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Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, September 12, 1894, Image 3

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Mw- Das
sRoma« toH Anto» v. Perfa.
F"^' (3. Fortsetzung.)
?r ßecfte sein ganzes dürftige? Leben
auf, Freud und Leid. Wie seine Frau
vor wenigen Monaten erkrankte und
das älteste, ein Mädchen von zwölfJah
ren, das ganze Hauswesen führte. Er
mußte seine schöne Wohnung mit zwei
Zimmern aufgeben und hat sich mit
einem behelfen, um die Krankheitskosten
zu decken. Das Kleinste war vor eini
yeit Wochen gestorben. Es hat ausge
sehen wie ein Prinz, so zart, und hat
die grobe Kost nicht ausgehalten und
den ständigen Wasserdampf in der
Stube. Und der Kaffee ist wieder
aufgeschlagen um zehn Pfennig und
wird immer schlechter. Eine neue
Familie ist eingezogen im Hause, aus
Böhmen, die alles durcheinander bringt.
Der Mann immer besoffen, die Frau
ein Zankeisen, und was die Kinder da
alles zu sehen und zu hören bekommen.
Aber sonst sei es schon zum Leben,wenn
mir daheim wieder alles gesund ist und
ihm kein Unglück zustößt, wie seinem
Zimmernachbar vor etlichen Tagen, den
sie mit zerschlagenen Füßen nach Hause
brachten zu seiner Frau und drei klei
nen Kindern.
Kitty horchte gespannt den schlichten
Worten des Mannes. Sie wagte keine
Zwischenfrage. Unsagbares Grauen
packte sie vor den Bildern, mit denen
er die enge Höhle füllte, dann wieder
stumme Bewunderung der Gelassenheit,
mit der er sein Schicksal trug.
Sie übersah in ihrer llnerfahrenheit
ten falschen Maßstab, den sie anlegte.
Als er den Unfall seines Kameraden
schilderte, da war es ihr, als ob sich die
Höhle mit seinem Blut füllte, das für
sie vergossen ward für ihre tausenderlei
Bedürfnisse, ihre Freuden und Vergnü
gungen und nicht einmal gesprochen
wurde in ihrem Hause von dem un
glücklichen Mann und seinen darbenden
Kindern.
Das trieb ihr die Schamröthe in das
-Gesicht. Nie mehr wird sie froh und
frei genießen können, immer wird sie
der Qual denken müssen, aus der ihr
Reichthum quillt, dieses auf dem Rü
den liegenden Mannes in dem Kohlen
loch, des verstümmelten Unglücklichen.
Sie faßte die besten Vorsätze, wie sie
Glück und Freude bringen wollte in
diese finstere Welt, die sie jetzt mehr
haßte und verabscheute denn je.
Gleich jetzt wollte sie damit beginnen.
Sie durchsuchte die Taschen, aber sie
waren leer, ihre Börse war im Reit
kleide geblieben.
Franz errieth ihre Absicht und drückte
sich erhebend dem Arbeiter ein Goldstück
in die Hand. Für den Schnaps, fügte
er, das Ehrgefühl der Leute wohl ken
nend, hinzu.
Die Dankesworte des Mannes wa
ten für Kitty nur der Vorgeschmack ei
nes neuen köstlichen Sportes, dem sie
leben anderen opfern wollte, in ihrer
schnell aufschäumenden Leidenschaftlich
keit.
Franz schlug den angewiesenen Weg
tin.
Kitty athmete erleichtert auf, als sie
fttiß mit ihm allein sah.
Weiß denn mein Papa, wie es da
Herunter aussieht? Wie diese Männer
sich quälen müssen? fragte sie.
Natürlich weiß er es.
Aber er ist doch sonst so gut, so herz
lich, wie kann et das zulassen? Das
Herstehe ich nicht.
Soll er diese Schätze ruhen lassen?
Das wäre ja noch schlimmer. Sie bil
den ja neue Werthe, von denen wieder
Tausende sich nähren. Das ist das
Gesetz der Arbeit, unter dem die ganze
Menschheit steht, ohne das sie zugrunde
gehen müßte.
Außer uns, den Glücklichen, wir ste
hen natürlich nicht darunter, entgegnete
Kitty.
Ebenso, Kitty! Ebenso! Ihren
Besitz für das Gemeinwohl so nutzbrin
gend zu verwenden als möglich, das
•heißt, durch ihn möglichst viel Arbeit
und zwar lohnende Arbeit zu schassen,
«licht ihn als willkürliches Machtmittel
-zu betrachten im thörichten Kampfe ge
gen die Arbeit, das ist das Arbeits
gesetz der Reichen, daS sie auch unge
straft nie verletzen.
Das kann ich nicht verstehen, aber
eines kann ich, wenn ich einmal Herr
bin, die Ställe leeren, die unnützen Die
ner alle entlassen, alles Entbehrliche
verkaufen und mit den armen Leuten
theilen. O, das müßte ein Vergnügen
fein, wie ich noch keins genossen!
Das wäre ebenso tböricht als nutz
los, entgegnete Franz. Du kannst
Seine Pferde behalten und deine Die
nerschaft und alles Schöne was du be
sitzen wirst, und trotzdem ein Engel sein
für deine Arbeiter! Gerade du als
Frau!
O, wie das, Franz, wie dal? Lehre
mich das!
Das brauche ich dich nickt} zu lehren,
Kitty, dein gutes Herz wiro das schon
«besorgen.
Nein, Franz, von dir will ich es wis
sen.
Sie standen plötzlich vor einer
mannshohen Oeffnung, welche in ihrer
Werzackung einem gothischen Fenster
glich. Die Kohle bildete hier eine
mächtige Cchicht und wurde terrassen
förmig abgebaut. Man blickte in eine
scheinbar unermeßliche Tiefe, in welcher
die Gruben lichtet der Arbeiter wie Irr
lichter umhertanzten, während diese
selbst in dem bläulichen Kohlennebel
wie riesige Schatten in grotesker Bewe
gung sich ausnahmen. Das Rasseln
der von Terrasse zu Terrasse qeschütke-
ten Kohle, der dumpfe Hackenschlag und
das Stampfen einer irgendwo ausge
stellten Masch
im jur Ventilat nâ-
oder Wasserbeförderungszwecken ver
mischte sich zu einer charakteristischen
Arbeitssymphonie.
Kitty blieb lange versunken in den
eigenartigen Anblick. Sie setzte sich
auf die Kante des natürlichen Fensters,
von welchem eine Leiter nach abwärts
führte, und hielt sich an Frcmz fest.
Sprich, Franz, hier wird es sich für
immer in meine Seele graben! Was
kann ich thun für diese Armen? Wie
ihr Loos verbessern? Wenn du selbst
sagst, diese Arbeit hier unten muß ge
schehen.
Ja, die muß geschehen! Und hier
unten kannst du, brauchst du nichts zu
ändern, Kitty. Auch ist diese Arbeit
kein Unglück, keine Qual, wie häßlich
und hart sie dir auch scheinen mag.
Oben wäre dein Feld, in der Familie
des Arbeiters. Da ist für ihn oft die
Hölle. Schaffe ihm ein menfchenwür
diges Heim, in dem fein Körper, fein
Geist Erholung findet, in dem er sich
als Mensch fühlt und athmet, nicht als
Tbier, das nur unterkriecht, um sich
vor der Unbill der Witterung zu schü
tzen. Sorge für die Erziehung der
Kinder, fei selbst die Lehrerin der
Frauen. Betrachte alle als zu deiner
Familie gehörig und lasse allen zugute
kommen, was du an Schätzen des Gei
stes und Herzens vor ihnen voraus hast.
Lasse dich nicht irre machen durch ver
fehlte Versuche, durch Undank, durch
das Lachen der Welt, die dich vielleicht
eine Närrin nennen wird. Kurz,
Kitty, was spreche ich denn lang
lerne die Menschen lieben, dann findest
du sofort das Rechte und du wirst ein
Glück genießen, von dem du bis jetzt
keine Ahnung hast.
Kitty sah andächtig zu ihm auf.
Sie hatte das Gefühl, als sollte diese
Minute nie enden, als sollte sie nie
mehr sprechen, sondern ihm in die gu
ten lieben Augen sehen und feine
Stimme hören, feine innigen Worte.—
Hast du mich begriffen, Kitty? fragte
er.
Ich fühle es ja jetzt schon, das hohe
Glück, nur wenn du davon sprichst,
Franz, begann sie dann plötzlich, in ei
nem feierlichen Tone, sich dicht zu ihm
beugend. Kannst du dir das denken?
Ich oben, nach deiner Idee waltend,
Segen, Glück spendend! Du hier un
kn die Arbeit fördernd, die Mittel
schaffend, überall helfend, ordnend.
Beide feindliche Welten, die des fei
nen Lebensgenusses und die der Arbeit,
verbunden zu einem Paradies! fuhr
Franz fort, vom Traume Kittys ge
blendet.
Ja, zum Paradies, Franz! Aus dem
uns niemand vertreiben soll!
Kitty! Franz faßte zitternd die bei
den Arme, die sich um seinen Hals
schmiegten. Es ist uns ja für immer
verschlossen, das Paradies!
Franz, mit einem Worte sprengst du
seine Pforten. Jetzt war es kein An
schmiegen mehr, sondern feste Umklam
merung.
Franz bebte in seinem Innern er
liebte Kitty ja schon lange und stand
jetzt vor der Erfüllung eines Traumes,
den er feit Jahren mit aller Energie zu
rückgedrängt.
Er kannte aber auch die schnell auf
flammende Leidenschaft Kittys. Die
mächtigen Eindrücke der neuen Welt, in
die sie zum ersten Male an seiner Seite
eingetreten, hatten ihre lebhafte Phan
tasie erregt. Die heilige Begeisterung,
die sie erfaßte, konnten neue Eindrücke
abschwächen, und aus ihren Augen
zuckte ein Strahl, der, so verführerisch
er war, einen Augenblick das Wort auf
feine Lippen bannte, das sie so glühend
zu hören begehrte. Nur einen Augen
blick dann betäubte auch ihn, den
Starken, der Athem ihres Mundes, ih
res Haares, das feine Stirne berührte.
Er riß sie stürmisch an sich, daß sie
wie ein Kind in seinen Armen lag, und
drückte einen Kuß auf ihre Lippen. Die
Filzkappe fiel in die Tiefe, das Gold
haar löste sich und das Rauschen und
Tosen in der Tiefe schwoll in's Unend
liche und tausend Lichter tanzten einen
Reigen um sie.
Das Parodie». Franz! flüsterte
Kitty.
Franz erwachte aus seinem Taumel.
Ein jäher Gedanke kam ihm, aber mit
vollster Klarheit.
Kitty, willst du mir folgen?
Wohin? fragte sie, immer noch be
täubt, mit halbgeschlossenen Augen.
Hinaus in die Welt, der ich vcn nun
an angehören werde!
Was kümmert dich jetzt noch diese
Welt? erwiderte sie in weicher Hin
gäbe, sanft ihm entgegenlächelnd.
Doch, Kitty, ich darf sie nicht ausge
ben, aus unzähligen Gründen nicht,
wenigstens auf Jahre nicht. Sprich,
Kitty, willst du mir folgen?
Seine Miene, der Ton seiner Stirn»
me ließen Kitty an seinem Ernst nicht
zweifeln, und doch waren ihr die Worte
völlig unverständlich.
Du willst mich doch nicht zu einer
Ingenieurs rau machen? sagte sie in
scherzendem Tone.
Ja, das will ich. das muß ich! Nicht
für immer, aber für Jahre. Ich kann
nicht der Mann einer Frau fein.
Aber, Franz, du kennst doch den Va
ter! Nie wird er das zugeben.
Weil er meinen Stand zu schlecht
hält für feine Tochter und du fühlst
grade so, Kitty. Sag' ehrlich, du
fühlst grade so? drang/r in das Mäd
chen.
Kittys Blick flog den Weg voraus
fn die Zukunft. Sie Übersah das
ganze enge Leben, das ihr so lichtlos
schien, wie diese Hoble, damit kam
ihr der Unmuts). Warum verlang ie
er ein so thörichtes, maßloses Opfer,
wenn er sie liebte? Sie wollte ja gerne
att(\ thun, was et ihr eben in so un
vergeßlichen Worten gerathen, aber er
selbst sagte ja, daß sie deshalb kein
Pferd auâ ihrem Stalle wegzugeben
brauche. Andererseits las sie in sei­
i/
nem Blicke, fühlte 'sie in der'Erregung
seines ganzen Wesens eine Liebe, die
wohl eines Opfers werth und auch be
rechtigt war, eines zu verlangen, aber
sie war zu ungeübt im Opfern.
Sie fühlte sich ernüchtert und schäm
te sich doch, es ihn merken zu lassen,
nachdem sie einmal so weit gegangen.
Gehen wir, Franz! Wir brauchen
beide Lust und Licht! Ich ersticke hier!
sagte sie.
Franz dur^^aute sie mit bitterem
Schmerz und ließ sie frei. Jetzt hatte
er sie für immer verloren.
Kitty rief einem Arbeiter zu, er solle
ihr den Weg zeigen. Sie wollte nicht
mehr allein sein mit Franz.
Der Mann stieg die Leiter herauf
und reichte ihr hilfreich die Hand.
Franz folgte. Sie stieg von Terrasse
zu Terrasse, und als der Arbeiter vor
einer Seitenstrecke angelangt, welche
direkt zur Förderung führte, sich ent
fernen wollte, forderte Franz selbst
seine Begleitung.
Ohne ein Wort zu wechseln, bestie
gen sie das Förder werk, zugleich mit
zwei Arbeitern, die erst auf Kittys
ausdrücklichen Wunsch einstiegen.
Kitty setzte sich sichtlich ermattet auf
die Bank. Es fröstelte sie jetzt in dem
feuchten Kleide. Sie haßte jetzt mehr
als je diese Welt, aus der sie erst em
porstieg, sehnsüchtig nach dem ersten
Lichtstrahl spähend.
Oben erwarteten sie die Herren
man war bereits in lebhafter Besorg
niß.
Ich dachte, du weißt genau Bescheid,
bemerkte Georg mit einem spähenden
Blick auf Kitty. So war es zum
mindesten unvorsichtig, dich von uns
zu trennen. Du siehst sehr ermattet
aus, wandte er sich an Kitty.
Diese hatte ihre ganze Elasticität
wieder gewonnen im Sonnenschein,
der lustig in die Halle spielte. Sie
habe sich köstlich amiifirt und das
We.rk jedenfalls gründlicher kennen ge
lernt, als die Herren.
Als sie in wenigen Minuten wieder
in ihrem Reitkleide erschien, jedes Fält
chen tadellos, konnte niemand den
Sturm ahnen,der eben in dieser schein
bar so ruhigen Brust getobt.
Die Pferde wurden vorgeführt.
Allen sah man die helle Freude an, die
sie, der Unterwelt glücklich entronnen,
im Sattel empfanden. Kitty tummelte
„Wildrose" im Hofe umher. Ihre Er
regung theilte sich dem edlen Thiere
mit, dessen Extravaganzen den Herren
geradezu Besorgniß einflößte. Doch
Kitty war von einem wilden Reitgeiste
beseelt und hatte das Bedürfniß, dem
Thiere ihre unbedingte Herrschaft zu
zeigen.
Mit hochgerötheten Wangen und
wogender Brust hielt sie zuletzt das
zitternde, schäumende Pferd und em
pfing mit sichtlichem Wohlbehagen die
unbegrenzte Huldigung der Genossen,
Franz einen Blick zuwerfend, den die
ser wohl verstand.
Die beiden Prechtings ritten nach
Sittenfeld zurück.
Wir sehen dich doch noch uuf See
feld vor deiner Abreise? sagte sie,
Franz die Hand reichend sie zitterte
und aus ihrem unter dem Schleier fest
auf ihn gerichteten Blick las er etwas
wie Aufmunterung.
Ein Strahl von Hoffnung stahl sich
in fein Herz, der ihm keinen Zweifel
ließ, daß er es wirklich an Kitty ver
loren! Er sagte zu, indem er ihre
Hand küßte.
.Kitty voran, herrlich anzuschauen
mit dem wehenden Schleier, in dem
festen tadellosen Sitz, sprengte die Ge
sellschaft zum Werk hinaus, der in
vollem Herbstschmuck prangenden
Landschaft zu, in welcher dieses wie
ein häßlicher schwarzer Fleck erschien.
Franz gab sich den Tag und die fol
gende Nacht den mannigfachsten Ge
danken hin.
Der Vorgang in der Grube war für
eine Dame'wie Kitty doch zu bedeu
tungsvoll trotz aller Verwandtschaft,
als daß sie darüber so leicht hinweg
kommen sollte. Ein Theil ihrer Weib
lichfeit war in feiner Hand geblieben,
daran war nichts zu ändern.
Der erste Kuß, dieses ersteAuftoaÖen
des Blutes an der Brust eines Man
nes ist nur einmal zu vergeben!
Sie wird, sie muß ihrem Vater Alles
bekennen. Dieser wird empört fein
über die Durchkreuzung feines Lieb
lingsplanes, zuletzt aber doch dem ge
liebten Kinde nachgeben. Er wird
ihn zur Rede stellen, von ihm dasselbe
verlangen wie Kitty, daß er einer Le
bensstellung entsage, die für eine Com
tesse Seefeld nicht passend ist, daß er,
der Mittellose, zuerst von dem Schwie
gervater sich abfüttern, dann der
Mann seiner Frau werden soll. Ja,
er wird das alles noch für eine beson
dere Güte und Großmuth seinerseits
ausgeben und ihn wohl merken las
sen/ daß ihn nur die Umstände,
schlimmer vielleicht, sein gewissenloses,
Kitty compromittirendes Vorgehen da
zu veranlaßt.
Daraus durste er aber nicht einge
hen, wenn er nicht alle Achtung vor sich
selbst einbüßen wollte. Er mußte
wenigstens, so lang» Kitty nicht selbst
ständig war, seine Eristenz selbst ma
chen, und vor allem, Kitty durfte sich
nicht einer Stellung schämen, die ihn
ehrenvoller dünkte, als seine sonstige
im Hause des Schwiegervaters.
So war er sich völlig klar, was er
morgen dem alten Grasen zu sagen
habe und doch fand er keine Ruhe.
In seinem Innersten rumorte der
Zweifel, ob nicht Kitty seinerseits ein
Opfer verlangen könne, ja, wenn er. an
die Verwirklichung des Paradieses,
von welchem sie gesprochen, an ihr ge
meinsames, für Hunderte heilsames
Wirken dachte, dann mußte er sich sa
gen, daß mit diesem Opfer mehr gelei
stet war, als mit dem. welches er von
Kitty forderte.
Wenn sie ihm morgen, unbeeinflußt
von der gehobenen Stimmung, in der
£u sich heute bejand^beim AnblickjtEp
des Fremdartigen, für ihre verwöhn
ten Begriffe Entsetzlichen, in die Hand
versprechen würde, die da unten ent
worfenen Pläne an seiner Seite getreu
lich durchzuführen, sie zu ihrer Lebens
aufgabe zu machen, dann dann
war er e'n Selbstsüchtling, wenn er
das Opfer nicht brachte. So schwankte
er die ruhelose Nacht hindurch zwi
schen Furcht und Hoffnung. Sah er
Kitty vor dem Abbau in seinen Ar
men, in der vollen Hingebung des
liebenden Weibes, so hoffte er, sah
er sie voll neuerwachten Lebensdranges,
mit blitzenden Augen und hochgehender
Brust auf der „Wildrose" davonspren
gen, so fürchtete er.
Mit dem Frühstück brachte der Die
ner einen Brief. Ein Bote von Vals
habe ihn gebracht, Herrn Baron Franz
selbst zu Händen. Kittys Hand
schrift!
Er wandte ihn langt hin und her.
Es handelte sich wohl umVerhaltungs
maßregeln gegenüber dem Vater, der
von allem schon wußte? Oder um herbe
Vorwürfe über feilte Halsstarrigkeit?
Oder sie hatte Angst, daß ihn der
kühle Abschied gestern bestimmte, sich
nicht mehr sehen zu lassen?
„Die abenteuerliche Fahrt in die
Unterwelt, die ja reizend war, hat mich
außer Rand und Band gebracht! Jetzt
habe ich die Folgert zu leiden. Ich
liege im Bette mit Katarrh und Fie
ber. Unser Traum vom Paradies
war sehr schön, ich werde ihn nie ver
gessen aber ich bin, offen gesagt, viel
zu oberflächlich, wetterwendisch, um
ihn zu verwirklichen. Dagegen ver
spreche ich Dir bei unserer alten
Freundschaft, alles zu thun, was in
meinen schwachen Kräften steht, das
Loos der Leute zu verbessern und
auch bei meinem Vater dahin zu wir
ken. Ganz verloren sollen die
Stunden nicht sein, die wir da unten
zugebracht. Alles übrige bitte ich der
armen, mit sich selbst sehr unzufrieden
neu Kitty zu verzeihen! Sie ist ein
wildes Füllen, ohne Zucht und Füh
rung. Danke Gott, der Dich vor
dem Wildling bewahrt und wenn
wir uns einmal wieder sehen sollten,
was ich sicher hoffe, kein Groll, keine
Verstimmung. Und nun „Glück
aus!" Ich kann Dich mit dem besten
Willen nicht empfangen. Vergiß
nicht ganz Deine treue Cousine
Kitty."
Franz blickte lange aus die phanta
stisch verschlungeneUnterschrist „Kitty".
Er verfolgte durch ihre Windungen
hindurch die liebe Gestalt bis zurück
in ihre erste Kindheit. Die Augen
wurden ihm feucht dabei und die Lip
pen preßten sich fest zusammen.
Als er sich erhob und den Brief fal
tete, war sein Antlitz ruhig und gefaßt.
Besser so! Sie hat mich vielleicht vor
einer Schwäche bewahrt.
Der Abschied vom Bruder war kühl,
Verhältnisse und Anschauungen bilde
ten von jeher eine Scheidewand zwi
schen beiden.
Das „Laß dich bald wieder aus
Sittenfeld sehen" Georgs klang sehr
nüchtern. Kein Wort von Kitty, und
doch fühlten beide, daß der Name zwi
fchen ihnen lag.
Als Franz in der Equipage seines
Bruders Kur Bahnstation fuhr, blickte
er rechts auf Schwarzacker. Eine
schwere, massige Wolke lag, von der
feuchten Atmosphäre am Aufstieg ver
hindert, über dem Werk. Er sah deut
lich die Treibriemen des großen
Schwungrades wie Spinngewebe die
Lust durchkreuzen, und hörte vom
Winde herübergetragene Signale der
Förderung.
Da wandte er sich nach links, über
dem purpurnen Buchenwalde erhoben
sich glitzernd die Thürme von Schloß
Vals.
Und doch wird ihr Blick unzählige
Male herüberfchweifen auf die ge
schwärzten Hallen, den düsterenThurm,
der wie ein Wahrzeichen sich abhebt
des ewigen Gesetzes der Menschheit,
von dem er gesprochen, und die man
nigfaltigen Stimmen Schwarzackers
werden sich in ihre Freuden mischen
und sie erinnern an den Schatz, den sie
so leichtsinnig vergeudet im Schooße
der Erde, das erste Liebes stammeln
des Weibes! Und inmitten des Lust
t'cmmels wird das .Heimweh erwachen
nach dem verlorenen Paradies, das ihr
jetzt nur mehr ein reizendes Spiel der
Phantasie erscheint. Sein Bild
wird sich in eine Tiefe ihrer Seele ver
senken, die sie selbst nicht kannte, die
noch überdeckt war von all' dem glei
ßenden Tand, an den sie ihr goldenes
Herz gehangen. Und wenn einst'diese
lockere' Deck: birst, wird sie es mit bit
terem Weh blinken jehen, unerreichbar
tief und darüber wird die öde Leere sie
angähnen.
Arme Kittyl
Dritte» Capliel.
Die Bewohner des Arbeiterviertels
waren nicht wenig erstaunt, eines Ta
ges das Schloßfräulein, dessen Besuch
in der Grube schon alle Gemüther er
regt, von einem mit zwei schweren
Körben bepackten Bedienten gefolgt,
mitten in ihrem engen Gemeinwesen
zu sehen. Schaaren von Kindern und
Frauen sammelten sich vor den Hau
fern, in die sie eintrat.
Was ist denn der in den Kops ge
stiegen? Druckt's doch amal das Ge
wissen, die Schloßleut? Angst Haben's,
's Maul wollen's uns stopfen! Was
will's denn eigentlich da drin? Daß
er noch mehr saust, der Peter! Wenn's
amal was geben, geben sie's g'wiß
den Falschen! Das ist halt wieder was
Neues, uns in Topf 'nein schauen,
nachher schmeckt's wieder besser da
heim.
Das ging so von Mund zu Munde
der Boden war nicht im Geringsten
vorbereitet für eine Liebesfaat.
Kam dann Kitty heraus, deren vor
nehme Erscheinung und geschmackvolle
1
Toilette^ in dieser Umgebung doppelt
zur Geltung kam, dann machte den
trotzigen, harten Reden ein hündisch
kriechendes Wesex Platz, vor dem
Kittv, von Widerwillen erfüllt, die
Augen niederschlug. Sie ging völlig
wähl- und planlos umher, bis ihre
Taschen und Körbe geleert.
Sie überhäufte den kinderlosen
Trunkenbold mit ihren Wohlthaten
wie den schwer bedrängten fleißigen
Familienvater.
Sie kam in die ärmlichen, übelrie
chenden Stuben mit zurückgehaltenem
Athem, das parfümirte Taschentuch in
der Hand, drängte den erstaunten Leu
ten ihre Gaben förmlich auf und eilte
wieder hinaus.
Sie gab den Gesunden kostbaren
Wein aus dem Schloßkeller, den Kran
ken für sie unbrauchbare Kleidungs
stücke, wie es ihr gerade in die Finger
kam.
Sie verstand nicht die ungefügen
Dankesworte der Leute, die gepreßten
Thränen und kummervollen Hände
küsse die Leute hinwiederum nicht ihre
hastigen Fragen, ihre fremdartigen
Ausdrücke.
Hatte sie ihren sonderbaren Rund
gang beendet, schüttelte sie den garsti
gen Staub aus ihren Kleidern und
eilte, ohne umzusehen, dem Schlosse zu.
Sie hinterließ keine Spur von
Wärme und empfand selbst keine.
Das sollte ein Paradies sein? Wie
kindisch war doch ihr Traum wenn
sich Franz auch so enttäuscht fühlte
von seiner neuen Welt dann, armer
Franz!
Die einzige Triebfeder ihrer wieder
holten Gänge war das ihm gegebene
Versprechen. Da» wollte sie wenig
stens halten.
Bald wurden dieselben immer selte
ner und in wenigen Wochen überließ
sie dem Director des Werkes eine
Summe zur freien Verwendung für
die Bedürftigen.
Georg und der Vater erriethen
leicht, woher dieser plötzliche Wohlthä
tigkeitstrieb stammte. Ersterer war
klug genug, Kitty vorderhand mit kei
ntnt Antrag zu belästigen, er wußte
nur zu gut, daß diese Gemüthsstim
mung eine rasch vorübergehende sein
werde.
Kitty, die fürchten mußte, daß die
Abreise des Bruders das Zeichen für
ihn sein werde, um ihre Hand zu wer
ben, war ihm dankbar für diese Zu
rückhaltung. Die in Schwarzacker
verlebten Stunden zitterten doch heftig
in ihr nach und des jungen Mannes
Bild wollte nicht weichen.
Da half auch der nervöse Eifer nicht,
mit welchem sie sich von Neuem dem
Sport hingab, nicht die aufgeregteste
Jagd, nicht der kühnste Ritt.
Was Franz während seiner Fahrt
zur Bahn geträumt, war jetzt schon
theilweise eingetroffen. Der Anblick
des Werkes, die tausend Stimmen, die
von dort herüberdrangen, weckten im
mer von Neuem die Erinnerung. il.nd
doch mußte sie sich sagen, daß sie iftfji
gehandelt. Sie war keine Frau für
den ernsten, ihr an Charakter dar
über machte sie sich kein Hehl weit
überlegenen Mann, hier nicht und dort
nicht, wo er sich jetzt befand. Das Ge
fühl, das sie zu ihm zog und dort in
der Grube so ganz übermannte, war
nur eine schnell aufflackernde Leiden
schaft, emporgewachsen durch den lang
jährigen vertrauten Verkehr, zum Aus
bruch gekommen unter ganz abnormen
Umständen. Das ganz begreifliche Ab
fchiedsweh, das Mitleid mit seiner
Lage hatten den Hauptantheil daran.
Diese Ueberzeugung, welche sie sich
selbst aufdrängte, brachte sie jedoch
nicht im Geringsten dem Gedanken an
eine eheliche Verbindung mit Georg
näher.
Er war ihr sympathisch, sie bewun
derte seine körperliche Gewandtheit, fei
nen Muth, sein ritterliches Auftreten.
So äußerlich betrachtet, paßten sie ja
vortrefflich zusammen, aber nicht die
leiseste Stimme in ihrem Innern
sprach für ihn. Er jagte mit ihr, ritt
mit ihr, machte ihr den Hof, unterhielt
sie, was er bieten konnte, bot er ihr.
Wozu das Verhältniß ändern? Wenn
sie einmal in der ihre Ruhe immer
wieder störenden Scene von Schwarz
as Georg an die Stelle des Bruders
setzte, da stieg ihr eine Blutwelle in
das Gesicht.
Das Opfer einer kühlen Fsmilien
abmachung zu sein, dagegen sträubte
sich aber ihr selbstständiger Sinn.
Sie war froh, als sie mit dem Va
ter Schloß Vals verließ, um wie all
jährlich die Winterfaifon mit ihrer
vielgestaltigen Zerstreuung in der
Großstadt zuzubringen. Es war eine
Flucht vor sich selbst.
Gräsin Kitty sollte heuer zum ersten
Male die Gesellschaft besuchen. Man
war sehr gespannt auf ihr Erscheinen.
Bis jetzt kannte man sie nur als mu
sterhafte Amazone. Sie selbst ver
sprach sich viel davon, obwohl Vetter
Georg alles that, um ihr von vornher
ein die Freude daran zu verderben, in
dem er ihr die unsterblichste Lange
weile prophezeite. Sie glaubte ihn zu
durchschauen, er fürchtete, sie würde
seinem Einfluß entwachsene Eindrücke
gewinnen, Befanntschaftm machen, die
seinen Plänen gefährlich fein könnten,
aber das hoffte, wünschte sie gerade.
Neue Anregungen, neue Freuden!
1
Dieses ewige Stall- und Sattelleben
bedurfte nothwendig einerAuffrischung
und sie war doch noch zu jung, um
nicht das Bedürfniß zu haben, auch
aus anderem Terrain zu glänzen, ge
feiert zu werden.
In der letzten Zeit ließ sich Georg
von Prechting ausfallend wenig im
Seeftld'fchen Palais sehen. Der Cir
cus Einelli, der sein Winterquartier in
der Stadt ausgeschlagen, nahm ihn
völlig in Anspruch.
Kitty hatte denselben wiederholt mit
dem Vater besucht und Georg jedesmal
im Kreise seiner früheren Regiments-
lameraden dor^ gesehen. Immer qn
der bewußten Ecke, nebe» Bern Stall
eingang.
Die Herren begaben sich während je
der Pause in die Stillungen, aus Ivel
chen ein verführerischer Geruch heraus
drang.
Er fand nicht einmal Zeit, sie in der
Loge aufzusuchen, und doch wäre es
ihr lebhafter Wunsch gewesen, euch
einmal hinter die Geheimnisse 5es
schweren orientalischen Vorhanges zu
kommen, der den Stalleingang ver
deckte. Das Gespringe in der Urem»
reizte sie längst nicht mehr.
Sie nahm sich sest vor, sich zu rä
chen, auf dem ersten Ball, wo sie sich
begegnen sollten.
So gfeichgiltig er ihr b» Grunde
genommen war, die Gewohnheit ses
feite sie an ihn und noch etwas,
was sie sich hartnäckig nicht gestand
er war sein Bruder! Er vermittelte
eine gewisse Verbindung mit dem Ju
gendsreunde, die ganz zu missen ihr
schmerzlich gewesen wäre.
Das Generalstabs Picnic, einer
der vornehmsten Bälle der Serif on,
sollte ihr erstes Debut fein. Kitty
besprach schon Wochen vorher mit
ihrer Schneiderin die Toilette.
Madame Bernard meinte, man fei
gewöhnt, ein junges Mädchen, welches.
zum ersten Male die Welt betritt' in
schlichten Farben, möglichst einfach zu
erblicken.
Kitty gab widerwillig nach, als aber
die wichtige Stunde der Probe kam
fühlte sie sich unglücklich in dem wei
ßen, mit Veilchen drapirten Kleide.
Sie machte auch wirklich mit ihren'
vollen, infolge der ständigen körperli
chen Uebungen für ihr Alter fast etwas
zu herben Formen den Eindruck, als.
ob sie daraus gewachsen wäre.
Madame Bernard selbst mußte das*
zugeben. Das Kleid wurde fofort ab
gelegt und Kitty übernahm die Wahl.
Als Gras Seefeld am großen Abend
in daS Boudoir der Gräfin trat, er
kannte er kaum die hohe Erscheinung,
die ihm entgegentrat. Das war kein
Mädchen, das war eine voll erblühte
Frau! Aus diesen Augen sprach nicht
die ängstliche, jungfräuliche Unruhe
einer Novize, sondern die volle Zuver
sicht, die Siegesgewißheit des reifen,
erfahrenen Weibes. Das Goldhaar in
einem griechischen Knoten geschürzt,
ließ den edel geformten Nacken frei,
unter dessen blühender Weiße kräftige
Muskeln spielten. Die kleine Hand
hielt den Fächer wie eine Reitgerte.
Alle guten Rathschläge und Verhal
tungsmaßregeln blieben dem Grafen in
der Kehle stecken, und doch war er ent
zückt von feinem Kinde. Da steckte
Raffe darin! Da werden sie gucken, mit
ihren Blutarmen Dingerchen, die Her
ren Standesqenossen! Das war der
g'onzende Erfolg feiner rationellen Er
ziebung.
Wenn der Georg heute nicht an
beißt, dann bekommt er sie überhaupt
nicht mehr, schwor er sich im Stillen.
Tritt nur stramm auf, Mädel, und
zeige den Lassen, daß du überall fest
im Sattel bist, ermahnte er noch zu
allem Ueberfluß Kitty.
Sie zog die allgemeine Aufmerk
samkeit auf sich, als sie am Arm des
Vaters den Ballfaal betrat.
Die Herren, welche Kitty noch nicht
kannten, zerbrachen sich im ersten Au
genblick den Kops über die neue wal
lürenhafte Erscheinung, die wie aus
dem Nichts auftauchte. Ehe man sich
Aufklärung verschaffen konnte, bildeten
die schon seit einer Stunde auf ihrem«
Posten stehenden Sportgenossen von
Vals einen undurchdringlichen Ring
um sie, in welchem Kitty zu ihrem Ver»
drusse Georg nicht entdeckte.
Das war stark! Er wußte, daß siv
kam! Sie rechnete sicher auf ihn und
auf ihre Rache. Es verdarb ihr von,
vornherein die Laune.
(Fortsetzung folgt)
I n S z o o e a e z i k
53obrta) schlug der Blitz in die
griechisch-katholische Kirche wahrend
des Vespergebets. In der Sacristcr
wurde der Kirchendiener gelähmt.
Von den in der Kirche anwesende«
vierzig Personen wurde eine getödtet
fünf erlitten mehr oder minder er
hebliche Brandwunden.
I a n o e
in Pelgi wurde betn Sabotiere Pen
zilli aus seinem Zimmer eine Reise
tasche gestohlen, welche Juwelen im
Werthe von 40,000 Frarc3 enthielt.
Der Verdacht lenkte sich auf einen Ho
telbediensteten, welcher kurz nach der
Entdeckung bes Diebstahls verschwur!
ben war. Der Dieb würbe in Ge»
Itiiö festgenommen. Von dem ge
stohlenen Schmucke fanb man bisher
seine Spur, boch würbe im Besitze
des Verhafteten eine Summe von
140,000 Franks gefunden, welche
offenbar von Diebstählen herrührt.
Zwei Kellnerinnen wurden als bet
Mitschuld verbächtig ebenfalls ver
haftet.
a s n e u e u s s i s e
Duellgesetz fanb bieser Tage in Der
len! Anwerioung. Zwei Ossiziere
des örtlichen Reserve-Bataillons ge*
riftfoen mit einanber in Streit, wo*
bei ber eine thätlich wurde. Daâ
Ossiziers-Schiebsgericht beschloß, den
Beleidigten aufzufordern, den Seiet»
biger zum Duell herauszufordern.
Am selben Abend fanb denn auch ein
Pistolen-DueU statt, wobei eine* der
(Hegner leicht an bet Hand verwundet
wurde. Nach dem Duell versöhnten
sich die Gegner im Stadtgarten bei
einem Glase Bier.
e i S WelSbera
im Pusterthal loste sich kürzlich ein
Felsblock los und stürzte auf ein zum
Schlosse gehöriges, von tiner aus 5
Personen bestehenden Familie be
wohntes Haus. Zwei Personen tour
den getödtet, die Leichen sind gräßlich
zugerichtet. Eine Person wurde
schwer verletzt, zwei kamen vhne Ber
letzung davon.
Wu MUftufttrte.
ter Ulrich ist der Name eiste? faff*
nunMvollen Riesenknaben, welcher zu?
Zeit Berlin zur Schau gestellt wirb.
Das Wrschchen, welches erst 14 Jahre
zählt, wiegt bei efaer Größe von nahe»
zu sechs Fuß die Kleinigkeit von 330
Pfund. Bis zu feinem dntten Le
bensjahre war Carl's Entwickelung
durchaus normal, bann erst begann
fem fabelhaftes Wachst-»
4*""* -.ff,
und DrÄte. Professor Virchs?ysM«k
eher den jungen Riefen genau beobacht
tete, erkla.it, daß feine Organe normal
funetioniren und gute Aussicht vor»
Handen ist,, daß Carl bereinft allfc 9tie*
fen in den Schatten steilen wird. WaA
seine geistige Entwickei'una anbetrifft,
so läßt dieselbe nicht* ,» wünsche»
übrig
Msi' Schä Al'e.
Mei' Schätzte hat a G'sichtle,.
So weiß, so' zvrt und fei"
Wie 's weißest Heckarösle
Im. Morgasonsaschei'!
Untr Vckh haâ 1 des G'sichtfe
Amal au änderst ^seah,
Wo mir am Rain dort dussè
Uns.' Sing, um Rmg Hent. gea^
591
Domo!«* da hat des G'sichtle,,
So- weiß 's sonst ist und fei',.
Glüaht wia 's schönst' PutpuctcSZß.
Im. Obedsonnaschei'!"
Soldat: »Aber, Schatz, das Gas
serl da ist ja ganz verbrannt!"
Junggesellen-Köchin: „O Gott, jetzt
hab' ich Dir das Stückel aufgehoben,
das ich dem gnädigen Herta vorzch«
wollte!"
Erbonkel: „Wann hört denn Dew»
Studienzeit auf?*
Neffe: „Nach Deiner Testaments*®*
Sffnung!"
Zu gut. Besuch (tröstet et»
weinende Frau): Grämen Sie sich
über üble Nachrede nicht! Die Haupt
sache ist doch, daß Ihr Herr Gemalt
von Ihrer Unschuld überzeugt ist!
Frau: Gewiß ist et das, der Stute,
mehr wie ich selbst!
o e n E I a e ritt
Einkommen von $1500 jährlich glau
ben Sie, daß wir uns damit verh:ira»
then können? Sie: Nein aber wie
können uns damit immerhin rlo6m.
e u i U n e o i i e i n
der Reitbahn): Dragoner Müller, ©ie
hängen wieder halb auf chm MrdW
und halb im Arrest!

U n i e e s V e s e e
E i i e e S e s s e

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