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Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, January 10, 1894, Image 3

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DeMsche Loeal-Rachrichte«.
V o v i n z a n e n u
Der königl. Musikdirector Professor
Dr. Eduard Franck, 77 Jahre alt, der
Jmin£ hctvaöoZK gun lajpjlljttfps
{yßöwenberg, 94 Jahre alt, sowie der
:, j)er Gabelentz, 53 Jahre alt, in Berlin
,.,Jjftnd gestorben. Ueber das weltbe
^.fannte Cafe Bauer dortselbst ist 'der
^Concurs verhängt worden der bishe
i- xtge Inhaber Mathias Bauer ist der
schwunden. Die Berliner Modewaa
tenfirmfi Max Bornsiein hat mit 300,=
000 Mark Bankerott gemacht. In
ßolge falscher Handhabung eines Ele
vators verlor der 21 Jahre alte Kurt
Martini aus Friedrichshagen sein Le
den. Erschossen haben sich dortselbst
der Buchhändler Gustav Graeten und
•, der Arbeiter Max Schmöcker. Ver
suche mit Segelschlitten sollen bei den
„. diesjährigen Winterübungen der Gar
,* detruppen bei günstigen Eisverhältnis
.sen auf der Havel angestellt werden.
y 'Gegen den Hofprediger Rogge in Pots
'bam ist ein Strafverfahren wegen Be
leidigung der katholischen Geistlichkeit
tind Orden eingeleitet worden. In
Oranienburg hat schon wieder eine
fSeuersbrunft gewüthet Brandstif
__ V,tung wird vermuthet. In Richnow
Zbei Landsberg mußte wegen des hesti
-pen Auftretens der Diphtheritis die
'Schule geschlossen werden. Die
„Beth-Hamidrasch-Gesellschast", eine
ier ältesten Institutionen der Berliner
jüdischen Gemeinde, feierte daS Fest
ihres 150jährigen Bestehens.
Provinz Ost-Preußen«
In Mohrungen entstand anläßlich
der Lohnzahlung unter Eisenbahnar
beltern ein Tumult, bei welchem '.in
Schanklokal gestürmt und die Schau
fenster und alle Fensterscheiben zer
trümmert wurden. Die Polizei mußte
mit scharfer Klinge einHauen. Viele
Personen sind verwundet, einige schwer.
Nachdem mehrere der Tumulwanten
verhaftet, wurde die Ruhe ioiederherge
stellt.
Provinz SchleStv!g*Hol
stein.
Die Stadtverwaltung von Altona
Hat die Anlage eines Freibczirks nach
Bremer Muster genehmigt und die
Einrichtungskosten im Betrage von
250,000 Mark bewilligt. Die Bewa
chungskosten übernimmt der fetaai.
Bei einem Brande, der das Anwesen
des KaufmannsLorenzen in dem Dorfe
Kleinsee bei Friedrichstadt vernichtete,
Haben drei Kinder 'den 2jd in den
Mammen gefunden, ein viertes wurde
schwer verletzt. Unter den Marine^
soldaten in Kiel tritt die Influenza
Äußerst heftig auf. Im Marinelaza*
Ttth liegen über300Jnfluenzakranke.—
Die Eheleute Börchert Kretzmer in
Nhaudenvyk feierten ihre eiserne (65»
jährige) Hochzeit. Der Jubilar ist vor
Kurzem in sein 91. Lebensjahre getre
ten. Die von der Regierung in Folge
der Unterschlagungen des flüchtigen
Kafsirers Sabro verfügte Schließung
der dänischen Sparkasse in Hadersle
Ben ist wieder aufgehoben worden, da
die unterschlagene Summe von 130,
... 000 Mk. durch den bedeutenden Re»
servefonds der Sparkasse gedeckt wird.
Provinz Schlesien.
In Breslau ist der Musikdirector
Professor Adolf Fischer, Director des
Schleichen Conservatoriums gestor
ben. Beim Schlittschuhlaufen auf
der Ohle dortselbst brachen die zwölf
jährigen Knaben Zollner und Knappe
«in und ertranken. In Priebus er
lkrankten an den schwarzen Pocken vier
Personen, weshalb die Jr.».psung aller
Erwachsenen angeordnet wurde. Bei
den Haussuchungen wegen der Berau
bung des Postomnibus Goldberg-Lo
Weuberg haben sich bedeutende andere
Poswefrauden des Postillons Hahn in
chwldberg herausgestellt. Dieser und
der Postillon Nixdorf sind verhaftet.
Aus Neusalz ist der Buchhalter der
Paulinenhütte, Max Wegg, flüchtig ge»
forden. In der großen englischen
Tuchfabrik zu Grünberg wüthete eine
mächtige Feuersbrunst, der Schaden ist
bedeutend, doch bleibt der Betrieb un
gestört. Es herrscht große Aufregung.
weil dies binnen 4 Monaten der dritte
Tuchfabrikbrand ist. Der Bürger
meister Stiller in Reichen bach O.-L.
hat sein 50jähriges Dienstjubiläum ge
.. friert. V
o v i n z o s e n
Ministers,
der zu dreimonatlicher Fe»
ftungshaft verurtheilt und mit schlich
iem Abschied entlassen worden war, ist
im zweiten Leibhusaren-Negiment zu
-Posen als Gemeiner eingetreten.
Die «Strafkammer verurteilte den nach
Herübung von Unterschlagungen amt
Scher Gelder geflohenen und in Berlin
ergriffenen Bürgermeister Eduard
Wieczrek aus Tütz zu munmonatliche:
.Gefängnißstrafe.
Provinz Hannover.
V V Der wegen Verdachts des versuchten
Gattenmordes inhaftirte Optiker Pohl
von Hannover ist aus dem Gerichts
gefängnisse zur Beobachtung seines
'Geisteszustandes der Irrenanstalt in
Hildesheim zugeführt worden. Dr.
Kroner, Director der Bildungsanstalt
jüdischer Lehrer Hannover, ist als
erster Rabbiner und Kirchenrath nach
Stuttgart berufen und wird diesem
Rufe Folge leisten. In Geestemünde
wurde eine Kellnerin im Bette mit ei
nem Riemen erdrosselt vorgefunden c3
scheint ein Raubmord vorzuliegen.
,.U|K Khäter ist noch nicht ermittelt,
e i n -P o v i n z
Sit Düsseldorf wurde die Frau ernes
Regierungskanzlisten verhaftet, und
SW uâ titöi Wsrd»s
an ihrer eigenen siebenjährigen Tochter
bezw. Mitchäterschaft an dieser That.
Das Kind verschwand am Sonntag, 5.
Juli,und wurde erstDienstag Nacht auf
der Haustreppe des elterlichen Hauses
sitzend todt aufgefunden. Alle bishe
rigen Nachforschungen nach dem Tha
ter waren vergeblich. Die Stadtver
ordneten von Düsseldorf beschlossen den
geplanten Volksgarten im südlichen
Stadttheil nach den Entwürfen des
Stadtgärwers Hellebrkcht cutszufüh
ren. Die erforderlichen Mittel sollen
aus den Ueberschüssen der Sparkasse
gedeckt werden die Kosten der ganzen
Anlage werden auf 150,000 Mk. be
rechnet. Ein in der Wentzelfchen
Glasfabrik „Friedrichsthal" bei Saar
lonis ausgebrochenes großes Feuer hat
die Magazine, die Packkammer und
das Schneidehaus zerstört. In
Witten hat sich in einem Anfall von
Geistesumnachtung der Oberlehrer am
Realgymnasium und Hauptmann der
Landwehr-Jäger Viktor Abee, ein
Nachkomme des früheren hessischen Mi
nisters Abee erschossen. Der Selbst^
mörder hinterläßt eine Frau und 5
unmündige Kinder.
Provinz Hessen-Nassau.
In Frankfurt ist im 70. Lebensjahr
der Stadtrath a. D. Friedrich Graub^
ner gestorben. Er entstammte einer
Altfrankfurter Familie, die zu reichs
städtischen Zeiten dort großen Einfluß
hatte. Seiner politischen Gesinnung
nach gehörte er zu den sogenannten
„Gothaern". Dortselbst stürzte sich
neulich der Brauer Fch. Baumann, um
sich das Leben zu nehmen, in einen 14
Meter tiefen Schacht der Brauerei
Jung. Er brach das rechte Bein und
irug innere Verletzungen davon.—Der
kürzlich in der Mörfelderlandstraße
dortselbst,amKops verletzt und bewußt
los aufgefundene Fahrbursche Franz
Krauß ist im Heilig-Geist-Hospital ge
storben. Das Generalkommando des
11. Armeekorps plant die Errichtung
eines großen Schieß- und Exerzier
Platzes auf dem Burgwald bei Mar
burg. Das Kriegsministerium hat be
reits Ofsiciere zum Studium der Ter
rainverhältnisse dorthin gesandt.
In Wiesbaden hat sich die 23jährige
Frau eines Buchhalters mit ihrem 7
Monate alten Kinde erhängt.
o v i n z W e s a e n
Der Paderborner Hufarenlieutenant
von Schachten, durch einen Säbelan-,
griff auf einen Arbeiter bekannt gewor
den, ist mit schlichtem Abschied aus dem
Heere entfernt worden. Die von dem
Besitzer Marx zu Benninghausen dem
Müller Ortsiefer verpachteteMahlmllhlc
ist abgebrannt. Die Oehlmühle und
das Wohnhaus konnten gerettet wer
den. Der „alte Bergarbeiterver
band" beabsichtigt in Bochum eins der
größten Lokale anzukaufen, um für die
socialdemokratischen Versammlungen
ein eigenes Heim zu haben. Der
erste Bürgermeister Hahn dortselbst ist
zum Ober-Bürgermeister ernannt wor
den. Die Eisensteingrube Thals»
bruch bei Eiserfeld hat ihrer ganzen
Belegschaft, noch aus 47 Mann beste
hend, die Arbeit gekündigt, weil sie
wegen der unlohnenden Eisenstein
Preise den Betrieb gänzlich einstellen
will. Bürgermeister Coester in Soest
beabsichtigt, aus Gesundheitsrücksichten
sein Amt am 1. Februar 1894 nieder
zulegen, welches er am 11. Februar
1858 angetreten hat.
K ö n i e i a y e n
Der Zudrang von Studirenden zu?
Ingenieur-Abtheilung der technischen
Hochschule in München ist im heurigen
Wintersemester ein so bedeutender, daß
geradezu in bedenklicher Weise Platz
mangel in den Zeichensälen herrscht.
Die Stadtverwallung von München
hat beschlossen, für Me neue Kirche in
Schwabing 90,000 M. zur Auszah
lung zu bringen. Nahe Endorf er
tranken in einem Weiher vier Knaben
im Alter von sieben 'bis elf Jahren,
welche auf dem Eise spielten. Kürz
lich wurde unweit Fehmbach die Häus
lerin Staudinger aus Attenhofen von
einem Manne überfallen und ihrer
Vaarfchaft von 500 M. in Gold und
Silber beraubt. —Ein Malheur, das
schließlich doch noch zu einem Glücks«
falle wurde, pafsirte jüngst dem Bür
germeister Sexer in Pamsenders. Es
wurden ihm Loose von der Zweibrücke
ner Kirchenbaulotterie zum Verkaufe
zugeschickt, in Summa 28 Stück. Es
wurde jedoch vergessen, die unverkauf
ten Loose (nur 2 wurden verkauft)
rechtzeitig zurückzuschicken und der Bür
germeister mußte nun den Betrag in
Geld einsenden, wofür ihm das Glück
hold war, denn er gewann den zweiten
Haupttreffer von 8000 Mk. damit.
Der Großherzog Adolph von Luxem
burg hat 5000 'Mk. zur inneren Aus
stattung der Protestationskirche zu
Soeyer gespendet. In Biedesheim
beging Wilhelm Dinger Selbstmord.—
einer Wirthschaft an der Kanal
straße zu Ludwigshafen wurde der
Kohlenträger Sponiel von einem ge
wissen König durch fünf Messerstiche
erbeblich verletzt. Der Thäter ist ver
hastet. In Arnstorf überfielen der
frühere Besitzer der Hammerschmiede
Faber und der Schmiedegeselle Blasius
in seiner Schmiede aus Rache den
Hammerschnved Schwinghammer und
brachten ihm schwere Verletzungen bei.
Beide sind verhaftet.
K ö n i e i Württemberg.
Die «Stuttgarter Ulanen werden nach
Ulm und die dortigen Dragoner nach
Stuttgart versetzt. Das 25jährige
Amtsjubiläum des Ober-Reallehrers
Mäulern i« Cannstadt. der zugleich
Vorstand der dortigen Fortbildungs
schule ist, wurde in solenner Weise ge
feiert. In Fauerndau ist der Litho
graph Johannes Wölffle, der letzte
Schüler des Lithographischen Jnstitu-.
it5 itt Stuttgart, mWr bis Grün­
1
dung desselben erlebt hatte, gestorben.
Der 12jährige Sohn des Metzgers
Franz Bauer jun. zu Großbottwar
wurde von einer bösen Kuh auf die
Horner genommen und ihm der Un
terleib aufgeschlitzt. Die Doppel
scheuer des ^teinhauets Huber und
des Schloßgärtners Ludmann in Hem
mingen ist niedergebrannt. In Eß
lingen fand die feierliche Eröffnung bei
neuen eisernen Brücke über den Neckar
fanal am Schelzthor in Gegenwart der
bürgerlichen Kollegien, der Bauleitung,
der Bauarbeiter und einer zahllosen
Menschenmenge statt.
Großherzogthum Baden.
Sämmtliche Studenten der Forst
fachfchule in Karlsruhe haben wegen
beleidigender Aeußerungen des Profes
sors Endris den Besuch der Vorlesun
gen desselben eingestellt sie verlangen
Widerruf. Der eine Viertelstunde
von Neustadt, im Zinken Neichenbach
gelegene „Josephshof" brannte neulich
Nachts vollständig nieder. Der Ge
sammtschaden dürfte etwa 25,000 M.
betragen. Dieser Josephshof soll im
Jahre 1593 erbaut worden und der äl
teste aller Schwa.rzwald-Höfe gewe^
sen sein. Als kürzlich der 18jährige
Sohn eines Mannheimer Geschäfts
manns Namens Korma« mit dem letz
ten Zuge der Rheinthakbahn auf dem
Hauptbahnhof anlangte, Brachte er sich
im Eisenbahn-Coupe einen Revolver,
schuß in die Brustgegend bei. Schwer
verletzt wurde der Lebensmüde in da£
städtische Krankenhaus transportirt.—
Kürzlich wurde die Leiche des 8jäHri
gen Paul Theodor Frey, Sohn des
Bureaugehilfen Robert Frey in Mann
heim, in der Schleuse des Rheinhafens
mit zertrümmertem Schädel und ge»
brochenen Gliedmaßen aufgefunden.
Nunmehr ist gegen oie Mutter des un
glücklichen Knaben, die Ehefrau Jose
fine Frey geb. Boot von Gundels
heim Untersuchung eingeleitet worden,
da dieselbe verdächtig ist, den Mord
an ihrem eigenen Kinde verübt zu ha
ben. Die Wittwe des Hofgerichts
raths Kirn, Mutter des Universitär
professors Kim zu Freiburg, ist in ih
rem Schlafzimmer verbrannt aufge
funden worden. Sie scheint in der
Nacht beim Lichtanzünden verunglückt
zu sein. Der Leichnam war Morgens
halb verkohlt, als die Magd dasSchlas
ztmmer ihrer Herrin betrat. In
Sasbach wurde ein neues Kriegerbent
mal enthüllt. 16 benachbarte Krieger-
vereine betheiligten sich an der Feier.
Vom Großherzog traf ein Begrüßungs»
Telegramm ein. Bei dieser Gelegen»
heit sei noch erwähnt,daß in dem Dorfe
Sasbach auch das Turenne-Denkmal
steht, das an die Zeiten französischen
Uebermuthes und deutscher Ohnmacht
erinnert. In Waldshut ist der Un.
ter richt in der Volksschule, die mehrere
Monate lang wegen der Diphtheritis
geschlossen war, wieder eröffnet neun
Kinder sind der Seuche erlegen.
Kürzlich brach in dem gemeinschaftli
chen, Doppelhaus und Oekonomiege
bäude des Thomas Zimmermann, G.
Hermann und Hermann Lohner in
Dehningen Feuer aus, wodurch das
ganze Anwesen in 3 Stunden bis auf
den Grund zerstört wurde.
Großhorzogthum Hessen.
In Mainz ist der Obergerichtsrath
und Vizepräsident des Obergerichts i.
P. Freiherr Arnold Gedult von Jun
genfeld, 821-2 Jahre alt, einer der
angesehensten Bürger der Stadt, ge
storben.—Der älteste Arzt der Pro
vinz Rheinhessen," Herr Dr. Mylius,
ist nach kurzem Leiven im Alter von
94 Jahren in Nieder-Saulheim ge
storben.—Das bekannte Hotel ersten
Ranges in Mainz, der „Englische
Hof", ist um die Summe von 180,
000 M. inden Besitz eines Herrn Eck
in Frankfurt a. M. übergegangen
vor einer Reihe von Jahren kostete
das Hotel nicht weniger wie 260,000
fl. Die Verlegung der Bahn in die
Neustadt hat viel zur Enttoerthung
des Gebäudes beigetragen.—In Ils
dorf hat Bürgermeister 5kaspar Bast
mit feiner Ehegattin das seltene Fest
der Diamant-Hochzeit gefeiert.—Der
in Touristenkreisen wohlbekannte För
ster Jakob Schmidt aus Reisenkreuz
im Odenwald ist gestorben. Er hatte
am 27. August d. I. sein 50jäh:ige3
Dienstjubiläum als Förster des Gra
sen Erbach Fürstenau begangen.
Die Stadtverwaltung von Worms
trägt sich mit dem Plane, auf dem
Felsberg bei Jugenheim cine Lungen
Heilanstalt zu errichten. Oberbürger
meister Küchler Hat dafür einen Plan
entworfen und eine ausführliche Denk
schrift ausgearbeitet.—Das erst vor
wenigen Monaten eingeweihte Ernst
Pasque-Denkmal in Alsbach ist in
Folge von Erdrutschungen zerstört
worden. Die Büste stürzte herab und
ist vollständig zertrümmert. In der
Stadt Friedberg, welche so viele Ver
eine hat, daß einzelne Einwohner
Mitalied von 45 Vereinen sind, soll
ietit, „utjj einem dringenden Bedürf
niß abzuhelfen", auch ein Beamten
verein gegründet werden. Adam
Korrelf, der frühere 'Commandant der
freiwilligen Feuerwehr in Nack, der
schon seit einigen Wochen vermißt
wurde, ist bei Caub als Leiche gelan
bet worden. Als Motiv des Selbst
mords werden zerrüttete Vermögens
Verhältnisse angegeben.
Königreich Sachsen.
Der Zahlmeister des Garde-Reiter
regiments in Dresden, Oscar Wu
janz, hat sich erschossen.—Das dortige
Albett-Theater, das bisher einer Ak
tiengesellschaft gehörte, ist für den
Preis von 530,000 M. in den Besitz
der königlichen Civilliste übergegan
gen.—In Dresden stürzte am Tag?
feiner Vereidigung sich ein Rekrut des
Feldartillerieregiments auf einem ge
meinfamen Spaziergang von der Ma-,
rien&rücft in die Elbe, ito er den ge
1
V1-. --V-
suchten Tod sand.—Auch in Borna
hat sich ein Rekrut des dortigen Ka
rabinierregirnents durch Gift das Le
beif genommen. Die Gründe zum
Selbstmord sind in beiden Fällen an
geblich unbekannt.—Die Zahl der im
laufenden Wintersemester an der Uni
versität Leipzig Studirenden beträgt
3067 gegen 3307 im Vorjahre.—Die
an Versolgungswahnsinn leidende
Frau des Steueramtsassistenten Fi
scher in Leipzig sprang am Fleischer
platz in die Pleiße, wurde jedoch lebend
wieder herausgezogen. Im alten
Georgenhause untergebracht, verstarb
sie dort nach wenigen Stunden.—In
Jocketa wurde ein Mann Namens
Böhm aus Freuen verhaftet, als er
dem Bäckermeister Keßler aus Reichen
bach falsches Papiergeld zu verkaufen
im Begriff stand.—Der Gutsbesitzer
Horst in Clanzschwitz, der in Aus
Übung der Jagd über einen Acker ging,
fiel über einen Stein die Flinte ent
lud sich und die Ladung traf den
nebenhergehenden Dienstknecht Streu
bel, der als Treiber fungirte, und töd
tete ihn.—Seit nahezu 300 Jahren,
besitzt die Familie Schmerler in Oels- (,7 znnnt
nitz i. V. das Privileg, die Perlen- beträchtlich
fischerei in der weißen Elster und
deren Nebenflüssen auszuüben. Es
sind in diesem Jahre 18 schöne, groß
belle, 19 halbhelle, 13 verdorbene und
5 Sandperlen, zusammen 55 Stück,
aesundcn und nach Dresden abgelie
fert worden.—In Rebesgrün kam der
17 Jahre alte Sohn des.Gutsbesitzers
Ed. Stier so unglücklich in das Ge
triebe der Schrotmühle, daß er eine
Verletzung der Halsschlagader davon
trug und sich innerhalb weniger Mi
nuten verblutete.
Elsaß Lothringen.
In dem durch Deuringen fließenden
Bach fand mon den 15jährigen Ha
meniieié Sohn der Wittwe Hamentien,
ertrunken vor. Der Knabe litt seit
Jahrim an Fallsucht und ist derselbe
zweifelsohne infolge dieses Zustandes
dem Tode anheimgefallen. Vor Iah
ren verunglückte aucb sein Vater durch
ein ähnliches Mißgeschick. Durch die
Polizei von Deutsch-Qth wurde ein
Deserteur vom 68. Jnfanterie-Negi
meint aus Cobleng abgefaßt und der
Militärbehörde in Dudenhofen einge
liefert. Derselbe, ein geborener Ba
denser Namens Schlich, kam von Dü
ddingen (Luxemburg), wo er in Avbeit
stand, nach Dmtsch-Öth und wurde
auch gleich als fahnenflüchtig verdäch
tig festgenommen. Als er sich entdeckt
sah, gestand er ein, schon feit Mai
1892 aus feiner Garnison desertirt zu
fein. Der Typhus greift in der
Umqegend von Pfalzburig stark um
sich. In Wilsberg sind nach einer Be
kanntmachung nicht weniger als 47
Kinder elternlos geworden. Zu glei
cher Zeit erging die Aufforderung an
die Einwohnerschaft, mit Geld und
sonstigen miltden Gaben den Schwer
geprüften zu Hilfe zu eilen».
Mecklenburg.
Das nächstjährige mecklenburgische
Landes schütze nse st wird im kommenden
Jahre in Neustrelitz stattfinden. Schon
jetzt ist man in
it den Vorbereitungen
eifrig beschäftigt. Für beide Meck
lenburg soll ein jüdisches Waisenhaus
gegründet werden, welches in Strelitz
seinen Platz finden wird. Zur Be
fchaffung der nöthigen Fonds wird eine
Lotterie veranstaltet werden. Lieute
nant von Krogh von der dortselbst gar
nisonirenden 9. Batterie des Holsteini
schen Feloartillerie-Regiments No. 24
wurde in der Reitbahn von dem stör
tischen Pferd eines Artilleristen, das
beim Reiten ausschlug, so schwer an
Stirn und Wange getroffen, daß der
selbe jetzt mit gebrochenem Backenkno
chen lebensgefährlich darniederliegt.
Die Wasserheilanstalt in Felsberg
wurde für den Vre is von 170,000 M.
an den Dr. Meyer in Hamburg ver
kauft. Dr. Meyer war früher Besitzer
der Wasserheilanstalt Schloß Marburg
am Vodensee in der Schweiz und leitete
zuletzt die Kuranstalt Blasewitz bei
Dresden. Der Ackerbürger K.
Blohm in Plan, welcher noch spät in
seiner Scheune beschäftigt gewesen, fiel
so unglücklich aus die Diele, daß er in
Folge schwerer Verletzungen des Kopfes
'bald verstarb. Es besteht das Pro
jekt in Warnemünde, einen neuen
Leuchtthurm zu erbauen. Zum Bau
platz wird wahrscheinlich das Terrain
unterhalb des alten, aus dem Jahre
1836 stammenden Feuerthurmes ge
wählt werden. Die Sichtweite des
neuen Feuers wird voraussichtlich 12
bis 14 Seemeilen betragen.
Oesterrei ch-U n a n.
In einem Hotel zu Wien hat sich der
Kaufmann Abraham Moschkowitz aus
Munkacs erschossen. Eines der älte
sten Mitglieder des Wiener Gemeinde
rathks, Herr Ferdinand Mayer, ist ge
sterben. Mayer gehörte dem Gemein
berathe feit dem Jahre 1874 an und
war vom dritten Wahlkörper des Be
zirkes Mariahilf entsendet worden.
Früher war Mayer ein Mitglied der
demokratischen Partei, schloß sich aber
später der Antisemitenfraktion an.
In Penzing ist die HauptmannswiUwe
Frau Therese von Nagy im Alter von
103 Jahren gestorben. Die Dame
lebte seit Jahrzehnten einsam und zu
rückgezogen im Haufe Penzinger,
Hauptstraße Nr. 57. Der 25 Jahre
alte Anton Sperlbauer, der einzige
Sohn des Vahnhosrestaurateurs Jgnaz
Sperlbauer in Brück an der Leitha, hat
seine 16 Jahre alte Schwester Katha
rina infolge unvorsichtiger Hantirung
mit einem Jagdgewehr erschossen.
Die Stiepel'sche Druckerei in Reichen
berg ist von einer Feuersbrunst heim
gesucht worden. Der Rittmeister des
vierten Uhlanen-Regiments Barich, der
vor einigen Wochen von der Kadetten
schule in Weißkirchen zur Truppe ver
setzt worden war, wurde in Krechow
Vint,.
Wf^-
k
E i n e
e,
0
1
von einem Zugsfllhrer erschossen. De:
Zugsführer feuerte einen Schuß von
der Straße durch das Fenster auf den
Rittmeister ab, der in seiner Wohnung
gerade beim Abendessen saß. In
Stuhlweißenburg hat ein toller Hund
vier erwachsene Personen, mehrere Kin
der und nachweislich 18 Hunde und
Katzen gebissen, ehe es gelang, ihn zu
todten. Die gebissenen Personen wur
den nach Budapest in das Pasteur'sche
Institut transportirt.
S w e i z
In Bafel plant man den Bau eines
neuen Gerichtsgebäudes. Für das
nächste eidgenössische Schützenfest in
Winterthur sind diesen Herbst 546
Hektoliter Weine aus den besten Lagen
des züricher Weinlandes eingekellert
worden.—Dem Stäsner Freiheits
Märtyrer Bodmer soll ein Denkmal
errichtet werden. Der junge Künstler
Emil Pfenninger von Stä "a hat ein
Modell entworfen, das große Sym
pathie findet.—Die Zürcher Glüh
lampenfabrik in Birmensdorf ist mit
bedeutenden Waarenvorräthen gänz-
Dcr Schaden ist
In Klinanau
stürzte Maurer Gämer von Full so
Brandes des Dampfsäge des Com
mandanten Hüßli-5iunzli in Safen
wyl sind an die 90 bis 100 Angestellte
und Arbeiter für längere Zeit brotlos
Geworden.—Simon
unglücklich eine Stiege hinunter, daß Liter und im ganzen Zollgebiet zu
der Tod sofort eintrat.—Infolge bei 107.8 Liter.
E i n a u o w u e
neulich Abends in der Nähe des Bahn-
Nägeli von Win­
kel ist von dem 17jährigen Melchior
Fischer im Wyler erschossen worden.
Nägeli machte mit einigen andern
Burschen vor dem Hause Fischer
Lärm, welcher trotz der Mahnungen
zur Ruhe Seitens des jungen Fischer
nicht aufhörte, worauf letzterer auf
Anrathen feiner
Mutter eine Flinte
mit Schuhnägeln lud und schoß. Er
traf Nägeli so unglücklich in die linke
Seite, daß sofortiger Tod eintrat.—
In Sous Mont- Votier, Gemeinde
Fuet, brannte ein Häuschen, das von
einer Taglöhnersarnilie Bärtschi be
wohnt war, gänzlich ab. Zwei Kin
der. das eine vier, das andere ein
Jahr alt, die zu Hause eingeschlossen
waren, wahrend die Eltern im nahen
Wald Reiswellen machten, verbrann
ten in ihrem Bett.—In Heitlingen
stürzte eine 43jährige Wittwe Elisa
beth Lehmann, Mutter von sieben
kleinen Kindern, von dem Heuboden
auf die Tenne, wo sie als Leiche aus
gehoben wurde. Das Bürgerspital
in Freiburg hat der Gemeinde das so
genannte Spitalgut im Gambach um
die Summe von 250,000 Fr. ver
kauft. Dieser Comvlex wird in Par
zellen
vertheilt und für den Bau eines
neuen Quartiers Verwendung finden.
—Die älteste Bürgerin der Gemeinde
Altdorf, Jungfrau Victoria Muther,
ist im Alter von 96 Jahren gestorben.
ch 3 e it e i'e un­
ter polizeilicher Controlle hat kürzlich
in dem altmärkifchen Städtchen See
hausen stattgefunden. Ein bortiger
Kaufmann wollte feine Hochzeit in
einem hierzu gemietheten größeren
Zimmer des Hotels „Zur goldenen
Sonne" feiern. Da in diesem Local
die Polizeistunde streng gehandhabt
wird, so sah sich der Gastwirth ver
anlaßt, bei der Polizeiverwaltung
vorher die Erlaubniß zur Abhaltung
des Hochzeitsvergnügens über 11 Uhr
hinaus zu erlangen. Von dem Bür
germeister Dr. Zimmer Wallis
wurde er zunächst aufgefordert, die
Namen der an der Feier theilnehmen
den Personen einzureichen. Der
Wirth ließ sich auch von dem Hoch
^eitsaeber die Namen der Gäste auf
schreiben und übergab das Verzeich
niß dem Bürgermeister. Er erhielt
darauf einen Erlaubnißfchein, wel
cher den Wirth für den ordnungsmä
ßigen Verlauf der Feierlichkeit ver
antwortlich machte. Am Abend um
11 Uhr erschien ein Polizeidiener in
der Hochzeitsgesellschaft, um festzu
stellen, ob auch nur die in der Liste
verzeichneten Personen anwesend
seien.
mer und Sanitätsrath Libbertz, der
Letztere ein Freund Kochs und Ver
trauter desselben, der die ersten Tu
berkulinimpfungen geleitet, find im
bakteriologischen Institut der Färb
werke zu Höchst am Main mit der Her
stellung eines Heilmittels gegen Diph
theritis beschäftigt. Libbertz gab eini
gen Aerzten Frankfurts und der Um
gebung Berichte über den Stand der
Serumbehandlung bei Wundsiarr
krampf und Diphtherismus. Er
hegt die bestimmte Hoffnung auf Er
folg.
Berichte des englischen Ackerbauamtes
blieb in diesem Jahre der Ertrag der
Gerstenernte gegen 1892 um 10 Mil
lionen Bushel zurück, obgleich die mit
Gerste bestellte Bodenfläche in diesem
Jahre um 40,000 Acres größer war.
Die Haser-Ernte war, obschon die be
stellte Fläche um 150,000 Acres zuge
nommen hatte, um 6 Millionen Bu
shels geringer. Die Weizen-Ernte
blieb gegen das Vorjähr um 9 Millio
nen Bushel und die mit Weizen bestellte
Fläche um 300,000 Acres zurück.
verein stnd von Ostern 1894 ab Gym
nasialkurse für Frauen und Mädchen
in's Leben gerufen worden, die für
das Abiturientenexamen vorbereiten
und damit den Frauen und Mädchen
die Erlaubniß zum Studium auf
deutschen Universitäten ermöglichen.
Jeder Kursus dauert vier Jahre. Die
Leitung der Kurse wird Frl. Käthe
Windscheid, die Tochter des verstorbe
neu berühmten Pcndektenlehrers,
welche vor Kurzem an der Universität
Heidelberg zum Dr. zur.. promovirte,
übernehmen.
V"* ',* •*,' *x »t
N a e- S a i s i k e S
deutschen Reichs über Mrbrauerei
und Bieröesteuerung sind im 'deutschen
Zollgebiet im Etatsjahr 1892—93 oder
Kalenderjahr 2892 an Bierabgaben er
hoben worden: im Brausteuergebiet
30.9 Millionen Mark oder 0.78 Mark
auf den Kopf der Bevölkerung, in
Bayern 32.3 Millionen Mark ober
5.72 Mark auf ben Kops, Württemberg
9.2 Millionen Mark ober 4.50 Mark
auf den Kopf, Baden 5.7 Mill!inen
Mark oder 3.38 Mark auf den 5 ,opf,
und Elsaß-Lothringen 2.8 Mienen
Mark oder 1.71 Mark auf den :*opfs
Die Biergewinnung hat bc'-ageu: im
Brausteuergebiet 33.2 Mill: men Hek
toliter, in Bayern 15.1 Millionen Hek
toliter, Württemberg 3.7 Millionen
Hektoliter, Baden 1.7 Millionen Hekto
liter, Elsaß-Lothringen 0.9 Millionen
Hektoliter, und im ganzen deutschen
Zollgebiet (einschließlich (Luxemburg)
54.8 Millionen Hektoliter. Zusä^liq
der Einfuhr und abzüglich der Aus
fuhr berechne! sich das letzte Jahr bet
Vierverbrauch auf den Kopf ter Be
völkerung: im Vrausieuergebict zu £8.7
Liter, in Bayern zu 227.3 Liter,
Württemberg 184.2 Liter, Baden
103.0 Liter, Elsaß-Lothringen C9.6
Hofs zu Altenburg unterhalb des
Kauerndorftr Bahnviaduktes ausge
führt. Der 17jährige Kommis Zie
ger der Harrnonikasabrik von linger,
sollte einige Hundert Mark wechseln
und wurde von dem ihm befreundeten,
in derselben Fabrik beschäftigten 19
jährigen Arbeiter Büttner unterhalb
des Kauendorser Bahnviaduktes ge
lockt und dann überfallen. Büttner
brachte ihm drei schwere Stiche in die
Brust bei, beraubte ihn des Geldes
und schleppte den Bewußtlosen nach i langt.
einen nahen Teich, um ihn unter dem
Eis zu verbergen. Da er die Eisdecke
nicht durchstoßen konnte, schleppte er
ihn zurück und wars ihn in den neben
der Straße fließenden Bach. Ein vor
übergehender Arbeiter zog den Be
raubten noch lebend heraus und
brachte ihn zu dem nächsten Arzt, dem
er noch den Namen des Räubers nen
gestanden. Von dem geraubten Gelde
trug er 50 Mark bei sich, den Rest der
300 Mark will er vergraben haben.
Es gibt noch treue Liebe!
In Ulm wurde kürzlich ein Mädchen
aus Braunschweig festgenommen, weil
es aus Mangel an Geldmitteln sich
verschiedener Zechprellereien schuldig
gemacht hatte. Es hatte sich außer
dem das Geld zu der Reise durch
Diebstahl im Betrage von 40 Mk.
verschafft und war nach Ulm gekom
men, um seinem zu dem preußischen
Fußartillerie-Bataillon Nr. 13 als
Rekruten eingerückten „Bräutigam"
nahe zu sein. Ueberhaupt sind in
letzter Zeit mehrere Mädchen aus
Norddeutschland in Ulm eingetroffen,
um sich aus dem gleichen Grunde dort
Stellen zu suchen.
I n i o n o o v i n z
Bari in Italien) versuchte ein Zoll
Wächter unter Beihilfe von Gendar
men eine Mörserbatterie, welche die
Bevölkerung zum Abfeuern von Sa
lutschüssen anläßlich eines Feiertages
ausgestellt hatte, fchießuntaugltch zu
machen. Ein Haufe Volkes leistete
thätlichen Widerstand, fodaß die
Gendarmen von der Waffe Gebrauch
machen mußten, wobei ein Bauer ge
töbtet wurde. Ein erneuter Angriff
des Volkshaufens zwang die Gendar
men, sich in die Caserne zurückzuzie
hen. Die Aufrührer verfolgten den
Zollwächter in das Polizeibureau, be
gössen hier feine Kleider mit Petro
leum und zündeten sie an. Der
Zollwächter erlitt schwere Brandwun
den. denen er erlagt Durch das Ein
treffen von Verstärkung aus Bari
wurde die Meuterei beendet. Im
Handgemenge sind mehrere Personen
verwundet worden, einige Verhaftun
gen wurden vorgenommen.
nen konnte. Büttner, der sich inzwi- durch die eisernen Stangen hindurch»
sehen in feiner Wohnung umgezogen in die Sakristei und von da in die*
und bann wieber entfernt hatte,würbe Kirche begeben. Der Tabernakel war
bald von Arbeitern angehalten, da geöffnet, die reich mit echten Diaman
fich die Kunde von dem Raubmord ten und Brillanten geschmückte Mon
fchnell verbreitet hatte, und der Polizei: stranz, zwei vergoldete Ciborinr
übergeben. Er hat seine That bereits
del ist in Lyon zum Schaden des $e
rvyF$?&PMs^N*VI*,.
U e e a s e e n s a e
der regierenden Fürsten giebt der neue
Gothaische Hofkalender für 1894 fol
gende Auskunft: Abgesehen von d-m.
Papst Leo dem Dreizehnten, weâr.
im 84. Lebensjahre steht, ist ber älteste
Fürst ber am 24. Juli 1817 geborene,
also 76 Jahre alte Großherzog bort,
Luxemburg. Nicht ganz ein Jahr
jünger stnd der König von Danemarl
und ber Großherzog von ^achM
Weimar. 74 Jahre alt sind die Ko
nigin von Großbritannien und der
©toßherzog von Mecklenburg-Stre
litz. Nach diesen 6 über 10 Jahre
alten Fürsten folgen 11, die zwischen:
60 und 70 Jahre alt sind, sodann
über 50 Jahre alte, ferner 11, d?e zwi
schen 40 und 50 Jahre alt sind, 2 zwi
schen 30 und 40 und 2 zwischen 20
und 30. Die drei jüngsten regieren
den Fürsten sind der 17 Jahre alte
König Alexander von Serbien, die 13
Jahre alte Königin der Niederlande
und der 71-2 Jahre alte König Al
fons der Dreizehnte von Spanien^
Werden die Regenten nach dem Re
gierungsantritt geordnet, so steh?
obenan die Königin von Großbrnom
nien, welche seit dem 20. Juni 1837,
also 561-2 Jahre regiert alsdann,
folgt der Kaiser von Oesterreich, der.
durch den Tod des Herzogs von Sach
fen-Koburg
und des Fürsten von
Waldeck an die zweite Stelle gerückt
ist, mit 45 Rcgterurtgsjahren, dem
nächst der ©roßherzog von Baden mit
41 und die Groß herzöge von Ofden
burg und Sachftn-Weimar-Eisenach,
sodann der Herzog von Sachsen-Al
tenburg mit 40 Regierungsjahren.
34
Fürsten regieren noch nicht 10*
Jahre, drei von ihnen, der Fürst
"Georg von Schaumburg-Lippe, der
Fürst Friedrich von Waldeck und der
Herzog Alfred von Koburg find erst
im Jahre 1893 Regierung ge--
mjt
fehlLhabers der kaiserlich russischen? Velen, ein reich mit Gold gestickter
Nacht „Roxana" verübt worden. Ein Kanzelbehang, mehrere Alben, Altar
gewisser Viennoi, dessen Photographie tiicher, Chorröcke für Meßdiener,
schon seit 1887 das Verbrecheralbum Hand- und Lavabotücher, sowie ein
schmückt, erschien vor dem Capitän i schwerer Opferstock mit einem mukh
Ast a chew eines schonen Tages in der i maßlichen Inhalt von 6 Mark ent-
Gala-Uniform eines französischen Fre- wendet. Auch sämmtliche nicht ge
gattencapitcins und gab sich ihm als weihte Hostien waren eine Beute der
außerordentlicher Bevollmächtigter des Diebe geworden. Außerdem war eiw
Marineministers zu erkennen. Er sei,' Sakristeischrank in ekelhafter
sagte er, beauftragt, ihm dessen Grüß
zu überbringen und ihn zu befragen,
ob er mit der Verleihung des Com
mandeurkreuzes der Ehrenlegion ein
verstanden sei. Selbstverständlich wur
de er daraufhin von dem glücklichen
Russen mit offenen Armen empfangen
und Tage lang an Bord wie ein hoher
Gast gestiert. Als er sich wieder em
pfahl, hatte er seinem großmüthigen
Gastgeber nicht nur 6500 Francs ab
geborgt unter dem Vorgeben, ein
Taschendieb habe ihm sein Portefeuille
entwendet sondern auch über ein
Dutzend Lyoner Kaufleute um erheb
liche Summen beschwindelt, indem er
sich von ihnen hatte allerlei kostbare
Waaren an Bord schicken lassen. Mit
dem leicht erbeuteten Raube soll er sich
nach Nizza begeben haben. Bis jetzt
war es nicht möglich, den verwegenen
Gauner zu fangen. In der russischen
Botschaft ist man über diesen heiteren
Vorfall aus nahe liegenden Gründen
nicht sehr erbaut. Es wird sogar be
hauptet, Herr Astachew habe mit dem
sauberen Gaste Brüderschaft getrun
ken.
diebstahl, bei dem die Diebe reiche
Beute machten, ist in dem Dorfe Lipp
mannsborf bei Münster verübt wor
den. Die Diebe hatten bie vor bent
Sakristeifenster befindlichen
nen Stangen zuerst durch Fcnrr loN»
getöthet, dann mit einem dicken Holze
auseinandergereckt, und sich fcbließlich
etwa 370 geweihten Hostien wa­
ren aeraubt. Aus der Sa trift ei wa
ren sämmtliche drei Kelche, das Gefäft
mit den heiligen Oelen, die Gefäße
zum Krankenverfehen, ein Paar sil
berne Meßkännchen, zwei Schulter-
beschmutzt.
I n e i n e k e i n e n S a s
Ungarns wurde der Hausircr Jakob
Schlepper wegen unbefugten HausirenS
zu 25 GuldenStrase verurtheilt. Doch
stellte ihm der Stuhlrichter frei, die
Strafe in 25 Tagen abzusitzen oder
in ebenso vielen Stockprügeln aus sich
heraus schlagen zu lassen. Schlepper,
der sich von feinem sauer erworbenen
Gelde nicht trennen wollte, sagte sich
„Es ist Winter! Die Geschäfte geh'n
gar nich, da wirst Du lieber die Strass
absitzen!" Doch die Behandlung im
Gefängniß war sehr hart und nach
drei Tagen schon entschloß sich Jakob,
lieber die körperliche Züchtigung aus
zuhalten, die er in weniger, denn einer:
Viertelstunde hinter sich haben konnte.
Allein der Profoß schlug so stark zir,
daß Schlepper schon beim zehnten
Streiche um Einhalt bat und sich be
reit erklärte, die Strafsumme in Baa«
rem zu bezahlen. Nachdem er dies'
gethan, fragt ihn der Richter in malt»
tiefem Ton: „Dummer Kerl! Wa
rum hast Du dos nit gleich gethon
Worauf Jakob achselzuckend entgegnete
„Nu, man probirt doch erscht!"
Nachdem die u s s i s e
Grenzwache kürzlich unter militäri
schen Befehl gestellt und hiermit eine
für den Beginn des Krieges höchst
wichtige Feldtrupp« geworden ist, hat
man jetzt auch die Stellung eineK
Generalftabschefs der Grenzwache.ge
schaffen. Welche Bedeutung mim
diesem Posten beilegt, beweist, dafj
man einen der ausgezeichnetsten Ge
neralstabsoffiziere hierzu auserwählt
hat, Generalmajor Stawrowski, bis»
her Generalstabschef des 4. Armee
corps in Minsk. Stawrowski, der
sich im letzten türkischen Kriege sehr
hervorgethan und dort den Georgs
orden erworben, gilt als einer der
besten Kenner des westlichen Grenzge»
biets, in dem er zahlreiche Ausnahme»
gemacht, und zwar, wie man sich tit
Petersburger Fachkreisen vertraulich
äußert, nicht bloß im eigenen Lande.
Er soll es mit ter Grenze nicht so ge
nau genommen haben. Jedenfalls
hat man in ihm eine sehr geeignete
Persönlichkeit für jenen wichtigen Po
sten gefunden.
Auf surchtbare Art ist
dieser Tage ein in der Melbourne?
Vorstadt Elsternwick lebender ange
sehener Chemiker Liardet um's Leben
qekommen. Derselbe war bis vor
drei Jahren bei der Queensländer
Regierung Inspector von Explosiv
stoffen. Derselbe beschäftigte sich in
feinem La&crnivriuti. mit Versuchen
eines von ihn neu erfundenenSpreng»
mittels, derl er selbst den Namen Dy»
namo gegeben Hatte, als das Präparat
plötzlich ex )lodirte und den Unglück«
lichen buchstäblich w Stücke zerriß.
"ÉI

Professor Georg von
Der durch die Mainzer Säbelaffäre
hekannte Lieutenant Frhr. v. Lucius,
•t Cohn des früheren Landwirthschafts-
Professor Laubenhei-
N a e v o u i e n
V o e i z i e a u e n-
E i n k ö s i e S w i n
E i n o e K i e n

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