OCR Interpretation


Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, April 18, 1894, Image 7

Image and text provided by Ohio History Connection, Columbus, OH

Persistent link: https://chroniclingamerica.loc.gov/lccn/sn86063815/1894-04-18/ed-1/seq-7/

What is OCR?


Thumbnail for

1
Lo-al.A»chricht««i
o v i n z a n e n u
Nach den bei be* Centralstelle bet
preußischen Staatsforstverwaltung in
Berlin eingelaufenen Berichten beträgt
die Masse des durch den jüngsten
Sturmwind geworfenen Holzes in den
Staatsforsten mehr als 700,000 Ku
bikmeter. „Padden-Müller", eines
der alten Berliner Originale, ist ge
starben. In der Hoppe'schen Ma
schinenfabrik kam der Monteur Feige
um's Leben. Der Gastwirth August
Gruse, der an der Einbildung labo
rirte, daß er von einem Brustübel er
griffen wäre, erhängte sich. Der 16
Jahre alte Schlosserlehrling Hermann
Werder beging Selbstmord, indem er
aus dem vierten Stock der Wohnung
seiner Pflegeeltern sprang. Das
Ehepaar Wettke aus Berlin, welches
seit längerer Zeit in Venedig wohnte,
hat dortselbst freiwillig feinem Leben
ein Ziel gesetzt. Für die im Jahre
1896 geplante GeWerbeausstellung ist
das Terrain der ehemaligen Charlot
tenburger Hindernißrennbahn in AuS
ficht genommen. Die Leiche des seit
längerer Zeit vermißten Kaufmanns
Moritz Seidel aus Messingwerk bei
Eberswalde ist im Finow-Kanal ge
funden worden. Die achtjährige
Marie Granzow rn Weißensee wurde
öon einem Stein, der vön einem Neu
bau siel, erschlagen.
o v i n z O s e u e n
Der Männergesangverein- „Lieder
freunde" in Königsberg hat das „Re
staurant du Passage" für 93,000 Mark
läuflich erworben,um daselbst ein Ver
einshaus einzurichten. Verschwun
den ist der frühere Kaufmann Otto G.
von Drengfurt, der sich im Hause sei
nes Bruders- aufhielt. Der Ber
schwundene litt öfters an Schwermuth,
und es wird deshalb angenommen, daß
er freiwillig in den Tod gegangen ist.
Die Leiche des Besitzers Arndt aus
Kahlwalde, der im verflossenen Octo
bF spurl'o5 ^crschwunden war, ist von
dem Gendarm Dießer aus Hermsdorf
gefunden worden. A. soll von seinem
eigenen Sohn ermordet worden sein.
—Der Besitzer Leikis aus Tabe stürzte
von einem Fuder Heu auf einen langen
spitzen Pfahl, der ihm in den Leib ein
drang, so daß Leikis thatsächlich auf
gespießt war und schon nach wenigen
Augenblicken starb.
o v i n z W e s e u e n
In dem Prozeß wegen Landfrie
densbruchs und Aufruhrs gelegentlich
einer Wählerversammlung für Putt
i a e r- a u a 1 2 u n i 1 8 9 3 i n
der Kolonie Pangritz verurteilte das
Schwurgericht zu Elbing den Ange
klagten Johann Werner, der Herrn v.
Puttkamer geschlagen hat, zu 4 Jah
ren Zuchthaus,Dombrowski zu 2 Jah
ren 9 Monaten, Ktoschinski zu 2 Iah
ren, Streichert zu 2 Jahren (TMona
ten, die übrigen Angeklagten zu 6 bis
9 Monaten Gefängniß. Der in der
Traubenstraße dortselbst wohnhafte
Bildhauer Splieth wurde, während er
auf dem St. Annenkirchhofe einer Be
gräbnißfeierlichkeit beiwohnte, am offe
nen Grabe vom Herzschlage getroffen.
Ueber das Vermögen des früheren
Käminereikassen-Rendanten Andree zu
Deutsch-Eylau ist auf Antrag der
Stadtverordneten deo Koniurs eröff
net wordm.
o v i n z o e n
In einem Gasthofe in der Heinrich»
strafte zu Stettin wurde der Musketier
Gierke vom 42. Infanterie-Regiment,
der fahnenflüchtig geworden war, er
griffen.—Von einem eigenartigen Un
fall wurde die 9. Kompagnie des Kö
nigs-Regiments betroffen, als sie wäh
lend eines furchtbaren Sturmes von
einer Felddienstübung in Kreckow zu
rückkehrte. Eine der Pappeln amWege
wurde vom Sturm umgebrochen und
fiel mitten in den Trupp hinein. Sie
traf den Unteroffizier Polzin auf den
Helm, der durch den furchtbarenSchlag
auseinanderbarst, einen Gemeinen, der
einen Beinbruch erlitt, und brachte noch
anderen Soldaten leichtere Verlegun
gen bei. Einem Tambour wurde die
Trommel zerbrochen. Abgebrannt
ist das Haus der verwittweten Bäcker
meister Hildebrandt, sowie das Wohn
gebäude fces Eigentümers Zietlow
auf der früheren Stranziegelei zu
Kolberg.
o v i i z S e s w i o
s e i n
A
In Flensburg ist der Kaufmann
^Markus Bucka, aus dem Hause Bucka
& Nissen, im 75. Lebensjahre gestor
ben. In politischer Hinsicht gehörte
er der sog. alten dänischen Partei an,
die ihrer Ueberzeugung treu blieb,
aber nicht agitatorisch in's Parteiwe
sen eingriff. Infolge des durch die
schlechte Verwaltung des früheren
Kassiers Stapelfeld herbeigeführten
Zusammenbruchs des Vvrfchußver
eins zu Natzeburg haben mehrere ehe
malige Vorstandsmitglieder, welche
zur Ersatzleistung derurtheilt worden
waren, jetzt dm Konkurs angemeldet.
I Das Deficit, das Anfangs 176,000
M^:k betrug, ist durch die vielen Ge
richtskosten und andere Verluste noch
bedeutend größer geworden. Der
Rabbiner Dr. Lemer aus London ist
zum Ober-Rabbiner der israelitischen
Gemeinde in Altona gewählt worden.
Kreispkwsikus Sanitätsrath Dr.
Schow in Neustadt beging sein 50jäh
ricv*s Doctorjubiläum. Bürgermei
ster Steinbrück in Itzehoe ist als sol«
r-~-4ßx, wiedergewählt worden.
o v i n z S e s i e n
Der Kaufmann Dex Von 'BreSTaü
hat sich in der Nähe von Waldenburg
erschossen. Die Leiche ist dann von
dem Besenbinder Brockuff und dessen
Wirtschafterin aus Altwasser sowohl
der Baarschast als auch der goldene
**iiS
1
:L\
W" /ix
•S-ivS Uli", -5/J. *t-w
Uhr. der Ringe und sonstiger Werth
fachen beraubt worden. Weißger
bermeister Gottwald in Goldberg sei
erte mit seiner Ehefrau das Fest der
goldenen Hochzeit. Durch den Pastor
prim. Schulz fand in der Stadtpfarr
kirche die feierliche Einsegnung des
noch rüstigen Jubelpaares statt.
Wegen Wechselfälschung, Verleitung'
zum Meineid und Unterschlagung
wurde der frühere Gerichtsvollzieher,
jetzige Viehhändler Tscheuschner zu
Rothwasser, von der Strafkammer in
Gagan zu 5 Jahren Zuchthaus verur
theilt. Der Knecht Albert Hähnel
in Preiland ist als muthmaßlichev
Brandstifter vethaftet worden. In
Nieder-Steinsdorf ist die Besitzung des
Stellenbesitzers Langner und in
Woitsdorf die Wirthschaft des Stellen
besitzet Großer vollständig nkUxgft*
brannt.
o v i O z o s e
In Wreschen brannten die großen
Getreidespreicher' von Moritz Kuttner,
M. Gans und A. Ponsch. so
wie des Letzteren Wohnhaus nie
der der Schaden ist sehr groß.
Der auf dem Ansiedelungsgute zu
Rynsk beschäftigte Wirthschaftsbeamte
Sarrazin wurde in seiner Wohnung
todt aufgesunden. Die Sektion der
Leiche ergab Erstickung durch Kohlen
dunst als Todesursache.— In Chaw
lodno ist die Leibgedingerin Czarna
lewska in dem hohen Alter von 103
Jahren gestorben. Sie war bis zu
ihrem Tode sehr rüstig. Ein Neffe
des Braumeisters Engelmclnn inJnow
rciclnw ist ertrunken. Der Barbier
Krüger in Margonin. der zugleich
Kommunal-Vollziehungsbeamter und
Agent einer Feuerversicherung war,
war unterMitnahme sämmtlicher Kon
trollbücher und Gelder verschwunden.
Als er wenige Tage später zurückkehrte,
wurde er festgenommen.
o v i n z S a s e n
Das Recht zum einjährig-freiwilli
gen Dienst ist dem Redakteur der so
cialdemokratischen „Volksstirnim",
Wendlandt in Magdeburg, aberkannt
worden, weil er als Redakteur des
Breslauer Parteiorgans zu 2 Jahren
Gefängniß verurtheilt worden war.
Er wurde sofort zu zweijähriger
Dienstzeit dem 66. Infanterieregiment
zugetheilt. Der Vahnarbeiter Fried
rich Bergmann brach bei einem Sturz
von der Rampe des Güterschuppens in
Quedlinburg iyts Genick. Wenige
Minuten später fand ihn ein Arbeits
genosse bereits als Leiche. Der Re
dakteur des Torgauer Kreisblattes,
Curt Jacob, hat infolge körperlicher
Leiden seinem Leben ein gewaltsames
Ziel gesetzt. Das Dors Glome wird
voraussichtlich bald vom Erdboden ver
schwinden. Wo es jetzt steht, wird sich
bald ein großer Militärübungsplatz
ausdehnen.
N
Der hannoversche Provinzial-Land
tag nahm die vielumstrittene Vorlage
zur Förderung des Kleinbahnbaues
an. In Lamspringe feierten die
Maurermeister Miihe'fchen Eheleute
im Kreise ihrer 27 Kinder und Enkel
kinder das Fest der goldenen Hochzeit.
In Münsteringen bei Stolzenau
erhängte sich, vermuthlich in einem An
fall von Geistesstörung, der 2$jahrige
Sohn des verstorbenen Gastwirths
Meyer. Die verstorbene Frau Geor
gine Jacobsohn in Stolzenau hat den
größten Theil ihres auf 100,000 Mark
geschätzten Vermögens testamentarisch
zu Legaten und Stiftungen bestimmt.
o v i n z W e s a e n
trte Kneipp-Anstalt in großem
Stil wird gegenwärtig auf dem Ter
rain der früheren Hubertusburg bei
Handorf eingerichtet. THs Gebäude
ist bereits bis zum dritten Stockwerk
gediehen und soll 70 Zimmer umfas
sen. Aufsehen erregt die Zahlungs
einstellung der Manufaktur- und Con
fektionssirrna Heinrich Wieferich zu
Münster. Uebernahme von großen
Verbindlichkeiten undBürgschaften aus
dem derzeitigen Unternehmen in Ham
burg, wofür die Firma jetzt Nachtrag
lieh noch in Anspruch genommen wird,
sollen die Ursache sein. Fräulein
Sophie A. Nordhoff von Bielefeld ist
an der Universitäts-Frauenklinik in
München als ÖQlontärarzt angenom
men. Sie studirte auf amerikanischen
Universitäten Medizin und bestand die
Examina mit Auszeichnung. Der
städtische Waisenhausvorsteher W.
Lueg in Dortmund hat sich erschossen.
Derselbe war ein Trunkenbold und seit
Kurzem suspendrrt^
e i n o v i n z
Der Metzger Weber, der wegen des
am 4. December 1891 an der Karyline
Schneider in Altenessen verübten Mor
des angeklagt war, ist von der Straf
kammer in Essen wegen Mangel an
Beweis freigesprochen worden. Auf
Zeche „Mathias Siinms" bei Carnap
wurde ein Bergmann durch Herabstür
zendes Gestein getödtet. Der seit
Fastnacht vermißte Privatlehrer Ober
heim von Kreuznach ist bei Bingen in
der Nahe als Leiche aufgefunden war
den. Es wird Selbstmord vermuthet.
In der Horn-Kaserne zu Trier er
schoß
rtcb
ein Sergeant des 29. Jnfan-
terie-Regimentes. Die Beweggründe
der That sind nicht in die Öffentlich
keit gedrungen. Der Kreisausschuß
Secretär Schmidt von Solingen ist
zum Bürgermeister von Burscheid ge
wählt worden. In Herzogenrath
feierte Bürgermeister Fuhrmann sein
vOiähriges Amtsjubiläum.
o v i n z e s s e n -N a s a u
Der Geheime Medicinalrath Dr.
Friedrich Bode in Bad-Nauheim fei
erte sein 60jähriges Doktchrjubiläum.
Der Musketier Dröser ist in Frank
fürt als Leiche aus dem Wasser gezo-
mord begangen. Von dort ist der
aus Oberhessen gebürtige Bureau-Ge
Hilfe Wilhelm Becker nach Verübung
von Unterschlagungen durchgebrannt.
In Villmar a. d. Lahn brannten
2 Wohnhäuser, 13 Scheunen, 9 Ställe
nieder. Viel Vieh ist umgekommen.
Rittmeister Forst von Wiesbaden,
ein bekannter Ichthyologe, ist in einer
Heilanstalt bei Hannover gestorben.
Der Ticfbauamt-Buchhalter Leber in
Frankfurt, der jüngst seiner Stellung
enthoben wurde, ist mit seiner Familie
geflohen. Er hat im Laufe seiner
zehnjährigen Amtsthätigkeit ca. 80,
000 Mark unterschlagen. Der Ar
beiter Tho. Täufer in Frankfurt Hat
sich erhängt.
i e e u s e s e n
e
Als des Mordes an dem Eisenbahn
Kassirer Hellmund verdächtig ist der
Kellner und Korbmacher Stephan aus
Lichtenfeld in Coburg eingeliefert wor
den. In der großen Vieweg'fchen
Papierfabrik Wenkhausen bei Braun
schweig flog ein Kessel in die Lust. Der
Heizer wurde in Stücke gerissen, ein
anderer Arbeiter schwer verletzt. Große
Verwüstungen wurden angerichtet.
Die Liborius'sche Weberei nebst den
Lohnwebereien von Fischer und Jubelt
in Greiz-sind niedergebrannt. Die
Freimaurerloge „Karl zur gekrönten
Säule" in Braunschweig feierte dieser
Tage ihr 150jähriges Bestehen. In
Hildburghausen starb der älteste Ein
wohner der Stadt, Privatier Jakob
Friedmann» im hohen Alter von 95
Jahren.
K ö y k e i S a s e
Als der Kriegsminister von bet
Planitz zu Dresden kürzlich einen
Spazierritt im Großen Garten unter
nahm, scheute das Pferd. Der Mini
ster zog sich bei dem Sturze vom
Pferde eine Verletzung am Kopfe zu.
In Leipzig stürzte sich die Frau
eines Malers mit ihren zwei Kindern
aus dem dritten Stockwerk eines Hau
fes in der Schenckendorffstraße. Die
Kinder blieben fofort todt, die Frau
wurde tödtlich verletzt. Die Gründè
zu dieser That waren Krankheit und
Furcht vor einer bevorstehenden Ope
ration. Der Bürgermeister Wagnet
in Radeberg ist wegen Unterschlagung
gen im Amte zu zwei Jahren Gesäng
niß verurtheilt worden. Der 72
Jahre alte Forst- und Feldaufseher
Vogt zu Ottenhain, der infolge des
Verlustes seines Sparkassenbuches
schon seit längerer Zeit an Schwer
mitth litt, hat sich erschossen. Der
57 Jahre alte Gutsbesitzer Gottlieb
Weise in Pfaffendorf wurde erhängt
aufgefunden. Erst am Tage zuvor
war ihm das Gut, welches bisher fei
net Ehefrau als Besitzerin gehört hatte,
gerichtlich zugeschrieben worden.
Ein hartes Schicksal verfolgt die Fa
milie Führer in Neukirch. Während
der Vater vor reichlich einem Jahr in
seinem Hause mit verbrannte, wurde
die Mutter bei demselben Brande so
sehr verletzt, daß sie ebenfalls bald da
rauf im Krankenhause zu Bischofs
werda ihren Geist aufgab. Jetzt hat
sich der erwachsene Sohn, der seit jener
Zeit fchwermüthig geworden war, im
Walde zwischen Neukirch und Tröbi
gau erschossen. In den Gastiyirth
schafwn von Möckern hängt das Na
mensverzeichniß von nicht weniger als
116 Personen aus,die seit einem Jahre
keine Steuern entrichtet haben. Nach
den Bestimmungen des Ortsstatuts ist
diesen Restanten der Besuch der Re
staurants verboten. Die Wirthe, die
Speisen und Getränke an eine der im
Verzeichnis} genannten Personen ver
abreichen, können in Strafe genommen
werden.
o e z o u e s s e n
Der Lieutenant Otto -von Zangen
in Gießen ist den Verletzungen erlegen,
die er im verflossenen Herbst in Folge
eines Sturzes mit feinem Pferde erlit
ten hatte.,— Dortselbst starb der 60
Jahre alte Professor der Medicin Frie
drich Birnbaum. Vor 16 Jahren
wurde der Gemeindeförster Anthes
von Heusenstamm vermißt und nahezu
ein Jahr später dessen Leiche in stark
verwestem Zustande im Frankfurter
Walde in einem Dickicht gefunden. Es
wurde damals angenommen, daß .'er
durch Selbstmord geendet habe. In
einem Nachbarorte fmd jetzt zwei Män
ner verhaftet worden, von denen der
eine den anderen beschuldigt, damals
den Förster erschossen zu haben. In
Hochstätten hat sich der 74 Jahre alte
Schuhmacher Bauer in seinerHosraithe
erhängt. Nach langem schweren Lei
den starb in Darmstadt der Rechtsan
walt Dr. Neuling, Vorsitzender des
Kriegervereins Darmstadt und Präsi
dialmitglied des Kriegerverbandes
„Hafsia". Oberamtsrichter Störger
von Gernsheim wurde auf dem
Heimwege von Klein Rohrheim
voit einem Schlaganfalle betroffen
und war in wenigen Minuten todt.
Vom Schwurgericht zu Gießen
wurde die 45 Jahre alte Wittwe Boni
facia Bwhler von Oberfeld, die ihr
uneheliches Kind in den Kurweiher zu
Bad-Nauheim geworfen hatte, zum
Tode De rut theilt. Von den kürzlich
in Beienheim bei Friedberg unter der
Anklage des Meineids verhafteten 5
Frauen hat sich eine, die Ehefrau
Christine Thönges. im Gießener Pro
vincial-Arresthaus erhängt. ... .,
K ö n i e i a y
In München starb der Nachrichter
Josef Kißlinger er war feit 1880 in
diesem Amte und vollzog insgesammt
26 Hinrichtungen. In Perasdorf
(Niederbayern) starb kürzlich eine
Frau, die auf dem Sterbebette be
kannte, daß sie einen vor 20 Jahren
in dortiger Gegend spurlos verschwun
denen Händler ermordet und ihren er-
gen tooétru Der Mann hatte Selbst- |ften Mann nach vnd nach durch Ta
.^ i V A ?/,. JfV?
bak ebenfalls vergiftet habe. Ihren
zweiten Mann lockte sie in den Brun
nen, den sie mit Steinen überdeckte,
weshalb sie wegen Mordversuchs sei
nerzeit zu 8 Jahren Zuchthaus verur
theilt wurde. Die Zeichnungen für
den Garantiefonds der Landesausstel
lung zu Nürnberg betragen bis jetzt
1,186,120 Mark es sind hieran 1238
Zeichner betheiligt. Lindau und
Umgebung sind seit geraumer Zeit
von Diphtherie Erkrankungen theil
weise sehr schwerer Natur heimge
sucht. Auch bei -dem dort liegenden
Bataillon des 3. Infanterie Regi
ments kamen seit Januar mehrere Er
krankungen dieser Art vor, von denen
zwei Fälle tödtlich verliefen. Der
Sägenfeiler Merle ermordete den
Gastwirth Martin in Trauchgau.
Gendarm Burlefinger in Bergen,
der von zwei Strolchen ermordet fein
sollte, hat, wie die Untersuchung ergab,
sich selbst erschossen. Dem Gendar
merie-Stationskommandanten Hatt»
nciael in Teisnach wurde aus Rache
unter das Brennholz ein mit Pulver
geladenes Holzscheit praktizirt, welches
während des Kaffeekochens losging und
den Ofen, sowie das darauf befindliche
Geschirr zertrümmerte. Die Frau
Hartnagel, welche am Ofen stand, kam
mit dem Schrecken davon. Von dem
Thäter hat man keine Spur. Bei
einem großen Brande in Moor
fach rettete Oekonom Kaspar Doll mit
eigener Lebensgefahr die 3 l-2jährige
Tochter des Oekonomie-Verwalters
Anton Luckner und 500 Mark Baar
aeld aus einem brennenden Haufe.
n Kaisheim erschoß sich auf feinem
Posten der Soldat Gleixner der 3.
Compagnie des 15. Inf.-Reg. aus
Furcht 'vorStrafe dafür, daß er Sträf
lingen Schnupftabak verschafft hatte.
K ö n i e i W e e
Der Bürgerausschütz von Stuttgart
hat seine Zustimmung zum elektrischen
Betrieb der Straßenbahnen gegeben.
Im Tietz'schen Geschäft im Hotel
Tertor dortselbst fand eine Gaserplo
sion statt, durch welche zwei Angestellte
des Geschäfts leicht verletzt, diverse
Waaren vernichtet und alle Geschäfts
fünfter eingedrückt wurden. Corn
merzienrath Ferdinand Gröber in
Neufra, der Begründer der einen Welt
rul genießenden Firm«, ist nach kurzer
Krankheit gestorben. Wegen des
Mordes bei Neckarrems ergeht jetzt ein
Steckbrief gegen Gottlob Vöfter, Zieg
ler und Taglöhner von Waiblingen,
der dringend verdächtig ist. am 26.
Dez-mber v. Is. den Albert Ramsel.
Drahtzieher von Triberg, bei Neckar
rems ermordet und beraubt zu haben.
Der 58jährige Bauer Christian
Manz in Apfelstetten half einem Nach
barn beim Abgraben eines Bauplatzes,
als sich in der Höhe Erde ablöste und
ihn mit solcher Wucht an einen nahe
stehenden Wagen hinwarf, daß et einen
Rippenbruch und einen Lungenriß er
litt und nach zwei Stunden sein Leben
aushauchte. Die eine halbe Stunde
von Biberach entfernte, zur Stadtge
meinde gehörige Mühle im Wolfenthal
mit Nebengebäuden wurde ein Raub
der Flammen.—Der 94jährige Fried
rich Nauschnabel in Eßlingen ist ge
storben. Bis in sein hohes Alter rü
stig und gesund, konnte er noch im
letzten' Jahre die Arbeiten in seinem
Weinberge und auf dem Felde besor
gen. Gasthaus und Brauerei zum
Adler in Langenargen wurden total
ein Raub der Flammen. In Deg
aenhausen sind die Scheuern des Zieg
lers Maier und des Oekonoinen Spähn
niedergebrannt.
o e z o u a e n
An Stelle des Kapellmeisters Frank,
der aus dem Verbände des Hoftheaters
zu Karlsruhe ausscheidet, ist Herr
Gorier vom Hoforchester in Stuttgart
engagirt worden. In Karlsruhe
findet das nächstjährige badische Sän
gerbundesfest statt. Die 23jährige
Frau des Landwirths I. Baier trank
in selbstmörderischer Absicht Karbol
saure und gab bald darauf den Geist
auf. Die Leiche des Mannheimer
Bankiers Ludwig Nabenheim ist bei
Biblis aus dem Rhein gezogen worden.
Die Bürstensabrik von A. Schuh
machet: in Offenburg ist vollständig
abgebrannt. Innerhalb vier Tagen
brannten in Tauberbischofsheim vier
Scheunen ab. In Wolfach ist
die Kleinkinderschule abgebrannt.
Brandstiftung ist anzunehmen. Das
Gebäude wurde seit dem Rathhaus
brand theilweise auch für Zwecke der
Volks- und Gewerbeschule benützt.
Die Frau des Glasers Franz Gallen
schütz in Aach vergiftete sich mit Kar
bolsäure. Aus bis jetzt noch unbe
kannten Gründen erhängte sich Zoll
verwalter Haas in Erzingen. In
ber badischen Pergamentpapierfabrik
zu Ettlingen würbe der 18jährige Otto
Weinganz von einer Transmission er
saßt und auf der Stelle getöttet.\—
Dortselbst hat sich der 42jährige Karl
Loti erhängt. Vor einigen Tagen
feierten der Landwirth David Waffen
schmidt und feine Ehefrau, geb.Selzer.
zu 5iüil,ba3 Fest der Hoch
zeit.
Hein Pfalz«
Vor einigen Tagen stürzte Mühlen«
bescher Feldncr sen. in Speier rück
lmgs aus dem oberen Stockwerk den
Fahrstuhlschacht hinab und zog sich da
bei schwere Verletzungen am Kopse zu.
denen er erlegen ist. Er war 30Jahre
lang Stadtrath und Presbyter in
Speier. In Niederauerbach ist der
Bürgermeister Jakob Scha«k im Alter
von fast 74 Jahren gestoroen, Der
Verstorbene hatte, wi? man zu sagen
pflezt, „von der Pike" auf gedient.
Vom einfachen Gerbertagner brachte tt'
es nicht nur zum vermögendsten,
dem auch zu einem der geartetster,
jeirn* Gemein^. Me be­
deutende Weinfirma Ludwig Feiß in
Mußbach.welche hauptsächlich den Im
port italienischer Weine betrieb, hat
ihre Zahlungen eingestellt. Die Pas
siva betragen über eine halbe Million
Mark. Steinbruch-Aufseher Gauch
in Ebertsheim hat Selbstmord began
gen. In der Presbytersitzung wurde
Inspector Paul von Nünschweiler ein
stimmig zum Pfarrer von Colgenstein
gewählt. In Leinsweiler beabsich
tigt man einen Spar- und Darlehns
kassen-Verein zu gründen.
E s a -L o i n e n
Der Landes Ausschuß" genehmigte
den Bau einer festen Rheinbrücke zwi
sehen Strasburg und Kehl, welche ei
nen Kostenaufwand von 1,760,000 M.
fordert, unter der Bedingung, daß die
Interessenten einen Beitrag von 500.
000 Mark leisten und Baden die Hälfte
des Nestes trägt. —Das Armenbureau
von Kolmsr nimmt behufs Erstellung
von Arbeiter-Wohnungen eine 3 1-2
proc. Anleihe von 200,000 Mark auf.
Es soll mit dem Bau der Wohnhäuser
energisch vorgegangen werden. Der
Fabrikbesitzer Gustav Antuszewicz von
Mühlhausen wurde auf einerGeschästs
reise in Frankreich in der Nähe von
Troyes im Eisenbahncoupe ermordet,
beraubt und hinausgeworfen. Der
Thäter ist noch unentdeckt. Der
beim Train-Bataillon in Forbach die
nende Soldat Hegemann von Uecken
dorf, der desertirt war und bereits
steckbrieflich verfolgt wurde, ist in ei
nem Walde erhängt aufgefunden wor
den. Eus Eifersucht feuerte der
Schauspieler Bruno Blafchke in Wei
ßenburg auf die Schauspielerin Eberle
und richtete dann den Revolver gegen
sich selbst beide wurden schwer ver
wundet.
e ck e« v u g.
Ludwig Graf v. Bothmer. Grund
Herr von Klütz. ist an einer Herzkrank
heit im 59. Lebensjahre gestorben. Er
war Vorsitzender des deutschen Adels
tages. Präsident des deutschen Jagd
schutzveteins und Besitzer einet Majo
ratsgrafschaft von mehr als 70 Qua
drat-Kilometer, die 24 Ortschaften
umfaßt. Friedland, die älteste
Stadt im Lande Stargard. beging
den Tag ihres 650jährigen Bestehens.
Sie wurde 1244 von den beidenMark
grafen von Brandenburg, Johann dem
Ersten und Otto dem Dritten, ge
gründet und diente früher alsGrenz
ftstung gegen Pommern ihr ur
sprünglicher Name war Vredeland.—
In der Wassermühle zu Rehna ge
rieth der Müller Haß beim Abnehmen
eines Riemens von der Welle in das
Räderwerk und wurde so schwer ver
letzt, daß er bald darauf im Kranken
hause starb. In dem Dorfe Laerz
wurden durch eine größere Feuers
btunst vier Gehöfte eingeäschert.
Infolge einer Blutvergiftung durch
Karbol ist der jüngste Sohn des
Schuhmachermeisters A. Stein zu
Ludwigslust gestorben. DasDieNst
mädchen wurde verhaftet. Die Ge
bäude des Fuhrmanns Ott in der
Bergstraße dortselbst sind ein Raub
der Flammen geworden.
e i e S e
Auf dem im Hamburger Hasen lie
genden holländischenDampfer „Hunze"
platzte dasDampfkesselrohr und wurde
ßapitän Heitsemann bei der Explosion
getödtet. Auf dem Dampfer
„Frigga" der Kingsinlinie ist ebenfalls
das Dampfkesselrohr geplatzt. Der
chinesische Oberheizet Ahpan wurde
getödtet. Der Chef der Metallfabrik
George Dittmann & Co. in Billwät
der, George Dittmann. ein gebotener
Kieler, früher lange Jahre in Flens
bürg wohnhaft, ist im Alter von 80
Jahren gestorben. Im 68. Lebens
jahre starb in Bremen der Oberpredi
ger an der St. Stephanikirche, Her
mann Henrici. Bürgermeister Dr.
Kulenkamp in Lübeck beging kürzlich
die Feier der 25. Wiederkehr des Ta
ges. an dem er zum Senator erwählt
wurde.
S w e i z
Dfe- Gtadtitlusik „ConcoMa" in
Zürich hat zu ihrem 30jährigen Jubi
läum alle größeren Musikgesell^chaften
der Schweiz eingeladen. Bis jTtzt sind
angemeldet 26 Vereine mit 700 Musi
kern. Das eidgenössische Turnfest
im Jahr 1897 soll in Zürich stattfin
den. Der Turnverein „Alte Sektion
Zürich" hat beschlossen, mit den andern
Turnvereinen Zürichs in Verbindung
zu treten, um sie zu bewegen, gemein
sam sich zur Uebernahme des genann
ten Festes bereit zu erklären. In der
Gießerei von Gebr. Sulzer in Winter
thur kippte ein Kessel mit 70 Centner
flüssigem Eisen um, der Gießet erlitt
schwere Brandwunden. Letzthin ver
unglückte in Höningen bei Bern ein
Bend. Schmid, Handlanger, beim
Sandsteinabladen, indem ein an den
Wagen gelehnter Stein beim Weiter
schaffen zurückfiel und dem Unglück
lichen Manne den Kopf einklemmte, so
daß der Tod augenblicklich eintrat.
Kürzlich brannte das dem Hrn. Rud.
Gilgen, Landwirth und Steinhauer in
der Tannholzweid bei Neuenegg ange
hörende Wohnhaus bis auf den
Grund nieder. Im Belpbergwald
fanden letzthin Kinder den Leichnam
eines Johann Neuerfchwander von
Eggiwyl, eines in dortiger Gegend be
kannten Besenbinders, der ohne be
stimmten Aufenthalt war. Der Kör
per war von Thieren schon arg zuge
richtet. Der Mann scheint dort erfrag
ren zu sein. Die am Säntis verun
glückten Knechte Döring und Mauset
sind am Meßmec aufgefunden worden.
Der unlängst in Baden verstorbene
/Zahnarzt Stohler hat nicht nur seine
Liegenschaft dem Spital Baden, son
dern auch den größern Theil seines
Kopitalvermögens humcmitcirenAnstal
'fcv- s
j, i ^v.'1
hat die Feier feines 75jährigen Beste-
O e s e e i U n a n V o n e a u s n e u e s e
®et Wim« tixmeetif* «tngwtei»
aus eine nur in Australien zu findende
hens gefeiert. Dortselbst beging die Einrichtung: die -Awarze Pollze,^
31 Jahre alte Hauseigenthümerin („Natwe-Police ). Sie besteht
mühle in Traiskirchen wurde sammt ihre
in Bremen zu einer vielbesprochenen
Affaire geführt. Die Tochter eines ho
hen Telegraphenbeamten hatte vor
etwa zwei Jahren anonyme Briefe
häßlichen Inhalts erhalten,die den Ba
tcr veranlaßten, mit einem Gymnasial
lehret, dem Vorsteher eines Vereins, zu
dem die Familien Beider gehörten und
auf den sich der Inhalt der Briefe be
zog, die Angelegenheit zu besprechen.
Der Lehret stellte die Sache als uner
heblich hin und hielt sie für abgethan.
Der Beamte aber sprach später Ande
ren gegenüber seine Vermuthungen
Über die Urheberin der Briefe aus und
bald wurde die Tochter des Lehrers als
solche von Dritten bezeichnet. Später
bekam die Tochter des Beamten von
derselben Hand geschriebene neue ano
nyme Briefe und der Vater benachrich
tigte bie Polizei, von der die Lehrer
tochter citirt wurde. Der Lehrer,
Hauptmann der Landwehr, sah seine
Familienehre angegriffen er sandte
einen anderen Lehrer, einen Premier
lieutenant der Landwehr, zu dem Be
amten und ließ diesen auf Pistolen for
dern. Der Beamte lehnte aber ab und
machte der Staatsanwaltschaft An
zeige. Der erste Lehrer wird nun vor
das Militärgericht gestellt werden.
Der Kartellträger aber wurde von ber
Strafkammer bes Landgerichts zu
einer Woche Festungshaft tierartheilt.
Die Strafe fiel so milde aus. weil der
Angeklagte als Offizier und nach der
ganzen Art der Verhältnisse, in die
fein Freund gerathen war, nicht anders
habe handeln können. Der Angeklagte
meinte, wenn er nicht so wie geschehen
gehandelt hätte, würde et vor den Eh
renrath gefordert worden sein. Det
Vertheidiger wollte aus sicherer Quelle
gehört haben, daß auch der Ehrenrath
das Verfahren des Fordernden aner
kannt habe. Die Tochter des Lehrers
hatte die Briefe in der That nicht ge
schrieben.
den Hannoverschen in den Schatten zu
stellen geeignet, ist in Berlin seit län
gerer Zeit im Entstehen begriffen.
Den Anstoß dazu hat ein Verfahren
gegeben, das gegen den Bankier, Rent
net und Hausbesitzer Treuhetz aus
dem Norden Berlins schwebt, der aus
Rußland eingewandert ist und
mit mehreren Agenten sein Geschäft
betreibt. Die Geschädigten setzen sich
aus hochgestellten Persönlichkeiten ver
schiedener Art zusammen, zu denen
auch ein Prinz H. gehört, der früher
bei den Pasewalker Kürassieren stand.
Als Geldmänner, bezw. Vermittler
werden eine ganze Reihe von Leuten
genannt, die zum Theil in Charlotten
bürg, zum Theil in Berlin wohnen.
Dahin gehören ein Privatmann B.,
ein Dr. jur. W., ein Herr Sp. aus
der Gitschinerstraße, ein Herr B. aus
der Prinzenstraße u. a. m. Es handelt
sich in einzelnen Fällen um Summen
von 60,000 bis nahezu 100,000 M.,
die aus Darlehen von nur einigen tau
send Mark entstanden sind. In Be-
zug auf den Prinzen kommen drei
nen wird, läßt sich noch garnicht ab-
Der Eingebogenen, die unter der LeitunK
inst- weißer Inspector-» stehen mb jjege*
schwarzen
den Scheunen und Stallungen ein lich nicht desselben Stamme
Raub der Flammen. Der Schaden ist det werden. Die emzelwohnendew
Die 24jährige Lehrersqattin Farmer, deren nächste Nachbarn
l". fei—f.,: 20, 30 Meilen entfernt wohnen, be^
flroß
Eleonore Vieler in Ebenfurth bei Neu
stadt hat sich durch einen Revolverfchuß dürfen gegen die Schwarzen die g..
entleibt. Das Motiv der That ist un- schworenen
Brüder, selbstversta
Feinde aller
aufgeklärt. In Brünn hat sich die zum Theil^noch Mensch^nsttsse^veG
48jährige Sprachlehrers Antonie Ce
resole aus Turin wegen eines unheil- iu. ..... t—».
baren Lungenleidens erschossen.—Der Erfahrungen, denn bte
Produktenhändler Leo Farchy in Sze
gebin wurde in feiner Wohnung über- -:v
fallen unb ermorbet. Die Thäter des Maß. Bor nicht langer Zeit
raubten bie Wohnung aus. Die Gen- die Regierung von ®:cr® „au
barmerie hat vier verdächtige Jnhivi
duen verhaftet. In Alland bei
Maierling ist der Sand- und Holz
Händler Johann Mayer ermord-t wor
den. Der 26jährige Mediziner
Würtenberger in Innsbruck wollte
einen abgerissenen Telephondraht, der
oben mit den Leitungsdrähten des
Elektricitätswerkes in Contakt stand,
vom Wege, wo derselbe herabhing,ent
fernen und wurde vom Strome sofort
getödtet. Als der zwischen Salz
bürg und Wien verkehrende Personen
zug neulich in die Stadt Wèls einlief,
feuerte der kaum 20jährige Handels
akademiker in Linz Johann Wagmei
ster (Sühn des Bürgermeisters von
Amstetten) einen Revolverschuß gegen
seine Brust ab. Das Projektil drang
dem jugendlichen Selbstmörder in die
Lunge. In Dolnawies, einem Be
sitzthum' bes Fürsten Lubomitski,
äscherte ein Brand alle Wirthschasts
gebäude und 15 Gehöfte ein. Ein Kind
kam in den Flammen um und mehrere
Personen erlitten schwere Brandwun
den. Ferner gingen .77 Stück Bieh
und 4 Pferde in hen Flammen zu
Grunde.
^eitzen un»
schwarz- ttë btruchtigkn D°ra-
Dora-Stammes
in ihren Polizeidiens».
genommen ihrem besondern Schutz#''
waren die Ansiedler in der Nahe de^
weitenSümpfe undScrubs von
anvertraut. Aber man hatte den Boc|*
zum Gärtner gefetzt. Mehrere Far^
rner wurden von den beiden Polizistei^.
Überfallen, ausgeraubt und getödtet
unter den Opfern befand sich auch eitfc
Deutscher. Als die Regierung
nach längerer Zeit Kenntniß vort»
dem Treiben der „Hütet ihrer Gesetze
bekam, wurde eine eifrige Jagd auf bie''
Missethäter eröffnet. Einer dersel
ben, Willie, wurde in dtt Nähe deS,
„Ausstellungsgrundes" von einen!
Schutzmann gefangen et erklärte, fei%/
nenGenossen Jackey im Bingera-ScruK.
verloren zu haben, zu einem Gestand*,
nisse über den Verbleib seines Pferdeâ
und seiner Waffen war er nicht zu be
wegen nach summarischem Verfah
ren wurde er aufgeknüpft. Nun nahm
jener, „der schneidigste Polizist Victo»
rias", in Gesellschaft seines Bruders
die Verfolgung Jackeys mit neuem Ei
fer auf wiederholte Mordthaten leite
ten auf feine Spur und vor einigen
Tagen gelang es, den schwarzen Teu-/
fei in der Nähe von Seaforth. 25 Mei^
len von Mackay entfernt, zu üVerrau
schen. Um ganz sicher zu gehen, wur*.
den dem Gefangenen nicht nur Hand-,
schellen angelegt, sondern auch noch ein
Strick um den Hals gebunden und
dann an den Sattel befestigt (alle
Schutzleute sind beritten). BeiBarrys
Greek wurde Halt gemacht, man er-
täubte Jackey. vom Pferde zu steigen/
da er aus dem Bache trinken wollte.
Plötzlich riß er einen der Schutzleute
vorn Pferde,sprang,gefesselt wie er war.
über den Bach und verschwand im dich-,
ten Mallee-Scrub. Eine wilde Jagd''
begann, aber bis zur Stunde ist es
noch nicht gelungen, den verwegenen
Räuber wieder einzusaugen.
e i e k o e e y p
tischen Ausgrabungen, Herrn von
Morgan, ist es gelungen, den lange ge
suchten Eingang zu der größten Ziegel
pyramide von Dahschur zti entdecken.
Auf dem Grunde eines tiefen Brun
nens wurde ein über 200 Fuß langer
Gang gefunden, der in die Pyramide
führt und zu dessen Seiten 13 Grab
kammern angebracht waren. In einet
derselben sie gehört einem Prinzen
oder einer Prinzessin aus der nächsten
Verwandtschaft des betreffenden Pha
iflo fand man in einem Verstecke
einen äußerst wohlerhaltenen Gold
schatz. Derselbe stammt aus der zwölf
ten Dynastie. Die Gegenstände sie
sind sämmtlich von massivem Gold und
zum großen Theile mit Edelsteinen
verziert tragen theils den Namen
des Pharao Ufcriefen des Zweiten,
theils den von Usertesen des Dritten.
Beide Pharaonen gehören der zwölften
Dynastie an, welche um das Jahr
2500 v. Chr. in Egypten herrschte.
Unter den gefundenen Gegenständen
befinden sich: ein ausgezeichnet erhal-/
tcrteâ Brustschild von prachtvoller Ar
bett, die Zeichnungen auf demselben
bestehen aus Türkisen und Lapisla
zitli auf der Rückseite sind dieselben
Zeichnungen und dieselben Ausschnitt»
düngen, jedoch aus eifelirtem Gold.
Das Stück ist eines der prachtvollsten
Gegenstände, welche uns von der alt
egyptisch-n Kunst überliefert sind. Es
wurde ferner eine Menge Armbänder,
einschaliget und zweischaliger Mu
fthdn, Skarabäen,Ohrgehänge, Tiger
klauen. Perlen u. f. w. gefunden. Die
Skarabäen bestehen zum Theile aus
massivem Golde, zum Theile ausEdel
steinen, wie Amethyst, Türkisen, Sma
raad u. f. w. Amethystperlen sind in
einer Anzahl von mehreren hundert ge
sunden worden. Man hofft, in Kur
zem den Eingang zur Königskammer
freigelegt zu haben und erwartet, als
dann noch weitere, wenn möglich noch
kostbarere Funde zu machen.
I n e i n e A u a i u
hat man sich lange Jahre hindurch,
alle erdenkliche Mühe gegeben, den He,
ring lebend zu beschaffen und den Be
suchern vorzuführen. Viele Versuche
mißglückten, und es galt als ein uner
reichtet Kunststück, den äußerst em
kindlichen Fisch aus dem Meere le
bend in die Bassins der genannten An
stall- zu bringen. Jetzt ist es jedoch
|1U11 gu
Geldgeber in Betracht. Tr. hat die cn der Hand der gewonnenen Ersah-
Diskontitung der Wechsel vorgenom- tungen gelungen, die Ausgabe zu lösen,
men, die dann bei einet Berliner Bank und eine Zahl lebendet Heringe tum
untergebracht wurden. Die Opfer sind melt sich vor den Augen der Berliner.
aber nicht blos in hohen Gesellschafts- Da man weiß, daß der Hering sehr -1
kreisen zu suchen auch der Mittelstand leicht die Schuppen verliert und dann
ist in Mitleidenschaft gezogen worden, dem Tode verfällt, fo hat man eben
Die in einzelnen Wohnungen vorge- beim Fang und Befördern des Fisches
nommenen criminalpolizeilichen Durch- ganz besondere Vorsichtsmaßregeln an»*^
suchungen haben ein sehr umfangtei- zuwenden, um eine Beschädigung beä"^
Hes Material an Wechseln und Brief- Schuppenkleides zu verhindern. Au
[chasten zum Vorschein gebracht, die ßerdem müssen die Fische, nachdem sic"v
Der Angelegenheit eine immer größere aus der Ostsee hier angelangt sind, vor
Ausdehnung geben. Wenn ein neues ihrer Einsetzung in das für sie be-"»
packet beschlagnahmter Papiere Kesich- stimmte Becken an den stärkern
let wird, so ergeben sich jedesmal geholt des künstlichen Seewassers ge»
neue Opfer und neue Wucherer, wohnt und zu diesem Zweck zunächst
Wann die Sache zum Austrage kom- in ein Vorbassiâ, dessen Salzgehalt
-i-i allmalig erhöht wird, gebracht wer-
Hen.
,.^0
A
1
Salz*~V
St

o v i n z a n n o v e
a s u e u n w e s e n a
E i n W u e e o e e

xml | txt