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Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, May 09, 1894, Image 2

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«efchicht- Handschtths«
Der englische Gelehrte Dawkms hat
Bus einem vorgeschichtlichen Höhlen
Knochen eine Zeichnung entdeckt, die er
«ls das Abbild eines auZ Thierhaut
«ngefertigten Handschuhs ansteht, und
(sonach wäre der Handschuh den Men
Jchen schon etwa 200,000 Jahre vor der
christlichen Zeitrechnung vertraut gewe
sen. Das. werden Viele nicht glauben
zvollen, aber uralt ist der Handschuh
Mus jeden Fall. Auf den Denkmälern
jber Pharaonen sind unter den Gaben,
elche die unterworfenen Völker dar
ringen, auch Handschuhe dargestellt,
Ken langen „Schweden" ähnlich wie sie
«unsere Damenwelt trägt. Auch beim
Water Homer finden wir den Hand
schuh, dessen sich der alte Laertes bei
jber Gartenarbeit 'bediente, (Odyssee 24,
5230), und wenn damit wohl nur der
.derbe Fausthandschuh gemeint ist, so
jfctnnten doch die alten Griechen auch
tie Daktylethra, den Fingerhandschuh,
praktische Verwendung fand er m^ben
Zeiten, die den Gebrauch des Löffels
«nd der Gabel noch nicht kannten. 6:i
denMahlzeiten, denn mit der beschuh
jten Hand konnte man auch heiße Spei
sen ohne Gefahr berühren. Wenn also
^heute in Kreisen, die vor lauter Vor
vehmbeit gar nicht wissen, was sie zur
Rlnterscheidung vom gemeinen Volke
Mngeben sollen, mit Handschuhen geta
felt wird, so ist das im Grunde nichts,
«ls ein Rückfall in die Barbarei, in die
Worzeit von Löffel und Gabel. Um das
feflhr 1000 unserer Zeitrechnung tritt
jSit deutschen Landen der seidene Hand
|chuh mit dem ledernen in Wettbewerb,
mnd zwar war er das Abzeichen der
Dürsten und kirchlichen Würdenträger.
Stoib ward auch die Überreichung des
Handschuhes das 'Symbol der Beleh-
andererseits das trotzige Hin
chleudern vor die Füße des Gegners
i)üs Zeichen der Absage, der Fehdean
ündigung. Die Handschuhe der Edel
men wurden mit Stickereien und Ju
chvelen verziert, mit wohlriechenden Pul
ibern besträut, so daß bei einem Hand
tzuß auch die Nase ihre Labung erhielt,
freilich soll durch die parsümirte Hülle
«uch manche Unthat begangen sein, bei
spielsweise heißt es,Katharina von Me
Dici habe in dieser Weise die Mutter
^Heinrichs des Vierten, Johanna von
Mavarra,
vergiftet. Damit kommen wir
Muf das Gebiet der Handschuh-Anekdo
iten, deren Zahl Legion ist. Graf Essex
trug beständig an seinem Barett einen
Handschuh der Königin Elisabeth,den
ibiese freilich einesTages, von dem Ver
rath ihres Günstlings überzeugt, her
«briß, um ihm damit die Weltgeschichte
iche Ohrfeige zu versetzen. Auch andern
roßen Pflegte sie als Zeichen gnädiger
tHuld einen 'Handschuh zu schenken,
^welchen die Kavaliere dann mit Edel
steinen verzieren ließen und mt dm Hut
steckten. Eines Tages suchte sie den gro
ßen Shakespeare zu verblüffen, indem
sie ihm, der gerade eine Königsrolle
spielte, einen Handschuh vor die Füße
jüxtrf. Wohl stutzte er einen Augenblick.
Hob aber dann den Handschuh auf und
überreichte ihn ehrerbietig der Königin,
jtndem er sagte: „Obwohl Wir so hohe
Würde bekleiden, bücken Wir Uns doch,
Unserer Base Handschuh aufzuheben."
'lönigm Christine von Schweden, die
'.ochter Gustav Adolfs, war eine so
schwärmerische Verehrerin von Cor
Beiße, daß sie ihren Handschuh, toel
«hen der berühmte Dramatiker geküßt
Hatte, einrahmen ließ und dies Kleinod
mit der Unterschrift versah: „Diesen
Handschuh hat der große Dichter des
Cid geküßt." Aehnlich handelte Ma
Imme du Titre, trotz ihres französischen
Mamens eine Urbvrlinierin, die volks
Ghümlichste Figur der Vormärz lichen
Tage. Sie stand auf gutem Fuße mit
Kriedrrch Wilhelm dem Dritten, der sie
Suf seinen Spaziergängen gern anre
dete und seine Freude an ihrer unge
schminkten. Redeweise, ihrem urwüchsi
gen Humor hatte. Einmal war sie
fängere Zeit krank gewesen. Als der
IRÖntg sie wiebersah, reichte er ihr
freundlich die Rechte. Ganz wie die
gekrönte Schwedin ließ sie den Hand
schuh, welcher den königlichen Druck er
halten hatte, einrahmen. Darunter
schrieb sie die klassischen Worte? »Mein
König hat mir drangefaßt."
E i n Schwerenöther.
»Warten Sie nur, Herr Lieutnant! Sie
Böser junger Mann! Haben neulich
«nserer Frieda heimlich ein großes
Marzipanherz verehrt sie hat das
Wanze mit ememmale aufgegessen. Da
mms wurde ihr schrecklich unwohl.
Rachher stellte ftch heraus, das Herz
Ovar..." „Gebrochen» gebrochen,
'Natürlich, meine Gnädigste!"
Varirt. Gutsherr (Besitzer
«tner Schnapsbrennerei) mit vemOrts
Gsarrer spazieren gehend, deutet auf ei
«en Bauer, der total betrunken auf der
Wtraße taumelt: „Sieh da, Hochwür
Den. ein Lamm aus Ihrer Herde..."
Pfarrer (auf die Brennerei hinwei
send): „Leider be: Ihnen zur Tränke
Aewesen, Herr-Baron!"
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Vice-Versa. Einer jungen
Amerikanerin wurde das Arsenal in
Woolwich gezeigt de? herumführende
Unteroffizier bemerkte ihr bei einigen
Kanonen: „Das sind die Geschütze,
fcie wir euren Landsleuten bei der Er
ftiirmunfl von Bunkerhill abgenommen
Haben." „Ja, ich sehe," antwortete
sie, „ihr habt die Kanonen, aber den
haben meines Wissens vir."
Mama: „Du kleiner Schmutzfink, wie
Hiebst Du au&l Schau Dich einmal im
4&9foitef au! Ueber und über be
sogar das Gesicht voll Tinten
ifmc!* Junge (wichtig): „Ja, wir
auch heute Schönschreiben
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Unter uttS Araue«
Irdrr tonn fflntm Geschlechte Unrecht
I ch» oft ytUgifrL
eitles
SStr Frauen hegen alle stets das
größte Interesse für unsere Mitschwe
stern, und zwar nicht allein für unsere
nächsten lieben Nachbarinnen, Freun
binnen und Rivalinnen, sondern sind
auch eifrigst bemüht, die Frauenwelt
anderer Nationen möglichst genau ken
nen zu lernen. Trotz dieses redlichen
Bemühens, an dessen Aufrichtigkeit
wir vorerst nicht zweifeln wollen, trotz
des ausgebildeten gegenseitigen Spio
nagesystems haben die Frauen von
einander manchmal die sonderbarsten
Begriffe, und die allerabsurdesten An
sichten herrschen gegenseitig unter kit
Mitgliedern verschiedener Nationali
täten
Worin die Ursache für chiese vielfa
chen Mißverständnisse zu suchen ist,
läßt sich nicht mit Bestimmtheit ange
ben. Vielleicht finden sie ihre Be
gründung darin, daß die meisten
Renschen geneigt sind, oberflächlich
zu urtheilen, daß Männer sowohl wie
Frauen, namentlich aber Letztere, sehr
gerne generalisiren, ihren Rückschluß
von einem einzelnen Falle aus alle
anderen ziehen und schließlich wohl
deshalb,weil sämmtliche weibliche We
sen, wie der Philosoph Hartmann be
hauptet, keines objektiven Urtheils sä
hig sind, sondern bei ihnen stets jeder
sachliche Streit und jede solche Ange
legenheit in eine persönliche übergeht.
Hat die Amerikanerin Gelegenheit
gehabt, bei einem, flüchtigen Aufent
halt in Paris einem oder gar mehreren
frivolem, cogUietten, gefallsüchtigen
Persönchjen zu begegnen, deren Gesicht
geschminkt, deren Haare in der bei den
Seine-»Stadt-Koketten so beliebten
goldbraunen künstlichen Nuance ge
färbt ist, derenKleidung und die ganze
Art des Auftretens die Männerjäge
rin verräth, dann wird sich die rasch
reisende und urtheilende Lady nicht
erst die Mühe geben, noch andere
Frauen der großen französischen Re
publik kennen lernen zu wollen, son
dern es steht bei ihr fest, daß dieFran
zösinnen sich alle schminken, die Haare
färben, und solch' eigenthümlich lose,
um nicht zu sagen unmoralische An
sichten vom Leben haben, daß sie per
sönlich ihnen keinFünkchen Sympathie
mehr entgegenbringen kann und mag,
kurz, daß sämmtliche Französinnen
für sie ein für allemal unter die Buch
staben N. G., „no good" rangiren.
Daß es in Frankreich sowohl in aber
namentlich außerhalb der Grenzen der
verführerischen Metropole einen Bür
gerstand giebt, dessen Frauen als
Mütter, als sorgsame Erzieherinnen
ihrer Töchter mustergültig, dastehen,
daß in keinem Lande der Welt so we
nig „Gouvernanten" angestellt und
nirgends so wenige Mädchen zur
Schule geschickt werden, weil die Müt
ter selbst die Erzieherinnen und Leh
rerinnen ihrer Töchter sind, das wird
die Amerikanerin weder erfahren noch
glauben. Und kommt es auf eine De
batte an, da muß das oft benutzte Ar
gument herhalten, die Literatur eines
Volkes sei zweifellos der beste Grad
messer feiner Moralität, und da wird
die Amerikanerin natürlich nur all' die
Ehebruchsromane und Dramen ken
nen, und die vielen pikantenLiteratur
erzeugnisse, welche treulose Ehemänner
und schlechte Frauen schildern, und je
zweifelhafter die Moral ist, welche sie
enthalten, desto mehr werden sie,wenn
auch mit angeblichem Abscheu gelesen.
Von den sinnigen Briefen der Mada
me de Sevigne an ihre Tochter, den
reizenden kleinen Büchern, in welchen
Madame AlphoseTnudet die französi
schen Mütter schildert, und der psy
chologischen Studie Paul Bourget's
und ähnlichen Schriften, wo Gutes
und Edles über französische Mütter
und Töchter vorgeführt wird, davon
haben sie Nichts vernommen.
So weit über die Französin wie
sieht nun die Deutschs in den Augen
der Amerikanerin aus? Man braucht
natürlich Deutschland gar nicht erst
bereist zu haben, um sich über diese ein
Urtheil bilden zu können, denn man
hat ja hier, sei es nun da oder dort,
sicherlich Gelegenheit gehabt, manches
deutscheWeib zu beobachten. Der Ein
druck, den diese Einzelwesen zufällig
hervorgerufen haben, wird maßgebend
für die Frauen der ganzen Nation hü
ben und drüben. Sie alle werden nun
als recht gutmüthige, unbedeutende
Hausthierchen geschildert, die weiter
nichts können, als kochen, Kinder ha
ben und ihre Männer bedienen. Jeder
Sinn für Besseres -und Höheres, für
geistiges Streben ginge ihnen ab, sie
hätten wederJnteresse für Bücher noch
für Zeitungen, sondern die kleinen
täglichen Sorgen für Haus und Küche
nähmen ihre ganze Zeit in Anspruch.
Es wütde fortwährend aufgeräumt,
geputzt und gescheuert, und doch sei
niemals Ordnung, das Bettzeug lag«
noch spät am Nachmittage zur Ver
schönerung der Aussicht in den Fen
stern, und die Frau sei im Hause nie
mals so gekleidet, daß sie sich anstän
diger Weise vor einem Besucher seben
lassen könnt. Ferner hätten sämmtliche
deutscheFrauen weder gutenGeschmack,
Geschick oder Grazie, sie seien plump,
unhöflich, ungebildet und, besäßen
keine Spur von Lebensart.
Gerade weil wir selbst zu diesen
vielgeschmähten deutschen Frauen ge«
hören, möchten wir es aus Bescheiden
heit nicht versuchen, diese amerikani
schert Ansichten einzeln zu widerlegen,
sondern wir wünschten nur, die Ame
rikanerinnen hätten Gelegenheit, auch
solche deutscke Frauen kennen zu ler
nen, welche int Stande sind,ihnen cm
andere und bessere Meinung von bei
Deutschen beizubringen.
Zum Schluß sehen vir nfcß die
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'. .» .'.
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V,
Amerikanerin an, wie sie den sranzö
fischen und deutschen Augen erscheint.
In Frankreich und Deutschland gel
ten die Töchter unseres großen Welt«
theils als der Inbegriff aller Excen
trizität. Nichts ist so absurd und un
denkbar, als daß es nicht einer echten
und rechten Laüy zugemuthet werden
könnte. Sie ist „a l'Americaine" erzo
gen, wird in Paris als Entschuld!
gung für brüske, unsalonfähige Ma
nieren angenommen, und es giebt keine
Absurdität, welche nicht damit erklärt
werden könnte, daß eine Amerikanerin
sie vollbracht. Die reichen amerikani
fèhen Erbinnen sind bei gallischen und
germanischen verarmten Aristokraten
ein gesuchter Heiraths-Artikel,^ und
doch werden sie später weder in der
einen noch in der anderen „Gesell
schaff als voll, sondern als kühne
Eindringlinge angesehen. Die sranzö
fischen Schneider- und Modistinnen
sind die eifrigstenBcwunderer derAme
rikanerinnen, denen Alles steht, die
Alles tragen können und denen na
mmtlich kein Preis zu hoch erscheint.
Was man an den Amerikanerinnen
aber ant höchsten schätzt, das sind ihre
Ehegatten, nicht. nur, weil sie ihre
Frauen so liberal mit Geldmitteln
versehen, sondetn' selbst stets unsicht
bar bleiben.
In Deutschland wird den^Ameri
fanerinnen nachgerühmt, sie wären die
beciu'eir.süin, anspruchsvollsten, selbst-'
süchtigsten Frauen, welche man sich
nur vorstellen könne. Sie seien weder
zärtliche Gattinnen, noch gute Müt
ter, noch tüchtige Hausfrauen, hätten
weder Sinn für Familienleben noch
Häuslichkeit, wollten weder Kinder
haben, noch sich mit ihnen befassen,
noch für ihre Männer die kleinste
Handreichung thun. Ihr höchstesJdeal
sei der Schaukelstuhl, ohne welches
Attribut die richtige Amerikanerin
überhaupt gar nicht gedacht werden
kann.
Auch wir deutschen Frauen in Ame
rika würden uns eines oberflächlichen,
kurzsichtigen, einseitigen Urtheils
schuldig machen, wollten wir dieser
ungerechten Verurtheilung der Ameri
kanerin nicht widersprechen. Wir wis
sen nur zu genau, wie viel fleißige,
strebsame, tüchtige, brave Frauen,
Mütter und Gattinnen es unter den
amerikanischen Mitschwestprn giebt,
und wie selbst die Vorliebe für den
Schaukelstuhl sie nicht daran verhin
dert, ihre Pflicht ganz zu erfüllen,
wenn sie ihre Arbeit auch nach anderen
Prinzipien in anderer Weise verrich
tet, als die deutsche Frau.
Ab-r es wird immer nur nach dem
Schein geurtheilt, und damit thun wir
Frauen alle uns gegenseitig das
größte Unrecht! Anstatt, daß wir be
müht sein sollten, das Gute zu suchen
und anzunehmen, wo wir es finden,
chne nationale oder persönliche Vor
urtheile, bleiben wir blos stets klein
liehe Weiber, deren Lebenszweck es
scheint, nur das Böse zu suchen, nur
Eine die Andere auszukundschaften,
mit der verborgenen Absicht, sie zu er
niedrigen, anstatt sich gegenseitig zu
ergänzen, um sich gemeinsam aU er
hebe».
Weiblich- Arrzte.
Neulich lese ick, bet bei die jetzt in
Preußen jeplante Reform von bet hö
here Mädchenschulwesen in verschiedene
Kreise von Nord- und Süddeutschland
sich ooch bet Verlangen kunbjejeben hat,
bie Mädchens zum Stnbium ber Me
bizin vorzubereiten.
Ick halte bet kaum noch vor nöthig,
beim bie Weiber haben nach Meine
Meinung een sehr jroßet Talent zum
Ar^t. Meine Olle zum Bleispiel hat
et ohne jede Vorbereitung zum wirkli
chen geheimen. Mebizinalrath jebrun
geiL Sie versteht et jründlich, Eenen
an den Puls zu fassen, un die Pillen,
die se mir schon oft ohne Rezept hat
zu schlucken jejeben, hatten eene fürch
terlichen Wirkung. Ooch Pflaster kann
se uff de Backe lejen, die doller ziehen,
wie bet dickste Senfpflaster. Mit ihre
Redensarten un ihre spitze Zunge kann
se Eenen reenewech operiren un form
lich seziren, bet man baliecht wie een
usfjeschnittener, mauseboter Leichnam
in de Anatomie. Wat keen Arzt fer
tich kriecht, kann sie. Ohne zu Aus
kultiren un zu Perkultiren weeß sie
durch eenen fürchtlichen Blick, in eenen
Momang, toat in mein Innerei vor
jeht. Neuerfdings hat se sich ooch uff
de Kneippkur jelegt ob die' s aus
halten wird, weeß ick nich indem se
mir mit ihre spitze Fingerkralln an de
Ohrn ziept un nachher mit Wasser be
jief t. Sie is aber nich blos Doktor,
sondern ooch Apotheker. Ihre janze
Persönlichkeit is die reene Medizin.
..Ooch nicht bitter", ntechte mein Fremd
Schlappmeier dazu sagen. Wenn sie
so in ihre richtije Wuth drin is, denn
hat man bet reenjte Brechpulver fix
un sertich vor sich. Außerbem hat sie,
wie so manche Aerzte, ooch etwas Ta
lent zur Dotenjräberei denn zwee
Männer hat sie schon unter die Erde
aebrungen un versucht et nu bei mir.
Et wird ihr ooch ohne Zweifel jelin
gen, denn lange halte ick so ne ärztliche
Behandlung nu nich mehr aus. Also
bloß nich noch die Weiber zu die Arz
neikunde besonders vorbereiten, sonst
werden sie noch doller..
a u Jämmerlich,
Ehemann.
EinAndenken. A.: Was
haben Sie denn da in dem Kästchen?—
B.: Haare ein Andenken an meine
selige Frau. A.: Die hatte doch
kleine blonden B.: Nein,
aber ich!
ick, hier unter dem Brief? ... „mit vor
z i e o a u n o e
„Nein, nur „hochachtungsvoll", b:r Kerl
ist ein furchtbarer Lump!".
V
Zunächst muß hier erzählt werden,
weShalb der Mrkfiihrer Beißer nicht
mehr im Restaurant „Zum großen
Beefsteak" Mittag aß. Schon seit
langer Zeit schmeckte ihm dort das
Essèn nicht. Endlich kam es zur Ka
tastrophe.
Eines Sonntags gab es Bouillon
und Hasenbraten. Als Beißer die
Bouillon aß, sagte er zum Wirth:
„Darf ich um etwas Benzin bit
ten?"
„Wozu btinft Ii*
„Auf \n Bouillon tst ein Fettflecken,
den will ich ausmachen."
Der Wirth verschluckte den Aerger.
Beim Hasenbraten sing Velßer- aber
wieder an:
„Herr Wirth, möchten Sie nicht
meine Katze w Pension nehmen?"
Diesmal antwortete der Wirth vor
sichtigerwcise garnicht, aber das half
ihm nichts, denn Beißer fuhr fort:
„Vielleicht wüßten Sie das alte
Thier zu behandeln. Ich kann mit
dem Vieh nicht mehr fertig werden, es
hat nämlich den Größenwahn und bil
bet sich ein, ein Hase zu sein."
Hierauf verbot der Wirth unserm
Beißer einfach das Lokal, und dieser
zählte an seinen Rockknöpfen ab: „An
deres Restaurant Frau anderes
Restaurant Frau." Bei der „Frau"
blieb es. Er tnferirte also in der Zei
tung:
„Fabrikbeamter in den Vierzigern
sucht eine passende Frau. Bedingun
cien: Etwas Vermögen, muß gut kochen
können. Offerten mit Photographie
unter „Kochkunst etc."
Seine Wahl fiel auf ritte stattliche
Wittwe, welche hervorhob, daß sie „in
den feinsten Häusern gekocht" habe. Es
wurde verabredet, daß sie sich im Con
certhaus treffen sollten. Er würde,
schrieb er, eine Viertelstunde früher da
sein und als Erkennungszeichen, eine
Salzbretzel in der Hand halten. Und
wirklich saß er zur verabredeten Zeit
im Concerthause, das verabredete Ge
bäck in der Hand. Bis diejenige, die
die Dame seines Herzens werden sollte,
käme, wollte er seiner Lieblingsbeschäf
tiaung obliegen, nämlich essen, Er
griff nach dem Concertprogramm. wel
ches er irrthümlicher Weise für die
Speisekarte hielt. Die erste Piece
lautete: 1. Fatinitza Suppe.
„BringenSie mir Fatinitza-Suppe",
wollte er gerade dem Kellner zurufen,
als eine weibliche Stimme sich vernetz
men ließ:
..Habe ich die Ehre, Herrn Fabrik
beamten Beißer
„Der bin ich," erwiderte Beißer, sich
verneigend.
„Ich bin die verwütwete Frau Lied
ke, nochmals verwittwete Frau Neu
•mann, „ja, sagte sie, als Beißer, sie
verwundert ansah, »ich suche jetzt schon
den dritten Mann."
„Zum Skat?" fragte Beißer, denn
er war in Gedanken.
Frau Liedke lächelte und setzte sich
ihm gegenüber.
„Meine beiden gewesenen Männer
werden Sie wohl nicht geniren, wenn
Siei'erfahren, wie gut ich kochen kann.
Ich war Wirthschasterin beim Grasen
Leckermund, beim Baron Bummeljahn,
zuletzt im Restaurant „Zum großen
Beefsteak".
„Was? Wie?" fuhr Beißer auf.
„Da wäre ich auch noch heute, wenn
nicht irgend ein Dummkops von
Stammgast alberne Bemerkungen über
meine Bouillon vnd meinen Hasenbra
ten gemacht hätte."
„Entschuldigen Sie," sagte Beißer
ftck) erhebend, „ich komme gleich wie
der." !.
Thatsächlich aber begab er sich nach
Hause, während Frau Liedke den gan
zen Abend vergebens aus den „dritten
Mann" wartete.
«Lehrling: „Vater, heut' bin ich in
der Achtung meines Prinzipals gestie
gen!" Vater: „Wieso denn?"
Lehrling: I?, weißt Du, der Sep
perl, der andere Lehrling, hat geswh
ten!" i
Raffinirtl.
„Warum lauft Ihr denn baarfuß
im Schnee herum?" Ja wissen S'
met Alte gibt nur den SchnapK her
wenn
i Leibweh hab'!"
Das genügt. Schuster:
9?tm,'-gnädiges Fräulein, wie besiuden
Sie sich jetzt in den Stiefelchen?
Zunae Dame: Wie im Himmel! i
}i
Der echSnhcitSprti».
Loy Hans «irotaejr*i
Albert und Frany, zwei tnttme
Freunde, gingen nach der Soiree, die
ihr Chef gegeben, mitsammen in ein
Cafe, aus dessen großen Spregelfen
stcrn der bläuliche Schein des elektri
schen Lichtes sich auf das Trvttoir er
goß.
„Hier wollen wir in der schonen,
lauen Herbsinacht noch ein halbes
Stündchen' plaudern," sagte Albert,
indem er sich auf den Stuhl neben ei
nem der kleinen Tischchen niederließ,
die vor dem Locale^auf dem Gehwege
standen. Er warf den Zucker in den
duftenden schwarzen Kaffee und
rührte dann mechanisch mit dem Löf
fel in dem dunklen Tranke er starrte
Nachdenklich vor sich hin, und es schien,
als ob es ihm mit seiner Einladung
râd^ Ernst gewesen• wäre, denn er
sprach lange Zeit kein Sterbenswört
chen.
Plötzlich leerte er bte Schale auf
einmal, zündete sich eine Havanna att
und lehnte sich in den Stuhl zurück.
„Eigentlich habe ich Dir eine Art
von Beichte abzulegen, Franz,"begann
er nach einer Pause, währenb welcher
er mit Aufmerksamkeit den gestirnten
Himmel betrachtete.
„Ich weiß, was Du mir sagen
willst," erwiderte der Angesprochene
gelassen. „Du willst heirathen." .. v
„Das heißt..."
„Widersprich mir nicht, das |a
die ganze Welt merken. Und soll ich
Dir sagen, wett? Amelie, die schöne
Tochter unseres Alten!"
Mit der respektwidrige« Bezeich
imng des „Alten" war aber niemand
Anderer als Herr Johann Klinke ge
meint, der Chef der Beiden.
Albert rauchte emsiger als zuvor,
ließ sich aber in keine nähere Erörte
rung des Falles ein.
Franz fuhr fort: „Der Alte ist ein
verstanden und, so viel ich informirt
bin, wird auch die schöne, vielumwor
bene Amelie nicht das Allergeringste
dagegen einzuwenden haben..."
Albert tzsiff leise vor sich hin und
sagte dann in bestimmtem Tone:
„Du bist tiuf falscher Fährte, mein
Lieber. Ich gebe ja gerne zu, daß ich
nahe daran gewesen bin, eine kolossale
Dummheit zu begehen. Es ist nicht
Dir allein aufgefallen, daß unsere
heutige Soiree so eine Art Zweckessen
war, und ich beabsichtigte allen Ern
stes, morgen den Frack aus dem Ka
(ten zu nehmen, einBouquet zu kaufen
und mit der üblichen feierlichen An
spräche vor unseren Chef hinzutreten.
Aber im Laufe des Abends sind mir
gar arge Bedenken aufgestiegen. In
erster Linie fiel es mir noch zu rechter
Zeit ritt, daß ich bedeutend korpulenter
geworden bin und mir also der Frack
nicht mehr so tadellos sitzen würde,wie
es bei einer solchen Visite nochwendig
ist, und zweitens..."
„Zweitens?"
„Kam ich zu der Ueberzeugung, daß
die Amelie für mich wie soll ich
nur sagen zu schön ist!"
„Zu schj»n?" wiederholte Franz ver
Müsst und stellte in seiner Fassungs
losigkeit das Gläschen mit Cognac,
das er eben hatte leeren wollen, wieder
auf bie Marmorplatte.
„Gewiß, zu schön," wieberholte Al
bert mit unerschütterlicher Ruhe. „Du
Wirst zweifellos jetzt bie Bemerkung
machen, baß Du mich bis zu biefer
Stunbe für einen fanatischen' Bewun
derer weiblicher Häßlichkeit zu halten
Ursache hattest ich beglückwünsche
Dich zu Deinem Scharfsinn unb zu
ber Richtigkeit Deines unausgespro
chenen Urtheils. Es ist richtig, ich
würbe mich kaum ober gar nicht ent
schließen können, ein Mäbchen. das
nicht wenigstens auf die Bezeichnung
„hübsch" Anspruch erheben darf, zu
meiner Frau zu machen. Aber ich
wijrde mich ebensowenig bequemst,
Eine zu heirathen, welche allzu gut
weiß, daß sie schön ist, eine wie
Du. früher bemerktest „vielumwor
bene" Schönheit. Wenn ich tneinZim
mer mit einem herrlichen Gemälde
schmücke, so kann ich nichts dagegen
haben, daß dieses von allen Besuchern
einer kritischen Beurtheilung unterzo
gen wird, aber die körperlichen- Vor
züge meiner Frau sollen nicht so viele
Kritiker finden. Und das wäre bei
Amelie sicherlich der Fall, denn sie be
handelt ihren Körper selber wie etn
Ausstellungsobjekt, sie setzt mit be
wunderungswürdigem Raffinement
die Vorzüge ihrerFormen in das gün
stigste Licht, so wie der Dekorateur die
eines werthvollen Möbels, sie treibt
Kultus mit ihrer Schönheit, sie tst
glücklich, vor den Blicken ihrer vielen
Bewunderer so viel von derselben ent
falten zu können, als die gute Sitte
immer zuläßt. Das, lieber Franz, sind
die Erwägungen, die heute über mich
plötzlich Gewalt erhielten, als ich mich
erinnerte, daß mir der Frack zu jng
geworden sein dürfte. Und nun bin
ich fest entschlossen: ich lasse mir vor
läufig keinen neuen Frack machen."
Die Cigarre war während dieser
langen Auseinandersetzung über den
Unterschied der Frauen einerseits und
Bildern. Möbeln und anderen Ein
richtungsyegenständeN ainderers^tzts
erloschen. Er zündete sie sorgsam an
und bestellte ein Gläschen Cognac.
Und dann stießen sie schweigend an
und leerten die Ligueurgläschen. Es
tbar einer der feierlichsten Libationen,
die jemals um Mitternacht zu Ehren
des JunggesellenstandeS Zaxgebvacht
worden sind.
Der ehrenwerthe Herr Johann
Klinke war ein wenig verdrießlich.
Erstens hat er sich mit einer exquisiten
Fisch-Mayonnaise ^ben Magen ver
dorben, und dann war eines seiner
Lieblingsprojekte, die Äerehelichung
1 k" i
NNAMU
ferner einzigen Tochter Amelie mit
dem Sohne eines Geschäftsfreund^^
wider alles Erwarten zu Wasser ge
worden.
Er war verdrießlich. Alles ärgerte
Ihn, und nichts mächte ihm Vergnü
gen. bricht einmal der Kurszettel, und
Niemand-konnte ihn besänftigen, nicht
einmal seine Frau.
„Es ist ein unbegreifliches Ver
hängniß," knurrte er, indem er die
Zwischenbemerkung beifügte, daß er
es als einen Beweis ungeheurer Lieb
losigkeit ferner Frau betrachte, daß
ihm eine so ungenießbare Chokolade
vorgesetzt worden war.
„Uâgreiflich ist,es," fuhr er Jgfa
„sie bekommt doch irrte Mitgift, wie
man sie nicht auf der Straße findet,
schon ist sie, .alK oö sie gar nicht unser
Kind wäre, das. heißt e i n Mnd—
das heißt..."
Er ließ den Satz unvollendet, da er
in seinem Bestreben, den aufkeimen
den Aerger seiner Frau zu begütigen,
Bit immer unglückseligeren Auskunfts
mitteln Zuflucht nahm.
..'Sie hat einen Schwärm von Anbe
tern, so groß, daß man sämmtliche le
diaen Töchter von unserevBekanntschast
mit Männern versehen könnte, und wie
Ernst gemacht werden soll, ergreift ein
Jeder die Flucht."
„Weshalb machst Du Dir so unnütze
Sorgen, lieber Johann?" unterbrach
ihn die Mama Ameliens. „DasMäd
chen ist ja noch jung und..."
„Und kann noch warten," vollendete'
der Papa höhnisch.
„Gewiß, sie braucht nuW».^
„Den Finger auszustrecken, um an
jeden zehn Freier hängen zu haben?"
ergänzte er, noch giftiger werdend.
„Bei ihrer Schönheit allerdings!"
„Cmrna, ich muß Dir etwas im Ver
trauen sagen," rief er mit plötzlich ge
änderter Stimme, die Hand feinerFrau
ergreifend, „es hat ganz den Anschein,
vls ob diese vielgerühmte Schönheit
unserer Tochter nicht der Magnet ist,
der die Freier anzieht, sondern weit eher
ein Stein des Anstoßes. Schüttle den
Kops so viel Du willst, es hat nicht
^eder den Muth, eine junge Dame zu
heirathen, welche stadtbekannte Augen
und eine von mindestens einem Duftend
Lyriker besungene Büste besitzt. .•*
„Johann!"'
„Deren Schuhmacher ihre Siidfèier
ten wochenlang in das Schaufenster
stellt, weil sie an Zierlichkeit ohneglei
chen sind, und deren Teint so märchen
haft zart und fein ist, daß sie sich gar
nicht an's helle Tageslicht hinauswa
aen darf, um ihn nicht um Gotteswil
len zu verderben!"
„liebertreibe nicht!"
„Weißt Du Emma, tote wir schnell
und sicher einen Mann für sie kriegen
wü den? Wenn sie sich nicht aus
schließlich mit dem Ausstellen ihrer.
Reize im Theater, aus Bällen u. s. w.,
sondern auch ein wenig mit solchen
Dingen beschäftigen würde, die ein
Mann in feinem Haushalt noch öfter
und dringender braucht, wie die Schön
heit seiner Frau."
Die Jahre schwanden dahin.1 Ame
lie galt noch immer als die ausgezeich
nete Schönheit, aber sie hatte noch im
mer keinen Mann.
'Sie hatte sich in W süße Gewohn
heit des Bewunderkwerdens, in das
von den Schmeichlern so ost gerühmte
Talent, durch ihre bloße Anwesenheit
zu beglücken, schon dermaßen hineinge
lebt. 'daß sie es als ein an ihr selber be
gangenes Unrecht, als eine gegen das
gütige Geschick das sie mit einer sol
chen Fülle von Reizen begabt gerich
tete Insulte betrachtet hätte, wenn sie
nicht jede Gelegenheit benützt haben
würde, die Sonne ihrer Schönheit der
ganzen Männerwelt strahlen zu lassen.
Auf 'Gerechte wie aus Sünder, wenn
sie nur zu dem großen Kreise der Gö
tzendiener zählten, dt« kein anderes
Ideal hatten oder wenigstens zu haben
vorgaben, als sie allein.
Sie war die Königin so vieler Elite
bälle, daß die Gelbsucht unter den jun
gen Damen der vornehmen Gesellschaft
förmlich grassirte, ihr Konterfei war in
jedir Bilderausstellnng in mehreren
Exemplaren vertreten, welche die ab
weichende Auffassung der verschiedenen
Schulen zeigten in den Schaufenstern
der Photographen und Kunsthändler
prangte ihr Bildniß in der Galerie der
schönsten zeitgenössischen Frauen, und
die Modehändlerinnen benannten bie
Kleider nach ihr. Das bauerte jahre
lang^..
Da begannen andere Sktttt am
Himmel der großstädtischen Frauen
schönheiten auszugehen^ die mit ihrem
Glänze die schöne, arme Amelie tief in
den Schatten stellten. Aber in der
ganzen langen Zeit, da ihr Ruhm im
Zenith sich befand, hatte sie keinen
Mann derart an sich zu fesseln gewußt,
daß er mit ihr zum Mar geschritten
wäre.
Es fürchtete sich ein Jeder, eine Frau
zu nefymn, deren Schönheit in allen
ihren Details gewissermaßen Gemein
gut der ganzen „Gesellschaft" war
Der Stand der alten Jungfer, das ist
Ameliens wohlverdienter Schönheits
preis.
ff*
1
.. V
•w*
Hans Pramer.
Gutmüthig. Frau (ihrem
Mann zum Geburtstag gratulirend):
„Nicht wahr, Männchen, heute bleibst
Du aber zu Haus!" Mann (Arzt):
„Hm, eigentlich hätte ich einige Patien
ten zu besuchen..." Frau: „Ach,
bleib' doch lass' die armen Kranken
diesen Tag auch feiern!"
Allmälig. A.S- »W es
möglich, Mensch, Du hast zum dritten
Mal geheirathet?" 93.: „Ja, jetzt
bin ich «ber auch endlich ganz schulden«
steil"
ErdenlooS.
Auf Erden geht es komisch zu,
Das soll noch einer streiten!
Ein jeder Ochs und jede Kuh
Klagt über schlechte Zeiten! V
Wett» einer mal kein Geld mehr hotr
Hat er dran schwer zu tragen,
Und wer das Maul nimmt überall
Weiß selten was zu sagen!
Am Himmel hängt so manchem MaM
Von Geigen oft ein Haufen,
Wân er sie nur auf Erden hat»,
Könnt' er sie doch verkaufen!
Nach 'M^sägt 'heiif diè gökze MkkM
Drum thut sich Alles schinden.
Was Wunder also, wenn matt jtets
Kann viel Geschund'ne finden! i
«Und gar die Großen hört mir aus»
Da muß ich stets bei lachen.
Was meint Ihr, wie unendlich Hein**
Sich die einst mußten machen!
So trägt ein Jeder feine Last,
Was also nützt das Klagen
Das Unbequeme suche man
Sich aus dem Kops zu schlagey»-^^'
Man lebe lebe voller Lust,
Schimpf nicht auf schlechte Zettelt)
Man kann sich mit zufriedner Brust,
Das schönste Loos bereiten!
P»s historische Httf-is-«kâ..
Am Palais der Kaiserin FriedrvH
defwdet sich ein Hufeisen, um welches
sich in der Berliner Bevölkerung eW
förmlicher Sagenkreis entwickelt hâ
Ueber dieses Hufeisen gibt der Generale
Lieutenant z. D. v. P., früher lanA»
jähriger Adjutant weiland des Prin
zen Karl, die folgende Aufklärung:
"Es war in den siebziger Jahres
als ich mit dem Prinzen Karl von.
Preußen nach dem königlichen Schloß.
zu einem Hof feste fuhr. In der Höhe
des jetzigen Kaiserin Friedrich-PalaA
sagte der Prinz: „Wenn Sie doch'
einmal feststellen könnten, ob das Huf
eisen, das meinem Vater, dem König.
Wilhelm dem Dritten, auf den MHx
tags-Tisch flog und das er einmauern
ließ, noch vorhanden ist." MeineNeu
gierde wurde durch diese Andeutung
rege gemacht und ich bat den Prinzen,
mir doch etwas Näheres darüber zu zu
zählen. Die Erzählung lautete: „Als
ich noch im Schlosse wohnte, weil mein
Palais in der Wilhelmstraße noch nicht
fertig war, fuhr ich mit meiner jungen
Frau zum Mittagsessen zu meinem
Vater, dem König Friedrich Wilhelm
!dem Dritten. Mein Vater hielt oM
die äußerste Pünktlichkeit. Meint
Frau hatte sich etwas verspätet unb
nun jagte der Wagen über die damalige
sogenannte Hundebrücke (jetzt Schloß
brücke) die R^jnpe nach dem Palais
hinauf. Bei vlcser Gelegenheit riß sich
eines der schweren Pferde vom Htrtter»
fuße ein Eisen los und dieses slog
durch das Fenster der ersten Etage auf
den Tisch, an dem mein Vater bereits
Platz genommen 'hatte. Der Köniig
war sehr erschreckt, und ich war in der
glücklichen Lage, ihm sofort die Auf
klärung in der Sache geben zu könnm.
Für mich gestaltete sich diese Ausklä
rung insofern ganz günstig, als von
dem Zuspätkommen nitro nicht mehr
weiter die Rede war. Der König ließ
dieses Eisen außen an das Fenster
mauern." Soweit die Erzählung des
Prinzen. Es war mir nicht schwer,
mit Hilfe der Beamten die Stelle feßh
zustân. und die vielfachen Oelfarben
vom Eisen wieder entfernen zu lassen.
Es ist jetzt wohl mit schwarzer Färb?
gestrichen und befindet sich in dem eine
Treppe hoch gelegenen Stockwerk, dff
vierte Fencer von der Schloßdrücke ge
rechnet, und zwar an der FeNisterwanM
links. Die große Kraft derartige
Hufeisen ist übrigens nichts Nèuès,
fuhr der Prinz fort,, denn ich habe auf
dem Schloßplätze nahe der Kurfürsten#
brücke jahrelang ein Hufeisen gesehgtz,
das durch die Dachluke über der dick
ten Etage durchgeschlagen war und dtzK
von einem Kosaken herrührte, der freSt
Einzug der Russen über die Brü^e
sprengte."
Es. ist Herrn v. P. nicht gelungen,
-trog eifriger Nachforschungen dijM
Hufeisen noch zu entdecken, "i
Sânterendirektor (nach der AuffiN
rung des „Othello" zu seiner ersten
Schauspielerin): „Na, 'härn Se, die
Desdemona haben Sie aber nicht gtii
aespielt, da kann ich Ihnen keen guteS
Desdünonium ausstellen,,"
:y-TZ%
ImMuseurnfürVölkeH».
künde. Professor zu einer Dame:
..«Sehen Sie, meine Gnädige hier
stirb sehr schöne Gräberfunde auS
Eaypten: '-Spindeln, Armspangen^
Töpfe Dame: „Ah. ich weiß,
ich weiß, die bekannten Fleischtö^e x'
Eâvvtens."
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15
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Unter ch m-t. Anna
i A
.Denke Dir nur die Unversck)äinthejt W
von Arbhur! Gehe ich gestern Me
T.'epve hinunter, beide Hände voll 3
da begegnet mir Arthur und—!"
Alara: Hat Dich gesüßt.— nicht
wahr?" Anna: „Nein, er hat mich
eben nicht geküßt!"
Entwe der^yH
er. Hau®*
Wirth: „... Ja, und was ich Ihnen
noch sagen wollte, ehe Sie einziehen:
Ich bin sehr pünktlich und halte streng
daraus, daß die Miethe am 1. bezahlt
wird." Miether: „Genau so denk'
ich auch: Entweder pünktlich- amIL
oder gar nicht."
Boshaft/ Cora: „Fritz Hat
mir bas Kompliment gemacht, ich set
zum Küssen wie geschaffen." Bora:
„Das war eine zarte Anspielung auf -.M
Dsm aufgèMjp.te Nase." 1
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U s a e n n W i k u n
A s u n W i e s e i
Z w e i e a e E s o
Theater in Berne.

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