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Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, January 17, 1894, Image 7

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M'
i^'-v
I?.'
'-,
7
18. Fortsetzung.)
„Ich freue mich, zu sehen, daß Sie
'sich ziemlich erholt haben," sprach er.
'Georg die Hand reichend. „Wie ich
'iböre, haben Sie große Din^e voll
thracht, an deren Folgen ©ie nun
'Uber zu leiden haben!"
„Der Verlust eines Armes ist
schlimm," sagte Marjory. „Trotzdem
'bin ich dem lieben Gott dankbar, daß
das Leben seines Freundes retten
tonnte."»
„Ihr macht viel zu viel aus der
Mache!" tief (Scorg. „Ich mar ein
fach in einer verzweifelten Lage. Als
ich den Tobsüchtigen an Fordes heran
schleichen sah, der ihn nicht bemerkte,
mußte ich dazwischen treten. Freilich
war es mir. als sei ich geliefert!"
„Es wäre gut, weitn die Noth stets
ten Muth so erfolgreich nod) ab inen
tvnnte," sagte Ellis.' „Ich muß ^ie
aber nun ganz unccremoniell behan
deln. Mein Auftrag an Misjlclaitt)
ist durchaus diskret ich muß Siebes
halb bitten
„O, ich verstehe Sie," unterbrach
Georg ihn, rasch aufstehend. „Ich
lasse Sie allein mit meiner Schwester.
Was Sie aber auch mit ihr zu re
den haben, bedenken Sie, daß Mar
zöry versprochen hat, sich nicht von
Mir zu trennen!"
„Ich werde es nicht vergessen,"
antwortete Ellis dem lebhaften ©pre»
.icher, ihm an der Thür noch die Hand
'drückend. Im nächsten Moment wa
ten er und das jungen Mädchen al
lein. Langsam trat er auf sie zu.
„Marjory," hob er mit gepreßter
Stimme an. ,Jo also entfliehst du
mir! Deine schuld bei mir ver
größert sich täglich die sich häufen
den Zinsen wachsen an zur Niesen
gestalt. Mein süßes, scheues Lieb,
du wirst bankerott werden, ehe du es
dich versiehst! Wie konntest du nur
•so leichtsinnig handeln, ohne meine
Erlaubniß Paris zu verlassen? Fürch
tetest du denn gar nicht, ich könnte
'dir Unangenehmes bereiten?"
„Nein, ich bedachte und fürchtete
das keine Minute," antwortete sie,
„ober eben so wenig begreife ich, wie
Sie mir Unangenehmes bereiten
könnten, ohne daß Mr. Carteret mehr
!hört, als Ihnen lieb ist. Sie sind
herzlos, indem Sie solche Worte zu
Mir sprechen. Ist es nicht nur das
Natürlichste, daß ich zu meinem Bru
der eilte, sobald ich wußte, daß er
meiner Hilfe bedarf?"
„Dieser Frage habe ich einzig eine
andere entgegenzustellen." versetzte
Ellis mit faszinirendem Blick. _„Ist
tS nicht das Natürlichste, daß ich
meine verlobte Braut in meinem Be
reich zu haben verlange, um sie zu
sehen und ihr widerspenstiges Herz
mir gewinnen zu können?"
„Gewinnen zu können, womit?"
fing sie feine letzten Worte auf.
„Denn mehr als Alles fühle ich, daß
Sie mich gar nicht lieben, sondern
daß Sie sich einzig an mir rächen
wollen. Ihre Stimme hat ein Etwas
verloren, ebenso die Berührung Ihrer
Hand, ein Etwas, das mich früher
fühlen ließ, daß Sie mich liebten.
Wenn Sie mich aber nicht lieben, wa
rum quälen Sie mich, wie Sie es
thun? Warum dann kann nicht Al
les, was geschehen ist. vergeben und
Vergessen und wir wieder gute
Freunde sein, wie wir es einst wa
ren?"
.Und das fragst^» Mich noch? Das
kannst Du mich noch fragen, nach
dem, was.zwischen uns vorgegangen
ist?" erwiderte er, den Blick nicht von
ihr abwendend. „Weil von Freund
schaft zwischen uns nicht mehr die
Rede sein kann, weil ich deine
Liebe will und einzig und allein deine
Liebe! Vergeben will ich dir, ver
gessen kann ich nie! Ich will dir ver
geben, aber nur unter einer Be
dingung. Lege deinen Arm um mei
nen Hals, deine Wange an die meine
und sprich: „Lieber Ralph, du sollst
Mich lieben ich will dein Weib wer
den, sobald du es verlangst!" Für
den Preis will ich dir Alles verzeihen,
will ich schwach genug sein, meinen
Kopf abermals deinetwegen zu ver
lieren, denn du bist nun einmal meine
einzige Leidenschaft!"
„Das das kann ich Ihnen nie
jagen!" rief Marjory, auf den Tod
erbleichend und versuchend, ihre
Hand, die er erfaßt hatte, zu befreien!
„Ich liebe Sie nicht und kann Sie
'deshalb nicht heirathen! Ich ziehe
mein Versprechen zurück. Ich kann
nie und nimmer die Ihre werden!"
Schier zum Zerbrechen preßte er
ihre Rechte, dann jäh ließ er sie los.
„Nie und «immer!" preßte er her
vor. Das ist ein langes, langes Wort!
Ich habe dir ein anderes dagegen zu
.jagen und das magst du vollinhaltlich
erwägen. Wenn nicht die meine, so
sollst du auch nie eines Andern Weib
werden, denn welcher Mann wird ein
Mädchen heimführen wollen, welches
mit einem anderen Manne aus ihres
Vaters Hause floh, um, nachdem sie
anderthalb Tage mit jenem zusam
men verbracht, ihn wieder zu verlas
•sin, mit dem sie doch eben zum Zweck
der Heirath geflohen war?"
Hatte Marjory's Gesicht noch ein
Atom von Farbe gezeigt, es wich aus
-demselben vor den Worten, welche
«dieser Mann ihr in's Antlitz zu schleu
dern die Stirne hatt«. Für Sekun
den war es ihr, als lege sich eine
dürre Knochenhand um ihre Kehle,
aber dann, gewaltsam den Bann, der
sie ersassen wollte, abschüttelnd, sprach
sie, wenn auch mit einet Stimme, die
Kar nicht die ihre zu sein schien:
„Ich danke Ihnen für diese Offen
feil, Mr. GAS. Ich weiß jetzt.
ml
ich von Ihnen zu erwarten habe.
Ihre großmüthige Drohung werde ich
nicht vergessen. Bitte, verlassen Sie
mich jetzt. Ich hoffe, toie niemals
wiederzusehen!"
„So leicht, wähnst du. mich ab
schütteln zu können?" zischte er, in
dessen sein Blick sich in den ihren
bohrte. „Ich werde dir beweisen, daß
du dich gründlich geirrt haben sollst!"
Und wie in einen Schraubstock schloß
«r sie, ehe sie es sich versah, in seine
Arme und preßte seine Lippen aus
die ihren, daß sie keines Lautes fähig
war.
„So," gab er dann jäh sie wieder
frei, daß sie nahezu zurücktaumelte,
„das ist der letzte Kuß, den ich mir
erzwinge. Aus meinet Machte lasse
ich dich nie. hörst du. nie! Du
bist mir verfallen mit Leib und
Seele und ich bestehe aus mein Pfund
Fleisch, das du mir schuldest, wie der
Shylock auf seinen Schein, und die
ses Pfund Fleisch ist dein Herz, das
mir mir gehört, magst du wollen
ober nicht. Ich nehme dein Wort
nicht zurück! Ich geb? dich nicht
fre^ Ue'"lege. was du thust, eh
DU irgend etwas unternimmst! Ich
habe dich in meiner Hand und ich
besitze Waffen gegen dich, mit denen
ich dich vernichte, wenn du mir Wi
derstand bietest. Denn keine Rück
sicht mehr kenne ich, seitdem du mir
die Wahrheit gesagt hast, wie ich sie
dir nun sage. Ich habe dich ge
warnt! Jch'gehe jetzt sehen wir
uns wieder, so kann es einzig sein
als Mann und Weib!"
Die Thür schloß sich hörbar hin
ter ihm. Das schreckte Marjory auf.
Sie hörte feine Stimme noch drau
ßen, dann die Georg's. Jetzt ging
die Hausthür: im nächsten Moment
mußte Georg eintreten. Wie ein ge
scheuchtes Wild stürzte sie hinaus,
floh die Treppen hinaus in ihre
Mansarde. Und wie auf den Tod
get.offen, brach sie zusammen.
„Mein Gott, o mein Gott." rang
sie die Hände, indessen die Thränen
ihren Augen entstürzten, „gibt es
denn keine keine Rettung für dein
armes Kind? Soll ich für einen
Irrthum büßen müssen mein ganzes,
mein ganzes Leben lang? Er läßt
mich nicht frei, er nimmt mein Wort
nicht zurück und ich bin ihm verfallen
mit Leib und Seele! Allbarmher
ziger. gibt es denn wirklich kein _—
kein Entrinnen für mich? Was sind
das für verborgene Waffen, mit de
nen er mir drohte? O, mir ist es,
als sollte ich wahnsinnig werden!
Wahnsinnig! Wäre das nicht viel
leicht die beste Lösung? Wie kann
ich sein werden, sein, das Weib eines
ungeliebten, nein, mehr noch, das
Weib eines befürchteten, gehaßten
Manne», mit dieser Liebe in meinem
Herzen, mit dieser alles, alles über
wiegenden Liebe für einen Andern
für einen Andern?"
XXVIII.
'"jrsrv*fäj,f v i i
o n u n s o s
Die Uebersiedelung in ihr neues
Heim zauberte Marjory gleichsam in
ein neueF Leben. Sie hatte sich jetzt
einem andern Wesen zu widmen, und
in dieser Sorge für ihren Bruder
ging sie voll und ganz aus.
Die ihnen zugewiesenen Wohn
räume lageu frei und lustig mit der
Aussieht über die niedrigeren, gegen
über befindlichen Häuser hiuweg auf
den Fluß, wo tagein, tagaus die
Schiffe ihre Waarenballen ab- uitb
ausluden, eine Geschäftigkeit, der zu
zusehen Marjory nie müde wurde.
Obgleich Marjory im Verkehr mit
den Carterets an ein luxuriöses Le
ben gewöhnt worden wa?, so vermißte
sie, mit Georg vereint, doch nichts in
ihrem neuen Dasein. In Falkland
Terrace war sie seit ihrer Mutter Tod
nie mehr zu Hause gewesen so gütig
sich Mrs. Carteret auch stets gegeu sie
bewiesen hatte, so fesselten doch kei
nerlei Bande des Herzens sie an ihre
freundliche Beschützerin, der sie es
deshalb keinen Augenblick vergaß, daß
dieselbe sie zweimal einem Leben e.it
rissen hatte, welches dem der Sklave
rei gleichkam. Mit Liebe aber hing
sie einzig an Georg und Dick.
An Dick! Obgleich er im Süden
Frankreichs weilte und viele Meilen
zwischen ihnen sich dehnten, konnte er
sich doch ihr Leben, welches sie und
Georg führten, vergegenwärtigen,
denn Marjory's Brief, den sie ihm
bald nach ihrer Uebersiedelung nach
Dockborough geschrieben hatte, schil-«
bette ihm Alles mit lebendiger Aus
führlichkeit bis auf das eine, von
dem zu sprechen sie sich scheute und
woran sie doch immer denken mußte.
Mit doppelter Schwere entfernD
sie
das Mrs. Rennte gc-genüder, welche
für sie und ihren tu
Der
eine förm­
lich mütterliche Sorge an den Tag
legte, und in der Gegenwart von
Mary Rennie, welche in ihr^ nach
echter Mädchenart eine liebe Freun
bin gefunden zu haben wähnte.
Eine Freundin! Konute sie je
einer Altersgenossin ihres Geschlechts
eine wahre Freundin sein? Konnte
sie je bI ran denken, einer anderen
Seele anzuvertrauen, was wie ein
Bahrtuch auf ihrem Leben lag? Wenn
die gute, ehrliche Mrs. Rennie die
Wahrheit gewußt hätte, würde sis
ihrer Tochter erlaubt,hân, mit ihr
zu verkehren?
Mary Rennie war ein hübsches,
aber gedankenarmes, unbeständiges
Geschöpf sie war unendlich verzogen,
aber nicht verdorben. Die Menge
ihrer Hüte, Kleider und Schmuck
sachen erregten Marjory's Erstaunen:
dagegen wunderte sieh die Tochter des
reichen Mannes, wie geschickt Mar
jory ihre Kleider wendete, zurichtete
und damit gleichsam neu erhielt
gern hätte sie ihrer Freundin allerlei
schöne Dinge gekauft, aber, so selten
sie
doch
sie auch überlegte, warnte
etwas in Marjory's Wesen, derartige
Gesche.nke derselben anzubieten*
Diese Charakterveranlagung des
jungen Mädchens bewahrte Marjory
indessen vor überflüssigen Fragen sie
konnte, ohne unwahr zu sein, über
jene Episode in der Vergangenheit
welche über ihre ganze Zukunft ent
schieden hatte, schweigen, jene
Episode, deren Geheimniß außer ihr
und Ellis einzig Tick theilte.
Dick! Er Hatte ihr auf ihren Brief
so lieb und gut wie immer geantwor
tet. Wenn sie in Flenry ihre Auf
gäbe vollendet hatten, wollte Brand
durch ciire Reise nach Italien seinen
juuqen Schutzbefohlenen in die Kunst
werte Oer italienischen Schule einfüh
ren. Er Hütte eine Zukunft. Durste
sie, Marjory, dieselbe dadurch trii
den, daß sie ihm aufbürdete, was seit
der letzten Unterredung ihre Seele be
schwerte?
So schwieg sie selbst gegen ihn dar
über und schleppte durch all die lan
gen Wochen und Monate allein art
der Last, welche das Schicksal ihr auf
erlegt hatte.
Dieses Geheimnis? ober auch war
der Grund, daß sie Mary Rennte
nicht naher kam. Sie plauderten,
miteinander, wie junge Mädchen zu
thun Pflegen, aber nichts weiter ge
schah, sie sich einander enger anschlie
ßen zu lassen.
Eines Tages erhielt Marjory, was
jetzt zu den Seltenheiten gehörte,
einen Brief von Mrs. Carteret mit
Einschluß einer Anweisung, für de
ren Betrag sie sich ein neues Kleid
kaufen sollte. Mary Rennie war
eben anwesend.
„Wie herrlich!" rief sie lebhaft.
„Im komme morgen, um dir wählen
zu helfen. Wo wohnt deine Tante?"
„Hauptsächlich in Italien. Sie
schreibt mir aus der Schweiz."
„Wie schön ist der Name Carteret.
Sind es vornehme Leute?"
„Ich weiß es nicht. Mr. Carteret
ist mein Großonkel. Er hatte ein
altes Schloß. Langford Priorei ge
nannt er verkaufte es voriges Jahr."
„Wie schade! Ich würd- so etnas
nie verkaufen. Ich wollte, ich ent
stammte einer alten Familie mit al
tem Stammschloß mit verborgenen
Gängen, geheimen Kammern und—"
..Einem Familien^-svenst!" vollen
dete Marjory lachend.
„Ja!" bestätigte Mary mit Ueber
zeugung. „Das wollte ich. Alles
an uns ist so gewöhnlich!"
„Du hast etwas sehr Ungewöhn»
Itches zu eigen: einen Vater, der zu
den Seltenheiten unter seinem Ge
schlecht zählt!"
„Ja, darin hast du recht!" tief
Mary mit Warme. Und ich möchte
ihn niäii für alle Schätze Englands
hergeben!"
Ünh wie es ihre Art war, ihre Ge
danken irrlichtgleich von einem Thema
auf eilt anderes überspringen lassend,
fuhr sie fort: „Ich werde wohl näch
stens auf einige Zeit zu einer Tante
auf Besuch gehen. Jack, mein älte
fter Bruder, will mich begleiten. Er
wird in der folgenden Woche zu uns
kommen. Die Tante hat einen schö
nen Pachthof na de der schottischen
Grenze, zu welchem prächtige Jagden
gehören. Das ist es auch einzig, was
Jack zu der Galanterie veranlaßt, sich
scheinbar für mich aufzuopfern.
Apropos, Marjory, du hast auch noch
einen Bruder, sagtest du einmal. Wo
ist der?"
„Dick?" versetzte Marjory mit einem
Seuszer. „Er schrieb mir schon lange
nicht mehr. Als er es zuletzt that,
war er in Flenry tut Süden Frank
reichs. Ich erhielt zwei '-atizzen von
ihm geschickt. Die Gegend muß das
wirkliche Idyll sein!"
Und sie schlug eine Mappe auf, um
der Freundin die Bilder zu zeigen.
Es waren zwei Landschaften in
Wasserfarben, die eine stellte den Hof
von Chateau Fleury, die andere eine
Ortsansicht dar.
„Wie entzückend! Und wie wun
derschön gemalt! rief Mary enthu
siasm irt. „Hat das dein Bruder ge
than?"
„O, nein," lächelte Marjory unbe
wußt, „das sind Bilder eines richtigen
Künstlers. Er ist Dick's bester Freund.
Er malte sie für mich. Sie sind nur
sehr werth!"
„Das glaube ich!" versetzte Mary
mit Ueberzeugung. „Könnte ich doch
auch malen! Wie stolz würde die
liebe Mutter sein, könnte ich ihr
einige Skizzen von Schottland mit
bringen! Ich glaube, die Gegend
um Tante Morrison's Gut ist höchst
romantisch!"
Wie ein elektrischer Schlag traf
Marjory der Name.
„Wo liegt dieses Gut?* fragte sie,
ihre Sicherheit jedoch behauptend,
mit Anstrengung.
„Nahe bei Strathaton," antwortete
Mary unbefangen, sich erhebend,
denn eben steckte Mrs. Stokes ihren
Kvpf durch die Thürspalte, um zu
melden, daß Miß Rennie's Wagen
vorgesahren sei.
„Ich muß gehen, Liebste. Du weißt,
ich darf Jim nicht warten lassen, will
ich keine Schelte von der Mutter be
kommen. Adieu denn, mein Schatz!
Wir sehen uns morgen!"
Mechanisch bejahte Marjory wie
ein Automat ließ sie die lebhaften
Abschiebsergüsse des warmherzigen
Mädchens über sich ergehen. Dann
aber, als sie allein war, brach sie zu
sammen.
Einen Augenblick stand ihr Herz
gleichsam still, um dann doppelt wild
zu klopfen.
Mrs. Morrison!—
«%$'»•%?tf^tpr,-•

Aus dem TodeSfchliff^ HMe '%r
Name sie erweckt. Kein Zweifel! Jene
Frau, unter berem Dach sie mit Ellis
eine Nacht geweilt hatte, und Mary's
Tante waren eine und dieselbe Per
son! Ein eisiger Schauder überlief
sie vor dieser Gewißheit.
Was konnte, was mußte, was sollte
sie thun? Wenn sie doch lieber Ellis
^eHkirathet hätte, um^dadurch diesem
^t| ^'1
Allem zu entgehen: Aber nein! t$me
Stimme in ihrem Innern sagte ihr,
daß sie ihr lebenslanges Elend besie
gelt haben würde.
Lange saß sie da, das Gesisst in
beiden Händen vergraben. Sie wußte
nur eine Seele, der sie sich anver
trauen durfte, wenn es noth that:
Tick! Aber auch nur wenn es noth
that, konnte sie sich dazu überwinden,
ihm zu gestehen, was Ellis ihr bei
feinem letzten Besuch gesagt hotte und
was nun ihr Leben umdunkelte, ohne
Hoffnung, daß es einmal anders
werden würde.
Wie ein schwerer Traum verging
ihr die nächste Zeit. Mary'S ältester
Bruder, welcher als Offizier in der
englische^ Armee diente, traf ein und
zählte binnen Kurzem zu Marjory's
Bewunderern. Das junge Mädchen,
tvetcheS mit ihrem wirklichen Leben
stets gleichsam in einer anderen Welt
war, bemerkte kaum etwas davon.
Sie hatte nach Mary's Eröffnung,
welche sie so niede'schmetternd getrof
fen, sogleich an Dick geschrieben,
wann seine Rückkehr wohl stattfinden
werde sie habe so viel mit ihm zu
reden. Drei Wochen waren seitdem
vergangen und sie war noch immer
ohne Antwort von ihm geblieben.
Das machte sie entsetzlich niederge
schlagen. Wenn er a its hörte, sich für
sie zu interessiren, Theil an ihren
Sorgen zu nehmen, wie eine trost
lose Wildniß erschien ihr das Leben,
das dann ihrer harrte.
Mary's Erscheinen in einer Stunde,
in welcher die Verzweiflung sie schier
überwältigen wollte, nahm ihr eilten
Alp von der Seele.
„Du deichtest wohl, ich käme nie
mehr!" rief das lebhafte junge Müd-
chen, indem fie Marjory stürmisch
umarmte. „Ich hatte aber tausen
derlei Dinge zu thun, fü? die An
kunft von einigen Freunden, welche
Jack erwartet, die Vorbereitungen zu
treffen. Jetzt komme ich, um dich zu
bitten, mit mir zum Duier bei uus
zu kommen. Für Georg genügen
einige Zeilen, die du hinterläßt.
Alles bei uns ersehnt dein Erscheinen.
Du brauchst dich nicht umzukleiden.
Das graue Kleid, welches du trägst,
ist reizend. Das ist das Werk einer
ersten Schneiderin!"
„Das kann wohl sein," lächelte
Marjory schmerzlich. „Tante Ear
teret gab es mir. Es war meine beste
Toilette im letzten Sommer."
„Erstaunlich!" brach Mary aus.
„Wie machst du es nur, deine Kleider
so lange zu erhalten?"
„Weil ich weiß, wie schwer ich sie
ersetzen kann!"
„Bitte, komme mit!" bat Mary.
Wir sind heute noch ganz unter «ns.
Jack's Freunde
„Hörtest du nicht klopfen?" unter
brach Marjory sie.
Man klopfte wieder, diesmal deut
Itch.
„Herein!" rief Marjory. Warum
pochte ihr das Herz auf einmal wie
zum Zerspringen?
Langsam öffnete sich die Thür und
Dick Cranston überschritt die Schwelle.
Eine Augenblick stand Marjory wie
angewurzelt, dann zitternd vor
Freude und Uebcrraschuug stürzte sie
ihm entgegen uud schlang beide Arme
um seinen Hals.
„C, Dick, Dick, ich dachte schon,
du würdest nie mehr kommen!" stieß
sie wie exaltirt hervor.
„Ich kam sofort nach Empfang dei
nes Briefes," antwortete er, ihre Um
armung erwidernd. „Ich erhielt
denselben, da wir in Italien reisten,
erst vor acht Tagen."
Seine Worte, seine liebe Stimme
erlösten Marjory gleichsam von einem
Bann.
„DaS ist mein lieber Bruder, Dick
Cranston! Miß Rennie, Dick, von
der ich dir bereits in meinen Briefen
sprach!" stallte sie Beide einander vor.
Dick verbeugte sich Marjory war
erstaunt über die Art, wie er es that.
„Ich bin sehr froh, daß Sie ka
men," sagte Miß Rennie mit einem
reizenden Lächeln. „Marjory war in
letzter Zeit oft recht niedergedrückt.
Liebe Marjory, da du jetzt doch nicht
mit mir zum Essen kommen wirst,
gehe ich. kehre aber bald wieder.
Guten Tag. Mr. Cranston Sie müs
sen uns in Craignish besuchen/'
Majori) begleitet sie an die Treppe.
„Welch ein schöner Mann dein
Bruder ist!" flüsterte Mary ihr zum
Abschied zu. „Warum sagtest du mir
nicht, daß er so schön sei! Mowbray
Delamere, Jack s spezieller Freund,
kann sich mit ihm nicht vergleichen.
Doch lebe wohl für jetzt. Liebste,
betn Bruder wartet auf dich und ich
will dich nicht aushalten!"
Und Marjory noch einmal herzhaft
küssend, eilte sie leichtfüßig die Treppe
hinab.
„Endlich, Marge," rief Dick, als
sie zurückkam, tttbem er ihre Hände
in die feinen nahm und ihr fragend
in die Augen sah, „endlich sehe ich
dich wieder! Dein Brief versetzte mich
in einige Unruhe, denn zwischen den
Zeilen las ich, daß dich irgend etwas
quält, was dich meine Rückkehr wün
schen ließ. Irrte ich mich, ober ist
es so?"
Sie ertrug seinen forschenden Blick
nicht sie senkte die Lider und ant
»ortete ihm ausweichend: „Laß diese
Stunde nur der Freude des Wieder
sehens gehören. Ich habe dir etwas
zu sagen, ja. aber nicht jetzt, später.
Auch kann Georg jeden Augenblick
kommen. Wie lange gedenkst du hier
zu bleiben?"
„Ich hoffe, auf längere Zeit!" ver
setzte er lebhaft. „Denke dir, Brand
hat den Auftrag erhalten, gerade
hier mehrere städtische Gebäude zu
erweitern, und mich einstweilen bis
zu seiner Ankunft, die in den nächsten
Tagen stattfinden wirb, damit be
traut. Du kannst dir denken,_ wie
erfreut ich war, als ich fand, daß die
auszuführenden Baute« auf dieses
ÄS
r''ir^,s*t
•vu'* t^w
1
v*?
fXri' f?' »t h-u1?r- *-y 7- wr"»M'
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1
Seite des Flusses belegen sind,
kann dadurch dich und Georg jeden
Tag sehen und sprechen!"
„Das ist fast zu viel deS Glückes,
um Wirklichkeit fein zu sollen!" rief
Marjory aus. „Warst du in Lon
don? Und sahest du meinen Vater?"
Er schüttelte den Kops.
„Nein." antwortete er, »ich sah
und sprach nur Mr. Croß. Er in
terest'irt sich sehr für dich und Georg.
Schreibt dir dein Vater?"
„Nur zuweilen an Georg. O. hier
ist er!"
Die Wiedersehensfreude beider jun
ger Männer trieb Marjory Thränen
in die Augen. So angeregt wie die
ser Abend war den drei nach langer
Trennung Wiedervereinten selten
einer verflossen und erst zu später
Stunde schieden sie.
Dick begleiteten Marjory's Worte
in den Schlaf und durch denselben,
und als er am nächsten Morgen sich
erhob, stand der Entschluß in ihm
fest, die Schwester consequent
nannte er sie noch immer so zu be
wegen, ihm zu sagen, was sie quäle
und ihm ihr Herz ausschütten.
Mit diesem Vorsatz suchte er um
die erste Nachmittagsstuude die trau
liche Wohnuug der Geschwister im
vierten Stockmerk des Nennie'schett
Geschäftshauses auf. Er fand dies
mal Marjory allein und er bemerkte,
wie alles Blut mis ihrem Antlitz wich
bei seinem Anblick. Noch nie war er
ihr so ernst erschienen, als in diesem
Augenblick das war der Anlaß zu
ihrem Farbenwechsel, dem er eine
ganz andere Deutuug unterlegte.
„Marjory," sprach er, nachdem er
sie begrüßt hatte, „ich komme, dich zu
bitten, mit mir einen Spaziergang
zu machen, wie wir es sniher so ost
thaten. Du hast mir etwas zu sagen,
du wirst es leichter können angesichts
der schönen Natur als hier, wo über
dies unberufene Ohren uns zu be
lauschen vermögen."
Sein Ton hatte etwas so Bestimm
tes, daß sie ihm nicht zu widersprechen
vermochte, und wenige Minuten spä
ter verließ sie an feiner Seite, den
sie Mrs. Stokes als ihren ältesten
Bruder Dick vorgestellt hatte, die
Wohnung und das Haus, um mit
ihm wie lange war es her, seit sie
es zuletzt gethan? in die freie,
frifche Gottesnatur hinaus zu wan
dern.
Salisbury Park ist ein Lieblings
aufenthalt für die vornehme Welt
von Dockborough.
Marj ort) und Dick wandelten, als
sie die kostbare Idylle so nahe dem
geschäftigen Stadtgetriebe erreicht
hatten, unter dem Schatten der
Bäume dahin über weichen Rasen bis
zu einer Bank, welche die'Aussicht auf
den Fluß und die gegenüber liegen
den, mit schönen Villas besetzten User
bot.
„Das ist wirklich hübsch hier!"
sagte Dick gedankenvoll. „Ich wollte,
ich könnte dich nach Fleury versetzen,
Marjory. Dort ist's wundervoll!
Ost, wenn ich in der schönen Gegend
nmherwaudelte, winffchte ich, daß du
etwas davon haben könntest!"
„Das war sehr lieb von dir, Dick!"
versetzte sie leise, „aber ich war nicht
gerade unglücklich bis vor Kur
zem!"
„Bis vor Kurzem?" wiederholte er
uud erschreckt begegnete ihr sein Blick.
„Was geschah da?"
Minutenlang noch zögerte sie dann
aber, sich sagend, daß Offenheit der
einzige Weg sei, der ihr blieb, er
zählte sie ilmt ohne Rückhalt von bet
Verwandtschaft der Rennies und der
Morrisons.
„Seit ich diese Gefahr kenne, kann
ich nicht mehr ruhig werden!" schloß
sie ihren Bericht.
„Eine höchst sondebare Verwick
lung!" schüttelte er den Kopf. „So
lange aber die Morrisons nicht hier
her kommen, hast du nichts zu be
fürchten. Geschieht das indeß, dann
freilich wird es das Beste sein, Mrs.
Renttie Alles zu erzählen. Warst du
bei den Carterets nicht am sichersten
aufgehoben?"
„Bet den Carterets?" wiederholte
sie. „O, Dick, die Frage kannst du
nicht ernstlich meinen. Dort war ich
vor Mr. Ellis keine Stunde sicher,
vor Mr. Ellis, den ich fürchte!"
„Den du fürchtest!" sprach er ih'.
nach. „O, Marjory, wie oft schon
habe ich gewünscht, daß du deut Bur
scheu nie begegnet wärest, der dir zum
Verhängniß geworden ist. Hätte ich
Macht und Mittel, dich von ilmt los
zu'.au sen, Gott weiß, daß ich Alles
konnte, das zu thun. Denn wüßte
ich dich von Ellis befreit, keinen
Wunsch hätte ich weiter!"
Und er stützte den Kopf auf die
Hand und sah vor sich hin, als dächte
er über ein Problem nach, dessen
Lösung er vergeblich nachsann.
Marjory betrachtete ihn ernst, for
schend.
„Und du kennst nicht einmal den
Abgrund der Seele dieses Mannes,"
sprach sie erst nach einer Pause. „Als
er das letztemal vor unserer Ueber
siedelung bei mir war, brohte er mit
und warnte mich, je einem anderen
Manne meine Liebe zuzuwenden, da
er Jedem, der mich heiraten wolle,
rücksichtslos die Wahrheit sagen
würde!"
„Er ist ein Schurke!" brach Dick
aus, aufspringend. „Aber mag et
das und noch mehr thun! Kein Mann,
deiner würdig, wird sich durch seine
Infamie beirren lassen!"
MaHory schüttelte wehmüthig den
Kops.
„^uis wird keine Gelegenheit fin
den, feine Enthüllungen an den
Mann bringen zu können," sprach sie
schmerzlich. „Die schmachvolle Wahr
heit zu offenbaren, vermöchte ich nie
mals ebenso wenig aber könnte ich
je einen Mann, der mich liebt, be
trügen!"
Dick legte die Hand über die Augen.
„Watte,
bis
du richtig verliebt
1
'v ',
T-
Is if- _,* «t
bist," sprach er, abgewandten Ge
sichts. „Du weißt nicht, was es heißt.
Jemand ausgeben zu sollen, den du
leibenschaftlich liebst!"
„Aber, Dick, woher weißt du das?
Warst du verliebt?"
Ihre Frage klang unbewußt
schmerzlich.
Dick antwortete nicht sofort. #aS
Blut stieg ihm in's Gesicht.
„Ja, Marge." sagte er dann leise,
„ich habe geliebt und liebe noch,
mehr, als du es je thun wirst!"
„Wirklich und wahrhastig, Dickt
Bist du unglücklich? Liebt sie dich
nicht? O, Dick, wüßte sie, wie gut,
wie wahr, wie treu du bist, sie würde
i i e e n s s e n
„Nie, Marge, sie wird mich nie
lieben lernen! Sie hat sich in mein
Herz gestohlen ich habe mit allen
Kräften gegen das Gefühl ange
kämpft, vergeblich mit jedem Tag
liebe ich sie nur leidenschaftlicher!"
Er barg das Gesicht in den Händen.
Marjory fühlte ein wehes Zucken in
ihrem Herzen.
„Willst du mir nicht vertrauen, wie
ich dir?" fragte sie stockend.
Er schüttelte den Kopf.
„Sage mir das eine: ist sie hübsch?"
„Für mich, ja!"
„Dunkel oder blond?"
„Dunkel! Große, schwarze Augen
und glänzend schwarzes Haar!"
„So ist sie eine Französin!" rief
Marjory.
„Ich antworte nicht mehr," wieder,
holte er entschlossen. „Ich wollte nie
so viel sagen. Es schmerzt zu sehr,
att ein Weib zu denken, das man
nicht heirathen kann. Laß uns nicht
mehr darüber sprechen!"
Marjory ging es wie ein Stich
durch'» Herz, aber sie mußte sich be
zwingen. Ihre ganze Mädchenwürde
wurde wach, und mehr denn Alles
wappnete ihr Stolz sie gegen die Ge
fühle ihres eigenen Innern. Ihr«
Liebe, ihre hoffnungslose Liebe, wie
seine eigenen Worte es ihr bekunde
ten, tief mußte sie dieselbe eingraben
in ihr Herz, dem» kein kein Glück
auf Erden blühte. Namenlosen
Schmerz entfachte in ihr der Gedanke.
Warum war sie denn geboren, wenn
sie überall nur überflüssig und gat
im Wege fein sollte? Warum lebte
sie denn überhaupt, wenn dieses Le
ben nur Schmerz in sich bergen sollte,
Schmerz für sie selbst und Alle, die
ihr nahe traten?
Denn klarer als Jegliches sonst
ließ Dick's Geständniß sie erkennen,
daß sie ihn und einzig und allein ihn
liebte, und daß sie mit dem Bewußt
sein der Hoffnungslosigkeit dieser
Liebe Alles verloren, was ihrem Le
ben bisher Licht und Odem verliehen
hatte, Muth und Kraft, Glück un
Glauben, Alles, Alles
(Fortsetzung folgt.)
Gatte: „Du, Liefe, mir scheint,
wenn ich einmal ein freundliches Ge
sicht von Dir sehen will, muß ich mit
Dir zum Photographen ge
hen."
E i n e e i e e a u
Gattin: „....
Es ist keine Art,
daß Du gar nichts thust! Du soll
test Dich doch um eine Stellung be
mühen nicht einmal einen Or
den hast Du!"
Gatte: „Aber ich weiß gar nicht,
warum Du so drängst, liebes Kiu d—
ich bin ja erst vierzig Jahre!"
Gattin „Ach, das ist gar keine
Entschuldigung! In Deinem Alter
war Alexander der Große schon sieben
Jahre todt.
S e s e
Gardelieutenant (in einer Galle»
tie historischer Frauenschönheiten):
„Amte Frauen! Haben mich nicht
erlebt!"
Mann (von der Jagd heimkeh
rend) „Sieh' mal die beiden Kapi
talhasen sind sie nicht ihre zehn
Mark werth?"
Frau: „Zehn Mark? und da
von hast Du nichts abgehandelt?"
u u s
A.: „Wo wohnst Du?"
B.: „In der Tulpenstraße-^. dem
Palast deS Fürsten Schnodelhoff vis»
a=vis!"
A.: „Seh' Dir an so'n Schnorret!
Hat tan' Pfennig in der Tasch'
aber wohnen thut et via a vis!"
E i n e i n i e Z e u e
Richter: Die Angeklagte ist wohl
mit ihnen verfeindet?"
Fettet Bassist: In welcher Optd,
denken Sie, sollte ich mein Debut
machen
Mageret Bariton: Als „Belljr
Sario."
E i n K i n a s s i z e
s e n w u e
Zärtliche Mutter (zu ihrem Söhn
chett) Du hast also Deinen Sitz im
Pferdewagen einer jungen Dame
überlassen Das war sehr höflich
und schön. Und hast Du auf dem
ganzen Wege stehen müssen?
Das Sohnchen: O nein, ich bin
auf den Schooß der jungen Dame ge*
klettert und bin da sehr gut gesessen.
N a u e s i i e S
In» britischen Museum. Maud:
Wie kommt es nur, daß die Leute
immer behaupten, die Taille bet
Venus von Milo sei die Vollkommen
heit selbst. Mir scheint, daß die
Frauen der alten Zeit viel breitere
Taillen hatten als jetzt.
Linda: Wahrscheinlich haben die
damaligen Männer längere Arme ge
bebt als die von beuUutaae.
rvi ,v,i •/,
'»', ,\
â»
De» VSfliche Vertttè
Der Wagen mar bereits voll.
schlankes Mädchen trat herein und
mehrere schlanke Jünglinge iprmlgen
auf und machten chr
trat ernt dicke alte
Dame
-m. aber ch'
retweaen sprang Niemand auf. Vorn
an der Ecke saß ein Marn. ber eiraa*,
schielte er war der (Smztge, der
endlich entschloß, auszustehen und
Frau seinen Pwtz einzuräumen.^
er stellte sich vor sie ihn und bemerkte t.
sehr lautem Ton:
„Ville höfliche Lette j[W3 HW u
Berlin nich jera'be."
Die Frau stimmte thm bn.
Nich, daß ich jerade ubertneben hol*
lich wäre," fuhr der Mann fort.
Gegentheil,
meine
Bekannten sagen un»
tner, ich wäre eine rüdige Bolle.
Die Frau machte eine Gegenwew».
bU!,Nt,
nc," sagte er, „meine Fremde
haben janz Recht, aber forme, dufc.
fette, olle Frau stehn sehn, dd
im\t
nicht fertig, mein Lebtag nich.
Die Frau starrte ihn an.
4
„Wissen Se," fuhr der Mann fort,
„ich habe ooch sonne schrecklich wcke
Frau, nich so fett wie Sie ftn^aber dtcke
jenua, kann ich Ihnen sagen."
Mit einer größeren Behendigkeit, als
sie ohne Zweifel lange an den Tag sie»
legt hatte, sprang die Frau auf und
sagte: „Setzen Sie sich nur wieder hin.
ich brauche Ihren Platz n.cht."
„Meinstvejen brauchen Se ntch »T*
stehn," erwiderte der Mann, „denn
wenn meine Frau ufstehn bähte, die
noch lange so dick nich is als wie Sie,
das wäre ihr Doht. schultern hat se»
wissen Se, so breit so breit nich wie
Ihre, aber breit jenug, toeejz
„Halten Sie den Mund!" kreischte
die Frau.
„Wat als wie ich?" fragte der
Mann überrascht. „Aber ich meene e3
ja jut mit Ihnen. Wat, Sie wollen
aussteigen?" Das hat man nu davon,
wenn man höflich iV und er setzte sich
wieder in seine Ecke, sobald die fjratt
abgestiegen war.
Im VerhSr.
Fâ $
m/m,
Nichter: Sie haben eine Frau?
Bummler: Aufzuwarten.
Richter: Wie lang?
Bummler: 5 Fuß 2 Zoll.
Die Z-iten änami sich»
Einst gingen die Alten so «sb Ms
Jungen so—
Aetzt gehen die Jungen so und fest
Alten so.
Rentable
Unteroffizier (bei der Musterung):
„.... Der Kerl sieht so herausgefüttert
aus, als ob alle Köchinnen bet Stadt
in ihn—verliebt wären!"
Im Theater. .Ah, Herr
Huber, sieht man Sie auch einmal mit
Frau Gemahlin in einem Trauerspiel!
.... Warum haben Sie beim abe*ei
nen so schlechten Eckplatz genommen?*
wissen Sie, meine Frau kann
nicht viel vertragen nach dem erste»
Todten gehen wir nach Hause!"

Moman «ach Mr». A!exa»»dtr von
I.
Frick. V,
e z e A u s w e
S i e k e n n i n
Zeuge: „Sogar e e i a»
fr t"
W i e a u e n Leib" geschrie
e n

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