznach, der kürzlich, wie gemeldet
wurde, ein Nadelöhr durch ein Barthaar
Kaiser Wilhelm's bohrte, haben einen
Newarker Zunftgenossen nicht ruhen las
sen. Derselbe hat jetzt basselbe Kunst«
stück mit seinem eigenen Haar gemacht.
Wenn sich also Jemanb in Zukunft vor
Verzweiflung die Haare ausrauft, so
kann er sie in Newark, N. I., ver wee*
then und „Haar-Nähnadeln" daraus
Der deutsche Musiker Pete?
Voltz von Allegheny bei Pittsburg,
an welchem in einer der letzten Nächte äff
einer bortigen Brücke ein Raubmorb ver
übt würbe, war ein braver unb fröhlicher
Mann. Ueber fein Wirken sagt ber
Pittsburger „Freiheitsfreund": „Er war
früher Lehrer auf ber Südfeite und in
Weiterhaufens Kirche unb aufeerbent frü
her Dirigent bes Loreley Männerchor,
bes Germania Lieberkranz, ber Harmonie
unb bes Lincoln Männerchor, unb zur
Zeit seines Todes war er Dirigent beB
Teutonia Männerchor, Druiden Sänger
bund, der Gesangssektion der Alleghenier
Turner, der Eintracht unb des Braddock
Männerchors. Voltz hinterläßt eine FrÄl
und mehrere bereits gut versorgte Kiq
der. Er war fünfundfünfzig Jahre
unb stammte von Berleberg in Hessen."
Ein esonberbareK läge hat AgneS
H. Funston im Obergerichte von Alameba
Co., Calif., gegen den Farmer William
Kennedy anhängig gemacht. Die Kläge
rin verlangt von dem Beklagten $50*,
000, weil er ihr, wie sie behauptet, am
15. Febr. 1856, mithin vor 28 Jahren,
in St. Joseph, Ind., die Ehe versprochen
hat. Beide Parteien, heißt es in der
Klageschrift, sind sich, nachdem das Be**
sprechen nicht erfüllt wurde, fremd gewor
den, Länder und Meere haben sie ge
trennt, bis sie sich endlich am 15. Mäq
1881 in Oakland wieber gesunden habe».
An biefem Tage hat auch Kenneby seilt
Versprechen wieber erneuert, basselbe ab«
nicht gehalten unb bie „Verlobte" unter
allen möglichen Entschuldungen bis
jetzt auf die Ehe vertröstet. Der zwie-'
fache Treubruch war ihr benn doch
viel, und jetzt soll der Ungetreue dafthr
büßen.
Selbst die Beamten aikBahip
o ch a U e sind vor bem Revolver
des Räubers nicht mehr sicher. An eine«
der letzten Abende erschien zu Boonville
in Missouri ein verwahrlost aussehend«
Mann vor dem BiÜetfchalter auf betn
Bahnhofe derMissouri-Kcmsas und Texas
Bahn und bat den Schalterbeamten EmÄ
Paillon, ihm $10 zu wechseln und cie
Billet nach Hannibal zu geben. AlK
Paillon das Geld» brachte, hielt ihm bet
Mann plötzlich einen Revolver mit gg»
spanntem Hahn vor das Gesicht, bemäch»
tigte sich des Geldes und forderte Paillon
auf, ihm auch das übrige (Md, das sich
in einer Blechkiste im Kassenschrank be
fand, und seine Schlüssel ohne Widew
streben einzuhändigen, widrigenfalls er
ihn niederschießen würde. Der
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chen lassen.
Ein sonderbares Vermächtnis
hat der kürzlich in Derby, Conn., gestor
bene Kassirer der „Birminghamer Natw
nalbank," Joseph Arnold, hinterlasse*.
Es ist in demselben eine Klausel enthak
ten, daß, wenn die von ihm ausgesetzten
30 Antheile der genannten Bank, die'ca.
$4500 werth sind, mit Zinsen die Summe
von $5,000,000 erreicht haben, was tu
etwa 150 Jahren geschehen kann, und die
Stadt Derby bann von aller Schuld, au8
genommen ber, die durch gewöhnliche
Ausgaben entstand, srei ist, die Interessen
der fünf Millionen zu Schulzwecken und
zur Verschönerung von Friedhofen benu$t
werden sollen.
Einen eigenthümlichen Selb
o beging in Kansas City der deutf
Metzger Franz L. Heine aus Hannover.
Während er ein Schlachtmesser unter dem
Arm trug, fiel er so unglücklich, das ihm
das Messer zwischen der zweiten und vier
ten Rippe in den Körper drang, die dritte
Rippe vollkommen durchschneidend. Die
Wunde war wahrscheinlich an sich nicht
tödtlich, aber wahnsinnig vor Schmerz,
raffte Heine sich empor und trieb das
Messer mit einem gewaltsamen Ruck bis
art's Heft in die Brust, so baß bie Spitze
am Rücken herauskam. Dann sank er
blutenb unb bewußtlos zusammen aber
erst nach vier Tagen machte der Tod st*
nein Leiben ein Ende.
I
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W
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Bedrohte
wagte, von Schrecken ergriffen, nicht, dem
'if i
yr-
1

Ackerbau—Byal, Puckrin, Goodman, Hunt,
Aoung von Adams, Ioung von Franklin, Ter
rill, Barrett, Ogden.
Bundesbeziehungen—Holbrook, Buchanan,
Wolf, Malone, Littler, Greiner, Ryan.
Finanzen—Bohl, Crites, Turner, Thomp
son von Knox, Harbaugh, Myers, Ford, Litt
ler, Brown.
Versicherung—Thompson von Knöx, Stal
ter, Bohl, Stilwell, Schultz, Sheppard, John
son.
Blödsinnigen Anstalt— Sharp,Schultz, Puck
tin, Malone, Hilles, Murray, Brooks.
Justiz—Bargar, Sharp, Stillwell, Weldy,
Ziegler, Cole, Walker, Kohler, Cameron.
Municipal-Corporationen—Cogan, Beatty,
Turner, Stevenson, Staubach, Aoung von
Marion, Burnett, Linduff, Littler.
County- Affairen Stilwell, Cosgrove,
Beatty, Holbrook, Haley, Miles, Lantz.
Zuchthäuser und Zuchthaus-Resorm My
ers, Turner, Mooney. Thompson von Knox,
Stevenson, Kohler, Stryker.
Oeffentliche Werke ünd Ländereien—Hull,
Roche. Uoung von Adams, Menke, Brown,
Emerson, Laird.
Oeffentliche Drucksachen—Beatty, Weldy,
Francisco, Stalter, Washburn, Gest, Peet.
Oeffentliche Werke—Löwenstein, Sunning
ham, Kahle, Hunt, Goodman, Stanbery,
Haley.
Eisenbahnen und Telegraphen—Brunner,
Thompson von Hamilton, Hull, Löivenstein,
Baker, Harbaugh, Roß, Walker, Hadley.
Revision Cuff, Cummings, Black, Ha
milton, Staubach, Roche, Thorp, Gest, Ma
thews.
Resormschule für Knaben—Schultz, Thomp
son von Hamilton, McBride, Addison, Came
ron, Burnett, Barrett.
Regeln—Bargar. Myers, Thorp, Littler.
Oeffentliche Wege Goodman, Finley,
Work, Cummings, Stanbery, Dickson, John
ston.
^Schulen und Schul-Ländereien Baker,
Cuff, Crites, Bohl, Bnmner, Hughey, Sher
man.
Temperenz Cunningham, Löwenstein,
Malone, Bargar, Primrose, Hilles, Lantz.
Landstraßen—Cole, Cosgrove, Aoung von
Adams, Addison, Rarey, Brooks, Miles.
Unerledigte Geschäfte Harbaugh, Wolf,
Crites, McBride, Emerson, Laird, Murray.
Universitäten und Colleges—Johnson, Byal,
Cufs, Thompson von Hamilton, Love, Thorp,
Walker.

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