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Der Deutsche beobachter. [volume] (New Philadelphia, Ohio) 1869-1911, September 12, 1894, Image 6

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's
I
I
f.
Pie Dienstbotenfrag^
©the Hauptaufgabe der geEilboten
Frauenwelt besteht darin, tue weibli
chen Dienstboten derart heranzubilden,
daß sie später tüchtige, brauchbare Ar
beiterfrauen werden. Auf diesem Ge
j^- biete könnten einsichtsvolle, menschen
freundliche Damen sehr viel leisten
und thatkräftig an der Kultur mitar
5 Leiten!
|4 Das Leben faul sich in den Fami
I lien auf in ihnen ruht der gesunde
Kern wirklicher Tüchtigkeit. Mithin
I
können dem socialen E»end der Gegen
I- wart gerade gute, verständige Haus
I stauen der Volkskreise abhelfen. Wehl
die meisten von diesen sind in früher
Jugend Dienstmädchen und bilden sich
unbewußt nach dem Geiste, der int
I Hause ihrer Herrschast lebt.
I. Aber dieses Bewußtsein, das zugleich
das Gefühl ernster Verantwortung
weckt, ist nur wenigen unserer Haus
stauen so in Fleisch und Blut übergi!
I gangen, daß sie danach leben und einen
l' ernsten, erziehlichen Einfluß auf die
Mädchen üben. Welche Wohlthat wäre
das für ein junges Ding, das im El-
temhKiufe keinen Begriff von Zucht
Und Ordnung erlangt hatte, weil ihre
Mutter ebenfalls nichts davon ver
stand oder in der Misere des täglichen
Lebens unterging, wenn nun während
ihres Dienstverhältnisses eine festeHand
sie zum Guten anhalten und ihr ei
mn Begriff davon geben wollte, was
I' ein ordentliches Mädchen, eine Pflicht
treue Hausfrau wissen und leisten
muß!
k Man klagt so viel übet schlechte
Dienstboten, namentlich über die An
sprüche der dienenden Mädchen, welche
ihre Herrschaft oft an Luxus über
treffen. Wer aber denkt wohl ernst
lich daran, diesem Unheil durch fort
dauernde, gütige Belehrung zu begeg
«en?
Statt unablässig aus solches Mäd
^chen zu schelten und sich als Opfer des
sen Unverstandes hinzustellen, wie das
«viele Frauen thun, die dadurch nur
sich selbst und dem wehrlosen Mädchen
das Leben ausgiebig verbittern und
Verdruß im Hause permanent erhalten,
.sollte die Frau lieber auf den Stand
punkt des Madchens, auf deren Jdeen
kreis und mangelhaftes Urtheil Rück
steht nehmen und sie sich zur treuen Ge
hilfin heranziehen!
Junge Mädchen sind bildsam, und
wenn sie einsehen, daß man es gut mit
ihnen meint, fügen sie sich leicht und
willig den Anordnungen, deren Rich
tig
kett sie vielleicht nicht verstehen,denen
z« gehorchen sie aber als Pflicht er
sannt haben.
Die meisten Hausfrauen fehlen eben
darin, daß sie von ihren Dienstmäd
chen zu viel fordern, is der Annahme,
daß sie ungefähr dasselbe leisten müs
sen, wie die Dame, falls sie die Arbeit
selbst thun wollte, den Tag über voll
bringen würde. Das ist ungerecht:
ewrnal muß die Jugend, dann aber
auch die mangelhafte Erziehung, end
lich der Umstand berücksichtigt werden,
daß man in eigener Sache zweifellos
mehr vollbringt als für Fremde und
daß man immer gut thut, feine An
spriiche möglichst niedrig zu stellen, na
türlich, ohne den dienenden Geist zu
verwöhnen! Das wäre eben so unrich
tig, als wenn die Hausfrau ihre Arbeit
selbst thun wollte, weil das Mädchen
sie nicht kann unv erst dazu angelernt
werden muß.
Dieses Anlernen ist eben eine große
und wichtige Ausgabe gebildeter
Frauen.
Es richtig anzufassen und erfolgreich
•durchzuführen ist viel wichtiger und
folgenschwerer für die Wohlfahrt der
Allgemeinheit, als manche neue Erfin
dung.
Wie die Männer durch die Solda
tenjahre praktisch zur Ordnung, Sitte
und Sauberkeit erzogen werden, so
sollten auch alle Mädchen eine prakti
sche Schule durchmachen, damit sie der
einst guteArbeiterfrauen werden,Mann
und Kinder sorgfältig versorgen kön
nen, was leider heute selten ausreichend
geschieht, weil sie es nirgends gelernt
haben und man von selbst überhaupt
nichts kann, wenigstens nicht, ohne em
pfindliches Lehrgels gezahlt zu haben,
was die Zukunft der jungen Frau erst
recht trübe gestaltet.
Man behauptet allgemein, dieDienst
inädchen verschlechterten sich von Jahr
zu Jahr. Das ist aber eine Ungerech
tigkeit, denn auch diese Mädchen ent
wickeln sich nach den gegebenen Ver
hälwiffen und nach dem Beispiel, das
sie vor Augen haben. Wie Luxus
und Vergnügungssucht überhaupt mit
^der Zunnahme der Cultur stetig stei
qen, so auch die Ansprüche der dienen
den Klasse. Wie der Herr, so der Die
iter.
Natürlich gibt es auch gänzlich un
begabte, unbrauchbare und wirklich
schlechte Mädchen,doch sind das immer
hin Ausnahmen, und dann trifft das
junge Ding selbst oft weniger die
Schuld, als die schlechte Umgebung, in
der sie leben mußte.
Wer wollte ober bestreiten, daß
manche Haussrauen, nervös, abgehetzt,
sorgenvoll, solch armes „Mädchen für
alles" wie einen Packesel behandeln,
der vom frühen Morgen bis zur sin
kenden Nacht fleißig arbeiten muß,
ohne ein freundliches, aufmunterndes
Wort zu hören. Man bedenkt dabei
jar nicht, dcß auch dieses Mädchen von
Natur ein frisches, lebenslustiges Ge
müth besitzt, Verlangen nach Freude
hat und von ihrem Dienstverhältnis*
nur dann befriedigt sein kann, wenn es
in Pflichttreue geübt wird und freund
liche Anerkennung findet.
Jedenfalls wird eine ^ute, einsichts
volle Hausfrau, die ihr Mädchen stren
ge, aber liebevoll Hütt, viel besser be
dient werden, als nachsichtigere, die
stets unzufrieden sind und nörgeln,
DhK Hviz itntu&g, abgehetzt
'-4
it'
Die Liebe im Wort.
Sfc Liebe macht erfinderisch, aber
nirgends irieht als in Schmeichelna
men. Ich habe einmal, plaudert eine
Dame, Liebesbriefe gelesen, da bestand
die ganze erste Seite aus der Über
schrift, aus lauter zärtlichen Bezeich
nirngen, die für den Nichtbetheiligten
manchmal recht komisch klingen und
ebenso unverständlich sind, wie das rus
fische Schmeichelwort „Mein Gürk
chen". Unsere Verliebten geben dem
üiürichtn nichts nach. Ich bin so in
diskret, einige von mir zufällig aufge
fchnappie Prachtexemplare vonSchmei
chelworten wiederzugeben, zweifle je
doch nicht, daß einige Verliebte beim
Lesen natürlich nur heimlich zu sich sa
gen werden: „Das kann ich noch bes
ser." Ich glaube gern, ich würde mich
sogar freuen, wenn zur Nachahmung
für künftige Geschlechter noch eine wei
tere Auslese hier veröffentlicht würde.
Der Verliebte setzt den Gegenstand sei
iter Neigung, je wie es ihm paßt, in
das Thierreich, Pflanzenreich oder
Mineralreich, abwechselnd auch unter
die Götter, Feen oder Elfen. In das
Veilchen, die Lilie, die Sonnenblume
alle Sorten Schlinggewächse, wie zum
Beispiel der Herzens-Epheu, ferner die
Tanne und der stolze Eichbaum.
Kaktusse, Kürbisse und Disteln sind
nicht gebräuchlich. Die Beiwörter lieb,
entzückend, schön, reizend, allerliebst,
•göttlich angebetet, traut, himmlisch,
einzig und Herzens- geben in mannig
facher Zusammensetzung die nöthige
Ausschmückung zu allen Kosenamen.
Für das Thierreich ist das besonders
nöthig, denn wenn auch Mäuschen und
Lämmchen ganz gut klingen, so dürfte
dies z. B. beim Hammel weniger der
Fall sein, aber: „Mein kleiner süßer
Herzenshammel" läßt sich schon hören.
Gewöhnlich wird die Schmeichelei in
eine Frage eingekleidet, wie z. B.:
„Bist Du denn mein kleiner Spitz
bube, mein Herzensdieb?" „Ja, mein
Gold", antwortet sie und birgt ihr
Haupt an seine Schulter. Mit „Gold"
kommen wir schon in die Mineralogie,
obwohl das Thierreich noch lange nicht
erschöpft ist. Ich überlasse es den
Leserinnen, aus Tauben, schlanken
und braunäugigen Rehen, Piepir.ätz
chm, Lerchen, Bienen, Gazellen und
Libellen, Hühnchen, Kücken, Putt
hllhnchen u. f. w. mit den obigen Bei
Wörtern, das Wünschenswerte zu ver»,
einigen. Von dem Mineralreich war
Gold schon genannt. Edelstein, Ju
wel, sogar Goldjuwel, Perle, alle kom
men in der Liebessprache vor. „Alu
minchen" würde! doch auch ganz wohl
lautend klingen.
Verliebte sind ja meist närrisch, aber
mit der lieben Narrheit bringen sie es
so weit, die drei Reiche der Natur zu
vereinen. Solches Unikum hörte ich
von einem Liebhaber im Nebencoupe
also benennen: „Du frift doch mein
goldener Rosen-Hammel, Puttchen!"
Weitere seltsame Namen sind auch
„Pusselchen", „Schnuckelchen", „Käfer
chen", „Kakerlakchen" u. f. w. Jede
Provinz hat ihre besonderen Schmei
chelnamen, wie der Ostpreuße sein Du
chen", der Sachse „sei Lämmchen", der
Schlesier sein „güldenes Oaftet", der
Berliner „Schnuteken" oder Schnuckel
chen". So manches Schimpfwort in
Verbindung mit mein, klein, süß
u. f. w. verfehlt feine Wirkung nicht.
„Kleiner füßer Lump", „herziger Affe,
Filou", all so etwas kann man zu hö
ren bekommen. In Aachen sagt man
sogar: „Oh du süßes 'Schinnäschen"
(Schindaas!) u. f. w. In Gedichten
ist man weniger vertraulich, aber Kose
namen gibt es auch darin genug, Ver
herrlichungen aller Art. Zum Schluß
sei es mir erlaubt, eine kleine Blumen
iefe aus der deutschen Minnezeit hin
einzufügen. Traute, süße und Her
zenstraut, Osterblume, Honigschmack,
Herzensminnenest, meines Herfens In
gesinde, Turteltaube, Augenweide, sü
?es Zuckerrohr, Herzensparadies und
Andere mehr. Unendlick, viel Gemüth,
hmaebende Zuneigung, Liebe, Freund
fchaft und Harmonie Iteqt in dem ei
nen Wort, das ick zuletzt anführe:
„Mein Trautgeselle!"
Entschuldigt. Meister f-m
seinem Burschen, der zwei Glas Bier
bat holen sollen): Junae. die Gläser
•iinb ia fast leer! Bursche: Ja, Herr
Meester, bet eerie Jlas lief so sehr
ieber, bet ick habe abdrinken müssen,
un ba hab' ick 'n bisken zu bitte je
chlürft un habe mußten nu ooch von
bet andere Jlas abdrinken von we
gen bet Jleickjewicht. Ick habe et aber
bei allen Abdrinken nicht ttVi richtige
Loth krieien kennen!
Modern. Hausfrau: „Hier,
Marie, schenke ich Ihnen ein ganz
neues Kleid." Dienstmädchen: ..Das
kernt' ich nicht annehmen, gnädige
Frau!" Hausfrau: „Geniren Sit
sich doch nicht nehmen Sie es ruhig."
Dienstmädchen: „Ich kann nicht,
gnädige Frau, der Schnitt ist ja seit
zwtt »ither MsdU"
*,
•a -i- t%iife.
^i wl) '*v«4^k xRX i V v
~W
nen und deshalb auch andere nicht zur
Ruhe kommen lassen!
Ein freundliches, gutes Dienstmäd
chen ist ein wahrer Schatz für jede
Haushaltung, der gar nicht hoch genug
anzuschlagen ist, Behagen tote Frieden
erzeugt. Darum sei es ernste Aufgabe
der deutschen Frau, ihr Mädchen fach
gemäß zu erziehen für das eigene Be
dürfniß, dann aber für den Staat,
das Leben, in welchem es dereinst auf
wichtiger Stelle stehen wird. Daß sie
diese ganz ausfüllen könne zum Segen
und zur Wohlfahrt des Arbeiterstan
des, dahin muß das Streben der gebil
beten Frau unablässig gerichtet seilt.
Wer diese Pflichten aus den Augen
setzt, vergeht sich gröblich gegen seine
Mitmenschen.
pneumatische Geschütze.
Mannermordende Maschinen von
wahrhaft riesigen. Dimensionen, deren
Zerstörungskraft alles bisher Dage
wesene weit übertrifft, sind auf bet
äußersten Nordspitze von Sandy Hoo?
einer eingehenden Prüfung unterwor
sen worden und die unter Aufsicht von
Bundes-Officieren vorgenommenen
Sckießversuche sind zut vollsten Zu
friedenheit ausgefallen. Die Zerstö
rungskraft dieser Riesengeschütze ist so
groß, daß es selbst für die stärksten
feindlichen Flotten ein Ding der Un
Möglichkeit sein dürfte, in einen Ha
fen einzubringen, welcher mit einer
Batterie derselben armirt ist. Es
wurden mit zwei Geschützen Versuche
engestellt. Das Eine hat ein Kaliber
von 15 Zoll bei einer Rohrlänge von
50 Fuß und das Zweite ein solches von
8 Zoll bei einer Länge von 45 Fuß
die Rohre sind glatt. Die Geschütze
werden nicht mit Pulver, sondern mit
comprimirter Luft geladen. Das 15
Zoll-Geschütz vermag Stahlprojektile
von 11 Fuß Länge, die mit 500 Pfund
Nitro-Gelatine geladen sind und ein
Gesammtgewicht von 1120 Pfund ha
ben, mit der größten Genauigkeit
3700 Aards weit zu schleudern, doch
können auch Projectile von geringerem
Kaliber, deren kleinstes mit 50 Pfund
Nitro-Gelatine geladen wird, verwen
det werden.
Statt des Pulvers wird comprimirte
Lust als treibende Kraft benutzt, da
die Explosion des Ersteren zu plötzlich
ist und das Projectil selbst im Rohre
zum Explodiren bringen würde auch
verhindert die Anwendung von com
primirter Lust das Heißwerden des
Geschützes, ja dieselbe kühlt dasselbe
sogar ab, das Rohr bleibt außerdem
vollkommen rein.
Geschoß vou 11 Fuß.
Die pneumatischen Geschütze sind
wahre Wunderwerke der Technik zu
nennen. Die Kolosse, toelä$ mit den
Lafetten ca. 52 Tons wiegen, lassen
sich mit Leichtigkeit um ihre eigene
Achse bewegen, so daß sie ihre Serbe?»
ben bringenden Geschosse nach allen
Seiten entsenben können. Als Kraft
zum Bewegen unb Richten ber Ge
schütze bient Elektricität unb bie Be
wegung eines Hebels genügt hierzu.
Die comprimirte Lust wirb von dem
Maschinenraum in eisernen Röhren
nach ben aus Eisen uud Stahl herge
stellten Luftkammern, die sich unter
ber Lafette befinden, geleitet. Ein
mächtiges Ventil regulirt den Zutritt
ber, comprimirten Luft. Die pneuma
tischen Geschütze gewähren den Vor
theil, daß ihre Tragweite nicht von der
Elevation des Rohres abhängt, son
bern von bem größeren bezw. kleineren
Quantum comprimirter Lust.
Laden de» Geschützes.
Das Laden der Geschütze ist durch
aus gefahrlos. Die Projectile werden
aus dem Magazin auf kleinen Wagen
bis eftt die Lafette gebracht und dort
von einer Maschinerie aufgenommen,
welche dieselben in das Rohr schiebt»
Zum Laden mit Geschossen mit dem
schwersten Kaliber sind sechs Mann er
forderlich, zum Abfeuern ein Mann,
welcher auf einer kleinen Platform
aur Seite steht und das Ziel durch ein
Teleskop beobachtet. Um Geschosse des
sogenannten Sub-Kalibers (kleiner als
die Rohrweite) verwenden zu können,
werden dieselben mit entsprechenden
Ringen versehen. Um dem Flug der
Projectile größere Sicherheit zu heben,
sind dieselben an dem hinteren Ende
mit einer fächerartigen Vorrichtung
versehen zum Explodiren werden sie
durch Zeitzünder gebracht, die an der
Spitze befestigt ftitb«
SlftttffS
Die Schießversuche haben überra
schende Resultate ergeben. Während
die modernen Riesenkanonen, die mit
Pulver geladen werden, fürchterlich
knallen,hörte man beim Abschießen der
pneumatischen Geschütze nur ein un
verhältnißmäßig, leises Puffen, dage
gen konnte man das Projectil während
seines ganzen Fluges beobachten. Die
Vorschrift war, daß acht Geschosse,
welche jedes mit 200 Pfund der stärk
sten Explosivstoffe geladen sein sollte,
auf eine Entfernung von 3500 7ards
gefeuert werden, und daß mindestens
fünf der Schüsse in ein Rechteck von
360 Fuß Länge und 90 Fuß Breite
treffen sollten. Zum Erstaunen der
entsandten Artillerie-Officiere trafen
aber sämmtliche acht Schüsse in einer
Entfernung, welche die vorgeschrieben?
noch etwas übertraf, in einen Raum,
der nur 120 bei 30 Fuß einnähn?.
Wenn man bedenkt, daß ein großes
Kriegsschiff mindestens eme dreifache
^r%"
jr sr \r^'
v?r
Länge hat, so ist leicht ersichtlich,welche
vernichtende Wirkung das Feuer eines
pneumatischen Dynamit-N^chüM, ha
ben muß.
2
Fahrschuhs.
Em neuer Fahrsport tft dtfTch die
patentirte Erfindung eines Fahrschuhs
ms Leben gerufen. Unter einet stabilen
Stahlsohle befinden sich zwei hinter
einsnderlauftnde, 17 Cmtr. im Durch
messer haltende und mit pneumatischen
Gummireifen versehene Räber, die sich
in Kugellagern bewegen. Um benFahr
schuh am Fuße zu befestigen, hat man,
wie beim mobernett Schlittschuh, nur
nöthig, mit bem Stiefel auf bie Stahl
fohle zu treten unb mittels eines
Schlüssels eine am vorbern Theil bes
Gestells angebrachte Schraube anzu
ziehen, wodurch sich zwei stählerne Ba
cken an bie Stiefelsohle anlegen unb sie
festhalten. An bet Schuhhacke der
Stahlsohle ist eine ausrecht stehende.
etwa 15 Cmtr. hohe Beinschiene ange
bracht, an ber sich zwei mit Filz unter
legte Riemen befinben» bie man um ben
Stiefelschaft schnallt unb mit ber Hose
schließlich verdeckt. Hat man beide
Schuhe an den Füßen befestigt, so
braucht man nur die Bewegung des
Schlittschuhlaufens zu machen, und
man eilt auf günstigem Terrain (glat
tem Pflaster, Asphalt) mit großer
Schnelligkeit dahin. Daß man das
Laufen auf dem Fahrschuh erst erler
nen muß, versteht sich von selbst. Je
denfalls hat der Radfahrtsport durch
den Fahrschuh eine beachtenswerte
Bereicherung erfahren.
Elektrischer Lpazierstock»
Eine effectvolle Neuheit auf dem
Gebiete der Elektrotechnik ist der Spa
zierstock mit elektrischer Beleuchtung.
Derselbe besteht aus einem konisch zu
laufenden, elegant polirten Ebonit
rchr, dem oben die Batterie mit der
«Glühlampe luftdicht angeschraubt ist.
Die Glühlampe wird durch einen et
fchliffenert Glaskopf vor allen äußeren
Beschädigungen bewahrt, außerdem
trägt jener noch zur Verstärkung des
Lichtes bei. Die Batterie enthält drei
Platin Zink Elemente kleinster
Construction mit 60 Quadratcmtr.
Platinfläche, 6 Volt Spannung und
4 Ampere Stromstärke. An den bei
den Polen, dem Zink- und dem Pia*
tinpol, siitb bie Drähte ber Glühlampe
befestigt. Die Elektricität wird durch
ein Naß Element erzeugt. Die be
treffende Flüssigkeit gießt man bis un
gefähr 15 Cmtr. vom Rcmbe ber obe
ren Stocköffnung in baS Rohr hinein.
worauf man die Batterie wieder exact
und luftdicht aufschrauben muß. Beim
Neigen oder Umkehren des Stocke?
wird der Stromschluß bewirkt, und die
Glühlampe erstrahlt in glänzendem,
weißem Lichte, das fast anderthalb
Stunden ununterbrochen erhalten wer
den kann. Diese Brenndauer läßt sich
natürlich nach Belieben auf verschie
dene Zeiten vertheilen, da bei aufrechter
Stellung. des Stockes kein Material
verbrauch stattfindet. Haben sich die
Flüssigkeit und die Batterie abgenutzt,
so kann die Erneuerung nach der bei
gegebenen Anweisung von Jedem leicht
vorgenommen werden. Das Gewicht
des gefüllten Stockes beträgt 510 Gr.,
seine Länge 85 Cmtr., die Dicke am
oberen Ende 33, am unteren Ende 15
Mmtr. Er ist kräftig ausgeführt, so»
daß er auch zum Stützen verwendet
werden kann. Der Knopf ist in der
verschiedensten Weise, mit oder ohne
Schutzkapsel aus NiÄel oder Silber
ausgestattet.
man's! Und ein Anderer, der gern meinen Töchtern, die falle«
stehl'n möcht', kommt zu keiner Kasse!" totë ueue Gesetz!"
S a e e i n u n e n
A.: „Haben Sie schon gehört, der
Doktor Neuntödter hat mit dem Dok
tor Murkser ein amerikanisches Duell
unter sehr schweren Bedingungen."
B.: „Was Sie sagen wie sind denn
die Bedingungen?" A.: „Wer die
schwarze Kugel zieht, muß sich, sobald
er krank wird, vom andern behandeln
lassen."
Seine Ferien. Heut' is
Dienstag, da mach' i nix am Mitt
woch und Donnerstag, da fei?' i, Frei
tag and Sonnabend giebts nix zu
thun, dann kommt der Sonntag und
der blaue Montag juchhei, a ganze
Woch' Ferien!
1
1
Oy.
w Jv
iliir'mrin tTit'—
~-t y?^f ^r^
Silber aus Korea.
Nach Photographien, welche sich im
Besitze des Herrn H. C. Eduard
Meyer, koreanischen Consuls für das
Deutsche Reich in Hamburg befinden,
sind die nachstehenden Illustrationen
angefertigt, welche Li hui, König von
Korea, und den Vice-Präsiüenten Pak
Chu Jang in Hofkleidung darstellen,
sowie die Audienzhalle des neuen Pa
lastes in Söul veranschaulichen. Die
Verwaltung Korea's, das zum Zank
apsel zwischen China und Japan ge-
3
Pak Chu Nang. £t hui.
werben ist, liegt unter einem unum
schränkten König in ben Hänben einer
Beamtenhierarchie. Wie in allen asia
tischen Defpotenreichen, so ist auch in
Korea Beamtenwillkür unb Erpressung
an der Tagesordnung. Ein jeder Be
amte sucht aus dem Volke soviel her
auszuschinden, als nur möglich, und
durch Kriecherei feinen Vorgesetzten ge
genüber sich in den Besitz einer mög-
Audienzhalle.
liehst einträglichen Stellung zu setzen.
Fast alle höheren Aemter werden vom
Adel eingenommen, der eine sehr große
Macht besitzt. Den Angehörigen jener
Staaten, welche mit Korea Handels
Verträge abgeschlossen haben, sind als
„Vertragshäfen" zugänglich Chemul
po, Fufan und Wön-san. Daß die
Erschließung des Landes, im Falle des
endgiltigen Triumphs der Japaner
über die Chinesen, mit schnelleren
Schritten als bisher vor sich gehen
wird, ist mit gutem Grund anzuneh
men.
Präsident Hippolyte.
Die neuesten Nachrichten aus Port
au Prince besagen, daß General Hip
polyte, welcher seit dem Jahre 1888
Präsident der Negerrepublik Hayti ist,
schwer krank darniederliegt und bte
Republik am Vorabend einer neuen
Revolution steht. Nicht weniger als
36 Größen des Landes sollen auf das
Präsidentenamt speculiren, unter ihnen
der Ex-Präsident Legitime, welch' Letz
terer seiner Zeit von Hippolyte gestürzt
und aus dem Lande vertrieben wurde.
Daß. die Besetzung des Präsidentenstuh
les nicht ohne Blutvergießen vor sich
gehen wird, darf als sicher angenom
men werden.
Während der Sonnt a'gS
ruhe.
i
„Zwanzig
alTt
Pech. Kassirer:
Jahre hindurch bin ich bei dèr Ka
gesessen, Millionen sind durch meine
Hände gerollt, während ich selbst in
den bescheidensten Verhältnissen lebte,:
aber immer hab' ich der Versuchung"
widerstanden! Endlich in einem
schwachen Augenblick hab' ich 300 Gul
den herausgenommen und jetzt bin ich
im Unglück!" Verbrecher: „Da hat
Kunde: „Also eS ist wirklich nichts
zu haben, Herr Schleuchert?"
Kaufmann: „Nehmen Sie eine von
Viel schlimmer. Brown:
»Die Dienstbotensragè wird nachqef
rade unerträglich. Im letzten Jahre
hatte meine Frau nicht weniger als
zwanzig verschiedene junge Mädchen."
Smith: „Sie Glücklicher! Meine
Frau hatte zwanzig alte!"
Bedenklich. A.: Vor einem
Üahre haben Sie mich zum Duell ge
fordert! 58.: Allerdings, mein
Herr! A.: Ich sagte Ihnen damals,
ich hätte mich eben verheirathet und
wollte mein Leben nicht auf's Spiel
setzen. B.: Ich erinnere mich.
A.: Nun, meine Ansichten haben sich
jetzt geändert, ich stehe Ihnen jederzeit
zur Verfügung!
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Milser eri^ Lesern
... vfferiren wir das prachtvolle Kunstwerk
31iiferetlcltausftelfmi0
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mit Zuhilfenahme aller offiziellen Quellen geschrieben.
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C^»' "y'.,
Inhalt der 3616-seitigen Lieferunge»:
1. Vorgeschichte.
2.
ibnu'fi'ttft.
8.
Verwaliinias- und Fischerei-Gebäude.
4.
Garlettbau- und Bergbau-Gebäude.
6. TrnnâportalionS- und trcuseu=6cfi(hibe.
6.
Elektrizität«, und LandwirllMaiiS-Äebâlld«.
?. Jndustric-Paiast.
8. Maschinenhalle und Knnsthalle.
v. Einweihuna der Ansstclluiig.
10. iZjunbcäiv'büude mit StebAtbatrtee (Tolrmnatzâ
Peristyle,c.).
11. Arena für Vied-Ausstellung, Bahnhöfe tc,
13. Forstwesen. Milchcrci» Sebäud«. Äntropologb»
Gebäude.
18—15. Sebttude der einzelnen Staaten.
16. Das deutsche Hans und KruvP'Ä Gebäude.
17—19. viedäude aiiswürtiqer Staaten.
20. Hafendnuten. Wasserwege, Viling-Schiff. WWß»
bnrf'Samtifti' ?c.
21. Da?
deutsche Dorf und
Alt-Wieu.
Classiftzirung
Objekte.
mall,
TDEAS.
IG-HALL-MARVIN
ARE
politisch unb religtö#
unb liberal. Sie tritt energisch s»r bie »Rechte des S*olfcs unb
schritt in bei politischen, wirtbschastUchen unb socialen GeseIgebuna
Slitt!1feietIV.
SCa.i Svnnta'obiatt flti Seite») der „New-Yorler istaatÄ-Zeitung" nimmt wegen seiner
alti an fccl.-ijsenbcm und uutct!)aUenbem ^ejestvff eine anerkannt erste Stelle unter den gain ille#»
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DaS Wochenblatt (1G Seiten) liefert ein? qebrängte, aber »oüftänblflt Uebersicht aller tolffenStoertbta
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«avi-sii OTIU I lai^SLvU villw/Wil/f ILLe [•,
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New-Uorker Naats-Zeitung,
gegründet 1884,
Hv srVtzte mW reichhaltigste veutfche Settling der «elt.
..^Trtn^orfrr ©taatoeRdhmft" ist
für
Ewqewanderte mtb btrnt Nachkmmm von bmt atSfiten
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itlbfianbiii !ilid bearbeiteten tit'inen Nachrichten aus der Alten Hetmalh 6te griffe »5»
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