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Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, June 27, 1894, Image 7

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Deutsche Loeal-Nachrichte«.
o v i n z a n e n u
V e i n a n z S w a n N
-der Begleiter Emin Paschas, bekleidet
jetzt eine amtliche Stellung beim Mu
seum für Naturkunde er wird daselbst
ftl§ „jüngster" Assistent bei der vom
'Geh. Rath Möbius geleiteten zoologi
schen Sammlung geführt. HerrStuhl
mann scheint aber mehr als „externer"
Assistant zu sungiren, denn er weilt seit
dem Herbst v. I. wieder in Ostafrika.
Ein schweres Bauunglück hat steh in
der Kochstraße ereignet. Ein Haus,
dem ein neues Stockwerk aufgesetzt wer
den sollte, stürzte im Innern zusam
men, wobei sechs Arbeiter verschüttet
tmirdenj Drei von ihinen wurden
schwerverletzt, drei als Leichen von der
Feuerwehr unter den Trümmern her
vorgeholt, wozu es stundenlanger, sehr
gefährlicher Arbeit bedurfte.— Neulich
Abends hat der 63jährige Herr Grasse,
dem eine in der Nähe von Schmöckwitz
liegende, neun'Morgen große Insel ge
hört, auf seine Ehefrau und dann auf
sich selbst je fünf Schüsse abgefeuert.
Beide Leute sind nicht schwer verwun
bet.— Aus Liebesgram hat sich der
24jährige Zuschneider Bresler, der in
einer hiesigen Kattunfabrik beschäftigt
ist, aus dem Fenster seiner im vierten
Stockwerk Türrschmidtstraße 29 zu
Rummelburg belegenen Wohnung her
abgestürzt. Nach kurzem Leiden ver
schied er.
u ck a u. Das Jubiläum des
325jährigen Bestehens feierte letzthin
die Ludauer Schützengilde. Im Jahre
1569 erhielt sie das Privilegium, daß
demjenigen, der bei dem jährlichen
Schützenfeste „den Vogel als Chunig
mit der Buchsen oder Stahlschiffen er
obert und gewinnt", auf ein Jahr
Steuerfreiheit bewilligt wurde.
Z e e n ch e u e. Neulich wü
*tfete hier ein starkes Feuer, welches das
Wohnhaus Und den Viehstall desMüh
lenbesitzers Fleck zerstörte. In den
Nammen ist eine Menge Vieh umge
kommen.
o v i n z o s e n
o s e n W e e n V e a e s e s
Mordes ist der 19jährige Arbeitsbur
fche Anton Ryack bähtet verhaftet wor
den. Derselbe wurde in Begleitung
des seitdem verschwundenen 2 l-2jähri
gen Stanislaus Klies gesehen. Kürz
itch wurde die Leiche des Kindes ge
funden. Aus der rechten Backe war
ein Stück Fleisch im Durchmesser von
8 Centimeter ausgeschnitten und ein
ebenso großes Stück unterhalb des
Kinns. Der Hals wies außerdem
jmehrere) Stichwunden auf. Ryback,
welcher die That noch leugnet, ist trotz
seiner Jugend wiederholt vorbestraft»
o v i n z O s e u e n
K ö n i s e E i n e e k w
dige Erscheinung wird aus dem Dorfe
Alkehnen gemeldet. Dort nisteten auf
den Scheunendächern und auf Bäu
men etwa zwanzig Stochpaare. Ob
gleich die Weibchen brüteten, zeigten sie
doch eine ungewöhnliche Aufregung sie
blieben fast den ganzen Tag mit den
Männchen fort, und nur zur Nacht
kehrten sie auf ihre Nester zurück. Letzt
Hin verließen plötzlich, wie auf Com
mando, sämmtliche Störche die Nester
unter ungeheurem Geklapper, und seit
dieser Zeit ist auch nicht ein einziger
Storch wiedergekehrt ebensowenig
läßt sich ein solches Thier in der Um
gegend sehen. Als man nun die Nester
untersuchte, fand man die Eier größ
»tentheils zerbrochen oder auf die Scheu
«endächer gewyrfen. ,5
o v i n z W e s a e n
a n z i I n e e a n e n e n
Anstalt zu Neugarten übersiel ein zu
fünf Jahren Gefängniß verurthetlier,
berüchtigter Raufbold mit einem Mes
fer den Anstaltsarzt und den Aufseher.
Der Letztere versetzte dem Angreifer mit
dem Seitengewehr einen Schlag über
den Kopf, infolgedessen der Gefangene
»odt zusammenstürzte.
e s e n a u e i s e p
linski, dèr in betrunkenem Zustande
seine Frau und Kinder mit dem Messer
dedrohte, wurde von der ersteren mit
der Axt erschlagen. Die Mörderin hat
s i e e ö e s e s e s e
o v i n z S a s e i s
a e E i n O e s e i n e s e u e s
wurde der als Assistent am Pathologi
schen Institut thätige junge Arzt Dr.
med. Sauerhering. Er hat sich bei der
Sektion eines an Diphtheritis verswr
denen Kindes eine Blutvergiftung zu
gezogen, der er in kurzer Zeit erlag.
N a u u i e S a a e e
werden im Auftrag der preußischen Re
gierung seit einigen Tagen wieder aus
die Reblaus untersucht. Glücklicher
weise ist nirgends eine Spur des ver
werblichen Insekts bis jetzt entdeckt wor
den.
a n e e i n e i e s i e n
'Kreiskasse beschäftigte Gehilfe Diez
mann ist nach Unterschlagung von
900 M. flüchtig geworden.
o v i n z a n n o v e i
a n n o v e W e e n S e u e y
Erziehung wurde der Rentier Anton
Cotty zu einer Geldstrafe von 17,260
Mark verurtheilt.
ö i n n e n N e u i N a s i s
«in die Alterthumssammlung der Stadt
Güttingen eingebrochen worden, wobei
Vit Diebe zwölf silberne und zinnerne
Medaillen, sowie 23 goldene und sil
berne hannoversche, braunschweigische
und westfälische Münzen erbeutet ha
ben. Darunter befinden sich namens
lich werthvolleÄeldstücke von Georg dem
'Dritten, Vierten und Fünften.
i e s e i m. Das
eingetretene' warme Friihlinzswctter
dieses Jahres hat auch unsern teiifsnk
jährigen Rosenstock zeitiger zum Blühen
gebracht, als es sonst der Fall zu sein
pflegte. Während gewöhnlich die Blü
tezeit des Rosenstockes in dfe zweite
und dritte Juniwoche fällt, sind Heuer
bereits am 25. Mai die ersten der
Weihen Blüthen aufgebrochen.
o v i n z S e s ien.
i e n i tz. Durch einen Schuß
aus einem Revolver tödtete ein hiesiger
ISjähriger Lehrling seinen gleichaltrig
gen Freund. Motiv unbekannt.
Von Wilderern wurde bei Sagan auf
dem Anstand der Fabrikbesitzer Fuck
ner-Hermsdorf angeschossen und tödt
lich verletzt.
S o p. Der städtische Hauptkas
senreceptor Hinz ist auf Requisition der
Staatsanwaltschaft wegen bedeutender
Unterschlagungen verhaftet worden.
Bisher wurden solche in Höhe von 4000
M. ermittelt.
o v i n z S e s w i o l-
S e i n
4
Itzehoe. 'Hier vernichtete ein
Brand die Planböck'sche Nägelfabrik
und mehrere Häuser der Schaden be
trägt eine Million. Beim Löschen er
litt ein Feuerwehrmann tödtliche Ver
letzungen.
K i e Prof. Petersen, Direktor
des unter dem Protektorat der Kaiserin
stehenden Anschar-Krankenhauses, hat
wegen Differenzen sein Amt niederge
legt. Sein Abgang bedeutet für das
Institut einen großen Verlust.
S e s w i I n e z e Z e i a
ben wieder Ausweisungen dänischerUn
terthanen aus Nordschleswig stattge
funden. Es handelt sich um den Land-,
mann Andreas Meter, die Artistin
Laura Gram und den Ziegelarbeiter
Andreas Buchholz. Seit dem 1. Ja
nuar d. I. sind im Ganzen ca. 100
dänische Unterthanen aus Schleswig
ausgewiesen worden.
e i o v i n z
E s s e n W e e n v o s z i e Miß
Handlung mit der Waffe standen dieser
Tage drei Polizeisergeanten vor der hie
stgen Strafkammer. Die Beweisauf
nahme ergab, daß die Polizeibeamten
sich des ihnen zur Last gelegten Verge
hens thatsächlich schuldig gemacht und
zwei Personen ohne jeden Anlaß mit
ihren Säbeln mißhandelt Hatten. Die
Strafkammer erkannte gegen zwei Be
amte auf je zwei Monate, gegen den
dritten aus drei Monate Gefängniß.
K o e n z V o e i n i e Z e i ist
hier ein Soldatenheim gegründet wor
den, um den Soldaten den Wirths
hausbesuch entbehrlich zu machen. Der
Stadtausschuß hat jedoch abgelehnt,
zum Ausschank von Getränken die Ge
nehmigung zu ertheilen unv nur die
Verabreichung von Speisen als zuläs
fta erklärt.
K ö n e o u k w i e v w u e
die Concession zur Errichtung der pro
iecttrten Dampffähre zwischen Kola
und Deutz für die Dauer von 15 Jah
ren ertheilt. Im Rhein ertränkte sich
ein 12 Jahre alter Schüler. Der
Knabe soll die Schule mehrere Tage
versäumt und sich aus Furcht vor
Strafe das Leben genommen haben.
o v i n z W e s a e n
A n s e E i n e n e i e n a i e n
500jährigen Gedenktag feierte jüngst
die Stadt Belecke. Im Jahre 1494
wurde dieselbe von den Mannen der
Stadt Soest belagert und war in gro
ßer Gefahr. Alle Mittel, Steinwer
fen, Ueberschütten der Feinde mit hei
ßem Brei blieben erfolglos, bis man
auf den Gedanken verfiel, sämmtliche
Bienenkörbe Über die anstürmenden
Soester auszuschllten. Dies half. Ent
setzt flohen die Feinde, den Beleckem
Fahnen und reiche Beute lassend. Der
Jubelgedenktag wurde durch allerlei
Festlichkeiten begangen.
e i n e z a e n u eine
große Feuersbrunst wurden hier 33
Häuser, sämmtlich ärmeren Leuten ge
hörig zerstört. Es ist auch ein Men-
schenleben vernichtet worden ein 70
jähriger Mann, der noch seine Ziege
aus dem brennenden Hause herausho
len wollte, Hm den Flammen
um. Is? XS '*4
n s e Em Kaufmann von
hier war in der Nähe von Lütkenbeck
mit Sammeln von Maikräutern be
schäftigt. Er trat dabei auf eine Kreuz
otter, weiche sich blitzschnell emporrich
tete und denselben zweimal auf die
Oberfläche der rechten Hand biß. Der
Verletzte, der lange Jahre in Indien
gedient, sog die Wunde aus doch
schwoll
der
des
ganze Arm schnell an. Ein
Weges
kommender Metzger brachte
den Gebissenen im Galopp zum näch
sten Arzte. Wie die Sache verlaufen
wird, ist noch ungewiß.
o v e s s e n -N a s s a u
W a n u a. M. Dieser Tage
wurde den Frauen, welche das Lokal
bahnhauschen am Eschenheimer Thor
passirten, die Kleider durch Vitriol
verbrannt. Die „Vitrioleur" hatte das
Vitriol nicht aus die Kleider geschüttet,
sondern in langen Schlangengang auf
das Pflaster und in den Sand. So
tourdem verschiedene Damen, die
Schleppen trugen, besonders geschä
digt/
a y a E i n e a e a u a u s
StretrSerg
hatte wegen eines kleinen
Vergehens
einen Tag Gefängniß zu
verbüßen.
Da sie nun Niemand zu
Hause hatte, der ihr während ihrer Ab
Wesenheit ihre Ziege und ihre Gänse
fütterte, nahm sie kurz entschloß
Ziege und Gänse mit nach Wachters
Bach und meldete sich mit dieser Beglei
tung zur Verbüßung des Arrestes.
Der
Amtsrichter betrachtete die Sache von
der heiteren Seite und erließ der be
fahrten Frau ihre Strafe. Unterwegs
warf die Ziege Junge und mußte in
folgedessen in Wittgenborn ^itriickgtiaf*
st« werdeitz
V
.. V»"
W i e s a e n Z u e n z a e i e n
Denkmälern, welche im Laufte der Zeit
auf den Wiesbadener Friedhöfen errich
tet worden, ist dieser Tage ein neues
getreten: das für den Komponisten
Ferdinand Möhr mg, der lange Jahre
hier gelebt und, nach feinem Ableben
im hohen Alter, hier auf dem neuen
Friedhofe seine letzte Ruhestätte gesun
den hat.
W i n k e i e e i e n i n e i e s i
gen chemischen Fabrik, Goldenberg &
Co., angestellten Verwalter Laux und
Raul wurden wegen begangener be
deutender Unregelmäßigkeiten verhaf
e
e i e S e
u g. In einer der letzten
Nächte ist ein Uhrmacher aus Utersen
auf der Lambardbrücke in Hamburg
hinterrücks überfallen, durch Messer
stiche lebensgefährlich verletzt, ausge
raubt und in die Alster geworfen wor
den. Der Uebeifallene hat nur mit
großer Mühe aus dem Wasser gerettet
werden können. Der Thäter ist noch
nicht ermittelt worden. In Ochsen
wärder hat ein erst Ostern aus der
Schule entlassenes Mädchen, das von
den Eheleuten Köster' zur Wartung
ihres Kindes angenommen war, seinen
Pflegling im Vett erdrosselt, weil es
ihm auf dem Äande nicht gefiel. Das
Mädchen hat die Unthat eingestanden
und wurde nach Hamburg ins Gefäng
niß abgeführt.
a n W u s e n A 1 4 u n
15. Juli begeht das Amt Ritzebüttel die
Feier feiner 500jährigen Zugehörigkeit
zu Hamburg. Schon seit Monaten sind
die Vorbereitungen zu den aus diesem
Anlaß geplanten großen Festlichkeiten
im Gange.
e k e n u
s o w V o e i n i e Zeit war
der frühere Direktor des Friedrichsstäd
ter Bankvereins I. N. Hashage von der
Strafkammer in Flensburg wegen um
fangreicher Unterschlagungen zu fünf
Jahren Gefängniß verurtheilt worden.
Dieser Vorfall lastete schwer auf der
Seele feines 18jährigen Sohnes. Der
junge Mann, welcher in einem Ge
schäft in Teterow thätig war, glaubte
die Schande feiner Familie nicht über
leben zu können und hat sich selbst er
schössen.
$ iit
I tt e Ii.
a n k e n a u s e n e W i
helm Schall hat zur Errichtung eines
Rettungshauses für verwahrloste Kin
der hier in hochherziger Weise die
Summe von 100,000 M. gespendet.
o a N i w e n i e a s 2 4
Wehrpflichtige, die in der Absicht, sich
dem Eintritt in den Dienst des stehen
den
Heeres
oder der Flotte zu entziehen,
ohne Erlaubniß das Bundesgebiet ver
lassen haben, werden von der hiesigen
Staatsanwaltschaft zur Verhandlung
vorgeladen..
rä e n' o nna. Der Aufseher
Probst in der hiesigen Strafanstalt hat
sich erschossen. Der Beweggrund zur
That soll in dienstlichen Vorkommnis
sen zu suchen sein.
e i z U n e e n K i n e n e s
Vorortes Pohlitz ist die Genickstarre
epidemisch aufgetreten. Mehrere Er
krankte sind bereits gestorben.
S a z u n e n e i A u e i
nes Häuschens in Dietlas ist eine be
trächtliche Anzahl von großen und klei
nen Silbermünzen, sowie auch von ei
nigen Goldmünzen, alle gut geprägt
und wohl erhalten, gefunden worden.
Die Geldstücke stammen aus den Iah
ten 1200 bis 1600. Sie sind jedenfalls
im dreißigjährigen Krieg daselbst ver
steckt worden.
W e i a In einer Kiesgrube
von Süßenborn ist dieser Tage ein ge
wattiger Stoßzahn eines versinthfluth
lichen Elephanten (Mammuthzahn) ge
funden worden. Der Zahn hat eine
Länge von 1 1-2 Meter und eine Dicke
von 15—20 Centimeter. Er hat 10
Meter tief gelegen.
S a s e n
e è e n Auf dem Schlestschen
Bahnhofe wurde der Stationsasststent
Zieschank beim Ueberschreiten der Ge
leise überfahren und fofort getÖdtet.
Dieser Tage feierte der hiesige Faß
Händler August Friedrich Springer, 77
Jahre, mit feiner Ehefrau Johanne
Rosine geb. Kubisch, 78 Jahre, wohn
hast Kanalgasse 22,1. Etage, die gol
dene Hochzeit. Die Eheleute leben in
dürftigsten Verhältnissen und nur von
einem Almofen, welches ihnen seitens
des Armenamtes gewährt wird.
E i e n e g. Das 300jährige
Jubiläum feierte die im Jahre 1594
am Tage Urbani bestätigte hiesige
Bäcker-Jnnung.
e n i z e z i n e i n e n a s
50jährige Meiftirjubsäum sieben
Meister der hiesigen Weber-Jnnung.
Es waren die Meister Friedrich Her
mann NüßNer, Karl, Gottlieb Tho
mas, Karl Gustav Schmidt, Friedrich
Wilhelm Oberländer, Ferdinand Edu
ard Diesel, Friedrich Albert Feudel
und Christian Fürchtegott Schmidt,
deren Jeder von der Innung
werthvolles Diplom erhielt.
i ch e n st e n. In einem bot
einigen Tagen im Chemnitzflusse bei
Stein aufgefundenen Todten, den
Niemand kannte und bei dem auch kei
nerlei Legitimation gefunden wurde,
ist nachträglich der ehemalige Han
delsschuldirekter, später Privatlehrer
Dostmann von hier, festgestellt wor
den.
a u e n A n e n o e n
einer tSIutocir'fhmg ist Referendar
Herr Alfred Artzt im Alter non 26
Jahren gestorben. Neulich erkrank
ten in Chrieschwitz mehrere Personen
schwer an Brechdurchfall. Dieselben
Hatten sogenannte Bauernbratwurst
gegessen, welche aus Schweinefleisch
hergestellt und nur einen Tag geräu
chert worden war. Erst jetzt sind die
Leute genesen. 6
o w e i n e n v o n s e i n e e u t
schen Heimath, im Dienste treuer aus
opfernder Freundschaft, starb in Rio
de Janeiro am geibenFieber der Buch
druckereibesitzer Julius Hermann
Pflugbeil aus Roßwein..
o e z o u e s s e n
i e u e e s a u a e u
Köllisch gerieth mit seinem spät heim
kehrenden Sohne in Wortwechsel.
Letzterer zog ein Messer, drang auf
feinen Vater einjmd brachte ihm vier
Stiche bei. Die Verletzungen sind be
denklicher NatM Der Attentäter
wurde verhaftet
i e e n a s e n k a e n
deutschen König Konrad den Ersten
(911 918) ist so weit vollendet,daß
demnächst die Enthüllung desselben
stattfinden kann.
a i n z i e s e a e i s i e
Kunstreiterin Rohde im Cirkus Schu
mann gestürzt und hat sich ernstlich
verletzt. y
W o s e e n s i o n e a n
wärter Peter Schlegelmilch erhängte
sich in seiner Wohnung. Schlegelmilch
hinterläßt zwölf unmündige Kinder.
Auf Station Enkenbach derStrecke
Mannheim-Kaiserslautern stießen in
Folge falscher Weichenstellung zwei
Güterzüge zusammen. Der Zugfüh
rer Ernst ist seinen Verletzungen er
legen. Schwer verletzt sind Lokomo
tivführer Schäfer, Bremser Armbrust
und Wagenmeister Schwarz. Der
Materialschaden ist bedeutet*,
a y e n
n e n i e a u v e s e i b
kutschers des Prinzen Arnulf stürzte
beim Wäfcheaufhängen durch das mit
einem Drahtgitter überspannte Ober
licht in das Nebenlokal der Gastwirth
schast, in welchem auf den Tischen die
Stühle mit den Füßen nach oben auf
geschichtet waren, so unglücklich, daß
sie sich an einem Stuhlfuß förmlich
aufspießte. Eine sofort vorgenom
mene Operation bestand sie glücklich
und sie wird mit dem Leben davon
kommen. Der Adjunkt Mündel
von hier ist auf dem Wege von Grün
wald hierher abgestürzt und war so
fort eine Leiche.
a y e u e k Förster
Birnftiel in Brennersgrün ist von
Wilderern erschossen worden. Zwei
verdächtige Individuen wurden ver
haftet.
E s e n a a s o i e e 5
Wolfram-Festspiels für 1895 hat sich
konstituirt. Vorstand ist Bürgerinei
ster Miltner aus Eschenbach Ehren
präsident der Dichter des Festspiels
Dr. Paul Heyse. Zum Ehrenmitglied
wurde Ludwig Aub ernannt.
e i s i n o N e u k a
einer der ältesten Buchdrucker Bay
erns, ist. im 83. Lebensjahre gestor
ben.
i n e s k i e n E i n s e s a
mes Rennen wurde dahter abgehalten.
Es konkurrirten bei demselben nämlich
ein SOjährtger Mann und ein 30jäh
riger Schimmel. Ersterer siegte und
erhielt den 1. Preis.
a n a u E i n K a n o n i e
mens Kalkbrenner, gebürtig
Freinsheim, hat sich erschossen.
i n a u e i e i n e
Alter von 15, 16 und 17 Jahren,
welche von Naumburg a. d. Saale
durchgebrannt waren und mit gelade
nen Revolvern und langen* Messern
bewaffnet auf dem „Wege zu den In
dianern" sich befanden, wurden von
der Polizei aufgegriffen.
Na
aus
im
N n e U n e o e e
theiligung fand Heuer zum ersten Mal
wieder seit dem Jahre 1524 die Fron
leicknamLprozession öffentlich statt.
Militär hat Spalier gebildet.
O e e i I n A u w u e
eine entlaufene Kuh eines Viehhänd
lers umgebracht, die förmlich Jagd auf
die Menschen machte. In Enheim
hat sie den Postboten schwer verletzt,
einem andern Manne einen doppelten
Armbruch zugefügt,in Marktbreit drei
Personen, in Michelfeld einen Mann
und eine Frau schwer verwundet.
e e n s u I n e a z
fabrik und Weizenbierbrauerei des G.
Rauh fand eine Kesselexplosion statt.
Glücklicherweise ward die drohendeGe
sahr rechtzeitig wahrgenommen, und
deshalb Niemand verletzt.
S ch a u e n st e i n. Der Stadt
schreiber Hopfs wurde wegen Unter
schlagung aus dem.Amte entlassen.
Erst vor dreiviertel Jahren mußte sein
Vorgänger aus dem gleichen Grunde»
entlassen werden.
S a s e e i e i n e e
witter entzündete der Blitz einen Sta
del. und in fünf Minuten standen drei
Häufer in hellen Flammen. Es
konnte nichts mehr gerettet werden.
Die Abgebrannten sind sehr arme
Leute.
u n o e a u e o s e
Probster hat sich mit einem Revolver
erschossen, während seine Angehörigen
dem Leichengottesdienste für seine
Frau anwohnten.
a u n s e i n A u e i e s i e n
Bahnhofe wurden drei Kinder, die bei
heilem Gewittersturm von derSchule
zurückkehrten und unter einem Regen
schirm zusammen gingen, den sie vors
Gesicht hielten, von einer Maschine
erfaßt und überfahren. Das eine
wurde sofort getödtet, das zweite
schwer, das dritte leichter verletzt.
Z w i e s e I n i n e w u e n
Thekla Wolf und 'Therese Weiß vom
Blitze getroffen letztere ist schwer, die
erstere leicht verletzt.
W e e
S u a e s a u a e u S a u
ber zur Krone, welcher sich kürzlich
durch eine Champagnerflasche eine
Verletzung zuzog, ist an Blutvergif
tung gestorben. Dieser Tage be
ging der Taglöhner Joh. Cristoph
Gölz in der Karlsvorstadt Heslach mit
[einer Ehefrau die Feier der goldenen
A a e n I n O e k o e n e i e
der Dorfmüller Scheerer bei finer Ab
fuhr von Holz aus dem Walde unter
den Wagen und war nach wenigen
Stunden eine Leiche.
A 1 e n st a i g. Auf der Bahnli
nie Nagold Altenstaig befindet sich
die Haltestation Ebhausen. Als die
Linie gebaut wurde, weigerte sich die
Gemeinde Ebhausen beharrlich, die
gewöhnlichen Beiträge zum» Bau eines
Stationsgebäudes zu leisten, da sie
der sicheren Hoffnung sich hingab, der
Staat müsse einen Bahnhof herstellen
lassen. Das hat der Staat denn auch
gethan, indem er einen ausrangtrten
Güterwagen mit dem Namen des Or
tes und dem Namen „Bahnhof" Eb
hausen zur Verfügung stellte, so daß
dieser Bahnhof jetzt zur Freude aller
Reisenden weit und breit berühmt ge
worden ist.
A e n i n e n i e e a a
turwerkstätte der Cementsabrik von E.
Schwenk ist vollständig ausgebrannt.
a n n s a e z i n i e e i
Datier Karl Mast hier mit seiner Gat
tin das Fest der goldenen Hochzeit.
E i n e n i e i e n s a
Emilie Seifried von Aichschieß wurde
auf Dbereßltnger Markung an einem
Baume aufgeknüpft gefunden. Die
Dienstherren der Verstorbenen, die
zwei ledigen Brüder Roth von Hen
gensberg, sind dringend verdächtig,
das Verbrechen verübt zu haben.
e u e n st a t. Neulich Abends
wurde auf der neuerbauten Nagold
straf}« bei der Jgelsberger Sägmühle
der Forellenwirth todt aufgefunden.
Das Gericht begab sich alsbald zur
Stelle und ermittelte, daß der Wirth
von feinem eigenen Sohne erschlagen
wurde.
e i o n n i e s e a e a
sich der Buchhändler I. Stern erfchof
sen. Beweggrund unbekannt.
K i ch e m. In dem Dachstuhl
des Wirths und BäckersFriedrich Sey
bold brach letzthin Feuer aus. Der
Dachstock des Hauses und ein größerer
Theil der angebauten Scheuer sind
verbrannt und die übrigen Stockwerke
durch Wasser bedeutend beschädigt.
e e n e i e i i s e n
stürzte der 14jährige Sohn des frühe
ren Bataillonstambours Timm in die
Tauber und ertrank.
N a o d. Mit der längst projek
tiven Errichtung eines Aussichtsthur
mes auf dem 624 Meter Hohen Kapf
wurde begonnen.
u i n e n e e W a e
hier, früher Jnftitutslehrer in Wil
helmsdorf, ist von der Reichsregierung
zum deutschen Lehrer in Togo berufen
worden.
U m. Unter dem Verdachte, den
bereits gemeldeten grauenhaften Lust
mord an dem Friseurlehrling Müller
verübt zu haben, wurde der^Schächter
Jakob Bernheim hier, ein schlecht be
leumundetes Individuum, der- von sei
ner Frau schon lange Zeit getrennt
lebt, verhaftet. Beim Nachenfahren
ist der 19jährige Kaufmann Regel
mann, der hoffnungsvolle Sohn einer
Wittwe, ertrunken.
U a I n e e n e i n e W e i h
stetten machte Schultheiß Spohn, ein
erst 32jähriger Mann, seinem Leben
durch Erhängen ein Ende. Motiv un
bekannt.
W a s e e i e s e a e s e e
der Blitz das Haus des Gutsbesitzers
Lott in Steinenberg ein die Bewoh
ner konnten sich retten viel Vieh und
Inventar ist verbrannt. In Hai
sterkirch ist das Haus des Söldners
B. abgebrannt.
a e n
K a s u e e e n a a s s i
stent Bachmann hat sich im Rhein mit
seinen zwei Kindern, einem ^Knaben
von 9 Jahren und einem Mädchen von
5 Jahren, ertränkt. Die Leichen wur
den bei Sondernheim (Germersheim)
geländet. Die Kinder waren an den
Vater angebunden. Der wegen Be
trugs angeklagte Kaufmann Albert
Drèyfuß von Kuppenheim machte in
dem Straskammersaale, nachdem das
auf 9 Monate Gefängniß lautende Ur
theil verkündet worden war, den Ver
such, sich mittels einesTafchenrevolvers
zu erschießen. Er verletzte sich aber
nicht tödtlich und wurde in das städti
fche Krankenhaus gebracht.
33 e e n a u. Der Bürgermeister
Luishalm von hier führte an einem
Tage feine vier Kinder, einen,Sohn
und drei Töchter, gleichzeitig zum
Traualtar.
u 1 a ch. Neulich entstand in
einer hiesigen Wirthschaft eine Schlä
gerei zwischen Grenadieren und Feld
artilleristen. Es gab auf beiden Sei
ten blutige Köpfe und sämmtliche Fen
sterscheiben des Lokals wurden zer
trümmert.
E i n e n a E a ö h
ner Jakob Müller wurde von einem
fallenden Baum getödtet. Er hinter
läßt Frau und vier Kinder.
u a ch. Wegen Verdachts der
Wechfelfälfchung wurde der verheira
tete Steinbrecher Christian Oberle
verhaftet.
K a u e t#n Die Eheleute
Tremmel feierten ihre goldene Hochzeit.
Der Jubilar steht tm 79. und dessen
Frau im 72. Lebensjahre.
i e n a 1 e 1 7 a e
alte epileptische Maler Wilhelm Schlee
hat sich im Gemeindewalde ^Staufen
berg erhängt.
K o n s a n z e 2 5 a e a e
SchneiderFried^ich Haas ausSchwein
furt hat sich ertränkt.
a n n e i e 7 2 a e
alte Agent Sigmund Bensinger schoß
sich im Friedhofpark mit einem Revol
ver sechs Kugeln in die linkeBrustseite.
Er war nicht sofort todt, sondern starb
erst nach einigen Stunden im Kran
kenhaus. Als Ursache nennt man ein
quälendes Leiden. Der verheirathete
.."1
tet, da er sich an seiner iiccnnt ISjä^
rigen Tochter vergangen haben sâ
o z e i e e n e n I n
spector der Wasserleitung wurde -we
gen der Typhus Epidemie gerichtliche
Untersuchung eingeleitet.
S 1 i n e n. Taglöhner Be
nedikt Thienger stürzte beim Umbau
der Brücke Stühlingen Hallau in die
Wutach und ertrank.
U n a u. Infolge Blitzschlags ist
das Wohn- und Oekonomtegebäude des
Accifors Matth. Seiler abgebrannt.
W e i s w e i e v i e a e
alte Sohn des Schuhmachers Röcklin
wurde im Mühlbach ertrunken aufge
funden.
O e s e e i
W i e n I a n o s e u e s e z e
sich der 14jährige Sohn des Bahn
Hofportiers im Halbschlafe auf das
Fenster des im dritten Stock gelegenen
Schlafzimmers, wo er.wieder ein
schlief. Durch eine in dem Halbfchlafe
gemachte Bewegung verlor der arme
Junge das Gleichgewicht und stürzte
in den gepflasterten Lichthof. Der
Knabe verschied nach wenigen Minu
ten. In Baden ist Adolf Duval de
Dampterre, der letzte Sprosse des be
rühmten Kriegshelden aus dem 30jäh
rigen Kriege, in ärmlichen Verhältnis
sen gestorben.
Asch. Dieser Tage ist in der Ap
pretur von Ernst Keil ein Brand ent
standen, der so rasch um sich griff, daß
die Arbeiter eiligst flüchten mußten.
Ein Mädchen erlitt bedeutende Brand
wunden. Den rasch herbeigeeilten
Feuerwehren gelang es nur mit großer
Mühe, die anstoßenden Nebenräumlich
leiten zu erhalten und dann das Feuer
zu bewältigen.
a u e n i i e w u e n n s
sechs Personen von einem tollen Hunde
angefallen. Dieselben sind nunmehr
in Wien angekommen, um im allgemei
nen Krankenhause prophylaktischer Be
handlung unterzogen zu werden. Der
wuthkranke Hund wurde von einem der
Verletzten erschlagen. Ebenso sind
dreißig andere Hunde im Orte, welche
das wuthkranke Thier gebissen hatte,
erschossen worden.
4
S w e i z
A e n z e .- I n A e n
zell wurde ein Telephonnetz eröffnet.
a s e st a t. Auf Fronleich
namstag wurde die neue katholische
Marienkirche der Schauplatz einer auf
regenden Scene, indem ein neu ange
stellter Geistlicher während der stark
besuchten Frühmesse in Wahnsinn ver
fiel, den mitadministrirenden Collegen
mit Insulten überschüttete und nur
mit Mühe bewältigt, in eine Kutsche
und in die Irrenanstalt gebracht wer
den konnte.
I a u §. Am Jahresfeste des
Schweizerischen Stenographen Ver
eins nahmen ca. 120 Stolze'sche Ste
nographen Theil. Der Verein zählt
1400 Mitglieder.
a u n e n e i o e e
theiligung trotz schlechtem Wetter fand
neulich Sonntags das kantonale Sän
gerfest in Jlanz statt. Leider kam da
bei ein trauriger Unglücksfall vor, in
dem einKanonier von einem zerspreng
ten Mörser schwer verletzt wurde..
2 u z er n. In der Stadt sind für
das Jnitiatjvbegehren betreffend un
entgeltliche Beerdigung die nöthigen
300 Unterschriften zusammengekom
men damit muß die Sache zur Ge
meindeabstimmung kommen.
S a e n I n o a u e o b
achtete man neulich Abends, daß die
elektrische Leitung nach allen Seiten
in bunten Funken sprühte. Kantons
rath Schaffhaufer in Andwil, der in
der Meinung, daß die Drähte ifolirt
feien, einen Draht berührte, erhielt ei
nen furchtbaren elektrischen Schlag,
der ihn wegschleuderte und ihm mo
mentanen Tod brachte.
e s s i n. Weil der Stadtrath von
Lugano der Stadtmusik die Theil
nahme an der Fronleichnamsprocession
untersagt hat, wollen sich die Katho
liken dafür dadurch rächen, daß sie
ihre Beiträge für's eidgenössischeTurn
fest zurückziehen.
W a i s $ 3 e o e a a
mit 50 gegen 39 Stimmen das Todes
urtheil über die Schwestermörderin
Creszenzia Zenklusen in lebensläng
liehe Zuchthausstrafe umgewandelt.
U e e i e v o n u n s s o n
erwähnte Dietz'fche Klavierharfe
schreibt ein Fachblatt: Immer ruhig
Blut. Eine Erfindung wie die Dietz
'fche Klavierharfe muß sich, mag sie
auch noch so geistreich und vielverspre
chend sein, doch erst bewähren, bevor
sie den wirklichen Pedalharfen den
Krieg zu erklären vermag. In Aitern
Concert z. B. .soll das dabei benutzte
Instrument ob unter dem Einfluß
der Temperatur, ob in Folge geringer
Widerstandsfähigkeit des Saitenma
terials muß erst noch festgestellt wer
den sich bis zur Unbrauchbarkeit
verstimmt haben. Einstweilen brauchen
also weder die Fabrikanten noch die
Spieler von Wdalharsen sich auf das
letzte Stiindlchz. ihrer Thaiigleit.vor?,
zubereiten. 'f
n i k
Kinder werden gleichzeitig gemeldet.
In München hat sich ein neunjähriges
Mädchen, welches zu den tüchtigsten und
bravsten Schülerinnen seiner Klasse ge
borte, mit Sublimat vergiftet, „weil
feine Brüder es immer geärgert hät
ten." In Ochfenwärder bei Hamburg
hat ein erst Ostern aus der Schule ent
lassenes Mädchen, das von den Eheleu
ten Köster zur Wartung ihres Kindes
angenommen war, seinen Pflegling im
Bette erdrosselt, weil es ihm auf dem
Lande nicht gefiel. Das Mädchen hat
die Unthat eingestanden und wurde
nach Hamburg in's Gefängniß abge
führt»-
::i 11 eji Deutscher, der im Dienste
^eu-Gum^a-Compagnie steht «n®.
2:m die Leitung der in Deutsch-Neu
èuir.ea in den nächsten drei Jahre«
auszuführenden Eisenbahn- und We#
aebauarbeiten übertragen ist. Von bet
Menge der Aemter, die er dort zu ver
walten hat, macht er im einem Bn^e
Mittheilung, der unserem GewahrS
manne zur Einsicht unterbreitet ge
wesen ist. Der Schreiber dieses Brie»
ses, ein geprüfter Ingenieur, der bo
reits ein halbes Menschenalter den
heißen Zonen durchlebt hat, berichtet
u. A. Folgendes: „Meine gegenwärtige
Stellung als Stationsvorsteher ist eins
sehr angenehme, weil ich ganz unab
hängig der oberste Beamte des Bis»
marck-Archipels bin. Auch bin ich Ver»
Walter etiler großen BamnwollenplaM
tage mit ca. 30 schwarzen Arbeiters
in welcher Eigenschaft mir ein Assistent,
zur Seite steht. Als Bürgermeister
von Herbertshöhe und Vorsteher der
Station liegt mir die Verwaltung der
Depots und Vrotnantlager ob, bei der
mich ein Lagerverwalter unterstützt,
der nebenbei die Postagentur versteht
Ferner bin ich oberster Gerjchtsbeamter
des Archipels, wobei als meine Stütze
ein königlich preußischerAkwarius fun*
girt, der zugleich Registrator, Copist»
Hafenmeister, Zoll- und Steuerbeamter,
ist. In meiner Eigenschaft als Poli
zeidirektor untersteht mir eine aus 24
Schwarzen gebildete Schutz- und Po
lizeitruppe, für deren Commando ich
meinen Heilgchilfen und Lazarethvor
fteher zu meiner Entlastung zum Vice
commandeuv bestimmt habe. Schließ#
lich bist ich noch gezwungenermaßen,
Agent des Norddeutschen Lloyd iqt
Bremen» Meine Unterthanen, heißt es
dann weiter, sind außer den schwarzen
Eingeborenen noch eine ganze Masse
Weiße, Plantagenbesttzer, Händler,
Missionäre und sogar ein katholische?
Beschof.
nehmen Empfang bei einem Kranken
besuch erfuhr in diesen Tagen Dr.
nard, der leitende Arzt des Matrosen*
krankenhauses in dem Haftnplatzs
Berck bei Arras. Er hatte längere
Zeit das Kind eines Ortsbewohners
behandelt und war nun von dem Va
ter um die Rechnung ersucht worden.
Als der Arzt das nächste Mal erschien
und aus die Frage des Vaters die
Rechnung hervorzog, wurde sie ihm»
alsbald aus der Hand gerissen mit
dem Bemerken, die Bezahlung brauche
er nicht zu erwarten, da er sich durch
unerlaubten Umgang mit der Mutten
feiner kleinen Patientin selbst entschä
digt habe. Ehe sich der Arzt von dem
Erstaunen Uber? diese überraschende
Begrüßung erholt hatte, hielt ihm der
Mann einen Revolver entgegen, legte»
drei Wechsel zu je 5000 Franken auf.
den Tisch und forderte den Arzt auf,
diese unverzüglich zu unterzeichnen.
In dieser unmittelbaren Lebensgefahr
beugte sich der Arzt zum Unterzeichnen,
um einen Augenblick Zeit zu gewinnen,
und schrieb in der That seinen Namen
auf zwei der Wechsel, stürzte sich dann
aber plötzlich auf den Erpresser, unt
ihn zu entwaffnen. In dem darauf
folgenden Ringen erwies sich der ge
fährliche Vater als der Stärkere. Dev
Revolver entlud sich und verwunde tie
den Arzt art der Hand, und nur durch
das Ausgleiten feines Gegners gewann,
der Angegriffene die Gelegenheit, ohne
ernstlichen Leibesfchaden das Freie zu
gewinnen. Den Erpresser hat inzwi
schen der Staatsanwalt hinter Schloß
und Riegel gefetzt. Der Arzt, der sich
des besten Leumunds erfreut, soll mit
der Mutter des Kindes nur hier und
ba am Krankenbette die paar unum
gänglich nöthigen Worte gewechselt ha
ben.
Budapester Donaubrücke hat die inter
nationale Jury ihre Entscheidungen
getroffen und Minister Lukas hat im
Sinne des Beschlusses der Jury auch
schon die Preise zugesprochen: Den er
sten Preis von 30,000 Kronen erhielt
der Plan für eine Drahtfeil-, d. h.
Kabelbrücke, mit einer einzigen Oeff
nung. Die Brücke ist auf zwei sehr
hohen Pfeilern aufgehängt. Der Plan
stammt aus der Stuttgart-Eßlinger
Maschinenfabrik. Den zweiten Preis
von 20,000 Kronen erhielt der Plan
des früheren Ingenieurs der ungari
schen Staatsbahnen Johann Fekete
hazy. Es ist dies eine Confolbnicke.
mit drei Oeffnungen. Den dritten
Preis errang der Plan der ungarischen
Domänendirektion der österreichisch
ungarischen Staatsbahn mit der Firma
Gregersen und dem Ingenieur
Schmal.
6 0 S e u n e n s i n i n i e
benwalde, (Prob. Bradenburg,) ein
benwalde, Prov. Brandenburg) ein
dem an der Zehbenicker Chaussee vor
der Stadt belegenen Complex von 66
theils mit Stroh gedeckten Scheunen,
welche in drei Reihen standen, war ge
gen Mittag das Feuer ausgekommen
und hatte, an den vielen Futtervorrä
then, Maschinen und Wagen reichlich
Nahrung findend, mit riesiger Schnei -.
ligkeit um sich gegriffen. Bei der sich
entwickelnden Gluth war jeder Ablö
fchungsversuch vergeblich, so daß 60*
Scheunen mit Inventar und 60 Ham
mel ein Raub der Flammen wurden.
Als Entstehungsursach? des Feuers
wird Brandstiftung angenommen^.
San Jldefonfo, Madrid, stieß
ein anständig gekleideter Mann plötz
lich den lauten Ruf aus: „Es lebe die
Anarchie!" was einen unbeschreiblichen
Schrecken zur Folge hatte. Alles floh
in wilder Jagd aus der Kirè, wobei
viele Damen in Ohnmacht fielen und
niedergetreten wurden. Der Mann'
heißt Antonio Navarro und ist Advo
kat. Zur Wache gebracht, zertrüm
mertt er dort durch Faustschläge die
Thür des Gefängnisses. Die Behör--^
den glauben, daß'sie es mit eintm ©et*"
stesgestörtm zu thun haben.
V
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-S 3
1

n v i e s e i i e 2 3 e a
E i n e n höchst u n a n e
I n A n e e e n e i e
W e n e e s s e in

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