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Scranton Wochenblatt. [volume] (Scranton, Pa.) 1865-1918, June 14, 1917, Image 6

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In Bosnien und Dslmutien.
Äie überschritten hat, sind Mo-
sc» und Kaffemiiihlen und haben sich
wegen deS schlechten Ge''chä'!sgange
große Lager aufgestapel!.
In den Hallen eer Ledensm>ttel
händler finden die rnschleierten
Jrauen und die puinvbolüilragend'n
üliahl brauchen, uns hinaus
«ls und aller-!
Lei Zuckerkrimskrains, sogar regelrech
te Pralinös; die werden aber von den
niakenweiblein so heftig angestaunt,
daß der glückliche Käufer schließlich
eine kleinere Sammlung von dakty-
Gemach, wo der Thronfolger Franz
Arbeitszimmer des Kaisers Franz
Joseph gebracht und auf einen Divan
Glasplatte ist noch ein Blutstropfen
Die höchste Persönlichkeit von Bos
nien-Herzegowina trägt die typische
herzegc.vinifchen Hauptstadt Mostar
zum Schlaf auf die Polster, gefaßt
auf weitere winterliche Zage am Fuß
unsern Augen, als wir bei Tagesan
bruch in eine sonnenbestrahlte Rivie
rslandschaft einfahren. Schnee und
Kälte blieben oben im Karst. Ka
ste l n u o v o ist erreicht an der Bucht
von Cattaro. Die alte Feste liegt am
phitheatralisch am klippenreichen
Strand. Bastionen aus türkischer und
venetianischer Zeit haben im Schmuck
der Zypressen und srüchtebehangenen
Orangenbäume allen Schrecken verlo
ren und scheinen nur noch da zu sein,
um der malerischen Uferstadt das letz
te Raffinement der Reize zu geben.
Hoch über dem Borfrühling des
Gestades starren die montenegri
nischen Berge zum Himmel; sie
strafen ihren Namen Lügen; die,
.Schwarzen Berge" präsentieren sich
im Schneeglanz wie ein schweizerisches
Alpenmassiv; wir werden den Hoch
landwinter noch zu spüren bekommen.
tur des 20. Jahrhunderts stellen sich
unsere ganze Aufmerksamkeit gefan
gen. Wir sollen so rasch als möglich
über den Bergarat nach Montenegro
Januar 1916 abgespielt hat.
liegt der vielgenannte Lowtschen; seit
1881 überquert ihn eine Bergstraße,
die mit den schweizerischen Alpen-
übersteigt die Paßhöhe von Krstac
(Kristalich) bei IIXXI Meler.
Lungen in den Händen Montenegros.
Deshalb stand Oesterreich vor der
Riesennufgabe, den fast senkrecht über
Verteidigung, als in der zweiten
Hälfte des Januar 1916 der Lowt
schen zwei Tage und zwei Nächte in
ein höllisches Feuer gehüllt wurde.
Aus der Bucht schoß die Marine zur
obern Berghälfte; an allen Küsten-
Sturmlinien vorangetragene rote
Bänder der Artillerie Schritt um
Schritt an, wie weit der felsige Hang
schließlich der Grat erklettert und der
mas stattgefunden hat, ein Stück Ge
birgskampf. das zu den unbegrenzten
Möglichkeiten dieser Jahre gezählt
Wir haben uns hier mit einigen
Einzelheiten des Lowtschensturms
abgegeben, um zu veranschaulichen,
mit welchen Schwierigkeiten auch
nachträglich die Verbindung zwischen
der Küstenstadt Cattaro und dem ok
kupierten montenegrinischen Gebiet zu
rechnen hat. Die ganze Kommunika
tion zwischen Oesterreich und Mon
tenegro samt Albanien muß über den
Lowtschen gehen; denn die Torpedie
rungsgesahr auf dem Adriatischen
>Meer schließt die Benützung des See
weges für die Zufuhr fast ganzlich
aus. Wäre Montenegro ein Him-
Die Wüste von Verdun.
Die Stadt Verdun, die etwas über
Bewohner gezählt hat, so
ser zeigen noch die innere Einrich
tung; wer Zeit und Muße hat, mag
aus dem hängengebliebenen Wand
schmuck aus Alter und Geschlecht der
Stätte gehabt haben und nun ir
gendwo in der Ferne das Brot der
Heimatlosen essen. Jeden Tag fal
len die Granaten, bald dichter, bald
in größeren Abständen. Nach den
Statistiken des Festungsspitals schei
nen die Verluste dem Munitionsauf
wand nicht zu entsprechen; der Kran
kensaal war auch fast leer. In die
sen Mauern springen die Sprenz
ftücke nickt weit; darum ist die Ge-
Werden, nicht übermäßig groß, und
man geht im Schlenderschritt darin
herum. Die Kathedrale ist mehrfach
getroffen, der schöne anschließende Bi
schofspalast niedergerissen, auch der
prachtvolle gotische Kreuzgang ein
geschlagen worden Ein greuliches
heiseres Miauen in der Luft, einen
näher Froideterre und Souville und
im innersten Gürtel der Außenforts
St. Michel und Belleville. Die Wäl
der sind zersplittert, die ganze Weite
wie ausgestorben.
Wir besuchten eins der weltbe
gerast hat: Souville. Tie Angreifer
Wort „Mondlandschaft"; es besteh!
uns eines dcr berühmten Riesenge
schosse. Es ist in zwei gleiche Scha
len zerfallen. Die Erfahrungen von
sichern Schutz für die zu Verteidigung
oder Ausfall bereitgestellten Trup
pen.
Das Schlachtfeld von Verdun ist
hat man monatelang um jeden Zoll
breit Boden gekämpft. Das Jnsan
teriegefecht wurde in der Hauptsache
gibt es nicht. Es ist alles ein To-
Nienfeld.
Rechts und links an einem mit
Holz belegten Wege liegen zerfetzte
Wagen und daneben tote Pferde,
stehen geblieben ist, damit das Dorf
ein Grabmal habe Man sieht nicht
einmal an dcr Farbe der aukgewiihl
soviel Schuß auf den Frontmeter;
man zählt schon die Anzahl Grana
ten, die es auf jeden Quadratmeter
des weiten Schlachtfeldes trifft! Der
-!>itzliche Geschichte. Ich frage einen
e Franzosen, wie man sich die spätere
i Bebauung vorstelle. Er lachte bit
t ter auf und ruft: „Man müßte schon
, mit einem Tank pflügen."
- Ueber den Verlauf des ewigen
- Ringens um die große Festung an
- der Maas ist schon viel geschrieben
t
! hatten, um es zu verlieren. Es war
leine kunstvolle Artillerie-Offensive,

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